III.
Der Schwalben Spott.
Wohl denn! rief auf diese Begrüßung
Spottend die Schwalbe:
Herr Professor, Ihre Entschließung
Ist nur ’ne halbe.
Während Sie so mit der Biene summen,
Welken die Blüthen,
Und wenn Sie wieder in der Schule brummen,
Sind wir im Süden.
Während Sie zur Verzweiflung bringt das
Schneegewimmel,
Lacht mir – und wie anders klingt das! –
Blau der Himmel.
Und ihr Bienchen, von dem Sie prahlen,
Seh’ ich erstarren,
Während der Sonne warme Strahlen
Meiner harren.
Haben Sie Grüße nach Oestreich und Schwaben?
Und nach Algirien?
Bis die Gärten wieder Blüthen haben,
Sind wir die Ihrigen.
Von der Luxemburger Mosel.
Eile durch die Blumenauen,
Holde Mosel, nach dem Rhein,
Laß mir meine deutschen Gauen
Tausendmal gegrüßet sein!
Trage mit dreifarb’ger Fahne
Meiner Sehnsucht Schifflein fort,
Sei behutsam mit dem Kahne,
Bring’ mir ihn zu sicherm Port!
Eilt, ja eilt, ihr grünen Wogen!
Seid noch nicht im deutschen Land,
Wenn man’s euch auch vorgelogen –
Längst zerrissen ist das Band.
Glaubt es nicht dem Klang der Zungen,
Der da rechts und links erklingt,
Nicht dem Lied des Fischerjungen,
Der am Ufer drüben singt!
Glaubt es nicht der deutschen Hütte,
Die im Dorfe drüben steht;
Glaubt es nicht der deutschen Sitte,
Die in ihren Mauern weht;
Dürft’s auch nicht den deutschen Trauben,
Nicht einmal dem Bettlerkind,
Noch dem Meilenzeiger glauben,
Daß wir hier in Deutschland sind.
Flieht, o flieht, ihr grünen Wogen,
Thut’s dem Vater Rheine kund,
Was sie hier euch vorgelogen:
Hat geträumt dem Deutschen Bund,
Und im Schlaf, – daß Gott erbarme! –
Stahlen sie ihm Land und Leut’,
Und Franzosen sind wir heut’.
Will es nicht gerad’ verdammen:
Wer sein Kind von Haus’ entfernt,
Gibt’s hinaus zu welschen Ammen,
Daß der Bub’ französisch lernt. –
Aber daß das Kind, das deutsche,
Man zu Schimpf und Spott verkehrt,
Daß man’s die Beamtenpeitsche
Auf französisch tragen lehrt! –
Das in wilden Wellenschlägen,
Das erzählt dem deutschen Land,
Macht’s von Vaterlandes wegen
An dem ganzen Rhein bekannt!
Und vergeßt mir nicht das eine:
Meiner wärmsten Liebe Kahn,
Legt mir ihn am schönen Rheine
Bei dem schönsten Ufer an.
Es lag mir schon sehr lange nah’,
Der Welt eins aufzuspielen
Von jener Himmelsmusica,
Die ich wohl hört’, doch nimmer sah,
Und die die lieben Engelein
An jedem Tag, Jahr aus, Jahr ein,
In meinem Herzen singen. –
Nun mein’ ich wohl, ich hätt’s gethan,
Erhalt auch Lob von Vielen,
Doch hör’ ich’s recht genau mir an,
So klingt’s doch nimmermehr, nein, nein,
Doch nimmer, wie die Engelein
In meinem Herzen singen.
Die Fische.
In einer Kugel von Krystall
Zwei gold’ne Fischlein wohnten,
Die theilten ihre Schmerzen all
Seit vielen vielen Monden.
Doch war dem kleinen gold’nen Paar
Der Käfig nicht zum Leide,
Denn weil so eins beim andern war,
War’s eine Welt für beide.
Und weil Gelübd’ und frommer Schwur
Die kleinen Zungen banden,
So haben, Aug’ in Auge nur,
Die Fischlein sich verstanden.
Und grüßte draußen froh und laut
Das Vöglein in den Zweigen,
Hat eins das and’re angeschaut
Mit wehmuthsvollem Schweigen.
Und schienen in’s Krystall hinein
Der Abendröthe Strahlen,
That sich der Liebe heller Schein
In Fischleins Auge malen.
Sie träumten wohl von Meeresgrund,
Von ferner Wogen Schäumen,
Doch keines that dem andern kund
Sein Lieben und sein Träumen.
Und weil nun eins mit so viel Schmerz
Um’s and’re hat geworben,
Da ist gebrochen Fischleins Herz,
Und Fischlein ist gestorben.
Und weil’s mit Sprache nicht begabt,
Muß still das and’re klagen:
„Ich hab’ Dich doch so lieb gehabt,
Und konnt’s Dir doch nicht sagen.“
Morgenlied von dem Schäfchen.
Schlaf’, Kindlein, schlaf’,
Der Vater hüt’t die Schaf’,
Die Mutter schüttelt’s Bäumelein,
Da fällt herab ein Träumelein –
Schlaf’, Kindlein, schlaf’.
Schlaf’, Kindlein, schlaf’,
Am Himmel zieh’n die Schaf’:
Die Sternlein sind die Lämmelein,
Der Mond, der ist das Schäferlein –
Schlaf’, Kindlein, schlaf.
Schlaf’, Kindlein, schlaf’,
Christkindlein hat ein Schaf’,
Ist selbst das liebe Gotteslamm,
Das um uns all’ zu Tode kam –
Schlaf’, Kindlein, schlaf.
Schlaf’, Kindlein, schlaf’,
So schenk ich Dir ein Schaf’
Mit einer goldnen Schelle fein,
Das soll Dein Spielgeselle sein –
Schlaf’, Kindlein, schlaf.
Schlaf’, Kindlein, schlaf’,
Und blöck’ nicht wie ein Schaf’,
Sonst kommt des Schäfers Hündelein
Und beißt mein böses Kindelein –
Schlaf’, Kindlein, schlaf’.
Schlaf’, Kindlein, schlaf’.
Geh’ fort und hüt’ die Schaf’,
Geh’ fort, du schwarzes Hündelein,
Und weck’ mir nicht mein Kindelein!
Schlaf’, Kindlein, schlaf’.
Maria und der Doctor.
Es ist Nacht. Die düst’re Lampe scheint;
Am Bettchen sitzet die Mutter und weint,
Und das Fenster rasselt vom Wetter und Wind,
Und im Bettchen liegt das kranke Kind,
Und erzählt im Fieberbrande
Vom Engel im weißen Gewande.
Und die Mutter ringt sich die Hände wund:
Mach’ heil’ge Maria mein Kind gesund;
Wenn Du nur willst, hilft Dein Sohn geschwind,
Ein Wort von Dir, es rettet das liebe Kind.
Ich bau’ auf Deinen Namen,
So ist es gewißlich, Amen.
Kaum naht der Tag im Dämmerschein,
Da trat der gelehrte Doctor herein.
Der prüfet das Kind allüberall,
Und schüttelt den Kopf: ein bedenklicher Fall,
Den ich nimmer in Praxi erlebt.
Und verschreibt ein großes Recept.
D’rauf standen allerhand Sprüchelein
In Zeichen und Wörtern in Latein;
Der Apotheker hat d’rüber zwei Stunden geschwitzt,
Bis alles gestoßen, gemischt und gehitzt.
Sogleich hat der Trank das Leben
Dem Kinde zurückgegeben.
Die Mutter in freud’gem Herzensdrang
Ruft: Dank euch, Herr Doctor, mein Leben lang,
Ich kann euch nicht lohnen, was Ihr mir thut,
Und daß Ihr gerettet mein liebstes Gut;
Der Himmel in höheren Welten,
Der mög’ es euch reichlich vergelten!
Der Doctor streichelt sich stolz das Kinn,
Entläßt die Mutter mit frohem Sinn.
Die aber hurtig schließet sich ein
In’s heimliche Krankenkämmerlein,
Und wirft sich mit Schluchzen und Weinen
Auf die Knie beim Bette des Kleinen.
Es ist Nacht, und die düst’re Lampe scheint,
Am Bettchen noch kniet die Mutter und weint.
Warum weinst du Mutter noch himmelwärts,
Der Doctor hat ja getröstet dein Herz?
Doch nein, ich will dich nicht fragen:
Nicht alle Dinge lassen sich sagen.
Des armen Kindes heiliger Christ.[10]
Die Nacht war kalt und schaurig –
Du arme kleine Marie!
Sie wandert’ allein und traurig,
Und haucht’ in die Händchen und schrie.
Und sinket ermattet nieder,
Vom Froste starret das Blut.
„O könnt’ ich die bebenden Glieder
Beleben in wärmender Gluth!
Wie blinket das schöne Gebäude,
Erleuchtet vom Kerzenschein!
Da kehrte mit köstlicher Freude
Der heilige Christ wohl ein.
Er kam aus dem Feenlande,
Mit goldener Kron’ im Haar,
Im prächtigen Purpurgewande,
So herrlich und wunderbar.
Und bracht’ ein flimmerndes Bäumchen,
Und Aepfel und Nüsse daran.
Ach! wer doch beim flimmernden Bäumchen
Heut’ Abend sich freuen kann!
Nichts bracht’ er mir, nichts mir Armen!
Wie stürmet der brausende Wind!
Ach, wer, wer hat doch Erbarmen
Mit dem armen Bettlerkind?“
Und wie sie die müden Glieder
Nun ruhet auf kaltem Stein,
Und senket die Augenlieder,
Und schlummert ermattet ein:
Da kam er zu ihr im Traume,
Mit goldener Kron’ im Haar,
Im Kleide mit purpurnem Saume,
So herrlich und wunderbar.
Und schüttete köstliche Gaben,
Und goldene Früchte aus:
„Das Alles, Marie, sollst Du haben,
Willst Du mit mir geh’n in mein Haus.
Ich geb’ auch ein Bäumchen mit vielen
Hell flimmernden Lichtern Dir,
Und die Engel soll’n mit Dir spielen,
Komm, liebliches Kind, mit mir.“
Da that das Kind Millionen
Hell leuchtender Lichtchen seh’n,
Und es denkt, dort muß er wohnen!
Und es will mit dem Christe geh’n.
Und als nun die goldene Frühe
Verscheuchet die schaurige Nacht,
Da ist die kleine Marie
Nicht wieder aufgewacht.
Des Schweizers Heimweh.
Ewig Bangen, ewig Sehnen
Nach dem theuren Vaterland,
Nie das Auge ohne Thränen
Nach der Ferne hingewandt,
O wer kühlt mein Gluthverlangen,
Wer mein Sehnen, wer mein Bangen,
Ach, mit jedem Morgen neu!
Bei des Tages erstem Schimmer,
Bei der Sonne erstem Blick,
Freud’ und Leben kehrt doch nimmer
In des Schweizers Brust zurück;
Heerden blöcken, Glöcklein klingen,
Vöglein, die im Walde singen,
Ach, sie können fröhlich sein!
Wo die Alpenröschen blühen,
Wo am Morgen, herrlich groß,
Schreckhorn und die Jungfrau glühen,
Ach! der Heimath stillen Schooß,
Könnt’ ich euch, geliebte Höhen,
Nur noch einmal wiedersehen,
Eh’ das arme Herz mir bricht!
Wo der Aar in reinen Lüften
Kühner seine Schwingen hebt,
Ueber bodenlosen Klüften
Ungewohnt der Wandrer bebt,
Wo von friedlich stillen Matten,
Bei des Abends kühlen Schatten,
Läutend Heerden heimwärts zieh’n.
Wenn am Abend es sich röthet,
Und im still geword’nen Hain
Nur die Nachtigall noch flötet,
O wie bin ich dann allein!
Hör’ ich ihre sanften Lieder,
Kehret meine Sehnsucht wieder
Und das Herz will mir vergeh’n.
