Siebenter Auftritt.
Die Vorigen und Skotinin.
Skotinin. Auch ich bin da.
Starodum. Was führt dich her?
Skotinin. Meine eigene Angelegenheit.
Starodum. Womit kann ich dienen?
Skotinin. Mit drei Worten.
Starodum. Und diese sind?
Skotinin. Umarme mich recht fest und sage: Sophie ist dein.
Starodum. Bist du nicht recht gescheit? Denke mal ordentlich nach!
Skotinin. Ich denke niemals und bin im voraus versichert, daß, wenn auch du nicht denken wirst, Sophie die Meine wird.
Starodum. Sonderbarer Kauz! Du bist, wie ich sehe, nicht auf den Kopf gefallen und willst, daß ich meine Nichte einem Menschen gebe, den ich gar nicht kenne.
Skotinin. Dann sag’ ich’s dir, und du wirst mich kennen. Ich bin Taras Skotinin, nicht der letzte meines Geschlechts. Die Skotinin sind ein großes und altes Geschlecht. Den Urururgroßvater findest du in keiner Heraldik.
Prawdin. Sie werden uns noch glauben machen wollen, daß er älter ist als Adam!
Skotinin. Und du meinst nicht? Wenn auch nicht viel –
Starodum (lachend). Gewiß, dein Urururgroßvater ist zwar am sechsten Tage erschaffen, doch ein wenig früher als Adam.
Skotinin. Du bist also hoher Meinung von dem Alter unsres Geschlechts?
Starodum. So hoher Meinung, daß ich mich wundere, wie du nur eine Frau wählen kannst, die nicht zum Geschlecht der Skotinin gehört.
Skotinin. Du kannst dir demnach vorstellen, wie glücklich Sophie mit mir sein wird. Sie ist von Adel –
Starodum. Lieber Mann, darum gerade bist du kein Bräutigam für sie.
Skotinin. Ich lass’ es schon daran ankommen. Mag man sich die Zunge abreden, daß Skotinin eine Adelige genommen hat – mir ist’s gleich.
Starodum. Aber ihr ist es nicht gleich, wenn es heißt, daß eine Adelige einen Skotinin genommen hat.
Milon. Eine solche ungleiche Partie kann kein Glück ins Haus bringen.
Skotinin. He, was hat der mitzusprechen? (Leise zu Starodum.) Ist’s nicht gar ein Nebenbuhler?
Starodum (leise zu Skotinin). Mir will’s auch so scheinen.
Skotinin (leise). Wo sollt’ er, zum Teufel?!
Starodum (ebenso). Natürlich wird’s ihm schwer fallen.
Skotinin (laut, auf Milon weisend). Nun, wer von uns macht sich hier lächerlich? Hahaha!
Starodum (lacht). Ich sehe, wer sich lächerlich macht.
Sophie. Onkelchen, wie freut es mich, daß Sie fröhlich sind!
Skotinin (zu Starodum). Ei, du bist ja ein ganz lustiger Herr! Anfangs glaubt’ ich, daß man dir gar nicht nah’ kommen kann. Hast damals kein Wort mit mir gesprochen, und jetzt lachst du sogar.
Starodum. Ich bin nun mal so ein Mensch, habe meine Augenblicke.
Skotinin. Das seh’ ich. Damals war ich ja derselbe Skotinin, du aber ärgertest dich.
Starodum. Ich hatte meine Gründe.
Skotinin. Die kenn’ ich nicht. Doch auch ich bin hierin eigen. Wenn ich z. B. zu Hause zum Koben trete und die Schweine nicht in Ordnung finde, so braus’ ich auf. Übrigens hast auch du bei deinem Herkommen das Haus als einen Schweinekoben angetroffen und daher dein Ärger.
Starodum. Du bist glücklicher als ich: auf mich machen die Menschen Eindruck –
Skotinin. Und auf mich die Schweine.