3. Die Uhrenindustrie in den übrigen Ländern.
Die Staaten, welche hier noch in Betracht kommen können, sind Frankreich, England und Nordamerika. Ersteres weil es schon frühe viele Uhrmacher aufzuweisen hat und auch jetzt noch eine bedeutende Rolle spielt, das letztere, weil besonders auf seinem Boden der Ersatz der Menschenhand durch die alles besorgende Maschine so allgemein geworden ist. England endlich, die Heimat so vieler berühmter Uhrkünstler ist auch heute noch ein gewichtiger Teilhaber am Weltmarkt.
Frankreich zeichnete sich durch seine Erzeugnisse auf dem Gebiete der Uhrmacherei besonders aus zur Zeit des Julien und Pierre le Roy; gegen das Ende des 18. und anfangs des 19. Jahrhunderts galten die Franzosen als die ersten, was Geschicklichkeit und Geschmack betraf. Gegenwärtig hat die Fabrikation von Taschenuhren in Paris aufgehört; diese Stadt ist aber der Stapelplatz für Aus- und Einfuhr des Landes geblieben. Dagegen werden noch Monumentaluhren, Reise- und astronomische Uhren im Großen daselbst erzeugt. Als Hauptsitz der französischen Uhrenindustrie muß Besançon bezeichnet werden. Sie verdankt ihre Entstehung zahlreichen 1793 aus der Schweiz, namentlich aus Genf und Neuenburg in das Land der neuen Freiheit auswandernden Uhrmacherfamilien. Die Emigranten wurden mit offenen Armen ausgenommen und sogar vom Nationalkonvent mit allen Mitteln unterstützt. Wohnungen wurden unentgeltlich zur Verfügung gestellt, Vorschüsse an Geld und Material gegeben, Pensionen für Lehrlinge etc. eingerichtet. Der Konvent gründete auch eine Darlehenskasse und dotierte sie mit 1200000 Franken. Trotz der ungünstigen Zeitverhältnisse entwickelte sich das junge Reis nach und nach und 1820 schätzte man die im Dép. Doubs verfertigten Uhren auf über 30000 Stück; 1856 belief sich die Produktion auf 160165 Stück. Die im genannten Departement ansässige Uhrenmacherbevölkerung wurde 1865 auf 15000 Personen veranschlagt; davon kamen auf die Stadt selbst etwa 3500. Gegenwärtig beläuft sich die jährliche Produktion auf ca. 450000 Stück im Werte von mehr als 40 Millionen Fr.; das ist über vier Fünftel aller in Frankreich verkauften Uhren. Die berühmteste und größte Firma ist das Haus Japy, dessen Ursprung bis zum Jahr 1780 zurück reicht. Es erstellt vor allem Rohwerke, sowohl für Taschen- als auch Pendeluhren. Weil bis in die siebziger Jahre die verzierten Gehäuse meist aus der Schweiz bezogen wurden, beschloß man 1873, auch diesen Artikel im eigenen Lande herzustellen. So wurde Besançon einer der gefährlichsten Konkurrenten der Schweiz und ist es bis heute geblieben.
Neben Besançon und Paris ist noch Montbéliard zu erwähnen als Sitz einer bedeutenden Uhrenfabrikation. Es werden von dort aus jährlich 60–70000 Werke für Pendulen, Wecker u. s. w. in den Handel gebracht. — Morez, im französischen Jura liefert etwa 80000 Uhren.
Ganz Frankreich produziert jährlich für ca. 80 Mill. Fr. Uhren; die Industrie beschäftigt etwa 35000 Arbeiter; die Ausfuhr weist aber einen bedeutenden Rückgang auf (1887: 22,4, 1892: 14,7 Mill. Fr.) infolge des schweizerischen und amerikanischen Wettbewerbes.
Historisch merkwürdig ist noch die Gründung einer Uhrmacherkolonie in Ferney bei Genf (Dép. de lʼAin) durch den bekannten Philosophen Voltaire. Dieser hatte sich schon 1758 nach Ferney zurückgezogen, und als 1770 fünfzig Uhrmacher aus Genf ausgewiesen wurden, nahm er sie auf und brachte in erstaunlich kurzer Zeit eine blühende Industrie zustande, welche bald einen jährlichen Umsatz von über 500000 Fr. erzielte. Voltaire war die Seele des Ganzen, so daß nach seinem Wegzuge der neue Erwerbszweig rasch wie er gekommen wieder verschwand, hauptsächlich durch die Schuld der französischen Regierung, welche die Wichtigkeit des Unternehmens allem Anscheine nach nicht erkannte.
Ueber den Ursprung der Uhrenindustrie in England schwanken die Angaben der verschiedenen Schriftsteller sehr stark. Nach den einen blühte die Uhrmacherei in England schon unter Elisabeth (1558–1603), nach andern Angaben wäre sie erst 1685 gelegentlich der Aufhebung des Ediktes von Nantes entstanden. Wie dem auch sei, sicher ist, daß ausgewiesene Protestanten in England die Uhrenindustrie günstig beeinflußten, und daß Frankreich eine Zeit lang seine besten Uhren von jenseits des Kanales bezog. Dem ist aber jetzt schon lange nicht mehr so. Im 19. Jahrhundert ging die Uhrenfabrikation beständig zurück; einiger Export fand nur nach den Kolonien statt. Es wurden von jeher in England gute, aber auch entsprechend teure Uhren hergestellt; nach dem Urteil von Sachverständigen haben sie aber heute neben den vorzüglichen deutschen, schweizerischen etc. Uhren nur noch den Vorrang in bezug auf den Preis. So stellte sich beispielsweise 1870 der Durchschnittspreis einer englischen Taschenuhr auf 98,2 Mark, während eine importierte ausländische bloß 32 Mark galt. Bis heute mögen ja die Preise noch mehr gefallen sein, sie sind aber doch noch bedeutend höher als im Ausland. Daher wird namentlich der Arbeiterstand von auswärts mit Uhren versorgt.
Hauptorte der englischen Uhrenindustrie sind London, Liverpool, Coventry und Prescot; in neuerer Zeit scheint auch noch Birmingham ein besonderes Zentrum der Uhrenindustrie zu werden; es ist die Weltzentrale für Uhrgehäuse. Allmählich fangen die englischen Fabriken ebenfalls an, neuere Maschinen anzuwenden, während bis vor kurzem noch veraltete ihren Dienst versahen. Gelobt wird an den englischen Uhren die äußerst sauber und solid ausgeführte Arbeit. Was im Vorstehenden über mangelhaften Fortschritt in der fabrikmäßigen Herstellung von Uhren gesagt wurde, gilt nicht in bezug auf die Chronometer. In dieser Hinsicht steht England an der Spitze und seine Produktion übertrifft die aller andern Länder. Die meisten werden in Clerkenwell, einem Londoner Stadtteil angefertigt. Ebendaselbst befindet sich auch seit 1858 das British Horological Institute; ein Fachverein, dessen Mitglieder aus den bedeutendsten Fachmännern nicht bloß der Hauptstadt und der Provinzen, sondern auch der Kolonien entnommen sind. Mit ihm ist zugleich eine Schule verbunden.[92] In der Schiffsuhrenfabrikation ist der Grundsatz der Arbeitsteilung streng durchgeführt; infolge dessen können dieselben nicht nur gut, sondern auch billig geliefert werden.[93]
Es erübrigt nun noch, einiges über die amerikanische Uhrenfabrikation anzuführen.
