6. Kapitel

Nachdem Rose ihre Geschichte, die mich, soweit sie Vernol betraf sehr berührte, beendet hatte, ergriff ich das Wort.

„Du weißt nicht, mein teurer Vater“, sagte ich, „was Rose mir noch erzählt hat. Sie hat nicht gewagt, Dir dies zu eröffnen. „Liebste Laura“, sagte sie mir, „ich weiß, daß Vernol eine heftige Leidenschaft für Dich ergriffen hat. Er selbst hat es mir gestanden. Trotzdem bin ich nicht im Geringsten eifersüchtig, denn ich liebe Dich aufrichtig. Du bist schön, er ist liebenswürdig, ich werde mich freuen, Dich in seinen Armen zu sehen, ja, meine Liebe, ich werde euch selbst zusammenführen, und mein Glück wird seine Seligkeit sein!“ Ist sie nicht närrisch, die gute Rose?

Natürlich stellten wir mit Leichtigkeit fest, daß Rose das Vergnügen leidenschaftlich liebte. Wir sagten ihr das, und sie gab es zu. Die wollüstigen Bilder, die sie vor unseren Augen hatte erstehen lassen, hatten ihr Temperament enthüllt. Sie hatten aber auch ihre Wirkung auf uns nicht verfehlt. Mein Vater gab einen überzeugenden Beweis davon. Sie bemächtigte sich seiner Lanze, und um uns die Macht der Verführung ganz zu beweisen, wies sie diesem liebenswürdigen Objekt selbst den Weg. Sie ruhte nicht eher, als bis sich die Seufzer unserer Lust vermischten. Sie erreichte dieses reizvolle Ziel als erste, und während sie meinen Vater festhielt, rief sie: „Bezeuge mir dasselbe Vertrauen, das ich euch entgegenbrachte. Was wir drei hier getan haben, hat mir die Augen geöffnet und mir die Freiheit gegeben, euch alles zu schildern, was ich mit Vernol getan habe.“

Mein Vater stimmte zu.

„Schön, meine Liebe. Rose, Du wirst eine neue Rolle spielen, damit ich Dich prüfen kann“, sagte er und stand auf, um den Godmiche zu holen. Er befestigte ihn an Roses Gürtel, und sie war von diesem nützlichen Instrument, das sie noch nicht kannte, begeistert. Er ließ mich auf ihr liegen und führte das Instrument in mein Inneres. Dann befahl er ihr, mich wie einen Mann zu behandeln, mich aber gleichzeitig zu kitzeln. Als ich meinen Gipfelpunkt nahen fühlte, riet er ihr, kräftiger zu stoßen. Währenddessen beugte er sich über mich und stieß seinerseits seine Rute in meinen Hintern. Rose hielt sich vortrefflich. Ich hielt ihre Brüste umklammert, sie liebkoste die meinen, unsere Zungen vermählten sich, ich fühlte mich sterben. In dem Augenblick, in dem ich nahe daran war, mein Bewußtsein zu verlieren, entlud sie den Godmiche. Meine Grotte war im Nu überflutet, und zur gleichen Zeit fühlte ich, wie mein Geliebter sich tief in meinem Innern verströmte. Seine Zuckungen mischten sich mit meiner Wollust, an der Rose durch die Reibung des Godmiche an ihrer Klitoris ihrerseits teilnahm. Schließlich sank ich, in Wonne ersterbend, auf sie. Mein Vater erhob sich, und schließlich, als es schon gegen Mittag ging und wir uns etwas erholt hatten, standen wir auf.

Bis jetzt habe ich Dir noch nicht erklärt, was ein Godmiche ist. Höre also! Es handelt sich um eine Nachbildung des männlichen Gliedes. Der einzige Unterschied besteht in den Einkerbungen an seiner Spitze, die dazu dienen, die Empfindungen lebhafter werden zu lassen. Es ist aus Silber, doch mit einer Art Lack in den natürlichen Farben überzogen und blank poliert, dazu fest und leicht. In der Mitte hat es einen Hohlraum, in den man eine Flüssigkeit einfüllen kann. Diese wird durch eine Art von Düse ausgespritzt, um die Aktion des natürlichen Gliedes zu imitieren. Man kann dieses famose Instrument am Gürtel befestigen, und dann ist es selbst einer Frau möglich, als Mann zu agieren.

