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Es war dazumal Ende Oktober. Dem Prinzen mangelte das Geld, sein Heer hungerte. Die Söldlinge murrten. Er marschierte nach Frankreich und bot dem Herzog die Schlacht an; der aber nahm sie nicht an.

Er brach von Quesnoy-le-Comte auf, um auf Cambresis zu rücken; da stieß er auf zehn Kompanien Deutscher, acht Fähnlein Spanier und drei Schwadronen leichter Reiter, die von Don Ruffele Henricis, des Herzogs Sohne, befehligt wurden. Er war mitten in der Schlacht und rief auf Spanisch:

„Tötet, tötet! Gebt kein Quartier! Es lebe der Papst!“

Don Henricis war just der Kompanie Schützen gegenüber, in der Ulenspiegel Rottenführer war; er stürzte sich mit seinen Leuten auf sie. Ulenspiegel sagte zum Feldwaibel:

„Ich will diesem Henker die Zunge abschneiden.“

„Schneide“, sagte der Feldwaibel.

Und mit einer wohlgezielten Kugel riß Ulenspiegel Zunge und Kinnbacken des Don Ruffele Henricis, des Herzogs Sohn, entzwei.

Ulenspiegel schoß auch den Sohn des Marquis Delmarès vom Pferde.

Die acht Fähnlein und drei Schwadronen wurden geschlagen.

Nach diesem Siege suchte Ulenspiegel Lamm im Lager, aber er fand ihn nicht.

„Ach,“ sagte er, „nun ist er fort, mein Freund Lamm, mein dicker Freund. Das Gewicht seines Bauches vergessend, wird er in seinem kriegerischen Ungestüm die hispanischen Flüchtlinge haben verfolgen wollen. Außer Atem wird er wie ein Sack auf den Weg gefallen sein. Und sie werden ihn aufgenommen haben, um Lösegeld für ihn zu bekommen, ein Lösegeld für christlichen Speck. Mein Freund Lamm, wo bist Du doch, wo bist Du, mein fetter Freund?“

Ulenspiegel suchte ihn allerorten und blies Trübsal, da er ihn nicht fand.