Amerika ist vor allen andern das Land der Maschine und der Massenfabrikation. Bei dem energischen, zielbewußten Handelsgeist der Amerikaner sind große Fortschritte auf dem Gebiete der Uhrenindustrie selbstverständlich; ihr Bestreben geht aber dahin, die Einfuhr von Uhren möglichst zu vernichten und das eigene Produkt an die Stelle des fremden zu setzen; Amerika ist auch der weitaus gefährlichste Gegner der Schweizer Uhrenindustrie. Umfassendste Reklame in jeder Form trägt das Ihrige bei, das inländische Fabrikat bekannt zu machen und im vorteilhaftesten Lichte erscheinen zu lassen. Der ausschließliche Maschinenbetrieb ermöglicht einen so niederen Preis, daß er von andern Ländern kaum erreicht, geschweige unterboten werden kann.
So viel bekannt, stellte ein gewisser Eli Terry 1793 zuerst hölzerne und messingene Schlaguhren her; sein Geschäft erweiterte sich offenbar rasch, denn schon 1807 verpflichtete er sich, innerhalb 3 Jahren 4000 Uhren zu liefern. Später verlegte Terry sich auf die Fabrikation von Stutzuhren (Short Shelf Clocks), welche die alten Wanduhren bald verdrängten. Im Jahre 1885 betrug die monatliche Produktion in den Vereinigten Staaten über 200000 Stück. Hiebei sind 11 große Gesellschaften beteiligt, von denen 8 ihren Sitz im Staate Connecticut haben. Zentren sind Waterbury, Thomaston, New-Haven, Busonia, Forestville, Bristol u. s. w. Diese Uhren sind im allgemeinen sehr billig, besonders die „Mercantile Clocks”, welche 2 Dollars das Stück kosten. Auf Reparatur wird nicht gerechnet, sondern nach Verbrauch des alten Werkes ein neues gekauft. Nach und nach überschwemmte Amerika fast die ganze Welt mit seinen billigen Uhren; in Europa wurde jedoch das amerikanische Erzeugnis bald ersetzt durch die nach amerikanischem System hergestellten Uhren (besonders im Schwarzwald). Hauptabsatzgebiete für Amerika sind jetzt Japan, Indien, China und Süd-Afrika.
Der amerikanische Techniker begnügte sich jedoch nicht lange damit, geeignete Maschinen für Großuhrenfabrikation herzustellen, er wandte vielmehr dieses Prinzip schon frühe auch auf die feinsten Taschenuhren an. Europa ist in dieser Beziehung nachgefolgt, vielleicht etwas spät zu seinem eigenen Schaden. Mit ihren Spezialmaschinen fabrizieren die Amerikaner vor allem vollständige Werke, welche bereits genau reguliert die Fabrik verlassen und in jedes Gehäuse sich einpassen lassen. Als praktische Leute sagen sie sich, daß es vorteilhafter sei, eine Anzahl solcher Werke vorrätig zu haben, als Schweizeruhren, deren jede ihr eigenes Gehäuse besitzt und noch genaue Regulierung verlangt, also weiter Zeit und Geld kostet, ganz abgesehen vom größeren Anlagekapital, das sie erfordern. Ein Uebelstand ist übrigens mit dieser Herstellungsart doch verbunden, die Ueberproduktion, wodurch dem Lande schon große Kapitalien verloren gingen; die einzelnen Fabrikanten unterbieten sich gegenseitig; der Preis der Werke sinkt beständig und natürlich auch der Arbeitslohn. So betrug der Wochenlohn eines guten Arbeiters 1873 16–18 Dollars, 1879 war er bereits auf 10–12 gefallen, seither dürfte ein weiteres Sinken eingetreten sein. Aehnlich verhält es sich mit dem Preis der Uhren. Beispiele, daß Großhändler 50% Rabatt erhielten, sind nicht selten. Die Folge dieses Verfahrens ist schließlich, daß die Uhren für ganz wenig Geld zu haben sind, 2–3 Dollars, und zwar gute Qualität, (hier ist das Werk ohne Schale zu verstehen), ein Preis wie ihn die europäische Industrie nicht einhalten kann. Kenner der Verhältnisse behaupten allerdings, daß das Geschäft nicht rentiere, was wir, wegen Mangel genauer statistischer Daten nicht beurteilen können. Einen Erfolg haben die Amerikaner aber sicher gehabt, nämlich den, die ausländische Konkurrenz, besonders die schweizerische lahm zu legen, oder wenigstens bedeutend zu schwächen.
Im Jahre 1885 bestanden in den Vereinigten Staaten 20 Uhrenfabriken, welche täglich etwa 5000 Stück herstellten. Von den bedeutendsten sei hier nur genannt die Waltham Watch Co., gegründet 1854, eine der ältesten und größten. Sie fabrizierte 1900 täglich durchschnittlich 2000 Stück in sieben Größen und Qualitäten, zum Preise von 14–400 Mark das Werk. Die Zahl der bei Vollbetrieb beschäftigten Arbeiter beträgt 3000. Der schärfste Konkurrent obiger Gesellschaft ist die Elgin Watch Co., 1852 gegründet. Die „Keystone Watch Case Co.” verfertigt Schalen aus einer harten Metalllegierung, die beiderseits mit einer Platte von 14karätigem Golde überzogen sind und vollen Ersatz bieten für eine ganz goldene Uhr bei einem Drittel oder der Hälfte des Preises der letzteren. Viel verbreitet sind ferner in Amerika die von der „Self winding Clock-Company” erstellten, sich selbst aufziehenden Haus- und Zimmeruhren. Sie bestehen aus vollständigen Uhrwerken, welche durch Federn getrieben werden. Der Strom einer auf ein Jahr berechneten Batterie wird stündlich durch die Uhr geschlossen und zieht sie wieder auf. Täglich werden sie von einer Zentrale aus automatisch eingestellt, welche das Signal von der Sternwarte zu Washington empfängt und den Abonnenten übermittelt. (Die Angaben zu Vorstehendem sind z. T. den Ausführungen Speckhartʼs entnommen, der 1893 den Stand der amerikanischen Uhrenfabrikation persönlich kennen lernte).
Wir sind am Schlusse angelangt. Dem geneigten Leser ist der gewaltige Unterschied zwischen dem ersten Zeitmaß, dessen die heilige Schrift gedenkt und worauf wir anfangs Bezug nahmen und der jetzigen Gestaltung der Zeitmeßkunst, nicht entgangen. Ein großer Zeitraum liegt zwischen uns und jenem Worte („und es ward Abend und Morgen, ein Tag”); vieles ist entstanden und wieder verschwunden, die Sonne aber ist unsere genaueste Uhr geblieben bis zum heutigen Tag. Wenn wir nun die Zeit gegenwärtig mit einer vorher nicht geahnten Genauigkeit messen, so möchten wir das nicht etwa dem kalten Geschäftsgrundsatz zuschreiben: „Zeit ist Geld”, sondern vielmehr dem hoffentlich nie schwindenden Bewußtsein, daß der Mensch die Zeit, dieses kostbarste Geschenk seines Schöpfers, gut benützen und einmal Rechenschaft davon ablegen müsse.
[Fußnoten]
[1] Bilfinger, Die antiken Stundenangaben. Stuttgart 1888. c. 3.
[2] L. III. c. 3.
[3] Bekanntlich begannen die Babylonier, Perser, Römer, Griechen etc. den Tag mit Sonnenaufgang, während die Juden ihn von Sonnenuntergang an zählten. Die alten Aegypter fingen den Tag um Mitternacht an, von Hipparch bis Copernicus auch die Astronomen; diese Einteilung ist jetzt noch im bürgerlichen Leben gebräuchlich, während die modernen Astronomen aus Gründen der größern Zweckmäßigkeit den Tag vom höchsten Stand der Sonne, also von Mittag an zählen. Sagt man z. B. im gewöhnlichen Leben: „den 8. Mai vormittags 9 Uhr,” so datiert der Astronom „den 7. Mai 21 Uhr.”
