5. Kapitel
Rose begann ihre Geschichte folgendermaßen:
„Ich war etwa zehn Jahre alt, als mich meine Mutter zu ihrer Schwester schickte, die damals in der Provinz lebte. Ich blieb über sechs Monate dort. Meine Tante hatte nur eine einzige Tochter, die etwa sechs Jahre älter als ich selbst war. Bis dahin hatte ich immer bei meiner Mutter gelebt, deren Frömmigkeit es mir nicht erlaubt hatte, mich irgendjemandem anzuschließen. Meine Brüder waren damals auf der Schule, und so war ich immer allein, wenn ich meine Mutter nicht in irgendeine Kirche begleitete. Ich kannte mich selbst nicht mehr und langweilte mich entsetzlich. Die Kirche erschien mir damals noch als das kleinere Übel. Da gab es wenigstens das eine oder andere menschliche Wesen, das ich beobachten konnte.
Es dauerte lange, bis sich meine Mutter entschloß, den Wünschen meiner Tante, die mich gerne bei sich haben wollte, zu entsprechen und mich zu ihr zu schicken. Ich sehnte diese Reise mit einer Ungeduld herbei, die ich meiner Mutter nicht verbergen konnte. Und schließlich kam meine Zeit.
Mein Bruder hatte die Windpocken bekommen, und Mama beeilte sich demzufolge, mich aufs Land zu schicken, damit ich nicht ebenfalls angesteckt würde. Meine Tante und meine Cousine empfingen mich mit tausend Beweisen ihrer Freundschaft. Vom ersten Augenblick an verlangte Isabelle, daß ich bei ihr schlafen sollte.
Am Abend, wenn wir uns zur Ruhe begaben, umarmte sie mich jedes Mal innig, und ich erwiderte ihre Zärtlichkeiten ebenso. Nach vierzehn Tagen waren wir schon so vertraut, daß wir nicht die geringste Scheu mehr voreinander hatten.
Eines Abends verfiel sie auf den tollen Einfall, unsere Hemden zu schürzen, so daß wir vor dem Spiegel unsere Hinterteile vergleichen konnten, die in der Tat recht anmutig gerundet und lieblich anzusehen waren. Sie fiel mir vor lauter Wohlgefallen um den Hals und küßte mich, wie es vier Schwestern gleichzeitig nicht getan haben würden. Ich meinerseits konnte darauf lange nicht einschlafen. Doch da sie mich entschlummert glaubte — ich verhielt mich nämlich ganz ruhig —, bemerkte ich, wie sie ihren rechten Arm ein wenig bewegte. Ihre linke Hand lag auf meinem Schenkel. Ich spürte, wie sie heftig atmete. Sie hob und senkte ihren Hintern ganz sacht. Endlich stieß sie einen leidenschaftlichen Seufzer aus und versank dann in einen tiefen, ruhigen Schlummer.
Ich war erstaunt über etwas, daß ich nicht zu verstehen vermochte, und fürchtete, daß ihr etwas Ungewöhnliches zugestoßen sei. Doch als ich sie am anderen Tag ganz frisch und munter sah, beruhigte ich mich rasch wieder. Meine Neugierde war geweckt, und ich beobachtete sie von nun an jeden Abend, indem ich mich schlafend stellte. Dabei bemerkte ich, daß sie jedes Mal wartete, bis sie glaubte, daß ich eingeschlafen sei. Dann wiederholte sie dieses merkwürdige Ritual, um bald danach selbst einzuschlafen. Ich konnte mich darüber nicht genug wundern und beschloß also, den Dingen auf die Spur zu kommen. Meine Tante hatte eine sehr hübsche Zofe, die etwa zwanzig Jahre alt war. Isabelle verbrachte jeden Tag mehrere Stunden bei ihr, angeblich um Sticken zu lernen. Justine — so hieß das Mädchen — stickte hervorragend, und meine Cousine nahm bei ihr Unterricht. Man wollte nicht, daß ich daran teilnahm. Ich wäre noch zu jung, und meine Neugierde würde ihre Fortschritte gehindert haben. So verbrachte ich täglich etliche Stunden ganz für mich und bewunderte im Übrigen die Fortschritte ihrer geschickten Nadel. Ich fühlte mich ausgeschlossen und ärgerte mich, daß ich an ihrer Gemeinsamkeit nicht teilnehmen durfte. Auch war meine Neugierde lebhaft erwacht. Diese Neugierde eines Mädchens ist ein Dämon, der sein Opfer auf das heftigste quält und sich durch nichts beruhigen läßt.
Eines Tages, als ich allein im Hause weilte — meine Tante war mit Isabelle und Justine ausgegangen —, schlüpfte ich unbemerkt in deren Gemach, um zusehen, ob ich nicht entdecken konnte, was diese beiden den ganzen Nachmittag trieben. Ich entdeckte in dem Alkoven, in dem Justine schlief eine geheime Tür, die sich nur mit Mühe öffnen ließ und die in eine dunkle Kammer führte, die mit alten Möbeln aller Art vollgestopft war. Es führte nur ein schmales Gäßchen hindurch und zu einer gegenüberliegenden Tür, die sich auf eine schmale Treppe öffnete. Neugierig wie ich war, folgte ich dieser und befand mich alsbald auf einem kleinen Hof, von wo aus man in eine menschenleere Gasse gelangen konnte.
Meine Tante glaubte natürlich, daß ihre Wohnung fest verschlossen sei. Doch während sie die Schlüssel in Händen hatte, war es der klugen Justine gelungen, ein Mittel zu finden, nach Belieben zu kommen und zu gehen. Neugierig wie ich war, benützte ich die Gelegenheit, um eine Lücke in der Wand, eine Ritze oder etwas dergleichen ausfindig zu machen, durch die ich Justines Zimmer und vor allem den Alkoven im Auge behalten konnte. Doch so sehr ich mich anstrengte, ich fand keine geeignete Öffnung. Da holte ich ein kleines Messer und bohrte ein Loch in die Tür, das groß genug war, meine Neugierde zu befriedigen. Ich war mit meiner Tat sehr zufrieden und zog mich in mein Zimmer zurück. Ich hatte wohl bemerkt, daß Isabelle zumeist nach dem Essen in Justines Zimmer verschwand.
