4. Bericht der Bauleitung über die Instandsetzung des Innern. 1903–1906.

Bei einem Besuche der Sebalduskirche wird sogleich die Verschiedenartigkeit der baulichen Anlage ins Auge fallen. Denn die noch bestehenden Teile der engen romanischen Basilika bilden einen großen Gegensatz zum weiten gotischen Hallenchor: es mangelt daher die Einheitlichkeit der Raumwirkung. Auch in der formalen Detailausbildung kommt jede der beiden Hauptbauperioden charakteristisch zur Erscheinung, doch verleiht dies der Kirche neben dem kunstgeschichtlichen Interesse einen außerordentlichen malerischen Reiz. Erhöht wurde dieser noch durch die Fülle von wertvollen Kunstwerken, mit denen die folgenden Jahrhunderte die Kirche schmückten.

Schon die Gotik hat ein Dekorationsmotiv ihrer Art in den romanischen Bau hineingetragen, indem sie, abgesehen von anderem statuarischem Schmuck, an den Pfeilern des Mittelschiffes unter Baldachinen zwölf Apostelstatuen anbrachte. Daneben wurde, wie sich im Laufe der Restauration erwiesen hat, in jener Zeit fast die ganze Kirche an Wänden und Gewölben mit einer einheitlichen Polychromie versehen, die an verschiedenen Stellen durch figürliche Darstellungen eine Steigerung erfuhr.

Das 15. und 16. Jahrhundert haben sodann eine Reihe weiterer Schmuckstücke an kostbaren Bildwerken, Epitaphien und Einrichtungsgegenständen hinzugefügt, welche der Verehrung des Kirchenpatrons, den gottesdienstlichen Zwecken und dem Gedächtnisse der Patrizierfamilien, die hier ihre Grabstätten besaßen, ihre Entstehung verdanken.

Tafel XI.

Romanisches Dienstkapitäl des Mittelschiffes mit später angesetztem gotischen Baldachin.

Gewölbeschlußstein im Ostchor.

In der Barockzeit ging freilich von der mittelalterlichen Erscheinung vieles — unter anderm durch Übertünchung die farbige Wirkung des Innern — verloren. Auch die hauptsächlichsten Mobiliarstücke wurden entfernt. Es entstand ein anderes Bild durch die Errichtung eines neuen mächtigen Hauptaltares, neuer Seitenaltäre, einer neuen Kanzel und hölzerner Emporen, welch letztere, zum Teil an den Wänden des Mittelschiffes angebracht und von den Triforien aus zugänglich, das Mittelschiff noch mehr einengten und verfinsterten.

Tafel XII.

Statue des Apostels Johannes im Mittelschiff.
Engelsstatue von der Volckamerschen Verkündigung mit Baldachin und Konsole.

C. Heideloff, einem Hauptvertreter mittelalterlicher Romantik in der Architektur des 19. Jahrhunderts, blieb es vorbehalten, die Kirche von barocken Zutaten zu purifizieren, den Hauptaltar und einen Teil der Emporen zu entfernen und an Stelle des ersteren ein Werk eigener Erfindung aufzustellen. Bei der Orgel und beim Stuhlwerk schienen ihm Änderungen unerläßlich. Auch sonst wurde den noch vorhandenen nachmittelalterlichen Kunstwerken in dieser Zeit eine besondere Wertschätzung nicht zuteil. Die neugotische Kanzel entstand an Stelle der barocken als ein gemeinsames Werk von Heideloff und A. Kreling.

Nunmehr sollte im Anschlusse an die 1888–1902 stattgehabte Restauration des Äußeren, die bereits durch Freilegung der Mittelschiffenster der Kirche eine größere Lichtzufuhr gebracht hatte, auch eine Instandsetzung des Innern der Sebalduskirche erfolgen. Mit der Leitung derselben betraute die Verwaltung des Vereinigten Protestantischen Kirchenvermögens auf Empfehlung Prof. von Hauberrissers den Unterzeichneten und schloß einen diesbezüglichen Vertrag am 12. Dezember 1902 mit ihm.

Niemand war darüber im Zweifel, daß es sich um eine umfangreiche und mehrjährige Arbeit handle, denn der Zustand der Kirche war ein sehr bedauernswerter. Die in den letzten Jahrhunderten ganz vernachlässigten Altäre, Statuen und sonstigen wertvollen Bildwerke waren zum guten Teil zerbrochen und ihres Schmuckes beraubt. Die Vergoldungen und die farbigen Gewänder der Statuen fanden sich dick mit weißer Ölfarbe überstrichen. Wertvolle Holzornamente sowie zierliche Eisenteile des 15. Jahrhunderts lagen mit Unrat vermengt in offenen Schränken und Kästen; dazwischen Stoffteile von alten gewebten und gestickten Paramenten. Schon vor einigen Jahren hatte Kirchenrat Michahelles, dem die Abstellung solcher Mängel sehr am Herzen lag, durch Prof. von Hauberrisser einen 4 m breiten neuen Schrank herstellen lassen und in diesem die vorhandenen kostbaren Gobelins, nachdem ein Verzeichnis derselben angefertigt worden war, unter sicheren Verschluß gebracht. Zur gleichen Zeit gelang es dem Unterzeichneten noch eben, aus einem zur Abfuhr bestimmten Schutthaufen ein steinernes Relief, die Auferweckung des Lazarus, dem Anschein nach von Veit Stoß, zu retten.

Die Wände der ganzen Kirche zeigten eine gleichmäßige Tünchung in zwei Tönen: gelblich und violett. Die Hunderte von Totenschildern, welche die Kirche ehemals schmückten, waren bei einer beim Übergang Nürnbergs an Bayern stattgehabten „Säuberung“ hinausgeschafft und zum Teil den betreffenden Familien zurückgegeben worden. Daß unter der geschmacklosen Tünchung mittelalterliche Malereien verborgen seien, die der Auferstehung harrten, mußte jedem mit der mittelalterlichen Kunst Vertrauten zweifellos scheinen.

So wurde denn am 1. Januar 1903 mit den Arbeiten begonnen und zunächst, um während der Restaurierung den Gottesdienst möglichst wenig zu beeinträchtigen, die basilikale westliche Kirchenhälfte vom Ostchor, in welchem der Gottesdienst stattfinden sollte, durch eine Holzwand getrennt. Durch das Baugeschäft von G. Goll & Söhne erfolgte sodann die Einrüstung der Kirche, und zwar des Mittelschiffes und der Seitenschiffe des Löffelholzchores und der Turmhallen vom Boden bis zum Gewölbe. Von den Gemälden wurden die nachfolgenden zur kgl. Gemäldegalerie nach Augsburg gesendet, um dort von Konservator A. Mayer teils gereinigt und aufgefrischt, teils restauriert zu werden: Die Flügeltafeln des Löffelholzaltares (des Schreines und der Predella) (Abb. [43]), die drei Tafelbilder im Löffelholzchor, die Tafel Mariä Krönung, der Hallersche Altar, die Geburt Christi (von 1478) und die Auferweckung des Lazarus von Ruprecht oberhalb der Nordtüre. Die übrigen kleineren Bildwerke und Skulpturen wurden in die Arbeitsräume der Bauhütte gebracht, während die größeren an Ort und Stelle vorläufig durch Einpackungen vor dem zu erwartenden Baustaub zu schützen waren.

Nunmehr wurde vorsichtig mit dem Abschaben und Abklopfen der Tünche begonnen. Schon bald zeigten sich an den Gewölben, und zwar an den Rippen und Schlußsteinen, Spuren von Polychromie, und es dauerte nicht lange, bis das System der ehemaligen Bemalung des Kircheninnern klar gestellt werden konnte. Zwei verschiedene Arten der letzteren waren zu unterscheiden. Eine einfache Quaderbemalung in zwei Tönen (grau und rot) im Löffelholzchore, dessen Gewölbefelder außerdem einen gemalten Steinverband aufweisen, sowie die vorgefundene schwärzliche Tönung einzelner Gesimse und besonders der Säulenschäfte — ein Anklang an die Verwendung von Schiefer bei den rheinischen Bauten — dürfte als noch zur romanischen Bauperiode gehörig anzusprechen sein. Andererseits muß die in schwarz, rot, gelb und blau hergestellte Bemalung der Rippen im Mittel- und Seitenschiff (Taf. [IX]) und die Polychromie der Statuen und ihre teppichartigen Hintergründe (Taf. [VII]) dem 14. und 15. Jahrhundert zugewiesen werden. Für die vorgefundene Bemalung erscheint der Umstand bemerkenswert, daß ein einheitliches starres System nicht aufdringlich zutage tritt; vielmehr bietet eine je nach Gelegenheit und Veranlassung stattgehabte farbige Ausschmückung einzelner Teile der Kirche ein ungemein abwechslungsreiches und malerisches Bild.

Erhöht wurde dieser Reiz durch die figürlichen Wandmalereien, welche an verschiedenen Stellen aufgedeckt wurden. Von diesen sei zunächst eine Figur des Christophorus erwähnt, welche in Riesengröße fast die ganze Wandfläche des südlichen Turmes innerhalb des dortigen Seitenschiffes bedeckt. Oberhalb derselben zeigen sich Reste einer noch früher vorhanden gewesenen und gut erkennbaren Christophorusdarstellung, vermischt mit Fragmenten eines ebenfalls an der gleichen Stelle bestandenen Veronikatuches mit dem Christuskopf, welches von Engeln gehalten wird. An einem südlichen Pfeiler des Mittelschiffes fand sich ein Gemälde, den Tod Mariä darstellend, das ehemals die Rückwand eines Altares dortselbst gebildet haben dürfte. Darüber Reste von kleineren Gemälden. An einem anderen Pfeiler beim Dreikönigsportal wurde ein weiteres Gemälde, die sogenannte Gregoriusmesse, aufgedeckt. An den Brüstungen der Empore im nördlichen Seitenschiff konnten nach Entfernung einer braunen Farbschicht hübsch gemalte Maßwerke und reiche Wappen der Patrizierfamilien, welche dort heute noch ihren Sitz haben, bloßgelegt werden.