[4] E. Gelcich: Geschichte der Uhrenmacherkunst. Weimar 1892. S. 7.
[5] Vergl. Herodot II. 109. u. Vitruv: de Architectura I. 8. c. 7
[6] Wenn die Angabe Appions (Jos. Flav. contra Appionem, I. II. c. II.) wahr ist, so hätte Moses zuerst als Sonnenuhren Säulen verwendet, welche auf einem wie eine Schüssel geformten Fuß standen. Darin ging der Schatten der Säule herum nach dem Laufe der Sonne am Himmel.
[7] Andere Beispiele siehe bei Bilfinger: Die Zeitmesser der antiken Völker. 1886. S. 11.
[8] Hist. nat. XXXVI, 10.
[9] Daß sich der Luxus schon frühe auch der Uhren bemächtigte, beweist die im Jahre 62 v. Chr. von Pompejus im Pontus erbeutete Wasseruhr, die bloß einmal täglich zu füllen war. Gefäß und Zifferblatt bestanden aus Gold, während die Zeiger mit Rubinen besetzt und die Zahlen in Saphir geschnitten waren. Wolf, Geschichte d. Astron. 1877. Nr. 40.
[10] Schafhäutl: Ueber die Geschichte der Uhren. S. 17.
[11] Athen Deipn. l. IV. c. 23. Nach dieser Beschreibung wäre es eine Wasserorgel gewesen, die zur bestimmten Zeit einen Ton gab.
[12] In Athen war im ersten Jahrhundert vor Chr. durch Andronikos aus Kyrrhos der sogenannte „Windturm” erbaut worden, ein Gegenstück der heutigen Uhrensäulen in großen Städten. Auf dem Dache des kleinen Gebäudes war ein Triton als Windfahne angebracht, der immer gegen den Wind stand und mit einem Stab auf das Bild des eben wehenden Windes zeigte. Die Bilder der acht Windgötter liefen rund um das Gebäude herum. An den Mauerflächen sind noch jetzt die scharf geritzten Sonnenzeiger sichtbar. Im Inneren war eine Wasseruhr angebracht, worauf Rinnen und Löcher im Fußboden, sowie Reste eines Reservoirs hinweisen.
[13] l. c. lib. IX. c. 8. Die Uebersetzung ist von Dr. Reber. Stuttg. 1865.
[14] Dazu bemerkt Reber: Man denke sich in einem allmählich sich mit Wasser füllenden Bottich einen deckelförmig gehöhlten Schild mit nach oben gekehrter Höhlung schwimmend und so angebracht, daß kein Hin- und Herschwanken, sondern nur bei regelmäßig sich erhöhendem Wasserstand ein regelmäßiges Aufsteigen desselben möglich ist. An dem Scheitel dieses Schildes nun ist eine senkrechte Stange angebracht, welche selbstverständlich auch mitgeschoben wird. Greift nun diese Stange, auf einer Seite ausgezahnt, mit ihren Zähnchen in die entsprechenden Zähnchen eines Rades oder einer Scheibe ein, so setzt sie auch diese in Bewegung, die sich dann auch durch Vermittlung eines andern gezahnten Rades auf eine zweite mit Zähnen versehene Stange fortsetzt, die auf ihrem oberen Ende eine Figur trägt, welche mit einem Stäbchen auf eine Säule zeigt. An dieser sind aber von unten bis oben die Stundenzahlen verzeichnet. Je höher sich also die Figur hebt, eine desto vorgerücktere Stunde wird ihr Stab zeigen.
[15] Bezüglich näherer Einzelheiten und Abbildungen verweisen wir auf Bilfinger, a. a. O. S. 140 ff.
[16] Wolf, Geschichte der Astronomie. 1877. S. 162.
[17] Wolf, Biographien der Kunstgeschichte der Schweiz. II. S. 93.
[18] Winckelmann, Monumenti antichi inediti II. N 110.
[19] Streuber, Basler Taschenbuch 1850.
[20] Der Scherz Senecas über die Uhren seiner Zeit läßt ihre Genauigkeit in einem schlimmen Licht erscheinen: „horam non possum certam tibi dicere, facilius inter philosophos convenit, quam inter horologia.” (Eher stimmen Philosophen mit einander überein, als Uhren). Senec. in mortem Claudii Cæsaris ludus.
[21] = Sanduhr.
[22] Divin. Lect. c. XXX.
[23] Constitut. Hirsaug. Edit. Herrgott 1726. c. 34. Der „cereus,” von dem hier die Rede, ist wahrscheinlich die Kerze, welche im gemeinsamen Schlafsaal brennen mußte; man konnte also an der Abnahme derselben die Zeit ungefähr abschätzen, welche seit dem Anzünden verflossen war.
[24] Vgl. „Ein vließende liht meiner Gottheit”; dieses Werk in oberdeutscher Mundart ist erhalten in einer Handschrift unseres Stiftes, veröffentlicht von P. G. Morell, Regensbg. 1869.
[25] Dissertazioni sopra le Antichità Italiane, t. I, 2. p. 96.
[26] Vgl. Hock: Gerbert oder Papst Sylvester II. und sein Jahrhundert, Wien 1837; Büdinger: Ueber Gerberts wissenschaftl. und polit. Stellung, Kassel 1851.
[27] Wilhelm von Malmesbury war ein um die englische Geschichte höchst verdienter Mann, Bibliothekar und Vorsänger im Kloster Malmesbury; er hat viele Werke verfaßt, von denen aber noch nicht alle veröffentlicht sind. Er lebte noch 1143. Sein Todesjahr ist unbekannt.
[28] Z. B. von Dubois in seiner Histoire de lʼhorlogerie. Paris 1849. p. 63 u. ff.
[29] Eine derartige große Uhr besaß z. B. das Stift Einsiedeln aus dem Jahre 1663, welche später mit Pendel versehen wurde; sie befindet sich jetzt im Landesmuseum in Zürich.
[30] Vergl. auch Parad. X, 139–144:
„Darauf gleich dem Seiger (Sanduhr), der uns ruft zur Stunde,
Da Gottes Braut aufsteht dem Bräutigam,
Daß er sie liebʼ, ihr Morgenlied zu bringen,
Da einen Teil zieht, den andern treibt,
„Tin, tin,” enthaltend mit so süßem Klange.”
[31] Mém. de lʼAcad. t. XVI, p. 227; diese Schilderung wurde auch in die Encyclopédie, s. v. „horloges,” aufgenommen.
[32] Murat. l. c. t. 17. p. 1092.
[33] Dubois. p. 67.
[34] Froissart schreibt: le duc de Bourgogne fit oster des halles un orologe qui sonnait les heures, lʼun des plus beaux quʼon sçeut trouver delà ne deçà la mer; et celuy orologe mettre tout par membres et par pièces sur chars et la cloche aussi. Dub. p. 68.
[35] Vergl. Sammlung bernischer Biographien, IV. Bd., Kaspar Brunner, von Ad. Fluri. S. 437 u. ff.
[36] Vergl. Neues Berner Taschenbuch 1897, S. 185 ff.
[37] Schwilgué G. Kurze Beschreibung der astron. Uhr zu Straßburg. S. 15. Wir folgen in der Schilderung der alten und neuen Uhr zum Teil diesem Werkchen.
[38] R. Wolf, Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 3. Cyklus. S. 56.
