Der Hauptmann v. Feld an Robert Thalberg.
Den 27. Dezember.
Unsinniger, was fängst Du an? Wirst Du denn niemals Ruhe finden? Denkst Du nicht mehr, daß Du Caroline eben so heiß geliebt, daß sie Dir auch das vollkommenste Weib geschienen? Rede mir nicht davon, daß Du bleiben willst; wenn Dir Clementinens Ruhe und Ehre werth sind, eile sie zu verlassen, ehe es für Euch Beide zu spät wird. Grade weil ich überzeugt bin, daß Clementine nie einen Andern liebte, als Dich, weil ich auch glaube, daß nur Vernunft und Pflicht sie an ihren Mann fesseln – weil ich ihre und Deine Leidenschaftlichkeit kenne und fürchte, grade darum mußt Du fort.
Und was willst Du? Sie zwingen, noch unglücklicher zu werden, als sie es vielleicht schon ist? Vielleicht war es nur ihr reines Bewußtsein, das sie bisher aufrecht erhielt, willst Du ihr das rauben? Willst Du die Ehre ihres Mannes, der Dich gastlich aufgenommen, ihren häuslichen Frieden Deinen Wünschen opfern? Du wirst es thun, aber sage mir nie mehr, daß Du Clementine geliebt hast.
Der Deinige v. Feld.