Sublimierung

Ich sah dich Grenadine schlürfen,

dein Wildgeruch ergriff mich schon —

und hab nur stockend murmeln dürfen:

„Wer ist die scharfe . . . Attraktion?“

Dann ließ ich drucken: „Komm, du Dirne!

Ein Später wittert Dunst und Bau.

Du hast die hellste Kinderstirne

und bist die dunkel-tollste Frau!“

Vergeblich. Doch der Nicht-Genehme

war schon phantastisch angesteckt —

Du hast mich völlig, Unbequeme;

Und . . . ich hab dich, als mein Objekt.

O: dein von Mörderhand gekürzter

Polaire-Wulst, du zerwühlter Kopf,

durchreizt das Dasein mir gewürzter

als jüngster Judith Doppelzopf.

Was willst du, Fremde, noch verhindern?

Ich bau dich auf aus Kunst und Schaum.

Du wirst mir Unerhörtes lindern,

du bist ja mein in jedem Traum.

Wie gern in mystischer Verschwörung

dein Linien-Tiefstes sich mir gibt . . .

Laß uns allein! Du . . . Erd-Empörung,

bleib ferne, knäbisch angeliebt!

Ächz unter Assessoren-Küssen — —

Indes in Spuk- und Geisterwelt

mit zugespitztesten Genüssen

dein kluger Schatten mich umstellt.