[39] Hist. Olai Magni Gothi, Archiep. Upsal. De gentium septentrionalium variis conditionibus. Basil. 1557.
[40] Ambrosius Camaldulensis (Traversari) geb. 1386, gest. 1439, spricht in einem Briefe an den Gelehrten Nikolaus de Nicolao von Uhren als etwas ganz Gewöhnlichem. „Deine Uhr ist bereit; ich hätte sie schon gesendet, wenn ein Bote zu haben wäre. Ich ließ sie reinigen; sie konnte nicht gehen, weil der Staub überall eingedrungen war. Weil der Gang aber auch nachher noch nicht befriedigte, übergab ich das Werk dem in solchen Dingen sehr geschickten jungen Angelo .....” Martène et Durand Collectio ampliss. III.
[41] Patron der Schlosserzunft, zu der alle, welche Hammer und Zange führten, gerechnet wurden, war der heilige Petrus, weil er einen Schlüssel führt; da auf seinen Bildern jedoch auch der Hahn, einer der ersten Zeitmesser, erscheint, so behielten auch die Uhrmacher ihn als Schutzheiligen bei.
[42] 1589 vereinigten sich die Genfer Uhrmacher zu einer Gilde. Nach dem Urteil Großmanns (bei Gelcich, S. 164) lassen diese Statuten an Strenge und Engherzigkeit alles hinter sich, was die Innungen des deutschen Mittelalters hierin geleistet haben. (Auszug dieser Satzungen ebendaselbst a. a. O.)
[43] Ott, Handbuch der kirchlichen Kunstarchäologie des deutschen Mittelalters. Leipz. 1893, S. 290.
[44] Der Ursprung der Zwölfteilung (Duodezimalsystem) reicht bis ins tiefste Altertum zurück; einige Gelehrte sind sogar der Ansicht, sie datiere von der Urzeit des menschlichen Geschlechtes her. Dieses System, das von der Natur selbst gegeben zu sein scheint, findet sich bei den Babyloniern, welche nicht bloß ein Mondjahr zu 354 und das eigentliche Sonnenjahr zu 365 Tagen kannten, sondern auch ein solches zu 360 (12 mal 30) Tagen hatten. Die Indier und Aegypter zählten das Jahr ebenfalls zu 360 Tagen, mit Einschluß der 5 Schalttage (Epagomenen). Der Tag wurde in 12 Doppelstunden oder in 24 einfache geteilt. Die Kreisteilung beruht bekanntlich ebenfalls auf dem Duodezimalsystem.
Auch bei den Längenmaßen findet sich diese Teilung. Einheit der Länge war bei den Babyloniern die Doppelelle, zu 60 Fingern, ein größeres Wegmaß war das Soß zu 360 Doppelellen oder 720 einfachen. Die Hohlmaße und Gewichte wurden von dieser Einheit in ähnlicher Weise, wie beim heutigen metrischen Systeme abgeleitet. Daß wir auf unsern Uhren noch die Einteilung in fünf Minuten haben, ist wahrscheinlich ebenfalls ein Ueberrest dieser alten Zählungsart. — Wenn der Uhrzeiger jetzt zweimal täglich einen Umlauf macht, so erinnert das an die Zeit, wo es noch keine mechanischen Uhren gab, sondern der Himmel direkt befragt werden mußte, einmal des Nachts durch Beobachtung der Sterne (12 Zeichen des Tierkreises), dann am Tage durch Verfolgung des Schattenweges des Sonnenzeigers.
Neuestens soll nun diese alte Duodezimalabteilung durch das Dezimalsystem, die Zehnteilung, verdrängt werden. Was Laplace und einige Staatsregierungen in bezug auf die Kreisteilung in 400 Teile (Kartographie) schon eingeführt, soll nun auch in der Zeitmessung zur Anwendung gelangen, so daß die Stunde fortan 100 Minuten und 10000 Sekunden zählen würde. Da jedoch gegenwärtig nach großen Mühen endlich das absolute System in die Wissenschaft eingeführt ist, welches ja als Einheit auch die jetzige Sekunde benützt, so erscheint es sehr fraglich, von andern Unbequemlichkeiten zu schweigen, ob die Nachteile einer solchen Maßregel nicht größer wären, als die Vorteile derselben. Vergl. über diesen Punkt z. B. Prometheus 1897. N. 416.
[45] Walther war noch in reiferen Jahren ein Schüler Regiomontans geworden; er erbaute aus eigenen Mitteln zu Nürnberg eine Sternwarte und versah sie mit kostbaren Instrumenten. 1472 beobachtete er mit Regiomontan den eben erscheinenden Kometen. Er war auch der Erbe des literarischen Nachlasses seines Lehrers, dessen Beobachtungen er fortsetzte. Walther berücksichtigte bei seinen astronomischen Arbeiten zuerst die Refraktion; er soll auch bei Ortsbestimmungen der Sonne statt des Mondes die Venus verwendet haben.
[46] Tycho Brahe wurde geboren auf der Insel Schonen zu Knudstrup bei Helsingborg im Jahre 1546. Er studierte in Kopenhagen und Leipzig und machte seinen Namen bekannt durch Beobachtungen des Sterns von 1572. Nach wechselvollen Schicksalen konnte er mit Unterstützung König Friedrichs II. von Dänemark auf der Insel Hven (zwischen Seeland und Schonen) eine Mustersternwarte, die „Uranienborg” bauen, auf welcher er lange Jahre beobachtete. 1597 trat er als Astronom in den Dienst des Kaisers Rudolf II. zu Prag. Er starb 1601.
[47] Astronomiæ instauratæ Progymnasmata. Uraniburgi et Pragæ 1610, p. 148.
[48] Bekanntlich bezeichneten die Alten die 7 Metalle, welche man seit langer Zeit als solche kannte, mit dem Namen und Zeichen der 7 Planeten. Also: Gold, ☉ (Sonne); Silber, ☽ (Mond); Quecksilber, ☿ (Merkur); Kupfer, ♀ (Venus); Eisen, ♂ (Mars); Zinn, ♃ (Jupiter); Blei, ♄ (Saturn). Wie nun die Astrologen auf astronomischem Gebiete mit den 7 Planeten allerlei höchst sonderbare Ideen verbanden, so ihre Genossen, die Alchemisten, in der Chemie. Eine besonders wichtige Rolle spielte hier das Quecksilber, als Ausgangspunkt zur Herstellung des Steines der Weisen, und dann natürlich, gerade wie heute, Gold und Silber, der König und die Königin der Metalle. So wird die angeführte Aeußerung Tychos verständlich.
[49] Der bekannte Philosoph Cardanus (1501–1576) hat als einer der Ersten sehr interessante Gedanken über die Federuhren veröffentlicht in seinem Werke Exæreton Mathematicorum (Band IV der Lyoner Ausgabe von 1663 in zehn Foliobänden), Propositio 156 und 157. Propositio 158 behandelt die Einrichtung des Schlagwerkes. In seinem Hauptwerke „de subtilitate,” lib. XXI, p. 362 gibt er die Beschreibung der „mola horologii” (Uhrfeder); ebendaselbst p. 612 lib. XVII wird die Erfindung der Uhren ohne Gewicht erwähnt. An gleicher Stelle befindet sich auch eine Besprechung der „Cardanischen Aufhängung,” die ihm übrigens mit Unrecht zugeschrieben wird. In seinen Schriften erscheint er als ein excentrisches Genie; er rühmt von sich, bloß zu dem Zwecke geboren zu sein, um die Welt von ihren Irrtümern zu erlösen, behauptet auch, in je 24 Stunden griechisch, lateinisch, französisch und spanisch gelernt zu haben. Seine Verdienste in der Mathematik sind bedeutend, in seiner Ars magna gibt er die Auflösung kubischer Gleichungen; er erfaßte auch zuerst den Begriff der negativen Wurzel einer Gleichung. Man erzählt von ihm, er sei 1576 den freiwilligen Hungertod gestorben, nur um die astrologische Vorhersage seines Endes wahr zu machen.
