FÜNFZEHNTES KAPITEL

DIE BEVÖLKERUNG MAZEDONIENS

Wenn man auf der Balkanhalbinsel reist, bekommt man den Eindruck von einer geradezu ungeheuerlichen Durcheinanderwürfelung ganz verschiedenartiger Volkssplitter. Stämme und Rassen, die sich erheblich voneinander unterscheiden, sind in kleinen Gruppen in einer Weise durcheinander geschoben, wie man es wohl selten auf der Erde auf so engem Raum wieder findet.

Einen starken Eindruck von diesem Völkergemisch bekommt man, wenn man durch die Straßen Üskübs, dieser zentralen und größten Stadt Mazedoniens wandert, oder wenn man gar den Dienstagmarkt besucht, auf welchem die Bevölkerung der weiteren Umgebung Üskübs sich mit den Bewohnern aller Quartiere der Stadt vermischt.

Da sieht man ein buntes Gewimmel von Männern und Frauen in bunten Trachten, die sich malerisch von all den nicht minder bunten Waren abheben, welche dort feilgeboten werden. Vor allem sind es slawische Bauern und Bauersfrauen, die mit Landesprodukten aus den Dörfern der Umgegend in die Stadt hereingeströmt sind. Der erfahrene Kenner weiß nach den Gewändern, vor allem denen der Frauen, uns zu sagen, aus welchen Dörfern die Leute kommen. Diejenigen mit den vorwiegend schwarzweißen Kleidern stammen aus dem nördlich gelegenen Karadakh, die mit viel Rot in Röcken und Kitteln kommen von den südlich gelegenen Gehöften und Ortschaften zu beiden Seiten des Treskatales und vom Wodno. Und so gibt es unendlich viel Varianten in diesen von Farben leuchtenden Trachten.

Alle, welche die bunten Bauernkleider tragen, sprechen eine slavische Sprache, die dem Bulgarischen am meisten ähnelt; soweit sie schreiben können, schreiben sie bulgarische Schrift und somit ist man geneigt, den bulgarischen Freunden zu glauben, welche sie als echte Bulgaren ansprechen, die nur einen Dialekt ihrer Sprache verwenden. Ist man in den Dörfern etwas weiter nördlich von Üsküb, so wird die Verständigung mit den wenigen Brocken der bulgarischen Sprache, über welche Deutsche meist nur verfügen, immer schwieriger. Und es wird immer wahrscheinlicher, auf Serben zu stoßen. In Üsküb wohnen auch zahlreiche Serben, was ja in einem Serbien so nahen Verkehrszentrum nicht verwunderlich ist.

Einerlei, welchem der beiden feindlichen Brudervölker sie sich zurechnen, man sieht unter ihnen wenig schöne, reizvolle Erscheinungen. Weder Frauen noch Männer haben schöne Gestalten oder Gesichter, wenn auch jugendliche Vertreter beider Geschlechter eines gewissen Reizes nicht entbehren. Noch dazu verdirbt die Tracht die Gestalt ganz außerordentlich. Die Taille wird niemals hervorgehoben, Jäckchen wie Rock, und besonders die bunten Schürzen, welche wie Bretter steif herabhängen, alles trägt dazu bei, die Erscheinung der Frau zu vergröbern und in die Breite zu ziehen.

Schlankheit und Beweglichkeit der Frau scheint nicht dem Schönheitsideal dieser slavischen Bauern zu entsprechen. Schönere Gestalten, schlank und gut gewachsen, findet man nicht selten unter den jungen Männern, die auch flott und rasch dahin zu marschieren vermögen, während die Frauen mit ihren kurzen Beinen einen plumpen, watschelnden Gang haben. Damit ist nicht gesagt, daß sie beim Gehen nicht rasch vorwärts kämen. Es ist ganz erstaunlich, zu welchen Marschleistungen die Frauen mazedonischer Bauern vielfach fähig sind.

Abb. 123. Mazedonische Frauen auf dem Markt in Üsküb.