Mußte auf der einen Seite als Vandalismus empfunden werden, wie frühere Zeiten einer so kunst- und geschmackvollen Bemalung gegenüber durch rücksichtslose Übertünchungen verfahren waren, so erforderte andererseits die Stellung, welche dem nunmehrigen Befunde gegenüber einzunehmen war, Überlegung und Vorsicht.

Das farbenfreudige Mittelalter hat diese Bemalungen offenbar in frischer lebhafter Wirkung hergestellt und an dieser keinen Anstoß genommen, während unser heutiges Farbenempfinden dem gegenüber ein ganz verändertes ist. Gerade die zarte Wirkung, welche die durch Tünchung und Wiederaufschabung in ihrer Kraft gedämpften Bemalungen aufwiesen, bot einen außerordentlichen Reiz, und die Gesamtwirkung war trotz der verschiedenen Zeiten, aus denen diese stammten, von durchaus harmonischer Einheitlichkeit. Der Respekt vor der Kunst der Alten machte außerdem größte Zurückhaltung bezüglich etwaiger Erneuerungen und gleichmäßige Fürsorge für alle alten Funde — ob sie nun aus dem Mittelalter oder der Rokokozeit stammten — zur Pflicht. Unter diesen Umständen trachtete der Unterzeichnete darnach, die Malereien in ihren vorhandenen Resten und Spuren auf das gewissenhafteste festzustellen und die Restaurierung in der alten Technik lediglich auf die Ergänzung der fehlenden, mit Sicherheit zu bestimmenden Teile zu beschränken, wobei auf die Erhaltung der beschriebenen allgemeinen malerischen Stimmung sorgfältig Rücksicht genommen werden sollte.

Abb. 43. Löffelholzaltar.

Zur Ausführung solcher eigenartiger Arbeiten waren geeignete Kräfte in Nürnberg nicht vorhanden. Es wurde daher der als trefflicher Meister in seinem Fach bekannte Vergolder und Faßmaler Franz Ruedorfer, beziehungsweise die Firma Barth & Cie. in München, welcher er angehört, mit diesen Arbeiten betraut. Ruedorfer, der wiederholt selbst anwesend war, sandte eine Anzahl Gehilfen, die seine Schule genossen hatten und die sich, teils in Bemalung, teils in Modellieren, Formen und Gießen geschickt, im Laufe der ganzen Restaurierung als willige Hülfskräfte erwiesen.

Die Abschabung der Tünche und die an einzelnen Stellen erforderliche Wegnahme des Verputzes hatte aber außer der Feststellung der alten Bemalung leider eine im höchsten Grade bedauerliche Entdeckung zur Folge. Es zeigten sich nämlich bauliche, den Kern des Mauerwerkes betreffende Schäden, welche von niemand bei der Inangriffnahme der Restaurierung erwartet worden waren. Zunächst war dies beim nördlichen Turm der Fall. Da, wo an der Ostseite des Turmes die später hinausgerückte Außenwand des nördlichen Seitenschiffes früher angebaut war, trat das innere Brockenmauerwerk ohne schützende Quaderverblendung zutage. Die romanischen Mauern bestehen an St. Sebald durchweg aus einer beiderseitigen Quaderverblendung; deren innerer Zwischenraum mit zum Teil sehr mangelhaftem Brockenmauerwerk ausgefüllt ist. Es zeigte sich ferner in dieser Ostmauer des Turmes oberhalb des Spitzbogens der vermauerte Zugang zu einem Treppenhause, welches sich in seiner ungefähren Lage aus dem Vorhandensein eines kleinen Fensters und eigenartiger vermauerter Öffnungen im linken Gaden des Turmes annähernd bestimmen ließ. Da dieses Treppenhaus innerhalb der Mauer lag, so war diese infolge des mangelnden Verbandes selbst bei einer nachträglichen Ausmauerung geschwächt und hatte der Belastung nicht standhalten können. Daher waren zahlreiche bis zu 12 cm breit klaffende Risse entstanden. Schleuniges Eingreifen tat not, war aber um so schwieriger, als vorerst keine sichere Kenntnis darüber bestand, ob das Treppenhaus ausgemauert oder noch hohl war. Einbrüche vorzunehmen, um hierüber Auskunft zu erhalten, erschien wegen der damit verbundenen Gefahr unmöglich. So konnte nur mit vorsichtigen Bohrungen und mit in diese eingeführter künstlicher Beleuchtung des 1·50 m starken Mauerinnern festgestellt werden, daß der Treppenraum mit schlechtem Brockenmauerwerk teils ausgemauert, teils nur zugeschüttet worden war. Bei den vorhandenen außerordentlich großen Belastungen ein wenig tröstliches Ergebnis.

Der Arbeitsplan wurde nun, wie folgt, entworfen. Zunächst war der Spitzbogen zwischen Turm und Seitenschiff mit starken Rundholzstämmen auszubolzen und darüber eine eiserne Verschlauderung anzubringen, sodann wurde in die nur mangelhaft zusammenhängende Turmmauer eine Öffnung von der Größe weniger Backsteine eingebrochen und mit harten Backsteinen in Zementmörtel wieder vermauert. Durch Wiederholung dieser Arbeit gelang es, einen horizontalen, etwa 50 cm hohen Streifen von Backsteinmauerwerk einzubringen, der innerhalb der Mauer etwa wie ein eingesetzter fester Balken wirken mußte. Solche Streifen wurden in Abständen von 50 cm sechs untereinander eingebracht, und sodann die noch bestehenden Zwischenteile durch Quadermauerwerk — natürlich kam jedesmal nur ein Quader zur Vermauerung — ausgewechselt. Hernach gelang es durch vorsichtige Einbrüche in das Treppenhaus selbst auch hier den größten Teil des schlechten Mauerwerkes nach und nach durch gutes tragfähiges Zementmauerwerk zu ersetzen.

Auch in der südlichen Wand des nördlichen Turmes zeigten sich in der Höhe des Engelchores verschiedene Treppenläufe innerhalb der Mauer, welche nicht vermauert, sondern vollständig hohl waren. Daneben fanden sich andere, vielleicht zur Aufnahme von Holzbalken bestimmte verborgene Höhlungen, welche den Querschnitt der Mauern verringerten. Es erwies sich somit, daß die romanischen Türme viele Treppenaufgänge innerhalb der Mauer besaßen, und daß man beim Aufbau des 75 m hohen nördlichen Turmes in der gotischen Zeit auf die durch die Hohlräume geschwächten Mauern unbedenklich weiter gebaut hatte. Den infolgedessen aufgetretenen Verschiebungen des Mauerwerkes war zum Teil schon bei der Außenrestaurierung durch starke Verschlauderungen entgegengearbeitet worden, ohne daß damals jedoch die Ursache schon in ihrem ganzen Umfang bekannt gewesen wäre.

Beim südlichen Turm haben die angestellten Untersuchungen eine beim gotischen Aufbau vorgenommene Verbesserung des romanischen Unterbaues ergeben.

So bedauerlich es nun im archäologischen Interesse auch war, so mußte doch der bestehenden Schäden wegen eine Einmauerung von Pfeilern und teilweise eine ganze Ausmauerung bei den hohlen Treppenräumen ausgeführt werden. Übrigens hat in jedem Falle eine genaue geometrische und, wo dies möglich war, auch photographische Aufnahme des Befundes stattgefunden.

Als noch ernster erwies sich die Lage bei den beiden romanischen Vierungspfeilern, auf denen die Hauptlasten der Kirchenmauern ruhen. Während der Abnahme des Verputzes schon fiel ein auf der Westseite des nördlichen Pfeilers angebrachter, aber von der Mauer abgerissener und nur noch lose anhaftender steinerner Baldachin herab. Es ist als ein Glück zu betrachten, daß er nicht während des Gottesdienstes auf die Kirchenbesucher herabgestürzt war. Dieser Pfeiler war im übrigen auf allen vier Seiten durch und durch zerrissen. Da im Innern nur schlechtes Brockenmauerwerk zu erwarten war und die großen Mauerlasten (etwa 620.000 kg) lediglich auf den zerborstenen Außenquadern ruhten, so mußte schleunige Abhilfe getroffen werden, wenn man nicht mit einer Katastrophe rechnen wollte, denn der Zusammenbruch des Pfeilers mußte den Einsturz der nördlichen Hälfte der ganzen Mauerwand und des Giebels zwischen Ostchor und Basilika sowie der anstoßenden Gewölbe zur Folge haben.

Die Ursachen, aus denen ein so bedrohlicher Zustand erwachsen war, sind verschiedener Art. Zunächst ist zu bedenken, daß die Vierungspfeiler ursprüglich Tragpfeiler einer romanischen Gewölbeanlage waren, die beim Umbau der Kirche in der gotischen Zeit zum Teil abgebrochen wurde, so daß sich in der Beanspruchung der Pfeiler eine Verschiebung ergeben mußte. Damals sind vielleicht schon die ersten Deformationen entstanden.

