DREIZEHNTES KAPITEL
IM HAIN MAMRE
STRUMIZA. BELASIZA PLANINA. GEWGELI.
Nicht weit von Dedeli, dem Endpunkt der von unseren Truppen gebauten Seitenstrecke der Wardarbahn, lag in einem schönen Hain aus Ulmen und Eichen das Oberkommando der I. Bulgarischen Armee. Im Heere nannte man dies Wäldchen den Hain Mamre; wie dieser Name entstanden ist, war nicht herauszubringen. Zum Oberkommando gehörte der deutsche Führer der Spezialwaffen, Generalleutnant Posseldt. Dieser hatte mich bei Gelegenheit eines Ausflugs, den ich mit den Kollegen beim Hochschulkurs in Üsküb zu ihm gemacht hatte, eingeladen, meine Arbeitsstätte für einige Zeit bei ihm aufzuschlagen.
So war ich Ende April 1918 im Hain Mamre eingezogen, wo ein reizendes Quartier für mich bereit stand; meine Hilfskräfte waren bei einer benachbarten Abteilung untergebracht. Es war eine ergebnisreiche, schöne Zeit, die ich in den nächsten 5 Wochen dort verbrachte.
Der Hain Mamre stellte im baumarmen Südmazedonien eine richtige Oase dar. In dem kühlen Schatten der uralten Bäume war auch im Sommer gut arbeiten. Auch die Umgebung hatte ihre Reize; wenige Kilometer vom Hain talaufwärts entsprang der Kosludere als kräftiger Bach einer Felsenwand. Sein Wasser verhalf dem ganzen Tal zu einer reichen Vegetation und ermöglichte einen gute Ernten bringenden Anbau. Ein Bild von diesem reichen schönen Tal gab ich schon im fünften Kapitel.
Was den Aufenthalt im Hain Mamre für mich so erfolgreich und genußreich machte, war vor allem die Persönlichkeit des Generals Posseldt. Unter den ehrwürdigen Bäumen des Hains dehnte sich ein Dorf von Baracken aus; nein, eher einer Villenvorstadt könnte man das Bild vergleichen, das die kleinen, in geschmackvollen Verhältnissen gebauten Häuschen darboten, welche die Wohnungen und Kasinos für Offiziere, Schreibstuben, Zeichensäle, Kartenräume, photographische Abteilungen, Werkstätten, Küchen usw. des Armeeoberkommandos beherbergten. Alles stand im gehörigen Abstand voneinander, so daß dazwischen Raum blieb für allmählich im Laufe der Zeit entstandene wohlgepflegte Rasenflächen und Blumenbeete. Manche der Häuser glichen kleinen Villen in einer Sommerfrische.
Vermessung 7 phot.
Abb. 104. Hain Mamre im Sommer.
Im Hain sah es zu allen Zeiten nett und behaglich aus; im Sommer war der Aufenthalt in ihm direkt eine Erholung. Aber auch im Winter, wenn die Bäume im Schneegewand oder von Rauhreif bedeckt prangten, waren die gut geheizten Baracken ein angenehmer Aufenthalt. Es gereicht dem Armeeoberkommando zur Ehre, daß die schönen alten Bäume in unbeschädigtem Zustand beim Rückzug zurückgelassen wurden und so auch in Zukunft eine einzigartige Erscheinung in Südmazedonien bleiben können.
Im Schatten der Bäume lagen die Häuschen zerstreut; im allgemeinen hausten die Deutschen in der nördlichen, die Bulgaren in der südlichen Hälfte. Die Wirtschaftsräume lagen am Rande. Zwischen den Offizieren und Mannschaften beider Völker herrschte meist ein gutes Verhältnis. Die I. Bulgarische Armee wurde stets wegen ihrer guten Haltung und Tapferkeit besonders gerühmt und hatte manche Erfolge zu verzeichnen. An der Doiran- und Wardarfront, welche diesem Oberkommando unterstanden, war ja oft etwas los.
General Posseldt war eine energische, frische Persönlichkeit, typischer preußischer Offizier mit vielen der guten Eigenschaften eines solchen. Die Frische und geistige Lebhaftigkeit seines Wesens wünschte er bei seinen Offizieren und suchte sie bei ihnen zu erhalten oder hervorzulocken. Es war ein Kreis von jungen Leuten um ihn gesammelt, die offenbar nach Charakter, geistigen Qualitäten und Bildung ausgesucht waren. Jeder war in irgend einem militärischen Sonderdienst Spezialist.
Vermessung 7 phot.
Abb. 105. Hain Mamre im Winter.