An einem der nächsten Tage, als meine Tante den Nachmittag bei einer Freundin verbrachte, wo sie sich in irgendeiner Angelegenheit länger aufhalten wollte, sagte mir Isabelle, daß sie etliche neue Stiche lernen wolle. Ich könne mich in der Zwischenzeit mit den Nachbarkindern unterhalten oder mich sonst nach meinem Gutdünken beschäftigen. Ich benützte die Gelegenheit und tat so, als wollte ich wirklich in der Nachbarschaft einen Besuch machen. Doch ich schlich mich leise in Justines Zimmer, als diese meiner Tante bei der Toilette half, und verbarg mich in der dunklen Möbelkammer. Meine Augen hielt ich auf die Öffnung gerichtet, die ich mit so viel Sorgfalt vorbereitet hatte. Es dauerte nicht lange, so kam meine Cousine herein und nahm eine Stickerei zur Hand. Ich dachte schon, daß ich einen höchst langweiligen Nachmittag verbringen würde, und bereute meine Neugierde, die mich in diese unerfreuliche Situation gebracht hatte. Nach einiger Zeit kam Justine, und ich hörte meine Tante noch fragen, wo ich wäre. Ich spürte mein Herz bis zum Hals klopfen, doch Isabelle antwortete ganz ruhig, daß ich hinuntergegangen sei, um mich mit den Nachbarkindern zu vergnügen. Die Tante fragte nicht weiter, und da sie ihre Tochter so nützlich beschäftigt sah, verließ sie beruhigt das Haus.
Ich beobachtete durch meine Öffnung, wie die beiden sich vom Fenster aus überzeugten, daß meine Tante wirklich fort ging. Darauf schob Justine den Riegel vor, öffnete die Tür zu meiner Kammer, und während ich mich zitternd vor einer möglichen Entdeckung tiefer zwischen die Möbelstücke verkroch, vergewisserte sie sich, daß diese Kammer leer war. Sie öffnete noch den Riegel an der gegenüberliegenden Tür und kehrte dann beruhigt in ihr Zimmer zurück. Isabelle legte ihr Meisterwerk zur Seite und beschäftigte sich ausführlich mit ihrem Spiegelbild. Sie ordnete ihre Frisur und ließ sich von Justine ein Schönheitspflästerchen anlegen. Dann öffnete sie ihr Mieder, und Justine nahm ihre Brüste in die Hand und bewunderte deren Festigkeit und pralle Rundungen. Nach einer Weile tat Isabelle dasselbe mit Justine. Während sie noch mitten in diesen Vergnügungen waren, hörte ich Schritte auf der Treppe. Irgendjemand öffnete das kleine Pförtchen und betrat die dunkle Kammer. Wieder überkam mich die Angst vor einer Entdeckung, doch dieser Jemand durchquerte den Raum ganz ruhig und öffnete die Tür zu Justines Zimmer. Justine ließ ihn ein und schloß die Tür hinter ihm sorgfältig.
Im hellen Tageslicht konnte ich ihn erkennen. Es war ein hübscher junger Mann aus der Nachbarschaft. Er hatte meiner Tante etliche Male seine Aufwartung gemacht. Isabelles Brüste waren noch entblößt. Courbelan — so hieß der junge Mann drückte ohne viele Umstände einen Kuß darauf und umfaßte eine ihrer Brüste mit der rechten Hand, während die andere unter ihren Unterröcken verschwand. Auch Justine wurde nach einer gewissen Zeit auf dieselbe Weise behandelt. Das war recht vielversprechend. Wirklich, die Zeit würde mir in meinem Versteck nicht lang werden. Courbelan nahm schließlich Isabelle in die Arme und legte sie auf das Bett, wo er sie völlig entblößte. Ich sah ihren Leib, ihre Schenkel und sogar ihre kleine Spalte. Sie war noch kaum behaart, doch war der wenige Haarflaum, den sie dort hatte, ganz schwarz. Courbelan küßte sie und ließ einen Finger seiner rechten Hand in dieser hübschen rosigen Spalte verschwinden. Justine zog ihm die Hosen aus und enthüllte so ein langes und mächtiges Instrument, dessen Anblick mich erschauern ließ. Er wollte dieses prächtige Stück an Stelle seines Fingers verwenden, doch da hörte ich Justine sagen: „Nein, Courbelan, das erlaube ich Dir nicht. Wenn ich schwanger würde, verstünde ich mich aus der Affäre zu ziehen. Aber was, wenn mit Isabelle etwas dergleichen geschähe? Wie könntest Du Dir da wohl helfen? Aber Du kannst sie immerhin liebkosen und ihr Vergnügen bereiten. Doch ich erlaube Dir nicht, sie zu besitzen.“
Ich verstand zum Glück jedes Wort, das gesprochen wurde. Courbelan gehorchte der umsichtigen Zofe widerwillig und setzte seine Fingerspiele fort. Er kitzelte Isabelle heftig, während sie mit ihrer bloßen Hand sein riesiges Instrument umfaßte, das Justine in Freiheit gesetzt hatte. Wenige Minuten später sah ich, wie Isabelle dieselben Bewegungen machte, die ich des Nachts schon an ihr beobachtet hatte, und auch ihre Seufzer klangen ganz ähnlich. Folgerichtig schloß ich daraus, daß sie in ihrem Bett wiederholte, was Courbelan mit ihr tat.
Sie erhob sich bald darauf und überließ Justine ihren Platz. Diese hatte schon darauf gelauert wie ein Hund auf den Knochen. Sie warf sich auf das Bett, umfaßte die Lenden des Mannes und packte mit der einen Hand sein Instrument, das nichts von seiner Größe und Festigkeit verloren hatte. Es schien, als ob ihr Schoß es zur Gänze verschlingen wollte, so heftig kam sie ihm entgegen, als er schließlich in sie eindrang. Er stürzte sich über ihren Leib, seine Hände hielten ihre Brüste umfaßt, die er mit Leidenschaft küßte, und die Bewegungen seines Hinterteils ließen mich die Heftigkeit seiner Empfindungen ahnen. Meine Cousine schob ihre Hand von hinten zwischen die Schenkel von Courbelan, um ihn zu liebkosen und festzustellen, wie tief sein Instrument eingedrungen, war. Ich sah, wie sie sich alle erhitzten, bis sich Courbelan, von seinen Anstrengungen überwältigt, schließlich gehen ließ. Nach einem heftigen Schauer, der seinen ganzen Körper erschütterte, kam statt eines langen und kraftstrotzenden Instruments ein demütiges und kleingewordenes wieder zum Vorschein. Für etliche Momente blieb er erschöpft auf dem Bett ruhen. Doch der Küsse und Zärtlichkeiten war noch kein Ende. Diese erste Szene wurde bald von einer weiteren abgelöst, die mich nicht weniger erstaunte.