Ja, nach Dir ruft mich mein Sehnen,
Vaterland! Du bist gemeint,
Land, wo die Schalmeien tönen,
Wo mein Liesli um mich weint,
Du mein Thal, geliebte Höhen,
Könnt’ ich euch noch einmal sehen,
Eh’ das arme Herz mir bricht!
Der Morgen im Garten.
Wie herrlich! Ach, so sah ich nimmer
Die Blumen blüh’n,
So sah ich nie im Rosenschimmer
Den Garten glüh’n!
Wie jubelt’s in den blauen Lüften!
Der Freude Hauch,
Er weht in tausend Balsamdüften
Vom Blüthenstrauch.
Wohl saß ich oft in jener Hütte;
Wenngleich allein,
Konnt’ ich in meiner Blumen Mitte
So glücklich sein.
Und was des Abends stille Feier
Zum Herzen sprach,
Wehmüthig tönte meine Leier
Das Echo nach.
Jetzt weint die Seele vor Entzücken,
Zum Himmel steigt
Sie mit der Rührung feuchten Blicken,
Die Lyra schweigt.
O gold’ner Morgen, Blick der Liebe
Im Lenzgewand,
Vom Auge ew’ger Huld und Güte
Herabgesandt!
Wie will der Sterbliche Dich singen,
Der betend kniet?
Wenn Weltenharmonie’n erklingen,
Dann schweigt mein Lied!
Am Abend.
Senke Deine gold’nen Flügel,
Holder Abend Du,
Send’ auf Fluren und auf Hügel
Stille süße Ruh’!
Milden Trost auf herbe Thränen,
Guter Genius;
Schlägt mein Herz in bangem Sehnen,
Deinen Friedenskuß!
Alles ruht in Wonneträumen,
Jedes Auge blickt
Dankbar zu des Himmels Räumen,
Der den Frieden schickt.
Hüll’ auch mich in Deinen Schleier,
Seel’ger Abend ein,
Laß auch mich von Deiner Feier
Still gegrüßet sein!
Dann bring’ ich Dir meine Gabe,
Tief von Dank durchglüht,
Bringe freudig, was ich habe,
Dir ein sanftes Lied.
Nach Durchlesung
des vom Herrn Bischof zu Chersones und apostolischen Vikar, Johann Theodor Laurent, bei seinem Amtsantritte in Luxemburg erlassenen Hirtenbriefes.
1842.
Was fühl’ ich leis’ in meiner Seele beben?
Ist’s Deines Briefes kräft’ger Redefluß?
Ist’s Deiner Worte prächt’ges Bilderleben?
Der Sprache, meiner liebsten, eh’rner Guß?
Ist’s die Bewund’rung, die ich Deinem Streben?
Die Deinem Herzen mein Herz zollen muß?
Das Alles sagen Dir wohl tausend Zungen,
Mit Höherm aber hast Du mich durchdrungen.
Hoch auf den Bergen steht, auf grünen Matten,
Dem Himmel nahe, und die Seele frei,
So steht der Hirt im Wetterwolkenschatten,
Und fernhin klingt die liebliche Schalmei.
Da kommen, die sich früh verloren hatten,
Verirrte Lämmer aus dem Thal herbei.
Das sind die Töne, jene freien, süßen,
Die mich aus Deinem Hirtenbriefe grüßen.
Als ich ihn las, da glaubt’ ich weh’n zu hören,
Den warmen Hauch, der von dem Himmel dringt,
Den ächten Geist, der wie mit Engelchören
Durch jedes Deiner frommen Worte klingt,
Den Silberquell, der aus den gold’nen Röhren
Melodisch in das ew’ge Leben springt[11], –
Des Hirten Töne, die zu heil’gen Stufen
Verirrte Kinder seiner Heerde rufen.
Du fragst, ob ich bekannt mit jenen Tönen?
Kann ich verleugnen, was in’s Herz mir tief
Die Ladung, meinem Herrn mich zu versöhnen,
Einst an dem heil’gen Ostertage rief?
Und was mit ew’gem Heile mich zu krönen,
Mich auferweckte, als mein Leben schlief?
Nun ich die Töne hab’ von Dir vernommen,
Ist Dir zu danken dieses Lied gekommen.
Der Katholik.
Ich bin ein wahrer Katholik,
Ich sag’ es frei mit kühnem Blick,
Ich bin’s nicht blos im Gotteshaus,
Ich bin es auch im Weltgebraus’;
Ich leugn’ es nie und nimmermehr,
Und wär’ der Teufel hinterher:
Bei Gott ist meine Hülfe.
Ich bin ein wahrer Katholik,
Zum Lügen hab’ ich kein Geschick;
Bin ich im Gotteshaus gekniet,
Was kümmert’s mich, ob’s einer sieht;
Schwätz’ ich nicht Jedem nach dem Bart,
Was thut’s? Ist Katholikenart:
Bei Gott ist meine Hülfe.
Ich bin ein wahrer Katholik,
D’rauf thu’ ich mir von Herzen dick;
Der Priester hat’s mich früh gelehrt:
Daß sich im Sturm der Christ bewährt,
D’rum, tret’ ich aus dem Gotteshaus,
Dann ford’r’ ich kühn die Welt heraus:
Bei Gott ist meine Hülfe.
Ich bin ein wahrer Katholik
In Freud’ und Leid, in Schmerz und Glück,
Ich bin’s im Friede und im Streit;
Und wenn der Teufel Feuer speit,
Und wenn die Welt in Trümmer bricht –
Ich wanke nicht und weiche nicht:
Bei Gott ist meine Hülfe.
Ich bin ein wahrer Katholik,
Nicht blos für einen Augenblick;
Es geh’ uns gut, es geh’ uns schlecht,
Ich halte bei katholisch Recht;
Sag’s jedem Heuchler in’s Gesicht,
Ein Sohn der Kirche bist du nicht:
Bei Gott ist meine Hülfe.
Ich bin ein wahrer Katholik,
Ich bin kein eigennütz’ger Strick,
Der, wenn der Wind von Norden weht,
Für Gott und seine Kirche steht,
Doch wenn der Wind von Süden bläst,
Gott und die Kirch’ im Stiche läßt:
Bei Gott ist meine Hülfe.
In einer protestantischen Kirche.[12]
(Bruchstück aus einem ungedruckten Drama: „Der Katholik“.)
Kind.
Sieh Vater, offen ist die Thüre, laß
Zum erstenmal mich eine Kirche sehen.
Wie herrlich muß es sein in Gottes Hause!
(Sie treten ein.)
O Vater, sieh wie hoch die Bogen dort
Sich wölben und sich himmelaufwärts heben!
Sieh, wie die riesig großen Pfeiler streben.
Man sieht wohl gleich, daß hier ein heil’ger Ort.
’s ist schauerlich so hoch hinauf zu schauen.
Wer mochte, Vater, doch die Kirche bauen?
Vater.
O, das Gebäude ist schon alt, mein Sohn!
In finstern Zeiten, vor dreihundert Jahren,
Als überall noch Aberglauben herrschte,
Und alle Leute noch katholisch waren.
Da hat dies Gotteshaus schon hier gestanden,
Das sie „zu Uns’rer Lieben Frauen“ nannten.
Kind.
Da waren’s wohl die Heiden, die’s gebaut?
Vater.
Nein, Katholiken haben’s aufgeführt.
Kind.
Hu, Katholiken! Später, wie ich denke,
Erhielten wir’s von denen zum Geschenke?
Vater.
Nein, Kind, wir haben’s ihnen weggenommen.
So ist die Kirche nun auf uns gekommen.
Kind.
Oh! und wer ist denn Uns’re Liebe Frau?
Vater.
Das ist die heilige Maria, Kind,
Die Jesum Christum unsern Herrn geboren.
Die Katholiken glaubten auch an die,
Und warfen sich vor ihrem Bild’ auf’s Knie.
Kind.
Maria? Ei so hieß auch meine Mutter,
D’rum war sie auch so eine liebe Frau,
Wie ich’s noch heut’ in ihrem Bilde schau’.
Sie hatte mich so lieb, sie war so milde,
Und d’rum, Papa, hast du vor ihrem Bilde
Oft selbst geweint und auf den Knie’n gelegen.
Doch was mir, Vater, nicht gefällt, das ist,
Daß hier kein Schmuck und keine Bilder sind.
Vater.
Wir sind ja keine Katholiken, Kind!
Wir beten nur zu unserm Gott allein,
Zu keinem Bild, das würde Sünde sein.
Kind.
Es wär’ auch gar zu dumm, zu Bildern beten,
Ein Bild kann ja nicht hören und nicht reden.
Und dennoch ist’s so schön in deiner Stube,
Wo du die hohen Gäste gern empfängst,
Auch einsam wohl an meine Mutter denkst.
Ich weiß, obgleich ich noch ein kleiner Bube,
Daß mir’s einmal gelang, hinein zu schauen.
D’rin hängen Bilder, viel, mit gold’nen Rahmen.
Auch sah ich d’rinnen Uns’re Liebe Frauen,
Und wie sie Jesus von dem Kreuze nahmen.
Von allen Häusern hätt’ ich auf der Welt
Mir Gottes Haus am schönsten vorgestellt.
Vater.
Du mußt nicht denken, daß hier Gottes Wohnung.
Gott ist an jedem Orte, kein Revier,
Kein Raum und keine Mauer schließt ihn ein.
Er ist sowohl in meiner Stub’ als hier.
Wenn ich Gott wär’, ich wär’ am liebsten hier,
Und prächtig schmücken ließ’ ich Alles mir.
Weißt du noch Vater, als du meiner Mutter
Die schöne neue Laub’ im Garten bautest,
Die wir so gern nach ihrem Namen nennen,
Und die ihr so gefiel, weil du sie ihr
Gewidmet und geschmückt; wo sie am liebsten
An jedem Abend mit uns Kindern weilte?
Da weilst du auch nun stets am liebsten, da,
So sagst du, ist sie dir noch immer nah.
Ja, wenn ich Gott wär’, unter allen Zonen
Thät’ ich am liebsten in der Kirche wohnen.
Da müßten an der Wand und in den Gängen,
Wie bei’m Papa, die schönsten Bilder hängen,
Und meine Mutter müßte bei mir sein.
Doch was bedeutet das Gefäß von Stein,
Dicht bei der Thüre zierlich eingemauert?
Ein Becken scheint’s, um Wasser zu bewahren,
Doch ist es nicht benutzt seit vielen Jahren,
Denn siehe, einsam haben Spinnen oben
Die grauen Schleier d’rüber her gewoben.
Vater.
’s ist ein Gefäß, aus dem sie Wasser nahmen,
Benetzend sich, wenn sie zur Kirche kamen,
In Vaters, Sohns und heil’gen Geistes Namen.
Warum?
Vater.
Ich weiß nicht, ’s war so hergebracht,
Und darum haben wir’s nicht nachgemacht.
Kind.
Sieh, Vater, hier das große Eisengitter,
Dahinter seh’ ich der Verwüstung Spuren,
Und Mörtel, Steine, Bretter und Figuren,
Im Wirrwarr liegt’s vergessen und verlassen.
Unheimlich dämmrig ist’s an diesem Orte,
Wär’ ich allein, mich würde Furcht erfassen.
Vater.
Mein Kind, da stand der alte Hochaltar,
Nebst Tabernakel, wie’s gebräuchlich war.
Auf eines Heil’gen Grab ein großer Stein,
Geweiht zum Dienst des heil’gen Opfers ein.
Mit Blumen reich geschmückt von frommen Händen,
Und Bildern, Crucifix und Ornamenten;
Im gold’nen Meßgewand und Cingulum
Beging der Priester das Mysterium,
Und Alles büßend sich zur Erde neigte,
Wenn er die Hostie dem Volke zeigte.
Nun liegt das Ding zerbrochen und zerschlagen,
Ein traurig Denkmal aus vergang’nen Tagen.
Sieh, ein zerschlag’ner Arm ist noch zu schauen,
Von Stein, zwei große Schlüssel in der Hand.
Wer that das, Vater? Immer sagtest du,
Altäre seien heilig, und in Ruh’
Soll man die Gräber und Altäre lassen.
