Tahiti.
Wie nach dem wilden furchtbaren Schlag eines Wetters, der uns das Blut stocken machte in den Adern, fast immer Ruhe eintritt in der Natur, der nur leise grollende Donner mehr und mehr verhallt in weiter Ferne, und die Welt, von Sonnenschein beglüht, frisch aufathmend und neu belebt im reinen blitzenden Lichte liegt, so schien sich alles Leid, das der Himmel für die Liebenden in seinen dunklen Wolken geborgen, an diesem letzten furchtbaren Tage entladen — aber auch erschöpft zu haben.
Mit dem, fast noch während dem Sturm scharf und heftig einsetzenden Ost-Passat, hätte der Delaware jedenfalls eine lange Zeit gebraucht wieder gegen die Insel aufzukreuzen, wenn er ja noch im Sinn gehabt mit beispielloser Zähigkeit sein Ziel zu verfolgen. Das aber war, besonders nach den letzten Erfahrungen, nicht mehr zu fürchten, und wenn auch Mr. Osborne durch das eigenthümliche Verschwinden seines Collegen, dessen Schooner, wie ihm der fua gleich am andern Morgen meldete, seiner harrend in dem kleinen Boothafen lag, beunruhigt wurde, verhinderte ihn dies doch nicht die heilige Handlung an den, ihm jetzt nur noch lieber gewordenen jungen Leuten zu vollziehen und sein Kind, sein liebes, liebes Kind dem Schutz des Fremden anzuvertrauen, den ein wunderliches Geschick an diese Küste geworfen.
Von da an gehörte René zu den Söhnen des Landes, und selbst Raiteo würde nicht mehr gewagt haben verrätherisch an ihm zu handeln — wenigstens nicht unter gewöhnlichen Umständen.
Am meisten erstaunt waren aber die Insulaner über das Verschwinden des finsteren Mitonare, und Mr. Osborne wollte schon die betrübende Nachricht seines Todes nach Tahiti senden, als sich René doch genöthigt sah ihm seine »Vermuthung« über den eigenthümlichen Fall mitzutheilen. Bald darauf kam aber die Nachricht von Bola-Bola, daß er dort glücklich gelandet, und einige Tage später Mr. Rowe selber. Aber er verließ die Insel wieder, ohne auch nur eine Sylbe über seine Fahrt zu äußern oder selbst Mr. Osborne aufzusuchen, in dessen Hause er natürlich den, im vollen Besitz seines erstrebten Glückes gefunden hätte, der die Ursache seiner Schmach gewesen, und gegen den er jetzt einen, wenn auch heimlichen, doch so gewaltigeren Haß im Herzen trug. Ihm lag also nicht daran gerade jetzt mit ihm zusammenzutreffen.
Aber was schadete der Haß des finsteren Mannes den Liebenden? — In ihrem neuen Glück dachten sie kaum der Außenwelt, und René besonders, bei dem der Uebergang von wildester Verzweiflung zu höchster Seligkeit in dem Umfange weniger Stunden lag, schien sich im Anfang kaum fassen zu können in jubelnder, jauchzender Lust. Der alte Mr. Osborne hatte sogar alle Hände voll zu thun ihn selbst nur während der kirchlichen Feier im Zaum zu halten, und Mi-to-na-re Ezra trippelte fortwährend um ihn herum, und schien ihn um’s Leben gern bald an einem Arm, bald an einem Beine fassen zu wollen, nur um den rastlosen beweglichen Wi—Wi ein einziges Mal fest und ruhig zu halten, wie es einem anständigen Christen, der er ja doch einmal werden wolle, gezieme.
In einem gleichen Taumel vergingen ihm selbst die nächsten Monate. Des Missionairs Rowe Rückkehr von seinem unfreiwilligen Kreuzzug lockte ihm kaum ein Lächeln auf die Lippen, so gleichgültig war ihm der Mann geworden, und mit dem Bau für seine eigene kleine Heimath beschäftigt, den er mit vollem fröhlichen Eifer betrieb, fühlte er, daß er jetzt ein neuer Mensch geworden, und die Brücke hinter sich abgebrochen habe, die ihn bis dahin noch mit der Außenwelt, zu der er nicht mehr gehörte, verbunden.
So verging fast ein volles Jahr und Mr. Osborne selber fing an zu glauben daß Bruder Rowe — der aber seit jenem Tag Atiu nicht wieder betreten, sondern stets einen anderen Geistlichen zur Revision gesandt hatte, seinen Groll gegen die ihm verhaßte Verbindung der jungen Leute — zu der er die Hand geboten — in dem regen ja unruhigen politischen Treiben der Hauptinsel, wie in den gefährdeten Interessen seines Standes vergessen, oder wenigstens vergeben habe, wie es dem Verbreiter christlichen Glaubens und Duldens auch gezieme, als ihn eines Tages ein großes versiegeltes Schreiben des »board of Missionaries« von England, aus seinem Traum und Glauben riß.