Courbelan fühlte sich durch die Kleider, die sie immer noch anhatten, gehindert, und brachte sie dazu, sich auszuziehen. Es dauerte nicht lange, so waren alle ganz nackt, Justine war allerdings nicht ganz so hübsch wie Isabelle. Doch sie gewann in dieser Situation. Ihr Körper war weiß, ziemlich rund und drall. Der doppelte Liebhaber gab der einen wie der anderen seiner Liebsten unzählige Küsse. Er liebkoste ihre Hinterteile, ihre Brüste und auch ihre intimsten Stellen. Alles war für ihn bereit. Das, was ich während der nächsten halben Stunde sah, entfachte in mir ein leidenschaftliches Feuer. Ihre Zärtlichkeiten begannen aufs Neue und wurden noch heftiger. Er ließ sie sich beide auf den Bauch legen und bat sie, ihre Schenkel geöffnet zu halten. Ich konnte alles sehen, was Courbelan tat. Er bewunderte sie, küßte ihren Hintern und steckte einen Finger jeder Hand zwischen ihre Schenkel. Sein Instrument befand sich wieder in jenem schwellenden Zustand, in dem ich es zuerst gesehen hatte. Und weil Justine, die das Gesicht in den Kissen verborgen hielt, es nicht bemerken konnte, begann er vorsichtig Isabelle damit zu behandeln, bis plötzlich Justine wütend aufsprang, ihn an den Beinen packte und von seinem hübschen Opfer fortzog. Ich ärgerte mich über diesen Zwischenfall, denn ich hätte gern gesehen, was weiter passierte. „Nein“, rief sie, „ich sage Dir, das wird nicht geschehen! Ich habe Dir ein dutzend Mal meine Gründe dafür auseinandergesetzt. Es ist einfach notwendig, daß Du Dich daran hältst.“
Ich sagte schon, daß ich durch mein mit soviel Geschick angebrachtes Loch alles hören und sehen konnte, was sich in dem Nachbarzimmer tat.
„Komm nur, mein Lieber“, sagte Justine und faßte von neuem nach seinem Instrument. „Gib ihn mir. Ich kenne mich aus, und Du riskierst nicht das Geringste dabei.“
Doch sie hatte die Rechnung ohne ihn gemacht. Sie hielt ihn immer noch gefaßt und versetzte ihm etliche Püffe. Da beugte er sich über sie, und während er die eine ihrer Brüste festhielt und sie küßte, verströmte er unter heftigen Zuckungen, die mir die Stärke seiner Lust verrieten, eine weiße Flüssigkeit, die ich noch nie zuvor gesehen hatte.
Ich selbst befand mich in einem unbeschreiblichen Zustand. Überwältigt von Begierden, die ich bisher nicht einmal geahnt hatte, begann ich meine Kleine zu reiben, so wie Courbelan es bei Isabelle und Justine getan hatte. Diese angenehme Beschäftigung verursachte mir ein süßes Vergnügen, während ich mit Eifer beobachtete, was im Nachbarzimmer vorging. Die beiden Mädchen bewunderten einander in dem Zustand, in den Courbelan sie versetzt hatte. Sie hatten von Kopf bis zu den Knien nicht das geringste Stückchen Stoff am Leibe. Dieser Anblick versetzte auch mich in einen leidenschaftlichen Zustand der Begierde. Es schien, als ob ihre Lust mit meinen geheimsten Wünschen zusammenflösse. Alle beide küßten und liebkosten ihn, nahmen sein Glied in die Hand, kitzelten seine Hoden und streichelten seine Lenden. Und er vergalt ihnen diese Aufmerksamkeiten seinerseits durch seine Küsse und die Liebkosungen, die er ihren Brüsten zuteil werden ließ. Er faßte sie an ihren Brüsten, er saugte daran und bewunderte sie. Schließlich begann er ihre geheimsten Stellen zu kitzeln, und ich sah seine Finger dort Kommen und Gehen spielen. Sein Instrument erstand aufs Neue zu stattlicher Größe, und die beiden Mädchen liebkosten es um die Wette. Es erinnerte an einen Speer, den man einer schönen Bestie in den Leib gepflanzt hat. Ich bemerkte deutlich, daß Courbelan meine Cousine haben wollte, aber Justine wußte dies auch. Schließlich, weil er jene nicht haben konnte, warf er sich auf Justine, und ich glaubte, daß er sie bis zu ihren Eingeweiden durchbohrte. Nichts konnte ihn zurückhalten.
„Laß uns unser Vergnügen vermehren, indem wir zusammen genießen“, rief er schließlich. Er bat Isabelle, sich mit gespreizten Schenkeln auf das Bett zu legen, während Justine ihre Beine dazwischen schob. Weil nichts meinen Blick hindern konnte, bemerkte ich genau, wie Courbelans Instrument in Justines Spalte verschwand. Es schien mir unbegreiflich, wie dies möglich war. Ich fragte mich ernsthaft, wie eine so mächtige Waffe wohl in mich eindringen könnte, wo ich doch nicht einmal meinen Finger dort eindringen zu lassen wagte, weil mir diese Versuche einen heftigen Schmerz verursachten.
Aber das Beispiel, das ich vor Augen hatte, entfachte meinen Mut, und ich versuchte meinerseits mit aller Kraft, meinen Finger vordringen zu lassen. Ich verstand mich um so leichter dazu, als ich sah, daß Courbelans Finger Isabelle auf eine ähnliche Art behandelte, während sein Instrument mit Justine beschäftigt war. Er sagte ihr, sie habe die hübscheste kleine Spalte der Welt, und riet ihr, gleichzeitig ihre Klitoris zu kitzeln. Sie befolgte diesen Rat, während sein Finger in ihrem Örtchen Kommen und Gehen spielte, ganz so wie sein Glied es in Justines Grotte tat. Ich versuchte dieses höchst eindrucksvolle Beispiel nachzuahmen, indem ich den Zeigefinger meiner linken Hand mit aller Kraft vordringen ließ, während meine rechte mich kitzelte, so wie ich es Isabelle tun sah. Sofort spürte ich eine heftige Wollust. Ich wunderte mich nicht, daß Isabelle diese Empfindung bei ihren abendlichen Spielen zu wiederholen suchte. Es dauerte auch nicht lange, so befanden alle drei sich in einer leidenschaftlichen Aufregung. Isabelle ließ sich auf den Rücken fallen und vollführte von Zeit zu Zeit etliche Stöße mit ihrem Hinterteil. Courbelan, der mit Entzücken Zeuge ihrer Lust war, rief: „Ah, meine Liebe, es kommt Dir!“
Er hatte Mühe, diese Worte hervorzubringen, denn just in diesem Moment fiel er selbst nahezu regungslos auf Justine. Ich hörte ihn etliche Seufzer ausstoßen, welche die Lebhaftigkeit seiner Empfindungen bewiesen, Justine selbst blieb nach etlichen heftigen Zuckungen wie ohnmächtig und aller Kräfte beraubt liegen, und ihre Seufzer mischten sich mit denen Courbelans.