Der Anbau des Ostchores und des großen Westgiebels desselben brachte sodann den Pfeilern neue Belastungen, während andererseits durch die Verbreiterung des Seitenschiffbogens und in der Barockzeit durch Einbrüche für Balken, Emporen und Stuhlwerk der Querschnitt der Pfeiler an verschiedenen Stellen weit über das zulässige Maß geschwächt und der Verband aufgehoben wurde. Ist aber einmal der Zusammenhang eines Mauerkörpers gelockert, so wird jede weitere Schädigung von um so schlimmeren Folgen sein. Man kann daher nur staunen über die sorglose Art, in der besonders die letzten Jahrhunderte das Bauwerk, welches schon durch die mittelalterlichen Umbauten die Einheitlichkeit der Konstruktion eingebüßt hatte, vernachlässigt haben.

Der südliche Pfeiler erwies sich dem äußeren Anschein nach als in besserer Verfassung, doch ließen bereits vorhandene Backsteinmauerungen und Verschlauderungen nichts Gutes vermuten. Immerhin war am meisten der nördliche Pfeiler gefährdet; auch die Behörden forderten aus Sicherheitsgründen eine Erneuerung des Pfeilers.

So hatten sich neben den künstlerischen Aufgaben noch Arbeiten ergeben, die in konstruktiver und technischer Beziehung große Anforderungen stellten und zudem außerordentliche Geldmittel erheischten. Als ein schätzbarer Berater der Bauleitung erwies sich bei diesen Arbeiten der Ingenieur Otto Weber, welcher bei der Lösung der mannigfaltigen technischen Fragen großen Anteil hatte. Aber auch Steinmetzmeister Johann Göschel, stets gewissenhaft und unermüdlich, hat sich den ihm gestellten Aufgaben auf das beste gewidmet.

Wie sollte der nördliche Pfeiler ausgewechselt werden? Von den wenigen Beispielen einer solchen Auswechslung in der neueren Geschichte der Technik schien die Auswechslung im Bremer Dom von Interesse. Allein eine Abstützung aller in Betracht kommenden Gewölbe- und Mauerlasten, wie sie dort stattgefunden hatte, war hier sowohl wegen der großen Höhe und Unsicherheit eines Holzgerüstes als auch wegen der Feuersgefahr und Kosten nicht zu empfehlen, denn die profilierten Bögen boten für die Abstützungen nur mangelhafte Angriffsflächen und bei einem Holzgerüst waren Setzungen nicht zu vermeiden. Wurden die Lasten aber etwa durch Eisenstützen wirklich abgefangen, so ergaben sich für die Fundierung der letzteren in dem von romanischen Grundmauern durchzogenen, aufgefüllten Chorboden neue Schwierigkeiten. Aus den Beratungen erwuchs schließlich der Plan, den ganzen geborstenen Pfeiler mit einer Armierung aus eisernen Trägern ringförmig zu umgeben (Abb. [44] und [45]) und innerhalb dieser Ringe unter Beobachtung der größten Vorsicht einen Quaderstein nach dem anderen auszuwechseln; dabei sollte auch in den Mauerkern möglichst tief eingedrungen und dieser durch Ausmauern und Einspritzen von Zementmörtel verbessert werden.

Der Bauausschuß, der von allen Vorgängen unterrichtet war, beschloß, die Sicherung des Pfeilers durch die beabsichtigte Armierung sofort vornehmen zu lassen, die Erneuerung selbst aber erst in Verbindung mit der Restaurierung des Ostchores zu bewirken.

Die baulichen Arbeiten in der Westhälfte der Kirche waren damit noch nicht erschöpft. Die Triforien (Abb. [4]) des Mittelschiffes zeigten sich ursprünglich konstruktiv korrekt zwischen den Tragpfeilern der Joche angelegt. Sie schwächten zwar die Schildmauern, jedoch an einer Stelle, wo dies ohne Nachteil geschehen konnte. Die eigentlichen Tragpfeiler waren massiv und wurden zum Teil durch äußere Strebebögen gestützt. Bei der im Anfang des 14. Jahrhunderts stattgehabten Erweiterung der Seitenschiffe wurden die Strebebögen aber abgebrochen, und als durch die Erhöhung der Gewölbe die Triforien vom Dachboden aus nicht mehr zugänglich waren, wurden die Tragpfeiler durchlöchert, um eine Verbindung der einzelnen Triforien untereinander sowohl wie mit den Gewölbetrichtern zu schaffen. Denn letztere ermöglichten durch hölzerne Treppen wieder einen schmalen Zugang zu dem höher gelegten Dachboden. Infolge dieser Durchbrüche war aber die Sicherheit der Konstruktion des Mittelschiffes wesentlich beeinträchtigt. Noch schlimmer wurde die Sachlage, als in der Barockzeit hölzerne Emporen, deren Balken große Löcher im Mauerwerk erforderten, aus den Triforien herausgebaut und aus den letzteren selbst zur Erzielung eines bequemen Zuganges viele Säulen und Bögen entfernt wurden. Bei dem im 19. Jahrhundert erfolgten Abbruch dieser Emporen hatte zwar ein Wiedereinsetzen dieser Säulen, aber ohne jedes Verständnis für die bestehenden Schäden in der sorglosesten Weise stattgefunden, so daß diese „Restaurierung“ nichts als eine oberflächliche Kaschierung war.

Abb. 44. Modell eines zum Teil armierten Vitrumspfeilers.

Hier mußte überall in gewissenhafter und gründlicher Art Abhilfe geschaffen werden. Da außerdem an verschiedenen anderen Stellen der Kirche, z. B. an der zu einem Schrank mit Fächern aus steinernen Platten umgewandelten Arkade zwischen Löffelholzchor und nördlichem Turm, Veränderungen und Ergänzungen am Mauerkörper stattzufinden hatten, so kann nicht Wunder nehmen, daß über 2000 Werksteine aus Wendelsteiner Quarzit im Laufe des Jahres eingewechselt oder neu eingesetzt werden mußten.

An den reizvollen romanischen Skulpturen, Konsolen, Kapitälen und sonstigem Laubwerk wurden die vielfach fehlenden Teile durch freie Anmodellierung in Masse mit Hilfe von Dübeln wieder neu hergestellt.

Eine Anzahl von rechteckigen Vertiefungen an den Pfeilern des nördlichen Seitenschiffes, welche ehemals wohl Bronzetafeln enthielten und auf das Vorhandensein von Gräbern dortselbst schließen lassen, wurden in dem aufgedeckten Zustande belassen. Auch die Reste eines im Löffelholzchor aufgefundenen romanischen Steinfußbodens wurden zu beiden Seiten des Altares dortselbst wieder verwendet.

Die bis jetzt beschriebenen Arbeiten füllten fast das ganze Jahre 1903 aus; Mitte Oktober waren die Hauptgerüste gefallen und auch der in seiner Architektur so reich und reizvoll ausgestattete Engelschor, dessen Gewölbekappen wegen der Jahrhunderte lang stattgehabten Durchfeuchtung größtenteils erneuert werden mußten, fertiggestellt. Bis auf den tödlichen Sturz eines Tünchergesellen war alles glücklich vonstatten gegangen. Nun konnten die Gerüste immer weiter entfernt und mit den Arbeiten an den Holzgalerien, Altären und Votivbildern begonnen werden. Hier sind besonders zu nennen die steinerne Kreuztragung von Adam Kraft (Abb. [87]) sowie die prächtigen Stammtafeln der Patriziergeschlechter Löffelholz, Ebner (Abb. [113]) und Pömer. An diesen Kunstwerken fanden Ergänzungen vieler abgeschlagener Teile, Abschaben der weißen Übermalung und die Wiederherstellung der Vergoldung und Polychromie unter möglichster Schonung des alten Bestandes statt.

Abb. 45. Armierter Vitrumspfeiler während der Restaurierung.

Den Hauptteil der figürlichen Plastik in der Westhälfte der Kirche bilden die an den Mittelschiffpfeilern angebrachten elf Apostelstatuen (Abb. [77] bis [81]), welche im ganzen gut erhalten waren. Die Attribute, die bei einigen fehlten, waren leicht festzustellen und wurden erneuert. Im Mittelschiff fanden sich ferner auf der Südseite die Statue Johannes des Täufers und auf der Nordseite ein Thomaschristus, beide gut erhalten, im nördlichen Seitenschiff zunächst das Kaiserpaar Heinrich und Kunigunde (Abb. [82] und [83]); der Kaiserfigur war das Szepter neu beizugeben. Ohne Ergänzung konnten sodann die vortreffliche Statue Bischof Erhards (Abb. [84]) sowie ein Thomaschristus bleiben. Im südlichen Seitenschiff waren eine Katharina, eine Helena (Abb. [85]) und eine Antoniusstatue vorhanden, bei denen teils Ergänzungen, teils Erneuerungen der Attribute erforderlich wurden. Für eine Marienstatue mit dem Christuskind, die sich in der südlichen Turmhalle zur Seite gestellt vorfand, konnte am ersten südwestlichen Mittelschiffpfeiler der alte Standplatz festgestellt werden. Sie wurde an demselben wieder aufgestellt und erhielt ein neues Szepter, das Kind einen neuen Arm. Ein kleiner Thomaschristus mit dem Ebnerwappen, der unter der Fülle von Statuen an diesem Pfeiler erdrückt erschien, wurde in den Löffelholzchor versetzt. Die ursprüngliche Polychromie ließ sich bei allen Statuen leicht ermitteln und wurde sorgältig wiederhergestellt. In vielen Fällen, besonders auch bei den teppichartigen, farbigen Hintergründen konnte sich diese Arbeit auf eine Restaurierung der im ganzen noch gut erhaltenen Bemalung beschränken.