Es war seine Abberufung von Atiu und Versetzung nach Tahiti, gewissermaßen unter die Aufsicht der dort die obere Leitung der geistlichen ja auch politischen Angelegenheiten führenden Missionaire, unter denen Bruder Rowe eine sehr vorragende Stellung einnahm — und wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf ihn die Botschaft.
Aber nicht ihn allein; es war die erste Trauerbotschaft für die ganze Insel, und wenn es Sadie’ens Herz mit Kummer und Sorge füllte, setzte sich der kleine Mi-to-na-re geradezu in seine Lieblingsecke im Haus auf den niederen Schemel, und fing an von Herzen weg zu weinen, daß er jetzt seinen alten Freund und Gönner, Bodder O-no-so-no verlieren und einen Anderen — vielleicht gar — es überlief ihn ordentlich wie mit Fieberfrost — vielleicht gar den »Bodder Aue« dafür herüber bekommen sollte.
Sadie hatte kurz vorher dem Gatten ein Mädchen geboren, und wenn es möglich gewesen wäre René’s Glück zu erhöhen, so hätte es dies neue Gefühl der Vaterfreude thun müssen.
René war auch der Einzige vielleicht, der in einer Uebersiedelung nach Tahiti nicht das Schmerzliche sah wie Sadie und Mr. Osborne, denn daß sie den alten Mann nicht wollten allein nach der fernen Insel ziehen lassen verstand sich von selbst. Der Platz hier war ihm lieb und theuer geworden, und nur mit schwerem Herzen trennte er sich davon, aber mit seiner Sadie und seinem Kind wußte er auch, daß er sich die Nachbarinsel ebenso gut zum Paradiese schaffen konnte, und wenn er auch ungern von ihrem Lieblingsplätzchen am stillen Strande schied, das der Erinnerungen so viele und theuere für ihn hatte, entschädigte ihn der Wechsel seines Aufenthalts — wenn er sich darüber auch nicht gerne laut Recht geben mochte — doch in etwas für die liebgewonnenen Stellen.
Anders war es mit Sadie; — ihr ganzes Herz hing an dieser heimathlichen Küste, die ihr das Leben, die Liebe gegeben, und jedes Blatt, jede Blume die sie zurücklassen sollte that ihr weh. Auch eine heimliche, ihr fast unerklärliche Angst hatte sie vor Tahiti; sie war nur ein einziges Mal mit ihrem Pflegevater dort drüben gewesen, und zwar etwa ein Jahr vorher, ehe der Delaware an ihrer Insel landete; aber das Leben und Treiben der fremden bewaffneten Männer dort, das kecke Auftreten ihrer eigenen Landsmänninnen, die ewigen Streitigkeiten dort zwischen einzelnen ihres Stammes und den Missionairen selber, mit den Uebergriffen die sich die Franzosen, von den Kanonen ihrer Kriegsschiffe beschützt, in die Rechte ihrer Landsleute erlaubt, hatten das einfache Kind des Waldes tief verletzt, und sie war damals recht froh gewesen, als der kleine Missionscutter endlich wieder die Anker lichtete und dem heimischen Strand entgegenstrebte.
Das Land sollte jetzt ihre künftige Heimath werden, und wie nahender Schmerz lag der Gedanke auf ihrer Seele; sie konnte sich nicht daran gewöhnen, und mußte sich endlich gewaltsam losreißen von dem theueren Ort.
Ein gar trauriger Abschied war es aber besonders von ihrem Lieblingsplätzchen am Seestrand; sie stand lange, lange dort, das Kind am Herzen und das kleine, zum ersten Mal sorgenschwere Haupt an die Brust des Gatten gelehnt, der sie fest und liebend umschlungen hielt. Was für süße selige Erinnerungen knüpften sich an diesen engen Raum, und ihr Herz blutete, wenn sie daran dachte ihn auf immer verlassen zu sollen. Sie war so glücklich hier gewesen — war es noch, und was mehr konnte ihr die ferne Insel bieten? —
Ach es war ein recht schmerzlicher Tag auch für den alten Missionair, und als der kleine Missionscutter endlich unter Segel ging, standen die Insulaner in weiten Schaaren am Strand, und winkten mit ihren Tüchern, und riefen den Scheidenden ihr Joranna, Joranna nach, über das blaue Wasser. Und Sadie saß an Deck, ihr Kind auf dem Schooß und sah die Wipfel ihrer Palmen langsam in das Meer tauchen und die Hügel sich senken, und in dem feuchten Abendhauch der über die Wasser strich, verschwimmen — und wie die Nacht einbrach saß sie noch, den thränenvollen Blick fest dorthin geheftet, wo ein Theil ihres Herzens zurückblieb in bitterem Schmerz, sie mochte sich selber Vorwürfe darüber machen soviel sie wollte. René aber störte sie nicht in ihrem Gram, und quälte sie nicht noch mehr mit nutzlosem Trost; nur still und schweigend setzte er sich neben sie und ruhte ihr Haupt an seiner Brust, daß sie sich dort still und ungehindert ausweinen, aber dann auch wieder neue Kraft finden konnte, an dem Herzen des geliebten Mannes.
