Feuerschutzeinrichtungen
Links von der geöffneten Türe (Fig. [44]) ist noch eine viereckige Platte sichtbar: die Feuerschutzscheibe. Diese sperrt, solange der Apparat stillsteht, das Licht ab, so daß keine Strahlen den Film treffen können. Das aus Zelluloid bestehende Filmband ist nämlich leicht entzündlich und kann durch die von dem intensiven Bogenlicht ausgehenden Strahlen leicht in Brand gesetzt werden, wenn diese Zeit haben, darauf zu wirken. Sobald man das Werk in Betrieb setzt und der Film läuft, geht die Platte selbsttätig hoch und gibt die Belichtungsstelle frei, um aber sofort wieder herunterzufallen, wenn der Mechanismus still gesetzt wird. Die Vorrichtung zum selbsttätigen Anheben der Feuerschutzscheibe besteht beispielsweise aus einem Regulator mit zwei schwingenden Kugeln, wie man ihn bei Dampfmaschinen hat. Die Scheibe braucht übrigens nicht alle Strahlen abzusperren: wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß durch eine gitterartige Scheibe ein ausreichender Wärmeschutz bewirkt wird; eine solche läßt genügendes Licht durch, um nach dem Einspannen des Bandes das Filmbild mit Ruhe scharf einstellen zu können — ja sie erlaubt, mitten aus dem Film an beliebiger Stelle einzelne Bilder als »stehende Lichtbilder« zu projizieren, was namentlich bei der Erklärung wissenschaftlicher Filme von Nutzen ist. Man braucht dazu nur die Drehung des Werkes zu unterbrechen: die Gitterscheibe fällt und schützt das projizierte Bildchen während der längern Belichtung.
Außer dieser Einrichtung sind für die bei öffentlichen Vorführungen angewandten Apparate sogenannte feuersichere Trommeln vorgeschrieben, welche die beiden Filmspulen umschließen und den Film nur durch einen schmalen Schlitz heraus- bzw. hereinlassen. Es soll dadurch die Übertragung eines Brandes auf die Filmrollen verhindert werden. Während früher die Trommeln bis auf den Schlitz vollständig geschlossen sein mußten, bringt man jetzt Luftlöcher an; man hat nämlich gefunden, daß das Zelluloid auch in der geschlossenen Büchse weiterbrennen kann, und zwar flammenlos unter Entwicklung giftiger, explosionsgefährlicher Dämpfe, und daß es viel weniger schlimm ist, wenn der Film unter Luftzutritt mit Flamme wegbrennt. Es steht zu erwarten, daß mit der Zeit der leicht entzündliche Zelluloidfilm durch ein schwer brennbares Filmmaterial, wie es im Zellit heute schon vorliegt, verdrängt wird.