Anno 1475.

Nochdem und man die fewerschaff in den schaffhutten, der dan 6 in der stat sein, hot lossen abgeen um deswillen, das man den fewermeisteren und sust an andere ent in der stat mer liderein eimer geben hot etc., also hot man bestelt in dieselben schaffhutten in iede hutten 2 karen, darauf wasserfaß gepunten, und do pei iedem karen ein schuffen ist, und mit den kernern bestelt, die hie in der stat auf dem pflaster faren, und die außgeteilt nachdem sie siczen in der stat zu ieder hutten ir zwen, in auch iedem ein slussel geben zu denselben hutten, also wen fewer außkum, do got lang vor sei, das sie dann mit iren pferden die keren hollen und wasser zu dem fewer furen sullen, dorumb man in dan auch lunt, welcher der erst, der ander oder dritt ist, als anderen, die mit den sleipfen wasser zufuren.


[FEWERPÜCHEL.]

[1a] Nota ein ordnung und geschick ob fewer hie in der stat außköme, wer dartzu lauffen oder mit was zeug ein yeder, der dartzu geordnet wirt, kumen, und wie es damit gehalten werden sol.

Zum ersten, ob des nachts ein fewer außköme, man slüg an die sturmglogken oder nit, so söllen die scharwachter das den hauptleuten, die über das fewer gesetzt sind, und auch den vierteilmeistern desselben vierteils, do es innen prynt, on alles vertziehen zu wissen tün, und die scharwachter söllen darnach von stund an wider an ir ordnung der wach geen. so süllen sich die obgemelten hauptleüt und vierteilmeister denn von stund an zu dem fewr fügen, die leüte, die dartzu gehören, anschicken und ordinieren und nach dem besten darob sein, das sölich fewer gelescht und andre ding nach notdurft fürgenomen und gehandelt werden.

Es süllen auch die scharwachter unter dem rathaus, wenn fewer aufgeet, das von stund an den burgermeisteren und auch den hauptleuten, die über das fewr gesetzt sind, und auch dem [1b] soldnermeister zu wissen tun, wo es prynt; doch das ir einer oder zwen allwegen unter dem rathaus bleiben süllen.

Es süllen auch alle scharwachter gepunden sein, wenn des nachts fewer außkumpt, das sie denn allenthalben dest fleissiger in irem gang und in irer wach seien, und dabey ir emssig aufsehen haben, ob sie yemant sehen, der sölich außgeworfen oder außgetragen habe oder gute geverlich hintragen oder empfremden wölt, das sie dem oder denselben dann nachgeen und mercken, wa er eingee, und das fürbas den hauptleüten, die über das fewer gesetzt sind, oder einem burgermeister zu wissen tüen.

Und wenn fewer aufgeet, so süllen von stundan dartzu komen die gemeynen frawen, alle ableger, schröter, die knecht in der wag und die sechtzehen zymmerleüt und acht maurer, die alle meister und benennt und zu leschmeisteren darüber gesetzt sein, ir yeder mit seinem zewg, auch alle bader, ir yeder mit seinem gesynde und seinen kübelen und schefflachen, und dartzu getrewlich [2a] helfen arbeiten und gehorsam sein, damit sölich fewer gedempt wirt.

Es süllen sich auch alle püttel, wenn fewer aufgeet und so bald sie des gewar werden, von stund an dartzu fügen und sich nemlichen von einander unter das volck myschen und tailen, die leüt gütlich anschreyen und in raum machen und dabey ir emssig aufsehen haben, ob die leüt daselbst ir habe außtrügen oder außwürfen, das in das nyemant dieplich hintrag oder verdrucke; und ob sie yemant sehen, der sölich habe oder gut geverlich hintragen und empfremden wölt, das sie dann die hanthabten, wo es als geverlich und ryng person weren, und dieselben ringen person zu den vierteilmeistern oder hauptleüten bey dem fewer fürten, und nachdem die gehört werden, das denn dieselben hauptleüte gewalt haben süllen, die sache fürbas mit denselben leüten zu handeln und zu halten nach irem gutduncken.

[2b] So süllen sich die statknecht von stundan teilen und zu den burgermeistern in ire heüser fügen und da warten, wartzu sie ir bedorfen.

