Notiz

nachts (2h 45 bis 2h 47 matin)

Böses Stampfen! (Vom Lauschen, vom Warten . . .)

Grünliches Hämmern, wie in der Chloroform-Narkose!

Ein Pumpwerk zerstößt die Nacht,

Dröhnt.

Mein Herz explodiert.

Die Angst arbeitet rhythmisch, exakt.

Aus einer Röhre, einem Trichter (einer Trompete?)

Fließt schleimiger Schein:

Das morastgelbe Licht der Welt — meiner Welt.

Der Lichtkegel trifft mein Ohr.

Leider bin ich verdammt, aus diesem schmutzigen Licht Angst zu pulsen, den Schein in Grauen zu transformieren, in Sentiments, in Elend-Quatsch.

Das dauert gewiß bis zum Grauen der Dämmerung hinter den Gardinen.

(O: das gute Angelus-Läuten!

Hirten auf dem Felde,

Kartoffelbauern auf dem Felde Millets!

Liebe Demut ihres gebeugten Rückens!)

. . . Ich bin einer, der nicht in Betracht kommt.

Kein Leben, keine Schminke um mich.

Nur die Angst meine Dame.

(Blicke kratzten, stächen mich,

Ich schriee, stampfte — hautlos ich.)

. . . . Nur verschrumpfte Gebete gelingen,

Keine Gebet-Kunstwerke.

Eine Schmach ists, von der Angst erlöst sein zu wollen;

Eine Schmach ists, glücklicher sein zu wollen, als äußerst unglücklich.

Es irritiert die geringste geglückte . . . Harmonie.

. . . . Warum nicht das äußerste?

Das isolierte Brennen heiliger Nervenspitzen, letzter Nahrung des Brandes?

Zuckende Reserven, züngelnd im Dampf, im Krampf.

— — — Übrigens bin ich durchaus im Stande, den Ablauf solcher Empfindungen brüsk zu unterbrechen, „Amerikanismus“ anzuordnen und, mit einer Cigarette, kühlsten Herzens weiterzulesen in Henri Beyles: „Le Rouge et le Noir.“ Selbstverständlich.

Die Lampe brennt ja noch.