Unter den jungen Männern herrschte ein flotter, kameradschaftlicher Ton; sie vertrugen sich meist gut miteinander. Die natürliche Eifersucht zwischen Gleichstrebenden nahm während meines Aufenthaltes nie unsympathische Formen an. Der General suchte den Ton der Tischgespräche stets auf einem hohen Niveau zu erhalten und veranlaßte jeden des Kreises, abends den anderen zu erzählen oder vorzulesen, was ihm bei seiner Privatlektüre Allgemeininteressierendes aufgefallen war. Auch ich war gebeten, die Beobachtungen des Tages, interessante Entdeckungen dem Kreis zugänglich zu machen. Da zudem ein tüchtiger Arbeitsgeist in dem Stabe herrschte, so wird man verstehen, daß ich eine sehr freundliche Erinnerung an die Wochen in dieser Gesellschaft und an manche Abendgespräche mitnahm.
Zur I. Armee gehörte die Front von der Belasiza Planina und dem Doiransee bis in die hohen Gebirge westlich des Wardar. So war der Hain Mamre ein geeigneter Ausgangspunkt für meine Forschungen in diesen Gebieten. Mehrere der jungen Offiziere hatten starkes Interesse für meine Arbeiten, sammelten Tiere für mich, begleiteten mich auf Exkursionen oder forderten mich auf, ihre Fahrzeuge oder Pferde bei Dienstreisen an die Front mit zu benützen. Und so habe ich mit ihnen manchen Ritt und manche Fahrt gemacht, die mich in Gebiete brachten, welche mir sonst unzugänglich gewesen wären.
Zunächst bot der Hain selbst und seine nähere Umgebung Gelegenheit zu vielen Beobachtungen. Mit der reicheren Pflanzenwelt war hier auch eine große Mannigfaltigkeit in der Tierwelt entwickelt. Wieder bestätigte sich die Erfahrung des vorigen Jahres, daß hier im Süd-Wardargebiet die nördlichen Elemente der Fauna zurücktraten und dafür die südöstlichen Formen mehr und mehr überwogen. Das machte sich in allen Gruppen bemerkbar, bei Reptilien und Vögeln wie bei Insekten besonders auffällig. Ich will einige Beispiele davon geben, indem ich meine Erfahrungen in dem ganzen Gebiet zwischen Doiransee und Wardar südlich bis Gewgeli zusammenfasse; dabei zeigt sich eine nördliche Grenze etwa zwischen Mravinca und Valandova, über welche hinaus merkwürdigerweise manche Formen nicht beobachtet wurden.
Sehr reich war die Vogelwelt an auffallenden und interessanten Formen; nachdem einmal die Offiziere darauf aufmerksam gemacht waren, bemühten sie sich, unsere ornithologischen Sammlungen zu bereichern. Wie im vorigen Jahre waren die Blauraken (Coracias garrulus garrulus L.) häufig und wetteiferten mit ihrem blauen Glanz mit den Bienenfressern (Merops apiaster L.), welche erst Ende Mai vom Zug heimkehrten, sofort aber durch ihre Prachtfärbung und ihren eigenartigen Flug auffielen. Ein großer Schwarm hatte sich nahe dem Hain niedergelassen und erfreute uns täglich beim Morgenritt mit seinem raschen Flug, der ihn in wenig Minuten über das ganze Tal hinwegtrug. Wie überall in Mazedonien war auch hier der bunte Wiedehopf (Upupa epops epops L.) ein häufiger Vogel. Bei seiner geringen Scheu war er nicht zu übersehen. Ein später Ankömmling war auch die Kappenammer (Emberiza melanocephala Scop.), die plötzlich in großer Zahl auftrat und bald am Nestbauen war. Es war ein reizendes Bild, wenn die leuchtend gefärbten Männchen mit ihren schwarzen Mützchen hoch auf den Gipfeln von Büschen und Obstbäumen saßen ([Abb. 106]). Girlitz (Serinus canaria serinus L.), Grünling (Chloris chloris mühlei Parrot), und besonders der Ortolan (Emberiza hortulana L.) waren ziemlich häufig in der unmittelbaren Umgebung des Hains. Kopfzerbrechen machte uns ein Brachpieper (Anthus mosellanus vierthaleri Brehm), den wir bei Dedeli fanden. Um den Hain herum war die Haubenlerche, wie überall in Mazedonien, sehr häufig (Galerida cristata meridionalis Br.). Ein interessanter Fund war eine Form der Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla moreatica Mühlb.) auf dem trokkenen Gelände der Hügel.
Abb. 106. Kappenammer ♂ (Emberiza melanocephala Scop.). Verkl. ½.
Abb. 107. Lanius nubicus Licht. Der Maskenwürger. Verkl. ½.
