Glücklicher Ausweg

Moses kommt zum Rechtsanwalt.

„Herr Rechtsanwalt, was soll ich machen, jedesmal wenn ich nach Haus komme, sitzt mein Buchhalter mit meiner Frau zusammen auf'm Sofa und da knutschen sie sich ab.“

„Schmeißen Sie doch Ihren Buchhalter 'raus!“

„Das kann ich nicht, er ist im Geschäft unentbehrlich.“

„Dann lassen Sie sich von Ihrer Frau scheiden!“

„Ich habe meine Frau so lieb — das tu' ich nicht.“

„Dann kann ich Ihnen nicht helfen.“ — —

Nach einiger Zeit treffen sich Moses und der Rechtsanwalt auf der Straße.

„Na, haben Sie sich nun von Ihrer Frau scheiden lassen oder haben Sie Ihren Buchhalter 'rausgeschmissen?“

„Nee — ich habe 's Sofa verkauft!“

Liebesbrief im Geschäftsdeutsch

Liebste Emma!

Im Besitze deiner werthen Zeilen

Von dem fünfundzwanzigsten currentis

Beehr' ich mich ergebenst mitzutheilen

Daß mein Herz in heißer Lieb entbrennt is.

Dich hab ich ergebenst auserkoren

Als die höchste Sehnsucht meiner Triebe

Und so bitt' ich Euer Wohlgeboren

Höflichst um gefäll'ge Gegenliebe.

Welche Qual mir Deine werthen Blicke schufen!

Ach und dennoch kann ich nicht bereuen.

Deine Reize brauchen nämlich unberufen

Wirklich keine Konkurrenz zu scheuen!

In Betreff der heiligsten Gefühle,

Welche ganz ergebenst in mir brennen,

Da bedaure ich, o blonde Kühle,

Leider keine Rücksicht mehr zu kennen.

Nein, ich kann mich nicht mehr länger fügen

Oben detaillierten Schicksalsschlägen

Und so sehe ich denn mit Vergnügen

Ihrer werthen Rückantwort entgegen.

Karl Ettlinger

(Aus „Streifzüge eines Kreuzvergnügten.“)

Ein schlagender Beweis

Herr Isidor Nelkenkopf hat eine Geschäftsführerstelle für sein Seidenhaus ausgeschrieben und läßt sich die einzelnen Bewerber in seine Privatwohnung kommen, denn seine Frau hat — wie in allen Sachen — auch im Geschäft ein wichtiges Wort mitzusprechen. Drei Herren hatten sich bereits vorgestellt, doch keiner entsprach den gestellten Forderungen. Plötzlich geht die Tür auf und der vierte Bewerber tritt ein: Herr Isaak Fingerstock. Sobald dieser seine Prinzipalin in spe erblickte, schrak er sichtlich zusammen und brachte kein Wort hervor. Herr Nelkenkopf bemerkte dies und frug erstaunt:

„Nuu — was is das? Kennen Se ihr?“

„Ja“ — stotterte Fingerstock, „ich — ich — —“

„Nuu und woher kennen Se ihr?“ unterbrach ihn der Prinzipal.

„Ich — ich war mal mit ihr verlobt,“ — sagte Fingerstock zaudernd.

Verlobt! — mit ihr!“ schrie Nelkenkopf, „und trotz ihres Geldes haben Sie ihr nischt geheirat. Das beweist mir, daß Sie unbedingt ä kluger Kopf sein missen. Sie passen mir in mein Geschäft. Morgen können Se de Stellung antreten!“

Herr Aaron Tapetenmuster, Chef der Firma Tapetenmuster & Cie., kommt eines Tages zu ungewohnter Stunde heim und findet zu seinem Entsetzen seinen ersten Reisenden mit seiner jungen schönen Frau in einer äußerst kompromittierenden Situation.

„Sie Lump, Sie elendiger,“ fährt er auf den Ehestörer los, „Sie Spitzbub, Sie Hallunk, Sie Bube, Sie ehrloser; wenn ich jetzt einen Revolver bei mir hätt', meiner Seel' und Gott — ich hauet' Ihnen zwei Ohrfeigen herunter!“