Die Reise war kurz und glücklich, und Mr. Osborne schon in seinem neuen Wirkungskreis gekannt, und von den Insulanern geliebt, zu deren Herzen sein väterliches mildes Wesen weit eher sprach, als der starre finstere Ernst fast aller anderen Geistlichen. Auch von der Königin Aimata, mit dem Zunamen Pomare, wurde ihm ein freundliches Plätzchen mit Haus und Garten zu seinem künftigen Aufenthaltsort angewiesen, so daß er sich dort wohl hätte wieder recht wohl und glücklich fühlen können, wäre ihm nicht der unmittelbare Einfluß seines jetzigen und hier viel geltenden Gegners in seinem ganzen Wirkungskreis zu sichtbar und dadurch schmerzlich geworden.
Fast nur auf die Stadt Papetee selber dabei beschränkt, wo französischer Einfluß und der sich dem geistlichen Joch entringende Sinn der Eingeborenen die Bevölkerung, wenn auch noch nicht dem anderen Glauben gewonnen, doch schon dem ihren sehr entfremdet hatte, waren ihm all jene lieben Pflichten seines Berufs — mit den Eingeborenen in ihrer Einfachheit zu verkehren und sie in der besseren Lehre zu festigen — genommen worden, und er fand nur zu bald, daß er es hier mit einem ganz anderen Menschenschlag zu thun habe als auf Atiu. Nicht mehr allein die gutmüthigen Insulaner die, fast unberührt von der Außenwelt, sorglos in den Tag hinein lebten und, wenn sich Jemand die Mühe dazu gab, auch leicht einer etwas edleren Richtung gewonnen werden konnten, der sie ihre angeborene Gutmüthigkeit schon von selbst entgegentrieb, war es auf Tahiti ein Volk, das nicht mit den Sitten, sondern fast nur allein mit den Unsitten der fremden Eindringlinge bekannt geworden, und bei dem — während ihm die Möglichkeit genommen war allein und kräftig auf sie einzuwirken — Leichtsinn und Verführung weit stärker und mächtiger und mit viel gewaltigeren Waffen arbeitete, sie aus guten einfachen Menschen zu allein Möglichen zu machen was schlecht und traurig war.
Den Glauben an ihre alten Götter hatten die letzten Jahrzehnde, wenn auch noch nicht ganz zerstört, doch so erschüttert und untergraben, daß diese frühere Religion jeden Einfluß auf sie verloren, und während sie sich dem christlichen Cultus hingaben und sich in seinen Lehren zu festigen suchten, ja während die Geistlichen noch eifrig bemüht waren sie den »einzig wahren« Gott kennen zu lehren und sie besonders unkluger Weise in die Geheimnisse unserer Dogmen einzuweihen, kamen plötzlich andere, ebenfalls weiße Männer — Abkömmlinge desselben Stammes, mit einem anderen Gott, wenigstens mit einem anderen Namen desselben, aber unter Jehovas Panier, Jesus Christus als den Heiland erkennend, straften die erstgekommenen mit ihren Lehren Lügen, und verlangten von den Insulanern sie sollten zum zweiten Mal den Glauben ändern und jetzt den einzig und »wirklich wahren« Gott erkennen lernen.
Und hatten diese recht? ihre alten Missionaire donnerten Anathemas von den Kanzeln nieder, gegen sie, vertrieben die »neuen« Priester aus dem Land, solange sie noch Macht darüber hatten, und stellten sie ihren Gemeinden als Götzenanbeter und Ungläubige hin, bis die vertriebenen Priester mit einem französischen Kriegsschiff zurückgebracht, und unter den Mündungen der Kanonen ihnen das Recht erzwungen worden zu bleiben und den neuen Glauben zu lehren — und welchen Eindruck mußte das auf die Kinder dieser Inseln machen.
Die Masse nahm es leicht — ihr Glaube war bei den Meisten noch nicht so ernster Art gewesen, ihnen das Herz schwer zu machen, als ihnen andere Priester jetzt bewiesen daß die weißen Missionaire, die sie bis dahin nur mit Scheu und Ehrfurcht betrachtet, von einer anderen Sekte angefeindet und des Irrthums ja der Lüge beschuldigt wurden. Viele freuten sich sogar eines Zwanges wieder ledig zu werden, der anfing ihnen lästig zu sein. Andere aber auch, die sich dem Christlichen Glauben mit voller ungetheilter Kraft und Liebe hingegeben, hörten mit Entsetzen die neue Lehre, nach der sie ja nur eines anderen Unglaubens wegen ihre alten Götter verrathen. Und war der jetzige Glauben der rechte? — Hatte der erste gelogen, wer stand ihnen dann dafür, daß nicht vielleicht in Jahresfrist ein neues Schiff auch neue Priester bringen konnte, die wieder verwarfen was die jetzigen lehrten? — und wie dann wurden jene Versprechungen wahr, die ihnen von einem ewigen Leben gemacht, und derentwegen sie ihre eigenen Götter verlassen und verstoßen? — heiliger Gott, war das Alles ein Märchen gewesen, nur von dem weißen Mann erfunden, sich einzunisten in ihrem Land, und die Herrschaft an sich zu reißen, wie er es gethan?