Rose war begeistert von diesem Instrument. Ich füllte es vor ihren Augen mit lauwarmer Milch und zeigte ihr dann, wie man es zum Spritzen bringen konnte. Im Übrigen verwendet man häufig auch lauwarmes Wasser, das mit Fischleim vermischt wird. Diese Mischung ist nämlich dem männlichen Samen am ähnlichsten.

Als ich Rose alles gezeigt hatte, streifte sie augenblicklich ihr Hemd zurück und bestand darauf, sich dieses reizvollen Instruments zu bedienen. Ich begann herzlich zu lachen, als ich sie in dieser Situation sah. Mein Vater, der inzwischen hinausgegangen war, kam wieder und wollte sehen, was es gäbe. Auch er begann zu lachen und sagte zu Rose: „Laß es für jetzt damit genug sein, meine Liebe. Wir haben für den Augenblick etwas Besseres vor!“

Doch sie fuhr fort mit ihrem närrischen Betragen, und so führte er mich schließlich aus dem Zimmer. „Meine liebe Laura“, sagte er zu mir, „Rose wird ohne Zweifel eines Tages das Opfer ihrer Begierden und ihres Temperaments werden. Nichts kann sie zurückhalten. Sie überläßt sich ihrem Verlangen mit einer Glut, die kein Maß kennt. Sei versichert, sie wird für ihre Unklugheit bitter bezahlen, und vielleicht auch der arme Vernol, der durch sie solchen übertriebenen Exzessen unterworfen wird. Doch ich werde sie für meine Zwecke benützen.“

Er kehrte zu Rose zurück, und ich hörte ihn sagen:

„Meine Liebe, was Du uns da über Deinen Bruder gesagt hast, beweist Deine Freundschaft für ihn wie für Laura. Aber kann man auch auf euer beider Diskretion rechnen? Diese ist absolut notwendig, wenn aus einer erfreulichen Freundschaft nicht großes Unheil entstehen soll.“

„Ich habe euch nicht getäuscht“, versicherte Rose, „und alles, was ich euch gesagt habe, ist nur die Frucht meines Vertrauens, nicht einer sträflichen Indiskretion. Ach, ich ahne wohl, daß Sie für mich dasselbe sein könnten wie Laurette für Vernol. Er hat mir gestanden, daß er in Laura vernarrt ist, und ich hoffe sehr, daß ich selbst Ihnen nicht völlig gleichgültig bin. Wäre es möglich, daß Sie uns etwas verweigern könnten, was für uns alle eine Quelle der Lust sein wird? Ah, wie werde ich vor Freude springen, wenn Sie sich uns nicht widersetzen, und wenn auch Laurette, wie ich dies hoffe, zustimmt.“

„Ich gebe meine Zustimmung“, sagte mein Vater, „doch sage Vernol noch nichts von unserer Übereinkunft. Es erschiene mir schädlich, ihn jetzt schon einzuweihen. Sag ihm nur, daß er sich bereithalten soll.“

„Ah, das verspreche ich für mich selbst wie auch für ihn“, versicherte Rose eifrig.

„Ich muß euch noch etwas Wichtiges sagen, Dir und ihm“, fuhr mein Vater fort, „Laura ist nur in der Öffentlichkeit meine Tochter, nicht aber dem Blut nach. Doch siehst Du wohl, sie ist mir deshalb nicht weniger lieb. Im Übrigen soll kein Mensch in dieses Geheimnis eingeweiht werden außer euch beiden. Sag Deiner Mutter, daß wir Vernol und Dich gern auf eine Landpartie mitnehmen würden, und bitte sie um ihre Einwilligung. Aber ihr müßt über alles, was geschehen wird, Stillschweigen bewahren.“

Keines von all diesen Worten war mir entgangen. Rose erreichte natürlich mit Leichtigkeit, daß sie und Vernol sich uns anderntags anschließen konnten. Ich selbst verbrachte den Rest des Tages in größter Aufregung bei einer Bekannten, während mein Vater jene Vorbereitungen traf, die ihm notwendig erschienen.