Dieselben Würger, welche im vorigen Jahr in der Ebene von Hudova so häufig gewesen waren, waren auch hier in Mengen vertreten. Auf jedem Strauch, der etwas über seine Umgebung hervorragte, sah man ihre herausfordernde Silhouette auf der höchsten Spitze. Überall hörte man ihren grellen Schrei und an den Dornbüschen, ja selbst an den Stacheldrähten militärischer Anlagen sah man vielfach ihre Insektensammlungen aufgespießt. Zu ihnen gesellte sich als noch auffallendere Erscheinung Lanius nubicus Licht., der Maskenwürger, ein Vogel von dunkler Farbe mit eigentümlichem Schnabel, ein weiteres südliches Element der Ornis ([Abb. 107]). Da wo die Mohnfelder blühten und die Baumwolle gedieh, traten Ende Mai große Flüge des rosenroten Rosenstars (Pastor roseus L.) auf. Hier wanderte der osteuropäische Vogel ebenso unstät umher, wie er gelegentlich auch in Deutschland auftaucht. Brüten sahen wir ihn nicht.
Im Park selbst war eine große Meise, die Trauermeise (Parus lugubris lugubris Temm.), ein Bewohner der hohen Bäume. Hier zeigte sich auch der Fliegenschnäpper (Muscicapa striata striata Pall.), der Berglaubvogel (Phylloscopus bonelli orientalis Brehm), die Baumnachtigall (Agrobates galactodes syriaca Hempr. u. Ehrenbg.) und Aëdon megarhynchus megarhynchus Brehm. Das war eine eigenartige Gesellschaft, die wir nicht ohne weiteres hier erwartet hätten.
Weniger erstaunlich war es, daß gelegentlich ein großer Buntspecht (Dryobates major balcanicus Gengl. u. Stres.) an den Bäumen des Hains sich zu schaffen machte.
Anders stellte sich die Vogelwelt in dem sumpfigen Gebiet des Kosludere und im Gebiet der Wardarebene bei Mravinca dar. Da gab es viel Wasser und damit viele Bachstelzen und die gelbfederigen Schafstelzen (Budytes flavus flavus L. und B. flavus feldeggi Michah.). Ein Flußregenpfeifer (Charadrius dubius curonicus Gm.) und ein Teichhuhn (Gallinula chloropus L.) wurden dort erbeutet. Dort gab es auf den Feldern Wachteln (Coturnix coturnix L.). Auch ein Fischadler (Pandion haliaëtus L.) fiel uns dort in die Hände.
Abb. 108. Thais cerisi ferdinandi Stichel. Nat. Gr.
Nicht weniger von südlichen und östlichen Bestandteilen durchsetzt war die sonstige Tierwelt. Anfang und Mitte Mai trat ein schöner auffallender Schmetterling in großen Mengen auf. Es war Thais cerisi ferdinandi Stich., ein bunter Falter, mit dem Apollo verwandt, der in der ganzen Wardargegend, vor allem in den Felsschluchten, plötzlich erschien, um nach 8-10 Tagen ebenso plötzlich wieder zu verschwinden ([Abb. 108]). Besonders bei Demirkapu flog dieser Schmetterling in der sonnendurchstrahlten Schlucht in Wolken von hunderten von Exemplaren. Auch die verwandte Form Thais polyxenor Schiff. fanden wir in der Gegend.
Auf Ameisen achtete ich hier besonders aufmerksam und fand eine Anzahl interessanter Arten. Alle drei Formen der Körnerameisen aus der Gattung Messor kamen hier vor und viele der Beobachtungen, die im elften Kapitel niedergelegt sind, wurden im Hain Mamre gemacht.
Überall am Rande des Hains fanden sich die Kraternester und die Straßen dieser auffälligen Ameisen. Auf den Hügeln der Umgebung, besonders am Zwieselberg, gab es viele Nester der goldgelben Ameise Pheidole pallidula Nyl., der einzigen europäischen Form, welche echte Soldaten als besondere Kaste besitzt. Dort gab es unter Steinen auch Nester von Tapinoma erraticum Först. und Cremastogaster sordidula Nyl. var. flachi For. Einmal fand ich eine Kolonie der letzteren Art unter einem Stein neben einer solchen von Tetramorium caespitum L. Sie lebten ganz friedlich nebeneinander, und als ich sie zusammen in ein künstliches Nest brachte, begannen sie ein gemeinsames Leben, als hätten sie immer zusammengehört.
Tetramorium caespitum L. kam als Hausameise im Hain selbst viel vor und drang auch in die Baracken ein. In unseren und den anderen Hainen der Gegend gab es viele Baumameisen aus der Gattung Camponotus. Die alten Stämme waren zum Teil morsch und von den Bauten der Ameisen durchsetzt. Oft aber hausten sie auch in ganz gesunden Stämmen und hatten ihre Nester in irgendeinem Ast der Krone. So beobachtete ich einmal eine stark begangene Straße der schwarzrot gefärbten, großen Camponotus (Orthonotomyrmex) lateralis Oliv., welche zu einer hohen alten Ulme führte. Die Straße setzte sich auf den Stamm der Ulme fort und führte bis in die Krone, wo das Nest sich befinden mußte; denn die Ameisen stiegen beladen hinauf und kamen leer herunter. Beim Anstieg trugen sie Erdklümpchen, die offenbar oben zum Bau dienten. Viele von ihnen hatten auch Blattläuse zwischen den Kiefern, die oben wohl weiter gezüchtet werden sollten.