Diese Beweise einer so heftigen Lust steigerten auch meine Empfindungen zu einem Grad, daß ich mich erschöpft auf ein beliebiges Möbelstück sinken ließ, um diese Wonnen bis zur Neige zu genießen. Ah, welch ein Übermaß der Empfindung diese erste wollüstige Erfahrung in einem Herzen hervorzurufen vermag! Man ist nicht mehr, was man ist, man existiert nur noch in diesem Gefühl, man denkt und empfindet nichts mehr als dieses. Die Zeit, die ich brauchte, um mich davon zu erholen, benützten die anderen dazu, sich wieder anzuziehen. Danach verabschiedete sich Courbelan, indem er beide umarmte, dann zog er sich auf demselben Weg zurück, auf dem er gekommen war. Isabelle und Justine verließen das Zimmer. Ich wartete noch eine Weile, dann nahm ich denselben Weg, den Courbelan genommen hatte, und kehrte nach einer kleinen Weile so unbefangen in die Wohnung meiner Tante zurück, als wäre nicht das Geringste geschehen.
Von diesem Augenblick an dachte und träumte ich von nichts anderem als von dem, was ich gesehen hatte. All ihre Worte hallten in meinen Ohren wider, jede ihrer Handlungen war mir unvergeßlich. Ich rief sie mir immer wieder in Erinnerung. Als ich mich am nächsten Abend neben Isabelle zur Ruhe begeben hatte, stellte ich mich, als sei ich in einen tiefen Schlaf gefallen. Es dauerte nicht lange, so begann sie zu seufzen. Am Abend darauf wiederholte sich dasselbe Spiel. Kaum glaubte meine Cousine, daß ich eingeschlafen sei, begann sie ihre kleinen Manipulationen. Ich war auf der Hut, und indem ich meinen rechten Schenkel zwischen ihre beiden schob, legte ich meine Hand an die Stelle, wo sich ihr Finger bewegte. Ich glitt darunter und fühlte alsbald ihre ganze Spalte unter meiner Hand. Ich umarmte sie, küßte ihre Brüste und führte meinen Finger vorwitzig in ihre Grotte. Dann begann ich sie zu kitzeln, wie ich es an jenem denkwürdigen Nachmittag gesehen hatte. Sie breitete ihre Schenkel aus und ließ mich machen. Es dauerte nicht lange, so hörte ich sie jene wollüstigen Seufzer ausstoßen. Ich bemerkte, daß sie dort unten ganz feucht geworden war. Mich quälte dasselbe Verlangen, das sie offensichtlich erhitzt hatte, und ich ergriff ihre Hand, damit auch sie in meiner Grotte zu Werke gehe.
Sie zögerte, doch dann versah sie ihr Amt so gut, daß sich nach wenigen Augenblicken meine Seufzer mit den ihren mischten.
Isabelle war nicht wenig überrascht von allem, was ich getan hatte. Schließlich hatte sie mich immer für ein unwissendes Kind gehalten. Sie hatte nicht gewagt, mir etwas von ihrem Geheimnis zu sagen, weil sie fürchtete, daß ich kindisch genug sein würde, meiner Mutter oder meiner Tante etwas davon zu sagen. „Aber Rose“, fragte sie mich immer wieder, „woher weißt Du bloß dies alles? In Deinem Alter habe ich nicht halb so viel gewußt.“
„Das glaube ich Dir, meine Liebe. Ich werde es Dir verraten, wenn Du mir versprichst, daß Du mir nicht böse sein, sondern mich immer lieben wirst.“
Ich hielt einen Augenblick inne, und Isabelle beteuerte mir unter tausend Zärtlichkeiten, daß sie kein Wort verraten würde, wenn ich ihr nur alles sagte. „Du traust mir nicht, mein Engel? Wirklich, ich verspreche Dir ewiges Stillschweigen. Niemals wird ein Wort von dem, was Du mir sagst, über meine Lippen kommen. Laß uns daher Vertrauen gegen Vertrauen setzen.“
Also gestand ich ihr, wie ich sie belauscht hatte. Sie erschrak nicht wenig. „Ah, meine liebe Freundin, ich beschwöre Dich, bewahre dieses Geheimnis! Verrate mich nicht, ich wäre sonst verloren!“
Ich schwor ihr bei allem, was mir heilig war, ewiges Stillschweigen, und wir kamen darin überein, nicht einmal Justine einzuweihen. Isabelle gab mir unzählige Küsse und fragte mich immer wieder, welche Wirkung das, was ich gesehen hatte, auf mich gehabt habe? Ich erzählte ihr bereitwillig alles. „Aber sag mir doch, Isabelle“, bat ich sie schließlich, „durch welchen Zufall hast Du denn diese Geschichte zwischen Courbelan und Justine entdeckt?“
„Das will ich Dir sagen“, versprach sie eifrig. „Glaube mir, es gibt nichts, was ich Dir verbergen möchte, so sehr baue ich auf Dein Versprechen. Also höre zu! Ungefähr fünf Wochen vor Deiner Ankunft war ich mit meiner Mutter ausgegangen. Doch waren wir noch nicht weit vom Haus entfernt, da entdeckte sie, daß sie etwas vergessen hatte, und sie bat mich, es zu holen. Ich kehrte also ins Haus zurück. Nachdem ich gefunden hatte, was ich suchte, ging ich aus irgendeinem Grund in Justines Zimmer. Die Tür war unverschlossen, vermutlich hatte sie an keine Störung gedacht. Ich öffnete sie, und Du kannst mir glauben, nie zuvor in meinem Leben bin ich so überrascht gewesen. Ich blieb wie angewurzelt stehen und konnte es gar nicht fassen, Courbelan auf ihr zu finden. Er erschrak mindestens ebenso und verließ sie sogleich, während er sich beeilte, sein Werkzeug vor mir zu verstecken und ihre Unterröcke in Ordnung zu bringen. Sie