Es süllen alle die, die mit den eychkarren faren, und auch yeglich andere, die umb lon auf dem pflaster farn, [desgleich alle mulner] verpunden sein, stetts die kuffen auf den sleyffen, die in dann zugeben sein, bey in zu haben, und alsbald fewer aufgeet, on alles vertziehen wasser damit zu zufüren.

Und wer das erst fuder wassers zu dem fewer bringt, dem sol man ein pfunt haller geben, und welcher das ander fuder bringt, der sol haben 60 pfenig, und der das dritt fuder bringt, 30 pfenig, also das der erst, der ander und der dritt mit einem oder zweyen bring und wissenlich mache, welcher der erst gewesen sey, das darumb nit aide gesworen werden. und darnach als oft und manichen karren mit wasser ein yeder, wer der ist, zu dem fewer bringt, der sol von yedem karren 10 pfenning lons haben.

[3a] Und ein yeglicher lonknecht, der mit seins herren oder meisters pferden wasser zu füren wirt, der sol haben den vierden pfenning von dem gelt, das er mit wasser zu füren zu dem fewer verdient, darumb das er dest ee vertig sey zu dem fewr und mit faren destbaß anhalt.

So sol der Knopff, [oder wer der der stat vischer ist], auch gepunden sein ein karren und darauf ein vaß zu haben, wenn fewer außkumpt, das er emssiclich wasser damit zu fure.

Der new spital sol auch gebunden sein, stettes zwen karren und darauf zwey vaß zu haben, und wenn fewr aufgeet, so söllen die von stat an emssiclich wasser damit zu füren.

Auch sol man in dem marstal bestellen, das man allweg vier wol gepunden kuffen auf slayffen hab und dartzu ein karren oder zwen mit schefflin, und so bald fewer außkumpt, so sol der anschicker in der Peund mitsampt den, die im zugeschickt sein, dieselben kuffen und scheffer zu sölichem fewer schicken und bringen, das man fürbaß [3b] das wasser, das zu sölichem fewer gefürt wirdt, darein gieß, das es die leut destbaß geprauchen und genützen mügen.

Item man sol auch bestellen bey dem Tyrgartnertor zwen karren mit schefflein, desgeleichen bey dem innern Frawentor, bey dem innern Spitallertor, bey dem Irherturl, an sant Seboltz kirchoff und auf der Peunt; die süllen die vierteilmeister daselbst zu holn bestellen, wenn des not tut. so sol der Gürtler in der Peunt gefliessen sein, sollich schaff in guter acht zu haben, domit sie in wesen beleiben, und an kein ander end dann zu dem fewr gepraucht werden, das die albeg gantz und vertig sein, und ob keinerley daran geprech, das er sollichs den viertailmeistern zu wissen thü, domit sollich schäff wider gevertigt und gepessert werden.

So sol man auch bestellen in yedes thor und türleinsperrers hause 10 schafe; dieselben sperrer söllen auch gepunden sein, söliche schafe bey in unverruckt und in acht zu haben, das die icht erlechnen oder verloren werden. und wenn es in ir refyr prynt, so süllen sie söliche schefflach onvertziehen zu dem fewer pringen.

[4a] So hat man yedem müller hie von der stat geben zwo messin sprützen; dieselben sprützen sol der muller behalten und dartzu sehen, das die vertig seyen und nit verderben noch verloren werden bey der puße zweyer pfunt newer haller, die darauf gesetzt ist; wenn sein not tut, das er die habe.

Und so also das fewer ende hat und gedempt wirt, so sol der anschicker in der Peund verpunden sein, das er allen zeug bey der fewerstat aufhebe und was nit vertig were, wider vertigen und machen laße, und den an ein yeglich ende wider ordinier, da er hin gehöre, ob sein hinfür mer not geschee, das sölicher zeug gantz vorhanden sey, und man yeglichen an seinem ende wisse zu holen und zu vynden. es sol auch der anschicker in der Peund vorgenant alle kotempper zu sölichem zeug besehen, ob der aller also vertig und vorhanden sey, und ob des icht unfertig wer, darob zu sein, das der wider gevertigt werd. und sol auch die sprützen in den mulen alle [4b] kottemper also besuchen, ob die gantz und noch vorhanden wern; und ob er die nit also fünd, das er das einem burgermeister zu wissen tue.