Du lehrtest mich tief in der Seele grauen,
Als du erzähltest, wie das Römervolk
Die christlichen Altäre einst zerschlagen,
An denen fromme Menschen betend lagen.
O sicher stürzten dieses Heiligthum
Die Katholiken oder Römer um.
Vater.
Wir selber, Kind, die Protestanten thaten’s,
Und der Altar war ein katholischer.
Kind.
Wie Schade! da erblick’ ich unter Trümmern
Ein schönes Antlitz, fein aus Holz geschnitzt.
Wie lieblich seine sanften Züge schimmern!
Auch Brust und Arm, und auf dem Arme sitzt
Ein kleines Kind, dem sie die Hand zerschlagen.
Was ist das für ein Bild, es gleicht der Mutter?
Vater.
Das ist das Bildniß Uns’rer Lieben Frauen.
Nun komm! daß wir den Küster nicht verdrießen.
Laß mich noch einmal dieses Bild beschauen,
Dann mag der Küster seine Kirche schließen.
Bei diesem Bilde schwindet alles Grauen.
Wie blickt es mich so wunderlieblich an!
Du liebe Frau, was hast du denn gethan,
Daß sie dich brachen, und dein Kind zerstießen?
Gern nähm’ ich’s mit in unser Haus, und träumte:
Ich sähe meine Mutter, und ich leimte
Dem Jesuskind’ ein and’res Händchen an.
Vater.
So willst du dennoch, Karl, ein Schreiner werden?
(Der Küster zieht die Thurmglocke.)
Kind.
Noch eins! sag’, warum, wenn die Sonne scheidet,
Die Glocke dreimal drei vom Thurme läutet.
Es weiß es Niemand, was der Gruß bedeutet.
Vater.
Das schreibt sich auch noch her aus alter Zeit.
Als nämlich Alles noch katholisch war,
Da hat man so das Angelus geläut.
Und wenn die Glocke dreimal drei erklungen,
Dann nahmen alle Leut’ von jedem Stande,
Der Städter, wie der Bauer auf dem Lande,
Der Bettler auf dem Feld, der Prinz im Schlosse,
Der arme Pilger, wie der Graf zu Rosse,
Von ihrem Haupt den Hut, und beteten
Ein still Gebet zu Uns’rer Lieben Frauen.
(Das Kind sinkt auf die Knie.)
Was bet’st du Junge, bist du nicht gescheid?
Ein protestantisch Kind hier auf den Knien?
Kind.
O, laß mich beten wie kathol’sche Leut’.
Lagst du doch vor der Mutter auf den Knien.
Laß mich bei Uns’rer Lieben Frauen beten!
Das Schreinerhandwerk will ich nicht betreten,
Doch bitt’ ich, Vater, daß ich auf der Erden
Weit lieber noch ein Katholik soll werden.
Vater.
Nun komm, die Nacht bricht ein, hier ist kein Zaudern.
Du plauderst grade, wie die Kinder plaudern.
(Sie verlassen die Kirche.)
Maria![13]
O Du süßester von allen Namen!
Wie so sanft durch meiner Harfe Saiten,
So melodisch, Deine Töne gleiten!
Wie Accorde, die von jenseits kamen,
Die aus unbekannten Herrlichkeiten
Leise Lüfte zu mir her geleiten, –
Lieblich, wie ein fernes sel’ges Amen,
Tönst Du, Name der Gebenedeiten:
Maria.
Dunkel ist die Nacht. Verirrt und müde
Hebt empor der Pilger seine Hände,
Daß ein Stern ihm Licht und Tröstung sende.
Da, wie wenn der Osten Purpur sprühte,
Wie wenn die Natur in Lieb’ entbrennte,
Wie das Morgenroth am Firmamente, –
Also flammt Dein Nam’ in mein Gemüthe,
Und ich nenn’ ihn tausendmal ohn’ Ende:
Maria.
Ja, den Morgen fühl’ ich in mir tagen,
Meine Seele glüht in heil’ger Freude,
Wenn Du einziehst, lieblichste der Bräute,
Wie ein Königsweib auf gold’nem Wagen.
Meine Blumen steh’n im Festgeschmeide,
Alle Berge steh’n in ros’gem Kleide,
Und die Glocken meines Innern schlagen
Ein unendlich liebliches Geläute:
Maria!
O Du Heil’ge! Sieh in anderm Bilde
(Denn wie Du bist, singen keine Lieder)
Nahst Du schöner meiner Seele wieder.
Nacht und Graus bedecken die Gefilde,
Mit dem Racheschwert aus Blitzen zieht er
Hoch einher der Herr und Weltgebieter, –
Plötzlich unter Donnerwetter, milde,
Blickst Du, Mond der Liebe, auf mich nieder,
Maria!
Wenn ich so die alten Lieder zähle,
Die ich frisch, von Melodien durchdrungen,
Froh und weinend in die Welt gesungen,
Fühl’ ich schmerzlich eine schwere Fehle.
Wo ein Kranz mir rund und schön gelungen,
Für die Welt nur hatt’ ich ihn geschlungen;
Keiner hat geheiligt meine Seele,
Kein Lied, keines ist für Dich erklungen,
Maria!
Sieh, mein Götze war ein ird’sches Lieben,
Ruhm und Ehre meine gold’nen Sterne,
All mein Dichten, Blüthen ohne Kerne,
Mein Talent im Dienst von eiteln Trieben.
Deine Bilder hatt’ ich lieb’ und gerne,
Doch Du selber bliebst mir ewig ferne.
Ferne? Nein, Du bist mir nah’ geblieben:
Meine Harfe tönt’, ich lausch’, ich lerne:
Maria!
Nun und ewig nur zu Deinem Ruhme,
Will ich rauschend meine Saiten schwingen,
Will sie Dir zum Weihgeschenke bringen,
Segne sie zu Deinem Heiligthume!
Wenn sich tönend Reim’ um Reime schlingen,
Soll Dein süßer Name sie durchklingen,
Und mein letztes Lied, Du Himmelsblume,
Jubelnd Deine Herrlichkeiten singen,
Maria!
O, ein Psalm ist schon allein Dein Name,
Und er tönt in allen Erdenkreisen.
Also laß auch mich Dein Sänger heißen,
Sei Du, Jungfrau, meine heil’ge Dame!
Lehr’ mein Lied nur einen einz’gen leisen
Wiederhall von jenen Himmelsweisen,
Meine Stimme, daß sie nicht erlahme,
Deine Schönheit für und für zu preisen,
Maria!
Du dagegen wollest für mich bitten!
Des Allmächt’gen donnernde Gewalten
Hätten längst mein sünd’ges Herz zerspalten,
Wenn nicht Jesus an dem Kreuz gelitten.
Bitt’ für mich, damit sie gnädig walten,
Und den Fluch von meinem Haupte halten!
Laß zu Jesus sich die Lieb’ inmitten
Meiner Seele wie die Blum’ entfalten!
Maria!
Und zum andern woll’st Du mir erflehen,
Daß ich spät und frühe Dein gedenke,
Treu und warm Dir meine Andacht schenke,
Und auf Dich stets meine Augen sehen.
Daß Dein liebes Bild sich zu mir senke,
Wenn mit Gaukelbildern mir die Ränke
Einer eiteln Welt den Sinn verdrehen,
Daß ich nimmer Deine Liebe kränke,
O Mutter!
Mutter! welch ein Schmerz in diesem Worte!
Ach, ich seh’ Dich mit den bleichen Wangen,
Wie die Söldner ihre Geißeln schwangen,
Seh’ Dich dringen durch die wilde Horde,
Und vergeh’n in jammervollem Bangen,
Als die heil’gen Lippen: Mutter! klangen,
Seh’, wie bei dem blut’gen Gottesmorde
Dir das Schwert durch’s keusche Herz gegangen,
O Mutter!
Dennoch gibt dies Wort mir Trost und süßen
Muth, verherrlicht und geehrt wie Keine,
Thronst Du ja in ew’gem Glorienscheine,
Und die Engel ruh’n zu Deinen Füßen.
Mutter! o wie ich vor Freude weine,
Daß Du, Mutter Gottes, auch die meine,
Daß ich Dich mit diesem Namen grüßen,
Zu Dir sagen darf, Du himmlisch Reine:
O Mutter!
Bitt’ für mich, bei Deines Sohnes Wunden!
Laß nicht seine Liebe von mir weichen,
Laß mich mehr und mehr Dir, Mutter, gleichen!
Und dann, in der letzten meiner Stunden,
Mutter, gib mir dann ein freundlich Zeichen,
Daß ich froh Dir mag die Hände reichen,
Und mein Herz dem ew’gen Licht gesunden,
Maria!
Maria in der Seele.[14]
O heil’ge Mutter, wie ich mich betrübte,
Und mich in Unruh’ quälte Nacht und Tag!
Eh’ meine Seele Dich, wie jetzo, liebte,
Und wie ich Dir’s zu sagen nie vermag!
Wie fühl’ ich, gleich dem mutterlosen Kinde,
Mein ganzes Leben so verwaist, so halb,
Und wie erbärmlich hab’ ich mit der Sünde
Gerungen, gleich dem Schäfer mit dem Alp.
Sieh, meine Seele war wie eine Hütte,
Die nur mit Mühe noch zusammenhält.
Der Felsen drohte, daß er sie verschütte,
Und durch die Fenster zog der Sturm der Welt.
Der Blitz, wie wenn’s den Untergang gegolten,
Umzingelte das Haus, und angstgepreßt
Hielt d’rinnen zitternd, wenn die Donner rollten,
Mein Glaube sich an Erdenhülfe fest.
Nun aber, seit Du Jungfrau eingezogen,
Ist meine Seel’ ein königliches Haus.
Zum Himmel wölben sich die stolzen Bogen,
Und seine Giebel trotzen Sturm und Graus.
Du wandelst durch die duftigen Gemächer,
Darinnen Flöten klingen und Schalmei’n,
Die Engel steigen nieder auf die Dächer,
Und Gottes Sonne scheint durch’s Fenster ’nein.
Wie kam’s doch? Hab’ ich oft zu Dir gebetet,
Freiwillig meine Seele Dir geschenkt?
Hab’ ich mich oft vor Deinem Bild verspätet,
In Deine Herrlichkeiten mich versenkt?
Du Kön’gin, hat mein Herz Dich eingeladen?
Rief meine fromme Kühnheit Dich herab?
Daß Deine Liebe mir so süße Gnaden,
So unverdiente Seligkeiten gab?
Ach nein, Maria, Du bist ungebeten,
Und aus Erbarmen mit des Sünders Last,
In meiner Seele dunkles Haus getreten;
In Scham erglüht sie vor dem hohen Gast.
Du kamst Dein Kind, Du treue Mutter, suchen,
Du hast’s gefunden, o wie wohl ist mir!
Nun mag der Sturm weh’n und die Hölle fluchen,
Mein Herz ist Dein, ich halte fest an Dir.
Dies Herz – Dein Frieden, Heilige, bewohnt es,
Und Du zerstreutest seine Angst und Qual.
Sieh, wie ein Wurm am sanften Licht des Mondes,
Erfreut es sich an Deinem milden Strahl.
O Heil’ge, bleibe bei mir jetzt und immer!
Und, Mutter, wenn der Tod mein Auge bricht,
Dann leuchte mir mit Deinem heiligen Schimmer,
Und führe rettend mich zum ew’gen Licht!
Die Verfolgung.
Halt ein! ihr Schergen diabol’scher Mächte,
Was soll das wüste Waidwerk Tag für Tag?
Ein Greis steht vor euch, hebt zu Gott die Rechte,
Vernichten könnt’t ihr ihn mit Einem Schlag.
Ist einer unter euch, ihr feigen Knechte,
Der ihm den weißen Schädel spalten mag?
Ich ruf’ euch zu mit aufgehob’nen Händen:
Halt ein mit eurer Treibjagd, eurem Schänden!
Ja, eine Treibjagd, denn mit frecher Stirne
Jagt ihr das Wildpret über Berg und Thal;
Gefangen schleppt ihr’s in die Fleischerschirne,
Und freut euch wohlgefällig seiner Qual.