hatte Glück gehabt, daß nicht meine Mutter an meiner Stelle war. Ich wollte mich augenblicklich zurückziehen, doch Justine hielt mich fest. Sie fürchtete wohl, daß ich meiner Mutter etwas von dem sagen würde, was ich gesehen hatte. Sie zog mich auf ihren Schoß und beschwor mich, nichts zu sagen. Ich versprach ihr alles, was sie nur wollte, während sie mich an sich drückte und meine Hände küßte. Ich muß Dir gestehen, liebste Rose, daß mir dieses Abenteuer einigen Stoff zum Nachdenken gab. Einige Tage darauf nahm mich Justine in ihre Kammer mit unter dem Vorwand, daß sie mir einige neue Stickstiche beibringen würde. Doch sie unterrichtete mich über ungleich amüsantere Dinge und brachte mir Sachen bei, die mir ganz neu waren. Sie entblößte meinen Busen und nahm meine Brüste in ihre Hände. So malte sie mir die Vergnügungen der Wollust in den lebhaftesten Farben aus. Meine Aufmerksamkeit war gefesselt. Schließlich, nachdem sie mich durch ihre Gespräche heftig erregt hatte und meine Neugierde genügend entflammt war, fühlte ich ein heftiges Feuer in meinen Adern brennen. Die Fragen, die ich stellte, verrieten Justine, daß der Augenblick günstig war. Sie nahm mich in die Arme, hob mich auf und legte mich auf ihr Bett. Dort entblößte sie mich, und ich verteidigte mich nur schwach. Sie liebkoste mich und versicherte mir, wie glücklich ein junger und liebenswürdiger Kavalier sein würde, an ihrer Stelle diese lieblichen Reize zu sehen und zu berühren, die ich mein eigen nenne. Wie seine Maschine anschwellen und er vor Lust ersterben würde! Ihre Schmeicheleien und die lebhaften Farben, in denen sie diese Bilder vor mir ausbreitete, brachten mich dahin, sie alles tun zu lassen, was sie wollte. Sie legte ihre Fingerspitzen zwischen meine Schamlippen und kitzelte und liebkoste mich aus Leibeskräften. Es dauerte nicht lange, und ich empfand das Vergnügen, das sie mir so lebhaft ausgemalt hatte. Doch sie versicherte mir unentwegt, daß ich mit einem hübschen jungen Mann noch viel mehr Wollust haben würde. Von da an wiederholte sie dieses Spiel des öfteren, und eines Tages führte sie ihren Finger sogar in meine Spalte ein. Ich empfand einen gewissen Schmerz dabei, aber das war nicht weiter schlimm. Ich bemühte mich nach Kräften, ihr das Vergnügen, das sie mir bereitete, zurückzugeben. Acht oder zehn Tage vor Deiner Ankunft geschah dann etwas Besonderes. Meine Mutter war allein ausgegangen und hatte uns, ohne es zu wissen, unseren Spielen überlassen. Justine erfand irgendeinen Vorwand, und bald waren wir beide splitternackt. Courbelan, der sich hinter einem Vorhang versteckt hielt, wurde so zum Zeugen all unserer Torheiten. Das war zwischen den beiden abgesprochen worden, ohne daß ich etwas davon wußte. Sie lachte herzlich über diese List. Ich wunderte mich über ihr Gelächter und wollte den Grund wissen. Schließlich gestand sie mir, daß uns Courbelan die ganze Zeit beobachtete. Er kam nackt wie wir selbst hinter einem Vorhang hervor, mit einem ragenden Speer bewaffnet, dessen Länge und Umfang mich nicht wenig erschreckte. Ich zitterte vor Scham und Furcht und wollte mich selbst verstecken. Doch die beiden hielten mich zurück, und Courbelan nahm mich in seine Arme und liebkoste mich mit seinen Händen und Lippen überall, wo er mich nur erreichen konnte. Er nahm sich alle Freiheiten, und Justine half ihm noch dabei. Schließlich wich meine Scheu dem Verlangen. Er drückte mir seine Rute in die Hand, und ich zögerte nicht, sie zu packen. Das Feuer seiner Küsse und seiner Berührungen, sowie das Beispiel Justines, die ihn ohne alle Bedenken liebkoste, ließ all meine Glieder vor Vergnügen zittern. Ich befand mich in einer Situation, in der ich nichts verweigern konnte. Die Empfindungen, die er mir verursachte, waren viel stärker als jene, die Justine mir bereitet hatte. Ich wünschte brennend, daß er mit ihr dasselbe täte. Doch er ging viel weiter, indem er sie auf das Bett legte. Während er mich mit einer Hand festhielt, gab er mir Gelegenheit zu sehen, wie er in ihr verschwand.
Die Heftigkeit ihrer Bewegungen ließ mich die Intensität ihrer Gefühle ahnen. Heute war es das sechste Mal, daß ich mit den beiden auf diese Weise zusammen war. Ich habe mich sehr auf Deine Ankunft gefreut, meine Liebe, weil ich gehofft habe, dadurch mehr Freiheiten zu, bekommen. Denn ich habe ein unaussprechliches Verlangen danach, daß Courbelan mit mir dasselbe mache wie mit Justine. Ich habe natürlich Angst, daß ich dadurch ein Kind bekommen könnte, und auch seine Größe macht mir Bedenken. Aber nachdem sie ihn mit so großer Begeisterung aufnimmt, kann ich mir vorstellen, daß diese Furcht unsinnig ist und der Schmerz, den man dabei empfindet, bei weitem durch die Lust aufgewogen wird, von der Courbelan mir erzählt hat. Justine widersetzt sich meinem Verlangen immer, doch ihre verschiedenen Gründe scheinen mir recht fadenscheinig.