[50] Tiraboschi t. IV. p. 775 und 1090. Die Ueberschrift des Gedichtes besagt u. a.: „si fanno certi orologi piccoli e portativi.”
[51] Ueber die Geschichte der Taschenuhr vgl. Karl Friedrich, Bibliothekar in Nürnberg, im XI. Bande des Allgem. Journals der Uhrmacherkunst; ferner den zusammenfassenden Artikel von Hofuhrmacher Gustav Speckhart in „Antiquitätenzeitung,” Stuttgart 1896, Nr. 1 u. ff. Hier werden auch die Ansprüche Augsburgs und Straßburgs, sowie der Franzosen geprüft. Ebenso Saunier-Speckhart; Geschichte der Zeitmeßkunst: S. 337 u. ff.
[52] Encyclopédie, s. v. Horloge.
[53] Gelcich (S. 28) schließt aus einer gegen Ende des vorigen Jahrhunderts angeblich in dem Schlosse Tifeshire bei Bruce in England aufgefundene Uhr, deren Zifferblatt die Worte trug: „Robertus B. rex Scottorum” auf das hohe Alter der Taschenuhren. Dieser Robertus B. wäre nämlich Robert Bruce, der 1306 die schottische Krone erhielt und 1329 starb. Nun hat aber schon Beckmann, Beiträge zur Geschichte der Erfindungen, Leipzig 1785, Bd. II, S. 468 u. ff. nachgewiesen, daß diese berühmte Uhr eine Fälschung sei. Er stützt sich dabei auf einen gewissen John Jamieson, der den Betrug im „Gentlemanʼs Magazine,” 1785, p. 688 zuerst aufdeckte.
[54] Ueber diese Frage vergleiche man: Peter Henlein, der Erfinder der Taschenuhr. Fachgeschichtliche Abhandlung von Gustav Speckhart. Nürnberg 1890.
[55] Vgl. über die Junghansʼsche Sammlung u. a. Deutsche Uhrmacherzeitung, 1898, Nr. 8; Handelszeitung für die gesamte Uhrenindustrie, 1898, Nr. 9 und 10 u. s. w. Laut einer Zeitungsmeldung hätte Herr Kommerzienrat Junghans neuestens diese Sammlung dem Gewerbe-Museum in Stuttgart geschenkt.
[56] Tir. VII. p. 1569.
[57] Capobianco brachte auch für den Kardinal von Sitten (Schinner?) an einem Leuchter eine Uhr an, welche zugleich die Stunden schlug und die Kerze anzündete. A. a. O. p. 1570.
[58] Vgl. Lacroix, Les arts au moyen-âge et à lʼépoque de la renaissance, (Horlogerie). Paris 1877.
[59] Er veröffentlichte diese Erfindung im Journal des Savants von 1675; Robert Hooke soll schon 1658 eine ähnliche Vorrichtung ausgedacht haben; er nahm aber kein Patent, weil er sich mit seinen Genossen nicht einigen konnte. Hautefeuille strengte sogar einen Prozeß gegen Huygens an inbezug auf Priorität der Erfindung der Spiralfeder. Ersterer erfand nebst vielem andern auch eine Pulvermaschine, das Vorbild der heutigen Gasmotoren, bei welcher schon ein Kolben zur Anwendung gelangte.
[60] Almagestum novum, t. I. p. 84 und 117. Daselbst befindet sich auch eine Zeichnung der Pendelaufhängung. Von Riccioli und Grimaldi rührt auch zum Teil die Nomenklatur der Mondgegenden her. Vgl. Stimmen aus M. Laach 1898, Heft III.
[61] Technica curiosa, Herbipoli (Würzburg) 1664, Bd. II, Propositio VII, VIII, IV.
[62] Vergleiche hiezu noch: Wolf R., Biographien 1. Bd. S. 57 u. ff. und desselben Verfassers Geschichte der Astronomie. S. 369 ff.; ferner von demselben: Quellenmäßige Darstellung der Erfindungsgeschichte der Pendeluhr bis auf Huygens, S. 308–344.
[63] Nach Heller, Geschichte der Physik I, S. 296, schreibt Kepler in seinem „Oesterreichischen Weinvisierbüchlein” Bürgi auch die Erfindung des Rechnens mit Dezimalbrüchen zu.
[64] Annalen der Physik und Chemie. Neue Folge von G. Wiedemann, Bd. IV, 1878, S. 585 u. ff.
[65] Memorabilia Tigurina. Zürich 1742. S. 490. Siehe auch S. Vögelin, das alte Zürich. 2. Aufl. I. Bd. an verschiedenen Orten.
[66] Vergl. auch: E. Gerland. Ueber die Erfindung der Pendeluhr. Bibliotheca mathematica. 5. S. 234–247. 1904.
[67] Albèri, Le Opere di Galileo, t. XIV, p. 339: „dellʼOriuolo a Pendolo.”
[68] Albèri l. c. veröffentlichte die Zeichnung in seiner Gesamtausgabe der Werke Galileiʼs; ebenso geben Biedermann (Bericht über die Ausstellung wissenschaftlicher Apparate. London 1877) und andere eine Kopie davon.
[69] Die Beschreibung, welche Viviani gibt, lautet: „Il quale (das Pendel) stando fermo tratteneva il discender di quello (des Gewichtes), ma sollevato in fuori e lasciato poi in libertà, nel passare oltre il perpendicolo, con la più lunga delle due code annesse allʼimpernatura del dondolo, alzava la chiave che posa ed incastra nella ruota delle tacche, la quale tirata dal contrappeso, voltandosi con le parti superiori verso il dondolo, con uno deʼ suoi pironi calcava per disopra lʼaltra codetta più corta, e le dava nel principio del suo ritorno uno impulso tale, che serviva dʼuna certa accompagnatura al pendolo, che lo faceva sollevare fino allʼaltezza donde sʼera partito; il qual ricadendo naturalmente, e trapassando il perpendicolo, tornava a sollevare la chiave, e subito la ruota delle tacche, in vigore del contrappeso, ripigliava il suo moto seguendo a volgersi e spignere col pirone susseguente il detto pendolo; e così in un certo modo si andava perpetuando lʼandata e tornata del pendolo, sino a che il peso poteva calare a basso.”
[70] „Huygens,” (sprich: Heuchens) nicht „Huyghens,” ist die richtige Schreibweise, denn so schreibt sich der Gelehrte selbst. Im physikalischen Kabinett des Collège de N. D. de la Paix zu Namur befinden sich drei von H. geschliffene Linsen, in welche er auch seinen Namen in folgender Weise eingeritzt hat: C. Huygens 15. Mai 1695; C. Huygens 12. Juni 1685; Chr. Hugenius ao 1685. 24. Juli. Heller II. S. 180.
