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EBELEBEN. Schwarzburg-Sondersh. LA Sondersh.
Dorf-K. Umbau 1702; gräfl. Schwarzbg. Grabkap. 1642. Epit. der Herren v. E. 1569. —
Fürstl. Schloß 16.-18. Jh.
EBELSBACH. UFranken BA Haßfurt.
Schloß. Von 1396 bis zur Gegenwart im Besitz der Herren v. Rotenhan. Erb. 1564 ff. Wasseranlage. Die Umfassungsmauern regelmäßiges Rok. mit Ecktürmen. Nur an 2 Seiten wohnmäßig ausgebaut, Fachwerk über Quaderunterbau. Kapelle 1580, neu ausgestattet A. 18. Jh.
EBENHARD. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Dorf-K. Der turmtragende eingezogene quadr. Chor in der Anlage frgot., Lhs. rok.
EBERN. UFranken BAmtsstadt.
Pfarr-K. 2. H. 15, Jh. Hallenkirche mit niedrigeren Sschiffen. Die letzteren schließen polyg., ebenso der das Msch. fortsetzende (ältere) Chor. Im Msch. Sterngwbb. von strenger Bildung, im Chor und in den Ssch. einfache Kreuzgwbb. Die runden Pfll. haben schlichtes Kämpfergesims. WEmpore jünger (1492). Außen Quaderbau, bar. und modern rest. Turm im W. Im nördl. Sschiff prächtiger Bar.-Altar, Bamberger Arbeit. Sandsteinkanzel ca. 1610. — Rotenhansche Epitaphe, ein bronzenes 1539, ein steinernes 1559 vielleicht von Kilian Sorg. — Neben der K. 2stöckige Michaelis-Kap. 1464 (Inschr.). Unten Beinhaus, Erkerchor, kleines Relief mit Jüngstem Gericht.
Marien-K. auf dem Friedhof. 2. H. 15. Jh. 2sch. mit zierlichem polyg. Chor, darin fein gemusterte Sterngewölbe (1518), die Strebepfeiler auf statuarische Ausstattung berechnet. — Wirkungsvoller Hochaltar 1750, Altarblätter von J. A. Glantschnigg 1745, 1746. Pietas um 1480.
Ehem. fürstbischöfl. Amthaus (jetzt Gericht), renss.
Rathaus 1604. Steinernes Erdgeschoß in 4 Säulenarkaden geöffnet, Obergeschosse reich gemusterter Fachwerkbau, am Giebel Dachreiter. Mehrere wohlerhaltene Tor- und Mauertürme, 2 bar. Brunnen, Neptun und Pallas.
EBERSBACH. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. Der originelle Gr. entstand 1726 durch Anfügung eines zentrischen, aus Kreis und Polygon gemischten OBaus an einen älteren Langbau. Hölzerne Tonnen- und Kuppel-Gwbb. Ringsum Emporen in 3 Geschossen. Die Inneneinrichtung ein besonders stattliches Paradigma der Lausitzer Predigt-K. In allen Teilen polychromiert. An den Emporen 54 biblische Gemälde von 1733. Ansehnlicher Baldachinaltar 1787. Hübsches Gestühl. Der Prospekt der Silbermannschen Orgel von 1738 ist einer der prachtvollsten Sachsens.
Herrenhaus um 1700.
EBERSBERG. RB Cassel Kr. Hersfeld.
Burgruine. Ein Teil der Ringmauer und 2 runde Türme erhalten. 1274 zerstört, 1396 wieder aufgebaut.
EBERSDORF. Reuß j.L. LA Schleiz.
Fürstl. Schloß 1690-93.
EBERSDORF. K. Sachsen AH Flöha.
Ehem. Stifts-K. um 1400, die reiche Ausstattung E. 15. und A. 16. Jh. — Das Lhs. 1sch. begonnen, noch während des Baues durch Einziehung von Pfll. in ein 2sch., ein weiteres und ein schmäleres geteilt; dadurch schneidet ein Pfl. unsymmetrisch in den etwas eingezogenen Chorbogen, Kreuzgwb., Chor gestreckt mit Schluß aus 8 Ecken, Sterngwb.-Turm an der SWEcke. — Schnitzaltar 1513 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln. Aus derselben Zeit Reste eines schönen Chorgestühls. Ikon. Grabst. des Dietrich v. Harras, des kühnen Springers der Sage, um 1500. [Von hohem Wert die geschnitzten Figg. eines Engels und eines Diakons als Lesepulthalter, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden: nach Flechsig vom Meister der »schönen Tür« in Annaberg.]
EBERSRODA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern.
EBRACH. OFranken BA Bamberg II.
Ehem. Cisterc.-Klst. gegr. 1127, die älteste und stets vornehmste Niederlassung des Ordens in Franken. Die bestehende Kirche Neubau des 13. Jh. Erste Altarweihen, wohl nicht lange nach Beginn des Baues, 1218 und 1221. Letzte Vollendung 1282. Trotz der langen Bauzeit völlig einheitlich im Plan und nahezu einheitlich in den Stilformen. Die späteren Jahrhunderte brachten keine Veränderungen, außer in den Ausstattungsstücken, bis Abt Wilhelm Roßhirt (1773-91) durch Materno Bossi den ganzen Innenbau in einer dem französischen Louis XVI. verwandten Manier neu dekorieren ließ. Der großartigste frgot. Bau, den Deutschland hervorgebracht hat, wurde dadurch, wo nicht materiell, so doch ästhetisch [pg 93] vernichtet. Immerhin verdient Bossi insofern Dank, als er nicht ganz so rücksichtslos verfuhr, wie in ähnlichen Fällen vor ihm viele Barockmeister. Er ließ das neue Gewand sich eng an den alten Gliederbau anschmiegen, so daß man den kühnen und strengen Rhythmus desselben noch immer herausfühlt. Ein Irrtum ist es, den Ebracher Bau dem Übergangsstil zuzurechnen; er ist rein frgot., wenn auch nicht in französischen, sondern in jenen burgundischen Schulformen, die wir heute am besten in den südlich von Rom gelegenen Cistercienserkirchen Fossanova und Casamari kennen lernen. Wer jene in Erinnerung hat, erstaunt über die Ähnlichkeit des Eindrucks trotz der veränderten Zierformen. — Die Anlage als kreuzf. Basilika tritt zumal im Außenbau klar und einfach in die Erscheinung. Auf das Lhs. fallen 7 Joche, auf den Hauptchor 3 Joche in gleichem System, bei engeren Intervallen. Der östl. Schluß geradlinig. Um ihn setzen sich die Sschiffe als Umgang fort und an diesen schließt sich, niedriger und in Kapellen (12 an der Zahl) aufgeteilt, ein zweiter. Der nördl. und südl. Flügel dieses äußeren Umgangs war im ersten Plan noch nicht enthalten (Scheidewände dünner als im OFlügel und nicht in den Pfeilerachsen; Gegenprobe in der von Ebrach abgeleiteten K. in Riddagshausen bei Braunschweig). L. bis zum Schluß des Hauptchors 76 m, mit Zuzählung der Kap. 87 m. Lichte Br. des Lhs. 23,6, H. 21,9. Querschnitt nach der von den Cisterciensern überall gern angewendeten Proportion des gleichseitigen 3Ecks, in französischer Weise vom Sockel gemessen. Die Gwbb. sind im Msch. rok., in den Ssch. annähernd quadr. Das Qsch. etwas schmäler als das Msch. und stark ausladend, so daß jeder Flügel 3 rok. Gwbb. enthält (Rekonstruktion des Systems bei Dehio und Bezold Taf. 496). Die Pfll. kreuzf. und mit Halbsll. besetzt. Im Msch. gingen die Dienste nicht bis zur Erde, sondern setzten dort auf Konsolen ab, auf der Höhenlinie, wo sie jetzt, zu korinthischen Sll. umgebildet, ihre Basen haben. Die Gewölbescheitel, was für die französische Filiation bezeichnend ist, wagerecht. Die kräftigen spitzbg. Gurten und Rippen und die mit frgot. Laubkränzen geschmückten Schlußsteine sind erhalten; ebenso die spitzbg. Form der Arkaden und Fenster; hinter den Beichtstühlen verborgen sind auch einige frgot. Eckblattbasen und Halbsäulenkapitelle verschont geblieben. Das Hochschiff hat an der östl. Chorwand wie an den Fronten des Qsch. frgot. Rosenfenster, genau so angeordnet wie in Fossanova; ein solches muß sich auch an der WFront befunden haben, wurde aber durch eine größere hochgot. Rose (jetzt Copie, das Original im Münchener National-Mus.) ersetzt; die Komposition des Maßwerks ist der Rose am Qsch. [pg 94] der Notre-Dame in Paris nahe verwandt, geht aber nicht unmittelbar auf sie zurück, sondern auf eine in den Entwürfen zum Straßburger Münster vorkommende Variante (ausgeführt in Rufach i.E.). Das Äußere wird klar und kräftig durch Strebepfll. am Hochsch. wie an den Ssch. gegliedert; Strebebgg. fehlen (wie immer bei den älteren Cisterc.-K.). Ein für die Schulzusammenhänge bezeichnender Unterschied ist der, daß am Chor und an der OWand des Qsch. Konsolengesimse von spezifisch burgundischer Fassung angewandt sind, während an der WWand des Qsch. und am Lhs. deutsche Rundbg.-Friese auftreten. Der Dachreiter bar. erneuert.
