IV.
So fordern in Niederdeutschland zwei Kirchensprachen ihr Recht. Die Grenze zwischen beiden ist fließend. Die zeitweilige Eignung des Pastors, die sprachliche Lage der Einzelgemeinde, vielleicht eines ganzen Kirchenkreises, sprechen mit. Auch der Entwicklung ist Raum zu gewähren. Die feine Grenzlinie wird freilich nur der Takt ermitteln können.
Einen gewissen Anspruch muß das Plattdeutsche schon dort an die Wortverkündigung stellen, wo sie hochdeutsch geschieht. Um dem einfachen plattdeutschen Hörer das Verständnis zu erleichtern, muß die hochdeutsche Rede sich in Satzbildung und Wahl des Ausdrucks dem Plattdeutschen zu nähern suchen. Cl. Harms hatte sich die Regel gesetzt, »was sich nicht direkt ins Plattdeutsche übersetzen läßt, das spreche ich nicht.«
Dasselbe sollte von der Agende gelten, in der bisher ein Periodenbau üblich ist, welcher für die plattdeutsche Gemeinde das klare Verständnis so sehr erschwert. Eine Durchsicht der Agenden nach dem Grundsatze von Cl. Harms ist ein Bedürfnis.
Das hochdeutsche Wort, dessen Aufnahme eine besondere geistige Anspannung des plattdeutschen Hörers erfordert, ist dort am wenigsten angebracht, wo die geistigen Kräfte des Hörers gebrochen sind. Das seelsorgerliche Gespräch am Krankenbett ist in plattdeutschen Häusern selbstverständlich plattdeutsch zu führen. Ebenfalls ist dort die Beichtvermahnung vor dem Krankenabendmahl plattdeutsch zu halten. Hierauf hat das Prediger-Seminar vorzubereiten, und in die Agende ist neben einem hochdeutschen ein plattdeutsches Formular hierfür aufzunehmen.
Auch in übrigen Fällen der Seelsorge werde dem Plattdeutschen der weiteste Raum gegeben. Für die Pastoral-Konferenz d. J. 1847 hatte die Ratzeburger Synode u. a. den richtigen Satz aufgestellt: »Der Seelsorger, welcher plattdeutsch zu den Seelen reden darf, hat ohne Vergleich einen leichteren Eingang zu seinem Werk, als wer nur hochdeutsch.« Um nicht in der Gemeinde den Gedanken aufkommen zu lassen, als sei es eine Art Herablassung zur Einfalt, wenn der Pastor mit seinen Gemeindegliedern plattdeutsch redet, muß die Gemeinde fühlen, daß ihr Pastor die plattdeutsche Sprache um ihrer selbst willen liebt und ehrt und sich ihrer auch im Kreise der Seinen gern bedient. Es wird da vielleicht manches Vorurteil zu überwinden sein, doch sollte es dem Pastor nicht schwer werden, auch den Plattdeutschen ein Plattdeutscher zu werden, auf daß er ihrer etliche gewinne. — Jedes Vorurteil wird auch in demselben Maße schwinden, in welchem die plattdeutsche Bewegung innerhalb und außerhalb der Kirche Raum gewinnt.
Auch im Jugendunterricht hat das Plattdeutsche ein beschränktes Recht. Die Einwendungen, welche Cl. Harms und unter den Neueren Achelis dagegen erheben, wenn sie auf den erheiternden Eindruck des Plattdeutschen auf die Schüler hinweisen, mögen bei einem ungeschickten Katecheten einmal zu recht erhoben werden, allgemein treffen sie aber nicht zu. Es ist eine Personenfrage, wer die plattdeutsche Sprache im Jugendunterrichte heranziehen kann, eine Taktfrage, in welchem Umfange, eine örtliche Frage, vor welchem Kreise dies geschehen kann. Wurster sagt einmal: »Nur im Konfirmanden-Unterricht den Dialekt nicht ausschließen. Man redet doch seelsorgerlich zum Herzen; da muß die Umgangssprache von selbst kommen!«
Die Kirche wird auch Sorge tragen müssen, in die Lehrbücher für die Hand der Jugend plattdeutsche Gebete mit aufzunehmen. Dieselben wären im Jugendunterricht zu behandeln und einzuprägen. Die Fähigkeit und Gewöhnung, mit Gott in der Muttersprache zu reden, könnte daran ranken und wachsen.
Dort, wo die Umgangssprache plattdeutsch ist, sollte die Verhandlungssprache im Kirchengemeinderat auch plattdeutsch sein. Das würde nicht nur das allseitige Verständnis erleichtern, sondern auch die gegenseitige Aussprache fördern und zu mancher Äußerung ermutigen, die sonst zurückgehalten würde.
In Missionsstunden und in Bibelstunden wird das plattdeutsche Wort an gutem Platze sein, wenn nicht ausschließlich, so doch im Wechsel mit hochdeutscher Rede. Die örtlichen Verhältnisse müssen entscheiden, wie weit dem Plattdeutschen Raum zu geben ist.
Bibelbesprechstunden setzen in plattdeutschen Gemeinden den Gebrauch der plattdeutschen Sprache voraus. Fleisch schreibt mit Recht: Ist die mangelhafte Beherrschung des Hochdeutschen sicherlich ein Hindernis für die Einbürgerung der Bibelbesprechstunde in ländlichen Gemeinden, so wird die Benutzung, oder auch nur die Zulassung und der Mitgebrauch des Plattdeutschen nicht nur helfen, die Bibelbesprechstunde einzuführen, sondern auch sie nutzbar zu machen.
Auf Gemeindeabenden wird sowohl in Vorträgen, als auch in Deklamationen, Liedern und Aufführungen das Plattdeutsche stark hervorgehoben und gepflegt werden müssen. Es ist hier auch der Ort, wo der Gemeinde der Wert und die Herrlichkeit ihrer Muttersprache ans Herz zu legen ist.
Daß die plattdeutsche Sprache nach den Grundsätzen der Augustana auch in den Gemeindegottesdienst gehört, steht uns außer Frage. Selbstverständlich ist dabei, daß das Hochdeutsche keineswegs verdrängt werden soll, sondern daß es sich um ein Bürgerrecht der Volkssprache innerhalb verständiger Grenzen handelt.
Der Studiendirektor Fleisch hält dies zwar auch für das Ziel einer Entwicklung, die anzustreben und zu erhoffen ist, aber er macht es von der Vorbedingung abhängig, daß zuvor das Plattdeutsche auch wieder Schriftsprache werde. Er sagt: »Das notwendige Korrelat zur plattdeutschen Predigt ist m. E. die plattdeutsche Bibel, das plattdeutsche Gesangbuch und plattdeutsche Erbauungsschriften. Ohne dieses schwebt die plattdeutsche Predigt in der Luft.« Mit plattdeutschen Predigten anfangen heißt ein wenig das Pferd am Schwanze aufzäumen. Doch verwerfe er vereinzelte plattdeutsche Predigten bei besonderer Gelegenheit nicht. — Fleisch begründet seine Stellungnahme mit dem Hinweis darauf, daß erst die von ihm gestellte Vorbedingung das Vorurteil überwinden könne, welches mit der Vorstellung des Hochdeutschen als der »heiligen« und »gebildeten« Sprache verbunden sei.
Diese abwartende Haltung würde wohl geeignet sein, das erstrebte Ziel in unerreichbare Ferne zu rücken. Denn u. E. würde gerade die plattdeutsche Predigt, und sie allein, es sein, die, zur allgemeineren Uebung gekommen, die erforderliche und beständige Antriebskraft besäße, die kirchliche plattdeutsche Bewegung in Fluß zu halten und zu fördern. Wir haben weder Ursache noch Zeit, mit der plattdeutschen Predigt länger noch zu warten.
Die Schwierigkeiten, welche der plattdeutschen Predigt entgegenstehen, sind zu überwinden. Nachdem vielfach die Städte vorangegangen sind, ist ein Vorurteil der Landgemeinden zu heben, vorausgesetzt, daß der Pastor die Sprache beherrscht und guten Geschmack beweist, sich auch in der plattdeutschen Predigtsprache eines edlen und gehobenen Ausdrucks zu bedienen.
Die Gemeinde hat dafür ein feines Verständnis und urteilt ziemlich sicher. Nicht jedes drastische Bild und nicht jeder kräftige Ausdruck sind der Würde kultischen Gebrauchs angemessen. Man sollte lieber zu vorsichtig, als nachlässig sein. Cl. Harms sagt: »auf jeden Fall befleißigen Sie sich eines feineren, edleren Plattdeutschen, als wie Sie es hören von dem gemeinen Mann. Wenigstens der derben groben Ausdrücke haben sie sich durchaus zu enthalten. — Man irre sich nicht, das platte Plattdeutsch macht den Prediger keineswegs im guten Sinne des Wortes, auch bei den so Sprechenden nicht einmal populär.«
Eine andere Frage ist, ob auch die Liturgie des Gottesdienstes überhaupt, oder jetzt schon, plattdeutsch zu gestalten sei. Wir gehen davon aus, daß in demselben Gottesdienste unbedenklich zwei Sprachen nebeneinander gebraucht werden können. Man erinnere sich, daß z. Z. des Herrn in der Synagoge der hebräischen Lektion die Auslegung in der Volkssprache folgte, daß in der römischen Kirche neben der lateinischen Messe die deutsche Predigt steht, und daß auch unsere alten lutherischen Kirchenordnungen für die Städte lateinische Lektionen neben den deutschen vorsahen.
Meistens ist bisher wohl dort, wo plattdeutsch gepredigt wird, auch die Liturgie plattdeutsch gehalten worden, bald in eigener Uebertragung, bald in Anlehnung an Vorbilder, wie sie gelegentlich gedruckt und verbreitet sind. Wer an den sprachlichen Eigenarten fremder Vorbilder Anstoß nimmt und eine eigene Uebertragung nicht wagt, bleibe ruhig bei hochdeutscher Liturgie, denn auch sie hat ihr Recht neben der plattdeutschen Predigt. Das hochdeutsche Gesangbuch und die hochdeutsche Bibel sollen doch nicht verdrängt werden. An der hochdeutschen Form der alten Kernlieder haften bei den älteren Gemeindegliedern unvergeßliche Erinnerungen und große Gemütswerte. Die Jugend hat sie im Unterricht gelernt, und sie werden ausgiebig erklärt. Hingegen manchen Uebersetzungen haften Mängel an, und geeignete plattdeutsche Originale sollen sich erst einbürgern. Auch die altvertrauten Schriftabschnitte mögen in der Liturgie hochdeutsch gelesen werden, wenn der Pastor es vorzieht und es der Gemeinde lieber ist. Gerade eine gute plattdeutsche Uebertragung würde oft eine solche Veränderung der Form bedingen, daß sie den Hörer vielleicht zunächst befremden möchte. — Im ganzen mag es der Entwicklung vorbehalten bleiben, welches Recht dem Plattdeutschen im liturgischen Teil des Gottesdienstes eingeräumt wird.[1]
Wie oft in größeren Städten ein plattdeutscher Gottesdienst einzuschieben ist, wird sich aus Erfahrung, Bedürfnis und Erfolg von Ort zu Ort ergeben. In Dorfkirchen wird sichs wohl empfehlen, monatlich einmal plattdeutsch zu predigen.
Es konnten im Vorstehenden nur Andeutungen und Anregungen gegeben werden. Es müssen erst viele Erfahrungen eines längeren Zeitraums aus den verschiedenen niederdeutschen Volksgebieten gesammelt und verarbeitet werden, um hier zu Klärungen, dort zu Berichtigungen und endlich zu gewissem Abschluß zu führen.
Die vorliegende Sammlung möchte die Entwicklung fördern und dem niederdeutschen Kirchenvolke einen Dienst erweisen. Gott geleite sie mit seinem Segen!
[1] Plattdeutsche Kirchenlieder sind u. a. verfaßt und herausgeben worden von P. Hansen, Kropp i. Schleswig, P. Walter Schröder-Stettin, (Plattd. Kirchenleeder un plattd. Gottsdeinstordnung. Verlag: Ev. Presseverband für die Prov. Pommern. Stettin, Elisabethstraße 69. Pr. 1 Mk.) und P. Fr. Bardey in Wismar, (En lütt plattd. Gesangbauk, 1. Winterhalfjohr. Vom Vf. zu beziehen.)
