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Zu jener Zeit kamen etliche Frauen und Mädchen aus Damm und fragten Nele, ob sie nicht Maienbraut sein und sich mit dem Bräutigam, den man ihr schaffen würde, im Gebüsch verstecken wolle. Denn, so sprachen die Frauen nicht ohne Eifersucht, es ist kein junger Mann in ganz Damm und Umgegend, der sich Dir nicht verloben würde: Dir, die Du so schön, sittsam und blühend bleibst, / ohne Zweifel eine Hexengabe.“

„Gevatterinnen,“ antwortete Nele, „saget den jungen Männern, die meiner begehren: Neles Herz ist nicht hier, sondern bei dem, der umherstreift, das Land der Väter zu befreien. Und wenn ich blühend bin, wie Ihr saget, so ist es nicht Hexengabe, sondern Gabe der Gesundheit.“

Die Gevatterinnen antworteten:

„Katheline steht jedoch im Verdacht.“

„Glaubet nicht den Worten der Bösen,“ antwortete Nele, „Katheline ist keine Hexe. Die Herren vom Gericht haben ihr Werg auf dem Kopf verbrannt und Gott hat sie mit Wahnsinn heimgesucht.“

Und Katheline kauerte in einem Winkel, schüttelte den Kopf und sprach:

„Nehmt das Feuer fort, Hanske, mein Liebster wird wiederkommen.“

Da die Gevatterinnen fragten, wer dieser Hanske sei, antwortete Nele:

„Es ist Klasens Sohn, mein Milchbruder, den sie verloren wähnt, seit Gott sie heimgesucht hat.“

Und die guten Gevatterinnen gaben Katheline Silberstüver. Und wenn sie neu waren, zeigte sie sie Einem, den keiner sah, und sagte: „Ich bin reich, reich an glänzendem Silber. Komm, Hanske, mein Buhle, ich werde meine Liebesfreuden bezahlen.“

Und nachdem die Gevatterinnen fort waren, weinte Nele in der einsamen Hütte. Sie gedachte an Ulenspiegel, der in fernen Landen umherirrte, ohne daß sie ihm folgen konnte, und an Katheline, die oftmals ächzte: „Nehmt das Feuer fort,“ und mit beiden Händen an ihre Brust faßte und also zeigte, daß das Feuer des Wahnsinns Haupt und Leib mit Fieber verbrannte.

Inzwischen versteckten sich Maienbraut und Bräutigam in den Büschen. Der oder die, so einen von ihnen fand, war nach dem Geschlechte des Findlings und dem seinigen, König oder Königin des Festes.

Nele hörte die Freudenrufe der Burschen und Dirnen, als die Maienbraut am Rand eines Grabens, in hohem Grase versteckt, gefunden ward. Und sie weinte, der holden Zeiten gedenkend, da man sie suchte, sie und ihren Freund Ulenspiegel.