Ausstattung. Bossi hat einige Prachtstücke aus 17. und A. 18. Jh., die ihm für die Einheitlichkeit der Wirkung ungefährlich waren, beibehalten, die meisten aber neu hergestellt; verschwunden ist alles Mittelalterliche mit Ausnahme einiger Grabst, vom 15. Jh. ab. Die Grabst. der Königin Gertrud, Gemahlin Konrads III., und ihres Sohnes Friedrich v. Rotenburg (hinter dem Hochaltar) sind freie Erfindungen des 17. Jh. Zahlreicher, doch nicht höheren Ranges, die Denkmäler der Renss.Epoche. Das sog. Mausoleum des ersten Abtes, Adam, ist ein wunderlicher gotisierender Versuch italienischer Stuckatoren vom J. 1697. Bmkw. die 2 Orgeln.
Michaels-Kap. 1sch. kreuzf. Anlage an der NFront des Qsch. Die Art, wie das Qsch. der Kap. in die Ecke des Qsch. der K. eingreift, beweist, daß sie vor dieser begonnen war, wozu das überlieferte Weihungsjahr 1207 paßt. Indes ist der vorhandene Bau nicht einheitlich; die Achse des Schiffs deckt sich nicht mit der des Altarhauses; die Einzelheiten zeigen mehrfachen Wechsel der Bauführung; die OPartie mit nordfranzösischer Färbung, die sonst in E. nicht zu bemerken ist, die westl. Teile unter Einfluß des Maulbronner Kreuzgangs, jedoch verhältnismäßig unfein und in einer den Cisterciensern sonst fremden Weise überladen, immerhin eindrucksvoll.
Klostergebäude. Sie eröffnen für Franken die Reihe jener im Verhältnis zum Zweck unbegreiflich kolossalen Anlagen, in denen die süddeutschen Klöster im letzten Jahrhundert vor der Säkularisation ihren Ruhm suchten. 1687 bis 1698 von Leonhard Dientzenhofer, Umbau und Erweiterung 1716 ff. nach Plänen Balthasar Neumanns, ausgeführt von Joseph Greising († 1722). Die Scheidung der verschiedenen Anteile nicht überall leicht. Die Gebäude wurden weit nach W vorgeschoben. Ihre Grundfläche das 6fache der ma. Klausur. 2 geschlossene und 3 triklinienförmig geöffnete Höfe. Die NFassade, rechtwinklich zur Kirchenfront, zeigt die Formen des deutschen Barock, am deutlichsten in den 2 reichen Erkern; [pg 95] den in seiner Länge eintönigen Bau unterbrach Neumann durch ein machtvolles Mittelmotiv mit brillantem Treppenhaus. Eine zweite, noch prächtigere Schauseite öffnet sich nach W zu den großen, jetzt verwüsteten, Gartenterrassen, in deren Mitte ein Kolossalbrunnen in Berninischer Manier von Jakob van der Auvera. Die Dekoration der großen Aula (Kaisersaal) liegt stilgeschichtlich auf der Grenze zwischen Barock und Rokoko; Stuckatur von Hönnicke (der von hier nach Pommersfelden ging), die Fresken von Lünenschloss (1722), Antonio Nave, Jo. Ad. Remela (später in Bronnbach tätig).
EBSDORF. RB Cassel Kr. Marburg.
Dorf-K. 1sch., rom. Mauerwerk, vermauerte rom. Pforten in S und N. Spgot. Chor.
ECKARDSHAUSEN. UFranken BA Schweinfurt.
Ehem. Wallfahrts- jetzt Pfarr-K. Flachgedeckter Bau aus mehreren Bauführungen 1467-1525. Spätgot. Sakramentshäuschen. Im klassiz. Hochaltar Gemälde bez. Asam 1760. Renss.Epitaphe 1544, 1547.
ECKARTSBERGA. Pr. Sachsen Kreisstadt.
Pfarr-K. stillos verbaut; die südl. Erweiterung zur Beschaffung eines größeren Predigtraumes 1559; aus diesem Jahr die Kanzel; Altarbau 1607.
Burgruine, große regelmäßige 4eck. Anlage, 2 Bergfriede.
ECKERSDORF. OFranken BA Bayreuth.
Pfarr-K. 1525 aus ehem. Schloßkap. erweitert. — Grabst.
ECKSTEDT. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Dorf-K. 1744. Im 8Gr. Eck, an dessen östl. Seite sich ein kleineres 1/2 8Eck anschließt. — Taufgestell: Muschel auf Delphinen.
EFFELDER. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
Pfarr-K. Wesentlich 15. Jh. mit Benutzung älterer, vielleicht noch rom. Teile. Der gewölbte polyg. Chor gut ausgebildet, das flachged. Lhs. im 17. Jh. überarbeitet. — Grabsteine unerheblich. — Kirchhofsmauer mit Schießscharten.
Schloß. Hauptbau 1470 und 1533.
EFFELDORF. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. Als Loretto-Kap. erb. 1653 von den Würzburger Jesuiten. Lhs. 1753. Hübsche Ausstattung bar., rok. und klass.
EFFELTRICH. OFranken BA Forchheim.
Dorf-K. um 1450; unter den in diesem Teile Frankens nicht seltenen Festungskirchen eine der interessantesten; der Wehrgang und 3 spitzged. Ecktürme erhalten; über dem Eingang der Ringmauer 3 Holzfigg. aus A. 16. Jh., um einiges älter daneben in spgot. Nische der reitende S. Georg. Weitere Holzplastik im Innern.
EGENHAUSEN. UFranken BA Schweinfurt.
Dorf-K. mit eingezogenem Chor, gegliederter Fassade und Freitreppe, von Oberstleutnant Joh. Mich. Müller um 1766. Ostturm 1585 nachgot. Inneneinrichtung gegen 1770 in beginnendem Klassizismus.
EGGOLSHEIM. OFranken BA Forchheim.
Pfarr-K. 1826, erhalten der frrom. T.
EHLEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
Kirch-Turm rom. 12. Jh. Im niedrigen türlosen Erdgeschoß kuppeliges Kreuzgewölbe.
EHRENFRIEDERSDORF. K. Sachsen AH Annaberg.
Stadt-K. S. Nikolai; 2sch. 3jochige Hallenkirche aus 15. Jh., der unsymmetrisch anschließende platt geschlossene Chor aus 14. Jh. — Altarwerk mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, wichtig; die hervorragend schönen Schnitzfigg. im Stil des Annaberger Meisters W Z von 1512; auch die Flügelgemälde bmkw. (dieselbe Hand in Einsiedel und Tannenberg). — Ausgezeichneter spgot. Kelch.
EHRINGEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
Dorf-K. 1sch. mit 3 got. Kreuzgwbb., eingezogen quadr. Chor, WTurm.
EHRINGSDORF. Sachsen-Weimar. VB Weimar.
Dorf-K. rom., Turm frühgot. mit breitem Zeltdach. 8 gemalte Apostel von einem spätgot. Altar.
EIBAU. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. 1703. Sehr stattlicher Gwb.Bau nach dem Vorbilde von Bertsdorf; 15,5 m br., 32 m l., Schluß 5/10, zwischen den eingezogenen Strebepfeilern 3fache Emporen, auch um den Altar herumgeführt. Auf dem Kirchhof zahlreiche Denkmäler. Die Wohnhäuser des 18. Jh. zeugen von großer Wohlhabenheit, viele mit Türen aus Sandstein oder Granit.
EIBELSTADT. UFranken BA Ochsenfurt.
Pfarr-K. Ein Bau des 13. Jh., von dem der Turm (W) erhalten, wurde 1500-1530 langsam durch einen Neubau ersetzt. 3 sch. 3jochige Hallenkirche mit 1sch. Chor; Netzgwb. auf leichten Rundpfeilern; reiches Maßwerk, charakteristisch für die letzte spätgot. Phase. Einige Veränderungen 1624. — Auf den stattlichen Bar. Altären von E. 17. Jh. sind spätgot. Holzfigg., z.T. von hoher Qualität, und Renss-.Reliefs von 1625 wiederverwendet; Gemälde von Osw. Onghers. Taufstein um 1600, Alabaster, originell komponiert und im Figürlichen hervorragend gut. Vielleicht von derselben Hand Grabstein eines kleinen Mädchens mit Blumen und Totenkopf. Im Chorbg. Kreuzgruppe aus der Umgebung Riemenschneiders. Unter den Altargeräten [pg 97] gute Augsburger Arbeiten des 17. und 18. Jh. — Außen am Lhs. Ölbergkap. mit überlebensgroßen Figg. um 1620.
Hl. Kreuz-Kap. 1657. Flachgedecktes Schiff, stark ausladend. Qsch und 1/2kr. Apsis. Gute Altäre aus der Erbauungszeit, einer mit Gemälde bez. Oswald Onghers 1660.
Rathaus 1706 vom Würzburger Peter Zwenger in schwerem sp. Barock, Erdgeschoß und Hauptgeschoß wirkungsvoll kontrastiert. — Hübsche Wohnhäuser des 18. Jh.
Stadtbefestigung. 15. und 16. Jh. Im ganzen Umkreis erhalten. 15 Rundtürme in Abständen von 60-80m. 3 Tore (das vierte abgebrochen). — Mariensäule 1660 und Sebastianssäule 1773, vortrefflich. In einem Privatgarten bmkw. steinerne Madonnenstatue 2. H. 14. Jh. Mehrere Bildstöcke mit reichen und guten Skulpturen des 17. Jh.