Ein eigenartiges Bild bieten die Gruppen von mazedonischen Bauern, welche gemeinsam zum Markt in die Stadt kommen. Für die Kulturstufe, auf der sie stehen, ist es charakteristisch, daß auf dem mitgeführten Maultier oder Lastpferdchen, auch wenn es mit Lasten schwer bepackt ist, stets nur den Mann sitzt, während Frau und Kinder nebenher laufen.

Sieht man auf dem Markt eine hohe, stattliche Gestalt von schlankem Wuchs, so ist es sicher ein Albaner. Diese befinden sich in Mazedonien offenbar immer noch im Vordringen nach Osten, welches seit längerer Zeit im Gang und jetzt etwa im Wardartal zu einem gewissen Stillstand gekommen ist. Der Albaner sieht mit seinem dunklen, meist schwarzen Wollgewand, mit den engen Hosen und den Wickelgamaschen meist flott und energisch aus. Die Gesichter sind meist schmal, die Nasen gut gebaut, leicht gekrümmt, auf dem kurz geschorenen Haar sitzt ein halbkugelförmiges weißes Filzkäppchen, welches den Kurzkopf etwas länger erscheinen läßt als er in Wirklichkeit ist. In der Tracht der Männer ist es hier offenbar auf Schlankheit abgesehen. In den Bergen, wenn sie mit langen Schritten bergan steigen, erinnern mich die Albaner stets an unsere schlanken Bergbewohner in Oberbayern.

Abb. 124. Marktszene in Üsküb. Paprikaverkauf.

Albanische Frauen sieht man auf dem Markte in Üsküb ebensowenig wie Türkinnen. Die letzteren zeigen sich ja als Mohammedanerinnen so wenig wie möglich öffentlich. Aber auch bei den christlichen Stämmen der Albaner tritt die Frau viel mehr in den Hintergrund als bei slavischen Völkern.

Abb. 125. Albanische Jugend.

Von den Bewohnern Mazedoniens haben dem Lande die Türken am stärksten ihr Gepräge aufgedrückt. Das merkt man vor allem an den Städten, die alle von Kuppeln von Moscheen und von Minarets überragt sind. Üsküb (bulgarisch Skopje) bietet das malerische Bild einer richtigen Türkenstadt. Das gilt vor allem von der Hälfte der Stadt, die auf dem linken Wardarufer liegt. Aber auch die Vorstädte auf dem rechten Ufer des Flusses mit ihren hohen Gartenmauern, innerhalb deren Haus und Hof von der Außenwelt abgesperrt liegen, zeigen echt türkischen Charakter, wenn auch jetzt die Häuser, einst von Türken für Türken gebaut, meist von Bulgaren, Albanern, Juden und Mitteleuropäern bewohnt sind, nur selten mehr von Türken.

Das ganze Stadtviertel auf dem rechten Wardarufer hat einen mehr oder minder südeuropäischen, aber sehr charakterlosen Typus. Es ist schmutzig und verkommen, hat vernachlässigte Straßen, halbzerfallene Häuser, alles ist erfüllt von Staub und Gestank im Sommer, von Schlamm und Unrat im Winter. In den Straßen, die vom Bahnhof gegen die Wardarbrücke führen, liegen einige sogenannte Hotels, schmutzige Buden. Einige von ihnen, vom deutschen Militär in die Hand genommen, boten erträgliches Quartier mit sauberen Betten unter Aufsicht deutscher Feldwebel. Dort fand man ruhige Nächte, wenn man das Haus von Dämpfen schwefeliger Säure erfüllt fand, zum Zeichen, daß gerade eine große Wanzenbekämpfung durchgeführt worden war. Von diesen Plagegeistern wird an einer anderen Stelle die Rede sein.

Nur die von den deutschen Truppen errichteten oder ausgebauten Häuser machten einen erträglichen Eindruck. Das Soldatenheim am Bahnhof, die Offizierkasinos, einige als Sitz der Stäbe und als Wohnungen der höheren Offiziere hergerichtete Bauten, sahen sehr erfreulich und einladend aus. Manche von ihnen waren mit einfachsten Mitteln künstlerisch schön und wohnlich umgewandelt. So boten sie den Deutschen, welche Jahre lang hier hausen mußten, einen Aufenthaltsort, der sie in die Heimat zurückversetzte, während draußen an die geschlossenen Fenster und Türen der Orient anbrandete.