1.
Plattdütsch Predigt
äwer Gal. 5, 16-25 hollen in de Paulskirch to Schwerin von P. Studemund.
Wat meint de Apostel, wenn he schriwwt: Dat Fleisch is gegen den Geist, un de Geist is gegen dat Fleisch?
Ick will twei Geschichten vertellen, de uns dat wisen, un des Geschichten sünd würklich passiert. Vor god 100 Johr lewt de Freiherr von Stein. He wir lang Tid Minister, un ick wull, wi hadden ok hüt so’ne Ministers as he wir. Mal hedd em en Herzog inladt un bei Disch wiren ok en ganz Deil jung Leutnants. As se nu all länger bi Disch seten hadden, füng de Herzog an, sönne Geschichten to vertellen, as anständig Lüd nich vertellen söllen. De Herzog lacht lud öwer des Geschichten, un de Leutnants lachten sik ok. Freiherr von Stein set dor mit ’n irnst Gesicht. He säd sik: Dat darfst du nich mit anhüren, du möst den Herzog seggen, dat dat Unrecht is, sönne Geschichten to vertellen. Äwer en anner Stimm in em säd: Lat dat, dat giwwt nen groten Krach, du weißt, wo upgeregt und wütend de Herzog warden kann. Wat geiht di dat an, wat de Herzog vertellen deiht. Min leiw Fründ, hier hewwen wi dat, wat Paulus meint, wenn he seggt, dat dat Fleisch gegen den Geist, und de Geist gegen dat Fleisch is. De Geist, dat Gaude in em säd: Du darfst dat nich ruhig mitanhören, un dat Fleisch, de oll Minsch in em säd: Verbrenn di dorbi de Fingern nich. De Freiherr von Stein ded, woto de Geist em drew. He säd: »Ick heww mi ümmer argert öwer smutzig Geschichten, un ick holl dat nich vör Recht, dat en Herzog to jung Leutnants sönne Geschichten vertellt.« Dat würd bi des Würd dodenstill. De Lüd, de dor wiren, würd’ dat heit un kolt. Se kennten den Herzog. Äwer de sweg en Ogenblick still un füng denn an, von anner Saken to reden.
Noch en Geschicht: En Mann hedd sin Deinstmäken anfohrt un bannig utschullen. Nahst markt he, dat he dat Mäken Unrecht dahn hadd. Do säd en Stimm in em: du möst nu to dat Mäken gahn, un ehr seggen, dat di dat leed deiht, dat du ehr Unrecht dahn hest. Äwer en anner Stimm in em säd: dat is doch man en Deinstmäken, du kannst doch nich na’n Deinstmäken gahn un di awbidden. Dat geiht doch nich. Dor is ok de Geist gegen dat Fleisch, un dat Fleisch gegen den Geist west. He hedd nahstens sülwst vertellt, dat he sick vier Dag henquält hedd, bet he sick entsloten hedd, Awbidd to dohn. So lang sünd Geist un Fleisch in em gegen einanner west, de Geist, de säd: du möst Awbidd dohn, und dat Fleisch, dat säd: dat kannst du in din Stellung nich.
Äwer wi bruken gornich an anner Geschichten to denken. Wi weten ut uns eigen Lewensgeschicht, dat de Geist gegen dat Fleisch un dat Fleisch gegen den Geist is. Dor is ener in Not, mit den wi verwandt oder good bekannt sünd. Denn seggt en Stimm in uns: Dit is jo to trurig, dor mößt du helpen. Äwer denn kümmt bald ne anner Stimm un seggt: Worüm saßt du grad helpen, anner Lüd stahn em noch neger, lat de irst wat dohn. Wenn du em ollig helpen wist, kann du di dit un dat nich anschaffen, wat du so nödig hest. Oder dor hett sick ener mit nen annern vertürnt. Dat is man ne Kleinigkeit aewer nu sünd se uteinanner un süs hewwen se so girn mit einanner verkihrt. Denn seggt en Stimm in em, un dat is de Geist, dat Gaude: Nu gah wedder hen un verdräg di un segg em, du haddst dat nich so bös meint. Äwer ne anner Stimm, un dat is de oll Minsch, dat Slichte in uns, seggt denn: Du kannst nich tauirst hengahn, hei möt irst kamen, hei het de meist Schuld, hei möt irst seggen, dat em dat leed deit, wat hei seggt un daan hett. — Ore dor is en jung Mäten. To de seggen anner: Kumm hüt Abend mit to Danz. Denn fangt de en Stimm an: Dau dat nich, dor geiht dat nich anstännig to, din Öllern sünd ganz gewiß nich dormit inverstahn, wenn du hengeihst, un din Gewissen seggt di ok: Gah nich hen. Äwer ne anner Stimm seggt: Worüm saßt du nich doon, wat de annern doon. Du wißt doch ok wat von din Lewen hewwen. Du warst di all in acht nehmen, dat nix passiert. Vadder un Mudder bruken nix dorvon to weiten. Ore dor findt sick ne Gelegenheit, dat man so nebenbi ollig wat verdeinen kann. De Sak is nich ganz rendlich un schön. Dat Gewissen is nich ruhig dorbi. So seggt de en Stimm: Lat dat lewer. Äwer ne anner Stimm seggt denn: So genau kann man dat hüt to Dag nich nehmen, anner Lüd doon dat ok. Du hest dat Geld so nödig. Nahsten argerst du di, wenn en anner dit Geschäft makt un du nich weißt, wo du di un din Kinner satt kriegen saßt.
Ja, min leiw Fründ, dat is so, as Paulus schriwwt: Dat Fleisch is gegen den Geist un de Geist is gegen dat Fleisch. Wi bruken uns blod in ’n Lewen ümtoseihn. Wi weiten dat ok von uns sülwst. Un wer weit, ob nich hüt noch männigein von uns sonen Strit in sick dörchmaken möt, dat de Geist gegen dat Fleisch un dat Fleisch gegen den Geist is. Aewer wo is dat denn bi uns? Hewwen wi ümmer daan, wat de Geist will? Hewwen wi nich ok oft nog daan, wat dat Fleisch will? Villicht noch in des Dag wedder? Ach wi weiten, woveel Macht dat Fleisch, de Sün’n, in uns hett un wo swack oft de Geist, dat Gaude, in uns is. Un wi weiten, woveel Macht dat Fleisch, dat Slichte, hüt in de Welt hett. De Apostel Paulus schriwwt, un ick will dat hochdütsch vörlesen: »Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen.« Worüm heww ick dat hochdütsch vörlest? Dorüm, wil för veel von dat, wat Paulus hier seggt, uns plattdütsch Sprak gor kein Würd hett. Paulus schriwwt hier von Sün’n, de in ’t plattdütsche Land gornich vörkamen süllen. Äwer kamen se bi uns to Lan’n nich vör? Dat dat bi de Heiden so utsüht, as Paulus schriwwt, kann uns nich wunnern. Se hewwen jo de 10 Gebote in de Schaul nich lihrt un weiten nix von unsern Herrgott un unsen Heiland. Äwer süht dat denn bi uns to Lan’n hüt to Dag anners ut? Ach wo trurig, wo trurig steiht dat doch upstunns mit uns Volk. In ’n Krieg säd mal en lütt Mäten to ehr Mudder: »Mudding, wenn de Krieg vorbi is, gellen denn de 10 Gebote wedder?« De seg, dat de Minschen sick nich kümmern üm dat, wat uns Herrgott in sin Gebote seggt. Äwer is dat beter worden in uns Tid? Ick bruk nich veel dorvon to seggen. Wi weiten jo all, wo dat utsüht, un fragen bang: Wo sall dat blot noch warden? Ward uns Herrgott de Welt un uns Volk nich noch veel scharper anfaten möten?
Ick kann dat äwer nich laten, noch en Stell ut ’n Upsatz vörtolesen, den ne plattdütsch Schriftstellerin schrewen hett. Se wahnt in Schwerin un hürt to uns Paulsgemein. De Upsatz is äwerschrewen: »De Düwel un dat Johr 1920«. In desen Upsatz heit dat: »Baben up den Blocksbarg set de Düwel. He hadd sin grotes Anschriewebauk up de Knei un höll Afrecknung äwer dat Johr 1920. »Bi ’n Düwel noch mal«, rep hei, »dit Johr schafft ’t. Dit is noch en Geschäft. Dit lohnt sick noch de Mäuh.«
Wo veele von de, de süs gornich bitaukamen west wir, föllen em nu in de Klaben, wo veele, de süs nix von em hadden weiten wullt, wiren nu gaud Frün’n mit em. Wedder lacht de Düwel. Dachten se, sei künnen mit em gaud Fründ sin? Wenn hei ehr mal eins sin wohr Gesicht wisen ded, wo bleik sei woll warden würden. Un denn wir ’t tau lat, tau lat, tau lat!
Am meisten Spaß makten em de Wucherers. Wat hadd dat Wurt süs för en bösen Klang hatt ünner de Minschen, dor hadden sick süs nich alltauveel mit bemengt. Dat Geschäft wir ehr so smerig west. Un wer ’t doch daan hadd, den hadden se utstött ut ehr Gemeinschaft. Un nu? Ja, nu hadden’s gründlich uprümt mit dit Vörurdeil, nu wir de Welt klauk worden! Wat hadden se von Ihr un Stolt, wenn de Geldbüdel leddig blew. Geld! Geld! Her dormit! Rin in den Kasten! Nu brukte he, de Düwel, man blot de Fidel to striken un se kemen all, old un jung un grot un lütt, un danzten den willen Danz üm ’t gollen Kalw. Un Larm un Strid, un Haß un Afgunst, un Murd un Dodslag, de süngen in gräsigen Chur dortau, dat de Welt in ehr Fugen bewern ded.
De Düwel slög en anner Blatt up.
De Schuwers, — wat wiren de Schuwers för’n fetten Happen för em! Hei högte sick bi den Gedanken an ehr, dor künn hei mit einen Strich glick en gauden Hümpel wegracken. Hei hadd naug hollwannig Kinner seihn, de sei up’t Gewissen hadden. Wo klüng de Welt wedder von Süfzer un Jammer! De Düwel läd de Hand an’t Uhr. Wo säut klüng em dat! Dat hürte hei leiwer as Singen un Beden.
Un nu slög de Düwel en anner Blatt up, ganz mit Bedacht, dat hei ok den rechten Wollgenuß hadd, von dat wat nu kem. Denn dit wir sin gröttste Freud. Hier stünnen de Namens von de lütten Mätens inteikent. Ditmal rew de Düwel sick de Hän’n, dit wir sin Best, sin Hauptstück! Disse Siden wiren süs ümmer so witt, so leddig west, kein hedd so recht wat mit em to daun hewwen wullt, Tucht un Schimp wiren noch bi ehr west. Äwer nu, äwer nu! Dicht bi dicht stünnen dor de Namens, un de ganz Jungen, dat gewen de meisten un de legsten af. Wenn hei upstunns so öwer de Ird flög, un hei seg de lütten Dirns un Mannslüd up de Danzbähns liggen bet deip in de Nacht, un seg, wo sei Plicht un Ihr vergeten, wo sei dat Geld ut ’t Finster smeten för Tand un Kram un lachten äwer gaude Lihren un lewten in den Dag rinne, as gew dat kein End, denn würden em de Ogen blänkern. De lütten Mätens hadden em Mäuh nog makt, Johrdusende lang! Nu äwer hadd he ehr, nu wiren sei sin. »Kann naug von juch bruken«, gnurrte hei, »nu is de Welt mal ümkihrt, nu kümmt dat Bös an ’t Roder, nu is ok mal min Tid.«
Un is dat nich hüt so? Is nich upstunns den Düwel sin Tid? Höd di, höd di, min Fründ, dat de Düwel di nich ok in sin Bauk rinschriwwt, höd di! Wer deiht, wat dat Fleisch will, de kümmt in dit Bauk rinne. Paulus seggt in uns Epistel, dat all de nich de Seligkeit arben. Lat ’t uns nich daun wat dat Fleisch, de Sün’n uns seggt, lat ’t uns daun, wat de Geist seggt. Wo schön is dat, wat Paulus äwer den Geist schriwwt. Wi lesen: De Frucht von den Geist is Leiw, Freud, Freden, Geduld, Fründlichkeit, Gaudheit, Glowen, Sanftmaut, Keuschheit. Dat sünd luter Saken, för de uns plattdütsch Sprak Würd hett, un dit süll sick ok all in plattdütschen Lan’n finden. Leiw, Freud, Freden, Fründlichkeit, Geduld, Gaudheit, Glowen, Sanftmaut, Keuschheit. Ach wenn doch alle Minschen so wiren, wo schön wir denn dat Lewen. Wenn wi denn ok arm wiren, wenn wi denn ok en flickten Rock drägen un in Winter in en Stuw tausamenkrupen möten, un wenn dat denn ok knapp bi Disch taugeiht, dat würd all nich schaden, wenn de Minschen so wiren, denn wir doch dit Lewen up de Ird ok in des swere Tiden all en halw Paradies.