EIBSTADT (Groß- und Klein-). UFranken BA Königshofen.
Dorfkirchen. Got., mit OTürmen über dem Altar. Diese Verbindung ist für das ganze Gebiet, in rom. wie in got. Zeit, typisch.
EICHELSDORF. Ufranken BA Hofheim.
Dorf-K. Einheitlicher nachgot. Bau von 1608.
Schloß 1678. Großer Saal mit Stuckdecke 1703.
EICHSTAEDT (Ober- und Nieder-). Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
An beiden Kirchen querrck. WTürme, in der Anlage rom. — In beiden Reste von spgot. Altarplastik in bar. Aufbau.
EILENBURG. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
Stadt-K. Backstein mit Sandsteingliedern. Hallenbau aus 15. und 16. Jh. — Altaraufbau und Kanzel 1684.
Rathaus. 1544.
EINBERG. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Dorf-K. Chor spätgot., Lhs. 1sch., 17. Jh., Emporen und Mobilien 18. Jh.
EINHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Dorf-K. 1726. Älterer stark befestigter Kirchhof mit hohen Tortürmen.
EINSIEDEL. K. Sachsen AH Chemnitz.
Dorf-K. neu. Schnitzaltar mit ausgezeichneten Flügelgemälden von einem Chemnitzer Meister um 1510-20 (vgl. Ehrenfriedersdorf). Ausgezeichneter Kelch in der Art des Freiberger Meisters Samuel Klemm, 2. H. 17. Jh.
EISENACH. Sachsen-Weimar BAmtsstadt.
Benedikt. Nonnen-K. S. Nikolai. Baugeschichte unbekannt, wohl E. 12. Jh. — Flachged. Basilika von 6 Arkaden im Wechsel von Sll. und Pfll. und zwar so, daß die Reihe mit Pfll. beginnt [pg 98] und schließt. Ornamentierte Kaptt. Kein Qsch., aber südl. am Chor ein Turm. Unten 4seitig, weiterhin durch vier Geschosse 8eck., in trefflicher Architektur, die abschließenden Giebelchen und der Helm aus Rest. 1886, Ausmalung des Inneren 1894. An der NSeite das ehem. Klst.
Franziskaner-K. Der Orden faßte in Thüringen zuerst 1224 in Erfurt Fuß. 1225 in Eisenach angesiedelt. 1236 definitive Kirche. Sie wurde 1597 abgebrochen, 1883 in den Fundamenten freigelegt. Anlage rck., enorm gestreckt, 55 m l., nur 11 m br., trotzdem in 3 und zwar gleich breite Schiffe geteilt; Strebepfll. deuten auf Gwbb.
Dominikaner-(Prediger-)K. Beg. 1235 in rom. Formen, 1236 dem neuen Orden übergeben und schlicht got. weitergebaut. Anlage 2sch. Auf derben 8eck. Pfll. sehr hohe und weite spitzbg. Arkaden. Kleine Oberfenster mit Maßwerk des 14. Jh. — Kreuzgang gegen 1500, Refektorium 1512. — Grabrelief mit Schmerzensmann M. 14. Jh., wohl das älteste Beispiel der Epitaphform in Thüringen. (K. u. Klst. beherbergt jetzt das Thüringische Museum.)
Markt-K. S. Georg. 1515, nach Verwüstung 1525 vermauert 1560 und 1598. 3sch. mit rok. Chor und flacher Holzdecke.
Annen-K. 1sch. flachged. spgot. Gut ornamentiertes Portal 1634.
Gottesacker-K. 1692-97 von Joh. Münzel in der Grundform des griech. Kreuzes. Geputzte Holzdecke.
Residenzhaus. WFlügel 1507, NFlügel mit großem rundbg. Portal 1559 von Hans Lindemann.
Stadtschloß 1742-45. Die Fassade ehem. weit reicher; schöner Festsaal; wertvolles Mobiliar und Porzellan. Im Stall reich rok. geschnitzte Pferdestände.
Rathaus 1508, nach Brand rest. 1638. Der schöne Turm von Hans Lindemann.
Marktbrunnen mit S. Georg. 1549, erneuert 1708.
Lutherhaus. Die jetzige Fassade mit schönem Portal 1563 von Hans Lindemann.
Nikolaitor spätrom. und einige got. Stadttürme.
Im Museum einige thüringische Altäre, einzelne Schnitzfigg. des 15.-16. Jh., Grabsteine des 14.-16. Jh.
EISENBERG. Sachsen-Altenburg LA Roda.
Stadt-K. 1494, einfacher 1sch. Bau.
Cisterc.-Nonnen-Klst. bis auf geringe Spuren zerstört.
Rathaus 1579.
Schloß. Hauptbau v. 1677 von Wilh. Gundermann aus Altenburg. Bmkw. die Kap.; ein Umgang von korinth. Säulen mit geradem Gebälk trägt 2geschossige Emporen. Stuckierung [pg 99] in vollen schweren klassizistischen Barockformen, wohl von Italienern ausgeführt. — Superintendentur. Ansehnlich spätrenss.
EISFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Stadt-K. Beg. 1505 und schnell zu Ende geführt. Ein Hauptwerk der südthüringischen Spgot. Quaderbau. Das Lhs. 25 : 18 m, 3 Sch., 5 Joche, die Gwbb. nach Brand 1632 durch Holzdecke ersetzt (das Inv. läßt im Zweifel, ob der Querschnitt Basilika oder Hallenkirche). 8eck. Chor mit Netzgwb. Der im NOWinkel stehende Turm mit älterem Unterbau. 3 Portale in W, N, O; die beiden letzteren unter einem zwischen die Strebepfll. eingespannten Schutzdach; unter den Zierformen macht sich das verschränkte Stabwerk in gehäufter Anwendung bemerklich.
Gottesacker-K. 1542. Über dem WPortal Gedenktafel für die Pastoren Jonas † 1553 und Kindt † 1549, treffliches Sandsteinrelief. Die zahlreichen übrigen Gedenktafeln von geringem Kunstwert.
Schloß. Nach Brand 1632 in sparsamster Bauart wiederhergestellt; der runde Haupt-Turm im Kern ma.
Schulhaus. 16. und 17. Jh.; einfach, in einer Blende rätselhafte Steinfigur (»Hirt«).
Superintendentur. Stattlicher Fachwerkbau des 17. Jh.
EISINGEN. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. 19. Jh. — Am Chorbg. Kruzifix von Riemenschneider, der Körper von feinster Durchbildung, Fassung neu.
EISLEBEN. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Andreas-K. Einfache spgot. Halle (wohl erst nach Brand 1498) mit rom. und frgot. Resten. Im W über rck. formlosem Unterbau 2 schlanke 8eck. Türme. Am 1. und 2. Geschoß mit sprom. Bogenfries, am 3. mit got. Gesims. Die Fenster der Sschiffe anscheinend frgot., was überraschenderweise auf eine schon frgot. Hallenanlage, oder, bei basilikaler Anlage, auf ungewöhnliche Höhe der Sschiffe im Verhältnis zum Hochschiff schließen ließe (vgl. den Giebel zwischen den Türmen). Die Pfll. des Triumphbogens rom. Aus dem nördl. Nebenchor führt eine Tür mit Eselsrücken und magerem Stabwerk, abschreckendste Spgot., in einen großen Seitenturm; untere Geschosse 1486, obere 17. Jh. — Großer Schnitzaltar, einer von den besseren, Kanzel A. 16. Jh., gute Arbeit. Im nördl. Nebenchor ein auf beiden (!) Seiten bearbeiteter Grabst.; die eine zeigt in eingeritzter trefflicher Umrißzeichnung den Grafen Burkhard v. Mansfeld († 1229), die andere in äußerst rohem und altertümlichem Relief 2 Figuren mit dem Mansfeldschen Wappen, ohne Umschrift; Grabsteine der Äbtissin Oda [pg 100] († 1351); der Gräfin Barbara v. M. († 1511); des Gf. Hans Georg († 1579); der Gräfin Katharina († 1582). Große in Erz gegossene Tumba des Gf. Hoyer v. M. († 1541), der Tote, gewappnet, den Helm zu Füßen, an den Ecken überragt von 4 freistehenden Säulen mit Leuchter-Engeln. Eine zweite Tumba aus Marmor; für welchen der Mansfelder Grafen, ist nicht nachweisbar. Von sonstigen Grabst. und Epit. ist vieles verschwunden.
Nikolai-K. 1426 ff. 3sch. Hallenkirche, 3 Joche, Kreuzgwb., kurzer Vorchor, 5/8 Schluß, einfacher niedriger WTurm. — Schnitzaltar und Taufstein spgot.
Petri-Pauli-K. 1486-1513. Halle, der vorigen ähnlich, etwas geschmückter, Netzgwb. — Schnitzaltar.
Annen-K. Unregelmäßige, nie vollendete Anlage. Der gewölbte Chor 1514, das Schiff mit Gewölben von Holz und Gips um 1600. (Wiederhergestellt 1908.) Im W Mansfeldische Grabkap. von 1588; seltsam entartetes Maßwerk. — Grabmal des Gf. Karl v. M. († 1594); der Tote in voller Rüstung auf einfachem Sarkophag. Steinerne Moseskanzel.
