I.

En Kraft von Gott nennt de Apostel dat Evangelium, un dat bedüd ’t, dat dat Evangelium wat vel Beteres und Schöneres un Högeres is, as wat süs in de Welt red’t un lihrt un schrewen ward, dusendmal nödiger as alle Minschenwisheit un Gelihrtenklaukheit, dusendmal wichtiger as alle politsche un sociale Reden tausamen. Nich, as ob de Lihren und Gedanken, dei ut den bloten Minschenverstand geburen sünd, tau verachten wiren. Nich in’n Geringsten. Äwer dat Evangelium möt, wenn’t nah’n rechten gahn sall, mang all de Minschengedanken un Minschenreden un Minschenbäuker den bäwelsten Platz heww’n. Denn so gewis, as Christus nich von de Ird, sonnern von’n Himmel west is, so gewis de heilige Geist nich ut en Minschenkopp un en Minschenhart, sonnern ut Gott sülwen stammt, so gewis dat Himmelrik kein Weltrik, sonnern en Rik von den Himmel is, so gewis is dat Evangelium kein Minschenkraft, sonnern ’ne Gottskraft.

Des’ Kraft von Gott nu hett tau ehren Zweck nicks anners, as de Minschen selig tau maken. In de Natur giwwt dat Millionen von Kräfte, äwer so ’ne Kraft as in’t Evangelium is dor nich mang. In de Natur sünd Kräfte, dei, wenn sei anfangen tau towen, uns angst un bang maken, ja, dei hunnerte von Minschen in en einzig Sekund verstümmeln un döden känen, as uns dat Unglück von Oppau dat noch vör korten wist hett. Äwer dat Evangelium enthölt luder gaude un schöne Kräfte, dei de Minschen taum besten bestimmt sünd. — In de Natur giwwt dat Kräfte, dei uns för uns’ Nohrung nödig sünd un den Liw satt maken. Wat för en wunderbore Kraft steckt doch in de Ird, dat sei uns in Feld un Gorden so herrliche Früchte dräggt. Äwer dat Evangelium bringt uns de rechte Nohrung för de Seel, för unsern Geist, dat lebennige Brot von’n Himmel, un dat will mihr seggen, denn de Liw, kümmt tauletzt nah den Kirchhof, äwer de Seel geiht in de Ewigkeit. — Wat för en Segenskraft is de leiwe Sünn, dei dat hell un warm üm uns her makt un ahn dei wi in Küll un Düsternis ümkamen müßten. Äwer ’ne noch vel schöner und heller un warmer Sünn is de Heiland, dei in de Krüww tau Bethlehem leg un an’t Krüz up Golgatha hüng, denn hei makt uns’ inwennig Ogen hell, dat wie den Weg taum Himmel seihn känen, un sei makt uns dat Hart warm von Gott sin Leiw. — In de Natur wassen Planten un Krüder, worut de Apteiker Medzin un Druppen herstellt, dei de Kranken gesund maken. Äwer dat Evangelium ist de Medzin, womit Christus uns de kranke Seel heilt, indem dat hei uns de Sünn vergiwwt un heilt all uns’ Gebreken. — In de Natur sünd vele Kräfte, dei den Minschen, wenn hei er tau bruken versteiht, grot un kräftig maken, taum Beispill de Dampkraft, de Elektricität un de Magnetismus. Hüt känen twei Minschen sick in en por Minuten miteinanner verstännigen, ok wenn de Atlantisch Ocean twischen ehr liggt; hüt känen de Minschen höger fleigen as de Hawk un de Wulken, so mächtig un herrlich sünd sei. Äwer in den Himmel dröggt uns kein Zeppelin; dor känen wi blot rin kamen dörch dat Evangelium, dat heit dörch Gott sinen Sähn un Gott sin Lamm, unsern Herrn Jesus Christus. Dat ick’t noch einmal segg! Obschonst in de Natur neben de legen ok vele nützliche un gaude Kräfte wirken, dei uns satt un warm, gesund un mächtig maken: dei Kraft selig tau maken is nich dorin. Un dorüm: Wat helpt uns dat all, wenn de Hauptsak fehlt?