Auf diese Weise erhielt die bisher weiß getünchte Kirche an Pfeilern und Wänden einen reichen farbigen Schmuck, zu dem der lichte, etwas ungleichmäßige Mauerton einen glücklichen Hintergrund bildete.

Noch fehlten jedoch den Pfeilern die ehemals dort angebrachten zahlreichen und prächtigen Totenschilde der Patrizier, welche in den alten Kupferstichen gewissenhaft dargestellt sind. Kirchenrat Michahelles richtete eine Anfrage und Bitte an die in Frage kommenden Familien um Wiederherausgabe dieser Schilde. Der Erfolg war hocherfreulich. Von der von Löffelholzschen Familie wurden 21 Schilde (Abb. [115]) überlassen, von den Familien von Haller 12 (Abb. [117] und [118]), von Kreß 7 (Abb. [116]), von Ebner 4 (Abb. [119]) und von Harsdorf 11 Schilde. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden in der Bauhütte ausgeführt und die Schilde in der Kirche an Pfeilern und Wänden in Gruppierungen, wie sie möglichst dem früheren Bestande entsprachen, aufgehängt.

Die Wandmalereien: Christophorus (Abb. [46]), Tod Mariä und Gregoriusmesse, welche aufgedeckt worden waren, wurden durch Kunstmaler Pfleiderer unter Mithilfe des Konservators Professor Haggenmiller restauriert und die beiden letzteren mit hölzernen Schutztürchen versehen. In der südlichen Turmhalle fand ein neues brunnenartiges Becken mit Wasserleitung seinen Platz.

Der Fußboden aus Wendelsteiner Quarzitplatten war fast ganz zu erneuern; und auch die Glasmalereien erforderten zwar nicht wesentliche Restaurationen, jedoch kleinere Ausbesserungen und neue Bleifassungen. In den Fenstern des Löffelholzchores gelangten sechs neue Bildtafeln, von Zettler in München nach Professor Wanderers Entwurf gefertigt, zur Aufstellung. Daneben wurden teils alte, teils neue Wappen angebracht. Stifter dieser Fenster sind die Familien von Löffelholz, von Haller, von Kreß, von Scheurl und von Tucher.

Störend wirkten bis jetzt die Kirchenbänke, deren Seitenteile mit pseudogotischen Verzierungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts versehen waren. Die heutige Denkmalpflege verlangt da, wo nicht etwa an einem alten Objekt kleine Teile zu ergänzen, sondern wo neue Objekte zu schafren sind, neuzeitliche Formen. Eine gefährliche Aufgabe in einer so ehrwürdigen Umgebung. Dem Unterzeichneten schien es am zweckmäßigsten, in solchen Fällen möglichst indifferente, einfache Formen anzuwenden, welche gegenüber den vorhandenen Kunstwerken in den Hintergrund treten sollten. In dieser Art war schon die Gestaltung des Wasserbeckens im südlichen Turm und der Holzläden vor der Gregoriusmesse erfolgt; sie sollte auch für die späteren Arbeiten im Ostchor (Sakristeivertäfelung und verschiedene Eisenbeschläge) beibehalten werden. Daher entstanden nun auch an den Bänken neue Seitenteile mit einem einfachen, schlichten Schneckenabschluß. Andererseits fand da, wo vorhandene alte Teile dazu Veranlassung gaben, z. B. bei den mannigfachen eisernen Schranktüren, die Ergänzung im alten Stil und Charakter statt. Das geschilderte Prinzip wurde nach besten Kräften durchgeführt; wo eine kleine Abweichung stattfand und eine Neuschöpfung den Archäologen zu einem Irrtum verleiten könnte, wurde die Jahreszahl beigefügt.

Ende März konnten die von Konservator Mayer geschickt restaurierten Gemälde wieder zur Aufstellung gelangen. Bei den Predellabildern des Löffelholzaltares hatte sich unter einer wertlosen Übermalung die mittelalterliche Darstellung der alten Stifter gefunden. Auch bei den anderen Bildern war hie und da eine unverständige spätere Übermalung entfernt worden. Namentlich die alte Vergoldung kam unter einer überdeckenden stumpfen Farbschicht, z. B. bei den Hintergründen des Halleraltares, und zwar meist gut erhalten, wieder zum Vorschein.

Die alte barocke Orgel auf dem Engelchor erhielt ein neues Orgelwerk, das eine Erweiterung des Gehäuses nach den beiden Seiten zur Folge hatte und von Orgelbaumeister Strebel gebaut wurde.

Alle Kunstschreinerarbeiten und die hiebei erforderlichen Schnitzereien wurden in den Werkstätten der Bauhütte gefertigt. Schließlich ist zu erwähnen, daß im ersten westlichen Joche des nördlichen Seitenschiffes eine Reihe von steinernen Originalstatuen vom Äußeren der Kirche, welche im Laufe der Jahre erneuert worden waren, zur Aufstellung gelangten.

So konnte Ostern 1904 die Restaurierung der Westhälfte von St. Sebald nach 15monatlicher Bauzeit beendet werden; und nachdem der Bauausschuß die dargelegten Grundzüge für die Wiederherstellung des Ostchores genehmigt hatte, wurde sogleich mit den Arbeiten in diesem begonnen.


Abb. 46. Der heil. Christophorus. Wandgemälde im südlichen Seitenschiff.

Zunächst waren auch hier die beweglichen Kunstgegenstände in der Bauhütte, wo sie restauriert werden sollten, in sichere Verwahrung zu bringen. Sodann wurden die Bildtafeln: Maria mit Heiligen von Hans von Kulmbach 1513 (Taf. [XV]), Ecce homo aus dem Tucheraltar von Merian 1659, die Kreuztragung von 1485, die Auferstehung aus dem Muffelaltar, das Paradies von Kreuzfelder 1603, die Flügel des Petrusaltares mit zwölf Bildern und schließlich die Flügel des Annaaltärchens in die königl. Gemäldegalerie nach Augsburg zur Restaurierung durch Konservator Mayer gesendet. Zu gleichem Zwecke wurde eine kleinere Anzahl von Tafelbildern an Kunstmaler Bär übergeben. Dann war der ganze Ostchor im Innern einzurüsten, um alle Wände, Pfeiler und Gewölbe zu gleicher Zeit in Angriff nehmen zu können; hernach begann das Abschaben der Tünche.

Das Ergebnis war im allgemeinen das gleiche wie in der Westhälfte. Es trat ein gelblicher Grundton der Wände zutage. Die Gewölbekappen, mit schwarzen Strichen versehen, waren etwas heller. An den Schlußsteinen fand sich die von der Westhälfte her bekannte Polychromie der übrigens außerordentlich reizvollen Skulpturen und eine ornamentale Bemalung der Rippen in der Nähe des Gewölbeschlusses. Ferner eine rötliche Tönung der Fensterleibungen. Außerdem waren aber einzelne Partien der plastischen Wanddekoration, z. B. Statuen mit zugehörigen Baldachinen und Rückwandflächen (Abb. [47]), farbig behandelt, je nachdem wohl von den Patrizierfamilien, welche in den entsprechenden Jochen ihre Gräber und Totentafeln besaßen, eine Stiftung dazu stattgefunden hatte. Daher erwiesen sich einzelne Baldachine reich polychromiert und vergoldet, während ihre Nachbarn den schlichten Steinton zeigten.

An Wandmalereien wurde zunächst eine an die Restaurierung von 1657 erinnernde Tafel über dem Kaiserchörlein und ein Veronikatuch dortselbst aufgedeckt, bei welch letzterem die ursprünglich wohl vorhandenen Engel in die Apostel Petrus und Paulus umgewandelt waren, ferner figürliche Fragmente an der nördlichen und südlichen Sakristei, im Dreikönigschor und hinter dem Muffelaltar sowie Teppichmuster beim Tucheraltar und dem südwestlichen Chorpfeiler. Die Restaurierung all dieser Bildreste beschränkte sich auf das Notwendigste. Es wurde der archäologische Bestand möglichst erhalten und über ein vorsichtiges Austupfen der weißen Flecke innerhalb der farbigen Flächen nicht hinausgegangen. Die Fragmente behielten ihren Charakter als solche bei.

Weitere größere Wandmalereien zeigten sich bei den Tucherschen Chorstühlen. Über dem ersten westlichen Stuhl kam nach Wegnahme des Kulmbachschen Bildes eine Kreuzschleppung von 1473 (Gedächtnis der Frau Barbara Steinlinger) zutage, von welcher, so schlecht sie auch erhalten war, ein größerer Teil, eine isometrische Darstellung der Stadt Jerusalem, von der Wand auf Leinwand abgezogen werden konnte. Merkwürdigerweise fand sich darunter eine zweite frühere Kreuzschleppung, ebenfalls ein Steinlingersches Gedächtnis, allerdings in noch schlechterem Zustande vor; es gelang jedoch auch hier einige Teile, hauptsächlich Köpfe, abzuziehen und so zu erhalten.