So sol sich des paumeisters knecht, so fewer außkumpt, von stund an zu den hauptleuten, die über das fewer gesetzt sein, fügen, ob man icht zeuges bedorft, das er den unvertzogenlichen precht.

Es süllen auch die hauptleüte, die über das fewer gesetzt sind, gewalt haben, so mer denn ein fewer aufgieng, die werckleute, lescher, leschmaister und den zeug dartzu teilen nach irem gutduncken.

Man sol den leschmeisteren und anderen werckmeisteren von irer arbeit bey dem fewer lonen nach der ordnung, die in der losungstuben geschriben steet; yedoch, wo die leute so redlich gearbeit hetten, den mag man es wol pessern.

[5a] Item mit den türnern zu sant Sebolt und Laurentzen zu bestellen, ob mer denn ein fewer aufgieng, das sie dann das dem burgermeister von stund an zu wissen tun, und sich mit dem anslahen in mittel hielten.

Die vierteilmeister und hauptleüt süllen auch in dem vierteil, do es prynnt, von stat an dartzu schicken lang und kurtz laytern, groß und clein fewerhacken.

Die vierteilmeister süllen auch bestellen, das alle prunnenmeister guten fleis tun, das sie ketten an allen iren prunnen haben und übrige sayl.

Es süllen auch yedem vierteil hie in der stat vier messing sprützen geben und zugeordiniert werden, die die vierteilmeister eins yeglichen vierteils behalten; und in welichem vierteil fewer außkumpt, so süllen die vierteilmeister sölich sprutzen dartzu bringen und an die end tailen, do sein am nötesten ist.

[5b] So süllen die, die über den Vischpach gesetzt sein, bestellen und darob sein, wenn fewer in sant Laurentzen pfarr außkümpt, das der Vischpach von stundan abgeslagen und an die ende, da das fewer ist, gelayt werd, ob er anders dartzu dienen mag.

Die vierteilmeister in sant Sebolts und sant Laurentzen pfarr süllen gepunden sein, als vil ein yglicher vierteilmeister aussere tor, türlein oder swynbogen in seinem vierteil hat, die im zu bewaren zusteen, zu yedem derselben tor, türlein oder swynbogen in seinem vierteil 8 redlich mann bestellen, die nicht nahent dabey gesessen sein, und die auch namhaft gemacht und dartzu geordiniert werden söllen. also wenn mer denn ein fewer hie in der stat außkumpt, das sich dann dieselben bestelten menner, nemlichen zu yglichem tor 8 mann, zu yedem türlein 8 mann und zu yedem swynbogen 8 mann, alle gewappet mit irer were, onvertziehen fügen süllen, als sie dann von iren vierteilmeistern dartzu [6a] geordent sind. und dieselben süllen auch ir yeder an seinem geordentem end daselbs sein emssig und fleissig zusehen und die ding wol in acht haben; und ob sie icht verlichs da sehen oder erfüren, das sol ir einer einem burgermeister onvertziehen zu wissen tun. und dieselben süllen auch als lang da beleiben und nit abgeen, biß das solich fewer gedempt oder sie abgevordert werden.

Und so bald auch die burgermeister mer denn eins fewers gewar werden, so söllen sich bede burgermeister und auch alle die, die des rats sind und zu anderen sachen nicht beschaiden und geordent weren, von stundan auf das rathaus fügen, die möchten fürbas den vierteilmeistern oder hauptleuten oder anderen bevelhen und für hand nemen, das not würd, weppner oder anders.

So sol der hausknecht geflyssen sein zu bestellen kertzen und fackeln, liecht und latern ein notdorft.

Und wenn mer denn ein fewer außkumpt, so sol ein yglicher bey seinem aide gepunden sein, sich von stundan wider in sein vierteil zu fügen und [6b] was fürbaß mit in geschafft wirt, dem gehorsam zu sein; außgenomen die, die vor dem fewer geordent wern, die süllen in ir ordnung bleiben.

