IV.

Das kühne Vorgehen des streitbaren Bischofs sollte sich aber doch gar bald als allzukühn erweisen.

Zwar die Dienstmannen und Reisigen waren rasch zur Stelle und folgten sofort eifrig ihrem heißgeliebten Führer: Blandinus, dem der Befehl in der inneren Stadt übertragen war, hatte sie rasch gesammelt: aber Hellmuth und Fulko konnten nicht zur Stelle sein: ihnen hatte ja Herr Heinrich die gefährlichste Wacht: die in den beiden entlegensten Blockhäusern des Pfahlhags flußabwärts und flußaufwärts anvertraut.

Und das Häuflein, an dessen Spitze jetzt der Bischof durch das Südthor und die Sandvorstadt sprengte, war doch nur recht klein: zwanzig Rosse und vierzig Fußknechte: mehr waren es nicht.

Die Bürger aber zeigten zwar guten Willen, waren auch nicht übel gerüstet und in den Waffen geübt. Allein es währte recht lange, bis sie diesmal in genügender Stärke beisammen waren und ihrem Bischof hinaus nacheilen konnten, der sofort mit seinen Dienstmannen allein dem Feinde entgegengesprengt war.

Unbewaffnet waren die Burgensen alle – den Canones und dem Landfriedensrecht gemäß – in den Dom und in die übrigen Gotteshäuser gekommen: nun mußten sie erst in ihre oft weit entlegenen Höfe zurück, sich mit Schutz- und Trutzwaffen zu versehen, meist unter dem Widerstreben, den Bitten und Thränen ihrer Weiber und Kinder, die sie im Angesicht des nahenden Gerichts nicht von ihrer Seite, nicht aus dem Hause, am wenigsten vor das Thor hinaus zum Gefecht ziehen lassen wollten.

So sammelten sie sich heute nicht, wie herkömmlich war, an den vorherbestimmten »Schar-Orten«, sondern einzeln, paarweise oder in ganz kleinen Häuflein, wie sie sich auf dem Wege zu der Sandvorstadt zufällig gefunden, trafen sie vor dem Südthor weit, weit hinter dem Bischof auf der Heerstraße oder auf der Allmännde ein, die nun gar bald zum Schlachtfeld werden sollten.

Bevor wir aber dieses betreten, müssen wir nachholen, was auf demselben unmittelbar vorher sich begeben hatte.