Der Sozius

Ein nettes Geschichtchen erzählt man sich in der Berliner Konfektionsbranche: Die beiden Chefs eines noch nicht lange bestehenden Hauses hatten einen Reisenden, mit dem sie sehr zufrieden waren. Im ersten Jahre hatte das Geschäft rein netto 16000 Mark gebracht, so daß auf jeden der Inhaber 8000 Mark kamen, der Reisende aber hatte 12000 Mark verdient. Da er wußte, daß ihn die Firma nötiger brauche als er die Firma, verlangte er als Sozius aufgenommen zu werden. Nach einigem Hin und Her setzte er seine Forderung durch. Dem neuen Chef wurde außer anderen Ehrenrechten auch die Benutzung der den Chefs vorbehaltenen Toilette eingeräumt und der dazu gehörige Schlüssel mit einer gewissen Feierlichkeit überreicht. Ein Jahr verging, der neue Mitbesitzer hatte stramm gearbeitet, und der Reingewinn hatte sich auf 30000 Mark gehoben. Auf jeden der Chefs kamen 10000 Mark. Als der frühere Reisende dies Ergebnis erfuhr, ging er still an sein Pult und brachte den Schlüssel seinen Kompagnons zurück. „Zweitausend Mark dafür sind mir zu teuer,“ sagte er, und aus dem Associé wurde wieder ein Angestellter.

Semper idem

Herr Bankier Cohnreich (zu seiner Frau, welche auf den Stuhl steigt, um auf dem Schrank etwas zu suchen): „Berta, verlier' nicht de Bilanze!“