35. Mundos.

Die Mundos sind wilde Bergvölker auf Cebú (Mozo 134) und Panay (Mozo, l. c. u. Hügel 367). Nach Hügel (l. c.) gleichen sie den Igorroten in „Allem”, was aber nach den genaueren Nachrichten Mozo’s nicht wahr ist, denn nach diesen theilen sie die Sitten und Bräuche der Tagalen und Visayer, und Hügel hat jenes „in Allem” wohl nur den Manilesen nachgesagt, die alle wilden Heiden „Igorrotes” tituliren, denn Panay hat Baron Hügel nicht besucht.

Sie glauben an den Patianac, der uns schon von den Tagalen her bekannt ist, ihm schreiben sie es zu, wenn sie auf einem Pfade sich verirren. In diesem Falle entledigen sie sich ihres ohnediess nur dürftigen Anzugs, denn der Patianac flieht vor den Nackten, und so können sie auf diese Weise den verlorenen Weg wiederfinden (Mozo 137). Um Diebe zu entdecken oder verlorene Sachen wiederzufinden, bedienen sie sich gewisser Zauberformeln, welche sie Bilao nennen (l. c.). Sie halten überhaupt viel auf Zauberei, weshalb unter ihnen auch zahlreiche Zauberer wohnen, welche sich in Crocodile oder andere Thiere verwandeln können und dann den Menschen viel Unheil zufügen (Mozo 135). Sie glauben an Behexung, „Gavay” genannt, von der man sich durch besondere Ceremonien, welche Mozo (Misiones 136) beschreibt, wieder befreien oder enthexen kann. Die Christen haben deshalb eine grosse Scheu vor diesen Wilden und wollen ihre Niederlassung in ihren Dörfern nicht dulden. Sie leiden sehr an Magenkrankheiten, „Bungsol” genannt (Mozo 136).

Die Zahl der Mundos ist eine beträchtliche; 1848 zählte man nach Diaz Arenas allein in der Provinz Ilo-ilo (Insel Panay) 5000 Mundos. Nach eben demselben Autor leben unter ihnen viele Remontados. Es ist überhaupt noch fraglich, ob die Mundos ein selbständiger eigenartiger Stamm sind, ich vermuthe nach ihren abergläubischen Bräuchen, dass sie Visayer im Stadium der Vicol-Heiden vom Isaróg, Iriga, Caramuan &c. sind. Sie scheinen von Remontados und Negritos abzustammen (man vgl. Buzeta II, 103).