[71] Es war bei den Gelehrten des 17. Jahrhunderts vielfach Uebung, zur Wahrung der Priorität einer Entdeckung dieselbe in ein rätselhaftes Gewand zu kleiden, so daß für jeden Nichteingeweihten ein unverständlicher Sinn herauskam. Galilei veröffentlichte die Entdeckung der „Dreigestaltigkeit” des Saturn in seinem Sidereus nuntius (Sternenbote) unter folgendem Anagramm: „SMAISMRMILMEPOETALEVMIBVNENVGTTAVIRAS.” Kepler versuchte sich lange umsonst daran, um endlich einen falschen Satz zu finden, bis Galilei auf wiederholte Bitten das scheinbar sinnlose Buchstabengewirr las: „Altissimum Planetam tergeminum observavi.” (den äußersten Planeten habe ich dreigestaltig gesehen). Als er aber später denselben wieder beobachten wollte und nun nichts Auffälliges mehr bemerkte (weil eben die Stellung ungünstig war), soll er, ärgerlich über die vermeintliche Täuschung, Saturn keines Blickes mehr gewürdigt haben. In ähnlicher Weise gab auch Huygens der gelehrten Welt ein Rätsel auf: a a a a a a a c c c c c d e e e e e g h i i i i i i i l l l l m m n n n n n n n n n o o o o p p q r r s t t t t t u u u u u. Es ist nun ganz klar, daß eine Lösung für jedermann vollständig unmöglich ist, außer für den Verfasser; denn wie die Kombinationslehre zeigt, sind hier viele tausend Billionen Lösungen möglich (die Zahl, welche entsteht, hat ca. 64 Stellen!), von denen doch nur eine richtig sein kann. In der oben genannten Schrift wird diese Lösung gegeben: „Annulo cingitur, tenui, plano, nusquam cohærente, ad eclipticam inclinato,” d. h.: Er (Saturn) ist umgeben von einem dünnen, ebenen, nirgends mit ihm zusammenhängenden, gegen die Ekliptik geneigten Ringe. Die modernen Teleskope, welche weite Tiefen des Himmels durchdringen, beweisen uns, daß dieses Gebilde aus wenigstens drei von einander getrennten Ringen besteht; über ihre wirkliche Beschaffenheit dagegen sind wir noch nicht ins klare gekommen.
[72] Lebte 1605–1694 als französischer Geistlicher und Gelehrter und stand mit Huygens in lebhaftem Verkehr. Er verfaßte u. a.: Ismaelis Bullialdi Astronomia philolaica, Paris 1645, worin er z. B. auch von der Gravitation spricht.
[73] l. c. p. 601.
[74] Vergl. Gerland und Trautmüller: Geschichte der physikal. Experimentierkunst. Leipzig 1899. S. 181.
[75] Dieser Vorschlag Huygensʼ, um zu einem absoluten Maß zu kommen, ist zwar sehr interessant, praktisch aber unbequem, da wir jetzt wissen, daß die Länge des Sekundenpendels eine Funktion der geographischen Breite ist, d. h. von dieser abhängt. Zur Zeit Huygensʼ war dieser Umstand noch unbekannt. Jean Picard gilt als der erste, welcher behauptete, daß am Aequator ein und dasselbe Pendel langsamer schwinge als am Pol; Jean Richer hat durch Messungen in Cayenne diese Vermutung bestätigt. — Neuestens hat Freycinet (Compt. rend. 105, p. 903), ohne ersichtlichen Vorteil, einen ähnlichen Vorschlag gemacht, nämlich als Einheit der Länge die Geschwindigkeit anzunehmen, welche ein Körper erlangt hat, wenn er in Paris eine Sekunde lang im leeren Raum gefallen ist. Es ist aber gewiß merkwürdig, daß schon vor mehr als 4000 Jahren die Babylonier das Ideal Huygensʼ betreffs Stundenfuß wahrscheinlich verwirklicht haben. Sicher ist, daß die Längenmaße ursprünglich vom menschlichen Körper hergenommen wurden; z. B. die „Elle” (Strecke zwischen dem Ellenbogen und der Spitze des Mittelfingers), der Fuß, der Daumen u. s. w. Nach der Ansicht von Lehmann, Alsberg u. s. w. (vergl. Jahrbuch der Naturwissenschaften, VI, S. 334 ff.) wären die Babylonier später davon abgegangen und hätten die Norm für das Längenmaß vom Sekundenpendel hergenommen.
[76] Eine solche „Schiffsuhr” findet sich im vorliegenden Werke Huygensʼ abgebildet und besprochen; ebenso die Aufstellung des Instrumentes. Die Holländer als seefahrende Nation halten natürlich großes Interesse an allem, was die Schifffahrt zu heben geeignet war. Hiezu gehört aber in erster Linie eine genaue und leichte Bestimmung der Meereslängen, die aber wiederum nur möglich ist mit Hilfe präzis gehender Uhren. Näheres über diesen Gegenstand folgt später.
[77] Liegt er innerhalb der Peripherie, wie z. B. ein Punkt auf den Speichen eines Rades, oder außerhalb derselben, so heißen die entsprechenden Rollkurven gedehnte oder gestreckte und verkürzte oder verschlungene Cykloiden. Rollt der Mittelpunkt des Kreises statt auf einer Geraden auf der Peripherie eines andern Kreises, so entsteht die Epicykloide, welche im Ptolemäischen Weltsystem bis auf Kepler eine wichtige Rolle spielte, indem durch sie die oft verwickelten Planetenbewegungen auf die als allein zulässig geltende Kreisbewegung zurückgeführt wurden.
[78] III. Teil, Propos. VI. Wenn der Krümmungshalbmesser einer Kurve diese selbst durchläuft, so beschreibt bei stets wechselndem Krümmungshalbmesser ihr Mittelpunkt eine neue Kurve, die man Evolute nennt; die ursprüngliche Kurve heißt die Evolvente ihrer Evolute. Bei der Cykloide ist nun die Evolute auch wieder eine Cykloide; daher ihre Wichtigkeit für das Pendel. Sie ist kongruent mit der Evolvente, aber um 90° gegen diese verschoben. So z. B. in [Fig. 32], wo A B E die Evolvente, und A D E die Evolute derselben darstellt.
[79] Johann Mannhardt, geb. 1798, verlor früh seinen Vater; die Mutter, eine, wie es scheint, etwas rauhe Frau, konnte sich um die Erziehung der Kinder nicht viel kümmern, da sie vollauf zu tun hatte, der Familie den nötigen Unterhalt zu beschaffen. Bald wurde der Knabe als Hirtenbube verdingt, und blieb bei seinem Bauer, bis ihn ein glücklicher Zufall in eine Uhrmacherwerkstätte führte, in welche er bald als Lehrling eintrat und acht Jahre blieb. Später als Geselle in Miesbach beschäftigt, fand er in der Person des Generalmaut-Direktors von Miller aus München einen warmen Gönner, der ihn auch später nicht vergaß und die erste Turmuhr, die Mannhardt für Egern verfertigte, von einer Kommission des Polytechnischen Vereins in München begutachten ließ. 1827 siedelte er nach München über, wo sich seine Verhältnisse nach und nach besserten und sein Name in weiteren Kreisen bekannt wurde. Im Jahre 1837 verlieh ihm König Ludwig die goldene Zivilverdienst-Medaille. 1842 verfertigte Mannhardt eine Uhr für die Domkirche in München, welche auf beiden Türmen an 6 Zifferblättern die Zeit angibt. Später kamen Uhren seines Systems nach Berlin (Rathaus), Rom (Vatikan) u. s. w. Mannhardt erhielt auch auf Verwendung Ludwigʼs I. eine staatliche Unterstützung. Immer mehr suchte er seine Kenntnisse, namentlich durch große Reisen, die er im Fachinteresse unternahm, zu mehren. Außer Uhren wurden in der Mannhardtʼschen Fabrik noch alle möglichen Maschinen angefertigt. Der unermüdlich tätige Mann starb nach vielen schmerzlichen Prüfungen im Jahre 1878, 80 Jahre alt. (Vergl. über unsern Meister: E. Gohlke: Die Turmuhr des Berliner Rathauses, von Georg F. Bley. 1894.)
