Als mich Dein Wandeln an den Tod verzückte

Als mich Dein Dasein tränenwärts entrückte

Und ich durch Dich ins Unermeßne schwärmte,

Erlebten diesen Tag nicht Abgehärmte,

Mühselig Millionen Unterdrückte?

Als mich Dein Wandeln an den Tod verzückte,

War Arbeit um uns und die Erde wärmte.

Und Leere gab es, gottlos Unerwärmte,

Es lebten und es starben Niebeglückte!

Da ich von Dir geschwellt war zum Entschweben,

So viele waren, die im Dumpfen stampften.

An Pulten schrumpften und vor Kesseln dampften.

Ihr Keuchenden auf Straßen und auf Flüssen!!

Gibt es ein Gleichgewicht in Welt und Leben,

Wie werd’ ich diese Schuld bezahlen müssen!?

Vater und Sohn

Wie wir einst im grenzenlosen Lieben

Späße der Unendlichkeit getrieben

Zu der Seligen Lust —

Uranos erschloß des Busens Bläue,

Und vereint in lustiger Kindertreue

Schaukelten wir da durch seine Brust.

Aber weh! der Äther ging verloren,

Welt erbraust und Körper ward geboren,

Nun sind wir entzweit.

Düster von erbosten Mittagsmählern

Treffen sich die Blicke stählern,

Feindlich und bereit.

Und in seinem schwarzen Mantelschwunge

Trägt der Alte wie der Junge

Eisen hassenswert.

Die sie reden, Worte, sind von kalter

Feindschaft der geschiedenen Lebensalter,

Fahl und aufgezehrt.

Und der Sohn harrt, daß der Alte sterbe

Und der Greis verhöhnt mich jauchzend: Erbe!

Daß der Orkus widerhallt.

Und schon klirrt in unseren wilden Händen

Jener Waffen — kaum noch abzuwenden —

Höllische Gewalt.

Doch auch uns sind Abende beschieden

An des Tisches hauserhabenem Frieden,

Wo das Wirre schweigt,

Wo wirs nicht verwehren trauten Mutes,

Daß, gedrängt von Wallung gleichen Blutes,

Träne auf- und niedersteigt.

Wie wir einst in grenzenlosem Lieben.

Späße der Unendlichkeit getrieben,

Ahnen wir im Traum.

Und die leichte Hand zuckt nach der greisen

Und in einer wunderbaren, leisen

Rührung stürzt der Raum.