Fußnoten
[1] Merkels Erdbeschreibung von Sachsen wird hier rühmlichst ausgenommen. Auch ist meine Absicht ganz verschieden von dem Zwecke jenes Werkes. – D. Lehmanns Schauplatz entspricht derselben, aber er enthält zu viel Aberglauben, ist zu weitschweifig, und sehr selten zu bekommen.
[2] Daher erinnere man sich, daß ich nicht für Erzgebirger schreibe. Ihnen diene dieses zur Beherzigung, um voreilige Urtheile zu unterdrücken! –
[3] Alle Erzgebirger mögen hier an den Edlen von Bodenhausen bei Leipzig denken!! – Er hat viele hundert Scheffel Getraide den armen Erzgebirgern geschenkt. –
[4] So nennt man in der dasigen Gegend die Unterjugel; in den ältern Zeiten wurde daselbst blaue Farbe gemacht, daher stammet diese Benennung.
[5] Eine bekannte Silbergrube.
[6] Man sagt gewöhnlich Berg, und versteht darunter Haus, Bier und Gesellschaft. Wenn der Johanngeorgenstädter also sagt: ich gehe auf den Berg, – so heißt dieses: ich gehe zum böhmischen Biere. –
[7] Halde nennt der Bergmann die vor den Stollen und Gruben aufgeschütteten großen Haufen des kleinern und größern Gesteins, welches herausgeschafft worden ist.
[8] So heißt die Oeffnung eines mannshohen, schmalen unterirrdischen Ganges, den man Stolln nennt.
[9] Auf Halden darf man sie nicht schütten, dieses kann das Bergamt wegen besonderer Gesetze nicht gestatten.
[10] Ueber die Maschinerie eines solchen Pochwerks belehre man sich aus bergwissenschaftlichen Büchern, weil eine solche Beschreibung nicht hierher gehört. –
[11] Ueberhaupt verändert sich im Gebirge die Gegend fast mit jedem Schritte, den man gethan hat; immer neue Aussichten, und Gegenstände.
[12] So werden die Wege genannt, welche zu den Zechen führen. Da im Winter oft wegen des hohen Schnees und im Sturme sonst sich die Bergleute verirrten und manche vielleicht gar erfroren: so ließ das Bergamt Alleen an diesen Steigen anpflanzen, welche im Winter den früh oder Abends anfahrenden Bergleuten zur Leitung dienen sollten. Sie nehmen sich sehr gut aus und dienen zur Verschönerung der Gegend. Leider wurden sie von ruchlosen Menschen verletzt und beschädigt, daß mehrere Bäume eingegangen sind. –
[13] So heißt derjenige Ofen, wo der rohe Eisenstein zuerst geschmelzt wird. Dieser Ofen ist gewöhnlich von ziemlicher Höhe; der gepochte Eisenstein wird oben hinein geschüttet, wo eine fürchterliche Gluth herrscht, welche zwei Blasebälge, von dem Wasser getrieben, anfachen. Des Nachts erleuchtet die Flamme, welche ellenhoch aus diesem Ofen weht, den Himmel und die Gegend, welches einen schauerlichen Anblick gewährt und an die Vulkane Italiens erinnert.
[14] Der Krieg unterbrach den Bau; vermuthlich wird er fortgesetzt werden.
[15] Ich weiß nicht, ob er noch lebt; im Jahre 1806. lebte er noch.
[16] So ist der eine Name erklärt. Auch sagt man in der Gegend umher nur schlechtweg: »'s Felsel.« Warum man auch Teufelskanzel sage, will ich nachher erklären.
[17] Ich habe mich sehr gewundert über den größten Theil der obergebirgischen Jugend, in Rücksicht des flinken und geschwinden Kletterns auf Felsen und steile Berge. Die Gemsenjäger in Savoyen müssen nicht geschickter und schneller die Felsen ersteigen, als manche Knaben im obern Erzgebirge.
[18] Seit einigen Jahren wird viel Holz abgeschlagen, wodurch dieses schöne Thal lichter und freundlicher und die Luft selbst weit milder wird; denn in jenen Forsten herrscht auch in den heißesten Tagen eine auffallende Kälte.