Am anderen Nachmittag fanden wir einen geschlossenen Wagen vor unserem Haus. Er führte uns zu einem sehr hübschen Landsitz, der in einiger Entfernung von der Stadt gelegen war. Das Haus war mir bis dahin unbekannt gewesen. Vermutlich gehörte es einem Freund meines Vaters, der es diesem zur Verfügung gestellt hatte. Vernol hatte seine natürlichen Vorzüge noch zu erhöhen versucht, Rose und ich trugen beide sehr elegante Deshabilliés. Wir kamen gegen vier Uhr an.

Welch eine wundervolle Zeit! Eine Weile ergingen wir uns in dem Garten, der in den prächtigsten Farben des Herbstes prangte. Sein phantastischer Schmuck hob sich bunt aus dem grünen Rasen. Das war nicht einer jener Gärten, in denen Regelmäßigkeit und Symmetrie alle Natur ersticken. Vielmehr war er großzügig angelegt und brachte so den Reiz der Natur auf das vollendetste zur Geltung. Wir genossen die liebliche Landschaft, die so recht mit unserer festlichen Stimmung harmonierte. Waren wir nicht dabei, ein Fest zu feiern, wie es die Natur nur den glücklichsten ihrer Geschöpfe gewährt?

Nach diesem Spaziergang, den unsere Küsse und Vertraulichkeiten doppelt reizvoll gemacht hatten, betraten wir das Haus. Mein Vater führte uns in einen schönen Salon, wo für uns eine leichte Mahlzeit angerichtet war. Wir sprachen dem köstlichen Wein und den Früchten zu, und sei es nun durch das natürliche Feuer des Weines oder durch ein Mittel, das mein Vater hineingemischt hatte — er kannte ja deren genug —, fühlten wir uns darauf merkwürdig erregt. Wir warfen uns spielerisch die Blumenkränze zu, mit denen wir uns geschmückt hatten. Ach, es gab noch andere Blumen zu pflücken! Wir befanden uns in einem reizenden Gemach, das mit prächtigen Girlanden bekränzt und von Kerzen erleuchtet war. Kostbare Venezianerspiegel warfen das Bild dieses festlichen Raumes in unzähligen Varianten zurück. Wir bewunderten die ausschweifenden Gemälde, welche die Wände schmückten.

O Himmel, was für Gemälde! Der göttliche Aretino hätte keine wollüstigeren erfinden können. Außer diesen war der Raum noch von etlichen wundervollen Skulpturen geschmückt, die ebenso wie die Bilder der Inspiration der Lust dienten.

Es dauerte auch nicht lange, so befanden wir uns in einem Delirium der Begierde. Bacchus und Amor hatten sich verbündet, ihre Triumphe zu feiern. Rose, die sich von diesen beiden reizenden Gottheiten am lebhaftesten angeregt fühlte, eröffnete den Reigen der Lust. Sie warf sich meinem Vater an den Hals, sie umarmte Vernol. Ah, wie leidenschaftlich küßte sie mich und verführte mich dadurch dazu, dasselbe zu tun. Sie raubte mir mein Taschentuch, das sie ihrem Bruder zuwarf, während sie ihr eigenes meinem Vater gab. Sie hieß ihn ihre Brüste küssen und brachte Vernol dazu, daß er dasselbe mit den meinen tat. Unsere Lippen verschmolzen schließlich miteinander. Diese Spiele, die sich in den Spiegeln vervielfältigten, erhitzten unsere Leidenschaften. Unsere Wangen glühten, unsere Augen sprühten, und unser Atem ging heftig. Vernol befand sich schon im Zustand halber Auflösung, seine Augen waren voll Feuer. Er erschien mir schön wie der helle Tag. Ich betrachtete ihn in diesem Augenblick mit einem göttlichen Vergnügen, und sein Anblick verdoppelte meine Begierden. Er war seiner selbst kaum mächtig. Rose wollte, daß ich mich auf eine Bergère legte, und ich tat es. Sie rief Vernol zur Hilfe. Zusammen schürzten sie meine Röcke, und dann versetzte Rose mir etliche leichte Schläge. Kurz, sie tat alles, damit Vernol zu sehen bekam, wonach er seufzte. Ich wollte mich rächen, aber sie ließ mich gar nicht erst in diese Lage kommen. Augenblicklich warf sie sich auf einen Diwan und reckte bereitwillig ihre Beine in die Höhe, so daß all ihre natürlichen Reize sich meinem Blick boten. Natürlich benutzten wir die Gelegenheit, sie zu liebkosen, doch kaum daß wir sie berührten, begannen schon die Fontänen der Lust zu sprühen. Wir waren im Nu überströmt, denn sowohl Vernol als auch mein Vater erwiesen sich als höchst freigebig, ohne daß ihr Verlangen dadurch gemildert worden wäre, wie wir uns bald überzeugen konnten.