Verwirrt hat euch der Teufel die Gehirne,
Woraus er lachend die Vernunft euch stahl.
Nun seid ihr seine herrschaftlichen Jäger.
Pfui! dreimal pfui für solche Würdenträger!
Doch hört! vielleicht noch respectirt ihr Schranken,
Vielleicht in eurer Brust ist noch ein Trieb.
Ein Klang aus frühern Jahren, der dem kranken,
Dem sturmbewegten Herzen theuer blieb. –
Dann thut es diesem einzigen Gedanken,
Thut’s dem, was euch noch heilig ist, zu lieb:
Halt ein! beendigt eure Jagd zur Stunde,
Gebt das Signal und koppelt eure Hunde!
Und thut ihr’s nicht, so höret mit Entsetzen,
Was dann geschieht, ich sag’s euch, ich, ein Greis.
Ihr denkt, das Wild würd’ sich zur Wehre setzen,
Mit Nimrod kämpfen die verfolgte Geis;
In euern Lanzen sich den Leib zerfetzen,
Und Rettung suchen um des Lebens Preis?
Wir würden euch, wie Tilly einst den Schwed’schen,
Den Zorn mit blut’gen Worten zukartätschen?
Aufspringen, denkt ihr, würden die Ementen,
Und rächend hoch auf Barricaden steh’n,
Die Glaubensbanner unter Sturmesläuten,
Wie Oriflammen, von den Bergen weh’n,
Und wir mit Stolz, gleich jenen Himmelsbräuten,
In Kampf und Tod für uns’re Kirche geh’n.
Ihr denkt’s? dann denkt es auch mit allen Schauern,
Malt eures Meisters Bild nicht an die Mauern!
Doch nein, dem edlen Hochwild gilt das Jagen,
Dem Hirsch, der stumm und ohn’ Empfindung scheint.
Nur wenn das Blei ihm in das Herz geschlagen,
Und tödtlich ihn verwundet hat der Feind,
Dann läßt er hör’n ein leises süßes Klagen,
Und was er nie gekonnt und that: er weint.
So leiden wir, so weinen wir und klagen,
Wenn eure Bleie uns in’s Leben schlagen.
Des Wildes Klageton stirbt unter Zweigen,
Der unsrige fliegt rasch zum Herrn empor.
Wenn eure Flüch’ hinab zur Hölle steigen,
Dringt uns’re Stimme bis zu Gottes Ohr.
Kein menschlich Tribunal bringt sie zum Schweigen,
Posaunengleich sprengt sie das Himmelsthor.
Gott schreibt sie in die großen Jagdannalen,
Um Wild und Jäger einst den Lohn zu zahlen.
’s war eine Zeit – vielleicht in stillen Nächten
Habt ihr sie wie ein Traumbild noch erblickt;
Es war die Zeit, eh’ ihr von finstern Mächten
Die Waffen lehrtet, die ihr auf uns zückt,
Eh’ ihr’s gelernt, mit Gott und Kirche rechten,
Und eh’ der Satan euern Geist berückt –
Ach! diese Zeit mit ihren Seligkeiten,
Sie ist verklungen wie ein Spiel der Saiten.
Ein festlich majestätisches Geläute
Rief euch, noch Kinder, in das Gotteshaus.
Ihr gingt mit Freudigkeit, wie wir noch heute,
Ihr trugt, wie’s Brauch ist, einen Blumenstrauß;
Wie Glanz des Himmels, wie der Engel Freude,
Sah euch die Unschuld aus dem Aug’ heraus –
Und ihr gelobtet euch im Sacramente
Dem lieben Heiland bis an’s Lebensende.
Noch seh’ ich euch am Tisch des Herren essen,
Und wie die Gnade euer Herz durchbrannt.
Noch seh’ ich euch die keuschen Lippen pressen
Auf’s Kruzifix in eurer reinen Hand.
O sagt, habt ihr die Thräne ganz vergessen,
Die damals euch im frommen Auge stand?
Wie weit ist’s doch, seit jenen schönen Tagen
Bis zu dem heut’gen mörderischen Jagen?
Und bringt euch, Buben, nichts mehr zu Verstande,
So denkt an jenen einz’gen heil’gen Tag –
Und dann – schlagt zu! dann laßt sie los, die Bande,
Dann schießt und mordet durch Gebüsch und Hag.
Noch nie gab’s so viel Edelwild im Lande,
Ein Jagen, wo’s geduldiger erlag.
Schlagt zu, ihr Herrn, und macht mir’s nicht gelinder!
Mein Weib ist todt, doch hier sind meine Kinder.
1848.
Ein wilder Sturm ist in die Welt gefahren,
Durchwühlt die Völker, wie ein brausend Meer.
Prophetenstimmen aus verklung’nen Jahren
Zieh’n wie Posaunentöne vor ihm her.
Entfesselt sind der Geister wilde Schaaren
Und die Empörung schwingt den blut’gen Speer.
Es ist ein Toben und ein wildes Kämpfen,
Als wälzte sich die Zeit in schweren Krämpfen.
Wer ist der Steuermann in solchen Wettern,
Wer ist der Geist, der über’n Wassern schwebt?
Ein Herrscher, der das Schiff aus morschen Brettern
Maschinenmäßig durch die Wellen hebt?
Ein Feldmarschall, der unter Bombenschmettern
Sich in die Weichen der Empörung gräbt?
Kann Menschenweisheit jenem Sturm gebieten,
Gibt uns ein Machtwort den verlor’nen Frieden?
Wohl mag ein Stern uns aus den Wogen retten,
Doch keiner, der auf Uniformen blinkt,
Wohl eine Hand vermag uns warm zu betten,
Doch keine, die ein irdisch Scepter schwingt.
Und für das Schiff gibt’s neue, sich’re Ketten,
Doch keine, die uns um die Freiheit bringt.
Wo Geister kämpfen mit der wilden Brandung,
Führt nur ein Geist die Ringenden zur Landung.
Der Stern, die Stella maris, die wir kennen,
Wir seh’n ihn hehr und schön vom Himmel schauen,
’s ist kein Pilot, der ihn nicht weiß zu nennen,
Den süßen Namen Uns’rer Lieben Frauen.
Wo gibt’s Fanale, die so glänzend brennen,
Wenn uns die Nacht umfängt und Tod und Grauen?
Das ist der Stern, vor dem in Sturmesreigen
Die Wogen ihre stolzen Häupter neigen.
Die Hand, das ist die Hand der Braut des Herren,
Die lehrend sich herab zum Schiffer neigt,
Die, wenn sich Fels auf Fels entgegensperren,
Ihm winkt und ihm die Fahrt zum Hafen zeigt,
Und, daß die Wogen ihn nicht abwärts zerren,
Den Segen ihres hohen Bräut’gams reicht.
Wo diese Hand regiert, von Gottes wegen,
Da geht das Schiff dem sichern Port entgegen.
Die Kette, die es hält für alle Zeiten,
Reicht von der Erde in die Ewigkeit,
Die Kette zweier Welten, die in beiden
Uns zur Gemeinschaft aller Heil’gen reiht –
Im Siegen, wie im Sterben und im Leiden,
In Nacht und Trübsal, Gnad’ und Herrlichkeit –
Das ist die Kette von Demant und Eisen,
Die keine Stürme dieser Welt zerreißen.
O süßer Meerstern, der vom Himmel d’roben
So mild und freundlich auf uns niederschaut,
O zarte Hand, der, wenn die Wellen toben,
Der Schiffer demuthsvoll den Kahn vertraut,
O diamantnes Band, von Gott gewoben, –
Ja, wenn es uns in Nacht und Stürmen graut –
Und wenn wir nichts mehr hoffen, nichts mehr lieben,
Wir glauben noch, denn ihr seid uns geblieben.
Komm!
O komm, still’ unser heißestes Verlangen,
O zeige Dich dem sehnsuchtsvollen Blick;
O wüßtest Du nur unsers Herzens Bangen,
Längst wärst Du bei den Trauernden zurück.
Mit Dir ist Fried’ und Freud’ hinausgezogen;
Seitdem Du fehlst, fehlt unser liebstes Glück.
So harrt die Braut nicht ihres Auserwählten,
Wie wir bisher die Tag’ und Stunden zählten.
O komm, o komm, ein Jammer ist’s im Lande;
Seitdem Du gingst, war’s eine schwere Zeit,
Ein Hurrah über’s and’re schreit die Bande,
Der Teufel machte sich noch nie so breit;
Doch wer sich zu der Mutter Gottes wandte,
Hat Dir schon manch Gebet geweiht.
O komm, du kannst’s ja, von Sanct Peter’s Stufen,
Hat Dir es Pius freundlich zugerufen.
O komm, Dir harren tausend Herzen:
Die Kirche mit der Glocken Jubelton,
Die Hochaltäre mit dem Schmuck der Kerzen,
Die Gläub’gen mit Gesang und Prozession;
Empfang’ die Lieb’ als Balsam Deiner Schmerzen,
Und für die uns’rigen sei Du der Lohn,
Damit uns so, mit Gott verbunden,
Das Leid vergeht, vernarben uns’re Wunden.
Gott sei geklagt, die Jungen und die Alten,
Sie fragen sich, was Deine Schritte hemmt?
Der Vater weiß, mit welchen Trotzgewalten
Der böse Geist sich Dir entgegenstemmt;
Doch wenn die Kinder ihre Händchen falten
Und Abends fragen, wann ihr Bischof kömmt,
Dann sagt die Mutter leise wieder: Morgen.
Das Kind entschläft, die Mutter wacht in Sorgen.
O komm, steh, alle Tage wird es trüber,
Die alte Zeit scheintodt stieg aus dem Grab,
Nicht ist, seitdem Du gingst, der Sturm vorüber,
Kein Retter uns erschien, der Frieden gab.
So komm denn Du, den Hermelin wirf über,
Gebiet dem Sturm mit Deinem gold’nen Stab,
Laß auf die Wogen, die wir bang durchlenken,
Sich Dein gewohnter Segen niedersenken.
Das Marienbild zu Rimini.
1850.
Wunder! Leben gießt sich in das Todte.
Durch des Menschen Machwerk zuckt der Geist,
Zuckt der Strahl, der als ein Himmelsbote
Die Gesetze der Natur zerreißt.
Seht, das Auge öffnet sich und milde
Strahlt es den unmittelbaren Gruß,
Und das Volk fällt nieder vor dem Bilde –
Signa dantur infidelibus.
Nun vom Volk zu des Allmächt’gen Throne
Hebt der Blick der Heiligen sich empor.
„Gott allein die Ehr’ und seinem Sohne,
Der zur Himmelskön’gin mich erkor!“
Sursum corda! und zum Herrn und Meister,
Mit des Auges seligstem Erguß,
Reißt sie aufwärts die erschrock’nen Geister –
Signa dantur infidelibus.
D’rauf der Heil’gen Auge senkt sich nieder,
Und zurück zu Staube sinkt das Erz,
Und das Volk wird seiner Sünde wieder,
Seines Fluchs bewußt das Menschenherz.
Laßt uns beten, beten tief im Staube:
„Herr zertritt mich nicht mit Deinem Fuß.“
Laßt uns einig sein in Lieb’ und Glaube –
Signa dantur infidelibus.
An Maria.
O Maria, laß gelingen,
Und sei meine Helferin,
Laß mich gut und recht vollbringen,
Was ich jetzt gesonnen bin.
Mutter Gottes, alle Tage
Warst Du bei mir, sonst und jetzt,
Und ich habe keine Klage,
Daß Du mich verlassen hätt’st.
Hilf mir auch bei diesem Werke,
Gib, wofern Du mich noch liebst,
Daß ich mir die Winke merke,
Die Du deinem Diener gibst.
Wenn’s dann geht, wie ich begehre,
Dann sei Dir das Werk geweiht,
Dir allein zu Ruhmes Ehre,
Mutter aller Herrlichkeit.
Dem hochwürdigen Herrn Pater Zobel,
Direktor des Jünglingsvereines, zu seinem Namenstage, den 7. December 1854, vom Vereine gewidmet.