Geburtshaus Luthers, 1693 und 1863 rest., zeigt nichts mehr von seinem ursp. Aussehen. — Gemälde von 1569, Luthers letzte Ordination darstellend, mit vielen Porträts, nebst anderen Gemälden des 16. Jh., aus den Hallen des alten Gottesackers stammend.
Besser erhalten Luthers Sterbehaus, aus A. 16. Jh.
Schloß, ehemals eine Wasserburg, im 11. Jh. zum kgl. Tafelgut gehörig; hoher frma. Bergfried.
Altstädtisches Rathaus 1519-1530. Die großen Fenster durch 3 Pfosten geteilt, der obere Abschluß treppenförmig. An der NOEcke ein gekrönter Kopf, nach der Abb. im Inv. zu urteilen spätes 13. Jh., eingemauert; im Volksmunde Kopf des »Knoblauchkönigs« Herman v. Luxemburg.
Neustädtisches Rathaus mit Portal in sehr reiner Hoch-Renss. 1580.
ELGERSBURG. Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
Schloß. Im 13. Jh. genannt; seither oft umgebaut, zuletzt A. 20. Jh. von Gräbner-Dresden; die wenigen vorhandenen Kunstformen weisen auf 17. Jh.
ELGERSHAUSEN. Kr. Cassel-Land.
Dorf-K. Frgot. WTurm. — Kindergrabstein 1626.
ELISABETHBRUNNEN. RB Cassel Kr. Marburg.
Brunnenhaus. Renss. 1596.
ELISABETHENBURG siehe Meiningen.
ELLINGSHAUSEN. Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.
Dorf-K. 1775. Gute ikon. Grabst. der Familie v. Bose [pg 101] 16. und 17. Jh. Befestigter Friedhof mit Gaden und Kellern.
Schloß der v. Böse 1604, reizvoller Treppen-Turm. — Geschnitzte Fachwerkhäuser.
ELMARSHAUSEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
Schloß. 1442, fortgebaut 1554, 1563, 1763. Interessante und malerische Baugruppe. Großer Ofen bez. 1596.
ELSA. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Dorf-K. 1483, OTurm, im Lhs. jetzt Flachdecke, außen Strebepfll.
ELSNIG. Pr. Sachsen Kr. Torgau.
Dorf-K. (als Nachtaufenthalt Friedrichs d. Gr. nach der Schlacht bei T. berühmt geworden). Ursp. rom. Anlage mit eingezogenem Chor und 1/2kr. Apsis, rck. Turm im W. — In der Nähe kreisrunder Burgwall.
ELSTER. K. Sachsen AH Olsnitz.
Petri-Pauli-K. 17. Jh. 1sch. mit Holzdecke; geschmückte Emporenbrüstungen. — Kanzel 1682, Altar 1737.
ELSTERTREBNITZ. K. Sachsen AH Borna.
Dorf-K. 1840. Von der rom. K. erhalten ein rohes, gegenständlich interessantes Tympanonrelief. — Altarwerk mit 2 beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1500. Figurierte Glocke 1460, bez. Nik. Eysenberg von Leipzig.
ELSTERWERDA. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Stadt-K. 1718, mit spgot. Chor, 1904 umgearbeitet. — 12 v. Maltitzsche Bildnisgrabsteine, 9 aus 16. Jh., die übrigen 17. Jh.
Schloß beg. ca. 1720 von Joh. v. Löwendahl, 1727-38 von König August II. weitergeführt. Dreiflügelanlage in einfacher Behandlung. — Pestsäule 1738.
ELSTRA, K. Sachsen AH Kamenz. Stadt-K. 1726. 3sch. kreuzgewölbte Hallenkirche in einfachen Bar Formen, vielleicht auf ma. Grundriß. — Ansehnlicher Hochaltar aus Marmor und Sandstein, Gemälde (Kreuzabnahme) von Chr. W. E. Dietrich 1733 in Anlehnung an Rubens. Prächtige Kanzel; als Fuß (anstatt der im 16. und 17. Jahrh. beliebten Mosesstatue) ein kühn bewegter Engel. Gute Grabdenkmäler des 18. Jahrh.
Rathaus 1717, ganz schlicht. — Im ehemaligen Schloßpark (das Schloß abgebrannt) Sandsteingruppe, Apotheose eines Helden (wohl Augusts des Starken) von Balt. Permoser.
ELTERLEIN. K. Sachsen AH Annaberg.
Stadt-K. 1662 umgebaut; 1sch. mit 8Eck-Schluß und Holzdecke; einheitliche vortrefflich erhaltene bar. Dekoration und Ausstattung. — Taufstein von Engeln getragen, bez. Sebald Teuscher 1697.
ELTINGSHAUSEN. UFranken BA Kissingen.
Dorf-K. Turm rom., Chor und Lhs. 1745. Decken- und Hochaltargemälde bez. J. A. Herrlein 1746, auf den architekturlosen Seitenaltären je 1 Holzstatue, gut rok.
ELTMANN. UFranken BA Haßfurt.
Stadt-K. Rest. 1835 von Klenze, erhalten blieb der got. Chorturm (E. 13. Jh., umgebaut im 15. Jh.). — Zierliche spätgot. Sakramentsnische.
Heil. Kreuz-Kap. 1768, fein gegliederter Sandsteinbau auf ellipt. Gr.
Friedhof angelegt 1668. Kreuzgruppe ca. 1400, stark überarbeitet. Grabsteine got. und Renss.
Im S der Stadt Wallburg mit gut erhaltenem rundem Bergfried aus 12.-13. Jahrh., Zinnenkranz neu.
EMPFERTSHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach,
Kirche von 1719.
EMTMANNSBERG. OFranken BA Bayreuth.
Pfarr-K. OTurm got. Lhs. 1666, zierliche Stuckatur 1749.
Schloß einfach bar. 1689, über dem Portal große Wappentafel.
ENGELSBERG. UFranken BA Miltenberg.
Kapuzinerklst. 1629.
ENGELSDORF. K. Sachsen AH Leipzig.
Dorf-K., rom. Anlage mit OTurm.
ENGENTAL. UFranken BA Hammelburg.
Dorf-K. nachgot. aus der »Juliuszeit«.
EPPRECHTSTEIN. OFranken BA Wunsiedel.
Burgruine.
ERBENHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Dorf-K. 1609 mit Turm aus Ma. Burgähnlich ummauert. Grabstein des Försters Martin Rod 1716.
ERBSHAUSEN. UFranken BA Karlstadt.
Dorf-K. Chor-Turm 1598, Lhs. 1794. Auf dem Hochaltar gute Skulpturen aus der Werkstatt P. Wagners.
ERDMANNSHAIN. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. rom. wie Fremdiswalde. — Auf dem Altar Kopie von Rubens' Antwerpener Kreuzabnahme.
ERFURT. Fr. Sachsen.
Die Stadt besaß am Schluß des Ma. über 90 Kirchen und Kapellen, darunter 36 klösterliche Ansiedlungen. Der Stiftung nach vielleicht am ältesten die kleine Bonifaziuskap. auf dem Domhügel, neben S. Severi, ein schlichter kleiner Steinbau, im sp. Ma. umgebaut.
Stifts-K. S. Marien (»Dom«). Gegr. angeblich 741. Neubau seit 1154. Erster Umbau des Lhs. im A. 13. Jh. Erweiterung des Chors 1349-70. Zweiter Umbau des Lhs. 1452 ff. und [pg 103] Hinzufügung der dritten Turmspitze durch Meister Hans von Straßburg. Ausbesserung nach Brand 1472 durch Hans Pfau. Im 19. Jh. mehrfach rest., zuletzt 1912. — Vom rom. Bau des 12. Jh. haben sich erhalten die Mauern des Qsch. im nördl. und südl. Flügel bis zum Kranzgesims; die 2 zu Seiten des Chors angeordneten Türme im 1. und 2. Geschoß; im Innern die Kämpfer der Vierungsbgg., soweit sie an die Türme anstoßen. Die auf den quadr. Unterbau folgenden 8eck. Turmgeschosse sprom. 13. Jh. (der südl. soll 1201, der nördl. 1235 vollendet worden sein). Den rom. Bau haben diese Türme stattlich überragt, durch die späterhin eingetretene Erhöhung und Massenvermehrung des Chors und Lhs., namentlich als dieses sich in eine Hallenkirche mit hohem Dach verwandelte, wurden sie außer Wirkung gesetzt; um so bedauerlicher, als die unvergleichlich günstige Lage am Bergrande zur Schaffung einer kräftigen Silhouette die Aufforderung gab. Dieser folgte Hans v. Straßburg in der Weise, daß er die wohl schon vor ihm got. überhöhten Türme durch einen Zwischenbau verband und über diesem einen 8eckigen Aufsatz errichtete. Der Helm brannte seither zweimal, 1493 und 1717, ab; seine Erneuerung 1850 folgt den durch alte Ansichten überlieferten Umrißlinien. — Der zwischen den Türmen liegende rom. Chor war nur 7 m breit gewesen; jetzt bildet er den Durchgang zu dem fast als selbständiges Gebäude auftretenden viel breiteren Chor des 14. Jh. Dieser ist 1sch., hat 5 Langjoche, das letzte im Schlußstein mit dem als 1/2 10Eck konstruierten Haupt zusammengezogen (34 m lang, bei 88 m Länge der ganzen K., 13,5 m br., 25 m H.). Der Aufbau des Chors zeigt den völlig systematisch durchgebildeten Stil der späteren Hochgotik und ist durch schöne Raumverhältnisse ausgezeichnet. Mit dem Chorbau ging die künstliche Verschiebung des Bergrandes durch eine auf gewaltigen offenen Bgg. ruhende Terrasse (»Cavaten«) und der majestätische Treppenaufgang (»Greten« aus »gradus«) zusammen. Und die notwendig gewordene Tiefe der Grundmauern führte zur Anlage einer Krypta (inschriftl. voll. 1353), dergleichen sonst nicht in den got. Baugewohnheiten liegt. — Die im 15. Jh. geforderte Erweiterung des Langhauses als Hallenkirche mußte wesentlich in der Breitenrichtung erfolgen; da jedoch auch die bestehenden Pfll. weiter benutzt werden sollten, wurden die Ssch. breiter (9,4 m) als das Msch. (7,2 m) angelegt, was keine günstigen Raumverhältnisse ergeben konnte. Einfache Sterngwbb. — Am Äußern ist vor allem die Massenverteilung und Silhouette der Ostansicht eigentümlich und bedeutend. In Verbindung mit der Severi-K. eine der [pg 104] schönsten Baugruppen Mitteldeutschlands. Hier wie öfters zeigt sich die Phantasie des Ma. noch glücklicher in der sukzessiven Ausnutzung zufälliger Gelegenheiten durch wechselnde Geschlechter, als in der folgerichtigen Entfaltung einer einheitlichen Idee. Die mit dem Chor nicht parallele, sondern auf die NSeite konvergierende Richtung des Treppenaufgangs gab den Gedanken zu der prächtigen Torhalle auf dreieckigem Gr. als Anbau an den nördl. Kreuzarm. Die beiden freiliegenden Seiten werden ganz von mächtigen Portalen mit hohen Wimpergen eingenommen; ein zweites, mit je einem Fenster versehenes Geschoß springt etwas zurück. Die Formen sind freier als die des Chors, wahrscheinlich von einem etwas älteren Meister. Die Langseiten erhielten durch die Rest. von 1868 über jedem Joch Giebel für quergestellte Sschiffsdächer, während der Hauptfirst, nicht zum Vorteil der Totalansicht, niedriger gelegt wurde. Neu ist auch der obere Abschluß der WSeite. Überhaupt hat die Rest. den spgot. Bau nach Kräften hochgotisch korrigiert. Torflügel mit reichem got. Rankenbeschläge. Löwenköpfe rom.