Eine besonders interessante Entdeckung durfte ich in der Umgebung machen. Schon im Jahre 1917 hatte ich eifrig auf meinen Reisen nach Termiten gesucht. Diese sogenannten weißen Ameisen der Tropen kommen in Südeuropa in zwei Arten vor, welche ich schon aus Italien kannte. In Mazedonien waren sie noch nicht nachgewiesen.
So erregte es denn mein höchstes Interesse, als ein junger Offizier, der beim Stab eingeladen war, mir eines Abends erzählte, dicht bei seinem Quartier seien vor einigen Tagen aus einem Erdloch zahlreiche Insekten mit vier zartgeäderten Flügeln, die wie kleine Libellen aussahen, herausgekrochen. Als er sie mir zeigte, waren es Geschlechtstiere einer Termitenart.
Ich verabredete einen Besuch bei ihm und fuhr zu ihm auf den Furkapaß hinauf. Das war die mir schon von den Fahrten zum Doiransee bekannte Paßstraße, welche in Dedeli begann. Auf dieser Straße war immer ein ungeheurer Verkehr, bei trocknem Wetter schwebte eine dichte Staubwolke über ihr. Lastautos, Geschütze, Munitionskolonnen rollten unablässig über sie zum Doiransee, nach Cerniste und Bogdanci. Wagen folgte hinter Wagen, meist Ochsen- und Büffelgespanne. Bulgarische Soldaten marschierten schweißtriefend und staubbedeckt an meinem Wagen vorbei. Große Herden freilaufender Pferde, Esel, Maultiere, Ochsen und Büffel wurden auf der Straße getrieben. Es war eine Erlösung, als ich seitlich zu dem Quartier abbiegen konnte, welches ich besuchen wollte. Es lag am Berg an einer der kleinen Bachschluchten, welche auch hier in großen Mengen das Gelände durchzogen. Hier herrschten merkwürdig bunte Gesteine vor, so daß die Landschaft einen ganz eigenartigen Charakter besaß. Die obersten Schichten waren spangrüner Serpentin, darunter lag gelber und grauer Diabas; noch tiefer kam dunkelroter Sandstein, der besonders in den feuchten Schluchten fast schwarzrot erschien. Zwischen dem Sandstein zogen sich weiße, schmale Kalkbänder hin.
Weiter oben am Paß, nicht weit vom Dorf Furka, boten lehmige Schichten charakteristische Erosionsbilder. Das geschichtete Gestein war durch eine Menge von Miniaturschluchten gleichmäßig durchfurcht. Man konnte die Arbeit der atmosphärischen Kräfte in allen ihren Phasen verfolgen. Und dabei waren Gebilde entstanden, welche auffallend den berühmten Erdpyramiden bei Bozen glichen und ähnlichen Vorgängen wie dort ihre Entstehung verdanken. Die hier eingefügte Abbildung zeigt das eigenartige Bild, das diese Formation darbot ([Abb. 109]).
Abb. 109. Erosion mit Pyramidenbildung am Furkapaß. Doiranfront.
Es ist geeignet, die Gesetzmäßigkeiten zu erläutern, welche im vorigen Kapitel dargestellt wurden. In besonders eindringlicher Weise macht es ein für Mazedonien typisches Landschaftsbild verständlich.
Die Schlucht, an der das Quartier des Leutnants Förster lag, war tief und eng. Einige Bäume standen an ihren Hängen, reichliches Buschwerk wuchs dazwischen. An den Wurzeln einer Esche fanden wir nach langem, vergeblichen Graben endlich das erwartete Termitennest. Es war die eine der südeuropäischen Termitenarten, welche hier wohnte (Calotermes flavicollis Fabr.). Wir gruben lang und tief, ohne Geschlechtstiere zu finden. Es war eine relativ große Kolonie und sie mußte Geschlechtstiere enthalten. Sie lebte in den morschen Wurzeln des Baumes, in diesen ihre Gänge bauend. Die Wurzeln erstreckten sich tief in die Wand der Schlucht und wir mußten schließlich das Graben aufgeben, als die ganze Wand der Schlucht nachzustürzen drohte.
Immerhin hatte ich eine größere Anzahl Tiere in meinen Fanggläsern; es waren darunter auch junge Larven, und so konnte ich hoffen, alle Stadien zu züchten. Zur Zeit, da ich dies niederschreibe, im März 1920, also fast 2 Jahre, nachdem ich die Tiere am Furkapaß mitnahm, ist dies gelungen. Die Kolonie lebt noch in meinem Institut in Breslau fern ihrer Heimat, und ich hoffe manches interessante Resultat durch ihre Beobachtung zu erzielen. Hier ist nicht der Ort, davon eingehender zu berichten.
Abb. 110. Soldat und Arbeiterstadien von Calotermes flavicornis Fabr.