Rose sprang auf die Beine und warf sich auf meinen Vater.

„Mein Lieber, ich habe Dir das Taschentuch zugeworfen. Du wirst mein Gatte sein, ich Deine Frau. Komm, gib mir die Hand!“

„Recht gern, Rose. Aber das wird die letzte Zeremonie sein!“

„Ah ja! Sieh nur, Vernol hat sein Taschentuch Laurette zugeworfen. Wir müssen sie vereinen. Du bist doch bestimmt damit einverstanden?“

„Natürlich, meine Liebe, ganz wie Du willst.“

Sie nahm unsere Hände und fügte sie zusammen. Vernol und ich umarmten uns, unsere Lippen trafen sich. Sie legte seine Hand auf meine Brüste und nannte uns Mann und Frau. Wir waren alle vier sehr erhitzt. Vor allem Rose brannte förmlich. „Wie hübsch wäre es“, rief sie plötzlich, „wenn wir ein Bad haben könnten, um uns zu erfrischen. Die Glut erstickt mich noch!“

Mein Vater erhob sich und zog an einer Schnur, mittels der er einen Vorhang von einer Nische wegzog. Zu meinem Erstaunen entdeckten wir dahinter ein Badebecken, in das sich abwechselnd kaltes und warmes Wasser, vermischt mit allerlei Wohlgerüchen, ergoß.

Rose war begeistert. „Ist das nicht herrlich? Fast wie in einem verzauberten Schloß! Ich werde mich in eine Nymphe verwandeln, aber ich werde nicht die einzige sein.“

In wenigen Augenblicken hatte sie sich mit dem einzigen Abzeichen der Nymphen geschmückt. Sie bemächtigte sich meiner und verlangte von Vernol und meinem Vater, daß sie helfen sollten, mich in denselben Zustand zu versetzen. Die beiden ließen sich das nicht zweimal sagen. In Sekundenschnelle verschwanden alle meine Dessous. Rose gab ihrem Bruder ein Zeichen, und auch er verwandelte sich schnell in einen Faun, während wir meinem Vater unseren Beistand liehen.

Meine Augen verschlangen Vernol. Ah, wie hübsch er war und wie sehr gefiel er mir im Glanz seiner Jugendfrische! Er war weiß und rosig wie ein junges Mädchen, und doch bewaffnet mit dem Speer, der das Kennzeichen des Mannes ist.

Wir tauchten alle vier in das duftende Naß, um darin die Glut zu löschen, die uns zu verzehren drohte. Fortwährend waren wir zwei Nymphen von den männlichen Lanzen bedroht, aber sie erschreckten uns nicht. Wir waren die Beute der vorwitzigen und leidenschaftlichen Hände, der verwegensten Küsse unserer Tritonen und konnten uns nicht genug daran tun, ihnen diese Liebkosungen durch die unsrigen zu vergelten. Wir scherzten mit ihren Pfeilen, und sie wollten sich unser bemächtigen. In diesem Augenblick hatte mein Vater die Klugheit, durch einen schnellen Handgriff das bewußte Schwämmchen bei mir unterzubringen.