Als in besserem Zustande erwiesen sich die Wandbilder beim Tucheraltar, nämlich eine Pilgerstätte und mehrere Heiligenfiguren. Den interessantesten Fund bildeten aber die in der Farbe auffallend gut erhaltenen Malereien aus der Apostelgeschichte (Abb. [106]), welche hinter dem Petrusaltar zum Vorschein kamen. Da dieser Altar mit seiner alten Mensa nicht versetzt werden konnte, so mußten auch hier die Bilder von der Wand abgezogen werden. Sie wurden auf eine Mörtelschicht gebracht und hinter dem Muffelaltar aufgestellt. Das gleiche geschah mit dem erwähnten in Öl gemalten Pilgerbild. Die Restaurierung fast aller Wandmalereien führte Kunstmaler Pfleiderer aus. Die Abendmahl- und Ölbergdarstellung hinter dem Tucheraltar, ein Ölgemälde aus dem Jahre 1423 wurde unter Preisgabe einer schlechten Übermalung vom Jahre 1627 durch Konservator Mayer restauriert.

Neben so erfreulichen Funden förderte das Abschaben der Tünche aber auch wieder manche bauliche Schäden zutage. Namentlich im romanischen Mauerwerk, sowohl beim Brauttor wie beim Dreikönigschor, fanden sich größere Hohlräume, die die Tragfähigkeit der Mauer schwächten und geschlossen werden mußten. Offene Lagerfugen waren an vielen Stellen zu verdichten. Immerhin waren im Ostchor lange nicht so eingreifende Schäden vorhanden wie in der Westhälfte, aus welcher eine Hauptaufgabe, die Erneuerung der jetzt zur Ostchorrestaurierung zugezogenen Vierungspfeiler, noch zu lösen war. Eine Untersuchung der Fundamente dieser Pfeiler sowie des Baugrundes führte nicht zu Bedenken. Die Bodenuntersuchung ergab mittelgroben trockenen Sand am Dreikönigsportal auf 9 m Tiefe, zwischen den Vierungspfeilern auf 4 m und am südlichen Turm auf 5·7 m, so daß sich für die nach der Tradition stattgehabte Fundierung des letzteren auf Pfählen keine Bestätigung ergeben hatte. Es konnte somit die Auswechselung am nördlichen Pfeiler nach dem früher beschriebenen Plane innerhalb der Eisenarmierung beginnen, nachdem vorher die benachbarten Böden abgebolzt und die auf denselben lastenden durch Balkenlöcher, große Risse und offene Fugen geschwächten Mauern instand gesetzt worden waren. Bei den Auswechselungen war größte Vorsicht erforderlich. Durch Hebelübertragung vergrößernde Zeigertafeln sollten jede Bewegung anzeigen. Auf Steinmaterial und Mörtelmischung wurde alle Sorgfalt verwendet und von den notwendigen neuen etwa 300 Quadern, die der Mörtelerhärtung wegen in möglichst großen Abständen eingesetzt wurden, kam täglich nur ein Stück zur Auswechselung. Trotzdem trat eines Tages eine Bewegung in der Mittelschiffmauer ein, welche durch weitere Abbolzungen und Ausmauerungen zur Ruhe gebracht wurde. Der Zustand des Pfeilerkernes, welcher jetzt vollständig erkannt werden konnte, erwies sich noch schlechter als man vermutet hatte, sodaß keine der angewendeten Vorsichtsmaßregeln hätte entbehrt werden können. Im Juli 1905 waren die Arbeiten am nördlichen Pfeiler beendet.[VI]

Nach den gewonnenen Erfahrungen und dem Ergebnis der unterdessen stattgehabten weiteren Untersuchungen am südlichen Vierungspfeiler ließ sich die vollständige Erneuerung auch dieses Pfeilers, der bereits im Sommer armiert worden war, nicht umgehen. Es wurde daher ungesäumt nach der Abnahme der Kanzel und der Herstellung der nötigen Abbolzungen mit der Auswechselung begonnen, deren Fertigstellung erst im Juni 1906 zu erwarten war. Zugleich fand eine Instandsetzung der ganz zerrissenen und durch mehrfache Erweiterungen der Orgel in ihrer Stärke verringerten Westwand statt, welche schon vor einigen Jahren mehrfach verschlaudert worden war.

Von archäologischem Interesse ist es, daß die beschriebenen baulichen Ausbesserungen nebenbei zur Entdeckung der Reste von romanischen Rundfenstern im nördlichen Querschiff und von vielen romanischen Profil- und Zahnschnittsteinen führten, welch letztere beim gotischen Umbau in der Giebelwand, auch an einer Stelle in einem freistehenden Pfeiler, verwendet worden waren. Soweit es möglich war, wurden solche Steine nicht mehr verputzt, sondern sichtbar belassen. Unterhalb des Pfinzingchörleins fand sich eine Begräbnisstätte.

Neben diesen eigentlichen Bauarbeiten, deren Tempo aus Sicherheitsgründen bei den Vierungspfeilern nicht beschleunigt werden konnte und die infolgedessen zwei Jahre beanspruchten, nahmen die übrigen Instandsetzungsarbeiten an den dekorativen und Mobiliargegenständen einen ungestörten Fortgang.

Viele Arbeit verursachten die rings an den Chorwänden angebrachten steinernen Baldachine und Konsolen, deren zierliche Einzelheiten vielfach zertrümmert waren (Abb. [47]). Es fehlten größtenteils die Riesenspitzen, viele Ornamente und die Strebepfeiler. Die zu den Baldachinen gehörenden Postamente zeigten an den Ecken genau so, wie dies bei den Postamenten der zweiten Figurenreihe der äußeren Strebepfeiler der Fall ist, Säulenbasen. Da die Baldachinenden nun unterhalb eine glatte Fläche ohne abschließendes Glied (Rosette oder Profil) hatten, so lag bei oberflächlicher Betrachtung der Gedanke nahe, daß ursprünglich freistehende Säulenschäfte Basis und Baldachin verbanden, wie dies besonders in der französischen Gotik vorkommt. Diese auch von Kunsthistorikern ausgesprochene Annahme erwies sich jedoch als irrig. Denn abgesehen davon, daß in vielen Fällen schmale, oft dreieckige oder viereckige Postamente zu breiten, vieleckigen Baldachinen gehören, trifft da, wo Baldachin und Postament in der Grundform übereinzustimmen scheint, die vom Baldachin aus gefällte Senkrechte fast nie auf die Basis. Daß die Basen gewissermaßen als Rückbleibsel des hier vermuteten Entwicklungsganges anzusehen sind, war nicht zweifelhaft. Schlechte Ergänzungen in Holz aus der Barockzeit wurden bei der Restaurierung der Baldachine beseitigt, jedoch in der Sammlung aufbewahrt.

Sodann kam die Restaurierung der großen Anzahl von Statuen aus Holz, Stein und Ton an die Reihe, welche an den Pfeilern und Wänden des Ostchores angebracht sind. Die Kreuzigungsgruppe von Veit Stoß (Abb. [55], [56], [57]), die den bisherigen Heideloffschen Hauptaltar schmückte, wurde, da dieser nicht mehr aufgestellt werden sollte, allein oberhalb des Altares angebracht. Bei ihrer Restaurierung kam unter der Heideloffschen Bronzierung und einer dicken Farbkruste die alte Polychromie, zum Teil sogar noch sehr gut erhalten, zum Vorschein. Sehr erfreulich war es auch, als innerhalb des Christuskörpers eine Papierurkunde gefunden wurde, durch welche die Autorschaft des Veit Stoß bei dem 1526 geschaffenen Kunstwerke bestätigt wird. Diese Urkunde befindet sich nach stattgehabter photographischer Aufnahme auch heute noch an ihrer alten Stelle.

Abb. 47. Statue des Apostels Paulus mit Baldachin und Konsole im Ostchor.

Die übrigen Statuen im Ostchore sind teilweise von den Patrizierfamilien an ihren Platz gestiftet und stehen zu den Stiftern als Patrone in näherer Beziehung; zum anderen Teil sind sie aber ganz zufällig an ihren Standort gelangt und waren ursprünglich an anderer Stelle, ja in anderen Kirchen angebracht. Daß man dabei mit den manchmal vorzüglichen Kunstwerken nicht glimpflich umgegangen ist, zeigte der ruinöse Zustand der meisten Statuen, denen Hände, Arme und Füße sowie die beigegebenen Attribute oft abgeschlagen, auch hie und da willkürlich abgeändert waren. Wenn man, wie es in einer Rechnung des 17. Jahrhunderts heißt, bei der stattfindenden Restauration dem Hafner Auftrag erteilte, „die Götzen mit neuen leimenen (aus gebranntem Ton) Händen zu versehen“, so konnte dies den Wert der Kunstwerke nicht erhöhen; es waren oft rohe Naturabgüsse, welche weder in der Größe, noch in der Bewegung zu dem geschändeten Kunstwerk paßten.

Bei der gegenwärtigen Restaurierung wurde der Grundsatz befolgt, da, wo nach Abnahme späterer Zutaten bei einer wertvollen Figur, über deren dargestellte Person kein Zweifel bestand, eine künstlerische Ergänzung einwandfrei erschien, den ästhetischen Genuß durch die letztere wieder zu ermöglichen. Bei minderwertigen Statuen oder da, wo durch eine Änderung archäologische Zweifel hätten hervorgerufen werden können, wurde davon abgesehen. An allen Statuen kamen die ursprüngliche Polychromie, dazu die Damastmuster der Gewänder zum Vorschein und fanden sorgfältige Restaurierung, wobei allerdings auch spätere farbige Übermalungen, welche zum Teil mit alten Nachrichten belegt waren, beachtet wurden.