Toirst nennt Paulus de Leiw. De Leiw is jo ok dat Best in de Welt. De söcht de Herr Jesus an sin Jünger, un einmal au ’n jüngsten Gericht ward dat gahn na dat Wurd: Wat ji daan hewwt einen von min geringsten Bröder, dat hewwt ji mi daan. Äwer Wil de Ungerechtigkeit äwerhand nimmt, ward de Leiw in veel kolt warden. Is dat ok bi di so? O bidd Gott, dat hei di mihr Leiw giwwt un di helpt, anner Lüd wat to Leiw to daun. Un dor willen wi hüt mal ganz praktisch vorgahn. Dat is noch früh an ’n Morgen. De ganz Dag liggt noch för uns. Dor nimm di nu mal för, hüt an desen Dag wenigstens einen Minschen wat to Leiw to daun. Du weißt villicht en Kranken oder ne oll Fru, de nich mihr utgahn kann un de sick freut, wenn du ehr mal besäuken deist. Besäuk ehr hüt mal. Oder bring ehr en poor Appels hen oder en poor Eier oder wat du süs grad hest, kannst ok nen Geldschin mitnehmen. Dau dat, wotau de Leiw di andriwwt. Dat giwwt so veel Armaut in uns Tid un so veele, de sick äwer jede lütt Gaw freuen. Oder lad’ hüt abend enen in, de so allein steiht. Oder gah na enen hen, mit den du utenanner kamen büst, un wis em, dat du em nich mihr bös büst. Ja, dau wenigstens enen Minschen hüt wat to Leiw, äwer dau dat ok würklich. Dat kann girn sin, dat, wenn du hengahn wißt, enen to besöken oder em wat to bringen, ne Stimm in di seggt: Wat wißt du dorhen gahn, dat hest du doch nich nödig, du kannst leiwer en anner Mal hengahn. Wenn dat so sin süll, denn erlewst du wedder, wat Paulus schriwwt: Dat Fleisch is gegen den Geist. Äwer dau nich, wat din Fleisch, din oll Minsch, din Bequemlichkeit will. Dau wat de Geist will. Ach wenn doch jeder von uns wenigstens enen Minschen hüt wat to Leiw ded, wo dankbor würd ick sin, denn wir min Predigt nich ümsüs west.
Un denn, min Fründ, ward dat hüt för di nen schönen Sünndag, de di Freud, veel Freud bringt, veel betere Freud, as einer hüt Abend up ’n Danzbähn find ’t. Wo Leiw is dor is Freud, un de Apostel nennt ok to tweit de Freud na de Leiw in unsern Vers. Mal hadd en rik Amerikaner enen Paster fragt: »Wo is de Himmel.« De säd em: »Se ach, in uns Tid is dat anner Wurd Wohrheit worden: möten för 200 Mark Lewensmittel för de arm Witfru köpen, de an de anner Sid von den Barg wahnen deit, un de ehr drei Kinner krank sünd. Nehmen Se ok ne Fru mit, de ehr plegen un upwohren kann, un denn lesen ’S ehr den 23. Psalm för un bäden mit ehr. Se warden marken, wo de Himmel is.« An annern Dag kem de rik Amerikaner to den Pastor un säd: »Ja, nu weit ick, wo de Himmel is. Wo hett de arm Witfru sick freut, se wüßt gor nich, wat se seggen süll, un ümmer wedder hett se sick bedankt. Un as ick den 23. Psalm ehr vörlesen un mit ehr bäden ded, hadd ick dat Geföhl, dat ick den Himmel veel neger wir as süs un ick weit nich, dat ick mi süs all so glücklich föhlt heww as gistern.« Ja, dat is so, as de Heiland seggt: Gewen is seliger as Nehmen. De Minschen, de ümmer an sick sülwst denken, de ümmer blot hewwen un hewwen willen, sünd unglücklich. Äwer de, de girn afgewen un girn anner wat to Leiw doon, de kennen Freuden, de man süs in de Welt nich finnen kann.
Un denn noch ein Deil. Paulus schriwwt wider von Freden un Fründlichkeit un Geduld un Sanftmaut. Nimm di wider för, hüt an desen Dag ok mal mit jeden Minschen Freden to hollen. Wes’ gegen jeden fründlich, ward hüt nich ungedüllig un argerlich, ok nich, wenn ener di hüt en Töller entweismitt ore de Kinner ehr witt Kled smutzig maken ore ener di anfohrt un Unrecht deit ore di mit spitze un häßliche Würd kümmt. Fang denn nich an to schellen un to larmen, bliw denn hüt mal ganz ruhig un fründlich un gedüllig, blot mal an desen Dag. Äwer villicht denkt männigein: Du hest god reden. Du süßt man in min Städ sin. Ick kann mi öwer minen Mann oder min grot Dirn jeden Dag krank argern, un de Lüd, de mit mi in ’n Hus wahnen, man glöwt gornich, wat dat för Minschen sünd. Dor kann man nich ümmer still swigen, dor löppt enen de Gall öwer. Äwer versök mal hüt, den einen Dag ruhig un fründlich un sanftmödig to bliwen. Süßt du dat nich enen Dag farig kriegen? Un wenn nich, wotau hewwen wi unsern Herrgott. Denn bidd em, dat hei di mit sinen heiligen Geist dortau helpen deiht. Villicht kümmst du, wenn du fründlich un gedüllig büst, veel wider as wenn du losschimpen un losmarachen deihst.
Ach wenn wi doch den heiligen Geist recht hadden. Ok denn würd uns dat Fleisch, de Sünn, noch to schaffen maken un wi warden dat erlewen, dat ümmer noch dat Fleisch gegen den Geist is. Äwer wi warden nich mihr soveel daun, wat dat Fleisch seggt, wi warden mihr daun wat de Geist seggt. Un dat, wat wi hier lesen, Leiw, Freud, Freden, Fründlichkeit, Gaudheit, Glowen, Sanftmaut, Keuschheit, ward sick ümmer mihr bi uns finnen. De Apostel seggt jo, dat dat de Frucht von den Geist is, von den heiligen Geist. Denn kümmt dit ganz von sülwst as de Appel un Beeren ok ganz von sülwst an de Böm wassen un rip warden. Äwer hüt will ick blos an desen enen Dag denken. Ick bidd di noch einmal so recht von Harten: Nehm di för, hüt an desen Sünndag, wenigstens enen Minschen wat to Leiw to daun un nehm di för, hüt an ’n Dag ümmer fründlich un gedüllig to bliwen, mag passieren, wat dor will, un bidd dinen Herrgott, dat hei di dörch sinen heiligen Geist dorto helpen deiht. Ick will mi dat ok förnehmen un gew uns Herrgott, dat wi dat würklich daun.
2.
Pingstpredigt
von Pastor Ziercke-Dömitz.
Min leiw Gemein! Wat sall ick jug seggen an dissen hilligen Dag? Sall ick ’t maken as de annern all, de jug fragt hebben in de letzten Dag: Wo geihst du denn to Pingsten hen? Un denn tellten se de lange Reig von Pingstvergnäugungen up, de in de Tidingen stahn ded. Lud un lustig geiht dat dor her, äwer de Seel hett nix dorvon un dat Hart bliwwt dorbi untofreden. Ja dat kümmt woll vör, dat de Seel sick liesen wegslikt ut all den lustigen Larm un wannert dörch dat dütsche Land; un wenn se denn süht, dat an ’n dütschen Rhein de Franzosen un Swarten sick breit maken, un dat de dütschen Tirolers to uns willen un dörpen nich, un dat de Polacken äwer de dütsche Oder kamen as Deiw un Mürders, un wi dörpen uns nich wehren in uns’ eigen Land un för unse eigen Bröders, denn stiggt dat heit in ehr up. Un wenn se denn markt, dat dat vördem flietige dütsche Volk rümsteiht un schugt de Arbeit, dat dat true dütsche Volk sick ein den annern verklagen deiht, dat dat starke dütsche Volk sick un sine Kinner up Gnad un Ungnad den unbarmhartigen Fiend utliewern deiht un dat dat klauke dütsche Volk to all dissen Jammer noch juchen un lachen un springen kann, denn lopen ehr de Tranen dal, un se müggt an leiwsten dorhen gahn, wo dütsche Jungs un Mannslüd to Hunnertdusende an de Grenz unner den Rasen liggen. Je, wo geihst du to Pingsten hen? Dor is noch ein, de so fröggt, un de uns ok glik de richtige Antwurt gifft. Dat is uns Herrgott. Aewer sin Frag ward meist äwerhürt, un sin Antwurt noch mihr. Wi äwer willen dorup marken un willen hüren, wat hei uns seggen will dörch den Profeten Hesekiel, 3, 22-24: »Uns Herrgott nehm mi bi de Hand un säd to mi: Mak di trecht un gah herut upt Feld dor will ick mit di reden. Un ick mök mi trecht un güng herut upt Feld. Un süh, dor stünn de Herr in all sin Herrlichkeit, grad so as ick sei seihn hadd an ’t Water Kebar. Un ick föll dal up min Angesicht. Dor kem de Geist in mi, un ick kem wedder to stahn. Un hei sprök mit mi un säd to mi: Gah hen un slut di in in din Hus!«
Sowied uns Herrgott sin Wurd. Weest nu, wo du hengahn saßt to Pingsten? Ick willt noch eins tosamenfaten in einen Satz:
Uns Herrgott will wat von di,
Buten upt Feld, dor will hei mit di reden,
Binnen int Hus, dor saßt du mit em reden.
Toirst will hei mit uns reden. Ganz irnst. So irnst, as en Vadder mit sin Sähn sprekt, wenn de sick verbiestert hett; so as en Dokter mit ’n Kranken sprekt, wenn hei süht, dat dat slicht mit em steiht. Un dat’s nu ganz gewiß: wi hebben uns verbiestert, wi sünd krank. Dat wier bet 1914 as mit den groten Torn von Babel. De minschliche Kultur süll ok so ’n groten Torn warden; un all de Minschen von den ganzen Irdbodden bugten an dissen groten Torn, ümmer fixer und ümmer iwriger. Un jedesmal, wenn wedder en Johr üm wier, dann smeten se sick in de Bost, wo wied se dat doch all bröcht hadden, un dat de Spitz von den Torn nu doch ball bet an den Himmel recken müß. Se verstünnen ok all enerlei Sprak, disse upverklorten Minschen vont twintigste Johrhunnert. Dat Hauptwurd von disse Weltsprak wier dat Wurd: Geld. Geld kann allens, Geld regiert de Welt, dat wier de Losung. Dat Geld is gewen alle Gewalt in Himmel un up Irden. Den Heiland, de dit Wurd mal von sick seggt hadd, let man ’n goden Mann sin un hadd em an leiwsten in en Museum steken un sin Evangelium bi Sied leggt. Woto ok en Heiland un en Evangelium? Ne Seel gew ’t jo äwerhaupt nich, un Schuld ore Unschuld dat’s allens egal. Wenn de grote Torn man ierst farig wier. Wat süll ein denn noch an den Himmel glöwen? Denn künn ein jo in den Torn von de Ird glick in den Himmel rupstiegen. Äwerst, dor kem en Blitz ut den Himmel, un de ganze statsche Bu schöt in sick tosamen. Dat wier de Krieg un de Revolutschon. Un dat is keen Wunner, dat de Minschen nu heil un deil verbiestert un ganz krank worden sünd; dat se nu dor stahn as Kinner, de en Pott entwei smeten hebben un passen de Schören tosam: so hett ’t seten.