Ging man aber über die Wardarbrücke hinüber, so erhob sich vor einem malerisch und bunt die Türkenstadt. Hier war der Bazar, hier brauste das Leben durch die steilen engen Gassen, hier drängte sich das Volk und klapperte über das holperige Pflaster und man hatte Mühe auszuweichen, wenn irgend ein Wagen in rasendem Galopp, mit Geschrei und Peitschenknallen des Fahrers, die Menge zerteilte.

Hoch über den Gassen hob sich die türkische Zitadelle mit ihren Mauern und Zinnen, Basteien und Türmen empor. Von der Brücke aus bot sie, steil vom Fluß ansteigend, umwachsen von Pappeln, ein schönes Bild. In gelblichen und rötlichen Tönen hob sich das Mauerwerk über grauen Felsen ab; im Frühling leuchteten grüne Rasenflecken und blühende Obstbäume zwischen dem alten Gemäuer hervor. Das da oben also war die Zwingburg, von der aus das ganze Land mit seiner slavischen Bevölkerung hunderte von Jahren unter dem türkischen Joch gehalten worden war.

Kletterte und glitt man über die glatten, knolligen Pflastersteine die Berggassen hinauf, so öffnete sich jeden Moment ein eigenartiges Bild vor einem. In den offenen Vorderräumen der kleinen einstöckigen Häuser spielte Handel und Wandel in voller Öffentlichkeit sich ab, das übliche Bild, welches jede Stadt des Orients von Marokko durch den nahen und fernen Osten bis nach China und Japan hin bietet.

Abb. 126. Eßwarengeschäft in Üsküb.

Auch hier fand sich gassen- und viertelweise je ein Handwerk beieinander. Die Schreiner und Schlosser, die Kupferschmiede, die Schuster, die Schneider saßen Haus neben Haus, hier die Konkurrenz dicht beieinander. Es war schön von der grell-besonnten Straße in das Dämmerlicht des Raumes zu schauen, wo im Hintergrund der Schmied mit nacktem Oberkörper den Hammer schwang, daß die Funken bis auf die Gasse hinausstoben Stoffe und Teppiche hingen auf die Straße hinaus und wehten im Wind wie Flaggen über die Menschen hinweg, die vorübergingen.

Wo feineres Gewerbe hauste, waren die Öffnungen verglast, hinter den Scheiben sah man manchen feinen Greisenkopf über zierlicher Gold- und Silberarbeit geneigt. Dort wurden Bronze- und Messinggefäße gehämmert, hier duftende Kästchen und Platten aus Sandelholz gefertigt und mit zarten Ornamenten aus Silber eingelegt.

Dazwischen tauchten nüchterne Läden mit europäischem Tand, mit Kolonialwaren, mit Emailgeschirr oder Porzellan, Glas und Blech auf. Der Friseur und der Apotheker fehlten nicht, beide Gruppen von Männern versammelnd, die schwatzten und Zigaretten rauchten. Auch das Kaffeehaus fehlte nicht mit seinen wackeligen Tischen, lahmen Stühlen, dem bespuckten Boden und dem meist noch in der Zeit der Not erträglichen Kaffee. Es sei übrigens zugestanden, daß am Wardar ein stattliches, anständiges Kaffeehaus mit einem Terrassengarten am Fluß sich befand, in welchem die Deutschen meist ihre Festlichkeiten abhielten.

Die Türken, besonders die alten Männer, gingen oft noch in wallenden Gewändern mit Turban oder Fez. Die slavischen Stadtbewohner jedoch waren alle mitteleuropäisch gekleidet, oft recht gut, meist aber mit der schäbigen Eleganz der Kleinstadt. Sehr auffallend waren in der Türkenstadt zwei weitere Typen der Bevölkerung, die Juden und die Zigeuner. Unter den Juden, von denen viele Handwerker, oft Feinarbeiter, so Juweliere und Uhrmacher waren, gab es prächtige, würdige alte Köpfe.