Wenn ringsumher die Bösen uns umschleichen,
Dem Löwen gleich, der seine Beute sucht;
Wenn der Gesellschaft Fundamente weichen;
Wenn schlecht, was fromm, und gut ist, was verrucht;
Wenn Brüder, statt die Hände sich zu reichen,
Im Hasse einer wild dem andern flucht –
Wohin mit deinem süßen Himmelstriebe,
Wohin willst du dich flüchten, heil’ge Liebe?
Wenn ringsumher die Völker sich befehden,
Von West nach Ost die Kriegsdrommete klingt;
Wenn seinen Schlachtgesang auf fernen Rheden
Der Tod aus tausend Feuerschlünden singt,
Und, wo noch jüngst des Friedens Palmen wehten,
Der Haß die Fackel der Vernichtung schwingt –
O Liebe dann, zu welchen Freiheitsstätten
Willst du, der flücht’gen Taube gleich, dich retten?
Da öffnen sich die großen Geisterhallen,
Die ein Granit auf seinem Haupte trägt,
Wo ewig neu die Wogen niederprallen
Der Brandung, die an ihre Mauern schlägt.
Dort ist die Stätte, dorthin magst du wallen,
Dort, wo kein Streit des Menschen Herz bewegt,
Wo keine Ketten dich der Erde binden,
O süße Liebe, deine Ruhe finden.
Und hat dies heil’ge Dach zur rechten Stunde
Auch uns vereinigt, eine junge Schaar,
Zu Lieb’ und Treu’, zu brüderlichem Bunde,
Ein Obdach gegen Sturm und Tod’sgefahr:
So drängt es sich vom Herzen nach dem Munde,
Zu danken dem, der unser Leitstern war,
Der uns’rer Seelen träges Feuer schürte,
Und uns zum Tempel heil’ger Liebe führte.
Und alle Gnaden, die wir uns erwerben,
Und jeder Blick vom lieben Jesuskind;
Und jede Huld, im Leben und im Sterben,
Die aus den Händen der Maria rinnt,
Und jede Rettung, die aus dem Verderben
Der heil’ge Joseph unserm Bund gewinnt,
Ja, alles Gute, was uns Gott gesendet,
Sei dankbar unserm Führer zugewendet.
Lied für den Jünglingsverein.
1854.
Im Waffenkleid, in blankem Stahl
Vom Kopf bis zu den Waden,
Umsteh’n den tapfern General
Die muthigen Soldaten.
Im Auge blitzt der Heldenmuth,
Verachtung für die Schande.
Sie rufen laut – und schwenken den Hut –
Ein Hoch! dem Vaterlande.
Und Hoch! dem General, der sie
So oft ins Feld geführet,
Und gegen manche Schlachtbatt’rie
Die Truppen commandiret.
Der sitzt mit seinem Ordensband
Auf seinem stolzen Pferde,
Und dankt, an seinem Hut die Hand,
Mit freudiger Geberde.
Auch wir sind eine stärk’re Armee,
Als manche Contingente.
Es hängt uns zwar kein Portepee,
Kein Schwert um uns’re Lende;
Doch unser Schwert und uns’re Wehr,
Das ist der gute Glaube,
Der heil’ge Schutz von Oben her
Ist uns’re Pickelhaube.
Auch unser Herz durchglüht der Muth,
Auch wir verachten die Schande,
Und rufen auch – und schwenken den Hut –
Ein Hoch! dem Vaterlande.
Das ist noch größer als Oesterreich,
Als Preußenland und Polen,
Man mißt’s nicht aus, und lief man gleich
Auf Siebenmeilen-Sohlen.
Und alle Menschen wohnen d’rin,
Die Großen und die Kleinen,
Das Land umschließt als Hüterin
Eine Mauer von Edelsteinen.
Und unser Herrgott hat gesagt:
Mit Stürmen und Gewittern
Soll nicht die Hölle, wenn sie’s wagt,
Dies Vaterland erschüttern.
Es leb’ auch hoch der General,
Der uns zu Felde führet,
Und der uns nicht zum ersten Mal
Zum Kampfe commandiret.
Der sitzt nicht mit dem Ordensband
Auf einem stolzen Pferde:
Er trägt ein einfach schwarz Gewand
Und geht auf rauher Erde.
Nicht streng ist sein Commandowort,
Es dringt aus sanfter Kehle,
Und dennoch reißt’s wie Sturmwind fort,
Und dringt uns durch die Seele.
Er droht uns nicht mit Haft und Strang,
Der Feind nur kriegt die Hiebe,
Und unser ganzes Reglement
Ist guter Will’ und Liebe.
Sein Hauptquartier und Marschallzelt
Ist eine stille Klause,
Dort stünd’ ein jeder, wenn es gält’,
Als Schildwach vor dem Hause.
Wir halten bei ihm allzumal,
Im Frieden wie im Streite.
Es lebe unser Feldmarschall
In seinem Ordenskleide.
Der Jünglingsverein an seinen Director,
bei dessen Abreise nach Rom,
am 10. April 1855.[15]
Großer Jubel ist in Sion, und die Glocken rings im Land
Bringen uns die frohe Kunde, daß der Herr vom Tod erstand.
Und mit ihm aus langer Trauer ist erwacht die Creatur,
Wird’s lebendig in den Herzen und lebendig in der Flur.
O das ist ein Tag, da läßt sich wohl verwinden manches Weh,
Und der Erde Leid und Kummer schmilzt dahin wie Frühlingsschnee.
Zeigt sich dann im Menschenauge eine Thräne hell und klar,
Das ist der verwund’ne Kummer, der vor Gott zerschmolzen war.
Darum sind wir nicht zu klagen hier erschienen im Verein,
Nicht dem Schmerze, nur dem Wunsche wollen wir die Sprache leih’n.
Geh mit Gott, doch bleibe bei uns! In der Ferne bleib’ uns nah!
Deiner Kinder hier im Lande denk’ im Land Italia!
Wo Du weilest in der Ferne, fliegst auf rascher Eisenbahn,
Schaukelst auf der Ströme Wellen, oder auf des Meeres Plan,
Wandelst auf dem welschen Boden, unter’m blauen Himmelszelt,
Oder durch die ew’gen Hallen in der großen Stadt der Welt: –
Unsre betenden Gedanken geben treu Dir das Geleit,
Und die Heil’gen, die wir rufen, steh’n als Garde Dir zur Seit’.
Jesus, Maria und Joseph steigen mit Dir ein und aus,
Und zu Wasser und zu Lande fliegt ein Engel Dir voraus.
Aber, wenn Dein Werk vollendet und erfüllt ist Deine Pflicht,
Heim aus Roma’s Herrlichkeiten, heimzukehren zögre nicht.
Wenn Du an der reichen Quelle, an dem Born des Lebens trinkst,
Dann vergiß nicht Deiner Durst’gen, daß Du ihnen Labung bringst.
O dann zählen wir die Stunden, wo das Boot die Räder schlägt,
Das, vom lauen Süd beflügelt, den Geliebten zu uns trägt.
Und die Heiligen begleiten wieder Dich zu Land und Meer.
Zögre nicht! der Herr schickt wieder seinen Engel vor Dir her.
Segne uns noch, eh’ Du scheidest! Deine Schaar ist nicht verwaist,
Rufst Du betend auf sie nieder Vater, Sohn und heil’gen Geist.
Dann leb’ wohl auf Wiedersehen! und zum Liebespfand,
Daß sie aus der Fern’ uns leite, reich uns deine theure Hand.
Der Lehrer an seine Schüler.
Es ist ein heilig Band, das um die Herzen
Der Lehrer und der Lernenden unsichtbar
Die Wissenschaften und die Künste winden –
Ein Band, gar oft entweiht, doch unvergänglich,
Wenn die Gemüther sich einander finden.
Dies Band zu weben, sind geheime Geister
Mit raschen Händen früh und spät geschäftig.
Bald kommen sie auf Sternenhöh’n des Glaubens,
Die nicht des Menschen Auge schauen kann;
Bald aus den Räumen der geschaffenen
Naturwelt, die sein kühner Blick durchdringet;
Bald aus den Tiefen der Philosophie;
Bald aus dem bunten Reiche fremder Zungen,
Die der Verstand zur Harmonie gezwungen:
Bald aus des Alterthums entleg’nen Welten,
Von denen Weise jener Tage melden;
Bald aus den Wäldern weit entfernter Zonen,
Wo weder Thiere noch die Menschen wohnen.
So kommen sie, mit alt’ und neuem Leben,
Die unsichtbaren Geister, gleich den Elfen,
Aus allen Elementen, um zu helfen,
Geheimnißvoll der Liebe Band zu weben.
Doch kenn’ ich zwei von jenen kleinen Webern,
Gar sehr geschäftig, mächtig, flink Geschwister.
Die eine, ernst, mit blauem deutschem Auge,
Von reichem und harmonischem Gemüthe, –
Die Schwester, eine schöne Himmelsblüthe,
Die einst als Mädchen aus der Fremde kam,
Mit einem Füllhorn überird’scher Gaben.
Die erste trägt die Tafeln der Gesetze,
Wonach die Muttersprache tönt und klingt;
Die and’re mit dem Amaltheahorne,
Sie trägt die gold’nen Schlüssel zu dem Borne,
Aus welchem in melod’schen Wellen
Die Lieder uns’rer Dichter quellen.
Was hab’ ich diesen Schwestern zu verdanken,
Wenn jetzt auch uns mit Amaranthenzweigen
Die Früchte und die Lieb’ umranken,
Die sich so schön in diesem Strauße zeigen?
Dann bin ich glücklich, denn, wie jene Schwestern,
Zu allen Zeiten, heut’ wie gestern,
Ein ewig jugendlicher Hauch durchdringt:
So wird auch immer leben, was sie schufen,
Und oft den Freund, der ferne von euch geht,
Und jetzt bewegten Herzens vor euch steht,
In euer liebendes Gedächtniß rufen.
Lebt wohl, ich dank euch für die schönen Stunden,
Wo ihr der Muttersprache Melodien
Ein freundlich und empfänglich Ohr geliehen, –
Wo ich für kurze Zeit das Glück gefunden,
Mit euch durch jene Blumenflur zu ziehen,
In der wir manchen schönen Strauß gebunden.
Lebt wohl, und laßt der Welt ihr eitles Treiben!
Was uns verknüpft, muß ewig bleiben!
Epilog nach der Preisevertheilung
im K.-G. Athenäum zu Luxemburg
am 21. August 1853.
Verklungen sind die brausenden Accorde,
Die durch den glanzerfüllten Saal getönt;
Verhallt die Lieder, die gewalt’gen Worte,
Und all der Pomp, der dieses Fest verschönt.
Es schließt Athene ihres Tempels Pforte,
Heim zieht die junge Welt, von ihr gekrönt,
Und unter’m Jubel ist entzückter Wogen
Das hohe Fürstenpaar dahin gezogen.
Wir fragen, ist es Täuschung nur gewesen?
War’s nur ein Traum aus dem romant’schen Land?
Und haben wir ein Mährchen nur von Wesen,
Die uns die Zauberwelt der Feen gesandt,
Vom „Mädchen aus der Fremde“ nur gelesen,
Die den Geliebten ihres Herzens fand,
Und nun beglückend Alles, die Beglückte,
Mit Lorbern uns’rer Söhne Häupter schmückte?
Ach, so ist unser Dasein ein Entbehren,
Daß Aug’ und Herz sich selber nicht mehr trau’n,
Wenn ungetrübt mit seligem Verklären
Entzückungs-Stern’ in uns’re Thäler schau’n.
Wer uns besucht, war nicht ein Prinz der Mähren,
Nicht eine Königin der Elfenfrau’n –
Sie selber sind’s, und uns’re Herzen brennen,
Vor Freude, daß wir sie die unsern nennen.
Und konnten wir nicht fesseln die Sekunden,
Gebieten nicht dem Pendelschlag: halt ein!
Soll darum die Erscheinung ganz verschwunden
Und, wie ein Traumgebild, vergessen sein?
