Maasse, Gewichte und Münzen.

Seit Januar 1862 gelten in den Philippinen die folgenden Maasse, Gewichte und Münzen.

Längenmaasse:

1 Braza=1 Doppelvara von Burgos=1,671 Meter(=5,3205Rh.-Fuss)
1 Vara=1 Vara (Elle) desgl.=0,835 Meter(=2,66Rh.-Fuss)
1 pié=1 pié (Fuss) desgl.=0,278 Meter(=0,89Rh.-Fuss).

Wegemaasse:

1 Legua (L.) sehr nahe 20,000 piés = 3 Seemeilen (Sm.) 20 L. = 60 Sm. = 15 geogr. oder deutsche Meilen (M.) = 69 engl. Meilen = 111,1 Kilometer.

Feldmaasse:

1 Quiñon, (spr. Kinión) = 10 Balístas = 100 Loánes = 10,000 Brázas cuadrádas = 27949,486 Quadrat-Meter = 2,79495 Hektar. 1 Hektar = 3577,833 Brazas cuadrádas = 0,35778 Quiñones = 3,5778 Balistas = 35,778 Loánes.

Die hier zu Grunde gelegte Braza cuadr. ist die von 4 Varas cuadr. de Burgos. 1 Quiñon = 10,946, also sehr nahe = 11 preuss. Morgen).

Getreidemaasse:

1 Cabán (Caván) = 25 Gántas = 200 Chúpas = 800 Apatánes = 75 Liter = 1,35132 Fanégas de Castilla.

Von 1. Januar 1862 gilt der am 1. Januar 1860 in Manila eingeführte Caban als gesetzliches Maass für alle Provinzen. Er misst genau 75 Liter oder in Form eines Würfels 422 mm. innerer Seite, oder 5990,96 span. Kubikzoll. (Der Caban von 1859 hatte 80,00919 Liter.)

(1 Ganta = 3 Liter, 1 Preuss. Metze = 3 Quart. 1 Ganta verhält sich also zu 1 preuss. Metze (= ​1⁄16​ Scheffel) genau wie 1 Liter zu 1 Quart. 1 Caban = 1,362 Scheffel. 1 Caban Reis wiegt 128 bis 137 Pf. span. = 59 bis 63 Kilogr.

Flüssigkeitsmaasse:

1 Ganta = 8 Chupa = 3 Liter.

Die Tinája (grosser Thonkrug) ist ein willkürliches Maass und bedeutet eine Anzahl Gantas, die in jedem Kontrakte besonders bestimmt wird oder durch Gebrauch feststeht, z. B. 1 Tinája Cocosöl der Laguna = 16 Gantas.

Gewichte:

1 Quintál = 1 Quintál de Castilla = 4 Arróbas = 46,009 Kilogramm.

1 Arroba = 25 Libras (Pfund span.) = 11,502 Kilogr.

1 Libra = 2 Marcos = 0,460 Kilogr. 1 Marco = 8 Onzas = 0,230 Kilogr.

1 Onza = 16 Adarmes = 28,76 Gramm. 1 Adarme = 36 Granos = 1,80 Gramm. 1 Grano = 0,05 Gramm.

Schwere Gewichte.

1 Pico = 10 Chinántas = 100 Cátes = 1600 Tael = 137,500 Libras de Castilla = 63,262 Kilogr. (1 Tael = 22000 Adarmes = 39,539243 Kilogr.)

Der Píco (Pikul) ist kein festes Gewichtsmaass, er variirt selbst in China. In Manila hat sich durch den Gebrauch das Verhältniss 1 Píco = 137,5 Libras de Castilla festgestellt. In den chinesischen Häfen und in Singapore haben die Engländer den Pikul = 133⅓ Pfund engl. eingeführt. 1 Píco von Manila = 140 Pf. engl., 1 Pikul (engl.) = 131,4 Libras de Castilla.