[80] Vergleiche über diese Punkte die Schrift S. Rieflers: Die Präzisionsuhren mit vollkommen freiem Echappement und neuem Quecksilber-Kompensationspendel. München 1894. Die Angaben Herrn Rieflers sind im folgenden teilweise benützt.
[81] Die folgenden Angaben sind größtenteils den Ausführungen Herrn Rieflers entnommen, wie sie in den Preisverzeichnissen seiner Firma, sowie in der schon oben genannten Schrift desselben Verfassers: „Die Präzisionsuhren” etc. gegeben sind.
[82] Rainer Gemma Frisius wurde geboren zu Dorpat 1508 und starb als Professor der Medizin zu Löwen 1555. Die hier in Frage kommende Schrift erschien 1530 zu Antwerpen unter dem Titel: de principiis astronomiæ et cosmographiæ.
[83] Galilei hatte sie aufmerksam gemacht auf eine mögliche Verwertung der Beobachtung der Jupitertrabanten für die Bestimmung der Länge. Der Vorschlag blieb jedoch erfolglos, ebenso wie die später seitens der Holländer mit Galilei angeknüpften Unterhandlungen, worin sie ihm eine goldene Ehrenkette für die Lösung des Problems anboten.
[84] Als Maßstab für die hohe, schon vor 150 Jahren erreichte Genauigkeit mag die Angabe dienen, daß z. B. das Pariser Observatorium für moderne Chronometer als Fehlergrenze für 3 Monate 120″, also pro Tag 1⅓″, angibt.
[85] Nach Saunier.
[86] F. Brönimann erwähnt in seinem Jahresbericht der Solothurner Kantonschule 1891: „die Uhr”, folgende hübsche Anekdote. Berthoud war Mitglied der Akademie und las öfters über theoretische Fragen der Uhrmacherkunst vor. Seine gelehrten, aber wohl dann und wann etwas trockenen Erörterungen fanden nicht immer den Beifall der Kollegen. Ein Mitglied schrieb nun einst während einer solchen Sitzung folgende Verse auf einen Zettel, der rasch von Hand zu Hand ging:
Berthoud, quand de lʼéchappement
Tu nous trace la théorie,
Heureux qui peut adroitement,
Sʼéchapper de lʼacadémie.
Der Erfolg war, daß schließlich außer dem Vorlesenden nur noch der Präsident nebst Sekretär im Saale anwesend waren.
[87] Die folgenden Ausführungen entnehmen wir einem Aufsatze der deutschen Uhrmacherzeitung, den Speckhart in seiner Bearbeitung des Saunierschen Werkes, S. 549 und 550 mitteilt.
[88] 1766 wurden in Le Locle und La Chaux-de-Fonds über 15000 goldene und silberne Uhren, sowie zahlreiche Standuhren (pendules) verfertigt.
[89] „P. Franz Steyrerʼs Benediktiners des Stiftes St. Peter auf dem Schwarzwalde Geschichte der Schwarzwälder Uhrmacherkunst, nebst einem Anhange von dem Uhrenhandel derselben. Eine Beylage zur Geschichte des Schwarzwaldes. Freyburg i. Br. 1796.”
[90] Die älteste datierte Holzräderuhr befindet sich in der Sammlung Junghans in Schramberg, mit der Jahreszahl 1613 ([Fig. 65]). Eine weitere aus dem Jahre 1630 besitzt das germanische Museum.
[91] Diese Schule umfaßt 2 Abteilungen, eine für Uhrmacherei, (Heranbildung von Taschenuhrenfabrikanten, Konstrukteure, Reparateure und Werkführer), die andere für Elektrotechnik (Herstellung elektrischer Uhren, Fabrikanten und Monteure von Haus- und Hôteltelegraphen, Fernsprechanlagen u. s. w.). Der Unterricht umfaßt niedere und höhere Mathematik, Physik und Chemie, Astronomie (Orts- und Zeitbestimmungen), Zeichnen, Technologie, Handelswissenschaft, Französisch und Englisch. Der mehr praktische Teil umfaßt die eigentliche Uhrmacherei. Reiche Sammlungen und Anlagen aller Art machen die Anstalt zu einer der besten, welche zur Zeit existieren.
[92] Eine weitere befindet sich in Coventry; auch auf dem Londoner Polytechnikum wird ein Kurs für Uhrmacher gegeben.
[93] Das Hauptprüfungsinstitut ist in Greenwich; außerdem befassen sich damit die Observatorien in Liverpool, Southampton etc.
[Verlagsanstalt Benziger & Co. A. G, Einsiedeln, Waldshut, Köln a/Rh.]
Einige Preßstimmen
über Benzigers Naturwissenschaftliche Bibliothek.
Praxis der kathol. Volksschule, Breslau. No. 14 vom 15./VII. 05. Die beiden Bändchen (die Erde; die Abstammungslehre) bilden den Anfang einer naturwissenschaftlichen Bibliothek, die auf katholischem Boden steht. Wenn die Fortsetzung dem Anfang entspricht, so liegt hier ein Unternehmen vor, das sich unter andern gleichartigen sehen lassen kann. Der Verfasser zeigt sich als ein tüchtiger Gelehrter und gründlicher Literaturkenner, seine Ausführungen sind klar und interessant. Besonders aber verdient hervorgehoben zu werden, daß er überall die Tatsachen sprechen läßt und ihnen ganz unbefangen gegenüber steht. Ungezwungen ergibt sich das für jeden überzeugten Christen durchaus nicht überraschende Resultat, daß die Resultate der Naturwissenschaft mit dem christlichen Glauben durchaus nicht in Widerspruch stehen. Besonders gilt das vom Bändchen III, das die so heiß umstrittene Abstammungslehre zum Gegenstande hat. Gander findet das zum Beweise für die Deszendenztheorie besonders für die Abstammung des Menschen vom Affen beigebrachte Material unzureichend. Seine sachlichen Ausführungen lassen nicht daran zweifeln, daß er dabei einzig seiner wissenschaftlichen Überzeugung folgt und die Entwicklungstheorie nicht etwa deshalb ablehnt, weil sie mit dem religiösen Dogma in Widerspruch geraten könnte. Er weist vielmehr nach, daß ein solcher Widerstreit künstlich konstruiert werden muß, in der Abstammungslehre an sich ist er nicht enthalten ...
Literarischer Anzeiger, Graz. No. 8 vom 15./V. 05. Die ersten drei Bändchen sind sämtliche von P. Martin Gander, Professor der Naturgeschichte in Einsiedeln verfaßt; sein Name hat besonders in der Geologie einen guten Klang. Die zahlreichen einschlägigen Fragen aus der Kosmogonie, Geologie, der Entwicklungslehre etc. etc., die in diesen drei Bändchen zur Sprache kommen, sind gründlich behandelt. Sehr interessant sind die oft in Bezug auf die wichtigsten Fragen obwaltenden Differenzen zwischen den bedeutendsten Vertretern der Wissenschaft, die manches als Ergebnis der wissenschaftlichen Forschung hingestelltes Resultat in sehr zweifelhaftem Licht erscheinen lassen. Übrigens wird man den Verfasser gewiß keines einseitigen oder rückständigen Standpunktes beschuldigen können, auch nicht in theologischen Fragen.