Manche Thräne ist da im Stillen geweint, manches Auge hat da verzweifelnd aufgeblickt, zu den freundlichen Sternen, in deren freundlichen Blinken sie sonst nur Glück und Freude sahen, denn einer zürnenden Gottheit Hand lag auf ihrem Land und sie wußten nicht wohin sie sich wenden sollten, den Strahl abzulenken der ihr Haupt bedrohte. Vor den alten Göttern durften sie ja nicht wagen sich wieder niederzuwerfen; deren Bilder lagen entehrt — zerstreut umher — von den Kindern derer geschändet, die einst anbetend vor ihnen den Staub geküßt — und der neue Gott? — Zweifel waren in ihnen wach gerüttelt dem zu dienen, und in starrem Jammer sahen sie die einst so sonnige Welt sie öde und trostlos umlagern; oder sie warfen sich auch im tollen Uebermuth, Gott wie die Götter von sich stoßend, jenem chaotischen Nichts und mit ihm dem Taumel wilder, zerstörender Vergnügungen in die Arme, der ihnen von den Fremden im reichen vollen Maaß geboten wurde.
Solchen Boden mußte der alte Mann mit seinem stillen traulichen Atiu vertauschen, und nicht einmal in den ihm nächsten Amtsbrüdern fand er dabei die nöthige Unterstützung und Hülfe, während sein klarer Verstand, wie sein gutes Herz zu gleicher Zeit auch nur zu deutlich fühlten, wie gerade deren starrer und unduldsamer Fanatismus das Uebel das sie bekämpfen wollten — einer neuen für irrthümlich gehaltenen Lehre den Eingang zu verweigern — unterstützte, und dem Feind von den eigenen Truppen ganze Schaaren in’s Lager jagte.
Der ehrwürdige Bruder Rowe machte ihm besonders das Leben schwer, und so sehr er das fühlte und den ihm feindlich gesinnten Mann zu einer offenen Erklärung zwingen wollte, so vorsichtig und geschmeidig wich dieser jeder Zeit ihm aus, und selbst der direkten Frage hielt er nicht Stand: Jene Zeit war vorbei, lange vorbei, wie er sagte, und geschehene Dinge, wenn man sie vielleicht auch wieder ungeschehen machen möchte, nicht mehr zu ändern — in seinem Herzen lebte kein Gefühl der Rache oder des Zornes — weshalb auch Rache? weshalb Zorn? — wenn sich Mr. Osborne Vorwürfe über irgend etwas Geschehenes zu machen hätte, so bedauere er das, aber er selber thue es nicht — Mr. Osborne müsse das mit sich selber ausmachen.
Mr. Osborne vertheidigte sich freilich mit Eifer auch selbst gegen eine solche Vermuthung, und sprach sich rein von jeder wissentlichen Sünde, aber Bruder Rowe antwortete ihm stets nur durch ein frommes Verdrehen der Augen und Achselzucken, und war freundlicher als je gegen ihn; aber nichtsdestoweniger schickte er im Geheimen Pfeil auf Pfeil ab gegen den alten Mann, und verkümmerte und trübte diesem das Leben dermaßen, daß er keiner einzigen Stunde mehr froh und sein Beruf, der ihm bis dahin eine Lust und Freude gewesen, ihm zur schweren traurigen Last wurde. Und dennoch gab er sich demselben jetzt mit um so größerem Eifer hin; er fühlte daß die gute Sache gerade jetzt am nöthigsten einer Hand bedürfe, die es wirklich gut mit ihr meine, und der es nicht blos um Sieg und Herrschaft der Einzelnen, sondern wirklich um das Glück der Eingeborenen zu thun wäre, Fleiß und Zeit daran zu opfern.