Vernol faßte nach mir, doch einem ebenso natürlichen wie wirksamen Instinkt zufolge hinderte ich ihn und flüchtete aus dem Bassin. Flucht ist das sicherste Mittel, das Verlangen der Männer anzustacheln. Rose folgte mir, und sofort waren die beiden hinter uns her. Aber die momentane Abkühlung hatte sie ernüchtert, und so waren sie für den Augenblick keine ernsthafte Gefahr. Wir hüllten uns spielerisch in leichte Schleiergewänder, die nichts verbargen, und machten es uns auf dem Diwan bequem. Mein Vater zog an einer anderen Schnur, und wie durch Zauberei senkte sich ein mit Leckerbissen aller Art, köstlichen Weinen und Früchten beladener Tisch zwischen uns. Wir aßen und tranken, und die Hitze, die uns vorhin verzehrt hatte, begann augenblicklich wieder aufzuflammen. Vernol vor allem war ungeduldig. Ich befand mich in einem Taumel von Lust und genoß mit Augen und Händen, doch hatte ich es nicht eilig, ans Ziel zu kommen. Vielmehr wollte ich langsam genießen und befand mich darin in schönster Übereinstimmung mit meinem Vater, der sich gleichfalls Zeit ließ. Vernol und Rose waren daher gezwungen, ihre Ungeduld zu zähmen. Rose fiel dies leicht, weil unsere Zärtlichkeiten und Liebkosungen sie ihrem eigenen Eingeständnis zufolge schon dreimal dem Gipfel der Lust entgegengetragen hatten. Sie genoß also die Mahlzeit, die sie unser Hochzeitssouper nannte. Aber es war nicht Hymen, der dieses Mahl regierte, dessen Königin allein die Wollust war. Sie allein konnte uns erfreuen und Genüge tun. Deshalb erhob sich in der Mitte der festlich geschmückten Tafel auch triumphierend Priap, der Gartengott, der sein mächtiges Szepter in Händen hielt. Das Tischtuch war an den vier Ecken mit Stickereien geschmückt, welche die wollüstigsten Gruppen darstellten. Unter ihnen gab es alte Satyrn, die hinter blühenden jungen Nymphen herjagten. Alles inspirierte und erregte uns. Rose war wie eine trunkene Bacchantin. Weinglas und Flasche in Händen, bot sie uns den Anblick all ihrer Reize.

Auch ich fühlte nun eine gewisse Ungeduld in mir. Nichts konnte uns mehr erschrecken. Unsere Helden waren bereit. Die Embleme ihrer männlichen Kraft ragten steil in die Luft. Rose vermochte nicht mehr an sich zu halten und rief: „Vernol, nimm Deine Frau! Ich will meinen Mann nehmen.“

Sie warf sich meinem Vater in die Arme und wurde augenblicklich von seiner Lanze durchbohrt. Vernol nahm mich in die Arme und wollte sich schon meiner bemächtigen, da hielt ihn mein Vater auf.

„Nicht so, mein Lieber. Hört, meine Kinder, ich stelle eine Bedingung. Eure Vereinigung hat einen Preis. Es ist nur gerecht, daß ich mich dafür bezahlt mache, wenn Vernol und Laurette sich vereinen. Deshalb werde ich jenen Hofmann nachahmen, der seine Frau mit einem Pagen schlafen sah, den diese liebte. Er erwies dem Hintern des Pagen dieselben Wohltaten, die jener der Dame erwies. Wir wollen es genauso machen. Während Vernol Laura vögelt, soll sein Hintern mir zur Verfügung stehen.“

Ich vermutete, daß ihn die Reize Vernols ebenso mit Begierde erfüllt hatten wie mich, und ich war darüber entzückt, denn so würde ich mich umso freier der Lust hingeben können. Also spornte ich unser wollüstiges Spiel durch meine Freudenrufe an. Ich faßte Vernol, beraubte ihn des letzten Stückchens Stoff das ihn bedeckte, ich präsentierte seine Hinterseite und spreizte seine hübschen Lenden, während sein Speer gegen mein Pförtchen pochte.

„Nein, Vernol, nein, schmeichle Dir nicht, daß ich mich Dir geben werde, ehe Du diese Bedingung erfüllt hast!“

Rose, die nicht untätig zusehen wollte, protestierte und verlangte, meinen Vater noch einmal zu bekommen.