Auch von den Spinnen gilt das, was ich für andere Tiergruppen über das Vorkommen besonderer Arten schrieb. Eine ganze Anzahl der Spinnenformen, welche im 19. Kapitel beschrieben sind, fand ich in der Gegend des Hains Mamre. So vor allem die abenteuerliche Walzenspinne Galeodes graecus C. L. Koch.
In die Zeit meines Aufenthalts im Hain Mamre fielen auch eine Fahrt nach Strumiza und zwei Ausflüge in das Gebirge nördlich des Doiransees, die Belasiza Planina. Strumiza liegt jenseits der Plaguša Planina im Tal des Flüßchens Strumiza, welches der Struma zufließt. Die Fahrt führt über mehrere Pässe und bot mir Gelegenheit, nicht fern von der Stadt Strumiza einen Kiefernwald kennen zu lernen. Einige Hügel und ein tief eingeschnittenes, Mitte Mai trocken liegendes Tal waren der Standort dieses lichten Walds. Die Kiefern (Pinus nigra Arn.) waren nur 10-15 m hoch, knorrige, dunkle Stämme mit sehr dunkelgrünen Nadeln ([Abb. 111]). In diesem Wald fand ich eine ganze Anzahl Ameisenarten, vor allen der Gattung Camponotus und allerhand interessante Spinnen. Es war ein trüber Tag, so daß sonst wenig Insekten unterwegs waren.
Die Stadt Strumiza liegt eigenartig in einem felsigen Gelände; sie ist von den Ruinen einer Feste überragt. Auch im Stadtgebiet gibt es viele zerstörte Häuser. Steil und kahl steigt der Berg hinter der Stadt auf; geringes Buschwerk steht zerstreut an seinem steinigen Hang. Nur in der Schlucht ist etwas mehr Grün zu entdecken. Von diesem fahlen Hintergrund heben sich die leuchtende Kuppel einer Moschee und zwei grell weiße christliche Kirchen seltsam ab. Sehr eigenartig wirkt der blaue, rote und gelbe Anstrich mancher Häuser. Die Straßen der Stadt sind nicht reizlos mit der großen Mannigfaltigkeit der Bauart der Häuser, deren vorgebaute obere Stockwerke schöne Veranden, säulengetragene Loggien enthalten und oft durch große Bogenfenster fein gegliedert sind. In der Stadt selbst sind Bäume und Büsche nicht selten und über die Hauptgeschäftsstraße wölbt sich ein mächtiger alter Weinstock wie ein Torbogen.
Abb. 111. Blick aus dem Kiefernwald auf die Burg von Strumiza (Pinus nigra Arn.).
Vor Strumiza war ich über die Grenze zwischen Bulgarien und Serbien gekommen, wie sie vor dem Krieg bestand, und damit in einen Teil Altbulgariens gelangt. Die Bevölkerung von Strumiza ist hauptsächlich bulgarisch, wenn auch nicht wenig Türken und bulgarische Muhamedaner, Pomaken, dort wohnen.
Es war mir interessant, noch ein Stück in das Strumizatal hineinzufahren. Wie die Plaguša Planina von Osten einen weniger stattlichen Eindruck als von Westen macht, so macht auch das Belasizagebirge von dem Strumizatal aus einen bescheideneren Eindruck. Das gut bewässerte Tal ist reich bebaut. Getreidefelder breiteten sich rings um uns aus, als wir in flotter Fahrt das Tal ein gut Stück südostwärts verfolgten. Alle Dörfer waren von einem Wald von Obstbäumen umgeben. Die Üppigkeit des Grüns ließ einen fast vergessen, daß man im Flachland Mazedoniens sich befand. Ich streifte durch die Felder, zwischen denen wasserreiche Gräben verliefen, die von Weiden umgeben und von Kolbenschilf bewachsen waren. Von einem solchen Gewässer flog vor mir eine prachtvolle Stockente, eine Anas platyrhynchos L., ein alter Erpel, auf und es gelang, mir das Exemplar herunterzuholen.
Abb. 112. Strumiza.
Als wir in das Dörfchen kamen, in welchem mein Begleiter dienstlich zu tun hatte, erlebte ich eine merkwürdige Überraschung. Der kleine Ort Martino war fast ganz von protestantischen Bulgaren bewohnt, welche vor vielen Jahren von einem amerikanischen Missionar bekehrt worden waren und treu seither an ihrer neuen Religion hielten. Ihr Priester sprach noch etwas englisch und hatte seine Holy Bible und methodistische Gebetbücher. Trotz ihrer halbtürkischen Tracht machten die Bewohner einen anderen Eindruck als die Bewohner der Nachbardörfer. Es war ein eigenartiges Schauspiel, als die sauberen, wohlgepflegten Kinder der Gemeinde uns evangelische Kirchenlieder vorsangen. Sie hatten gute Stimmen und waren gut eingeübt. Ich wohnte einer Schulstunde in dem kleinen niedrigen Schulzimmer bei und schied als guter Freund von der netten Gesellschaft.