Liksterwelt as in de Natur is dat in de Minschenwelt, in de Geschicht un Kultur. Dor sünd slimme un gefährliche Kräfte, dei nicks as Undäg anstellen un de Minschen noch schlechter maken, as sei all sünd. Nich henkiken mag en, wat ut uns’ süs so brav un ihrlich un tru Volk worden is. Dat so vel Leigen un Bedreigen, so vel Lichtsinn un Liderlichkeit, so vel Laster un Verbreken äwerhaupt mäglich bi uns wir, wer hadd dat woll glöwt? Wenn ick ’t ok nich seggen sall, ick segg’t doch: all de Kräfte un Mächte un Minschen, dei doran schuld sünd, dei sünd von’n Düwel, den bösen Geist, dei ümmer sin Lust doran hett hett, de Seelen tau verdarwen, un dei nu mit sin grot Macht un vel List äwer uns’ dütsch Volk her is un dat noch hunnertmal leger mit uns makt as de Franzmann un de Engelsmann. Wer süs nich an den Düwel glöwen will, dei kann’t hüt lir’n. Äwer dat Evangelium hett noch kenen Minschen leg un lasterhaft, sonnern blot gaud un irnst, rein un edel makt.

Ok in de Minschenwelt un ehr Kultur giwwt dat just as in de Natur nich blot böse, sonnern ok gaude un schöne un nützliche Kräfte. Dortau reken ick de Kunst un Wissenschaft. Wer an en Volkshochschaulkursus deilnimmt, dei deiht gaud, denn de Bildung is up keinen Fall tau verachten. Wer de Musik oder Maleri oder Dichtkunst leiw hett, kann sick männig schöne Stun’n verschaffen, dei em upmuntert. De Wissenschaft, wenn sei echt is, un de Kunst, wenn sei rein is, in alle Ihren! Dat sünd herrliche Kräfte. Äwer gegen dat Evangelium kamen sei all beid nich an. Wen von Leid dat Hart swor is, as leg en Stein dorup, wer sick de Ogen ut den Kopp weint, wil hei an’t Glück verzagt, den helpt dat dickste un kläukste Bauk nich. Äwer dat Evangelium kann em helpen, denn dat seggt em: »Dörch Christus büst du Gott sin Kind un dorin kann kein Unglück stür’n. Wat wist du di grämen, as haddst du keinen Vadder in’n Himmel?« Wer up den Dod liggt, den tröst’t ok de säutste Melodi un dat schönste Bild nich, äwer Christus kann em trösten, denn hei seggt: »Hüt noch sast du mit mi in’t Paradis wesen.« Un dorüm segg ick noch einmal: Ok in de Kulturwelt is de Kraft selig tau maken, narends tau finnen, dei is blot in’t Evangelium. »Äwer ick will gornich selig warden,« hür ick dor einen bi sick seggen, dei hüt blot ut Niglichkeit kamen is un süs deiht as stünn in ganz Wismar nich en einzig Kirch. Du wist nich selig warden? Ja, denn lat ’t doch bliwen. Meinst du, dat du mit dinen gottlosen Sinn beter in de Höll paßt as in den Himmel, du magst dat jo sülwen am besten weiten. Äwer wenn di tauletzt man nich noch anners tau Sinn ward! Dat Starwen is för keinen Minschen licht, am wenigsten äwer vör de Gottlosen. Männigein is dat Klauksnacken vergahn, wenn hei markte: nu kümmt din letzte Stun’n, un kein Doktor un Apteiker kann di mihr redden. Tau din eigen Gauden mücht ick di doch raden, dat du dinen Sinn so bald as möglich ännerst. Un dormit bün ick nu all bi de tweite Frag: Woans möten wi uns tau dat Evangelium von Christus stellen?