1 (Schiffs)-Tonne, früher = 16 Picos (1012 Kilogramm), jetzt = 1000 Kilogr.; dem Maasse nach = 1 Kubikmeter.

Gewicht für edle Metalle:

1 Tael = 10 Mas = 100 Condrín = 754,75 Granos del Marco de Castilla = 37,68 Gramm.

Münzen:

1 span. Dollar ($) = 2 Escúdos (Esc.) = 5 Pesetas = 8 Réales plata (r.) = 160 Cuartos (cu.) = 100 Centésimos (ce).

Im täglichen Verkehr wird nach Cuartos, im Grosshandel nach Centisimos gerechnet. Der Escudo ist erst seit 1. Juli 1865 für alle amtlichen Rechnungen in Spanien und den Kolonien eingeführt, um die spanische Währung dem Dezimalsystem anzupassen.

(In Spanien wird der Dollar in 20 Reales vellon (rv.) getheilt. 1 Real vellon = 8,5 Cuartos, = 34 Maravedis.)

Die in Manila 1861 errichtete Münze prägt Gold: 4 $, – 2 $, – 1 $-Stücke, Silber: 0,5 $ = 1 Escudo; seit 1866 auch 0,2 $ = 4 rv., — 0,1 $ = 2 rv.

Der Kurs des $ pflegt zwischen 42 und 44 Silbergroschen zu schwanken.

In den spanischen Kolonien bestehn keine Wuchergesetze. Alljährlich wird in Spanien der gesetzliche Zinsfuss für Fälle, wo kein besonderer Zins verabredet worden, festgestellt.

ERSTES KAPITEL

EINLEITENDE BEMERKUNGEN

MERIDIANDIFFERENZ.—HANDELSGEBIET DER PHILIPPINEN.—THEILUNG DER ERDE.—ERSTER ANBLICK MANILA’S.—ERDBEBEN.

Wenn es in Madrid Mittag schlägt, so ist es in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, mehr als 8 Uhr Abends, genau 8h 18m 41s; d. h. Manila liegt 124° 40′ 15″ östl. von Madrid (7h 54m 35s von Paris. Conn. des temps). Wenn früher aber Madrid Neujahr feierte, so war in Manila erst Sylvester.

Da Magellan, der die Philippinen 1521, bei jener denkwürdigen ersten Weltumsegelung entdeckte, sich in derselben Richtung um die Erde bewegte, wie die Sonne in ihrem scheinbaren täglichen Lauf, so hatte er für jeden Grad, den er weiter nach Westen vordrang, vier Minuten später Mittag, und als er die Philippinen erreichte, betrug der Unterschied fast 16 Stunden. Er scheint dies aber nicht bemerkt zu haben, denn Elcano, der Führer des einzigen geretteten Schiffes, wusste nicht, als er zum Meridian seiner Abfahrt zurückkehrte, dass er nach der Schiffsrechnung einen Tag weniger zählen musste, als in dem Hafen, den er durch fortgesetztes Westwärtsfahren wieder erreicht hatte.[1][2]

In den Philippinen blieb jener Umstand gleichfalls unberücksichtigt; deshalb war dort Sylvester, wenn in der übrigen Welt Neujahr begonnen hatte, und so ging es fort bis Ende 1844, wo man sich, nach eingeholter Genehmigung des Erzbischofs, entschloss, den Sylvestertag einmal gänzlich zu überspringen.[3] Seitdem liegen die Philippinen nicht mehr im fernsten Westen, sondern im fernen Osten, und sind ihrem Mutterlande um 8 Stunden voraus. Ihr eigentliches Handelsgebiet ist aber unser ferner Westen; von dort her wurden sie kolonisirt, und Jahrhunderte lang, bis 1811, hatten sie fast keinen andern Verkehr mit Europa als mittelbar, durch die jährliche Reise der Nao zwischen Manila und Acapulco. Nun aber, wo endlich die östlichen Gestade des stillen Meeres sich bevölkern und mit beispielloser Schnelligkeit ihrer grossen Zukunft entgegen gehen, werden die Philippinen nicht länger in ihrer bisherigen Abgeschlossenheit verharren können; denn für die Westküste Amerika’s liegt wohl keine tropische Kolonie Asiens so günstig; auch für Australien kann ihnen nur in einigen Beziehungen Niederländisch-Indien den Rang streitig machen. Auf den Handel mit China dagegen, dessen Stapelplatz anfänglich Manila war, so wie mit den westlicher, den atlantischen Häfen näher gelegenen Ländern Asiens, unserm fernen Osten, wird es wohl immer mehr verzichten müssen.[4]