[19] Freilich wird oft sehr gewüstet; aber ich würde ein schönes Capital haben, wenn ich alles das Holz bezahlt erhielt, was dort verfault. –
[20] So nennt man diese Felsen, weil man den Steinmassen, die auf einander geschichtet scheinen, eine Aehnlichkeit mit einem beliebten Backwerk, – Hefenklößen – gefunden hat. An hohen Festtagen, vorzüglich an Fastnacht werden sie in dasiger Gegend häufig gebacken.
[21] Wenn ich nicht irre, gehören diese Häuser zum Hammerwerke Breitenhof.
[22] Rechts drüben nämlich liegt eine Eisensteingrube, der Schimmel genannt, bei welcher eine große Wasserkunst im Gange ist, man sieht auch die Gestänge derselben deutlich. – Wenn nun das große Rad, welches die ganze Maschine in Bewegung setzt, einmal um sich herum ist, so tönt jedesmal die kleine Glocke; diese Einrichtung hat den Nutzen: daß man gleich hören kann, wenn an der Maschine etwas zu Bruche gegangen.
[23] So nennt man die von hoher Waldung leeren, freien Plätze in einem Walde.
[24] Verzeihen Sie, meine busenenthüllten Damen!
[25] Verzeiht, ihr ästhetischen, duftenden Seelen, mit Lorgnette und Hahnenkamm.
[26] Man sehe die erste Anmerkung.
[27] Es sind hier mehrere Pochwerke, welche alle über einander liegen, das eines dem andern das Wasser zuführt.
[28] Welcher aus so manchen Reisebeschreibungen hervorblickt.
[29] So viel Auerhähne soll es sonst daselbst gegeben haben, daß man zur Falzzeit weit und breit habe das Geschrei hören können. Jetzt hört man aber wenig oder gar nichts. –
[30] Um wegen der nächtlichen Kälte auf dem Berge uns von innen zu wärmen.
[31] Es war vielmehr ein Loch.
[32] Leidigen Andenkens! –
[33] Der gemeine Mann in dortiger Gegend sagt nicht Ameisen, sondern Sahgwammesen. –
[34] Dieß thun die Wildschützen aber nie, man darf nur thun, als sieht und kennt man sie nicht. Ein gewisser Steiger in J. merkte, daß des Nachts sich in der verschlossenen Kaue seiner Zeche Wildschützen aufhielten. Er schrieb daher an die Thüre: daß sie ihm auch etwas schenken sollten. Wenig Tage drauf fand er eine delicate, frische Hirschkeule. In der Kaue hiengen mehrere eiserne Geräthschaften, nie fehlte etwas; aber einst vermißte der Steiger doch eine Axt und schrieb sein Mißfallen darüber an die Thür. Am folgenden Tage fand er eine neue, weit bessere Axt wieder in der Kaue. Und so giebt es viele Beispiele dieser Art. –
[35] M. s. Jean Pauls Briefe und bevorstehender Lebenslauf. S. 29.
[36] Dessen im zweiten Theile wird erwähnt werden. Gemeiniglich nennt man ihn Piehlberg.
[37] Obige Novantike steht in den Freyberger gemeinnützigen Nachrichten (4r Jahrg. 1803. N. 31. S. 269.-275.) woraus sie hier mit Bewilligung des Hrn. Verlegers abgedruckt ist. Der Auersberg wird hier von einer andern Seite bestiegen und der gefühlvolle Leser sieht hieraus, daß meine Schilderungen des Obererzgebirges der Natur und Wahrheit getreu und nicht übertrieben sind.
[38] Die höchste Koppe des Fichtelbergs im Bayreuthischen.
[39] Und wenn der Schnee in den Hohlwegen so hoch liegen soll, kann man voraussetzen, daß diese noch tiefer seyn müssen; also vielleicht 40–50 Ellen, was sind denn 10 Ellen? – Die hat man bald geschrieben! –
[40] Dites encore, que la neige n'est pas blanche!
[41] Man sagt in der Gegend gewöhnlich Olbernhau; ich weiß nicht welches richtig ist, übrigens thut dies nichts zur Sache.
[42] Ich habe nicht gesehen, oder gehört, daß er bei Unterblauenthal abgeleitet sey, wie man in Merkels Erdbeschr. 1r Bd. S. 175. ließt.
[43] Man verzeihe mir diesen gewagten Ausdruck, vielleicht dient er, die Sache anschaulicher zu machen.