Kreuzgang und Stiftsgebäude. OFlügel: spgot. 2sch. Halle, die dem Hof zugekehrte Seite in sprom. Formen mit einzelnen gotischen; diese überwiegen bereits am letzten Fenster; nach außen gegen die Terrasse springt die 1451 gest. Clemenskap. vor. Das Obergeschoß des OFlügels nahm das Auditorium coelicum (so genannt von den auf der azurblauen Decke dargestellten 12 Himmelszeichen) ein, welches der Universität zu Promotionen und sonstigen Festlichkeiten diente; jetzt sehr verwahrlost. Der W- und SFlügel entsprechen der fortschreitenden got. Stilentwicklung; mit Ausnahme des nördl. Fensters der WSeite, welches mit denen der OSeite gleichzeitig. Am SFlügel der ehemalige Kapitelsaal. Alle Gebäude haben durch den Brand 1472, sodann durch spätere Veränderungen gelitten.
Innere Ausstattung. Durch die Rest, des 19. Jh. von ihren »stilwidrigen« Elementen befreit. — Prachtvolles Chorgestühl bez. 1469, 1484. Hochaltar mächtiger Holzaufbau von 1697. Um 1420 großer gemalter Flügelaltar, in der Mitte die Einhornjagd. — Mitten im Chor lebensgroße bronzene Leuchterfigur, bekleidet, von starrster Bildung bei sorgfältiger Technik, 12. Jh., aber genauere Bestimmung von Zeit und Ort der Entstehung nicht zu geben. Stifterinschr. der Wolfram und Hilteburg. Glasgemälde im Chor, bez. 1403, die beste und größte Reihe, die Thüringen besitzt. — An der OWand des nördl. Qsch. 4 Nischen, ihr Inhalt aus Altem und Neuem gemischt. Besonders merkwürdig'> [pg 105] ein bogenförmiger rom. Altaraufsatz aus Stuck, an der Stirnseite Christus und die heil. Eoban und Adolar, darunter heilige Frauen mit Palmen, in der engen Nische Statue der Muttergottes, thronend, das Kind zwischen den Knien, archäische Züge verbunden mit wuchtiger Monumentalität. Es ist möglich, daß die Madonna nicht ursp. für die Nische gearbeitet war; erheblich älter als die Reliefs der Lunette, wie behauptet worden, ist sie nicht; genauere Datierung schwierig, etwa zwischen 1130-60. — An entsprechender Wand des südl. Qsch. Sakramentshaus von Hans Friedemann 1560, trefflich aufgebaut, doch schwach, wie immer bei diesem meistbeschäftigten Meister der Erfurter Sprenss., in der Figurenplastik. Holzrelief der Beweinung E. 15. Jh. Tumba der heil. Eoban und Adolar um 1400. — Im südl. Ssch. eiserner Leuchter mit Schmerzensmann um 1450. Links vom WEingang Taufstein mit großem phantastischem Überbau von Hieronymus Preißer 1587. An den Pfll. des Msch. 8 halbrund gebogene Tafelgemälde um 1500.
Grabdenkmäler. Bildnisstein eines Grafen von Gleichen mit zwei Frauen (wohl Ernst II. † 1264, ausgeführt etwa zwei Jahrzehnte später). Epitaph des Joh. v. Allenblumen † 1432, bez. R T, den Erfurter Lokalstil mit Eleganz repräsentierend. Bronzeepitaph des Henning Göden von P. Vischer 1521 (Wiederholung in Wittenberg). Prächtige dekorative Steinepitaphe der Familien v. Herstall von H. Friedemann d. J. und v. d. Weser von Enders Gutschell 1576. — Wichtig ist der Dom durch eine größere Reihe von bronzenen Grabplatten (die meisten im Kreuzgang). Am Choreingang junger Geistlicher, schöne flandrische Gravierung um 1350. Als älteste einheimische Arbeit bmkw. Herm. Schindeleib † 1427. Heinrich v. Gerbstädt † 1451, ausgeführt nach 1472 in der Vischerschen Werkstatt in Nürnberg; desgl. Hunold v. Plettenberg † 1475, Konrad v. Stein † 1499, Joh. v. Lasphe † 1510, Joh. v. Heeringen 1505; die letztere Platte (Halbfigur) von strahlender Renaissanceschönheit, wird als ein Werk Hermann Vischers d. J. anzusehen sein. — Gegossene Bronzeplatten Erfurter Ursprunges: Eoban Ziegler 1561 (von Eckhard Kücher) und G. Oland 1597 (von Melchior Möhring). Die schöne bronzene Wappentafel für Konrad v. Breitenbach † 1579 von Friedemann d. Ä.
Skulpturen am Äußeren. Am reichsten ausgestattet die beiden Portale am Triangel um 1350-60, 34 Vollfiguren, Apostel, kluge und törichte Jungfrauen, Ecclesia und Synagoge u. a.; Nachwirkung der 60-75 Jahre älteren [pg 106] Naumburger und Magdeburger Plastik; die Qualität weit niedriger. Am Tympanon des Kreuzgangsportals innen Kunigundens Rechtfertigung, außen Kreuzigung. An den Chorpfeilern 3 Statuen, Maria, Katharina, Barbara, aus A. 15. Jh. mit dem Zeichen i eines damals in Erfurt vielbeschäftigten Meisters.
Im Dommuseum. Merkwürdige, reich mit Reliefs verzierte sprom. Ampel für 12 Dochte. Bronzene Reliquienbüste E. 12. Jh. Eine gleiche E. 14. Jh. »Kasel der hl. Elisabeth« E. 13. Jh. Wandteppich in Plattstich auf Leinwand E. 13. Jh. Tischdecke mit Szenen aus Tristan, 14. Jh. Allerlei Reste von Holzplastiken und Malerei.
In der Domkurie. 2 Altarflügel mit Aposteln ca. 1420. 3 Tafeln mit männl. Heiligen ca. 1450. Tafel mit Kreuzigung ca. 1490.