Wenn sich die hier angedeuteten Verhältnisse verwirklichen, so würden die Philippinen oder wenigstens ihr Handelsgebiet schliesslich doch in den Bereich der westlichen Erdhälfte fallen, in welche sie die berühmten spanischen Geographen zu Badajóz verwiesen.

Nach der Bulle Alexanders VI., vom 4. Mai 1493,[5] welche die Erde durch einen Meridian in zwei Hälften theilte, sollten die auf seiner östlichen Seite zu entdeckenden heidnischen Länder den Portugiesen, die auf der westlichen den Spaniern gehören. Die Philippinen konnten daher von Letzteren nur unter der Voraussetzung in Besitz genommen werden, dass sie auf der westlichen Hälfte lägen. Die Demarkazionslinie sollte vom Nord- zum Südpol, 100 Leguas gen Abend und Mittag aller sogenannten Azoren und Capverdischen Inseln verlaufen. Durch einen am 7. Juni 1494 zwischen Spanien und Portugal zu Tordesillas geschlossenen, 1506 von Julius II. bestätigten Vertrag wurde sie 370 Leguas West der Capverdischen Inseln gezogen.

Von den damals in Spanien und Portugal gebräuchlichen Leguas wurden 17½ auf einen Grad des Aequators gerechnet, im Parallel der Capverden betrugen 370 Leguas 21° 55′; nimmt man dazu die Längendifferenz zwischen der Westspitze dieser Inselgruppe und Cadix = 18° 48′, so erhält man 40° 43′ W. und 139° 17′ O. von Cadix (rund 47° W. 133° O. Gr.) als die Grenzen der spanischen Erdhälfte. Aber die zur damaligen Zeit vorhandenen Mittel waren für solche Ortsbestimmungen völlig unzureichend.

Die Breite wurde mit unvollkommenen Astrolabien oder hölzernen Quadranten gemessen und nach sehr mangelhaften Tafeln berechnet; die Abweichung der Magnetnadel war so gut wie unbekannt, ebenso das Log.[6] Für brauchbare Längenbestimmungen waren weder die Methoden noch die Instrumente erfunden. Unter solchen Umständen bewiesen 1524 zu Badajóz die Spanier den protestirenden Portugiesen, dass die östliche Grenzlinie die Gangesmündung schnitte, und sprachen sich dadurch den Besitz der Gewürzinseln zu.

In Wirklichkeit müsste die östliche Grenzlinie 46½° weiter östlich fallen; d. h. so weit wie von Berlin bis an die Küste von Labrador oder den kleinen Altai, da im Parallel von Calcutta 46½° = 2575 See-M. Albo’s Tagebuch giebt die Längendifferenz der östlichsten Inseln des Archipels von Cap Fermoso (Magellan’s Strasse) auf 106° 30′ an, während sie 159° 25′ beträgt.

Die durch die Unsicherheit der östlichen Grenzlinie veranlassten Streitigkeiten zwischen den Spaniern und Portugiesen, welche letztere früher nach den Gewürzinseln gekommen waren, wurden 1529 durch einen Vergleich beigelegt, indem Carl V. alle seine angemaassten Anrechte auf die Molukken für die Summe von 350,000 Dukaten an Portugal abtrat. Die Philippinen hatten damals keinen Werth.