Am ersten freistehenden Pfeiler gegen Norden befindet sich eine außerordentlich schöne Madonnenstatue, aus Birnbaumholz geschnitten (Abb. [97]), innerhalb eines Gehäuses, dessen steinerne Konsole und Baldachin noch vorhanden sind, während die 1519 von Hans von Kulmbach gemalten Flügel fehlen. Ihre Entdeckung scheint in den Nummern 254 und 255 (Joseph und Zacharias) der alten Pinakothek in München gelungen zu sein. Die Madonna, unter deren Füßen zwei kleine Engel eine Mondsichel halten, während zwei andere ihr eine Krone aufs Haupt setzen, trägt auf beiden Händen das Jesuskind. Diese Statue, welche selbst die späteren Zeiten von der Übertünchung ausschlossen, zeigte noch die ursprüngliche Polychromie; die Ergänzung konnte sich auf einen fehlenden Fuß des Christuskindes beschränken.

Als gröber in der Ausführung erweist sich die am gegenüberstehenden rechten Pfeiler befindliche allerdings frühere steinerne Madonna, deren hölzernes Christuskind nachträglich, und zwar viel später, aufgesetzt worden ist. Der bekrönende Baldachin, unten von Stein, im oberen Aufsatz von Holz, zeigt sehr zierliche Ornamentformen.

Der Befund und die Restaurierung der übrigen Statuen an der Innenseite der Ostchorwand unter den wiederhergestellten Baldachinen soll nachstehend, an der Nordseite bei der großen Sakristei beginnend, beschrieben werden.

Unter dem ersten Baldachine findet sich eine Statue aus Stein, offenbar der Apostel Jakobus der Ältere mit der Pilgertasche. Schon auf einer Zeichnung des 18. Jahrhunderts ist jedoch auf seiner linken Hand ein nachträglich aufgesetztes Kirchenmodell zu sehen. Vielleicht wollte man einen Sebaldus daraus machen. Die heutige Restaurierung beschränkte sich auf die Ergänzung des Pilgerstabes.

Die hölzerne Statue des Salvator mit bewegtem Faltenwurf und ausdrucksvollem Gesichte erforderte ebenfalls, abgesehen von einer sorgfältigen Reinigung und Auffrischung der Polychromie, nur geringe Restaurierung. Die Statue wurde 1657 nach den Tucherschen Rechnungen mit einem steinernen Jakobus aus dem „Werkhaus in der Carthausen“ nach St. Sebald geschafft. Der in Kupfer getriebene Heiligenschein stammt aus jener Zeit.

Ähnlich im Charakter, aber noch viel ausdrucksvoller und gewaltiger auch in dem lebhaft flatternden Faltenwurf, ist die ebenfalls hölzerne Statue des Andreas von Veit Stoß (Abb. [89]). Ihre Detailbehandlung erwies sich nach der Abnahme der Tünche sowohl in den realistisch behandelten faltenreichen Fleischteilen des Greises wie bei den Haaren als so fein, daß von jeder Übermalung abgesehen und nur eine zarte Lasierung, wie sie auch ursprünglich vorhanden gewesen zu sein schien, angewendet wurde, welche der Statue im allgemeinen den Holzcharakter wahrte. Einige Teile der Füße und Hände waren zu erneuern.

Die nunmehr folgende Johannisstatue (Abb. [90]) ist von gebranntem Ton und aus mehreren Stücken mit horizontalen Fugen zusammengesetzt. Sie stellt den Apostel mit dem Giftkelch in der linken Hand dar, während die Rechte eine segnende Stellung einnimmt. Beide Hände sowie Teile der Gewandung waren zu erneuern, wobei vorhandene Reste und eine alte Aufzeichnung über die ehemalige Stellung Aufschlüsse geben konnten.

Gegenüber steht die derb ausgefallene steinerne Statue Johannes des Täufers. Sie war in mehrere Teile zerbrochen, welche sich jedoch, ohne daß bedeutende Ergänzungen nötig waren, wieder zusammensetzen ließen. Diese beiden Johannes zu beiden Seiten des Tucherfensters scheinen den ersten plastischen Schmuck der Tucherschen Begräbnisstätte gebildet zu haben, welchem sich dann 1657 die vorbeschriebenen drei Statuen anschlossen.

Die folgende steinerne kleinere Apostelstatue, welche in Größe und Charakter zu den Aposteln im Mittelschiff paßt, hatte nur eine linke Hand, die ein Buch trägt. In der rechten Hand trug sie im 17. Jahrhundert ein mächtiges hölzernes Kreuz, doch war diese willkürliche Zutat nicht mehr vorhanden. Die Hand wurde ergänzt, ohne daß etwa durch Zugabe eines Attributs eine bestimmte Person gekennzeichnet worden wäre. Vermutlich ist die schöne Figur eine Petrusstatue.

Die hinter dem Tucherschen Altar befindliche dritte Johannesstatue (der Apostel) ist von Holz und ohne Zusammenhang mit ihrer Umgebung. Sie läßt sich auf den ersten Blick als zu einer Kreuzigungsgruppe gehörig erkennen. Beide Hände fehlten und waren zu erneuern.

Die nächsten beiden Statuen bilden eine Gruppe: Verkündigung. Am Sockel des Engels befindet sich das Starksche, an dem der knienden Maria das Imhoffsche Wappen. Die Ausbesserung der Polychromie hat sich nur auf Kleinigkeiten beschränkt, so daß z. B. die Bemalung der Gesichter als durchaus ursprünglich anzusehen ist. Das Zepter des Engels ist erneuert.

Die beiden kleinen Statuen oberhalb des Sakramentshäuschens sind von Stein. Die rechts befindliche stand bis jetzt in einer Nische in der Ecke hinter dem Muffelaltar, während beim Sakramentshäuschen sich die nicht besonders schöne Tonfigur befand, welche jetzt an der Wand vor dem Muffelaltar aufgestellt ist. Der Grund für die vorgenommene Umstellung liegt in der schon bei oberflächlicher Betrachtung erkennbaren Übereinstimmung der beiden offenbar ein Ehepaar darstellenden Statuen. Bei der weiblichen Statue waren die Hände verletzt, bei der männlichen waren die Unterarme vom Hafner ergänzt. Beide machten einen jämmerlichen Eindruck. Auf ihren Häuptern fanden sich die Spuren ehemals vorhandener Kronen. Beide Figuren waren an ihrem unteren Ende in Stuck um 25 cm verlängert. Beim Abnehmen der Stuckmasse traten die alten steinernen Füße zutage. Die Frage nach den dargestellten Persönlichkeiten schien sich unter Beachtung aller Umstände (Vorhandensein ähnlicher Statuen in St. Sebald und St. Lorenz) mit Heinrich und Kunigunde beantworten zu lassen. Daher hat sich der Unterzeichnete bei der Instandsetzung für eine Ergänzung in diesem Sinne entschlossen. Während die Kaiserin in die rechte Hand das Zepter erhielt, wurde dem Kaiser das Modell des Bamberger Doms gegeben (Abb. [48], [49]).

Abb. 48. Statue des Kaisers Heinrich vor der Restaurierung.

Abb. 49. Statue des Kaisers Heinrich nach der Restaurierung.

Das nächste Joch in der Mittelachse der Kirche weist die steinernen Statuen des Petrus und Paulus auf, welche geringe Ergänzungen an den Attributen erforderten. Unterhalb des Paulus ist das Wappen der Nürnberger Familie Usmer angebracht.

Daneben stehen zwei große hölzerne Statuen, ein Thomaschristus und eine klagende Maria (Abb. [91], [92]). Unterhalb des ersteren fand sich auf der Konsole unter dem Verputz das Zeichen des Veit Stoß; auf der Konsole der Maria die Jahreszahl 1495. Die Statuen bilden offenbar mit den darunter befindlichen Vesperbildern von Veit Stoß (Abb. [95]) eine gemeinsame Gruppe. Beim Thomaschristus fehlte die linke Hand und die Hälfte eines Fußes, auch bei der Maria waren Ergänzungen erforderlich. Beide übertüncht vorgefundenen Statuen haben ihren Holzcharakter wieder erhalten. Bemerkenswert erscheint, daß bei der Maria der über den linken Arm hängende Gewandzipfel nachträglich angesetzt ist. Nimmt man denselben weg, so weist die Komposition des Faltenwurfs an dieser Stelle eine große Leere auf.

Die nun folgenden kleinen Statuen sind ebenfalls von Holz, stammen aber sowohl wegen ihrer Größe als wegen ihrer flachen Ausdehnung aus einem der vielen ehemaligen Altäre der Kirche. Sie stellen einen Papst und einen Bischof dar; eine genaue Feststellung konnte mangels weiterer Attribute nicht erfolgen. Erneuerungen bei den Händen und an den Gewändern waren erforderlich; auch die Pontifikatstäbe wurden neu beigegeben.

Die folgende Statue hinter dem Muffelaltar zeigt ebenfalls einen nicht näher feststellbaren Bischof und ist von Stein. Sie befand sich bis jetzt rechts vom Hallerschen Fenster, und an ihrer Stelle war, wie oben erwähnt, der sogenannte Kaiser Heinrich aufgestellt. Auch bei der nächsten Statue aus Ton (bis jetzt am Sakramentshäuschen an Stelle Kaiser Heinrichs) läßt sich die dargestellte Persönlichkeit nicht feststellen. In Haltung und Ausführung macht die Figur keinen glücklichen Eindruck, jedoch dürfte dies hauptsächlich auf die in früherer Zeit ergänzten „leimenen“ Hände zurückzuführen sein, von deren Entfernung abgesehen wurde.

