Schibutter

(Tafel 19).

Der Schibaum (Butyrospermum Parkii) ist im Sudan heimisch. Hier findet er sich vom äußersten Westen —Senegambien — bis an die Ufer des Nil, meist im lichten Buschwald. Der Stamm ist rauh, reich verästelt und hat eine breite, aber nicht dichte Krone. Die Frucht hat die Form einer Pflaume. Die äußere Schicht besteht aus einem weichen, wohlschmeckenden Fleisch, das von den Eingebornen gern gegessen wird. Unter dem Fleisch liegt der von einer hellgelb-braunen Schale eingeschlossene Kern; er ist in seiner Form der Eichel ähnlich, aber größer. Der Hauptwert der Pflanze beruht eben in diesem Kern, der einen sehr reichen Fettgehalt besitzt. Dies Fett ist die „Schibutter”, von den Franzosen Karité oder Galam genannt.

Die reifen Früchte werden von den Eingebornen gepflückt. Durch Klopfen wird die Schale abgetrennt; darauf zerstampft und kocht man die Kerne, wobei das Fett sich sondert und von der Flüssigkeit abgeschöpft werden kann. Die Eingebornen Afrikas gebrauchen das Fett im Haushalt zum Backen, Kochen, Einreiben des Körpers etc. In der europäischen Industrie dient es zur Herstellung von Kerzen und Seife. Es ist hierzu so geeignet wie das Palmöl, vor dem es noch den Vorzug hat, daß es nicht gebleicht zu werden braucht.

In Togo und Kamerun kommt der Schibaum in den Steppen überall wild vor. Die Eingebornen bauen ihn nicht an, weil die wilden Bestände ihrem Bedarf vollständig genügen. Der Absatz an die europäischen Faktoreien lohnt sich in den meisten Fällen schlecht, weil der Baum vorzugsweise im Innern vorkommt und der Transport an die Küste durch Träger viel zu teuer ist. Es ist sehr wahrscheinlich, daß mit den besseren Transportmitteln und der stärkeren Nachfrage auch das Angebot an Schinüssen sich steigern würde. Der Anbau des Baumes würde den Eingebornen keine Schwierigkeiten machen, zumal er mit sparsamem Boden und geringer Feuchtigkeit vorlieb nimmt.

Die Ausfuhr betrug 1906 aus Togo 42333 kg, Wert 28534 Mk., aus Deutsch-Ostafrika für etwa 200 Mk.

Tafel 19.

a) Zweig mit Blüten, 1/4 nat. Gr.

b) Frucht, 4/5 nat. Gr.

c) Geöffnete Frucht, Fruchtfleisch und Kern zeigend, 4/5 nat. Gr.