Fortsetzung 22. V. 15.!
Inzwischen sind wir weit gereist; die neue Adresse ist wieder wie im Herbst; siehe auf dem Kuvert; wir sind wieder in unserer alten Gegend wie im Oktober-November, wenn auch nicht am gleichen Ort, aber unter ähnlichen Umständen. Es wird alles für mich immer traumhafter; wir hatten zum Abzug aus E. die Wagen hochgeschmückt mit Blumen und trabten nun so durch die gaffenden Dörfer wie ein Zug aus Dante’s Inferno; ich fühle dabei immer, daß eigentlich nur mein Körper reitet und ich ja ein ganz anderes Leben lebe, ich weiß nur nicht genau wo; ich bin jetzt so oft in solch einer Art Dämmerzustand, ähnlich wie im Traum, wenn man merkt, daß man nur träumt und doch trotzdem weiterträumt. Dieses Gefühl ist aber gänzlich unsentimental und unromantisch und noch weniger selbstquälerisch; vielmehr wie eine Thatsache, daß man zeitweise das Leben in mehreren Falten nebeneinander durchleben kann und die Einheit von Lebensfunktionen nur sehr locker und fragwürdig ist. Der Geist kann unbedingt auch ohne Körper leben. — — — — —