Collegiat-K. S. Severi. Erste Nennung 836. Auf Neubau deutende Ablaßbriefe 1273-95. Zweite Erneuerung um 1450. — Anlage und Einzelheiten enthalten manches Eigentümliche. Bei Gliederung in 5 Sch. und 6 Joche kommt der räumliche Charakter der Hallenanlage bedeutend zum Ausdruck. Das erste und letzte Joch breiter als die übrigen; man ist hierbei von einem ehemaligen Qsch. ausgegangen, das an dem großen Rosenfenster der NSeite noch zu erkennen ist. Die Türme wie am Dom und nach dessen Vorbild im O. später um einen dritten mittleren vermehrt; schlanke hölzerne Helme. Bei schlichtester Einzelbildung wird durch bloße Linien und Massen ein echt künstlerischer Eindruck erreicht. — Im Chor Sediliennische um 1300. — Taufstein 1467, überstiegen von einem dreiseitigen mit der Spitze bis zum Gewölbe hinanreichenden Baldachin, im Motiv an Brunnenarchitektur erinnernd, höchster Handwerkstriumph in der Bewältigung des Steinmaterials. — Hölzerne Kanzel von Hans Friedemann d. Ä. 1576. — Orgelbau in großzügigem Barock. — Im südl. Ssch. gemalter Flügelaltar von einem guten Süddeutschen um 1520 (»Schule des Peter von Mainz«). — In der Blasiuskap. Schnitzaltar um 1500, bedeutend, doch sehr verrestauriert. — Die Kirche ist reich an bmkw. Steinplastik. Denkmal des hl. Severus, um 1370-80; ursp. in Form einer Tumba, früh (vor 1472) auseinandergenommen. Drei der Seitenplatten trugen Szenen aus dem Leben des Heiligen in hohem Relief; jetzt dem Marienaltar im nördl. Qsch. einverleibt; die vierte mit der Anbetung der Könige jetzt im südl. Ssch. (fast genaue Wiederholung derselben Komposition am WPortal der Nürnberger Lorenzkirche). Die ehemal. Deckplatte mit dem Relief des Severus [pg 107] zwischen Frau und Tochter krönt heute den Severialtar; in der Qualität den Seitenplatten überlegen; von neueren Kritikern nicht unbedingt überzeugend dem sog. Meister der Barfüßer-K. zugeschrieben. — Feine Madonna am Chorbogen um 1370-80 von Joh. Gehart; von demselben Johannes d. T. und Katharina. — Im Chor Alabasterrelief des hl. Michael bez. 1467, künstlerisch bedeutend, unter die Schulrichtungen der Zeit schwer einzureihen, doch wohl identisch mit dem Meister des Taufsteines. — Die Madonna am NPortal ist älter als dieses selbst, eine Durchschnittsarbeit um 1370. Bedeutend der daneben befindliche große Crucifixus, um 1500.
Schotten-Klst.-K. S. Jakob. Basilika aus A. 12. Jh., mit Veränderungen. Die im Innern erhaltenen rom. Pfll. haben so weiten Abstand, daß ausgebrochene Zwischenstützen, wohl Sll., vermutet werden müssen. Die ursp. Flachdecke durch Holzgewbb. ersetzt. Frgot. Vorhalle. Barockfassade (1772). Got. Turm mit welscher Haube. — Grabstein des Walter v. Glizberg und seiner Frau, lebensgroße Figuren in starkem Relief auf vertieftem Grunde, Behandlung sorgfältig aber wenig belebt; 2. H. 13. Jh. (oder noch später?). Gute Holzmadonna A. 16. Jh.
Prediger-K. (Dominikaner). Das Klst. gegr. 1228; eine Baunachricht von 1238 kann nicht auf das vorhandene Gebäude bezogen werden; dieses beg. 1308. — Sehr lang gestreckte, querschifflose Basilika im Gr. 76 : 18,5 m, geteilt in 15 Joche von genau gleicher Abmessung; die Ssch. schließen platt (mit Fenstern), das Msch. mit 5 Seiten des 8Ecks; die Mönchskirche von der Laienkirche durch eine Schranke und einen späteren Lettner (1410) geschieden. Das Msch. scheint in Absicht auf flache Decke begonnen zu sein; die Hochwand hat außen keine Streben, innen sind die Gwbb. auf vorgekragte kurze Dienste gestellt. Die Fassade turmlos, ihr großes Portal des figürlichen Schmucks beraubt. Die schlanken Türme am Chor eine jüngere Hinzufügung. Der Kreuzgang (S) abgebrochen, das Kapitelhaus erhalten.
Hochaltar; Mensa mit Arkatur aus der Erbauungszeit; Retabulum, große in 5 Giebel ausgehende Tafel, jetzt des figürlichen Schmucks, wohl Gemälde, beraubt und verstellt durch einen großen Schnitzaltar von ca. 1470-80 (der bedeutendste Erfurts; die gemalten Flügel nicht »Wolgemut ähnlich«, überhaupt nicht fränkisch). Hinter der Mensa ein steinerner Zierbau in Laternenform, 5seitig auf schlankem Fuß, hinten mit einer steinernen Wand verwachsen und durch eine Treppe zugänglich gemacht; wohl Sakramentshaus; in dieser Anordnung sonst nicht bekannt; entstanden [pg 108] gleichzeitig mit dem Lettner (1410), während die steinerne Umrahmung für einen Celebrantensitz älter ist; in der Nische gutes Fresko, etwa M. 14. Jh. — In die innere Schranke eingelassen ein Tafelbild, figurenreiche Kreuzigung, nach M. 14. Jh. — Im Chor Marienstatue um 1350, eine von den manieriertesten, aber fesselnd durch die delikate Behandlung. — Grabsteine. Dieser Zweig der Plastik ist in Erfurt, vgl. auch die übrigen Kirchen, reich und gut vertreten und läßt u. a. die Entstehung des Epitaphs neben der Grabplatte lehrreich beobachten. Die beiden Typen noch nicht deutlich gesondert am Ehegrabstein des Rudolf Vitztum † 1365, der Schriftrand für Erfurt frühestes Beispiel gotischer Minuskeln. Am Lettner Gf. Günther v. Schwarzburg als Mönch, † 1345, kniend in Profilansicht, die ganze Erscheinung individuell; sehr flaches Relief, Bemalung neu. Theodorich v. Lichtenhayn † 1366, ebenfalls kniend und mit Absicht auf Bildniswahrheit; Farbe verschwunden. Gottschalk Legat † 1422, Epitaphform, Mann und Frau in starkem Gefühlsausdruck betend vor dem Schmerzensmann. Friedrich Rosenzweig † 1450, ähnliche Anordnung. Über dem SEingang Gethsemanerelief bez. 1484; der Künstler Joh. Wydemann zugleich Donator; sein Stil von Nürnberg abhängig. Wandepitaph für Paul Mues von Friedemann d. Ä. 1579. Bildnisgrabstein des Superintendenten Aurifaber † 1575. Großes Steinepitaph des Jakob Neffzer † 1586, elegante Arbeit eines Unbekannten. Bildnisepitaph des Kriegsrats Burchard † 1632, Von derselben Hand Senior Silberschlag † 1635 (vgl. Epit. Mohr in der Barfüßer-K.). — Prächtige Abendmahlskanne 1618 von Erasmus Wagner.
Barfüßer-K. (Franziskaner). Erste Niederlassung 1221; jetzige K. voll. 1285; Brand; 1326 der langgestreckte 1sch. Chor hinzugefügt; Einwölbung des Lhs. A. 15. Jh. — Querschifflos. Die 6 Arkaden des Lhs. sehr weit gestellt, auf je 1 von ihnen fallen im Hochschiff 2 schmale Kreuzgewbb. auf abwechselnd kurzen, vorgekragten und vollständig bis zur Erde reichenden Diensten; die Pfll. im W zierlich gebündelt, die drei östl. einfacher. Chor 4 Joche und 5/8 Schluß, Lhs. 6 Doppeljoche, ganze L. 78. Formencharakter von edler Einfachheit, weniger herb als in der Prediger-K. Der in der zweiten Bauperiode hinzugefügte Turm in verwegener Übereckstellung über dem letzten Joch des nördl. Ssch.
Hochaltar ehemals doppelflügelig, in neugot. Rahmenarchitektur falsch zusammengesetzt, die interessanten, stilgeschichtlich noch nicht genügend gewürdigten Gemälde [pg 109] nach 1400, die Holzskulpturen altertümlicher, aber nicht notwendig älter. Frühester Schnitzaltar Erfurts. — Im südl. Ssch. reiche Schlußsteine mit dem Zeichen i (vgl. Epit. Legat in der Prediger-K. und Chorstatuen am Dom). — Chorstühle um 1325-50 sehr einfach. — Grabmäler: in der sog. Saalfeldschen Kapelle südl. am Chor Cinna v. Vargula 1370, wohl Deckel einer ehemaligen Tumba; vorzügliche Arbeit, die den Stil der Zeit von seiner besten Seite zeigt; Saalfeldsche Platte, Schmerzensmann mit 6 Porträtfigg.; Margarete v. Mila 1494, dem Gegenstand nach, Madonna auf der Mondsichel, ein Epit., der technischen Form nach Grabstein. Am Ende des nördl. Ssch. Albert v. Beichlingen † 1371, von derselben Hand (»Meister der Barfüßer-K.«) wie der Grabstein der Cinna und gleich vortrefflich, die Auffassung durchaus statuarisch. Grabstein Berld v. Vitztum 1478. Epit. Balth. Hirschbach 1583 von H. Friedemann d. Ä. Epit. Nacke 1587. Epit. Mohr 1626. — Gemälde: in der Saalfeld-Kap. Flügelaltar A. 15. Jh. — Abendmahlskannen von Erasmus Wagner 1621 und Andr. Jörg 1679.
Regler-K. (Augustiner-Chorherren) M. 14. Jh. Vom rom. Bau die 2türmige WFassade (alt indes nur der südl. Turm). Ganz schlichte Anlage. Unvollständige Flachdeckbasilika; das nördl. Ssch. zum Kreuzgang geschlagen, darüber eine gegen das Hauptschiff sich öffnende Empore. Gestreckter platt geschlossener Chor. — Großes doppelflügeliges Altarwerk um 1480, an dem besonders die gemalten Teile bmkw.; früher irrig Wolgemut zugeschrieben; wohl von Erfurter Lokalmeistern (an Außentafeln, Innentafeln und Predella drei verschiedene Hände). An der Außenwand und sehr verwittert: Epitaph des Heinrich Frimar 1417, Kreuzigungsgruppe, darunter 2 kleine Adoranten, geleitet von 2 Heiligen.
