Die Vervollständigung des Kinematographmechanismus

Fig. 42. Schema eines Kinematograph-Mechanismus.

Zu einem vollständigen Kinematographmechanismus gehören nun noch allerlei Teile; sie sind in Fig. [42] schematisch zusammengestellt, und zwar für einen Malteserapparat. Die Antriebsräder sowie auch die Malteserkreuzeinrichtung, das Objektiv und die Blendscheibe sind der Übersicht halber fortgelassen. Das Filmband sitzt auf der Spule A, läuft um die Zahntrommel B, gegen welche es durch einen federnden Rollenhalter gedrückt wird. Diese kontinuierlich laufende Trommel führt den Film der Belichtungsstelle D gleichmäßig zu. An der Belichtungsstelle wird das Band in einer Türe eingeklemmt, und zwar besitzt der aufklappbare Teil Federn, die sich gegen die gelochte Randpartie des Bandes pressen. Damit die Bildschicht nicht aufschleift und verkratzt wird, ist die Auflagefläche in der Breite des eigentlichen Bildes vertieft, so daß nur die Randstücke wie auf Schienen laufen. Unterhalb der Belichtungsstelle befindet sich die kleine Zahntrommel E, welche von dem nicht dargestellten Malteserkreuz den periodischen Antrieb erhält und dabei den Film jeweils um ein Bild aus der Türe herauszieht. Zwischen Türe und oberer Trommel B muß das Band einen Bausch C bilden. Unten läuft der Film, nachdem er ebenfalls einen Bausch F gebildet hat, wiederum über eine große Zahntrommel G, um durch diese der Aufwickelvorrichtung mit der Spule K gleichmäßig zugeführt zu werden. H und J sind kleine Laufrollen. An der Trommel G ist die zum Antrieb mit der Hand vorgesehene Kurbel angebracht.

Fig. 43. Schlägerapparat.

Fig. [43] zeigt die perspektivische Ansicht eines Schlägermechanismus, bei welchem die ruckweise Weiterbewegung durch den unterhalb der Türe angeordneten Exzenterstift, den Schläger, bewirkt wird. Der Lauf des Filmbandes durch die verschiedenen Teile des Werkes von der obern Spule bis zur untern Aufwickelspule ist deutlich zu erkennen. Vorne sitzt auf einer sich ständig drehenden Achse die Blendscheibe, welche bei der dargestellten Ausführung zweiflügelig ist; sie befindet sich vor dem Objektiv. Das Objektiv läßt sich mit Hilfe eines Hebels der Höhe nach verstellen und gleichzeitig damit wird ein kleines Fensterchen verstellt, welches das in der Belichtungsstelle sitzende Filmbildchen genau einrahmt. Diese Stellvorrichtung hat folgenden Zweck. Es kommt vor, daß der Film, sei es von vornherein beim Einspannen oder während der Vorführung infolge falschen Zusammenklebens zweier Filmteile so in die Türe zu liegen kommt, daß das Bildchen zu hoch oder zu tief in der Umrahmung sitzt. In solchem Falle also stellt man die Umrahmung selbst nebst dem Objektiv nach. Bei manchen Apparaten erfolgt diese Verstellung mit Hilfe eines Zahntriebes. Andere Modelle wiederum korrigieren die falsche Bildeinstellung in der Weise, daß der ganze Bewegungsmechanismus oder ein Teil davon mitsamt dem Film gehoben bzw. gesenkt wird, während Fensterrahmen und Objektiv stehen bleiben.

Die Aufrollvorrichtung wird bei dem abgebildeten Apparat durch einen Spiralzug angetrieben. Ein starrer Antrieb ist hier nicht verwendbar, da die Aufwickelspule, je mehr Film daraufkommt, je größer also die Rolle wird, um so langsamer laufen muß. Wendet man eine Zahnrad- oder Kettenradübersetzung an, wie dies namentlich bei den Theaterapparaten mit ihren großen Filmspulen geschieht, so muß auf der Achse unten eine Friktionsscheibe eingesetzt werden, die nachgibt in dem Maße, wie die Spule sich vollwickelt. Die Stärke der Friktion läßt sich dabei durch eine Regulierschraube einstellen.

Fig. 44. Malteserkreuzapparat.

Ein für Dauerbetrieb geeigneter Malteserkreuzapparat ist in Fig. [44] wiedergegeben. Die Malteserkreuzeinrichtung, welche sich — wie die Abbildung veranschaulicht — nach Lösung des Lagerblocks entfernen und auseinandernehmen läßt, läuft in einem Ölbade, wodurch ein ruhigeres Arbeiten und eine geringere Abnutzung dieser Teile herbeigeführt werden soll. Ist doch die Beanspruchung des Kreuzes, auf welches der Eingriffstift 60000mal in der Stunde einschlägt, eine außerordentlich große.

Das Ölbad ist bei vielen Ausführungen ein geschlossenes, während bei der dargestellten Anordnung das Öl aus einem oben angebrachten Vorratsgefäß gewissermaßen als Dusche auftropft und aus der »Badewanne« überläuft, wenn ein gewisser Stand erreicht ist. Die Malteserkreuzeinrichtung läßt sich ferner verstellen, indem man den Lagerblock dreht; dadurch nähert bzw. entfernt sich das Kreuz von der Eingriffscheibe, und man kann nun die Teile so einrichten, daß sie exakt und ohne Spiel aufeinander arbeiten.