Dat heit: ein Godes is dorbi. Verbiestert un krank wieren se jo all vörher, äwer se höllen sick bet dorhen för sihr klok un gesund. Nu äwer is de Biesternis un Krankheit apenbor worden. Un wenn so’n Jung insüht, dat hei sick alleen nich mihr trechtfinnt, denn hürt hei all wedder ihrer up den Vadder. Wenn en Minsch sick dat irst ingestahn deiht, dat hei krank is, denn schickt hei na den Dokter. So geiht dat ok uns, wenn wi nu mang de Schören von uns’ tosamenschaten Glück ümhergahn. Vördem bildten wi uns in, wi hürten to dat Volk von de Dichters un Denkers; nu weeten wi, dat uns’ Volk dat Gripen un Grapsen beter versteiht, as dat Begriepen un Glöben. Wi seihn in, dat wi krank sünd an Hart un Seel. Pingsten seggt uns äwer, dat dat noch ’n Dokter giwwt, de uns helpen kann; dat wi noch ’n Vadder hebben, de uns trechtbringen kann. Hei nimmt uns hüt bi de Hand un seggt: Mak di trecht un gah herut upt Feld, dor will ick mit di reden. Na trecht is nu woll jedermann bi desen schönen Sünnenschien. De mihrsten von uns sünd gistern buten west un gahn ok hüt wedder rut upt Feld. Äwer woveel von all de Lüd, de ehren Pingstutflug maken, seihn denn wat von de Herrlichkeit dor buten? Wenn ein dor wat seihn will, denn dörft ein nich as dat Veih blot up sin eigen Trad un Fautspur dalkieken. Denn möt ein sin Ogen upmaken, so as dat de Dichter von dat olle plattdütsch Volksbook ut dat 15. Johrhunnert »Reinke Voß« makt hett, wenn hei sin Leid anfangen deiht:
Dat was up enen Pingstedag,
Dat en de Wold un Felder sach
Gröne stahn mit Loof un Gras,
Un mannig Vagel fröhlich was
Mit Sange in Hagen un up Bomen,
De Krüder spröten un de Blomen,
De wol röken hier un dor,
De Dag was schön, dat Weder klor.
Wenn wi so de Ogen upmaken, denn seihn wi all en beten von de Herrlichkeit upt Feld. De Blomen, de Böm, dat Krut, dat Holt mit sin Loof, de Wischen mit ehr Gras, de Vagels un de Sünnenschien — dat allens is jo uns’ Heimat: Un wenn uns dat ierst recht to Klorheit kümmt, denn denken wi gar nich mihr an allens, wat wi utricht hebben mit uns eigen Kraft un uns eigen Kunst; denken ok nich mihr an allens, wat wi utricht hebben mit uns eigen Schuld un Versümnis. Ne, uns leiw Moder steiht denn wedder vör uns un de truge Vadder, dei wi dat Best verdanken int Leben, un uns’ Lihrers, de uns to’n Goden anhollen hebben, un ’n goden Fründ, mit den’ wi oft uns utspraken hebben, un dat ganze Volk, to dat wi hüren, mit sin grote Geschicht, un dat uns dragen hett mit sin faste Ort. Un denn vergeten wi de grote gemeinsame Weltsprak, mit de wi den Torn bugen wullen, bet an den Himmel in Eigensük un Äwermod, un besinnen uns up de olle gottesfürchtig Red von unse Vöröllern. In uns leiw Modersprak giwwt dat äwerhaupt gor keen Würd för allens, wat uns krank makt hett: Geld, Geschäft Materialismus, Atheismus, dor giwwt dat blot Würd för allens, wat uns wedder gesund maken kann: Hus, Heimat, Häben, Herrgott.
All de, de so buten de Heimat finnen, un to de de Heimat reden deiht upt Feld warm, hartlich, leiw un gaud, de warden ok ball wedder kamen, un den Herrgott sülwst finnen. Denn dat is ierst de ganze Herrlichkeit, de wi dor buten upt Feld seihn möten, wenn de Herrgott sülwst dor vör uns steiht un mit uns reden will. To keen Johrstid hett he uns mihr to seggen, as in de Vörjohrstid. Hest em noch nich eins dor hürt? Du leiwes Kind, seggt hei, wat billst du di in, wißt, wer weet wat, vörstellen, un kannst doch nich en Grasspierken ut de Ird rutdriewen mit all din Kunst? Du leiwes Kind, seggt hei, wat dreggst du den Kopp so hoch, liehrst mit veel Koppterbreken de Spraken von frömde Minschen, un dat schönste Leid, dat de Nachtigal hier singt, kannst du doch nich verstahn? Du leiwes Kind, seggt hei, wat makst du di för Sorgen? Kiek hier buten is ’t grad so: dor möt de Segen ok von baben kamen, wenn wat Rechts dorut warden sall. Jedes Johr lat ick nah den düstern, harten, kollen Winter de Natur wedder uperstahn to Licht un Leben un leiwliches Wesen, un du meenst, du saßt ümkamen in Nod un Dod? Büst du nich veel mihr as de Blomen un de Vägel, büst du nich min eigen Ebenbild? Süll ick di denn nich vel schönere un betere Saken geben in min Paradies? — Gewiß is dat wohr, ahn Storm un Weder geiht ’t nich af in’t Vörjohr. Dorüm, wenn in din Leben Stormwind un Weder di angst un bang maken will, denn grad kann di dat en Trost sin, dat du singen kannst:
Bald vergeiht de Nacht,
God höllt sülwst de Wacht,
Un en niges Vörjohr
Folgt den Winter sacht.
In all din Sorgen,
In all din Nod
Höllt hei fast di borgen
De true God.
Du leiwes Kind, mak dat man as de Blomen, de dor an den Weg stahn. De sünd dor henstellt von den Herrgott un sälen bläuh’n. Un dat is se genoog, dat se bläuh’n solang se känen, un dat de Herrgott se dor süht. So saßt du ok an dinen Platz stahn in de Welt un din Ding doon: Denn de Herrgott hett di dor henstellt, un dat is genoog, dat hei di dor süht. Din Hart sall en Blom warden, Minschenkind, en Blom, de nix brukt as Sünnenschien, un nix will as Bläuh’n, Gott to Ihr, de Minschen to Deinst, sick sülwst to Lust. Süh so redt dor buten allens mit uns; un wi möten blot de Uhren upmaken un de Ogen apenhollen: denn steiht de Herrgott dor in all sin Herrlichkeit vör uns. Un dat geiht uns as den ollen Profeten: wi fallen up uns Angesicht, un en nigen Geist kümmt äwer uns, en Pingstgeist ut de Höögde, un wi kamen wedder up de Been to stahn, un warden gesund un kriegen nige Kraft un nige Toversicht un nigen Globen.
Äwer wenn wi denn dor buten den Herrgott in all sin Herrlichkeit seihn hebben, denn dörben wi ok nich wedder vergeten, wat hei dor mit uns redt hett. Denn kümmt nu de Reig an uns; denn möt wi sinnig nah Hus gahn un dor mit den Herrgott reden. Den Profeten kümmt gliek de Erinnerung an de annere grote Stunn in sin Leben, wo hei ant Water Kebar in sin Profet namt insett ’t is. Un woveel Stunnen hebben wi nich all in unsen Leben hatt, wo de Herrgott sinen hellen Schien äwer uns hett uplüchten laten. As uns Mudder uns toirst von den Heiland vertellt hett; as wi an den Konfirmatschonsaltor säden: ich will din Kind blieben, as wi hier in de Heimat en grotes Glück erlewen deden, ore as wi buten stünnen int Feld in Nod un Gefohr. Un denn so mennig Mal, wo en Gottswurd uns in ’t Inwennigste drapen hett. Jeden Sünndagmorgen steiht de Herrgott jo an den Altor un will wat von di. Dor will de Orgel di losrieten von de Ird, un de Gesang sall di dat Stiegen lichter maken, bet du toletzt baben up den Barg ankamen büst, un de Predigt anfangt. Denn jede Predigt in’t Gotteshus sall ne Bargpredigt von den Heiland sin, un bi jedes Heilandwurt sall de Herrlichkeit von unsen Herrgott dörch de Kirch gahn: du fäuhlst, wat halw un holl an di is, un in Demot un Gottsfurcht treckt di dat hen na ’t Altorkrüz. Dat sünd ümmer Kebarstunnen för uns, wo dat Wurd vun’t Krüz in uns Hart kümmt. En Murer, de en grade Wand upsetten will, brukt ne Waterwag. Wenn de Waterblas ünner dat rode Fadenkrüz to stahn kümmt, denn hett hei richtig arbeit ’t. En Christenminsch brukt sonne Lebenswag, üm ümmer wedder nahtoseihn, dat hei sinen Lebensbu richtig upführt. Disse Lebenswag is dat Evangelium, un wenn du an Sünndagmorgen markst, dat din Leben sick ünner dat Krüz von Golgatha instellt hett, denn so is dat richtig. Wi hebben dat heil nödig, dat Krüz ümmer wedder an uns Leben to hollen; dat gifft uns Richtung un gifft uns Trost un Kraft, un lett uns ierst de ganze Herrlichkeit von unsen Herrgott seihn. Un wenn du disse Herrlichkeit seihn hest, denn seggt hei to di: nu gah hen un slut di in din Hus! In din Hus möst du den Anfang maken mit den nigen Pingstgeist, wenn’t anners warden sall in de Welt. Meenst du, dat kümmt up enen nich an? Kiek mal, wenn du in de Nacht verbiestert büst in düstern Wold, un dor schient man blot en lütt Licht in de Fiern ut en lütt Finster, wat makt dat ut, un woveel Minschen känen dordörch den rechten Weg wedderfinnen! Un nu nimm irst mal en Lüchttorn. Hunnerte wiest hei in de Nacht den Weg dörch Storm un Wellen. Wenn ok man en Minsch gegen all de Blindheit un Verlagenheit, gegen all den Schandkram un de Gottlosigkeit angeiht, wenn ok man en christlich Hus en hillig Licht upstecken deiht in de unhillige Welt, dat makt woll wat ut. Sei hebben lang drömt von dütsche Macht un Herrlichkeit, hebben drömt, bet dat Weder all äwer uns stünn. Un denn kem Slag üm Slag, bet up den letzten in de letzte Woch. Blot dat nakte Lewen willen se uns laten, un dat günnen se uns ok noch nich mal. Aewer dat is seker: ok in dat Unweder, wat nu äwer uns kamen is, steiht de Herrgott in sin Herrlichkeit vör uns un will uns seggen: gah hen un slut di in din Hus! Von binnen möt dat dütsche Hus wedder upbugt warden. Mak de Dör to, dat du dat Fiedeln un Fleuten nich hürst, un denn mak Gebruk von din Husrecht un smiet all de unhilligen Geister ton Finster rut: den Klaggeist un den Sorgengeist, de Eigensük un de Aewerbostigkeit, un pack di mal allens vör di up den Disch, wat du noch hest ore doch hebben kannst: din Arbeid un Sweet, din Mood un Glowen, din Leiw un Gottvertrugen. Un paß up, dat in din Hus ok de Seel to Wurd kamen deiht un dat de Herrgott ok mal ahn Inladung in din Stuw herinnekamen kann. Nimm din Kinner an de Hand un folg mit ehr de Hänn un red mit din Herrgott ut deipsten Hartensgrunn. Denn bliwwt den Herrgott sin Herrlichkeit bi di, buten un binnen is Maiendag, sin helle Sünnenschien geiht mit di, ok wenn mal Wulken äwer Hus un Heimat trecken.
So, nu bün ick farig hier up de Kanzel; nu kümmt de Reig an di; wenn du nahst ut de Kirchdör geihst; un ümmer, ümmer saßt du denken: din Herrgott will wat von di, buten upt Feld, dor will hei mit di reden, binnen int Hus, dor saßt du mit em reden, uns Herrgott will von di din ganzes Hart un Leben. Wenn du dat von nu an nich wedder vergeten wist, denn ward di dit en gesegnetes Pingstfest.
Amen!
3.
Kinnerprädigt to Wienachsabend.