Die Art aber, wie er dabei seiner Ueberzeugung folgte, mußte ihm mehr und mehr Gegner unter den Missionairen in’s Leben rufen, deren ganze Energie, mit nur wenigen Ausnahmen, einem anderen Systeme zustrebte. Diese wütheten förmlich gegen die »papistischen Gräuel« wie sie es nannten, und die »heidnische Wirthschaft« die plötzlich den Sieg auf diesen Inseln errungen, während sie selbst schon seit Jahren dagegen gepredigt und alle ihre Macht, wenn auch vergebens, aufgeboten hatten, die fremden Priester einer anderen Religion fern zu halten. Von den Kanzeln nieder donnerten sie mit allen nur möglichen und unmöglichen Bibelcitaten gegen die »Unterdrücker des Körpers und der Seele« die Franzosen an, die ihnen mit ihren Kriegsschiffen die fremde Sekte aufgezwungen; warnten vor dem Antichrist, der jetzt unter ihnen herumgehe wie ein brüllender Löwe, zu suchen welchen er verschlinge, und prophezeihten die Wiedereinführung der Götzen und Schlachtopfer, der Kindesmorde und Glaubenskriege. Starrer als je beharrten sie dabei auf ihren Dogmen und Artikeln; auch die kleinsten Vergehen gegen ihre eingeführten Gebräuche und Ceremonien ihrer Kirche, ja selbst die als heidnisch ausgeschrienen oft selbst unschuldigen Vergnügungen der Insulaner, wurden zum Verbrechen, und mit eiserner Hand wollten sie die Schaar der Gläubigen, die ihnen noch unverführt und treu anhing, von dem Abgrund zurückhalten, der gierig ihre Seelen zu verschlingen drohte.
Der alte ehrwürdige Mr. Osborne glaubte dem Ziel auf eine andere Art und Weise entgegenarbeiten zu müssen, und sein gutes Herz zwang ihn schon dazu. Er konnte, trotz allen Bemühungen ja Drohungen seiner Collegen, nicht dahin gebracht werden die andere Lehre zu verdammen, denn mit Recht behauptete er, daß gerade dadurch den Insulanern auch jede Möglichkeit benommen worden sei zwischen den beiden zu prüfen, wenn von beiden Seiten zu gleicher Zeit Fluch und Verdammung gegen sie ausgesprochen wurde. Er zeigte ihnen auch nicht den strengen ernsten und unversöhnlichen Gott, mit dessen Zorn und Strafgericht die Anderen drohten, sondern den milden, liebenden Vater, der auch dem irrenden Kinde gern und willig die Hand reiche und den Pfad zeige, mit gutem frommen Herzen darauf zu wandeln, und waren sie fröhlich dabei, sangen und tanzten sie und schmückten sie ihre Haare mit Blumen, so warnte er sie wohl vor dem Misbrauch solcher Freude, aber er schrie nicht gleich sein Anathema über sie, und sie hatten ihn deshalb lieb und glaubten seinen Worten, weil ihr Sinn einen Anklang in ihren Herzen fand.
Freilich konnte er aber, trotz alledem, dem tollen und unsittlichen Treiben nicht wehren, das die Inseln, und vor allen anderen Tahiti, erfaßt hatte. Durch die jetzt fortwährend hier anlegenden Kriegsschiffe und Wallfischfänger hatte sich die weibliche Bevölkerung, mit einer nur sehr geringen Ausnahme, dem Laster rücksichtslos in die Arme geworfen, und welchen verderblichen Einfluß mußte das nicht auf die ganze Bevölkerung der Insel ausüben. Nur die unendliche Gutmüthigkeit und Harmlosigkeit dieser Stämme hielt sie dabei vor einem zügellosen Ausbruch aller Leidenschaften zurück, wie es, unter gleichen Umständen, in jedem anderen Land der Welt nicht hätte ausbleiben können, und es läßt sich denken welche wunderliche und unnatürliche Stellung die Missionaire in solcher Umgebung oft einnehmen mußten.
Hierzu kam noch der, zu jener Zeit gerade so verwickelte politische Zustand der Inseln, der eben durch den übergroßen Eifer der Missionaire herbeigeführt worden, und mit dem ich den Leser, ehe ich meine Erzählung wieder aufnehme, jedenfalls erst vertrauter machen muß.
Innere Kämpfe, vorzüglich durch die Ankunft Europäischer Schiffe hervorgerufen und genährt, und mit den neu eingeführten Feuerwaffen tödtlich gemacht, hatten die Inseln schon vor der Einführung des Christenthums oder der Ankunft christlicher Missionaire erschüttert, und einen Partheienhaß in’s Leben gerufen, der Jahrzehnde wohl unter der Asche glimmend lag, aber nur einen Anlaß suchte wieder hervorzubrechen und mit erneuter Kraft das wunderschöne Land zu verwüsten. —
Otu der aus einer wunderlichen Ursache den Namen Pomare[H] annahm, wußte sich, nachdem der rechtmäßige Königsstamm vertrieben worden, zum obersten Häuptling, ja zum Arii rahi oder König der Inseln emporzuschwingen, und es gelang ihm auch, besonders durch die gerade damals landenden Europäischen Schiffe unterstützt, sich zu halten und seinem Geschlechte Rang und Würde erblich zu machen. Nichtsdestoweniger lebten aber noch Häuptlinge des anderen Stammes, und nicht mit Unrecht glaubte besonders der Sohn Otus, Pomare II. eine kräftige Stütze seiner Macht in den fremden weißen Männern zu erhalten, deren Religion er auch annahm, ohne sich jedoch in seinen Sitten viel nach ihnen zu richten — wie er denn auch in Folge seiner Ausschweifungen hauptsächlich starb. — Ja er ließ sich sogar in höchst unchristliche Kriege um sein Götzenbild Oro ein, in Folge dessen eine Revolution ausbrach und der König vertrieben, die Mission selber zersprengt wurde. Der Verlust seiner Macht wurmte aber den König, und vielleicht fühlend daß ihn seine anderen Götter nicht genug geschützt hatten, und von dem neuen Gotte größere Protection erhoffend, vielleicht niedergebeugt durch manche häusliche Leiden zu gleicher Zeit, denn seine Königin war ihm ebenfalls gestorben, warf er das alte Heidenthum jetzt von sich, bekehrte sich öffentlich zum Christenthum und führte dies, mit Hülfe des Oberpriesters Tati, der die ihm bis dahin anvertrauten Götterbilder öffentlich verbrannte, auch auf den übrigen Inseln ein.
