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FAHR. UFranken BA Gerolzhofen.
Auf dem Friedhof bmkw. Kreuzigungsgruppe, Sandstein, 3/4 lebensgroß, ausgeführt etwa 1430-40, doch zurückgeblieben (wie das bei handwerklichen Arbeiten oft vorkommt) auf der Stilstufe von 1400.
FÄHRBRÜCK. UFranken BA Karlstadt.
Wallfahrts-K. Mariä Himmelfahrt. 1686-98. Kraftvoller Bar. Bau in der Richtung Petrinis, 1sch. mit schmalem Kreuzgwb., gute Außenarchitektur. Turm im NO. Ausstattung aus der Erbauungszeit. Blatt des Hochaltars von O. Onghers 1695. Große Madonna, Holz, von P. Wagner 1798.
FALKEN. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
Dorf-K. Schiff und Turm 1500, der gerade schließende Chor frgot. [Eine rom. Kapelle auf dem Gottesacker 1863 abgegetragen.]
Das »Schlößchen« von 1556 ist ein ehemaliges v. Keudellsches Gerichtshaus.
FALKENBERG. RB Cassel Kr. Homburg.
Burgruine. War 1250 schon vorhanden.
FALKENHAIN. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. Rom. Anlage. — 6 Grabmäler 1579-1725.
Herrenhaus. Ursp. Wasserburg des 16. Jh.
FALKENSTEIN. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
Schloß. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnräumen aus 16. Jh.
FAMBACH. RB Cassel Kr. Schmalkalden.
Dorf-K. Turm rom., oben got., mit 4 Schützenerkern. Im spgot. Langhaus Emporen und bemalte Decke. 1778. — Kanzel und Altar 1617, 1623, Holz, in guter SpRenss.
FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. Dorf-K. 1667. Gute Schnitzbilder von ehemaligen Altären um 1508.
FASANERIE. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Jagdschloß des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die im klassizistischen Stil ausgeführte Einrichtung des Saales und einzelner Zimmer mit den alten Tapeten und den auf die Wände geklebten allegorischen Bildern, auch einzelnen charakteristischen Möbeln und Öfen derselben Zeit, großenteils unversehrt erhalten.
FECHENBACH. UFranken BA Marktheidenfeld.
Pfarr-K. erb. 1732. Am Pfarrhof Sandsteinfig. der Madonna um 1400.
Burgruine Kollenburg. Ziemlich gut erhaltene, typische Renss. Anlage mit älteren Resten, an der SSeite des Palas rom.
FECHHEIM. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Dorf-K. Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm steht zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs. (Emporensaal) von 1702. — 3teiliges Altargemälde bez. 1480, sehr rest. — Befestigter Kirchhof
FEILITSCH. OFranken BA Hof.
Schloß 1747.
FELDECK siehe Dietlas.
FELSBERG. RB Cassel Kr. Melsungen.
Stadt-K. Spgot. 1sch. flachged. Gewölbter polyg. Chor.
Kirchhofs-Kap. Rom. und spgot.
Burgruine mit hohem Rund-Turm.
FILKE. UFranken BA Mellrichstadt.
Mauerschedel. Ruine einer im 14. Jh. zerstörten Kirchenbefestigung. Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten Gaden. Kirchenruine rom.
FINDELBERG. UFranken B A Königshofen.
Wallfahrts-K. 1570, 1672, 1780.
FISCHBACH. UFranken BA Ebern.
Schloß. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenüber Kapelle von 1756 mit hübscher Außengliederung.
FLADUNGEN. UFranken BA Mellrichstadt.
Stadt-K. Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung aus M. 18. Jh.
Rathaus 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln.
Gut erhaltene Stadtmauer mit starken Türmen, interessant die auf den Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore abgebrochen.
FLEMMINGEN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Dorf-K. Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. Chor-Turm; Chorverlängerung 1490. Wohlerhaltenes rom. Portal um 1200. Im Tympanon 2 Quadranten mit stilisierten Blumen, am Gewände die eine Sl. mit senkrechter Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau.
FLEMMINGEN. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
Dorf-K. um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm, Halbkuppelapsis, Säulenportal wesentlich erhalten. Kanzelaltar 1739.
FLÖHA. K. Sachsen AHauptstadt.
Stadt-K. 1741 (rest. 1880). — Altar mit bmkw. Gemälden um 1525, verwandt dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde.
FORCHHEIM. K. Sachsen AH Marienberg.
Dorf-K. 1719 von George Bähr und Fehre, zentrale Anlage ähnlich der K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch aus der Erbauungszeit. — Taufstein 1725, reiche, tüchtige Arbeit. Altar mit Gemälde von Butzäus.
Schloß. Einfacher Bau von 1558.
FORCHHEIM. OFranken BAmtstadt.