Ich habe sie bedrängt, mir diesen meinen Herzenswunsch zu erfüllen. Ich habe ihre Gründe mit all den Einfällen bekämpft, die mir gerade in den Kopf kamen, und sie hat mir schließlich versprochen, daß sie meinen Wünschen folgen würde. Aber bis heute hat sie ihr Wort nicht gehalten.“
Wenige Tage danach wurden wir von Justines Verwandten zu einer Hochzeit eingeladen. Diese Einladungen sind in kleinen Provinzstädten üblich. Isabelle meinte lachend, das sei endlich eine günstige Gelegenheit, sie zu täuschen. Ich wußte natürlich, was ihre Phantasie so lebhaft beschäftigte, und ich beschloß, ihr zu helfen. Ohne Zweifel würde Courbelan zum Tanz kommen, denn das taten die jungen Leute bei solchen Anlässen immer, auch wenn sie nicht eingeladen waren. Die Hoffnung, Justine und Isabelle zu treffen, würde ihn sicher dorthin führen. Ich würde zunächst allein erscheinen und sagen, daß Isabelle mit ihrer Mutter unterwegs sei und später nachkommen würde. Ohne Zweifel würde ich ihn sehen und Gelegenheit haben ihm zu sagen, daß Isabelle ihn zu sprechen wünsche und in Justines Zimmer warte. „Nein, nein, das ist unmöglich“, sagte sie errötend. Aber ich drängte sie und erstickte ihren Widerspruch in meinen Zärtlichkeiten.
Es war ganz leicht, ihr Verlangen zu wecken, und schließlich stimmte sie dem zu, was ich ihr vorgeschlagen hatte. Ich hatte mich noch nicht völlig angezogen, als meine Tante das Haus verließ. Kaum war ich bei Justines Verwandten angekommen, traf ich auch schon Courbelan. Ich zog ihn beiseite und sagte ihm ganz ruhig, was ich mir vorgenommen hatte. Er verschwand augenblicklich. Ich bedauerte nur, nicht auf meinem Wachposten zu sein. Doch ohne Zweifel würde Isabelle mir nachher alles sagen. Also nahm ich ohne Bedenken an dem festlichen Treiben teil, nachdem ich bei dem Fest meiner lieben Cousine schon nicht anwesend sein konnte.
Justine fragte mich, kaum daß ich den festlich geschmückten Raum betreten hatte, warum Isabelle nicht mit mir gekommen sei. Ich sagte vereinbarungsgemäß, daß sie mit ihrer Tante gegangen sei, doch daß wir uns hier verabredet hätten. Sie nahm meine Ausrede als die natürlichste Sache der Welt. Doch als sie sah, daß auch Courbelan nach kurzer Zeit verschwand und meine Cousine immer noch nicht kam, schöpfte sie Verdacht. Ohne sich mir näher zu erklären, konnte sie sich nicht enthalten, zu bemerken, daß das Verschwinden des einen und das Ausbleiben der andern doch recht eigenartig sei. Ihre Unruhe nahm zu, doch nicht lange danach tauchte Courbelan wieder auf und bald darauf auch meine Cousine. Justine verschwand an ihrer Stelle, und ich erzählte Isabelle von dem Verdacht, den ihre Gouvernante geschöpft hatte. Sie vermutete gleich, daß jene in die Wohnung zurückgekehrt sei, und das beunruhigte sie nicht wenig. Doch Justine kam wieder, und diesmal blieb sie. Doch hatte sie gewisse Nachforschungen angestellt und erfahren, was sie wissen wollte. Kaum waren wir wieder zu Hause, zogen Isabelle und ich uns in unser Zimmer zurück, indem wir Müdigkeit vorschützten. In Wirklichkeit wollte ich die erstbeste Gelegenheit benützen, um mit ihr allein zu sein und alles zu erfahren, was ich wissen wollte. Ich sagte, daß ich vom Tanz erschöpft sei, und Isabelle sagte dasselbe, obwohl sie gar nicht getanzt hatte. Sie hatte immer einen Vorwand gefunden, um die Aufforderungen, die an sie ergingen, auszuschlagen. Wir legten uns also zu Bett. Ich schloß sie in meine Arme, und ich wollte meine Hand dorthin legen, wo sie unzweifelhaft jenes riesige Instrument empfangen hatte. Aber sie stieß meine Hand zurück und sagte, sie habe heftige Schmerzen.
„Ah“, seufzte sie, „meine geliebte Rose, wie wenig hat meine Neugierde mich zufrieden gestellt. Courbelan kam, wie er dies immer zu tun pflegte. Ich öffnete ihm. Er flog in meine Arme und trug mich auf das Bett. Seine Hände liebkosten mich, wie sie es schon oft getan hatten. Ich leistete ihm keinen Widerstand, doch dann hat er mich mit seinem riesigen Instrument durchbohrt, wie ich es erwartet habe. Aber welchen Schmerz hat mir dies verursacht! Ach, dieses riesige Werkzeug hat mich förmlich zerrissen. Ich wagte nicht zu schreien und brach in Tränen aus. Er versuchte mich zu trösten, indem er mich umarmte und mir versicherte, daß ich Sekunden später nur noch Lust empfinden würde. Er täuschte mich. Als er es wieder versuchte, war mein Schmerz genau so heftig. Er tat es ein drittes Mal, und ich sträubte mich dagegen. Aber er erstickte meinen Widerstand. Auch tat er es diesmal mit sehr viel Vorsicht und Zartheit, daß ich glaubte, diesmal keinen so heftigen Schmerz zu empfinden. Doch es war beinahe dasselbe wie zuvor. Diese furchtbaren Schmerzen mischten sich mit meiner Angst, ein Kind zu bekommen. Du weißt ja, wie Justine mir diesen Gedanken eingeimpft hat. Courbelan hat ein so heftiges Brennen an jenem gewissen Örtchen verursacht, daß ich es nicht einmal zu berühren wagte. Ich habe deshalb auch nicht tanzen können.“
Es fiel mir nicht schwer, Isabelles Mißgeschick zu erklären. „Ohne Zweifel bist Du enger gebaut als Justine, die etliche Jahre älter ist“, warf ich ein.
„Das sagte Courbelan auch. Er meinte, mit der Zeit und durch eine gewisse Übung würde ich schon weiter werden. Aber in der Zwischenzeit werde ich es nicht mehr dulden.“
Es blieb uns also nichts anderes übrig, als uns für den Rest des Abends ruhig zu verhalten, und so schliefen wir schließlich ein.
Am nächsten Tag rief Justine Isabelle in ihr Zimmer und eröffnete ihr, daß sie Courbelans unerwünschten Besuch bemerkt habe. Er habe vergessen, die Pforte ordnungsgemäß zu schließen, auch habe sie bemerkt, daß ihr Bett in Unordnung geraten sei. Sie sagte Isabelle auf den Kopf zu, daß sie, anstatt mit ihrer Mutter fortzugehen, im Haus geblieben sei und die Wohnung erst zwei Stunden später verlassen habe. Sie verlangte von ihr ein offenes Geständnis und versicherte ihr, daß sie sich auch ohne dieses jederzeit davon überzeugen könne, was in der fraglichen Zeit geschehen sei.