Er starb am 30. Nov. 1821 und hinterließ nur einen Sohn von 18 Monaten etwa, den aber die Missionaire jetzt in ihrem Sinn und Geist zu erziehen hofften, indeß sie, während sie selber das Staatsruder in Händen führten, die Regentschaft seiner Tante übertrugen. Aber der junge Prinz starb schon 1827 — die fremde strenge Lebensweise in der ihn die Priester hielten, konnte seine überdies schwächliche Natur nicht vertragen, und das Volk rief jetzt, nicht ohne den Einfluß seiner Lehrer, die die Macht in diesem Königsgeschlechte wahren mußten wenn sie nicht fürchten wollten den kaum befestigten Einfluß wieder zu verlieren, Aimata die Tochter ihres vorigen Königs und Schwester des letztverstorbenen zu seiner Herrscherin aus.
Nur gezwungen fügten sich aber die alten, von dem anderen Königstamm abzweigenden Häuptlinge, Tati an ihrer Spitze, denn mit des jungen Fürsten Tode bot sich neue Hoffnung ihren noch nie aufgegebenen Ansprüchen auf den Thron des Reichs; aber das Christenthum war schon zu mächtig geworden im Land, die Missionaire besonders hatten zu großen Einfluß gewonnen über die Bewohner und ihre Frauen, und jeder andere Anspruch verschwand vor der Krone der jungen schönen Königin[I].
Die englischen Missionaire waren jetzt, so sehr sie sich auch Mühe gaben jeden politischen Einfluß, Europa gegenüber, von sich zu weisen, und schon seit der Krönung und Salbung des früheren jungen Herrschers, die eigentlich regierenden Herren des Landes; sie gaben Gesetze und verwalteten, indem sie über die Arbeitskräfte des Volkes geboten, die Kassen des Landes. In ihren Händen lag dabei der Haupt-Handel der Insel, denn ihre Unterstützung vom Mutterland wurde ihnen natürlich nicht in Geld sondern in englischen Waaren, die sie zu tüchtigen Preisen wieder verwertheten, übersandt, und es läßt sich denken daß sie eifersüchtig darüber wachten, solcher Vortheile nicht so rasch und leicht wieder beraubt zu werden.
Eine solche Gefahr drohte ihnen aber im Jahr 1836, wo zwei von den Gambier-Inseln abgesandte Katholische Priester, Laval und Caret ziemlich heimlich auf Tahiti landeten und dort festen Fuß zu fassen suchten. Aber die Protestantischen Missionaire waren auf ihrer Hut und beschlossen, der Kraft der von ihnen gepredigten Lehre und der einfachen Leichtgläubigkeit ihrer Beichtkinder doch nicht so recht trauend, die gefährlichen Fremden unter jeder Bedingung und so rasch als möglich wieder zu entfernen.
Die Priester machten indeß der Königin ihre Aufwartung die sie in Gegenwart ihrer Missionaire empfing, und ersuchten sie ihnen den Aufenthalt zu gestatten, legten auch, als sie den Platz wieder verließen, Geschenke für Pomare nieder, die nach einigem Weigern angenommen wurden; nichtsdestoweniger wurde ihnen in einer nächsten Versammlung, wobei einige der Häuptlinge gegenwärtig waren, und die sie in Begleitung des Amerikanischen Consuls, Herrn Mörenhout besuchten, die Eröffnung gemacht, daß ihnen der Aufenthalt auf diesen Inseln nicht gestattet werden könne. Die Katholischen Geistlichen protestirten dagegen, aber am nächsten Morgen bekamen sie die ganz unzweideutige Weisung der Königin die Insel ohne weiteres wieder zu verlassen, und als auch hierauf eine direkte Bitte an die Königin, sie ungehindert hier weilen zu lassen, Nichts half, schlossen sie sich in das ihnen von Mörenhout gegebene Haus ein, und wichen nur erst der förmlichen Gewalt, denn die von den Protestantischen Missionairen abgeschickte Polizei kletterte am Haus hinauf, stieg durch das Dach, und trug die Priester, die nicht gutwillig gehen wollten, wieder auf ihr Fahrzeug zurück.