Von Hongkong nach Manila sind 650 Seemeilen, fast genau S.O., die in 3 bis 4 Tagen von dem Dampfschiff zurückgelegt werden, welches alle 14 Tage die Post-Verbindung zwischen der Kolonie und der übrigen Welt herstellt.[7]

Ohne diesen kleinen Dampfer würde man in Hongkong, in dessen Hafen sich die Schiffe aller Nationen drängen, kaum vermuthen können, dass in so grosser Nähe ein Inselstaat liegt, der durch glückliche Gliederung und Fruchtbarkeit mehr als irgend ein andrer begünstigt scheint.

Obgleich die Philippinen Spanien gehören, so findet doch zwischen beiden Ländern fast kein Handel statt. Die Verbindung mit dem Mutterlande war früher der Art, dass die Ankunft eines Schiffes mit der spanischen Post durch Tedeum und Glockenläuten für die Vollbringung einer so gewaltigen Reise gefeiert wurde. Bis Portugal an Spanien fiel, war den Philippinen der Weg um Afrika verschlossen. Wie es mit der Ueberlandreise stand, zeigt der Umstand, dass zwei Augustiner, die 1603 dem Könige eine wichtige Botschaft bringen sollten, und daher den kürzeren Weg über Goa, die Türkei und Italien gewählt hatten, Madrid erst nach drei Jahren erreichten.[8]

Die bisher den Kaufleuten durch hohe Differenzialzölle aufgezwungene spanische Flagge beförderte, trotz des Schutzzolles für nationale Produkte, fast nur ausländische Waaren nach der Kolonie und die Erzeugnisse der letzteren nach fremden Häfen. Der Verkehr mit Spanien beschränkte sich auf den Transport von Beamten und Geistlichen und deren gewohnten Lebensbedürfnissen, namentlich Nahrungsmitteln, Wein, andren Flüssigkeiten (Caldos) und, einige französische Romane ausgenommen, entsetzlich geistlosen Büchern: Geschichten von Heiligen und Aehnlichem.

Die Bay von Manila ist gross genug um alle Flotten Europa’s aufzunehmen; sie gilt für eine der schönsten der Welt. Der Anblick des Landes entspricht aber, wenn man, wie der Verfasser, gegen Ende der trocknen Jahreszeit ankommt, durchaus nicht den begeisterten Schilderungen mancher Reisenden. Das kreisrunde, fünf Provinzen begrenzende Wasserbecken von fast 120 Seemeilen Umfang ist in der Gegend Manila’s von flachen Ufern umgeben, hinter welchen sich ein eben so flaches Gestadeland ausbreitet. Die karge Vegetation war von der Sonne verdorrt, nur einige Bambusbüsche und Arecapalmen, in der Ferne die blauen Berge von San Mateo unterbrachen die Einförmigkeit. Zur Regenzeit, wenn unzählige, die Ebene durchschneidende Kanäle aus ihren Ufern treten, bilden sich grosse zusammenhängende Wasserbecken, bald darauf verwandelt sich Alles in ein üppig grünendes Reisfeld.

Manila liegt zu beiden Seiten des Pásig. Die eigentliche Stadt von Mauern und Wällen umschlossen, mit niedrigen Ziegeldächern und einigen Thürmen, sah 1859 vom Meere aus einer alterthümlichen europäischen Festung ähnlich. Vier Jahre später wurde sie durch ein Erdbeben zum grössten Theil zerstört.