Herbei ihr Künste, die den flücht’gen Stunden
Unsterblich Leben bei der Nachwelt leih’n!
Ihr Maler mit der Dichtung um die Wette,
Herbei die Leinwand, Pinsel und Palette!
Malt mir ein Meisterbild – euch wird zum Lohne
Ein Ruhm, der durch’s Jahrhundert wiederhallt –
Malt mir auf sammtgeschmücktem Blumenthrone
Ein Wesen von ätherischer Gestalt,
Ein fürstlich Weib, und aller Frauen Krone.
Der Schönheit majestätische Gewalt
Laßt mit der Anmuth Grazie sich vereinen,
Und über sie der Jugend Frühling scheinen.
Malt ihr zur Seite, mit der bärt’gen Wange
Im kriegerischen Schmuck den Heldensohn,
Den Admiral von königlichem Range,
Der uns’re Flagge, wenn Gefahren droh’n,
Vertheidigt in der Stürme wildem Drange,
Zum Trotz den Wogen und dem Feind zum Hohn,
Dann laßt sich über beide Huldgestalten
Der Gattenliebe milden Glanz entfalten.
Malt mir das Paar von seinem Hof’ umgeben,
Und von der Würdenträger dichter Schaar –
Von Haus und Kirch’ und Staat ein buntes Leben –
Mischt Krieg und Frieden, Feder und Altar.
Laßt Sterne sich und Kreuze blitzend weben
In Seid’ und Sammt, auf Kriegskleid und Talar,
Und legt in all die Augen und Gesichter
Der patriotischen Begeist’rung Lichter.
Dann laßt die Wände beim Fanfarenschalle
Aus Blumenflor und Fahnen sich erbau’n.
Bevölkert mir die schön geschmückte Halle
Mit einem Meer von Jünglingen und Frau’n,
Mit tausend Köpfen, jung und frisch, die alle
Entzückt hinauf zum Fürstenpaare schau’n –
Und über’s Ganze laßt der Sonne Strahlen
Durch’s off’ne Fenster eine Glorie malen.
Doch jetzt – verstummt sind die Orchesterklänge –
Die Palme winkt, um die die Jugend stritt –
Und siehe, zagend aus der bunten Menge
Ein schmucker Jüngling nach dem andern tritt.
Sein Auge glänzt, die Brust wird ihm zu enge,
Zur Fürstin lenkt er ungewohnt den Schritt,
Und dem Erglüh’nden reichen ihre Hände
Mit Grazie der Athene Lorberspende.
Mag dir dies Alles, Maler, wohl gelingen –
Ein and’res Reich gehört dem Sänger zu,
Wo die Empfindung fleugt auf Adlerschwingen,
Und nicht des Raumes Schranken kennt, wie du.
Das Geisterreich, wo die Gefühle ringen,
Ist uns’rer Brust geheimnißvolle Truh.
Die Thräne kann kein Pinsel wiedergeben –
Was sie gebar, kann nur im Liede leben.
O diese Thrän’, ich sah sie blitzend scheinen
Aus deinem Auge, Jüngling, saphirblau;
Und schlecht verbarg ein Tuch sie in den deinen,
Als man ihn krönte, du glücksel’ge Frau.
Verhüll’ sie nicht, dich ehrt dein stilles Weinen –
Der stolzen Mutterliebe selt’ner Thau.
Mit solchen Perlen mag sich keine messen,
Die dir Tragödien durch die Wimper pressen.
Auch Vater du? o eine Manneszähre
Trifft wie ein Schwert das Herz, das sie verstand.
Zerdrück sie nicht, du würd’ger Greis, und wehre
Dich nicht gewaltsam, wenn’s dich übermannt,
Und vom Empfindungs-Sturmwind gleich dem Meere,
Das kein ohnmächtig Wort der Sitte bannt,
Dein altes Herz, im Fundament erschüttert,
Unter’m Ungestüm des Augenblicks erzittert.
Wie habt ihr, seit ihr an des Knaben Wiege
Mit ihm gespielt und kummervoll gewacht,
Um ihn gesorgt, gelitten, dann im Kriege
Mit seiner Leidenschaften wilder Macht
Ihn im Gebet begleitet bis zum Siege,
Und nun – nach all der Zweifel banger Nacht –
Die reiche Ernte mit den gold’nen Halmen,
Und solch ein Sonnentag mit seinen Palmen!
Und wenn ich Dir, erhab’ne Fürstin, heute,
Was uns’re Seele hat so tief bewegt,
In Deinen mütterlichen Klängen deute,
Kühn will ich’s sagen, was die mein’ge hegt:
Wird Dir einst eine Bürgschaft Deiner Freude,
Ein süßes Pfand der Lieb’ an’s Herz gelegt,
Dann wird’s darin mit Flötenstimmen tönen:
Nur Elternfreude mag die Welt verschönen.
(Nach gegebenen Endreimen.)
Die Herzen knüpfen schneller ein Bündniß, als die Staaten. –
Ein junger Gärtner machte im Garten den Besuch,
Und sah nach seinen Blumen, mit vorgebund’nem Tuch,
Die Aermel aufgewickelt, und in der Hand den Spaten.
Die Rosentöpfe standen gereiht auf der Estrade
Nah’ bei dem Strom – da plötzlich, jenseits am andern Strand,
Erschien ein lieblich Mägdlein, die bunte Kränze wand.
Er warf ihr eine Rose hinüber an’s Gestade.
Das Kind war schön – so malet kein Pinsel, keine Kreide –
Die feinste Huldgestalt, wie gewebt aus Blüthenduft.
Er schwur in seinem Innern: ja, ja, ich bin ein Schuft,
Sah ich in meinem Leben ’ne schön’re Augenweide.
Sogleich umschlangen beide der Liebe seidne Stricke,
Sie steckt’ in ihre Flechten die Ros’ aus seinem Topf,
So ward der Bund geschlossen – die Ros’ in ihrem Zopf
Ward so der Liebe Sprache, der Liebe Pfand und Brücke.
An P. Klein’s Grabe.
(15. Oktober 1855.)
Auch Du? so jung, so frisch, die Brust voll Lieder,
Das Herz voll Hoffnung, das Gemüth so traut!
Und nun erstarrt die Augen, die so bieder,
So froh und gläubig in die Welt geschaut!
Leb’ wohl, o Freund – schon rollt die Scholle nieder –
Leb’ wohl! ach, mit der Scholle dumpfem Laut
Hör’ ich den letzten ird’schen Klang verschweben
Von Deinem reichen und geliebten Leben!
Doch wen beklag’ ich? Wenn uns Todesmahnen
Und Klagelieder hier am Grab’ umweh’n;
Wenn Deine Schüler mit beflorten Fahnen,
Mit Thränen Deine Freunde Dich umsteh’n –
Sieht unser Glaube Dich auf Sonnenbahnen,
Ein freud’ger Held, dem Ziel entgegengeh’n.
Und rein die Freude droben zu erfassen,
Hast Du der Erde Leib und Schmerz gelassen.
Dort ist erfüllt Dein Sehnen und Verlangen.
Was Du hier unten träumtest halbbewußt,
Ist Dir im Lichte Gottes aufgegangen.
Und Kindern gleich umspielen Dich mit Lust,
Die hier nur unverständlich in Dir klangen,
Die Ideale Deiner Dichterbrust.
Ein jedes Leiden, jeder Schmerz hienieden,
Wird eine Krone Dir im ewg’en Frieden.
Leb’ wohl! Wir seh’n Dich – wenn im finstern Thale
Auch uns der Engel einst zur Ruhe winkt –
Wir seh’n Dich wieder, wenn im Abendstrahle,
Wie jetzt Dein Sarg, der unsre niedersinkt.
Vielleicht ist’s bald, vielleicht zum nächsten Male!
O wohl uns, wenn dann auch der Lobspruch klingt:
Daß wir wie Du gerungen und geworben,
Daß wir wie Du gelebt, wie Du gestorben.
Die Schutzengel.
Vor einem Muttergottes-Bilde
Lag im Gebet ein frommer Mann,
Empfehlend ihrer Lieb’ und Milde
Vor Allem seine Kinder an.
Du Quell so vieler Gnadengaben,
Sprach er, sei ihre Helferin,
Und nimm die beiden kleinen Knaben
Als Deine eig’nen Kinder hin.
Daß ihnen nichts zu Leid geschehe,
Erleuchte sie mit Deinem Strahl.
Bewahre sie vor Schmerz und Wehe,
Vor Fall und Krankheit allzumal.
Vor Allem aber ihre Seele
Laß, Heilge, Dir empfohlen sein.
Bewahre sie vor jeder Fehle,
Flöß’ ihnen Deine Liebe ein,
Maria hört die fromme Bitte,
Die ihr ein Engel übergab,
Und ordnet aus der Engel Mitte
Zwei himmlische Gesandten ab.
Geht hin und thut, wie ich euch heiße,
Damit erfüllt die Bitte sei.
Gesellt euch still in eurer Weise
Den Geistern jener Knaben bei.
Nun höret, was darauf geschehen,
Der Kindlein Vater hat’s geschaut,
Ein And’rer hätt’s auch nicht gesehen,
Der nicht auf sein Gebet vertraut, –
All überall, wo die Knaben waren,
Da standen ihnen Engel nah’.
Und immer waren in Gefahren
Zwei unsichtbare Hände da.
Der Kleinste baut sich Kartenhäuser,
Und siehe keines fällt ihm ein;
Der Aelt’ste, schon ein wenig weiser,
Baut ein Kapellchen sich von Stein.
Als hälfen Meister und Gesellen,
So hurtig war das Werk gethan.
Er klebt’ in Mitten der Kapellen
Ein Muttergottes-Bildchen an.
Mit Steinen spielen sie, und stellen
Die bunten Steinchen in die Reih’ –
Die schönsten Kiesel aus den Wellen,
Sie kommen wie von selbst herbei.
Der Ball fliegt an die hohen Wände,
Und in die Bäum’ auf gutes Glück –
Doch werfen unsichtbare Hände
Den Knaben ihren Ball zurück.
Sie spielen Reiter und sie jagen
In’s Feld und über Stock und Stein,
Als würden sie im Flug getragen –
Ein And’rer bräche Hals und Bein.
Der eine fiel auf Fels herunter,
Und gab sich einen Todesstreich,
Ein Engel hielt seine Händchen d’runter,
Das Kind fiel wie auf Moos, so weich.
Ja, wenn die beiden Knaben spielten,
So war’s, als wären ihrer vier,
Zwei Brüder schützten sie und hielten
Den einen dort, den andern hier,
Und als der and’re, dem’s gerathen,
Ein Zündholz strich, allein im Haus,
Da bliesen ihm die Kameraden
Ein jedesmal die Flamme aus.
Sie wurden nicht gelehrt, die Jungen,
Doch sieh, ich weiß nicht, wie’s geschah –
Das erste Wort von ihren Zungen,
Das war der Name Maria.
Vermuthlich haben die Kameraden
Sie auch dies erste Wort gelehrt,
Und so der Mutter Gottes Gnaden
An diesen Kindern neu bewährt.
Der Cölibat.
Also gefällst Du mir, wenn die Soutane,
Das Kleid der Demuth, Deinen Leib umschmiegt,
Und wenn Dein Auge strahlt, als wenn es ahne
Den Himmel, der in Deiner Zukunft liegt,
Und wenn Dein Blick begeist’rungsvoll der Fahne,
Die der Erlöser schwingt, entgegenfliegt;
Wenn Deine Seele schmachtet in Verlangen,
Zum Dienst des Heil’gen dorthin zu gelangen.
Freund, eine Welt liegt vor Dir ausgebreitet,
Doch nicht die Welt, an die die Welt gewöhnt,
Zu heil’gen Bergen wirst Du hingeleitet,
Die kein Pallast der Residenz verschönt;
Hoch auf die Alpe, wo der Hirte weidet,
Und wo sein Horn das Thal herniedertönt;
Dort steig’ hinauf, in’s freie Reich der Geister,
Ein treuer Diener ihrem Herrn und Meister.