Martins-K. 823 zuerst erwähnt, 1335-1803 Collegiatstift. — 3sch. Halle mit erhöhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, Sschiffe und Chor Rippengwbb., die 1720 durch J. Vogel aus Bamberg stuckiert wurden. Im S Reste eines rom. Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher Haube von 1669. — Hochaltar 1696 von Neuner, 1837 verändert; Apostelaltar 18. Jh., Gemälde von Oswald Onghers, Skulpturen von Goldwitzer. — An den Pfll. des Msch. 8 Gemälde auf Holz in der Richtung Wolgemuts, vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin; 3 Gemälde (Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten Hochaltar. — Skulpturen. Im Inneren: Im Msch. und Chor 12 Apostel, Holz, aus E. 15. Jh., doch nur in einem entfernteren Sinn der Schule des Veit Stoß zuzurechnen. In der Marien-Kap. Pietas, Holz, recht tüchtige Arbeit des frühen 16. Jh. Derselbe Gegenstand in veränderter, dem Schönheitsideal des Klassizismus besser zusagender Komposition auf dem Maria-Schmerz-Altar vom bambergischen Hofbildhauer Kamm 1786. Sehr interessant das 8figurige Relief in Lindenholz mit dem Abschied Christi von seiner Mutter, nach 1520 von einem guten, noch nicht näher festgestellten Nürnberger Künstler mit Erinnerungen [pg 119] an Stoß und Dürer. Epitaphe des Ph. v. Egloffstein 1558 von Peter Dell d. J. in Würzburg; des E. G. Pfersfelder 1590 von Hans Werner in Bamberg. Am Äußeren: Neben dem WPortal Martin und Barbara, 14. Jh., Eustachius 18. Jh., am Chor Kolossalfigur Christi 14. Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., recht gut; Ölberg aus Sandstein A. 16. Jh. im gewöhnlichen Schema, aber durch Kraft des Ausdrucks und sorgfältige Gewandung die Durchschnitts-Ölberge überragend.
Marien-Kap. soll von Otto v. Bamberg A. 12. Jh. erbaut sein; rom. Reste nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter Raum, jetzt mit Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar spgot. Skulpturen. Ölberg von Ton M. 15. Jh.
Spital-K. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert. 5 Tafelgemälde der Nürnberger Schule E. 15. Jh.
Franziskaner-K. 1690.
Schloß. Gründung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus rom. Zeit das an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk. 1353-63 als Bischöfl. Bambergische Residenz hergestellt; noch öfters umgestaltet; 4geschossiger steinerner Kastenbau mit Rückgebäuden in Fachwerk um 1558. Stilgeschichtlich wichtige Wandgemälde 1831 und 1907 freigelegt; nur die letzteren befriedigend rest. Rest eines größeren Zyklus um 1353 die 3 Propheten der Hauskapelle. Ebenda Anbetung der drei Könige, Verkündigung Mariä und Jüngstes Gericht. Von verschiedenen Händen, aber zeitlich einander nahe (1390-1400). Italienische Anklänge durch böhmische Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nürnberger Stil des frühen 15. Jh. Im Erdgeschoß Darstellungen, die von H. Kehrer als Satiren auf König Wenzel (?) gedeutet wurden.
Rathaus. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss.
Katharinenspital. Schöner Holzbau 1611.
Nürnberger Tor. 1698.
FÖRDERGERSDORF. K. Sachsen AH Dresden-A.
Dorf-K. Architekturlos; hübscher Schnitzaltar mit Reliefflügeln um 1510.
FRANKENBERG. K. Sachsen AH Flöha.
Stadt-K. 1741. — Herrenhaus. 1553.
FRANKENBERG. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Burgruine. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen Geschlechtes. Der Bergfried aus sehr großen Buckelquadern noch 24 m hoch erhalten. Sonst zusammenhanglose Trümmer. Zerst. 1448 und 1525.
FRANKENBERG. RB Cassel Kreisstadt.
Liebfrauen-K. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll. [pg 120] 1359. Gr. und System folgt der Elisabeth-K. in Marburg, und die Ähnlichkeit der Anlage würde noch größer sein, wäre nicht der Chor nur im ersten Joch nach dem ursp. Plan ausgeführt, dann aber breiter und höher fortgesetzt. Einspringender WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche. Ganze L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4), H. 12. Die runden Pfll. mit 4 Diensten, verhältnismäßig sehr stark. Das lockere Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet. Im Querschnitt die Gwbb. von genau gleicher Scheitelhöhe, die Scheidbgg. und sämtliche Bgg. der Ssch. stark gestelzt. Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht übertrieben schlank, 2teilig, im Maßwerk ein spitzbg. Vierpaß mit 2 Dreipässen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich und deshalb im First höher als das Dach des Qsch. Das Kranzgesims um die Strebepfll. herumgekröpft. Einfach röhrenförmige Wasserspeier. An der WFront das Dach abgewalmt, so daß die Mauer horizontal abschließt. Der Turm steckt mit seinem ersten Obergeschoß halb im Dach, so daß erst das dritte (letzte) ganz frei wird. Er schließt mit Balustraden und leicht zurückspringenden 4 Giebeln, der mäßig hohe Helm 8seitig. — Hübsches Wandtabernakel 2. H. 14. Jh. — Kanzel von Stein 1554. — Balkenköpfe der ehemaligen Empore, meisterlich geschnitzt von Phil. Soldan 1529.