Augustiner-K. (Augustiner-Eremiten; das Kloster M. Luthers). 1289-1325; 1435 das ursp. 1sch. Gebäude zu einer Basilika mit sehr hohen Ssch. erweitert, dazu langgestreckter Chor; in allen Teilen Holzdecke. Der 8eckige Turm sitzt über einem Pfl., an ihm hoch oben 3 Standbilder, gut, von einem Nachfolger des Meisters i. — Kreuzgang aus 15. Jh. Über dem NFlügel eine nach der K. sich öffnende Empore. Die Lutherzelle nach Brand 1872 erneuert.
Im Innern der K. die Steinumrahmung eines Levitensitzes A. 14. Jh. — Glasmalereien im Chor 2 H. 14. Jh. — Grabsteine der Adelheid v. Amera † 1298, gravierte und mit schwarzer Paste gefüllte Umrißzeichnung. Grabst. der Titularbischöfe Joh. v. Lepanto † 1316 und Ludwig v. Marronia † 1323 und des Professors Heinrich v. [pg 110] Frimar † 1354, alle drei ausgeführt ca. 1370-80 von derselben, geschmackvoll und eigentümlich arbeitenden Hand (Meister der Barfüßer-K.), neu bemalt. Heinrich v. Meiningen † 1382 (Art des Joh. Gehart); Theodor Brun † 1462 (vom Meister des hl. Michael in S. Severi??).
Ursulinerinnen-K. E. 13. Jh. Sehr einfacher, 1sch. Bau, dem später ein nördl. Ssch. hinzugefügt wurde. Im O rck. geschlossen mit 3 hohen Fenstern. Im W Nonnenchor. Holzgwb. mit hübschem leichtem Rokokoornament. Über dem Eingang Steinrelief mit der Anbetung der Könige. — Zahlreiche Grabsteine: mit eingeritzter Figurenzeichnung 1313-1445, mit reliefierter 1436-1540. Hochaltar mit gemalten Doppelflügeln 2. H. 15. Jh. Auf einem Nebenaltar Pietas (Holz) um 1420. Eine ältere desgl., überlebensgroß, im Klst. Ebendort Wandteppiche aus 14. Jh.
Kaufmanns-K. Schlichte Basilika des 13. und 14. Jh., Msch. rom., Sschiffe got. Die Türme zu Seiten des polyg. Chors erneuert, der nördl. 1684, der südl. 1859. — Taufstein 15. Jh. mit 7 sitzenden Prophetenfigg. — Gut kennen zu lernen die Erfurter Renaissancemeister Friedemann Vater und Sohn: Kanzel 1598, Hochaltar 1625, Epitaphe Ziegler 1584, Tettau 1585, v. d. Sachsen 1592.
Allerheiligen-K. Kleiner einfacher Bau, das Schiff in origineller Weise der Straßengabelung angepaßt, Turm 2. H. 13. Jh. — Hochaltar 1757. Pietas E. 14. Jh. Grabplatten mit geritzter Zeichnung 1381, 1405, mit Relief 1418, 1422, 1536; des Dr. Eberbach 1547 bez. AB; des G. Hupolt 1619 von Friedemann d. J.
Martins-K. vom ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Turm 1303 1sch. Langhaus 1483, 1755 mit flachem Tonnengewölbe versehen. — Ausstattung bar. Monstranz von C. X. Stipeldey in Augsburg 1780.
Michaelis-K. 14. Jh., einfach, erweitert 15. Jh., hübsche spgot. Sakristei mit reliefgeschmücktem Erker. Guter bar. Orgelbau. — Crucifixus 1405, erstes sicheres Werk des Monogrammisten i, des tonangebenden Erfurter Bildhauers im 1. Viertel 15. Jh. Im Innern und auf dem kleinen Friedhof Grabmäler von Renss. bis Klassizismus.
Dreifaltigkeits-Kap. 1500. Erkerchor mit Reliefschmuck.
Andreas-K. Kleiner Bau des 13. Jh., whgest. 1418. — Über dem Haupteingang Kreuzigungsrelief um 1730 (zu vgl. mit dem Severisarkophag). Sandsteingruppe der Beweinung ca. 1430-40 von einem Nachfolger des Meisters i.
K. des großen Hospitals. 1385, whgest. 1488. Rechteck mit 3seit. Schluß. — Epit. Ziegler 1462, tüchtig.
K. des kleinen Hospitals. Gedenkstein der Stifter, der Schneidermeister Konrad von Duderstadt und Siegfried von Leubingen, ca. 1420-30.
Thomas-K. spgot. Thomasrelief 2. V. 15. Jh. Kleiner Schnitzaltar M. 15. Jh.
Wigperti-K. 1475, Rechteck mit 3seit. Schluß. — An der WFront 3 Statuen um 1430, handwerklich. Besser eine Madonna um 1450. Im Kreuzgang Kreuzigungsrelief aus der Nachfolge des Meisters i. — Sakristei mit guter SpRenss.-Einrichtung.
Neuwerks-K. Gegr. 1196. Total umgebaut im 15. und 18. Jh. — Außen Madonna um 1380, feiner belebt und wahrer gefühlt, als das meiste dieser Zeit (nicht von Joh. Gerhart). Eine zweite im Innern um 1400. Ziemlich prächtiger Hochaltar um 1730. Der ältere von ca. 1500 in der Sakristei.
Lorenz-K. Gegr. 1140, Neubau 1413, verändert im 17. Jh. — Am SPortal Sandsteinstatue des hl. Wenzel um 1450. Außen neben dem Eingang Epit. Buseloyben um 1430, an der SWand Epit. Salfeld 1405. Im Innern Epit. der Gebr. Eberbach 1581 von Friedemann d. Ä. — Die Holzskulpturen der modernen Altäre von Antiquaren in München und Lübeck.
Egidien-K. (Ilgen-K.). Alte, schon im 12. Jh. genannte Gründung. Jetzt zu Wohnungen eingerichtet. Nur die östl. Giebelwand zeigt kirchliche Bauformen. Unter der K. Durchfahrt vom Wenigenmarkt zu der einst befestigten Krämerbrücke. Von einigen inzwischen abgebrochenen Kirchen haben sich die Türme erhalten:
Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomäus-Turm (mit Ölbergrelief vom E. 15. Jh.), Pauls-Turm, Georgen-Turm. Durchweg einfache spgot. Bauten.
[Rathaus. Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen; Einzelheiten im städtischen Museum.]
Alte Universität (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite nach der Michaelisstraße 1548-50; diese unverändert; im Innern und an Nebengebäuden vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. — Die sehr konservativ gesinnte Körperschaft hat die Hauptfront zu einer Zeit allgemeinen Vordringens der Renss. in rein got. Formen errichten lassen; nur in der streng symmetrischen Komposition darf man den stillen Einfluß des neuen Stils erkennen. Die langgestreckte, 2stöckige Front hat 7 Achsen. Das große Tor in der Mitte ist ein Prunkstück geometrischer Künstelei. An den Doppelfenstern des Erdgeschosses regelmäßiger Wechsel von geraden Schluß- und Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmäßig rck.; an der Schmalseite verändertes System; der alte [pg 112] Giebel im 17. Jh. durch einen Halbwalm ersetzt. Das Auditorium maximum »möglichst im Anschluß an die frühere Form« wiederhergestellt.
Collegium Saxonicum in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener FrRen.
Wohnhäuser. Haus zum Rebstock (Futterstr. 2) 1447. In einer Nische des dritten Stockes feine gleichzeitige Madonna. Der spgot. Bau noch in wesentlichen Zügen erhalten. — Haus zum roten Stern (Allerheiligengasse 11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. — Haus zur hohen Lilie (Friedrich-Wilhelmsplatz) 1538. Feine frühe Renss. — Haus zum Greifenstein (Michaelisstr. 48). 1549. — Haus zum goldenen Rade (Marktstr. 50) 1554. — Haus zum goldenen Hecht (Anger 37) 1557. Typisches Portal mit Sitznischen am Gewände; Steinmetzzeichen der beiden Hans Friedemann. — Haus zum roten Ochsen (Fischmarkt 7) 1562. Im 1. und 2. Geschoß antike Anordnungen; im 3. Geschoß Fenster mit gotisierenden Gewänden; am Zwerchgiebel wieder Ordnungen. — Haus zum breiten Heerd (Fischmarkt 13) 1584, vielleicht von Hans Friedemann d. Ä. Die Ordnungen gleichmäßig durchgeführt; reiches, kräftiges, an Heidelberg erinnerndes Detail. Im Erdgeschoß Netzgwb.; im Obergeschoß mächtiger Hausflur; Wendeltreppe. Die Wirkung durch moderne Erweiterung gestört. — Haus zum großen Christoph (Regierungsstr. 62). Altes Gasthaus. 1605. — Haus zum Stockfisch (Johannisstr. 169) 1607. Langbau, die Giebel über den Brandmauern. Im Erdgeschoß schachbrettartiger Wechsel glatter und ornamentierter Quadern, nach niederländischer Art. — Haus zum Mohrenkopf (Johannisstr. 168) 1610,
K. Regierung, ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts Patrizierhaus der Renss. »zum stolzen Knecht« mit schönem Erker bez. 1540, Mitte und linker Flügel unter Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister (M. v. Welsch? M. Dreysigmark?). Schöner Festsaal in maßvollem Spätbarock, die Stuckaturen von August Gröninger aus der bekannten Münsterer Künstlerfamilie, die Plafondmalerei schwach.