Von Pastor H. Schecker in Blender, Kr. Verden-Aller.
Luk. 2, 10. Un de Engel de sä to de Schepers: »Wäst man nich bange! denn süh! ik verkünnige jo ne anewäten grote Freide; dor schall sick dat ganze Volk to freien; denn jo is vandage de Heiland geboren, dat is de Herr Kristus in David siene Stadt. Un dat schall dat Teeken för jo wäsen: Finnen schöt ji dat lütje Kind in Luen inwickelt, un in ne Krübbe dor schall ’t inliggen.«
Dat harr de Engel to de Schepers secht. Un de, de läten sick dat nich tweemol seggen; nä, forts sünd se opsprungen un hebbt sick opn Wech mokt un se sünd mihr lopen as gaan, un dat duere keen Vättelstünne, dor wörn se all ünnen ankamen in Bethlehem un stünnen vör dat Wertshus. Awer dor sloepen se all lange, un wör oewerall keen Lecht mihr to säin; — allens stickedüster. Man blos dor achter in ’n Spieker, dor schimmere noch en swacken Lechtschien dör dat lüttje Finster. Vörsichtig gaat se ranner, un een van de Schepers kloppt an de Dör, un dat duer nich lange, dor make een van binnen apen. De ole San Josef was ’t, un he harr in de eene Hand en Traanfunzel, un de anner Hand de höll he sick baben de Ogen, üm to säin, wat denn dor buten noch los wör. Verwunnert kiekt he de Schepers int Gesicht un fragt jum, wat se denn dor noch so late to säuken harrn.
Dor vertellt se em, wat se dor buten opn Felle wunnerbores biläwt harrn, un dat keen annern as en richtigen hilligen Gottsengel jum herschickt harre, dat se sick dat hillige Kristkindchen mol ankieken schullen, un ow se hier woll recht kamen wören.
Na, dor harrn ji mol säin mößt, wat de ole Josef för grote Ogen maken däe, as he dat to hüren kräg!
»Na«, sä he, »denn so kamt man rin, ji Gesegneten des Herrn; ji sünd för de richtige Doer kamen.« Un he lüchte jum vorut.
Na, dat wir jo denn so recht wat för den groten Scheperjungen, de ok mitkamen wör. He drängel sick dör un mit eenen Satz wör he ok all bi de Krübben togange: »Och, kiek mol, Vader, dor liggt dat lütje Kristkind in de Krübben! So wat het een doch all sien Läwdaag noch nich säin: en Kind in de Kookrübben; wat het denn dat op sick?«
De Vader de bedüet em, dat he hier nich son Spittakel maken dröfte: »Junge, du ole lägorige Bengel, sühst du denn nich, dat dat Kind slöppt?«
Un liese, ganz liese trät se nu alltohope heranner, de olen Schepers mitsams de Kinner, de se mitnaamen harrn van Felle.
San Josef de höll de Lüchten tohöchde, dat se sick dat Kind ok van alle Sieden genau ankieken künnt. Ach un ßüh! dor liggt ok de holdsälige Mutter Maria un kiekt de Kinner un de olen Lüe so fründlich an un winkt jum to, se schulln man ganz driest en bäten nöger rankamen an de Krübben. Un dor stünnen se nu un freien sick un säen nix un hölen den Atem an, dat man blos dat Kristkindchen nich opwaken schulle.
Tolest dor faate sick de öllst van de Schepers en Hart un sä to de annern: »So«, sä he, »nu wö wie op de Knee liggen gaan un dat hillige Gottskind anbäen«. Un dat däen se denn ok. Un de ole Schepers Opa de füng an to bäen un sine troen Ogen de lüchten dorbie: »Och, mien beste leewe Jesuskind! dat ick olen Keerl ok dat noch biläwen draf, dat du Minsch geboren büst! Wolange hebbt se dor nu all op luert! Ut dankboren Harten grüß ick di, du aller Welt eer Heiland! Ick wäit, du wullt dien Volk Israel sälig maken. Mak ok mie sälig! Amen.«
Un dor füng ok de tweete an to bäen: »O du leiwliches Kind! du büst de worraftige Davidsoen, un du warst ok noch emal en groten König weern, un dien Königriek dat ward noch mol väl grötter weern as Daviden sien, nä sogor noch väl grötter as den Kaiser Augustus sien. Lat ok mi to dienen Rieke hentohören! Amen.«
Un de drüdde de sä: »Leewe holdsälig Kindken, wat David all vör väle hunnert Joore hier in Bethlehem wäsen is un wat ick upstuns noch bün, en Scheper, dat warst du ok noch emol weern, un ut aller Welt Ennen warst du die diene Schape tohopesäuken un warst ’r ne grote Herde ut maken un warst se höen op ne jümmer groene Aue, un an frischet Water dor weerd diene Schape ok keen Mangel to lien bruken. Lat ok mie to diene Schape räkent weern! Amen.«
Un de veert de bäe: »Leewe Jesuskind, wat büst du arm woorn un büst doch de worraftige Gott van Vader in Ewigkeit geborn, so as ’t in tweeten Attiekel schräm steit. Szüh! ick bün ok man en armen Daglöner un kann die nich väl gäbn; awer eens wäit ick, dat warst du woll geern van mi annämen: mien armet Hart full Sünne un full Not. Mak du et sälig! Amen.«
Un nu kräig ok de grote Junge weller Mood, de dor toirst so lud rinpoltert kamen wör, un he folge siene Hänne un bäe: »Och, leewe Kristkind, min lütje Broer to Hus de is woll ok en fienen, gladden Jungen, awer du büst noch väl, väl gladder; du büst de schoenst ünner de Menschenkinner. Szüh! wo ick di vandaage to säin kriege, dor fallt mi boots de Bibelspruch weller in, den ick nülichst in de Kunformantenstünne harr leeren mößt: »Us is een Kind geborn, een Soen is us schonken, de driggt siene Königsherrschop op sien Schullern, un he häit: Wunnerrat, Kraftheld, Ewigvader, Freedefürst. Amen.«
Un gans tolest dor füng denn ok de lütje Deern an to bäen; awer de wär noch bäten watt dumm un wüß noch nich ganz väl to seggen; awers een Gebett dat harr se all leert un dat bäe se nu ok vör: »Ick bün man lütt, mien Hart mak rein; schall ans nümms in waanen as Jesus alleen. Amen.«
Un dor sä ok de ole Opa Amen to, un de annern säen ok alltohope Amen. Awer de Jungfroo Maria de reep de lütje Deern ganz dichte bi sik ranner un strake ehr ens oewer un froeg ehr, wo se häitn däe un ow se tokam Ostern all na Schole mößte, un se säe to de annern: »Ji hebbt jo alltohope gladd bäet, awer de lütje Trina ehr Gebett dat het mi noch an besten gefallen.«
As se sik nu all an dat Kristkindchen satt käken harrn, dor gäwen se de Mutter Maria un Josef alle na de Reege de Hand, un se bedanken sik ok välmals, dat se jum noch so late in Stall rinlaten harrn un wünschen ne goe Nacht.
Un dor, as se nu buten stünnen, ehr dat se weller to jumeere Schape trüg güngen, dor stelln se sik alltohope noch emal vörn Stall in Halwkreis herümmer, un de Schepers de kräigen jumeere Blashörn heruter un blösen en ganz wunnerschoenet näiet Leed, un de Kinner de süngen dortoo, un dat mot ja denn woll ganz anewäten gladd un soet dör de stille Nacht hendör klungen hebbn — toerst ganz sachte, un denn jümmer luder, jümmer heller, jümmer juchzender — un se süngen un se blösen:
Stille Nacht, heilige Nacht;
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigem Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh!
Stille Nacht, heilige Nacht;
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Hallelujah
Tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter, ist da!
Stille Nacht, heilige Nacht;
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt.
4.
Wat dat Krüz uns vertellt.
Plattdütsche Predigt von E. Müller-Stettin.
Joh. 19, 19-20. Pilatus schrew ’ne Öwerschrift un sett ’te sei up dat Krüz. Un was schräwen: Jesus ut Nazareth, de Juden ehr König. Disse Öwerschrift lesten veele Juden, denn de Städ, wo Jesus an dat Krüz slagen würd, was dicht bi de Stadt. Un ’t was schräwen in de hebräisch, griechisch un latinsch Sprak.
Ihr wes’ Gott in de Högd. Amen.
De Krieg was tau Enn’, un din Mann kem nah Hus, up de Bost dat iserne Krüz an ’t schwart-witt Band. Woför hei dat Krüz kregen hett, dat hett hei di nich seggt. Sin Fründ, de mit em buten was, de hett di dat verklort un dat Krüz, dat hei mitbröcht hett, hett di dat liesing vertellt, as du ’t heimlich in de Hand nahmen un mit din rode Lippen hest küßt. Un wenn du nu dat Krüz sühst, denn sühst du dinen Mann in heite Slacht vörstörmen gegen den Fiend. Mag de Dod up em lur’n, em ward nich bang. Hei möt strieden, hei möt siegen för sin Wiw un för sin Kind. Dat din Mann so tapfer un so tru is wesen, dat vertellt uns dat Krüz.
Wer hütigen Dags von Kruckow nah Smarsow geiht, de süht tau sin linken Hand, midden up ’n Felln, ’n grotes Krüz stahn, ’n olles, olles Krüz von Steen. An de Städ, wo dat Krüz steiht, is eis ’n Mann dodslagen word’n, un de Anverwandten von den Mürder hewwen dat Krüz dor hensetten müßt. Un as vör etliche Johr de Gaudsbesitter, denn’ de Acker tauhüren deiht, dat Krüz wegnehmen laten wull, dor hett uns’ Regierung em seggt: Lat dat Krüz stahn. Dat sall noch veele, veele Johr vertellen von de Undat, de dor gescheihn is. Kein Nam nich steiht up dat Krüz. De Tid hett den Namen utlöscht un de Regen un de Snei hewwen de Öwerschrift afwischt. Kein Minsch nich kennt mihr den Namen von den’ Mann, de dor dodslagen word’n is, un kein Minsch nich kennt mihr den Namen von den’ Mann, de dor den’ Murd up sin Gewissen nahmen hett. Wat sall ok de Nam? Nam is Schall un Rook. Oewer wenn du dicht an dat Krüz ran geihst un nipping tauhürst, denn kannst du verstahn, wat dat Krüz vertellt. Dat Krüz vertellt von den Neid, de in ein Minschenhart upwakt is un von den Haß, dei gröter un gröter worden is in ne Minschenbost, bit dat de Hand den Nahwer dodslagen müßt. Un dat Krüz vertellt von de Weihdag, dei de Mann mit de bläuige Wunn’ uthollen müßt, un von dat Leed, dat aewer ’n Frugensminsch kamen is, as ehr künnig würd, dat ehr Mann storwen was, un von de Angst, de sick in den Nacken von den Mürder hett sett’t, dat hei flüchten, ümmer wider flüchten müßt, bit dat de Dod un de Düwel em doch kregen hewwen. Von de Minschen ehr Slichtigkeit un von dat Elend, dat ut dies’ Slichtigkeit kümmt, vertellt uns dat Krüz.