Die Zigeuner dagegen waren ein schmutziges Gesindel. Oben auf dem Berg hinter der Zitadelle auf dem Weg zu meinem Üsküber Standquartier im Ortsspital I der Bulgaren kam ich täglich durch das Zigeunerviertel. Es bestand aus verlotterten, zum Teil halb- und dreiviertel zerfallenen Häusern und Hütten. Diese bildeten ein wirres Durcheinander, mehr wie ein Lager von Nomaden, als wie eine Stadt oder ein Dorf aussehend. Im Eingang zu den Hütten oder vor ihnen auf dem Boden saßen und lagen die Männer, Weiber und Kinder am Boden herum; im Sommer gähnend und schlafend, im Winter und auch sonst am Abend sah man sie ein offenes Feuer mühsam unterhalten, irgendwo in einer Ecke, einerlei ob im Haus, vor diesem oder auf der Straße.

Die Kinder waren kaum bekleidet oder ganz nackt und liefen bettelnd auf die Straße herüber, wenn ein Wagen vorbeifuhr oder ein besser gekleideter Fußgänger vorbeiging, besonders wenn es gar ein Offizier war. Die alten Weiber, scheußliche Vetteln, die so aussahen, wie wir uns als Kinder Hexen vorgestellt haben, waren nicht selten auch kaum bekleidet, trugen oft den Oberkörper unverhüllt.

Abb. 127. Bazar in Üsküb.

Abb. 128. Im Zigeunerdorf.

Und wie gar die Haare bei Männern und Frauen aussahen, wirr und ungepflegt! Alle waren verlaust und wenn sie in der Sonne saßen, so waren sie meist beim Lausen des eigenen Kopfes und Körpers oder besorgten sich das Geschäft gegenseitig. Vor allem sah man die Mütter die Köpfe ihrer Kinder behandeln, aber auch Männer besorgten sich gegenseitig diesen Freundschaftsdienst; und wenn eine Frau die Haare ihres Mannes abjagte und seinen Kopf kratzte, so schien das ganz geschäftsmäßig vor sich zu gehen und nicht ein Liebesdienst zu sein.

Abb. 129. Zigeunerin mit Kindern am Brunnen.

Daß unter diesen Umständen die Zigeunerstadt ein verrufenes Viertel war, ist nicht erstaunlich. Immer war es verseucht, Typhusepidemien waren an der Tagesordnung, und immer wieder flackerte dort das Fleckfieber auf. Hautkrankheiten waren verbreitet und man konnte durch sie auf das scheußlichste entstellte Menschen sehen, um welche man einen weiten Bogen herum machte. Geschlechtskrankheiten sind unter den Zigeunern sehr verbreitet und so unwahrscheinlich es klingt, nicht wenige unserer Soldaten, ja Offiziere haben sich in diesem Viertel böse Infektionen geholt.

Kam man öfter durch das Viertel, so konnte man die Anziehungskraft der Zigeunerinnen besser begreifen. Eine jugendliche Zigeunerin hat meist eine entzückende Haltung und einen schönen, schwebenden Gang. Sie stachen ganz außerordentlich durch ihre natürliche Grazie von den plumpen schwerfälligen Mazedonierinnen ab. Während ich sonst in Üsküb unter den einheimischen Mazedonierinnen keine Frau und kein junges Mädchen gesehen habe, welches ich für schön oder nur reizvoll hätte erklären können, unter den Zigeunerinnen konnte man manchmal große Schönheiten sehen, die jeden Künstler begeistert hätten mit ihren schönen Formen, den edlen Gesichtern, den graziösen Bewegungen ihrer kaum verhüllten Formen.

Eine Zigeunerin, welche zur Zeit der Besetzung eine gewisse Rolle als Dirne spielte, wurde viel photographiert und ist in manchem Album aus Mazedonien als Typus der Zigeunerin abgebildet.