Um so interessanter sind die beiden folgenden, wohl auf einen und denselben Meister zurückzuführenden Statuen Erasmus (Abb. [93]) und Sebaldus. Der erstere ein Bischof, trägt in der rechten Hand einen Haspel, das Werkzeug seines Martyriums, und in der linken ein Buch. Sebaldus, als Pilger dargestellt, trägt ein eigentümliches Kirchenmodell mit einem Dachreiter. Nachträglich und unorganisch war demselben ein Turm beigefügt, der bei der Restaurierung weggelassen wurde. Der abgeschlagene Pilgerstock wurde ergänzt. Erwähnenswert scheint, daß das Wappen unter dem Erasmus, ursprünglich Haller-Tetzel, durch Übermalung und Aufsetzen eines Lämmchens zu einem Schürstab-Großischen Wappen umgeändert ist.

Die nächsten Statuen von Stein, Maria (Abb. [94]) und Elisabeth, bilden wieder eine Gruppe: die Behaimsche Heimsuchung. Bei der Elisabeth waren beide Hände zu erneuern, im übrigen waren nur einige Ergänzungen an den Gewändern und bei der Maria Ergänzungen an den Händen herzustellen.

Hieran schließt sich die Volckamersche Verkündigung, zwei große Statuen von Stein; der Engel, der die fehlenden Hände erhielt, von denen die linke Hand das Zepter trägt, und Maria, bei welcher ebenfalls einige, jedoch geringe Ergänzungen vorgenommen werden mußten.

Ferner befinden sich unterhalb des Gesimses noch zwei kleinere Statuen von Stein: ein Behaimscher Thomaschristus und eine Matrone, letztere mit dem Volckamerschen Wappen. Neben derselben konnten betende Stifterporträts aufgedeckt werden.

Auch die steinernen Vesperbilder von Veit Stoß (Abb. [95]) machten eine Reihe von Ausbesserungen bei verstümmelten Händen, Gewandteilen und Schwertern erforderlich. Bei der Sebaldusstatue (Abb. [86]) am nördlichen Vierungspfeiler konnte sich die Restaurierung auf eine Ergänzung des Pilgerstabes beschränken.

Im übrigen ist noch zu erwähnen ein hölzerner kleiner Thomaschristus, der seinen Platz, weil er sich an keiner anderen Stelle geeigneter anbringen ließ, von jeher auf dem Petrusaltar gefunden hat. Bei dieser Figur, ebenso wie bei der schönen Erzstatue Marias von Stephan Godl (Abb. [98]), beschränkte sich die Restauration auf eine Reinigung.

Das Sakramentshäuschen, eine Stiftung von Muffel und Groland (Abb. [50]), ist in seiner architektonischen Gliederung außerordentlich zierlich und reich ausgestattet. Leider waren viele Skulpturteile verloren gegangen oder zertrümmert und daher mannigfache Ergänzungen erforderlich. Die vollständige Polychromie fand sich nach Entfernung eines Ölfarbanstriches vor und wurde aufgefrischt. In der Nische, welche mit dem Standort des Thomaschristus korrespondiert, fehlt die wohl eine klagende Maria darstellende Statue.

Beim Schrein des Petrusaltares (Abb. [53], [54]) waren sowohl die Skulpturen innerhalb des Schreines und die Predella wie auch die nach Augsburg zur Restauration gesendeten zwölf schönen Flügelbilder mit brauner Ölfarbe gleichmäßig überstrichen. Beim Abnehmen der letzteren kam an den Skulpturen die Polychromie in guter Erhaltung zum Vorschein, so daß z. B. das Glanzgold nur ganz weniger Ausbesserungen bedurfte. Die Mitra, die von zwei Engeln getragen wurde, fehlt. Leider fanden sich auch die sicherlich mit wertvollen Malereien geschmückten Predellatüren nicht mehr vor.

Im Herbst 1905 wurde auch die nördliche Sakristei instand gesetzt. Unter der Tünche zeigte sich bald die alte Polychromie, welche aufgefrischt wurde. Leider hat die Sakristei, die mit ihrem durch eine durchbrochene Treppe zugänglichen Obergeschoß und dem Kaiserchörlein eine eigenartige reizvolle Bauanlage bildet, früher viele störende Umänderungen erfahren. Die Öffnungen der Treppenwand waren wegen baulicher Mängel vermauert und hätten ohne anderweitige Stützkonstruktionen nicht geöffnet werden können. Eine Tür führt jetzt von der Straße in den ehemals abgeschlossenen intimen Raum. Die Piscina, früher von der Sakristei und vom Chor aus benutzbar, ist mit ihrem Abzugsgraben noch vorhanden, dient aber jetzt, zum Teil vermauert, als Nische für einen Gasofen. Die alte ehemalige Ofennische wurde an der Ostwand entdeckt und als Bücherschrank verwendet.

Abb. 50. Sakramentshäuschen im Ostchor.

An Stelle der kleinen alten Fenster fanden sich auf der Nordseite große Fenster vor; eine weitere in die östliche Altarnische gebrochene Fensteröffnung nimmt jener alle Stimmung. Andererseits aber hatte die Sakristei zu diesen Änderungen durch ihre Feuchtigkeit und dumpfe Luft Veranlassung gegeben. Rekonstruktionen waren also nicht veranlaßt und die neueren Arbeiten beschränkten sich daher, abgesehen von einigen nötigen Auswechslungen am Mauerwerk und dem Verdichten vieler offener Lagerfugen, auf die Herstellung einer Vertäfelung und eine Verbesserung der Ofenanlage.

Im Chor fanden sich die Stühle Hans Tuchers, Sebald Schreyers und mehrere andere alte Stühle, welche noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts vorhanden waren, leider nicht mehr vor. Die alten Handwerkerstühle (Abb. [125]) erfuhren ebenso wie die Tucherschen Renaissancestühle eine gründliche Reparatur, wobei die an den letzteren angebrachten zwei kleinen Schnitzereien, St. Sebald vom ehemaligen Schreyer-Stuhl (Abbildung auf dem Titelblatt) und ein Wappen vom Grundherrnstuhl, abgenommen und neben den Hauptaltar versetzt wurden. Heideloffsche Seitenwangen an verschiedenen alten Stühlen wurden entfernt und durch einfache, möglichst indifferente Formen ersetzt.

Besonders schwierig gestalteten sich die Arbeiten an den gotischen Chorstühlen (Abb. [121], [122], [123]), die sehr reich geschnitzt waren und jetzt noch Reste von außerordentlich wertvoller figürlicher Plastik aufweisen. Kein Mobiliargegenstand hatte sich aber, von einzelnen Statuen abgesehen, in einem so zertrümmerten, zusammengeflickten und wieder vernachlässigten Zustand gefunden wie diese Stühle. Zunächst mußten die Originalteile festgestellt werden, dann wurde eine Instandsetzung vorgenommen, bei der die fehlenden Teile in ihren Hauptformen in Eichenholz ergänzt, aber nicht im Detail ausgeschnitzt wurden. Es sollte sich die Restaurierung innerhalb des wiedergewonnenen, würdigen allgemeinen Eindruckes vom alten Original absondern, so daß besonders bei den Figuren keinerlei Vermischung mit neueren Zutaten auftrat.

Das Sebaldusgrab wurde, abgesehen von einigen kleinen Ausbesserungen (Ergänzung von fehlenden silbernen Rosetten), einer sorgfältigen Reinigung unterzogen.

Die beiden barocken Seitenaltäre wurden gründlich instandgesetzt und ausgebessert, wobei auch die Malereien auf der Rückseite wieder zur Geltung kamen. War doch sogar das Lorbeerlaub aus Zinn an den Säulen des Tucheraltares (Abb. [51]) in früheren Zeiten in Verlust geraten.

Die in der Augsburger Galerie stattgehabte Restaurierung der wertvollen Tafelbilder, welche im Mai 1906 wieder an ihrem alten Platze aufgestellt werden konnten, war vom schönsten Erfolge begleitet. Außer einer sachverständigen Reinigung hat durch die berufene Hand des Konservators Mayer eine Abnahme vieler störender Übermalungen zum Teil in ziemlichem Umfange stattgefunden, so daß die ursprüngliche Farbenwirkung in überraschender Weise wieder zur Geltung gelangt ist (Taf. [XV]).

Eine der hauptsächlichsten Arbeiten im Ostchor wurde zu Anfang des Jahres 1906 begonnen: der Umbau der Hauptorgel.

Die bisherige Hauptorgel von St. Sebald (Abb. [126]) ist eine der ältesten und wohl auch interessantesten Bayerns. Sie wurde im Jahre 1444 von Heinrich Traxdorf erbaut und war im Ostchor über dem Trennungsbogen gegen das südliche Seitenschiff angebracht. Sie bestand außer aus einem Podium, welches auf einem hölzernen vorgekragten Gewölbe ruhte und in der Mitte einen kleinen Pfeifenprospekt (sogenanntes Positiv) trug, aus dem eigentlichen Orgelwerk, das fast die ganze Giebelwand bedeckte und von einem zierlichen Gehäuse umschlossen war. Der Blasebalgraum befindet sich hinter der Giebelmauer. Die Verbindung zwischen diesem Raume und dem Orgelpodium bildet eine schmale Tür in der Giebelwand. Vermutlich hatte die alte Orgel schon bemalte Flügel, die zum Schutze der Pfeifen dienten und geöffnet werden konnten. Die Konsole, welche die mittlere Endigung des Holzgewölbes unterhalb der Orgel bildet, hat die Form einer Teufelsfratze mit beweglichem Kiefer, der während des Orgelspieles in Bewegung gesetzt werden konnte. Die beiden seitlichen Konsolen zeigen ein dänisches und ein französisches Wappen, die wiederholt in Verbindung mit dem Kirchenpatron in St. Sebald angewendet worden sind. Rings um das Orgelpodium fanden sich zwischen den herabhängenden Maßwerken reizvolle in Holz geschnitzte Figuren, darunter zwei Herolde mit den beiden Nürnberger Wappen. Die übrigen stellen Ritter, Frauen und Bauern dar und sind zum Teil sehr humorvoll gehalten. Die ganze Orgel ist aus Eichenholz hergestellt. Zu beiden Seiten waren auf der Wand teppichartig großzügige Ornamente in grünem Ton aufgemalt und innerhalb derselben musizierende Engel dargestellt.