In ’t Pommerland liggt ’n Dörp. Un in dat Dörp steiht ’ne Kirch, un üm dei Kirch herüm liggt ’n Kirchhof; un up den Kirchhof slapen so veel, de eis in de Kirch sung’n un beden hewwen, de in de Kirch döfft sünd un dat hillige Abendmahl nahmen hewwen. Un up den Kirchhof slöpt din Vadding un slöpt din Mudding. Un dat Graw smückt ’n Krüz von Isen oder von Holt, viellicht ok von Stein. Un up dat Krüz stahn de Namens von din Öllern un up dat Krüz steiht de Oewerschrift, de du dorup sett’t hest: Selig sünd de Doden. Un jederein, der an dat Krüz vörbigeiht, lest de Namens un lest de Oewerschrift un denkt still bi sik: Selig sünd de Doden. T’ was nen goden Mann. Un ’t was ne dägte Fru. Ja, Selig sünd de Doden. — Du aewer bruckst de Namens nich tau lesen; di sünd sei deip in dat Hart inschräben, so deip, dat de Regen un de Snei sei nich afwischen un de Tid sei nich utlöschen kann. Un du hest dat fäult in dinen Harten, dat wohr is de Oewerschrift: Selig sünd de Doden. Un wenn du unner dat Krüz nu steihst, denn hürst du, wat dat Krüz di vertellt, von de Stunn, dor du eis dinen Vadder grawen hest. Dor kem din Mudder an di ran, — up ehre blanken Ogen leg ’n swarten Schatten un oewer ehre Backen lepen dei Tranen. — Sei nehm di in den ’n Arm un säd tau di: Wein man nich, min Kinding; ick bün jo noch dor un hew di leiw. — Un dat Krüz vertellt di von de Stunn, in de din Mudder würd in dat Graw leggt. Veel Minschen wirn dorbi, oewer du wirst doch alleen, din Vadder wir nich bi di un din Mudder säd kein Wurd. Ehr Mund was so still un ehr Hand was so kold, hu, so kold. — Un dat Krüz vertellt di von de Stuw, de in din Kinnertied ’nen gollen Schien hett leggt, un de di so rik makt hett, wenn ok dat Öllernhus man ärmlich was un de Not un de Sorg dorin wahnen deden. Din Mudder hett för di sorgt, un din Vadder hett för di schafft — un as du wannern müßt in de wide, wide Welt, is din Vadder sin Segen mit di gahn, is mit di gahn din Mudder ehr Gebett. Von grote Leiw un von faste Tru vertellt uns dat Krüz.
Süh, dicht bi Jerusalem up ’n Barg steht ’n Krüz von Holt. Un an dat Krüz hängt ’n Minsch. Un an dat Krüz steiht de Oewerschrift: Jesus ut Nazareth, dei Juden ehr König. Pilatus hett de Oewerschrift makt, desülw Mann, den de Römers in dat Land schickt hadden, wil dat he nah ’n Rechten seihn un up Ornung hollen süll. Hei hett de Oewerschrift makt, de Juden tau argern. Sei hewwen em ok argert, indem, dat sei em dwungen hewwen, den’ Mann tau ’n Dod tau verurdeilen, von den’ hei wüßt, dat sine Seel hell un klor was as de helle klore Sünnenschin. Dei Juden hewwen em argert, nu argert hei de Juden. Dat Brüden geiht üm, seggen de Lüd. Oewer christlich is dat nich. Liekerst steiht Pilatus in uns Herrgott sinen Deinst. Hei möt de Wohrheit schriewen, obgliek hei nich weit, wat Wohrheit is. Jesus ut Nazareth, de Juden ehr König. Jesus. De Nam is nich Schall un Rook. Den’ Namen kann de Regen un de Snei nich afwischen, den’ Namen kann de Tid nich utlöschen. De steiht deep in de Minschen ehr Hart, de steiht deep in Gott sin Hart inschreewen; de bliwt in Ewigkeit. Jesus ut Nazareth. Ja, dat is wohr. Ut Nazareth stammt hei; dor is hei upwussen. Dor hett sin Vadding em dat Lesen un sin Mudding em dat Beden lihrt. Dor hett hei in de Bibel lest un in sin Lebensbook studiert, wenn de Man an ’n Häwen schienen ded un dei Stirns lücht’ten as Lichter an ’n Dannenboom. Dor hett hei dat rutfünnig makt, dat Gott sin Vadder is, dor hett hei dat rutfäuhlt, dat hei de Messias sin künn, up den’ dei Juden luerten sörre lange, lange Tid. Un as hei sick bi sin Döp davon aewertügt hadd, dat hei würklich de Messias wir, dor is hei nie nich wedder nah Hus gahn. Dor is hei in de Welt rinne wannert, de Juden tau vertellen von sinen Gott un von sei ehren Gott. Dor hett hei de Juden dat utdüd’t, dat Gott dei Minschen leiw hett as ’n Vadder leiw hett sin eigen Kind, dat Gott de Sünner leiw hett as ’n Vadder leiw hett sinen Söhn, ok wenn dese Söhn Schimp un Schann up sin Vadder sin griese Hoor bröcht hett. Un veele glöwten em dat tau un folgten em nah un deden, wat hei von sei verlangen ded. Sei würden em ünnertan. So würd hei de Juden ehr König, nich ’n König mit ne blanke Kron up ’n Kopp un mit ’n blankes Swert in de Hand, ne, man blot ’n heimlichen König, dei in dei Minschenharten regiert, in Gott sin Riek. De Pharisäer würden em arg, wil dat de Lüd den Herrn Jesu nahfolgten. Sei säden: Hei is nich de Juden ehr König, hei lüggt un bedrüggt. Un Jesus säd: ick nehm dat up ’n Eid, ick bün ’n König. Un as hei in Jerusalem inriden ded, repen dei Groten un de Lütten up de Straat: Hurra uns’ König. Dor güngen de Pharisäer hen un verklagten em bi ’n hogen Rat un bi Pontius Pilatus. De hoge Rat wull em glik tau ’n Dod verurdeilen, oewer Pontius Pilatus wull dat nich. Hei markt dat woll, dat de Neid ut de Pharisäer spräken ded. Doch de Haß von de Pharisäer was so grot, dat Jesus starwen müßt. Nu hängt hei an dat Krüz! All sine Gleder dauhn em weih, un bannig grot is de Döst, de em quälen ded. Unner ’t Krüz stahn Lüd, dei spitakeln aewer em un lachen aewer em. Wek sünd dorbi, dei hett hei hulpen ut grote Not. De lachen ok, de spitakeln ok. Un em stiggt dat heit bit int binnelst Hart! Oewer hei weit dat: hei is de Juden ehr König. Hei möt sin Ünnertanen schützen. Dorüm bed’t hei tau Gott: »Vadder, vergiww sei dat; sei weiten nich, wat sei daun.« Un de Qual ward gröter! Döst, Döst! Angst, Angst. Min Gott, min Gott, worüm hest du mi verlaten. Nu kümmt de Dod! Jesus ängst’t sick nich. Tapfer un tru süht hei den Dod in dat Og. Hei will jo starwen. Friwillig geiht hei in den Dod! Nich as Judas Ischarioth, dei sick sülwst dat Lewen nehm. Ne so, dat hei sick nich wehren ded, as dei Soldaten em griepen wullen; dat hei sich nich los ret, as sei em an dat Krüz nagelten. Hei wull starwen, wil dat sin Vadder dat wull; hei wull starwen üm dei Minschen ne Leiw tau wiesen, dei gröter is as sei ehr Sünn un Schuld. Un de Dod kümmt un will em an sin Hart rieten. Oewer hei will in sin Vadder sinen Arm inslapen, as ’n Kind. Min leiw Vadder, in dine Hänn befehl ick minen Geist. Un süh, ’n Engel kümmt un dräggt sinen Geist in sin’ Vadder sine Hänn. Dor is hei nu. Sin Vadder is sin Gott. Un Gott is dat Lewen. Wer in Gott is, dei is in dat Lewen. Ok Jesus is nich dod. Hei lewt. Noch hüt gellt dat Wurt: Jesus ut Nazareth — de Juden ehr König. — Pilatus hett de Oewerschrift makt, up hebräisch, up griechisch un up latinsch, in alle Spraken, de dunntaumalen de halwe Welt spreken künn. De ganze Welt sall dat weiten, dat de Juden ehr König hier starwen möt as ’n Mürder. So wull dat Pilatus. Doch Gott wull dat anners. Hei will, dat alle Minschen dat weiten sälen: Jesus is de Köng von de ganze Welt. — Sühst du de Brigg dor up dei hoge See? Wur towt de Storm! Wur gahn de Bülgen hoch! Sei schmieten dat Schipp hen un her, as ’n Ball. Dat Schipp will in den Hawen flüchten. Oewer ’t kümmt nich rin. Dei Stüerung is falsch! Ball schmieten de Bülgen dat Schipp an de Mol. Denn breckt dat entwei. Un de Minschen gahn unner. De Lots’ süht dat. Ick möt hen, dat Schipp tau redden, so röppt hei. Führ nich rut, segg’n sin Frünn’ un Kollegen. Din Boot sleiht üm un du geihst in den Dod! Un wenn ick starwen möt, ick möt rut, seggt de Lots. Un hei führt rut. Links möten ji stüern! Dat Boot driwwt an den Strand. De Lots driwwt up de See. Dod! Oewer de Brigg liggt säker in den Hawen. — De Minschheit is de Brigg. Sei will rauhn an Gott sin Hart. Sei kümmt nich dorhen. Sei stüert falsch. Min Sünn is gröter, as dat sei mi vergewen warden kann. Ümmer wedder driwt sei rut up dei See, in de Welt. Un de Dod luert up sei; de Höll will sei hewwen. Dat süht Jesus, de Lots. Ick möt hen, sei tau redden, so seggt hei tau sine Jüngers. Bliw hier, seggt Petrus, sünst mötst du starwen. Un wenn ick ok starw, ick möt hen. Un hei geiht nah Jerusalem, nah Golgatha. An’t Krüz! Links möten ji stüren. Hier is Gott sin Hart! Jesus geiht in den Dod. Un de Minschheit geiht tau Gott. Un Gott seggt tau ehr: De di dat Lewen gewen hett dörch sinen Dod, de sall din König sin. Jesus Christus is de König von de ganze Welt. Hei is ok din König! De Minsch is dat Schap, dat in de Durn sick vertörnt hett. Un de Durn tusen un plusen em de Wull un dat Fell. Jesus süht dat. Hei will dat Schap ut de Durn lösn. Oewer dei Durn hollen dat Schap fast un terrieten den Scheeper dat Hemd, de Hand, dat Hart. Doch Jesus lett nich nah! Hei grippt in de Durn bit dat dat Schap verlöst is. Nu dräggt hei ’t up sin Schuller in sinen Vadder sinen Stall. Un sin Vadder schenkt em dat Schap. Nu is dat sin. Nu hölt hei ’t fast! Kein Dod un kein Düwel nich kann ’t em ut sine Hand rieten. Jesus is stark as Gott. Kennst du de Oewerschrift, de up din Stirn steiht sörre de Tid, dor du döfft worden büst? Jesus ut Nazareth, de Juden ehr König. Dat heit för di: Jesus din König.
Grot is de Neid un de Haß in de Minschen ehr Bost! Gröter is de Leiw in uns Herrgott sin Hart! Jesus geiht tapfer un tru in den Dod! De Minschheit geiht fri in dat Lewen! Jesus ut Nazareth de Minschheit ehr König. Jesus ut Nazareth din König. Dat all’s vertellt uns dat Krüz.
Amen.
5.
Plattdütsch Predigt
an’n 16. Sünndag nah Trinitatis (11. 9. 1921.) hollen von Propst Dahlmann in Golbarg.
Phil. 1., 21 ff. »Christus is min Lewen, Starwen is för mi Gewinn. Wenn ick äwer bedenken dauh, dat ick hier in dei Welt noch veel dauhn künn, denn weit ick nich, wat ick mi wünschen sall. Denn weit ick nich, wat dat Best vör mi is. Ich hadd woll Lust aftauscheiden, un nah den ’n Herrn Christus tau gahn, dat wir för mi wol dat Allerbest. Äwer, wenn ick an juch denk, denn wir’t wol beter, dat ich noch ’n beten hier blew. Dat ward ok wol so kamen, dat ick noch bi juch bliwen sall, dat ick juch in ’n Glowen un in dei Freud an jugen Glowen wiederhelp«.