Am 3. Juni 1863, als ganz Manila mit den Vorbereitungen zum Frohnleichnamsfeste beschäftigt war, bebte nach einem Tage drückender Hitze um 7 Uhr und 31 Minuten Abends plötzlich die Erde, die festesten Gebäude bewegten sich, die Mauern barsten, die Balken brachen; das furchtbare Geräusch dauerte eine halbe Minute. Dieser Zeitraum war hinreichend, um die ganze Stadt in ein Ruinenfeld zu verwandeln, und hunderte von Einwohnern lebendig zu begraben. Nach einem mir mitgetheilten Briefe des General-Guvernörs wurden der Palast, die Kathedrale, die Kasernen und alle öffentlichen Gebäude Manila’s völlig zertrümmert; die wenigen stehen gebliebenen Privathäuser drohten einzustürzen. Spätere Berichte geben 400 Todte, 2000 Verwundete an und schätzen den Verlust auf 8 Millionen Doll. 46 öffentliche und 570 Privat-Gebäude waren eingestürzt, 28 öffentliche und 528 private waren dem Umsturz nahe, alle stehen gebliebenen Häuser mehr oder weniger beschädigt.

Um dieselbe Zeit fand in Cavite, dem Kriegshafen der Philippinen, ein 40 Sekunden anhaltendes Erdbeben statt, das viele Gebäude umwarf.

Drei Jahre nach diesem Ereignisse findet der Herzog von Alençon (Luçon et Mindanao, Paris 1870 S. 38) noch überall dessen Spuren. Drei Seiten des Hauptplatzes der Stadt, auf denen sich früher der Palast, die Kathedrale, das Stadthaus erhoben, lagen da als Schutthaufen mit Gesträuch bewachsen. Alle grossen öffentlichen Gebäude waren »vorläufig« durch Holzbauten ersetzt, man dachte aber nicht daran, etwas Bleibendes zu schaffen.

Manila ist sehr häufigen Erdbeben ausgesetzt; am verhängnissvollsten die von 1601, 1610 (30. Nov.), 1645 (30. Nov.), 1658 (20. Aug.), 1675, 1699, 1796, 1824, 1852, 1863. — 1645 kamen 600 Personen um[9], nach Andern sogar 3000,[10] die unter den Trümmern ihrer Häuser begraben wurden. Von allen öffentlichen Gebäuden blieben nur das Kloster, die Kirche der Augustiner und die der Jesuiten stehen.

Kleine Erdstösse, welche plötzlich alle Hängelampen in Schwingung versetzen, finden sehr oft statt und bleiben gewöhnlich unbeachtet. Die Häuser sind mit Rücksicht auf diesen Umstand nur einstöckig, und der lockere, vulkanische Tuff, aus dem sie gebaut, mag zur Milderung der Stösse beitragen. Höchst unzweckmässig aber erscheinen unter solchen Verhältnissen die schweren Ziegeldächer. Auch in den Provinzen sind Erdstösse sehr häufig, richten aber, weil die Häuser nur aus Brettern oder Bambus und Palmenblättern bestehn, gewöhnlich so wenig Schaden an, dass sie gar nicht erwähnt werden.

Herr Alexis Perrey giebt in den Mém. de l’Acad. de Dijon 1860 ein mit grossem Fleiss aus der ihm zugänglichen Literatur zusammengestelltes Verzeichniss von Erdbeben, welche die Philippinen und besonders Manila heimgesucht haben. Selbst über die bedeutenderen sind die Nachrichten sehr spärlich, die Daten oft schwankend. Von unerheblicheren sind nur einige wenige angeführt, die von zufällig anwesenden wissenschaftlichen Männern verzeichnet wurden.

Ein sehr heftiges fand nach Aduarte (I. 141) 1610 statt. Ich lasse die Uebersetzung der betreffenden Stelle abgekürzt folgen, da ich es sonst nirgends erwähnt finde:

Ende November dieses Jahres (1610) am St. Andreas-Tage fand in diesen Inseln, von Manila bis an das äusserste Ende der Provinz Neu-Segóvia (das ganze nördliche Luzon), eine Entfernung von 200 Leguas, ein so furchtbares Erdbeben statt, wie man es nie erlebt hatte; es that grossen Schaden im ganzen Lande, in der Provinz Ilocos begrub es Palmbäume und liess nur die Blattkronen über der Erde, Berge wurden durch die Gewalt des Erdbebens gegen einander geschoben, viele Gebäude zerstört und Menschen getödtet. Am meisten aber wüthete es in Neu-Segóvia, wo es Berge öffnete, und neue Wasserbecken aufthat; die Erde spie grosse Haufen Sand aus und schwankte der Art, dass die Leute, da sie nicht aufrecht stehen konnten, sich auf die Erde setzten und am Boden festbanden als wären sie in einem Schiff auf stürmischer See. In dem von den Mendayas bewohnten Höhenzuge stürzte ein Berg ein, zertrümmerte dabei ein Dorf und erschlug die Bewohner. Ein grosses Stück Land am Fluss versank, so dass jetzt da, wo früher Hügel meist von ansehnlicher Höhe gestanden, die Oberfläche fast dem Wasserspiegel gleich ist. Im Flussbett war die Bewegung so stark, dass sich Wellen erhoben wie im Meer oder als ob das Wasser von fürchterlichem Winde gepeitscht würde. Die steinernen Gebäude litten den meisten Schaden, unsere Kirche und Convento stürzten ein ....


[1] Navarrete IV. 97. Obs.2a. [↑]

[2] Nach Albo’s Schiffsjournal wurde er den Unterschied an den Capverdischen Inseln gewahr, am 9. Juli 1522. »y este dia fue miercoles, y este dia tienen ellos por jueves.« [↑]

[3] In einer Anmerkung zu Seite 18 der meisterhaften englischen Uebersetzung Morga’s finde ich die auffallende Angabe, dass gleichzeitig eine ähnliche Berichtigung in Macao vorgenommen wurde, wo die Portugiesen, die von Osten gekommen waren, den entgegengesetzten Fehler von einem Tage hatten. [↑]

[4] Zu Ende des 16ten Jahrhunderts belief sich die Abgabe von den aus China eingeführten Waaren auf 40,000 Doll., die Einfuhr also wenigstens auf 1⅓ Million. 1810 nach 250-jähriger ungestörter Herrschaft der Spanier war letztere auf 1.150.000 Doll. gesunken. Seit dem steigt sie allmälig und betrug 1861: 2.130.000 Doll. [↑]

[5] Navarrete IV. 54. Obs. 1a. [↑]

[6] Nach Gehler’s Phys. Lex. VI, 450 wird das Log zuerst von Purchas auf einer Reise nach Ostindien 1608 erwähnt. Pigafetta führt es nicht an in seinem Trattato di Navigazione, aber S. 45 seiner Erzählung heisst es: Secondo la misura che facevamo del viaggio colla cadena a poppa, noi percorrevamo 60 a 70 leghe al giorno. Das wäre so viel wie unsere schnellsten Dampfer, 10 Knoten. [↑]

[7] Die europäische Post geht über Singapore und Hongkong nach Manila. Ersteres ist von beiden Orten etwa gleich entfernt. Man konnte die Briefe also eben so schnell in den Philippinen haben als in China, wenn man sie direkt aus Singapore holte. In diesem Falle würde aber die Dampfverbindung mit Hongkong beibehalten werden müssen, doch ist bis jetzt der Verkehr noch zu unentwickelt, um die doppelte Ausgabe tragen zu können.

Nach dem Bericht des engl. Konsuls (Mai 1870) läuft gegenwärtig ausser dem Regierungsschiff auch ein Privat-Dampfer zwischen Hongkong und Manila. Die Zahl der Passagiere nach China betrug 1868: 441 Europäer. 3048 Chinesen, zusammen 3489. Nach Manila 330 Europäer, 4664 Chinesen, zusammen 4994. Der Fahrpreis ist 80 Doll. für Europäer, 20 Doll. für Chinesen. [↑]

[8] Zuñiga, Mavers I. 225. [↑]

[9] Zuñiga XVIII, M. Velarde f. 139. [↑]

[10] Capt. Salmon, Goch. S. 33. [↑]

Barre des Pasig, Manila.