Abb. 113. Die christlichen Schulkinder in dem Dorf Martino.
Die beiden Ausflüge in die Belasiza Planina erfolgten bei Dienstreisen von Offizieren. So waren es flüchtige Besuche dieses Gebirges; sie gaben mir immerhin eine Vorstellung von dem Gebiet. Auch die Belasiza steigt steil nördlich des Doiransees auf. Ihre von der Erosion stark verarbeiteten schluchtenreichen Hänge sind in den unteren Regionen nur von Buschvegetation bedeckt, diese geht etwa bei 600-700 m Höhe in lichtes Buchengebüsch über, das hier und da zu Waldungen wird, die in 900-1000 m Höhe zu überwiegen pflegen. Das war etwa die Höhe des Bejlik, des ersten Berges, den ich erstieg. Aber schon dieser Gipfel mit 1063 m trug über dem Wald eine Mattenregion, aus der vereinzelte Felsen herausragten. In dem lichten Wald fand sich typische Gebirgsfauna. Von Schmetterlingen flogen Mnemosyne und Erebia-Arten. Auch die Ameisen waren Gebirgsformen der Gattung Formica. Sie bauten Haufen, welche allerdings ziemlich klein waren. Die Art war Formica rufa L., die auch bei uns oft keine Hügel baut. In einem Teich fanden sich in etwa 700 m Höhe Molche, welche jetzt noch im Wasser saßen und scheinbar noch nicht abgelaicht hatten (Molge vulgaris graeca Wolt.).
Ähnlich stellte sich der etwa 1500 m hohe Gipfel der Visoka Čuka dar; dieser Berg trug eine Beobachtungsstation unserer Marine, von der aus vor allem der Doiransee und ein großer Teil der Doiranfront überblickt werden konnte. Die Besteigung dieses Berges bot landschaftlich viel größere Reize, als diejenige des Bejlik. An vielen Stellen eröffneten sich Blicke auf den blauen Doiransee, welche sehr eigenartig waren. Hier stiegen die Buchenbäume bis fast 1200 m hoch am Berg hinauf; auch hier schloß sich an sie eine Mattenregion, welche in der Umgebung der Beobachtungsstation von mächtigen Felsblöcken mit zum Teil bizarren Formen übersät war. Leider konnten wir nicht bis zum höchsten Gipfel vordringen, der nach Mitteilungen von Offizieren eine formenreiche alpine Flora beherbergt.
Von der Beobachtungsstation aus war noch eine ganze Reihe höherer Gipfel zu übersehen, auf denen Mitte Mai noch Schnee lag. Eigenartig zogen sich über die Hänge des Gebirges gegen den Doiransee die Stellungen unserer und der bulgarischen Truppen; Schützengräben und Artilleriestellungen bedeckten alle Höhen und wohlgepflegte Zufahrtsstraßen sicherten den Nachschub. Sehr malerisch war der Blick von dem erreichten Vorgipfel der Visoka Čuka nach dem Doiransee hinunter. An dem dunstigen Tag lag der See lichtblau in der Tiefe; seine Uferberge umgaben ihn mit einem hellvioletten Rahmen, einzelne Bergflanken leuchteten rötlich auf. Vor uns aber bildeten die Buchen mit ihrem frischen Frühlingsgrün und den silbergrauen Stämmen einen eigenartigen Gegensatz. Sie waren nahe Wirklichkeit, während der ferne See wie eine Vision aus fernen Zonen den Sinnen entrückt schien ([Abb. 75], S. [155]).
Eigenartige Erinnerungen sind mir von einer Fahrt an die Wardarfront bei Gewgeli im Gedächtnis geblieben. Über den Furkapaß ging es am Dub vorbei gegen die Ebene des Wardar. Weit und flach lag diese vor mir, als ich vom Gebirge herunter in die kampfreiche Gegend von Bogdanci kam. Südwärts sah man nur mehr niedere Hügel und sonst nur Ebene, die sich gegen das Meer hin dehnte, und durch welche der Fluß seinen Weg zur Aegeis suchte.
Im Dorfe Bogdanci hielten wir uns nur kurz auf; wir waren jetzt im Kampfgebiet und überall verrieten tiefe Trichter, daß wir im Bereich der feindlichen Geschütze waren. Das Dorf selbst bestand fast nur aus Ruinen, zwischen denen die Soldaten sich Unterstände eingebaut hatten. Mit ihnen hausten eine Unmenge von Falken in den Trümmern, welche durch alles Schießen sich nicht hatten vertreiben lassen und in Mauerlöchern horsteten. Es waren mehrere verschiedene Arten, die in vielen Exemplaren schreiend um die Ruinen flogen, immer wieder in die Ebene hinausflogen, dort auf Beute hinabstießen und mit ihr zum Nest heimkehrten. Es waren vor allem Rötelfalken (Falco naumanni naumanni Fleisch.), doch auch Turmfalken darunter (F. tinunculus tinunculus L.).