Hüt is de Kirch jo mäglich vull, un dat noch tau an’n gewöhnlichen Sünndag. Dat is’n jo gor nich mihr gewennt. Ja, in dei Kriegstid, as dei Lüd all Angst üm ehr Manns un Sähns harren, dunn wir dei Kirch an’n gewöhnlichen Sünndag ok wol oft so vull as hüt. Äwer nu nah ’n Krieg dor hebben veel sick dacht: »O, nu kann uns dat nicks mihr dauhn, nu bruk wi ok nich mihr so oft nah dei Kirch tau gahn.« So hewwen sick veel, gortau veel, dat Kirchengahn wedder awwennt, un meist is jo veel Platz up dei Bänken. Na, worüm dei meisten hüt herkamen sünd, dat is jo kein Geheimnis. Üm dat Gottswurt un dei Andacht is dat hüt veele villicht weniger to dauhn, ne dei Niglichkeit het sei herdrewen. Sei sünd niglig, wo sick dat wol anhürt, wenn Gottswurt plattdütsch predigt ward, un wo dei Preister sick dor wol anstellt. Nu mücht ick wol wünschen, dat dat mennig einen von de Nigligen hüt so gahn deiht, as dat dei Fisch oft geiht. Dei Fisch will’n von’n Fischer süß nich veel weiten, un gahn em ut’n Weg, wenn hei mit sin Nett un sin Angel rankümmt. Wenn dei Fischer nu äwer up sinen Angelhaken son schöne, recht apptitliche Lockspies stäken hett, dann ward mennig Fisch doch niglich un denkt bi sick: sallst doch ok mal eins präuwen, wo dei schöne Lockspies smeckt, un geiht ran an dei Angel, un mit eins sitt hei an den’n Angelhaken fast un kann nich wedder loskamen.
Uns Herr Christus hett jo eins tau Petrussen seggt, hei süll nu man dat Fischfangen up den’ See Genezareth sin laten, hei süll nu ’n Minschenfischer warden, dei Minschen för den ’n Herr Jesus infangen süll. Dit Wurt von den ’n Herrn Jesus gellt för uns Preisters alltauhop. Wi sälen ok all Minschenfischers sin, dei dei Minschen för den ’n Herrn Christus infangen. Denn dörpen wi dat ok woll so as dei Fischers maken, un dat is woll ganz in ’n Sinn von den ’n Herrn Jesus, dat wi dei Minschen, dei süß nich nah’re Kirch kamen, mal eins dörch ne Lockspies anlocken, üm ehr denn för den ’n Herrn Christus un sin Wurt tau fangen. Un as nu weck von dei Gemein in dei Zeitung setten leten, dat sei wol girn mal dat Gottswurt in uns leiwe plattdütsch Muddersprak hüren müchten, dor hewwen wi in ’n Kirchgemeinrat uns seggt: Worüm nich, dat ’s ne schöne Gelegenheit, Gottswurt an dei Minschen ran tau bringen, dei dei Kirch süß ut ’n Weg gahn. Wi willen ehr mal ne plattdütsch Predigt as ne Lockspies henholln. Villicht geiht denn den Einen ore Annern dat ok so as dei Fisch, mit eins hackt sick Gottswurt up des Ort in ehr Hart fast, dat ’s gornich wedder von loskamen känen. So hebben wi uns dat dacht, wenn wi hüt de Gemein tau ne plattdütsch Predigt inladt hewwen. Un uns Herr Gott mag sinen Segen tau dit Vörnehmen geben, dat sin Wurt, ok wenn ’t plattdütsch predigt ward, nich leddig werre trüg kümmt.
Wi wenn’ uns nu nah desse lüt Vörred tau dat Gottswurt, dat ick, so gaud as ick künn, int Plattdütsch äwerdragen un vörlest heww. Soveel ward ji woll noch behollen hebben, dat dat Wurt von ’t Starwen redt. Ja Paulus redt von sin eigen Dod. Aewer wat Paulus hier von sin eigen Dod seggt, dat möt uns doch wunnern. Hei seggt, dat vör em dat Starwen dat allerbest wir, ja, dat Starwen för em gradtau ’n groten Gewinn wir. Dat krigt ’n nich oft tau hüren. Segg mal sülwst, wo würd di wol tau Maud sin, wenn dei Dod nu mit eins an di ranne kem, di mit sin knaekern Hand anfaten würd un sed: »Brauder, Swester, kumm mit, nu is din Tid üm«. Würdst du di denn ok as Paulus freun, würdst du denn ok so ähnlich as hei seggen: Leiwe Fründ, nah di heww ’k mi all lang sehnt, wo freu ick mi, dat du nu endlich kümmst un mi halst? Ick heww grote Lust, mit di tau gahn. Dat is för mi jo grad so, as wenn ick ’n groten Gewinnst makt hadd. Ob wol einer von uns so seggen würd? Würd ’n wi wol nich tausamenschuddern vör den unheimlichen Gast un uns strüwen, mit em tau gahn? Von Lust würd wol wenig tau spören sin, desto mihr äwer von Roren und Schrigen. Ne, von Natur hett kein Minsch Lust tau ’n Starwen. All Minschen trachten nah ’t Lewen un willen lewen. Maennigmal seggen wol Minschen, dei swer krank sünd un veel Weihdag hebben, ja oft nich mal mihr sitten ore liggen känen, dei seggen wol mitunner: Wenn ick man dod wir, ick bün mi sülwst un min Angehürigen blot noch tau Last. Aewer dei seggen meist man so: Wenn dei Dod, den ’n sei sick so lang wünscht hebben, denn kümmt, un seggt: »Kumm mit!« denn is ’t mit eins all nich wohr, wat sei seggt un sick wünscht hebben. Denn heit ’t up eins: Ach, wenn ick doch noch ’n beten lewen künn, wo girn blew ick noch ’n beten hier. Wi Minschen, wi hängen so fast an ’t Lewen, un wenn uns Lewen ok man blot noch ’n Quällewen ist. ’n Quällewen dücht uns doch ümmer noch beter as dod sin. Un nu gor, wenn Minschen noch arbeiten un wirken kaenen un hier up dei Welt noch veel tau dauhn hebben, un de Arbeit ehr ok noch Freud makt, so as dat bi Paulussen dei Fall wir, dei ok wüßt, dat hei hier noch veel, gortauveel besonners bi dei Philippers tau dauhn hadd un so girn dauhn mücht, dor finnen wi dat wol nich so licht, dat ein as Paulus seggt: »Ick har wol Lust awtauscheiden, Starwen is vör mi ’n Gewinn.« Minschen, dei süß noch gesund sünd un doch nich mihr lewen mägen, dei sick sülwst uphängen, ore dodscheiten, ore versöpen, dei sünd meist swer krank in ’n Kopp un weiten nich, wat sei daun.
Dat is jo ok gor kein Wunner, wenn dei Minschen Angst vör ’n Dod hebben. Hei is jo doch ’n unheimlichen, fürchterlichen Gast, so dat wi tausamenschuddern bet in dei Knaken, wenn hei bi uns an dei Dör kloppt, rinne kümmt, an ’t Krankenbedd rantred un tau einen von uns Leiwen ore tau uns sülwen seggt: »Kumm mit mi!« Hei hett jo ok son ’n Macht, dor kann keiner gegen an, dor möt sick jere geben, ob hei will ore nich, dor helpt kein Bidden un Strüwen. Wenn hei seggt: »Kumm!« denn möt wi kamen, ob wi willen ore nich. Ein von uns plattdütschen Dichters, John Brinkmann, hett uns in ein von sin Rimels beschrewen, woans dei Lüd in ’n Hus tau Maud is, in dat dei Dod intreden is. »Dei vörnehm Gast« heit dei Aewerschrift. Dei Dichter denkt sick dat so, dat in ein Hus dei Mudder storben is. Grad an den Dodsdag kümmt dei Saehn ut dei Frömd trüg un weit noch gornich, dat sin Mudding dod is. Vull Freud un Lust kümmt hei nah dei Stuw rinne, wo dei Vadder trurig sitt. Dun seggt dei Vadder:
Min Saehn, perr nich so hart,
Perr up nich vull so fast!
Dei Däl un Sahl, dei knackt un knarrt,
Un hier is ’n vörnäm Gast.
Dei is hüt aw hier stegen,
Dreggt up sin ’n Kopp ’n Kron,
Üm din leiw Mudding wegen
Möt wi em Ihr andon.
Mak apen du man sacht,
Ganz sacht dei Kamerdör,
Dor kannst em seihn in all sin Pracht
Hei steit an ’t Bedd bi ehr.
Sin linke Knakenhand hett
Hei up dei Stirn ehr leggt,
Hei swiggt — man nah den Kirchhoff wiest,
Min Saehn, hei mit sin recht.
Ja so is dei Dod, as ’n König so stark un mit so ’n Macht, dat keiner gegen em upkamen kann. Up em möten ’s all hüren, dei Hogen un dei Niedrigen, dei Riken un dei Armen, dei Königs un dei Prachers. In weck von dei schönen groten Kirchen find’t ’n oft Dodendänz malt. Dor süht ’n up dei langen Wänn ’n groten Uptog von allerhand Minschen malt. Vöran danzt dei Knakenman, dei Dod, un spält uppe Vigelin ore Fläut, un achter em her danzen allerhand Minschen, dei Kaiser mit sin Kron, un dei Papst mit sin dreiduwwelt Kron, un dei Soldat, dei Studierten un dei man wenig lihrt hewwen, Jung un Olt, Manns un Frugens, ja sülwst dat lüt Kind, dat noch gornich gahn kann, all mötens mit, wenn dei Dod ehr tau ’n Danz upföddert. Un wenn hei nu kümmt un föddert wen up tau ’n Danz, denn bringt dat kein Freud un Lust un Lachen, denn heit dat Awschied nehmen von dat Leiwste, wat ein hett, un dat geiht ahn bläudige Tranen un Hartweihdag nich af.
Denk mal eins dor an, wo Fritz Reuter dat beschrewen het in dat 1. Kapitel von sine Stromtied, wo Havemann tau Maud wir, as hei an dat Sark von sin jung’ Fru dei Likenwacht höl. Dor sitt hei an dat Sark, ganz alleen mit sin lütt Döchting. Dat Finster is apen, dei schöne Sommernacht lett ehren säuten Geruch nah dei Stuw rinne trecken. »Oft hett Havemann sick doran freut, nu kann hei sick nich mihr doran freun.« ’ne grote Freud was em mit sin Fru unnergahn un hadd all dei lütten mit sick reten. Hei makte dat Finster tau, un as hei sick ümdreihte, stünn sin lütt Döchting an’t Sark un langte vergews nah dat still Gesicht, as wull sei’t straken. Hei böhrte dat Kind höger, dat dat ankamen künn, un dat lütt Dirning strakte un eite mit dei warmen Hänn un dei warmen Leiwswürd an ehr stilles Mudding un an den kollen Dod herümmer, un kek dunn den Vadder mit ehr groten Ogen an, as wull sei nah wat Unbegripliches fragen, un pohlte: »Mudding, — huh!« Ja, säd Havemann, Mudding frirt, un dei Tranen störten em ut dei Ogen, un hei sett’te sick up dei Kist un nehm sin Döchting up ’n Schoot un weinte bitterlich. Un dei Lütt fung ok an tau weinen, un weinte sick sacht in den Slap; hei led sei weik an sick un slog den Rock warm üm ehr, un so satt hei dei Nacht dor un höll truge Likenwacht bi sin Fru un sin Glück.« Sonn Led, sonn Hartweidag bringt dei Dod. So verännert hei ’n Minschen, dat sülwst ’n Kind vör sin eigen Mudding grugen ward. Dat hebben sick nich blot dei Dichters so inbildt un utdacht, ne, dat is dei harte Würklichkeit, dat weiten wi all, dat hebben wi alltauhop sülwst erfohren, un ähnliche Stunn het männigein von uns all sülwst dörchmaken müßt. Un wat wir ’t doch för ’n sweren Gang, wenn wi ein ’n von uns Leiwen nah ’n Kirchhof begleiten müßten. Dei Dichter, John Brinkmann, von den ick irst all ’n Vers vörlest hew, hett’t en annermal beschrewen, wo ’n Vadder to Maud is, dei sinen Sähn begraben möt. Dat Gedicht hett dei Äwerschrift: »Hei stürw.« Ick will ok dat noch mal vörlesen:
Nu Meister, schruw hei tau den Sark!
Nu Mudder, Mudder, mak di stark
Un drög di aw din Tran!
Den Wagen führ nu vör, Jehann,
Un Schritt vör Schritt lett’st du din Spann
Hen nah den Kirchhof gahn.
Wi Kinner, wi gahn mit tau Faut.
Dei Weg tau Gott is ümmer gaud,
Un is ’t son ’n sworen Gang,
So swor, as ick em gahn nu möt,
Mi drägen doch sacht hen min Föt,
Wir hei noch eins so lang.
Wat freugt ick mi, as Gott em gew —
Son ’n einzigst Kind hett ein so leew,
Wat helpt dat alltausam!