St. Benedikts-Stimmen, Emaus b. Prag. Heft 9. 1905. Nachdem die ungläubige Naturforschung eingestandenermaßen sich allmählich überzeugt, daß sie in den Fragen über den Ursprung des Lebens auf Erden vielfach nur irregegangen ist und irregeführt hat, ist es eine ungemein wohltuende Sache, von einem in wissenschaftlichen Kreisen schon längst bekannten und geschätzten Autor im Sinne der gläubigen Naturerkenntnis über alle wirklichen Resultate so belehrt zu werden, wie es in vorliegenden Bändchen 1–4 geschieht. Populär gehalten, leicht verständlich und dabei das Gemüt erfrischend, sind diese Spezimina der Benzigerschen naturwissenschaftlichen Bibliothek sich selbst eigentlich die beste Empfehlung.
Biblische Zeitschrift, Freiburg. III. 3. 1905. Diese populär gehaltenen, aber sehr instruktiven Bändchen berühren selbstverständlich auch die Bibel und werden für die Schöpfungsgeschichte eine Apologie der biblischen Auffassung. Der Hauptwert der Schriftchen liegt übrigens darin, daß sie sehr geeignet sich erweisen, Naturerkenntnis nach den neuesten Ergebnissen für einen gläubigen Sinn zu vermitteln.
Theolog.-praktische Quartalschrift, Linz. Heft 3. 1905. Das Unternehmen ist ohne Zweifel auf das wärmste zu begrüßen. Es ist hervorgegangen aus dem Bestreben, dem gläubigen Gebildeten zu zeigen, daß zwischen Glaube und Wissen bei den hauptsächlich in Betracht kommenden Fragen kein Widerspruch vorhanden ist. Wie aus der Inhaltsangabe ersichtlich ist, werden in den bereits erschienenen Bändchen sehr interessante aber zugleich auch heikle Themata besprochen. Ihre Bearbeitung lag in tüchtigen Händen. P. Martin Gander O. S. B., Professor der Naturgeschichte in Einsiedeln, verstand es, die weit verzweigten und oft vom verschiedensten Standpunkt aus beantworteten Fragen in knapper und dabei doch verhältnismäßig erschöpfender, gut verständlicher und ansprechender Form auseinanderzusetzen und war redlich bemüht, sowohl der Offenbarung als den neuesten Ergebnissen der naturwissenschaftlichen Forschung gerecht zu werden ...
Wissenschaftliche Beilage zur Germania, Berlin. No. 4 1905 ... Der Inhalt dieser ersten Bändchen zeigt, daß der Verfasser sowohl naturwissenschaftlich als philosophisch wohl orientiert und mit dem neuesten Stand der Forschung vertraut ist. Die Polemik ist im allgemeinen ruhig und vornehm. Die bisherigen Bändchen können nach allem als zuverlässige Führer in den behandelten Fragen aufs wärmste empfohlen werden.
Literarischer Handweiser, Münster. No. 3. 1905. Wenn die folgenden Bändchen das halten, was man nach den vorliegenden drei sich versprechen zu können glaubt, — und es ist kein Grund, daran zu zweifeln, — so ist das Unternehmen auf das wärmste allen Gebildeten zu empfehlen und nicht zuletzt der gebildeten Jugend.
Neue Zürcher Nachrichten. No. 13 vom 24./VII. 04 ... Wer Ganders drei erste Bändchen von Benzigers Naturwissenschaftliche Bibliothek studiert, ist auf der Höhe des heutigen naturwissenschaftlichen Tages und darf kühn mit jedem Darwinisten auf die Mensur gehen. Der Verfasser läßt uns tief ins Chaos der Systeme blicken, er entwirrt uns mit leichter Hand das ungeheuere Netz der Hypothesen, alles in naturgemäßem Gang der Forschung. Dann setzt er selber ein, er mit seiner klugen, klaren, sichern Denkweise, mit seiner ungezwungenen Würdigung des Für und Wider, mit der Bloßstellung der Schwächen und der Anerkennung der Vorzüge im Untersuch, endlich mit dem rechnerisch kalten Kassasturz, womit dieses naturwissenschaftliche Theater abschließt ...
Hochland, München. Die bisherigen drei Bändchen von Benzigers Naturwissenschaftliche Bibliothek, sämtliche von P. Martin Gander O. S. B. verfaßt, behandeln das Problem der „Schöpfung und Entwicklung.” Die Einzeltitel lauten: „Die Erde; ihre Entstehung und ihr Untergang,” — „Der erste Organismus” — und „Die Abstammungslehre.” — Grundtatsachen werden jedesmal in gemeinverständlicher Sprache mitgeteilt und durch reichen Bilderapparat angemessen verdeutlicht. Die wichtigsten Theorien werden erörtert und, soweit sie als sachlich begründet erscheinen, ihre Übereinstimmung mit der christlichen Weltauffassung dargetan. Besonders glücklich sind, namentlich im ersten Bändchen, die Hinweise, wie sich oft ganz moderne Theorien den Vorstellungen altchristlicher Denker nähern ... Die Bändchen verdienen weiteste Verbreitung.
Korrespondenz- und Offertenblatt für die ges. kathol. Geistlichkeit Deutschlands, Regensburg. No. 6. 1905. Was die erschienenen Bändchen vor allem auszeichnet, ist der durchaus wissenschaftliche Ernst, der alles durchzieht. Trotzdem ist die Darstellung nicht allzuschwer geraten, so daß die reifere Jugend, besonders unsere Gymnasiasten, die Bändchen schon mit Erfolg benützen. In den Versuchen, die wissenschaftlichen Ergebnisse mit den Andeutungen der Bibel zusammen zu stellen, zeigt der Verfasser eine sehr glückliche Hand; er will nicht mehr beweisen, als bewiesen werden kann und bewahrt sich so das Vertrauen auch kritischer Leser ...
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FIDES ET SCIENTIA.
Benzigers Naturwissenschaftliche Bibliothek.
Erschienen sind bis jetzt:
No 1. Die Erde. Ihre Entstehung und ihr Untergang. Von P. Martin Gander, O. S. B., Professor der Naturgeschichte. Mit 28 Textillustrationen und einer Spektraltafel. 160 Seiten.
No. 2. Der erste Organismus. Von P. Martin Gander, O. S. B., Professor der Naturgeschichte. Mit 28 Textillustrationen. 160 Seiten.
No. 3. Die Abstammungslehre. Von P. Martin Gander, O. S. B., Professor der Naturgeschichte. Mit 28 Textillustrationen. 182 Seiten.
No. 4. Die Bakterien. Von P. Martin Gander, O. S. B., Professor der Naturgeschichte. Mit 23 Textillustrationen. 160 Seiten.
No. 5 und 6. Die Pflanze in ihrem äußeren Bau. Von P. M. Gander, O. S. B., Professor der Naturgeschichte. Doppelbändchen. Mit 117 Illustrationen. 336 Seiten.
No. 7. Die Uhren. Ein Abriß der Geschichte d. Zeitmessung. Von P. Fintan Kindler, O. S. B., Professor der Physik. Mit 65 Textillustrationen. 192 Seiten.
☛ Demnächst wird erscheinen:
No. 8. Naturwissenschaft und Glaube. Angriffe u. Abwehr. Von P. M. Gander, O. S. B., Professor der Naturgeschichte. ca. 180 Seiten.
Vom gleichen und andern Verfassern sind in Vorbereitung und liegen teils druckbereit vor:
Naturwissenschaft und Glaube.
Darwin und seine Schule.
Wunder der Kleintierwelt.
Die Vulkane und Erdbeben.
Die fünf Sinne des Menschen.
Das Gehirn und seine Tätigkeit.
Der Kalender.
Wind und Wetter.
Die Pflanze in ihrem inneren Bau.
Die Energie.
Die Ameisen.
Preis des Bändchens in Leinwand gebunden Mk. 1.50.