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Orgel freilich mannigfache Veränderungen erfahren und zwar in den Jahren 1572, 1658, 1691 und 1827. Im Jahre 1658 erhielt sie neue Malereien von Daniel Preißler auf den wohl schon vorhandenen Flügeln, und zwar eine Reihe Porträts der Pfarrer und Kirchenpfleger, aber auch von Stadtmusikern und ihren Dirigenten. Die gesteigerten musikalischen Ansprüche hatten wiederholt Verbesserungen und Erweiterungen des Orgelwerkes zur Folge, so daß allmählich auch das Gehäuse eingreifenden Veränderungen unterworfen worden war, wodurch die ursprüngliche Form desselben sehr beeinträchtigt wurde. Unter Heideloff wurde das Podium nach vorn sowohl wie nach beiden Seiten bedeutend erweitert, um für einen größeren Sängerchor Platz zu gewinnen. Die schönen Wandmalereien waren übertüncht und durch Balkenwerk verbaut worden.

Abb. 51. Partie aus dem Ostchor mit Tucheraltar, Sakramentshäuschen und Petrusaltar.

Beim Abbruch der Orgel ergab sich glücklicherweise aus der genauen Aufnahme und dem Vergleich der einzelnen Teile die Möglichkeit, das ursprüngliche Orgelgehäuse von 1444 mit völliger Sicherheit wieder herzustellen. Daß aber das vielfach ausgebesserte Orgelwerk den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügte, erscheint begreiflich. Die Kirchenverwaltung entschied sich daher für Beschaffung eines neuen Orgelwerkes und billigte auf Grund eines Gutachtens von Hauptprediger Dr. Geyer den Vorschlag des Unterzeichneten, das alte Gehäuse, von allen späteren Zutaten befreit, zu verwenden und in Verbindung mit den Wandmalereien wieder vollständig instandzusetzen. Die Aufgabe, 26 neue Register in dem engen Raum unterzubringen, war nicht leicht, und ein Hinausschieben des ganzen Gehäuses um 15 cm zur Erlangung einer größeren Tiefe konnte nicht umgangen werden. Das Orgelwerk selbst wurde durch Orgelbaumeister Strebel gebaut, während sämtliche Instandsetzungsarbeiten des Gehäuses und das neue Positiv mit den seitlichen Brüstungen in der Werkstätte der Bauhütte hergestellt wurden.

Auch die Wandmalereien zu beiden Seiten der Orgel, die in überraschender Weise zum Vorschein gekommen waren, erfuhren wieder eine Erneuerung.

Bei den Veränderungen, sowohl bei den Statuen wie an Reliefs und sonstigen Skulpturen, welche notwendigerweise vorgenommen werden mußten, hat in den meisten Fällen vorher eine photographische Aufnahme stattgefunden, so daß jederzeit Rechenschaft über den früheren Zustand gegeben werden kann. Die abgenommenen Ergänzungen selbst finden sich in der Bausammlung der Kirche aufbewahrt, die auch die gefertigten Hilfsmodelle und Pläne enthält. Sepulkren fanden sich in den Mensen der Altäre an verschiedenen Stellen, jedoch in bereits eröffnetem Zustande; zunächst im Hauptaltar mit einer Konsekrationsurkunde von 1379, ferner in der Mensa des Halleraltares und der südlichen Sakristei. Hier waren die Urkunden nur mehr als Reste vorhanden. Noch schlechter war der Zustand eines Holzkästchens mit vermoderter Einlage im Petrusaltar; im Tucheraltar fanden sich nur geringe Fragmente. Nach Feststellung der Urkunden und photographischer Aufnahme der Funde ließ das Pfarramt die letzteren wieder in ihre Höhlungen einschließen.

Bis zum Juli 1905 war die gefährliche Auswechslung auch des südlichen Vierungspfeilers glücklich beendet, und es konnte nach Entfernung der Zwischenwände die ganze Kirche dem Gottesdienste wieder übergeben werden.

Bei den mannigfaltigen und auf verschiedenen Gebieten gelegenen Aufgaben, welche die 3-1/2jährige Wiederherstellung mit sich brachte, konnte sich der Unterzeichnete der Unterstützung der schon genannten tüchtigen Mitarbeiter wie auch anderer Fachleute erfreuen.

Das Verhältnis der Bauleitung zur protestantischen Kirchenverwaltung, unter der Vorstandschaft von Stadtpfarrer J. Schiller, als der Bauherrin, und zum Bauausschuß, als deren Vertretung, war ein durchaus glückliches.

Der Bauausschuß, welcher in vielfachen Sitzungen die Berichte und Vorschläge des Bauleiters entgegennahm, hatte leider mitten in der Arbeit am 2. Juni 1905 seinen Vorsitzenden, den Hauptförderer der Wiederherstellung, Kirchenrat F. Michahelles, 1. Pfarrer an St. Sebald, verloren. Um ihn, den allverehrten und liebenswürdigen Mann, dem die Durchführung des großen Werkes sowohl durch die unermüdliche Beschaffung der Geldmittel wie durch die sachkundige, geschickte Leitung in erster Reihe zu danken ist, zu ehren, wurde im südlichen Seitenschiff seine wohlgetroffene Marmorbüste von F. Zadow (eine Stiftung von Justizrat Hilpert) aufgestellt. Mitglieder des Bauausschusses waren die Herren Baumeister und Privatier G. Goll, Magistratsrat H. Häberlein, Großhändler A. Heerdegen, Justizrat D. Hilpert, Kunstschlosser und Privatier A. Leibold und Fabriksbesitzer J. Thäter. Nach einer kurzen Verwesung des Vorsitzes durch Pfarrer Wunderer hatte die Leitung des Bauausschusses Stadtpfarrer Dr. Hagen, 1. Pfarrer an St. Sebald, übernommen und die Arbeiten nach Kräften gefördert und zu Ende geführt.

Abb. 52. Ostchor. Ansicht gegen Westen.

Bei der Beschaffung der Geldmittel stand dem Kirchenrat Michahelles der Verein für die Restaurierung der Sebalduskirche zur Seite, in dessen Ausschuß als stellvertretender Vorsitzender Justizrat C. Freiherr von Kreß, als Schriftführer Justizrat O. Vollhardt und als Schatzmeister Kommerzienrat C. Schwanhäußer tätig waren.

Die Mittel (Taf. [VIII]) flossen fast vollständig aus freiwilligen Beiträgen, bei welchen die Patrizierfamilien an erster Stelle standen. Auch die Kirchenverwaltung unterstützte die Wiederherstellung, teils durch größere Beiträge, die sie zur Abstellung der Bauschäden genehmigte, teils zu Zeiten, in denen ein niedriger Kassenstand vorhanden war, durch Vorschüsse.

Allerdings sind die bei der Inangriffnahme der Restaurierung gestellten Aufgaben an St. Sebald noch nicht alle gelöst. Die kostbaren Gobelins (Abb. [132] bis [136]) befinden sich auch heute noch in einem traurigen Zustande. Wohl hat die Restaurierung eines kleinen Stückes gewissermaßen als Probestück durch Frau Irmisch in München stattgefunden und berechtigt zu der Annahme, daß auch die weiteren Ausbesserungen nicht wie bisher nur in Paris oder Italien, sondern in Deutschland gemacht werden können. Allein für diese künstlerische und kostspielige Arbeit fehlen vollständig die Mittel. Man mußte sich bei der gegenwärtigen Restaurierung darauf beschränken, die zerrissenen und zerschnittenen Stücke notdürftig wieder zu verbinden und mit Borten und Futterstoff neu zu versehen.

Das gleiche gilt bezüglich der wertvollen und prächtigen Glasmalereien im Ostchor (Abb. [107] bis [109]), bei denen an vielen Stellen sich von außen durch die Einwirkungen der Atmosphäre eine dicke undurchsichtige Kruste gebildet hat, während die Schwarzlotaufmalung im Innern sich so abgelöst hat, daß sie sich mit dem Finger, wie der Kreidestrich auf einer Schiefertafel, wegwischen läßt. Baldige Hilfe tut not, wenn diese unschätzbaren Kunstwerke nicht zugrunde gehen sollen. Andererseits muß mit größter Vorsicht dabei zu Werke gegangen werden. Vielleicht verspricht ein neues Verfahren, welches die Hofglasmalerei Zettler in München gerade mit Rücksicht auf die Glasmalereien von St. Sebald erprobt hat und das in einer durchsichtigen leichten Überglasung der einzelnen Glasstücke besteht, zur Konservierung der Malereien gute Dienste zu leisten.

Die Frage einer Beleuchtung und Beheizung der Kirche ist wiederholt beraten, jedoch noch keiner Entscheidung entgegengeführt worden.

Nürnberg, den 15. Juli 1906.Prof. J. Schmitz, Architekt.