Die Fahrt zum Wardar wurde nun genau überlegt, denn hier war die ganze Ebene weithin vom Feind eingesehen und selbst einzelne Reiter und Wagen wurden oft mit Granaten beschossen. Der Wagen sauste in gutem Tempo quer durch die Fläche zu einem eigentümlich geformten Hügel, der noch diesseits des Wardar, dicht vor dem Fluß aufragte und in der Armee der Tafelberg hieß. Dicht hinter ihm begannen die feindlichen Stellungen, die hier von Engländern besetzt waren.
Es wehte eine frische, kühle Luft über die Ebene, wir fuhren meist im Gras und selten nur wirbelte unser Auto eine Staubwolke auf. Lerchen, Haubenlerchen, Ammern, hier und da ein Falke flogen vor uns auf. Wundervoll klar war die Fernsicht auf die Bergketten im Osten und vor allem auf die schöngeformten Gebirge im Westen. In der Ferne erkannte man Majadak mit den feindlichen Höhenstellungen. Nach ungefährdeter Fahrt kamen wir in die Deckung des Tafelberges, wo unser Wagen sicher warten konnte, bis er zu einem verabredeten Treffpunkt an der anderen Wardarseite sich in Bewegung setzte. Er mußte eine unbeschossene Wardarbrücke weiter oben am Fluß zur Überfahrt benutzen.
In die Steilwand des Tafelberges waren Unterstände mit Türen und Fenstern in den Felsen eingebaut. Der mich begleitende Hauptmann hatte alle Posten des Nachrichtendienstes zu kontrollieren. Während er dies besorgte, streifte ich in der Umgebung umher. Sie war wasserreich, ein starker Bach strebte dem nahen Wardar zu. Seine Ufer waren von Weidenbüschen eingefaßt, und im Wasser stand ein Dickicht von Schwertlinien (Iris pseudacorus L.) von gelber und blauer Farbe. Kleine Vögel huschten durch das hohe Gras jenseits des Wassers. Zahlreiche Libellen sausten über dem Spiegel des Bachs hin und her auf der Jagd nach Eintagsfliegen und Mücken, die geruhsam in der heißen Luft schwebten.
Es war Mittag geworden und vom wolkenlosen Himmel strahlte die brave mazedonische Sonne herab, als wir uns zu einem Fußmarsch auf der Landstraße in Bewegung setzten. Dicht vor dem Tafelberg ging eine stark zerschossene eiserne Eisenbahnbrücke über den Wardar. Ihr mittlerer Teil lag im Flußbett und das Wasser des hier wohl 150 m breiten Flusses brauste über ihn hin; er war durch einen Holzbau der Pioniere ersetzt, der oft erneuert werden mußte. Im Abstand von mehreren Minuten mußten wir einzeln die Brücke überschreiten, da man sonst vom Feind beschossen wurde und auch drüben auf der nackten Landstraße mußten wir in gehöriger Entfernung voneinander marschieren, bis wir zwischen die zerschossenen Häuser der Stadt Gewgeli kamen.
Der Besuch in Gewgeli gehört zu meinen eigenartigsten Erinnerungen während meiner Kriegs- und Forscherjahre in Mazedonien. So wollte ich nicht unterlassen, ihn in diesem Buch zu schildern. Die Straßen einer großen Stadt waren es, in welche wir drei Männer eintraten; stattliche weiße Häuser faßten sie ein; zierliche Villen standen dazwischen. Die breiten Straßen waren von Alleen von Platanen und ausländischen Bäumen, so der japanischen Pawlownia imperialis, eingefaßt. Gärten lagen zwischen den Häusern, Kirchen und Kapellen ragten auf. Aber wir drei Männer waren die einzigen lebenden Wesen auf den hellen, breiten Straßen. Kein Wagen, kein Tier, kein Mensch bewegte sich zwischen den leeren Häusern. Die Fensterhöhlen gähnten ohne Scheiben, Türen hingen schief in den Angeln, der blaue Himmel lachte fröhlich zwischen die dachlosen Mauern herein. Granattrichter unterbrachen hier und da die glatte Straßenfläche. Ein zottiger Hund schlüpfte mit mißtrauischem Blick in ein Kellerloch.
Tiefe Stille lag über der großen Stadt, in der früher ein starker Verkehr, Handel und Wandel geherrscht haben müssen. Große Warenlager, Fabrikgebäude zeugen davon, daß hier früher ein Mittelpunkt des Seiden-, Opium-, Wein- und Getreidehandels von Südmazedonien war. Eingeborene Familien waren nicht mehr da, die ganze Bevölkerung hatte die mitten in der Front liegende Stadt verlassen. Selten begegnete uns ein scheuer, zerlumpter Zivilist, der vielleicht nach den Trümmern seines Hauses gesehen hatte und nun fürchten mußte, als Spion verdächtigt zu werden. Ich konnte keine Erfahrungen über die griechische Sprache der Gewgelier machen.