Denn auf der Höh’ des Lebens steht der Priester;
Um seinen Scheitel glänzt des Frühroths Strahl;
Den Schrein des Himmels öffnet und erschließt er,
Und speis’t die Gläub’gen mit dem Opfermahl,
Und wie der frische Thau des Morgens gießt er
Des Himmels Gnade hoch herab in dieses Thal,
Und alle Gläub’gen sich verneigend beben,
Wenn seine Händ’ empor die Hostie heben.
Und weil Du nun bereit, hinaufzusteigen,
Legst Du darum dein menschlich Herz nicht ab;
Es mag sich ferner zu der Liebe neigen,
Der Gott die Heiligung in Christo gab,
Und was wir lieben, blieb auch Dir treu eigen,
Das Priesterkleid ist nicht der Freuden Grab:
Ein einz’ges nur von allen schönen Loosen
Mußt Du zurück in die Entsagung stoßen.
Und doch dies Eine hat der Herr gesegnet,
Zum Sakramente hat’s sein Wort gemacht,
Es ist ein Band, auf das die Gnade regnet,
Wenn’s fromm im Geiste Gottes wird vollbracht;
Ein süßer Reiz, dem schon Dein Blick begegnet,
Als Du zum ersten Mal der Welt gelacht;
Den stärksten Fürsten irdischer Gewalten
Sollst Du mit stärkerm Fuß im Staube halten.
Die milde Liebe sollst Du stumm verachten,
Auf ihre Zauber stolz herniederseh’n;
Vergeblich soll mit ihrem süßen Schmachten,
Sie an der Pforte Deiner Seele steh’n;
Ein ros’ges Glück sollst Du im Herzen schlachten,
An seiner Wonne kalt vorübergeh’n;
Und, wie den Weihrauch am Altar, verbrennen,
Was wir der Erde höchste Schätze nennen.
Kein schönes Auge soll Dein Herz durchdringen,
Kein süßer Traum, der Deine Seel’ umspinnt;
Kein schöner Arm sich um den Dein’gen schlingen,
Kein Weib Dich lieben, das Dich selbst gewinnt,
Von keiner Lippe Dir melodisch klingen
Das Wort mit dem des Herrn Gebet beginnt,
Und Deine Seele, Freund, bleibt unbetheiligt
An einem Glück, das uns entzückt und heiligt.
Denn wie der Herr vom Himmel ist gestiegen,
So sollst auch Du, ein jungfräulicher Mann,
Hinauf zu seinem heil’gen Dienste fliegen,
Ein freier Jüngling, den kein Weib gewann,
Dem nie die Sehnsucht nach verbot’nen Siegen
In feigen Thränen vom Gesichte rann,
Der, was dem Herrn geweiht ist, Dienst und Leben,
Nicht allzufrüh der Creatur gegeben.
Nur eine Jungfrau hat der Christ erkoren,
Ein jungfräuliches Weib der Perle gleich;
Aus einer Jungfrau ist der Herr geboren,
Gleichwie die Lotosblum’ auf Hesper’s Teich.
Hast Du dem Geiste Deinen Dienst geschworen,
Bekriegst das Fleisch und seiner Lüste Reich,
Schmückst Deine Seele mit den Myrthenzweigen:
So magst Du auf zu jenen Höhen steigen.
Mehr als vom Laien wird von Dir gefordert:
So lang’ Dein Puls dem Weib entgegenschlägt,
So lang’ die Flamm’ in Deinem Blute lodert,
Die losgelassen Dich in Asche legt,
So lang’ die gift’ge Lust noch unvermodert
Mit Angst und Sehnsucht Deine Brust bewegt:
Magst Du mit Laien sein und beten,
Doch nimmermehr zum Tabernakel treten.
Zwar sind’s nur wenige, die so hoch berufen,
Doch wenn auch einer nur, der also denkt,
Ein einz’ger Priester, der an heil’gen Stufen
Die ird’sche Liebe hinter sich versenkt,
Den frei von Schuld die Hände Gottes schufen,
Zu Gott die jungfräuliche Seele lenkt:
Sie sollen strömen aus entfernten Zonen,
Um seinem reinen Opfer beizuwohnen.
Wohl soll ein schönes Auge Dich durchdringen,
Und eine Sehnsucht, die Dein Herz umspinnt,
Ein schönes Weib soll Deine Seel’ umschlingen,
Ein Weib Dich lieben, das Dich selbst gewinnt,
Von ihren Lippen wird’s melodisch klingen:
Du bist mein Bräutigam, mein Kind!
Um diese Heil’ge sollst Du frei’n und werben,
Dann wird Dein Herz in Wonn’ und Liebe sterben.
Auch jene Worte sollen Dich entzücken,
Die mir der Knab’ auf meinen Knien lallt:
Denk Dir die Seele, die sich ließ berücken,
Die sich von Gott gewendet, todt und kalt –
Du kannst mit neuem Leben sie beglücken,
Und im Triumph, mit geistiger Gewalt,
Aus ihrer Nacht zu jenen gold’nen Thüren
Der Gnade und des Lichts zurückeführen.
Und wenn dann jene Seel’ in sanftem Weinen,
Ein dankbar Kind, sich an Maria schmiegt,
Und vor dem Bilde Deiner Braut, der Reinen,
Entzückt in jubelndem Gebete liegt:
Schau hin, mein Priester, das ist eins der Deinen,
Das ist ein Kind, das Gott entgegenfliegt,
Dein neugebor’nes Kind, dem Du das Leben,
Dein Sohn, dem Du die Mutter hast gegeben.
Kennst Du die Jungfrau in dem Schweizerlande,
Den Berg, den ehrfurchtsvoll der Führer zeigt?
Früh morgens, eh’ noch hinterm Alpenrande
Empor die schöne Fackel Gottes steigt;
Wenn rings noch still, in nächtlichem Gewande,
Die Gletscher schlafen und die Erde schweigt,
Glüht still und einsam, wie in Andachtwonne
Die Jungfrau dort im frühen Kuß der Sonne.
Also dort oben, auf der Menschheit Höhen,
Wenn Nacht im Thal und rings die Erde schweigt,
Dort oben, wo die rein’ren Lüfte wehen,
Und wo sich keine Sorge hin versteigt,
Sollst Du ein jungfräulicher Priester stehen,
Der hoch herab uns Gottes Fackel zeigt;
Wie jene Alpe soll in heil’gen Frühen
Ein jungfräulicher Glanz Dein Haupt umglühen.
Arion.
1850.
Es rauschet das Meer, es schlagen die Wogen,
Stolz kommen die Segel einhergezogen
Mit herrlicher Fracht von Hesperiens Strand.
Sie bringen den Freund dem Freunde wieder,
Dem König den Sänger der göttlichen Lieder,
Sie führen Arion zum Heimathland.
Hoch steht er am Bord im Abendglanze,
Sein Blick folgt träumend dem Wellentanze,
Schon seit zwei Tagen verließ er Tarent.
„O Freund! daß dich nicht mehr die Sorge berücke!
Nun kehr’ ich dir wieder im größten Glücke,
Mit Schätzen, wie sie kein König kennt.“
Da sieht er die Wolken den Himmel umdüstern,
Und höret der Schiffer heimliches Flüstern.
In die grollenden Fluthen ruft er hinab:
„Poseidon, schütz’ uns, du Wogendränger!
Poseidon, du mächtiger, schütze den Sänger,
Und laß mir in heiliger Erde mein Grab!“
Jetzt plötzlich heran tritt der Schiffer Rotte:
„Und willst du erhört sein vom nahenden Gotte,
So tödte dich selbst an des Schiffes Bord.
Uns verlangt nach den Schätzen, die wir geladen,
Lebendig wirst du uns dem König verrathen,
Den Leichnam bringen wir sicher in Port.“
Und jener bittet und flehet vergebens.
„Erbarmet sich Niemand des jungen Lebens?
Und soll ich verderben auf einsamer Fluth?
So gebt mir mein Festgewand, laßt mich mit Tönen
Begrüßen den Tod und den Hades versöhnen,
Und wenn ich gesungen, dann ströme mein Blut.“
Die eben noch unerbittlich waren –
Arion zu hören, reizt die Barbaren.
Er kleidet sich d’rauf in köstlich Gewand.
Den Kranz auf dem Haupte, im Purpurtalare,
Mit goldenen Spangen, mit fliegendem Haare,
So steht er, die Cither in seiner Hand.
„Rauschet meine letzten Klänge!
Rauschet wie Triumphgesänge
Meiner Lieder schönstes Lied!
Kühn, wie zu des Himmels Bogen
Sturmbewegt die Welle flieht,
Schlage deine großen Wogen,
Jubelharmonienmeer,
Majestätisch um mich her!
Denn ich geh’ zu meinen Göttern.
In des Sturmes Donnerwettern
Grüßen sie Arion schon.
Durch der Wogen wildes Brausen
Hör’ ich Orpheus süßen Ton.
Hin, wo uns’re Helden hausen,
Sink’ ich, hellumstrahlt vom Ruhm,
Selig in’s Elysium.
Rauschet, meiner Cither Klänge,
Rauschet, wie Triumphgesänge,
Meiner Lieder letztes Lied!
Du Thalassa, die den Bogen
Um der Menschen Länder zieht,
Schlage deine großen Wogen,
Wie ein Harmonienmeer,
Majestätisch um mich her!“
Nun springt er hinaus in der Wellen Toben,
Die sich bei dem Klange des Liedes erhoben.
Und, gelockt von seinem erhabenem Spiel’,
Umschwimmen erstaunt, und umhüpfen munter
Der bläulichen See lebendige Wunder,
Nereiden, Tritonen und Fische, den Kiel.
Und sieh! ein Delphin beut Arion den Rücken,
So zieht er dahin; mit Gesang zum Entzücken
Durchrudert er stolz die beruhigte Fluch.
Als der Fährmann kommt zu Tänaros Strande,
Da steiget Arion gerettet zum Lande. –
Der Sänger steht in der Götter Hut.
Militär-Toast.
1850.
Wie glänzt der Tisch im festlichen Gepränge,
Geschütz erschallt, das Echo hallt,
Das Herzblut wallt, der Pfropfen knallt,
Und vom Orchester strömen lust’ge Klänge,
Wer sagt’s noch, daß das Herz ihm schwer und enge?
Wer sagt’s, wer wagt’s? Hurrah, die Augen blinken!
Reicht ihm das Glas mit dem goldenen Winken,
Und laßt’s ihn aus bis auf den Boden trinken!
Kennt ihr das Bild dort aus dem Lorberkranze?
Ihm klingt das Mahl, klingt der Pokal,
Und allzumal die Lust im Saal.
Wer beugt sich nicht vor seinem hohen Glanze?
Wer schlägt für ihn sein Blut nicht in die Schanze?
Wer sagt’s, wer wagt’s? Hurrah, auf von den Sitzen,
Und füllt die Gläser mit den gold’nen Blitzen,
Gebt das Signal den donnernden Geschützen.
Gott grüß dich, Vaterland, du uns’re Wiege!
Das Auge glüht, die Seele sprüht,
Das Herz durchzieht ein heilig Lied!
Gott schütze dich im Frieden und im Kriege!
Wer schmäht dich, deinen Ruhm und deine Siege?
Wer sagt’s, wer wagt’s? Hurrah, die Hand zum Stahle!
Und füllt mit schaum’gen Regen die Pokale,
Hoch lebe Preußen, hoch! im Siegesstrahle!
Und wenn du rufst mit feierlichem Mahnen
Vom Memelstrand bis hier in’s Land,
Ein einiges Band, ’ne einz’ge Hand –
So steh’n wir auf, werth uns’rer tapfern Ahnen!
Wem ist sein Blut noch lieb für deine Fahnen?
Wer sagt’s, wer wagt’s? Hurrah, Tod sei der Schande,
Und laßt die Gläser schäumen bis zum Rande:
Treu unserm König und dem Vaterlande!