Isabelle versuchte sich zu verteidigen, doch die Spuren dessen, was geschehen war, waren so offensichtlich, daß sie schließlich die halbe Wahrheit gestand, ja, Courbelan sei gekommen, und er habe ihr dieselben Aufmerksamkeiten wie früher erwiesen, Justine versicherte ihr, daß sie dies nicht glaube. Sie sei überzeugt, daß Courbelan sie genommen habe, umso mehr, als alle Anzeichen dafür sprächen. Meine Cousine leugnete, aber dieses Mädchen gab sich damit nicht zufrieden. Sie war viel stärker als Isabelle. Ohne weiteres hob sie sie in ihren Armen auf und legte sie auf das Bett. Isabelle vermochte keinen Widerstand zu leisten, und weil sie fürchtete, daß ihr neue Schmerzen bevorstünden, gestand sie schließlich alles, was ihre Gouvernante wissen wollte. Justine, die die Folgen dieses Abenteuers fürchtete, war wütend auf Courbelan, und sie brachte es fertig, seinen künftigen Besuchen so viele Hindernisse in den Weg zu legen, daß es meiner Cousine beinahe unmöglich wurde, ihn zu sehen.
Justine benutzte künftig alle Möglichkeiten, die ihr zu Gebote standen, um eine weitere Verbindung zwischen Courbelan und Isabelle zu verhindern. Courbelan zerstritt sich deshalb mit ihr und zog wenig später in eine andere Stadt. Wahrscheinlich hat er inzwischen sowohl Isabelle als auch Justine vergessen. Diese verließ übrigens meine Tante bald danach. Möglicherweise ist sie ihm nachgereist, um ihn wieder für sich zu gewinnen.
Während der ersten Zeit vermochte Isabelle ihren Ärger darüber, daß sie ihn nicht sehen konnte, nicht zu verbergen. Ich litt unter ihren Launen, aber ich verstand und tröstete sie, so gut mir das möglich war. Schließlich gelang es mir, die Erinnerung an diesen liebenswürdigen jungen Mann in ihr verblassen zu lassen. Ich liebte meine Cousine herzlich, umso mehr, als auch sie eine leidenschaftliche Zuneigung für mich hegte und diese nicht wenig dazu beitrug, daß sie ihren Kummer schließlich vergaß.
Wir blieben noch vier Monate zusammen, und während dieser Zeit lehrte sie mich alles, was sie von Courbelan und Justine erfahren hatte.
Ich entnahm daraus unschwer, daß Courbelan vom ersten Augenblick an seine Augen auf Isabelle geworfen hatte. Unter dem Vorwand, daß Isabelle ein Geheimnis, an dem sie beteiligt war, am besten bewahren würde, hatte er Justine überredet, sie an ihren Spielen teilnehmen zu lassen. Wäre Justines Eifersucht nicht ein so ernsthaftes Hindernis gewesen, er hätte von Isabelle ohne Zweifel früher Besitz ergriffen.
Die Zeit, die ich bei meiner Tante verbrachte, ging zu Ende. Meine Mutter rief mich zu sich zurück. Wir mußten uns trennen und taten es nicht ohne Bedauern. Meine Tante war ganz gerührt über meine Tränen und versprach mir, daß sie alles tun würde, um mich bald wieder bei sich zu haben.
Auch ich bedauerte meine Abreise sehr. Ach, nach all der Freizügigkeit, die ich im Hause meiner Tante genossen hatte, bedrückte mich die Langeweile bei meiner frömmlerischen Mutter, die keinen Menschen bei sich sehen wollte, umso mehr.
Doch es wurde nicht ganz so schlimm, wie erwartet. Denn ich vermochte im Haus meiner Mutter Nutzen aus allem zu ziehen, was mich der Zufall und Isabelle gelehrt hatten. Ich bereitete mir tagtäglich die wollüstigsten Sensationen, so wie Isabelle dies getan hatte, ja, ich verdoppelte meine Lust noch durch die reizvollen Bilder meiner Einbildungskraft. Ich dachte nur an Männer. Meine Gedanken und Begierden waren nur mit ihnen beschäftigt. Wenn ich sie sah, heftete ich meine Augen auf jene Gegend, wo ich das Idol ruhen wußte, das meine Phantasie so sehr entflammte. Ah, welches Feuer verbreitete sich in meinem Körper, wenn ich nur daran dachte!
Und just, als ich mich in dieser Verfassung befand, kehrte Vernol von seiner Schule zurück. Wie schön erschien er mir! Ich war fasziniert von ihm. Bis dahin war mir sein Charme entgangen. Zwar hatten wir von unserer frühesten Kindheit an eine lebhafte Freundschaft füreinander empfunden. Doch nun änderte sich unsere Situation. Er schien alle meine Begierden auf sich zu ziehen. Ein leidenschaftliches Feuer belebte meine Sinne, wenn ich ihn nur ansah. All meine Gedanken kreisten um ihn. Ich wünschte mir leidenschaftlich, an ihm jene Region aus der Nähe besichtigen zu dürfen, die zu sehen mir bei Courbelan vergönnt gewesen war. Ich wußte natürlich, daß ich zu jung war, die Begierden eines Mannes zu erwecken. Die Leiden, die Isabelle ertragen hatte, erschreckten mich. Und im Übrigen kannte ich niemanden, der seine Augen auf mich geworfen hätte. So ist es kein Wunder, daß Vernol, mit dem mich eine innige Freundschaft verband, schließlich das Ziel all meiner Wünsche wurde. Sein Zimmer war neben dem meiner Mutter, wo ich schlief. Wenn diese fromme Seele zur Kirche gegangen war, wo sie jeden Morgen zwei oder drei Stunden verbrachte, schloß ich die Tür hinter ihr ab.
