Der Ruf

So stand sie schon vor dem großen Nachmittagstor,

Und hielt mit ihrer Hand den Durchblick zu.

Ihr Kleid sang westlich im tiefen Wind.

Dort aber war der Tag,

Wo Munde abwärts ernster werden,

Und Hände hart, die nicht mehr streichelnden.

Des Auges Willen geht dort nicht mehr aus vor Herz.

Nicht rast das Antlitz mehr dort,

Die süße Fläche ebbet, weh flieht in sich.

Der Schritt verwaltet keinen Tanz mehr dort.

Schritt schreitet Arbeit, Arbeit, dort und Verlust.

Ihr Fuß so stand auf dem Schwellenstein.

Doch ihre Hand vor ausblickendem Aug.

Das Haar im Zephyr leicht . . .

Ich rief sie an.

Doch wie sie sich wandte,

Wie sie horchte nach dem Rufenden hin,

Hob in den Lüften um sie ein Kampf an.

Die ernsten Dämonen des Ausgangs taten sich in Wind,

Rafften mahnend vorwärts Kleid ihr und Haar.

Aber die jauchzenden Götter des Ausgangs

Warfen sich in die Saiten der Sonne,

Töneten, sangen die Leichte zurück.

Da aber wankte ihr Antlitz unter den Schatten,

Und sie sah mich stehn im rollenden Tag,

Sah mich unter den brüllenden Festen:

Ruhm, Mittag, Lüge, Gesang und Blauheit!

Sie selbst war Wachsen schon der Brüst’, Aufbruch des Munds.

Ich rief noch einmal . . . .

Wie im leichten Schmerze,

Zögernd,

Wehte sie ihre edle Mädchenheit mir zu.