So süllen die gesworn armprust und püchsenschützen bestellt, benennt und die in drey hauffen oder teil geordiniert und geteilt und mit hauptleüten fürsehen werden, also wenn mer denn ein fewer außkumpt, so süllen sich dieselben schützen alle in irem harnasch und mit irer were, die denn vor zu andern sachen nit geordent weren, in drey hauffen tailen, und ein tail zu dem rathaus, der ander tail auf sant Gilgenhoff und der dritt hauff sich zu den parfüssen auf den platz fügen on alles vertziehen, und daselbs warten und nit abgeen so lang biß sie abgevordert werden, ob man ir zu eynicherley bedörft, das man sie da wiß zu vinden, und das sie des willig seyen.

So süllen sich dise hernach benanten genanten, wenn mer denn ein fewer hie in der stat außkumpt, von stundan und on alles vertziehen zu den korenheusern und in die mülen fügen und tailen, als denn ir yedem in sunderheit zu beschiden [7a] und hernach begriffen ist; daselbs sie ir emssig auf und zusehen haben söllen, und ob yemant an denselben korenheusern oder in den mülen icht geverlichs treiben wölt, das zu understeen und das weytter zu bringen.

So süllen Andres Volckmeir und Jorg Haller geflissen sein, wenn mer denn ein fewer außkumpt, die zwey korenheuser bey den frawenheusern in acht zu haben.

Niclas Köler sol das korenhaus bey der Nünnengassen hinder sant Lorentzen gelegen in acht haben.

Hans Newman in die mül am Sant.

Ulman Hegnein der junger in die mül zu sant Kathreynen.

Albrecht Heugel in die mül bey den fleischpencken.

Lienhart Rewtheymer in des Grolands mül.

Linhart Stromeir in die newen mül in sant Laurentzen pfarr.

Hanns Slüsselvelder in die newen mül an sant Sebolts pfarre.

[7b] Und wenn fewer aufgeet, so süllen sich alle soldner onvertziehen geharnascht und geritten zu dem soldnermeister fügen und mitsampt im auf den marckt reyten zu dem schönprunnen und da halten, ob ir die burgermeister bedorften, das sie des gehorsam wern.

Und so es prynnt, so sol ein soldnermeister von stat an vier soldner senden zu dem fewer an ein ende, da sie nicht irren noch hindern, zu halten, ob man ir zu potschaft werben oder anderen sachen bedorft, das sie des gehorsam und willig seyen.

Er sol es auch dem hauptman auf der vesten von stat an empieten.

Es sol auch der soldnermeister zu yedem der stat tor, türlein und auch swynbogen zwen soldner schicken, die dabey halten, und ob sie ichts vernemen das not tett, das denn der ein soldner das dem soldnermeister von stundan zu wissen tett auf dem Marckt und der ander so lang dabey halten belib, biß er abgevordert wirt.

Der soldnermeister sol auch, so es bey nacht prynnt, wiewol ein fewer erlescht ist, bestellen, das ettlich soldner hie dißeyt und ettlich soldner enhalb in der stat die nacht umbreyten biß an den tag, und ob die icht geverlichs vernemen, das sie dem soldnermeister das onvertziehen zu wissen tetten.

Hauptleüte über das fewer in sant Sebolts pfarr: Ludwig Pfintzing und Niclas Groß.

In sant Laurentzen pfarre: Peter Menndel und Hanns Lemlein.

Actum feria secunda ante Viti [9 Juni] anno etc. 1449.

Als die kurfursten hie sind gewesen Andree ao lvito sind noch zwen fewrmeister zu den obern geben worden mit namen Hainrich Meichßner und Sebolt Rumel.

[9a] Item zu der prucken bey dem Wildpade: Hanns Wurm, Fritz Resch.

Item zu der prücken bey sant Kathrein: Andres Hoffmulner, Fritz Steffan.

Item zu der prucken bey dem newen spital: Hanns Kaltenhawser, Fritz Knawr.

Item zu dem steg am Sand: Ulrich Regawß.

[9b] Item zu der prucken auf dem Newenpaw und den stegen doselbst: Cuntz Swab, Ekhart Hatzler, Heintz Schober, Mulcüntz.

Item zu der parfusen prucken: Ulrich Wolffhart und sein vatter.

Item zu der fleischprucken: Götz Hebeysen, Haintz Senngel.

Item zu des Stromers prucken und den stegen: Hanns Henyckein, Cüntz Hüter.

[10a] Actum per herrn Hannsen Coler, herrn Niclasen Großen und herrn Hannsen Lemlein dominica die ante conversionis sancti Pauli [23 Januar] ao lo septimo.