K. Haupt-Steueramt 1695 für Lothar v. Schönborn, Erzb. von Mainz und B. von Bamberg.
Auf dem Fischmarkt Roland als römischer Krieger, 1691 von Israel v. d. Milla, einem niederländischen (?) Italisten, der [pg 113] Kopf nach dem Moses Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und Eichenstr. Neptun von einem ehemaligen Brunnen um 1700.
ERLABRUNN. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte Flachdecke, Engelsköpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale. — Kanzel und Taufstein aus der Erbauungszeit. — Bildstock 1601, gotisierend.
ERLACH. UFranken B A Ochsenfurt.
Pfarr-K. Got., im 18. Jh. verändert. — 7 adlige Grabsteine (meist Seinsheim) von 1540-82; ein älterer (1493). Bronzeplatte mit Inschr. und Wappen (Hauschild von Hirschau).
Schloß, Wasseranlage mit 8eck. Umfassung, im Hof hübsche Renss.Laube 1545.
ERLAU. K. Sachsen AH Rochlitz.
Dorf-K. Schiff mit Holzdecke, gewölbter 3/8 Chor in sorgfältiger Durchbildung. Das 4flügelige Altarwerk (aus der Rochlitzer Kunigunden-K.) innen geschnitzt, außen gemalt, A. 16. Jh.
ERMLITZ. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Dorf-K. mit OTurm, in dessen Erdgeschoß das Altarhaus; keine Apsis.
ERMSLEBEN. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
Stadt-K., gänzlich deformiert, interessant nur die Spur ehemaliger rom. OTürme. — Grabst. 1561, 1602.
ERSHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. bar. 1688. Turm gotisierend 1562. Großer Bar.-Altar.
ESCHDORF. K. Sachsen AH Pirna.
Dorf-K. 1sch. mit Holzdecke. Rom. Portal. Sakramentsnische 1524. Gemaltes Altarwerk bez. 1588. C G (Christoph Grohmann?).
ESCHEFELD. K. Sachsen AH Borna.
Dorf-K. Chor in spgot., Portal in spätrom. Formen. — Spgot. Altarwerk mit 2 festen und 4 beweglichen Flügeln. Glocken 14. Jh.
ESCHENSTRUTH. Kr Cassel-Land.
Dorf-K. Unter jüngeren Veränderungen der rom. Kernbau erhalten, am besten im WQuerturm mit doppelbogigem Durchgang ins Schiff. Im Fenster des schon ursp. rck. Chores kleines spgot. Glasgemälde.
ESCHWEGE. RB Cassel Kreisstadt.
Markt-K. S. Dionys. Chor 1460, Sch. 1466, Turm 1. H. 14. Jh. — Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. polyg. Chor. Schafte [pg 114] rund mit 4 Diensten, nur die letzteren mit Kaptt. Die Schildbgg. des Msch. Gwb. ca. 2,5 m höher als die Scheidbgg. WTurm einspringend.
Neustädter S. Katharinen-K. Chor 1446-74, Sch. 1484-1521, Turm 1374 mit neugot. Aufbau. — Hallenkirche von 4 Jochen, Schafte rund mit 4 Diensten und Laubkaptt., welche sich auch um die Schafte ziehen. Reiche Netzgwbb. — Kanzel 1589 mit 3 Reliefs.
S. Nicolaus-Turm. 1455, Zopfdach.
Schwarzer Turm. Einziger Rest der vor 1083 gegr. Cyriakus-Abtei. Einfacher Bruchsteinbau mit wenigen kleinen rundbg. Fenstern.
Hospitals-K. S. Elisabeth. Gegr. 1278, erneuert 1466. Nur die südl. Mauer der K. und ein Teil des Kreuzganges stehen noch.
Schloß. Beg. 1386, erneuert 1581, sprom. mit got. Erinnerungen.
Ballhaus. 1578.
ESPENFELD. Schwarzburg-Sondersh. LA Arnstadt.
Dorf-K. OTurm rom. zu got. 1/2kr. Apsis mit rundbg. Fensterschlitzen.
ESPERSTADT. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Dorf-K. Turm mit gekuppelten rom. Schallöffnungen und vermauerter Rundbogentür. Umbau 1612.
ESSELBACH. UFranken BA Marktheidenfeld.
Pfarr-K. erb. 1779; gleichzeitig die Ausstattung. — Holzfig. St. Barbara aus Riemenschneiders Werkstätte. — Spgot. Glocken.
ESSFELD. UFranken BA Ochsenfurt.
Pfarr-K. 19. Jh. Erhalten der 5geschossige spätrom. Turm, 13. Jh., bar. Haubendach.
ESTENFELD. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. Posthum got. 1614. Chorturm im Unterbau rom. Bar. Portal 1690. Stuckdecke um 1720. — Hochaltar E. 18. Jh. mit Gemälde von Bolsterer 1708. Reiche Kanzel von J. G. Moritz 1753. Marienstatue, Holz, 1. H. 14. Jh.
Hof des Karthäuserklst. Engelgarten 1668. — An den Straßen der nächsten Umgebung zahlreiche (9) Bildstöcke.
ETTENHAUSEN. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
Dorf-K. rom. Anlage, umgebaut 1554 und 1706.
ETTERSBURG. Sachsen-Weimar VB Weimar.
In der modernen K. Doppelgrabstein des Ludwig von Blankenhain und seiner Gemahlin aus A. 14. Jh. (dürfte aus der Klosterkirche Oberweimar hierher verschleppt sein).
Schloß ganz einfach.
ETTLEBEN. UFranken BA Schweinfurt.
Dorf-K. A. 18. Jh.
Dorf-Brunnen. Malerische Anlage auf acht jonischen Säulen mit Kuppel.
ETWASHAUSEN. UFranken BA Kitzingen.
Kirche. 1741. Ein geistreich hingeworfener Gedanke Balthasar Neumanns. Kreuzanlage mit wenig verlängertem WArm; das Mittel in den Winkeln durch Kreissegmente erweitert; nach konzentrischem innerem Kreise angeordnet 4 Paar gekuppelter dorischer Säulen, durch einen Durchgang von der Wand getrennt. 3 Sll. hinter dem Altar. Die kleine Kirche voll perspektivischen Reizes. Sie ist undekoriert geblieben. Die Kuppel ganz flach und durch Stichkappen von den Kreuzarmen her zerschnitten. Nicht glücklich, wie öfters bei Neumann, die Lichtführung. Am westl. Ende ein eleganter Turm, neben dem die Ecken des Schiffs abgerundet zurückweichen.
EUERBACH. UFranken BA Schweinfurt.
Kath. Dorf-K. von 1742. Inneneinrichtung aus derselben Zeit.
Prot. Dorf-K. Chor und Turm spgot. Verschiedene Renss.-Epitaphe.
Schloß um 1600.
EUERDORF. UFranken BA Hammelburg.
Dorf-K. Typischer Juliusbau von 1602, nach Brand 1872 stark erneuert. Reste von spgot. Altarplastik in der Richtung Riemenschneiders; der Salvator ähnlich dem in Bibelried.
EUERHAUSEN. UFranken BA Ochsenfurt.
Pfarr-K. 1730. Mit guter, etwas jüngerer, schöner rok. Ausstattung. Der isolierte Turm ursp. Torturm der ma. Kirchhofsbefestigung, umgebaut E. 16. Jh., Juliuswappen. — Glocke 13.-14. Jh.
EUSSENHAUSEN. UFranken BA Mellrichstadt.
Dorf-K. Turm frgot. Langhaus 1614. WFassade 1745. Am Turm eingemauert interessante frgot. sitzende Madonna (stark beschädigt). Hinter dem Hochaltar Reste von Wandmalereien aus 1. H. 15. Jh.
EUSSENHEIM. UFranken BA Karlstadt.
Pfarr-K. 1620 mit Chor-Turm aus 13. Jh. — Pietas um 1500. — Vor der K. großer, reicher steinerner Prozessionsaltar A. 17. Jh. Kellerei. Charaktervoller Bau von 1638.
EYBA. Schwarzburg-Rudolstadt. LA Rudolstadt.
Dorf-K., im O rom. Chor-Turm, andere Teile frgot. und Zopf.
Edelhof der Herren v. Könitz, gutes Beispiel für Anlagen dieser Art aus dem 16. Jh. (Inschr. 1555, ein2elne Teile 17. Jh.).
EYERSHAUSEN. UFranken BA Königshofen.
Dorf-K. Flotter Rok.-Bau um 1750, glückliche Fassade mit WTurm. Elegante gleichzeitige Einrichtung. Deckenbild (Huldigung der hl. 3 Könige) von Gg. Anton Urlaub 1753 (1909 restaur.).
EYRICHSHOF. UFranken BA Ebern.
Schloß (v. Rotenhan) 1530 und 1584 (renoviert 1847 und 1883), 2flügelig mit Rundtürmen; auf der NSeite schließt sich ein Rokokoflügel (um 1730) an. Inmitten eines prächtigen Parkes. — Bmkw. Einrichtung: besonders gute Renss. Schränke (Schweizer Arbeiten) und reiche europäische Porzellansammlung.
Schloßkap. Spätbar. Bau (1686) mit stuckierter Decke. — Zinnerne Taufschüssel, schön sprenss.