Die Schaufenster der Läden waren zertrümmert; war ein Haus noch erhalten, so waren Fenster und Türen mit Brettern vernagelt. Wir gingen auf Schleichwegen durch Höfe und gedeckte Gänge, durch deckenlose Zimmer, deren Böden von Gras bewachsen waren, zu den tief eingegrabenen Unterständen der Abteilungen, welche im Bereich der Stadt lagen. Quartiere waren hier zu gefährlich.
Als der Dienst meines Begleiters erledigt war, verließen wir die Ruinen der Stadt, um die Horchposten an der Front zu besuchen. Ich begleitete die beiden Offiziere, weil ich damit den südlichsten erreichbaren Ort von Mazedonien kennen lernen konnte. Gleich beim Heraustreten aus der Stadt mußte man sich trennen und sorgsam Deckung suchen, um den Weg durch das Bett der Ljumnitza zu nehmen, welches jetzt fast trocken lag, so daß man durchwaten konnte. Hier mußte man schon Abstände von 5-10 Minuten voneinander nehmen, um heil durchzukommen.
Nach einigen Kilometern Marsch ging die Ebene in niedrige Hügel über. Hier kamen wir über die griechische Grenze; jenseits lag in Maulbeergärten das Dörfchen Dzeovo. Vor diesem erhob sich eine Kette von lehmigen Hügeln, in denen unsere vordersten Gräben eingebaut waren. Über diese hinaus reichten die Erdbauten mit den Horchposten, welche mit feinen Apparaten die Telephon- und sonstigen Gespräche der Feinde abhörten. Während ich mich dort in den Unterkünften der Mannschaften nach Malaria- und Pappataccimücken umschaute, nahm ich auch einmal ein Hörrohr in die Hand und hörte fern von mir drüben die Stimme eines Franzosen sich herzhaft über einen „bon vin rouge‟ äußern.
Nach kurzem Aufenthalt und frugalem Mittagessen wurde der Rückmarsch angetreten, der wieder über die Ljumnitza, aber diesmal über eine Brücke vor ihrer Mündung in den Wardar führte. Mit der gleichen Vorsicht wie am Vormittag wurden die gefährlichen Strecken zurückgelegt, die Stadt Gewgeli durchwandert, und dann begann ein schlimmer Marsch auf schattenloser, staubiger Landstraße nordwärts. Es war sehr heiß geworden, der Weg war lang und sehr ermüdend. Welche schönen Erinnerungen weckte der Übergang über den Koinskobach, der, von der Mala Rupa kommend, hier dem nahen Wardar zufloß. Frische Gebirgsluft blies über seinem Wasser die Phantasie mir zu.
So marschierten wir mutig einige Stunden lang weiter. Auch hier war es nicht gefahrlos; viele Trichter verrieten uns, daß vor kurzem reichlich Granaten eingeschlagen hatten. Wir hatten Glück, denn wir hörten, daß am Tage vorher 600 Granaten der Feinde hier beim Artillerieberg eingefallen waren. Man hatte mir schon vorher anvertraut gehabt, mein Nachrichtenhauptmann habe stets in solchen Dingen besonderen Dusel.
Es wurde schon abendlich, als wir in der Ferne unser Auto auf der Landstraße stehen sahen, dessen nicht sehr tapferer Fahrer sich nicht weiter in die gefährliche Zone gewagt hatte. Aber er hatte keinen schlechten Platz zum Warten gewählt. Neben der Landstraße stand ein kleines Haus, in welchem ein altes türkisches Bad von der Heeresverwaltung reinlich ausgebaut war. In einem Bassin sprudelte das Wasser einer heißen, schwach schwefelhaltigen Mineralquelle.
Das war nach dem anstrengenden Marsch die erwünschteste Erquickung. Das heiße Wasser frischte uns auf, der kühle Abendwind trocknete uns auf der Wiese. Als wir wieder angekleidet in unserem Wagen über Negorci, Predeci, Smokwiza dem Hain Mamre in der Nacht zusausten, fühlten wir uns vollkommen erholt und genossen in Gedanken die Eindrücke des Tages.
Bald nach diesem Ausflug kehrte ich vom Hain Mamre nach Üsküb zurück, wo neue Aufgaben meiner warteten. Ich schied mit dankbarer Gesinnung von dem trefflichen Kreis, mit dem festen Vorsatz, im Hochsommer zurückzukehren und noch eine Expedition ins Gebiet der Mala Rupa von dort aus zu unternehmen. Persönliche Erlebnisse und die Vorgänge auf den Kriegsschauplätzen, speziell gerade an dieser Front, verhinderten die Erfüllung dieses meines Wunsches.