Hei stürw, ick bring em nah sin Graw,
Gott’s Husdör is’t, dor sett ’k em aw —
Führ tau in »Jesu Nam! —«
Ja, ’t is’n unheimlichen, harten Gast, dei Dod, dei vel Leed un Weihdag mit sick bringt, un so stark is, dat keiner gegen em upkamen kann.
Un des’ unheimliche Gast kümmt jedwereinen von uns neger und neger, kann hüt kamen, kann morgen kamen un bi di ankloppen. ’t kann jo ok noch ne Tid wohren, bet hei kümmt, äwer kamen deiht hei nah mi un di, so gewiß as dat Amen in’t Vadderuns’. Ut’n Weg gahn kann em keiner. Dat weit wi all, un dat, wat uns so bevörsteiht, hett uns wol all männig bös Stunn makt. Wo männig Minschen giwwt dat wol, dei ehr Lewen lang unner den Druck von dei Dodsfurcht stahn un mit Grugen denken an dei Stunn, wo sei an de Reig kamen.
Un Paulus süht sin Dodsstunn, as wi irst hürt hebben, ganz ruhig entgegen. Sinentwegen kann dei Dod jeden Ogenblick kamen, hei hett gor kein Bang för em. Denn möt hei wol ganz gewiß weiten, dat dei Dod em gornicks daun kann, em ok nicks nehmen kann; ne, hei kann em tau wat verhelpen, up dat hei sick all lang freut hett. Ach, wenn dat mit uns doch so warden künn, wenn wi doch ok von alle Dodsfurcht ahnig warden künnen! Wo schön wir dat wol. Wo würd uns ganz Lewen ’n ganz anner Utseihn kriegen. Wo hett Paulus dat blot farig bröcht? Hei verswigt uns dat nich, hei seggt dat hier: »Christus, seggt hei, is min Lewen.« Dorüm is Starwen för em Gewinn. Sall hei eins afscheiden, denn bedüd’t dat Starwen för em nicks anners as na ’n Herrn Christus gahn. Dat’s noch nicks legs vör em, ne, wat schöneres beters kann’t jo gornich för em gewen. Dat is jo för em dat Allerbest, wat’t gewen kann, nah’n Herrn Christus tau kamen. Wenn hei an sin Dodsstunn denkt, denn is em so tau Maud as de Kinner, dei up Wihnachten lurn. Beten grugen deiht ehr wol noch in dei düster Stuw, in dei sei täuwen möten. Äwer dörch dei Dörenritz un dat Slötellock föllt wol af un an all’n Schäumer von den Dannenbom, dei all anstickt ward, un sei weiten ganz gewiß, dor in dei anner Stuw ward wat Schöns för sei prat stellt. So’n beten weiten sei all, wat de Wihnachtsmann bringen ward, äwer wat genaues weiten sei doch nich. Sei weiten äwer all von dei annern Wihnachten her, dat dat ümmer ne grote Äwerraschung gewen deit. Un nu geiht endlich dei Dör up, un dei Dannenbom steiht dor in sin Pracht un sin’n Glanz un all dei schönen Gawen, dei dei Leiw ehr taudacht hett, sünd dorunner upbugt. So as’n Kind sick freut up Wihnachten, so freut sick Paulus up den Dag, wo dei Dod kümmt. An den’n Dag geiht vör em dei Dör up, achter dei all dei Herrlichkeit upbugt is, dei dei Herr Jesus vör em prat stellt hett. Un wenn Paulus sick ok veel vermauden is, hei weit, dat ward denn doch noch ne grote Äwerraschung vör em gewen. Dat ward denn doch noch mal dusend mal schöner sin, as hei sick dat dacht hett. So is em tau Maud, wenn hei an sinen Dodsdag denkt, wil dat Christus sin Lewen is.
Christus is sin Lewen. Wat meint hei dormit? Paulus sin Lewen hett 2 Deil. Dei irst Deil wir dei, wo hei von den Herrn Jesus nicks nich weiten wull, wo hei em gradtau verfolgen ded, wo hei nicks, ok gornicks mit em tau daun hebben wull. In dit lütt Stück von sinen Lewen dacht Paulus ok wol männigmal mit grote Angst an sinen Dod. Äwer dat würd mit eins ganz anners von den Tag un dei Stunn an, as dei Herr Christus em vör dei Stadt Damaskus dalsmiten ded, as hei dor seihn un erlewen müßt, dat dei Herr Christus doch dor is un lewt, un as hei sick entsluten ded, in den Deinst von den Herrn Christus tau treden un blot dat tau daun, wat dei em seggen ded. Donn würd sin Lewen ganz anners. Von dei Stunn an künn hei seggen: »Ick lew, doch eigentlich lew ick gornich mihr, ne Christus lewt in mi.« Von dei Stunn an künn hei seggen: »Christus is min Lewen,« von dei Stunn an künn hei äwer ok seggen: »Starwen is mi nu Gewinn.« Nu dat Christus in em lewen ded, wecke wull em nu noch sin Lewen nehmen? Dor künn jo dei Dod mit all sin Macht kamen, gegen den Herrn Christus, dei in em lewen ded, künn hei jo doch nich upkamen. Dat Lewen, dat hei nu in sick har, dat künn jo gornich all warden. Wull dei Dod em sin Lewen nehmen, denn hadd hei em jo mit den ’n Herrn Christus uteinannerriten müßt. Dat güng nich, hei wir jo mit den ’n Herrn Christus nah un nah so tausamenwussen, dat ehr kein Macht von dei Welt un ok dei Dod mit all sin Macht nich uteinannerriten künn. So as ’ne Kliw sick mit dusende von lütt Hakens int Kled von einen inhakt, dei an ehr vörbi geiht, un sick mit anner Hakens fasthakt, wenn weck losreten wardn, so hadd hei sick an den Herrn Christus anhakt. Em künn keiner werre losriten. Bi em wir dat in Wohrheit so, as wi irst sungen hebben: »Meinen Jesum laß ich nicht, weil er sich für mich gegeben. So erfordert meine Pflicht, klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht.« Ja, so möt ’t makt warden, wenn ’n vör ’n Dod kein Angst hebben sall. Wenn ’n so mit den Herrn Christus tausamenwussen is, denn kann ’n dat Graw as Gotts Husdör anseihn, denn is dei Weg nah ’n Kirchhof, so swer hei ok is, doch ’n Weg tau Gott, dei ümmer gaud is. Denn weit wi, dat de Dod uns vör Gotts Husdör afsetten möt, dei nu vör uns upgahn sall, un uns Heiland kümmt uns in sin Vadderhus sülwst entgegen un seggt tau uns: »Kamt rinn!«
Nu segg mal, wo steihst du di mit ’n Herrn Christus? Kannst du ok so seggen as Paulus: »Christus is min Lewen!«? Hest du ok son ’n Stunn in dinen Lewen hatt as Paulus, in dei du di entslaten hest, din eigen Lewen tau begraben un so in di Platz tau maken, dat dei Herr Christ in di lewen kann? Hest du di em ok tauwennt un tau em seggt: »Nu segg du mi, wat ick dauhn sall. Di, di ganz allein sall min Lewen gehüren.«? Hest du ok Irnst makt mit sonn Versprecken? Büst du nu ok na un na mit em tausammenwussen un hackst mit em tausam as ’ne Kliw an ’t Kled? Wenn du sonn Stunn erlewt hest un Christus nu din Lewen worden is, denn warst du ok markt hebben, wo dei Angst vörn Dod bi di ümmer mihr nahlaten hett, je mihr du mit den Herrn Jesus tausamenwussen büst. Wenn du ok noch nich ganz so wid büst, as dei Apostel Paulus kamen is, dat du ok all seggen kannst: »Ick hew Lust aftauscheiden un nah ’n Herrn Christus tau gahn, dat wir vör mi dat Allerbest«, lat man nich nah, hol em man wiß, lat di nich von em losriten. Wenn du ok nich ganz so wid kümmst as dei Apostel Paulus, du kümmst doch am End so wid as oll Vadder Simeon, dei säd, as hei den Herrn Christ seihn hadd: »Min Herrgott, nu lettst du dinen Deiner in Fredn fohrn, denn min Ogen hemm dinen Heiland seihn.« Aewer, wenn du noch nich seggen kannst un magst: Christus is min Lewen, wenn du ungefähr so lewen deist as dei Apostel Paulus in dat irste Stück von sin Lewen, je, denn süht ’t slimm üm di ut. Wo up wist du di denn verlaten, wenn dei Dod eins kümmt? Wat is denn din Lewen? Dei Mann seggt: min Fru is min Lewen, un dei Fru: min Mann is min Lewen, un dei Öllern: uns Kinner sünd uns Lewen, un wek seggen: uns Geld, uns Hus un Hof, uns Wirtschaft, uns Geschäft is uns Lewen, ein anner seggt viellicht: gaud Eten un Drinken is min Lewen, un ein anner: dei Lust, dat Vergnäugen is min Lewen, orer dei Putz, orer dat Danzen is min Lewen. All dat ward di wenig nütten, wenn dei Dod eins kümmt, dat kann em nich uphollen un afwehren, dor kihrt hei sick nich an. Wo ganz anners is dat äwer, wenn Christus din Lewen word’n is. Wo ward dei Dod sick denn verfirn, wenn hei dei Hand na di utreckt un gewohr ward, dat hei dat nich mit di, ne mit den Herrn Christus tau daun hett. Denn heit dat: Hand weg! Du kennst mi doch wol noch? Wi beid hebben all eins mit ’nanner wrungen un ick hew di ünner kregen un di den Giftstachel utbraken. Du hest mi nich hollen künnt, as ick dor einst in Joseph sinen Goren in ’t Graw leg. Nu lew ick un hei sall nu ok lewen, un du sallst em dortau verhelpen, dat hei in dat ewig Lewen ingahn kann. Du kannst em mitnehmen, äwer du bringst em nich in din Rik, ne, du dreggst em sacht vör min Vadder sin Husdör un settst em dor af, denn ward ick kamen un em dei Dör apen maken un em rinhalen in dat ewige Lewen. Ach, wenn ’t so doch eins mit uns kamen ded! Müggst du dat wol? Ach gewiß doch, wecke süll sick dat wol nich wünschen. Na, denn säuk di Jesum un sin Licht, all anner helpt di nich.
Amen.
6.
Reformationsfest
Fr. Bardey, Pastor in Wismar.
Römer 1, 16-17. Ick schäm mi nich wegen dat Evangelium von Christus, denn dat is ’ne Kraft von Gott, dei selig makt all, dei doran glöwen, de Juden vörut un ok dei Griechen. Wil dorin apenbort ward de Gerechtigkeit, dei vor Gott gellt, wecke kümmt ut Glowen in Glowen, as denn schrewen steiht: De Gerechte ward dörch sinen Glowen lewen.
De Reformation föll in ’ne grote Tid, dei de Welt un uns’ Volk vel Gaudes bröcht hett. Amerika würd entdeckt, un dat hett de Welt ’n Ruck vörwarts bröcht; dat Bäukerdrucken würd erfunnen, un wenn dat upstunns ok Bäuker giwwt, dei höchstens taum Anbeuten dägen, wil dat sei de Seelen vergiften, so is doch Guttenbarg sin Erfinnung in’n Ganzen taum Segen worden. Allein wat hadd süs ut de Biwel, de Martin Luther mit so vel Mäuh in ’t Dütsch äwersett hett, warden süllt? Äwer dat best an de Reformationstid is doch de Reformation sülwst, un dat best an de Reformation sülwst is das Evangelium von Christus, nämlich up de Ort, dat dat nu wedder predigt un justement so predigt würd as in de irsten Johrhunnerten, wo ’t sonne Lüd as den Papst und Tetzel, un wo ’t all de verkihrten Lihren, gegen dei Luther strieden müßt, noch gor nich gewen ded. »Wi bruken kein Evangelium!« schrigen hüt Dusende. Grad bruken wi ’t un am meisten von allen, vel mir noch as Sülver un Gold, vel mihr noch as Roggen un Weiten, vel mihr noch as Licht un Fürung. Un dorüm will ick hüt reden äwer dat Evangelium von Christus:
- 1) wat för ne Kraft dat in sick hett,
- 2) woans wi uns dortau stellen möten.