Diese That sollte nicht ohne traurige Folgen für die Inseln bleiben, denn die religiöse Unduldsamkeit der Missionaire öffnete dem schon darauf harrenden Feind die Thore, gab Frankreich einen erwünschten Vorwand seinen Handel wie seine Religion dort vor allen Dingen zu befestigen, und dann die ganze Insel, als seiner Schiffahrt günstig gelegen, zu besetzen. Caret reiste nach Frankreich, dort Genugthuung für die erlittene Behandlung zu erbitten, und dem Admiral Du Petit Thouars wurde es aufgetragen ein schwaches friedliches Reich zu unterwerfen, das bis dahin noch keinem Fremden Uebles gethan, sondern Alle, gleichviel von welchem Lande, von welcher Religion in gastlicher Herzlichkeit bei sich aufgenommen hatte, bis jene fremden Priester selber einander befehdeten und Leid und Unheil über jene schönen Küsten brachten, die Gottes Vaterhuld mit Allem ausgeschmückt was groß und herrlich war.
Im August 1838 ankerte die Fregatte Venus auf der Rhede von Papetee, und Du Petit Thouars erklärte der Königin Pomare in einem Schreiben, daß er gekommen sei für die unwürdige Behandlung mehrer Französischer Unterthanen, vorzüglich aber der beiden von hier exilirten Priester Caret und Laval Genugthuung zu fordern, und jetzt vor allen Dingen eine schriftliche Entschuldigung der Königin, die Summe von 2000 Spanischen Dollarn als Entschädigung für die erlittene Unbill der Priester, und die Begrüßung der Französischen Flagge mit 21 Kanonenschüssen verlange. Widrigenfalls drohten die Mündungen der Geschütze Vernichtung über den offen und schutzlos daliegenden Strand.
Die arme Pomare hatte keine Wahl; sie schrieb den Brief, erbat sich das Pulver selbst von der Französischen Fregatte zu den verlangten Schüssen, und die Missionaire, deren Eigenthum bei einer Kanonade auch am meisten bedroht gewesen wäre, collectirten das Geld theils unter sich, theils bei anderen Engländern und Amerikanern der Inseln, und befriedigten damit den Französischen Admiral.
Aber Du Petit Thouars ging weiter, und nicht bedenkend daß ein schwaches Volk dasselbe Recht, wenn auch nicht dieselbe Macht habe, ihm misliebige Personen von sich fern zu halten, und vielleicht von einem etwas rachsüchtigen Gefühl gegen die allerdings übermüthigen Protestantischen Priester geleitet, erzwang er noch außerdem einen Vertrag von den Eingeborenen, nach dem allen Franzosen: »was auch immer ihr Gewerbe sei« (also auch den Französischen Katholischen Missionairen) das Recht zustehen sollte, sich niederzulassen und Handel zu treiben auf allen Inseln.
Ein bald nach ihm kommendes Kriegsschiff, die Artemise, Capitain La Place ging noch weiter und verlangte und erhielt — denn wie hätten sich ihm die Tahitier widersetzen können — volle Religionsfreiheit für alle Katholiken und einen Bauplatz für eine Katholische Kirche.
Wenn aber auch die Protestantischen Missionaire diese Vorgänge mit stillem, freilich deshalb nicht minder heftigem Unmuth dulden mußten, gab es doch eine Parthei auf Tahiti, die mit Freuden einen Wechsel in den politischen Verhältnissen hereinbrechen sah, den sie bis dahin kaum für möglich gehalten. Es waren dies die von den Pomaren ihrer Macht beraubten Häuptlinge, die nur mit heimlichem Grimm die Oberherrschaft der fremden ihnen feindlich gesinnten Priester gefühlt, und vergebens gesucht hatten ihnen entgegen zu arbeiten. Nicht mit Unrecht hofften diese, daß die neuen, einer anderen Sekte zugehörigen Priester den Einfluß jener stolzen Männer schwächen müßten, und einmal dieser Stütze beraubt, und der Thron der Pomaren stand auch nicht so unerschütterlich mehr. Noch aber hatten die Englischen Missionaire die Zügel in den Händen, und als das Französische Kriegsschiff die Küste wieder verlassen, donnerten sie von den Kanzeln mit allem Ingrimm des hartnäckigsten Fanatismus gegen die neue Lehre, deren Symbole sie mit den früheren heidnischen Uebungen der Insulaner selber verglichen, und deren Lehren dem höllischen Abgrund gerade zuführten.