Daß in diesem Viertel ein Spaziergang zur Nachtzeit nicht ohne Gefahr war, konnte man aus den vielen Verbrechen erschließen, die dort vorkamen. Immer wieder hörte man von Mord und Raub, aber auch von fürchterlichen Eifersuchts- und Eheszenen, die im Zigeunerdorf vorgefallen waren.

Wenig auffallend waren die wenigen Spaniolen, die man gelegentlich in Üsküb traf; sie hatten dort wie in allen Städten des Balkan als Handelsleute und Makler ihre Rolle gespielt. Diese Abkömmlinge spanischer Juden, die vor Jahrhunderten sich in der Türkei angesiedelt hatten, bilden bekanntlich einen wesentlichen Teil der Bevölkerung von Saloniki. Jetzt in der Kriegszeit waren sie hier im mittleren Mazedonien verschwunden und nur einige wenige dieser sprachgewandten, gebildeten Leute waren als Dolmetscher bei Deutschen und Bulgaren verwandt. Ein solcher begleitete mich auf einer Gebirgsexpedition im Juni 1918 und bewährte sich dabei sehr.

Ebenso traf man im besetzten Gebiet selten Griechen, die ja sonst auf dem ganzen Balkan ein wichtiges Element darstellten. Sie konnten sich natürlich als Feinde nicht dieseits der Front aufhalten. Auf manchen Reisen habe ich allerdings griechische Siedelungen, besonders im Frontgebiet im Süden, angetroffen. Von ihnen wird im gegebenen Zusammenhang die Rede sein.

Ebenso sah man in Üsküb von einem in Mazedonien zerstreuten Volk selten einen Vertreter, und wenn man ihn sah, dann wie den Spaniolen oder Griechen, nicht ohne weiteres als solchen erkennbar in irgendeiner bürgerlichen Tätigkeit. Es sind das die Aromunen oder Kutzowallachen, ein Volk, von dem ich bei der Schilderung des Besuches seiner eigenartigen Gebirgsstädte Krusevo und Gopes manches zu berichten haben werde.

Wenn man sich nun vorstellt, daß zu diesen normalen Bewohnern Mazedoniens und Üskübs während des Krieges als Soldaten der Heeresgruppe und als Kriegsgefangene Deutsche aus allen Gauen, Österreicher, Ungarn, Tschechen, Kroaten, Bosnier, Dalmatiner, Russen, Polen, Rumänen, schwarze und weiße Franzosen, Engländer und Italiener kamen, so kann man sich eine Vorstellung von dem Völkergewimmel machen, welches auf einmal dies sonst von der Welt so abgeschlossene Land überfallen hatte.

Abb. 130. Türkischer Schafhirt bei Üsküb.

Ich habe mich nun in keiner Weise in völkerkundliche oder anthropologische Studien während meines Aufenthalts in Mazedonien versenkt. Dazu fehlte mir die Zeit, welche durch meine Forschungen als Zoologe vollkommen in Anspruch genommen wurde. Aber ich hielt meine Augen offen für alles, was die Völker Mazedoniens mir Interessantes gelegentlich meiner Reisen zeigten. Das mag als Material für Kenner dieser Gebiete dienen.

Vor allem möchte ich aber Beobachtungen an und Erlebnisse mit meinen Freunden, den Bulgaren, aufzeichnen, die geeignet sein können, ein richtiges Urteil über dies Volk bei uns zu befestigen, das mit uns nun einmal durch Schicksal zusammengebracht worden ist.

Elemente der hier angeführten Völker kann man in ganz Mazedonien antreffen. Dabei wiegt in manchen Bezirken die eine oder die andere Nationalität vor. Im äußersten Westen überwogen die Albaner, im Südwesten und Zentrum die Bulgaren, an der Südgrenze die Griechen, im Norden die Serben. In vielen Gegenden hatte die Zahl der vor wenig Jahren noch überall verbreiteten Türken abgenommen, da viele von ihnen ausgewandert waren. Überall war es schwer, bei kurzem Aufenthalt ein klares Bild zu erhalten, welcher Volksteil vorherrsche.