„Wie“, rief Vernol, in Hitze gebracht. „Welches Hindernis sollte mich zurückhalten? Seit langem bin ich auf die Folter gespannt. Was, schönste Laura, würde ich nicht tun, um Dich zu besitzen und in deinen Armen zu sterben?“

„In diesem Fall“, sagte mein Vater, „wird Rose mit von der Partie sein.“

In einem Augenblick verschwand der Tisch nach oben, und das Badebassin ward wieder von seinem Vorhang bedeckt. Ein anderer Vorhang öffnete sich und gab den Blick auf eine Nische frei, die von einem riesigen mit Seide bezogenen Himmelbett ausgefüllt wurde. Diese Nische erschien uns als das wahre Heiligtum der Lust. Wir bezogen diesen Altar der Wonne nur im Schmuck unserer natürlichen Vorzüge. Von allen Seiten gaben glitzernde Spiegel unsere Reize wieder. Ich bewunderte vor allem Vernol. Dieser schöne Jüngling nahm mich in die Arme und bedeckte mich mit Küssen und Zärtlichkeiten. Er war leidenschaftlich gespannt. Ich nahm seine Lanze, mein Vater preßte mit einer Hand seine Lenden, mit der anderen Rosens Brüste, die uns alle drei liebkoste. Vernol lag vor mir auf den Knien, er spreizte meine Schenkel, küßte mein Kraushaar, meine Liebesgrotte, er ließ seine Zunge darin spielen und saugte an meiner Klitoris. Schließlich bettete er sich auf mich, und sein Speer durchbohrte mich. Sogleich warf sich mein Vater über ihn. Rose lag auf den Knien, sie öffnete die Hinterbacken Vernols und befeuchtete den Eingang, durch den die Lanze meines Vaters eindringen sollte. Sie bereitete ihr eigenhändig den Weg. Währenddessen streichelte ich ihre Spalte und brachte sie durch meine Fingerspiele zum Glühen. Nach wenigen Augenblicken schon fühlte ich meine Finger sich befeuchten, und ihre heftigen Atemzüge kündigten uns an, daß sie sich auf dem Gipfel der Lust befand. Vernol war der nächste, der sich verströmte. Mein Vater beschleunigte seine Bewegungen, und so fielen wir bald alle drei in eine wohltuende Ekstase. Nachdem wir wieder zu uns selbst zurückgefunden hatten, ersetzten unsere Zärtlichkeiten die leidenschaftlichen Anstrengungen, die uns vorhin vereinigt hatten. Vernol gestand, daß er niemals etwas Ähnliches empfunden habe.

„Man muß es kennen, um es schätzen zu können“, sagte mein Vater. „Komm, liebe Laurette, laß es ihn nun von Deiner Seite aus kosten. Vernol ist weniger gut gerüstet als ich, er wird Dir also nur Süßigkeit bereiten. Schön wie Du bist, verliert er nichts, wenn Du ihm diesmal Deine Hinterseite bietest. Komm in meine Arme. Rose wird dasselbe für Dich tun, was sie vorhin für mich getan hat, und währenddessen Deine Klitoris kitzeln.“

Ich warf mich auf ihn und überschüttete ihn mit Zärtlichkeiten. Rose bereitete seinem Instrument den Weg und öffnete meine Lenden für Vernol. Sie benetzte die Spitze seiner Lanze und die Öffnung, durch die diese eindringen sollte. Dann nahm sie dieselbe Stellung wie vorhin ein und liebkoste die Schenkel und Hoden von Vernol, während sie gleichzeitig meine Klitoris kitzelte. Ihr wurde ein ganz ähnlicher Dienst von meinem Vater erwiesen. Die unaussprechlichsten Wonnen kündigten sich an, wir flogen ihnen entgegen.

Ah, dieses Gefühl! Es kam uns allen, wir waren überflutet, der süße Saft der Wollust verströmte. Den lebhaftesten Sensationen ausgeliefert, verfiel ich in konvulsivische Zuckungen.

Doch bald darauf herrschte ein nicht minder wollüstiger Zustand der Ruhe. Auf die Reizung, die ich an all meinen empfindsamen Teilen erfahren hatte, folgte ein Zustand unbeschreiblicher Wonne. Ich kann diesen Tag nur mit jenem vergleichen, an dem ich meine Jungfernschaft verloren hatte.

Endlich begaben wir uns zur Ruhe. Erschöpft sanken wir auf das Lager, um uns zu erholen. Ah, welch ein Tag, welch eine Nacht!