[44] Der Berg nämlich, worauf die Stadt liegt, heißt der Schneeberg. Sonst schrieb sich auch das Bergamt: »das Bergamt uffm Schneeberg.« –
[45] Vor kurzem hörte ich, daß diese Bürgergesellschaft sich einer Auflösung nahe. Dieß wäre wahrhaftig sehr zu bedauern! –
[46] So nennt man diese Gebirgsseite überhaupt, hinter welcher der Filzteich liegt.
[47] Es gehörte sonst, wenn ich nicht irre, dem verstorbenen Bergmeister Beyer in Schneeberg. –
[48] Er gehört dem Rathe zu Schneeberg.
[49] Bei dieser Gelegenheit will ich erinnern, daß man in den Wäldern des Erzgebirges beim Herab- oder Hinaufsteigen hoher Berge sich wegen der dürren Nadeln sehr vorsehe. Stiefeln mit Absätzen, lederne Handschuhe und einen starken Stock mit einem Stachel muß man nothwendig haben. –
[50] In d. Gegend spricht man gewöhnl. Schorl oder da Schuhel.
[51] Man muß sich mit Feuerzeug und einem Lichte versehen haben, damit man innen sich umsehen kann.
[52] Ich erwähne der Geschichte nicht erst wieder, da sie einem jeden Sachsen bekannt seyn muß.
[53] Dabei erinnere ich mich des Lutherbrunnens bei Wittenberg, und des Brockens. –
[54] Einen solchen Stangenberg, aber weit höher und steiler, giebt es auch bei Johanngeorgenstadt.
[55] Diese etwas weitläufige Wegbeschreibung geschieht um der Fremden willen.
[56] Die gemeinen Leute in dortiger Gegend nennen diese Zeche: s' weiße Zeug. –
[57] Der ehemalige böse Weg ist jetzt in eine sehr schöne Chaussee verwandelt.
[58] Wu ass Bornkinnel baschärt hod – nach gebirgischer Mundart. Bornkinnel ist so viel, als gebornes Kindlein.
[59] »Johannes, stich nicht so derb, sonst stichst du mir ja die Leber ganz und gar durch« – Halter, welches Wort in ganz Böhmen, Oesterreich und Baiern national ist, bedeutet soviel als: halt ich dafür.
[60] An einigen Orten zu einer andern Stunde.
[61] Dies sind runde Flaschen von sehr dünnem Glase mit hellem Wasser angefüllt, hinter welche das Lämpchen gestellt und dadurch ein klarer Schein auf das Spitzenmuster verbreitet wird.
[62] Halbe, ganze und Doppelschläge sind Kunstausdrücke beim Spitzenklöppeln.
[63] Diese kleinen Mörser heißen Böller.
[64] Auch beim Vogelstellen sind termini technici; es gehört zur kleinen Jagd.
[65] Nach gebirgischer Mundart: drr Reitzugfink, 2) drr Stillitz, 3) drr Hamfling, 4) da Lerch, 5) drr Zessig, 6) drr Quacker, 7) da Zipp, 8) drr Grünerts.
[66] Es kommt dieses Wort vermuthlich von Rutschen her.
[67] Wulenden soviel als: an welchem Ende, wo, wohin, woher.
[68] Dieß läßt sich schwer übersetzen; vermuthlich ist es das verstümmelte Katharina, Kretchen. Es bedeutet lustige, schelmische Personen.
[69] Zscherper heißt ein kurzes starkes Messer mit einem beinernen Hefte, welches der Bergmann beim Anfahren anstecken hat. Er ißt und schnitzt damit.
Weitere Anmerkungen zur Transkription.
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Unterschiedliche Schreibweisen wurden beibehalten.
Korrekturen:
Einleitung: Silberkieseibachs → Silberkieselbachs
am weichen Ufer des [Silberkieselbachs]
S. 14: Mauren → Mauern
Man trifft diese [Mauern] um die Felder
S. 49: zieht → sieht
tief und klein unter sich [sieht]
S. 67: Drocknes → Trocknes
und man sah [Trocknes] und Erde
S. 80: umherblinkte → umherblickte
mit welchen frohen Gefühlen ich [umherblickte]
S. 101: Felsern → Felsen
mit allerlei Wäldern und [Felsen] belebten Gebirge
S. 158: dem → einem
auf irgend [einem] Kloben
S. 165 ergänzt: wird man den Sinn verstehen.
wie aus den Anmerkungen, [wird man den Sinn verstehen.]