Ja treu! das ist der Wahlspruch, den wir wählen;
Vom Feind bedroht, vom Brand umloh’t,
In Sturm und Noth, bis in den Tod,
Soll Fürst und Land auf seine Söhne zählen.
Wer zweifelt an dem Schwur von Männerseelen!
Wer sagt’s, wer wagt’s? Wer will uns dort verdammen?
Reicht mir den Becher mit den gold’nen Flammen;
Wir bleiben treu, und bräch’ die Welt zusammen.
Ein Geister-Ständchen.
Zum sechzigjährigen Dienstjubiläum
Sr. Exc. des Herrn Militär-Gouverneurs,
Generals der Cavallerie,
von Wedell,
zu Luxemburg, am 15. April 1856.
Die Nacht war still, kein Lüftchen ging,
Es war zwölf Uhr, und am Himmel hing
Der Mond wie eine bleiche Laterne.
Die Welt schlief fest, kein Laut war wach,
Als die knarrende Fahne vom Kirchendach
Und der Posten Ruf in der Ferne.
Da plötzlich tönt von der Schloßwacht her
Ein lautes Werda, sie tritt in’s Gewehr –
D’rauf ein Rasseln und Rauschen ohn’ Ende –
Ein blut’ges Regiment, ein bleiches Corps,
Als kämen sie just aus den Gräbern hervor,
Dringt über den Fischmarkt behende.
Mit Büchsen und Flinten, mit Lanz’ und mit Schwert
Das trippelt und trappelt, zu Fuß und zu Pferd,
Und stehet nicht Antwort und Rede.
Sie drängen sich links, sie wissen wohin,
Und schwenken sich auf vor St. Maximin,
Ein junger Major an der Tete.
Sie tragen von allerhand Farben Gewand,
Und Keinem ist die Montirung bekannt
Der blutigen Geisterschaaren.
Auf Manchen hängt sie in Fetzen nur –
Doch trägt der Major die Parade-Montur
Der brandenburg’schen Husaren –
Und trägt auf der Brust, wie als er noch stritt,
Das stattliche Ordenskreuz pour le mérite,
Mit der kleinen Krone von Perlen.
D’ran haben sie den Feldherrn wieder erkannt,
Als er todt da lag am Ostseestrand,
Zerfetzt von den dänischen Kerlen.
Und er winkt, der Trompeter bläst zum Appell,
Compagnien und Schwadronen sie ordnen sich schnell,
Und erheben die blut’ge Standarte.
Der Feldherr ruft die Schlachtfelder auf,
Und es treten hervor aus dem düstern Hauf,
Die man dort im Sande verscharrte.
Beim Ruf Dodendorf vor die Fronte tritt
Diezelsky, geschmückt mit dem Kreuz du mérite,
Auch Stössel und Voigt auf den Rossen,
Und Kettenburg, Stankar, auch Stock der Lieutenant,
Mit dem Parlamentärtuch in seiner Hand,
Den sie meuchlerisch todt geschossen.
Auch siebenzig Gemeine folgen dem Ruf,
Sie reiten herbei auf leichtem Huf –
Zerhau’ne, verweg’ne Gesichter.
D’rauf von Dömitz und Dammgarten rückt’s herbei,
Was dorten durchbohret vom Schwert und vom Blei,
Und der Haufen wird immer dichter.
Da öffnet der Feldherr wieder den Mund,
Und schwingt den Säbel und ruft: Stralsund!
Und es melden sich tausend Männer.
Voran ein wilder Husarenschwarm,
Ohne Rosse, mit Binden am rechten Arm,
Die Andern auf luftigem Renner.
Auch Billerbeck, Eyb und Halletius,
Und Heiligenstedt, welche getroffen ein Schuß
Zu Stralsund am Knieperthore,
Von Alvensleben auch, der wackere Held,
Und der tapfere Wachtmeister Sommerfeld,
Sie treten hervor aus dem Chore.
Da ruft der Major: Sanct Leonhard!
D’rauf kommen sie, die man bei Braunschweig verscharrt,
Die vierzehn gefangenen Krieger.
Sechs Kugeln trägt jeder in seiner Brust,
Sie starben sich ihres Ruhmes bewußt,
Und waren im Tode Sieger.
Nun bleiben noch elf Offiziere zurück –
Der Major ruft: Wesel! und verhüllt den Blick,
Und die Elfe beschließen die Schaaren –
Gar edle Jünglinge, hingestreckt,
Wo jetzt sie ein einziger Sarg bedeckt,
Die im Leben nur Ein Herz waren.
Und als sie versammelt sind Mann für Mann,
Da heben die Trompeter zu blasen an
Die schönste der Serenaden,
Ein Jubellied, das zum Herzen dringt
Und hell majestätisch die Nacht durchklingt,
Zum Gruß ihrem alten Kameraden.
Und ein Hurrah, dreifach wie aus einem Mund,
Ein Hurrah, wie dazumal zu Stralsund,
Ein Hurrah folgt auf die Fanfaren.
So schauerlich hörte die Stadt noch keins –
Da schlug die Uhr vom Kirchthurm Eins –
Und zerstoben war Schill mit den Schaaren.
Die St.-Helena-Medaille.[16]
Weis’ her die wälsche Medaille!
Wie funkelt so neu das Ding!
Und so alt schon ist die Bataille,
Wo Dein Arm zum Teufel ging.
Wär’ weiter nichts mitgegangen,
Nicht Dein Herz, Dein größter Schatz,
Sie hätten Dir nicht gehangen
Die Medaille an seinen Platz.
Sie hätten es nicht probiret,
Nach fünfzig Jahren auf’s Neu’,
Und zweimal speculiret
Auf Deine Kaisertreu’.
Der Kaiser liegt im Grabe
Und seine Garde dazu.
Gott geb’ ihm und seinem Stabe
Pardon und die ew’ge Ruh’.
Viel Jahre sind gezogen
Wohl über die Gruft daher.
Kaum rauschen noch die Wogen
Die blutige Kaisermähr.
Und Gras ist viel gewachsen
Ueber Ehr’ und über Schand’,
In Preußen und in Sachsen
Und im Franzosenland.
Nun kommen sie wieder und äffen
Und schmücken sich mit dem Ding
Und werben Dich für den Neffen
Um einen Silberling.
Kämen sie im Schlachtgebrause
Zu hunderttausend Mann,
Wir schickten sie nach Hause,
Wie wir es schon gethan.
Und Du greifst nach dem Bande?
Du heftest Dir es an?
Du brüstest Dich mit der Schande!
O, schäme Dich, alter Mann!
Testament.
(November 1858.)
Wenn ich ausgelitten hab’
Und mich von euch wende,
Macht mir doch mit meinem Grab’
Nicht viel Complimente.
Setzt mir keinen Stein daher,
Der’s den Leuten sage:
Freut euch, daß ich keinen mehr
Auf dem Herzen trage.
Auch mit Rosen bleibt mir fort,
Kränzen oder Kronen,
Flechtet sie, wo hier und dort
Frohe Menschen wohnen.
Weder Schutt noch Blumenfeld,
Scherben oder Kräuter,
Machen mir die and’re Welt
Länger oder breiter.
Viel Poeten haben’s gern
Wenn sich Vöglein’s Flügel
Um die Zeit vom Abendstern
Senkt auf ihren Hügel,
Oder wenn vom nahen Baum
Nachtigallen pfeifen,
Während durch den stillen Raum
Laue Weste streifen.
Nichts begehr’ ich von dem All’n
Wollt’ auch eh’r erdolcht sein,
Als von Mond und Nachtigall’n
Bis in’s Grab verfolgt sein.
Im November jedes Jahr
Soll’t ihr mich besuchen,
Dort, wohin mich auf der Bahr
Fremde Schultern trugen.
Ob vielleicht schon Schnee und Frost
Mich bedeckt da draußen,
Ob die Stürm’ aus Nord und Ost
Durch die Felder brausen –
Grade wenn’s recht stürmisch ist,
Sollt ihr zu mir treten,
„Vater unser, der du bist“,
Herzhaft für mich beten.
So befohlen und gestift’t
Hier in dem Gedichte,
Auf daß Jeder, den’s betrifft,
Demgemäß sich richte.
Inhaltsverzeichniß.
| Vorwort mit der Biographie des Dichters | [III] |
| Meinen Eltern, am Neujahrsmorgen 1825 | [3] |
| Am Geburtstage meiner innigst geliebten Mutter | [5] |
| Am Geburtstage meines Vaters | [6] |
| Am Anfange der Osterferien | [11] |
| Am 8. December | [13] |
| Elegie auf den Tod meines Kanarienvogels | [15] |
| Meiner kleinen Schwester, an ihrem Geburtstage | [16] |
| Nachtwächter-Lied | [19] |
| Es war mir heut’ Abend so einsam, so leer | [21] |
| Gruß an die Heimath | [22] |
| Mein Engel | [25] |
| Sehnsucht nach dem Tode | [27] |
| Reliquie eines Verschollenen | [31] |
| Im Namen eines dreijährigen Kindes am Geburtstage seines Vaters | [36] |
| Die Waldmühle | [38] |
| Schweizers Sehnsucht | [41] |
| Am Geburtsfeste Seiner Hoheit des Kurprinzen von Hessen-Kassel | [43] |
| Mein Wunsch | [47] |
| Die letzte Rose | [48] |
| Sonett | [51] |
| Sonett | [52] |
| Die Johannisblume | [53] |
| In der Ferne wohnt mein Glück | [54] |
| Ihrer Erlaucht der Gräfin von Schaumburg | [56] |
| An Betty nach der Flucht ihres Kanarienvogels | [59] |
| Worte, gesprochen vor dem Anfange der Komödie, welche die Kinder aus dem Wimez’schen Institute aufführten | [63] |
| Gesang der Sterne | [65] |
| Der Liebe Sehnen | [67] |
| Veilchenstrauß | [69] |
| Tag der Vereinigung | [71] |
| Siehst Du, wo im Abendgolde | [73] |
| Der Bürgergardist | [74] |
| Die Natur | [76] |
| Vaterfreude | [78] |
| Am Geburtsfeste S. M. des Königs der Niederlande, Großherzogs von Luxemburg | [81] |
| Ludwig Philipp | [84] |
| Was ist des Deutschen Vaterland? | [87] |
| Blau, weiß, roth | [90] |
| Bei Sebastopol | [92] |
| Ferienweihe | [94] |
| Von der Luxemburger Mosel | [99] |
| Es lag mir schon sehr lange nah’ | [102] |
| Die Fische | [103] |
| Morgenlied von dem Schäfchen | [105] |
| Maria und der Doctor | [107] |
| Des armen Kindes heiliger Christ | [109] |
| Des Schweizers Heimweh | [112] |
| Der Morgen im Garten | [114] |
| Am Abend | [116] |
| Nach Durchlesung des vom Herrn Bischof zu Chersones und apostolischen Vikar, Johann Theodor Laurent, bei seinem Amtsantritte in Luxemburg erlassenen Hirtenbriefes | [118] |
| Der Katholik | [120] |
| In einer protestantischen Kirche | [122] |
| Maria! | [130] |
| Maria in der Seele | [135] |
| Die Verfolgung | [138] |
| 1848 | [142] |
| Komm! | [145] |
| Das Marienbild zu Rimini | [147] |
| An Maria | [149] |
| Dem hochwürdigen Herrn Pater Zobel, Direktor des Jünglingsvereines, zu seinem Namenstage, den 7. December 1854, vom Vereine gewidmet | [150] |
| Lied für den Jünglingsverein | [152] |
| Der Jünglingsverein an seinen Director, bei dessen Abreise nach Rom | [155] |
| Der Lehrer an seine Schüler | [158] |
| Epilog nach der Preisevertheilung im K.-G. Athenäum zu Luxemburg | [161] |
| Nach gegebenen Endreimen | [166] |
| An P. Klein’s Grabe | [167] |
| Die Schutzengel | [169] |
| Der Cölibat | [173] |
| Arion | [179] |
| Militär-Toast | [182] |
| Ein Geister-Ständchen | [184] |
| Die St.-Helena-Medaille | [188] |
| Testament | [190] |