Die Katholische Religion machte nur geringe Fortschritte, die Protestantischen Missionaire behaupteten ihre Macht, und wenn auch schon des Zweifels Saamen war eingestreut worden in die Herzen der armen Insulaner, die mit Entsetzen Feinde ihres Glaubens in demselben Volk erstehen sahen, das ihnen den neuen Gott gebracht, dauerte das dem heißen ungeduldigen Blut der unruhigen Häuptlinge zu lang, und mit der schon fast erstorbenen Hoffnung einstigen Sieges frisch angefacht, harrten sie, nicht stark genug ihn selber zu führen, einem frischen Schlag wider die Macht ihrer Nebenbuhler sehnsüchtig entgegen.
Einen halben Bundesgenossen, Jemanden wenigstens, der der Französischen Sache eng ergeben und den Protestantischen Missionairen nicht besonders geneigt war, hatten sie in dem früheren Amerikanischen Consul Mörenhout, der dem Pietistischen Wesen der Protestanten theils abhold, anderseits auch seinen eigenen Nutzen durch die Oberherrschaft der Franzosen zu befördern glaubte, unter deren Schutz oder Protectorat er jetzt die Inseln zu bringen suchte.
Ob er seinen Freunden, den unzufriedenen Häuptlingen seine ganzen Pläne mittheilte, ist nicht bekannt, aber soviel gewiß, daß im September 1842, als die Französische Fregatte Reine Blanche unter dem, vorgeschobener Unbilden wegen neue enorme Forderungen stellenden Admiral Du Petit Thouars vor Papetee ankerte, die vier Häuptlinge Tati, Raiata, Utami und Hitoti mit Mörenhout an Bord gingen, und dort einen Vertrag unterzeichneten, in welchem sie den Admiral baten, da sie nicht im Stande wären ihr Land jetzt so zu regieren mit anderen mächtigeren Regierungen in Frieden zu leben, ihre Inseln unter den Schutz seines Königs zu nehmen, der ihnen jedoch, neben der Religionsfreiheit, alle übrigen Rechte unbekümmert ließ und garantirte.
Die Einwilligung der Königin, die jeden Augenblick ihrer Entbindung entgegensah, wurde unter der Drohung des Französischen Admirals von 10,000 Dollar Entschädigungssumme für allerdings nur imaginäre Unbill, oder volle Besitznahme der Inseln im Namen Sr. Majestät, des Königs von Frankreich erzwungen und, selbst die Clausel eingeschlossen, die den Protestantischen Missionairen, der neuen Macht gegenüber, völlig die Hände band, daß nämlich »irgend ein Mann, der das Tahitische Volk mit Wort oder That gegen die Französische Regierung einzunehmen suche, verbannt werden solle von den Inseln.«
In dieser Zeit aber war gerade der Mann abwesend von Tahiti, der bis dahin den meisten Einfluß als Protestantischer Geistlicher sowohl wie mehr irdischer Richter auf die Königin gehabt. Mr. Pritchard war nach England gegangen, die Englische Regierung für das kleine Insel-Reich zu interessiren und es gegen die wohl vorhergesehenen und gefürchteten Uebergriffe Katholischer Priester sowohl wie Französischer Kriegsschiffe zu schützen; aber die zurückgebliebenen Missionaire hofften destomehr auf diese Hülfe, zu der sie, wie sie glaubten, die neue Ungerechtigkeit des Französischen Befehlshabers jetzt nur noch mehr berechtigte, wenn nicht dem Englischen Volk auch der letzte Einfluß auf diese Inseln entzogen werden sollte.
Kaum hatte deshalb Du Petit Thouars die Inseln wieder verlassen als sie, jedes Vertrags ungeachtet, an den sie sich nicht gebunden erklärten, und die Königin selber, da er ihr abgezwungen worden, davon entbanden, frei und offen in ihren Kirchen das Entsetzliche der Gefahr schilderten, in der die Seelen ihrer Beichtkinder schwebten, von dem Antichrist an sich gezogen und zerstört zu werden. Der blinde Fanatismus Einzelner trieb schon zum Aeußersten, keine Folgen der rückkehrenden Kriegsschiffe berechnend, hätten Andere nicht den wilden Eifer gedämmt, einen günstigen Zeitpunkt wenigstens zu erwarten den »papistischen Gräueln« mit einem gewaltigen Schlag ein Ende zu machen.
So standen die Sachen im Herbst des Jahres 1843, und während die Bewohner Tahitis theils Parthei für ihre Missionaire ergriffen, theils in kalter Gleichgültigkeit den Streitigkeiten der »beiden weißen Gotte« zusahen und ihren Erfolg abwarteten, arbeiteten die Protestanten unverdrossen ihrem einen Ziel entgegen, und die unruhigen Häuptlinge suchten vergebens den Conflikt zu ihren Gunsten auszubeuten. Die Franzosen hatten versprochen ihre Bundesgenossen zu werden, und sie in ihren gerechten Ansprüchen zu unterstützen, und jetzt befestigten sie nur die eigene Macht auf den Inseln und brachen der fremden Lehre Bahn — was kümmerte die trotzigen Herzen ein neuer Name Gottes.