Sie glaubte, wir schliefen, und ließ uns in Frieden. Doch angestachelt von meinen Begierden, eilte ich im Nachthemd, so wie ich war, in das Zimmer meines Bruders und trieb mit ihm tausend Mutwilligkeiten, während er im Bett lag. Ich neckte ihn, ich umarmte und küßte ihn und versetzte ihm leichte Schläge auf seinen festen Hintern. Er hielt wacker mit, zog mich auf sein Bett, küßte mich und bearbeitete mein Hinterteil mit der Hand, indem er mir die Schläge heimzahlte, die er von mir bekommen hatte. Dieses Spiel wiederholten wir jeden Morgen. Als er mich wieder einmal auf sein Bett warf, verschob sich mein Hemd, und ich strampelte mit meinen Beinen in der Luft. Er konnte geradewegs in meine kleine Grotte sehen. Da spreizte er meine Schenkel und legte seine Hand dazwischen. Er konnte gar nicht genug bekommen, mich zu betrachten und zu berühren. Ich ließ es ihn tun. „Ah, Rose“, sagte er, „wie verschieden wir beide doch sind“.
„Wie das?“ fragte ich scheinheilig. „Was meinst Du damit, daß wir verschieden sind?“ Ich machte meine unschuldigste Miene, während ich ihn dies fragte.
„Nun, sieh selbst“, sagte er ganz unbefangen und hob sein Hemd, so daß ich sein kleines Werkzeug sehen konnte, das augenblicklich groß und stark wurde. Ich hatte es niemals zuvor gesehen.
Scheinbar ganz harmlos, nahm ich die kleine Lanze in die Hände und betrachtete sie von allen Seiten. Ich liebkoste sie, zog ihre Spitze ein wenig aus ihrer Umgebung hervor und hatte schließlich die Genugtuung, ihn in eine heftige Erregung geraten zu sehen.
Schließlich wurde er ungeduldig, mit mir dergleichen zu tun, und bat mich: „Rose, laß mich Dich noch einmal anschauen.“
Ich tat ihm den Gefallen und legte mich wieder hin. Er zog meine Beine in die Höhe und spreizte sie. Mit großer Aufmerksamkeit betrachtete und berührte er alle Teile meiner Liebesgrotte. Aber er wußte nicht, wie er sie behandeln sollte. Er kniete über mich gebeugt auf dem Bett. Ich schob meine Hand zwischen seinen Schenkeln hindurch, um sein hübsches Kleinod aufs Neue zu liebkosen. Es belustigte mich, den roten Kopf desselben auftauchen und wieder verschwinden, zu sehen. Das Vergnügen, das ich ihm bereitete, verdoppelte das meine. Ich ruhte nicht eher, als bis ich mich seiner ganz bemächtigt hatte. Ich küßte ihn, ich verschlang ihn beinahe, ich liebkoste seinen ganzen Körper. Das Auf und Ab, das meine Hände an seinem reizvollen Spielzeug vollführten, zeitigte schließlich den gewünschten Erfolg. Es versprühte dieselbe weiß schäumende Flüssigkeit, die Courbelan in Justines Hände versprüht hatte.
Diese Situation, die für ihn ganz neu war, sein Erstaunen und seine unzweifelhafte Lust waren für mich ein köstliches Schauspiel. Seine Hand glitt zwischen meine Schenkel und ruhte dort ohne alle Bewegung. Ich legte mich wieder auf das Bett und erteilte ihm eine Lektion, die ihm völlig neu war. Alles erschien ihm außergewöhnlich und wundervoll. Ich führte ihn von einem Erstaunen zum nächsten. Ich nahm sein Instrument, ich küßte es, ich saugte daran und ließ es zur Gänze in meinem Mund verschwinden. Augenblicklich kam es wieder in jenen liebenswürdigen Zustand, in dem es zuvor gewesen war.
Bis jetzt hatte ich nicht gewagt ihm zu zeigen, was ich wirklich wünschte. Aber schließlich beraubte ich ihn im Übermaß der Erregung seines Hemdes und entledigte mich auch des meinen. Nichts verbarg mir die Reize, die die Natur ihm verliehen hatte, ich liebkoste sie alle, und er vergalt mir meine Zärtlichkeiten auf dieselbe Weise. Sein reizendes kleines Werkzeug war wieder ganz steif. Schließlich warf ich mich, von Begierde überwältigt, auf ihn und drängte es selbst in meinen Leib. Ah, wie gut mir das tat! Ich war natürlich noch eng, aber er war nicht groß. Wir stießen einander aus Leibeskräften. Schließlich ließ ich mich völlig auf ihn sinken und spürte, wie er ganz in mich eindrang. Augenblicklich erfüllte mich eine leidenschaftliche Befriedigung. Auf diese Weise verloren wir beide zugleich unsere Jungfernschaft. Ah, welche Wollust erfüllte uns dabei! Vernol wußte nicht, wie ihm geschah. Wir genossen diese reine Seligkeit bis zum Exzeß.
Die Ekstase überkam ihn. Seine Arme, die mich umklammert hielten, sanken herab. Ich verhielt meine Bewegungen und ließ mich auf ihn sinken. Ach, er ahnte wohl, daß ich in diesem Augenblick dasselbe wie er empfand.
Eng umschlungen versanken wir in jene wohltätige Ermattung, die fast so wollüstig wie die Wollust selbst ist. Doch da ich viel früher zu mir selbst zurückfand als er, sah ich mich gezwungen, ihn dazu zu bringen, daß seine Hand sich noch einmal auf eine höchst erfreuliche Weise mit mir beschäftigte.
Wir unterzogen uns in der Folge jeden Tag diesen angenehmen Übungen. Entweder kam ich in sein Bett oder er in meines. Wenn wir es ohne Gefahr der Entdeckung tun konnten, vereinten wir uns sogar im Laufe des Tages. Während der Nacht konnten wir nicht zusammenkommen, aber meine Träume waren ganz und gar von wollüstigen Bildern erfüllt, und ich opferte die Vergnügungen, die ich mir verschaffte, seinem Gedenken. Er tat in seinem Zimmer desgleichen, und am Morgen fanden wir uns zusammen, um unsere nächtlichen Phantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Natürlich wollte er wissen, aus welchen Quellen mein Wissen stammte. Doch ich wagte ihm dies nicht einzugestehen, und so verloren sich meine intimen Geständnisse in Allgemeinheiten. Erst als ich seiner Diskretion völlig sicher sein konnte, erzählte ich ihm alles. Doch ach, inmitten unserer Vergnügungen mußten wir uns trennen. Es galt Abschied zu nehmen, weil Vernol an seine Schule zurückkehren mußte. Mein Schmerz war unendlich, ich kann ihn auch nicht beschreiben. Ach, wie lang ist mir die Zeit ohne ihn geworden!
Doch nun ist er endlich zurückgekehrt.“