Marien-Kap. Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der südöstl. Diagonalseite des südl. Kreuzarmes der Hauptkirche angebaut. Da auf normale Orientierung Gewicht gelegt wurde, hat der Gr. unregelmäßig zentralisierende Gestalt: der größere Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks, ein 3 eck. Raum vermittelt zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhöhe ist der des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach krönt das schlanke Polygon. Die Behandlung ist sehr reich und glänzend, in jener schulgemäßen Reinheit, Schärfe und Eleganz, die für jene Epoche das Höchste war. Demn Äußeren war ein sehr reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stück, zugedacht und scheint auch ausgeführt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des Innern vieles verstümmelt. Erhalten der sehr bmkw. Altar. Die Mensa getragen von 3 Standfigg. (sehr beschädigt). Hohes, 3teiliges Retabulum von feinster Arbeit. Erstes Glied eine niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat der Strebepfll., Fialen usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgeschoß 3 Blendbgg. für Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im dritten Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon einigemal der Eselsrücken vor; sonst der Formencharakter einer etwas pedantischen Hochgotik streng festgehalten.
Spital-K. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw. die reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten Kragsteine 1515.
Cisterc.-Nonnen-Klst. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und sehr verbaut. Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und A. 16. Jh.
Rathaus. Fachwerk von 1509, Erdgeschoß verputzter Steinbau, die 2 Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere Erker mit Spitzdächern; trotz der dürftigen Herstellung aus neuerer Zeit wirkt der Bau in der Gruppierung noch immer hübsch und lebendig.
FRANKENHAUSEN. Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt.
Oberkirche. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer zu erraten. — Grabdenkmäler v. Biela 1773; Oberst Mayer 1667 saubere, tüchtige Arbeit; andere wenigstens kostümgeschichtlich bmkw. Wernersches Erbbegräbnis mit Eisengitter A. 18. Jh.
Unterkirche. Chor spgot., polyg. Schluß mit Pfll. in der Mittelachse. Lhs. 1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Rängen auf massiven Pfll. mit Korbbgg. Im Msch. flaches Holzgewölbe. — Taufstein aus Marmor, Altarleuchter und Taufschale, alles für diese Zeit und Gegend bmkw. gut gearbeitet. Tafel mit den Porträts von Luther, Melanchthon und Johann dem Beständigen (Schule Cranachs).
Rathaus 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemälde gibt den alten Bestand.)
Pfännerschafts-Haus. Sitzungszimmer 1615.
Fürstl. Schloß. Großer, einfacher Bau des 17. und 18. Jh.
Wohnhaus Burmann, Klosterstraße. Zierliches Detail im Übergang von Got. zu Renss. Alte Decken.
FRANKENHAUSEN (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt.
Kirche. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle — An der Apsidenkuppel erloschenes Gemälde, Jüngstes Gericht, um 1300. Darüber zweite Farbenschicht mit spgot. Rankenwerk.
FRANKENSTEIN b. Salzungen Kr. Meiningen.
Von der alten Burg nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige burgartige Aussichtsturm E. 19. Jh.
FRANKENTAL. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. 1587 und 1607. — Schönes Altargerät E. 17. Jh., Dresdener Beschau. — Grabdenkmäler 18. Jh.
FRAUENBERG. RB Cassel Kr. Marburg.
Burgruine. 1252.
FRAUENBREITUNGEN. Sachs.-Mein. LA Meiningen.
Pfarr-K. Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit [pg 122] spitzbg. Fenstern und Emporen, an deren Brüstungen 49 Gemäldefelder. Wertvoller Flügelaltar bez. 1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in fränkischem Schulcharakter, auf den Flügeln Reliefszenen, außen Gemälde nach der Dürerschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich — Glocken 1616.
Edelhof (v. Gleichen) renss., malerische Diele.
Ehem. Amtshaus 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken.
Gerichtslinde. Kreisrund ummauert, 4 Eingänge mit Stufen.
FRAUENHAYN. K. Sachsen AH Großenhain.
Kirche. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. Über dem Chor bmkw. got. Dachstuhl.
FRAUENHORST. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
Dorf-K. Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg. Fenstern in der OWand. — Spgot. Schnitzaltar.
FRAUENPRIESSNITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig mit polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger, 2geschossiger Anbau mit Herrschaftsempore und Gruft der Schenken v. Tautenburg; schöne Metallsärge.
Domänengebäude mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll., Triglyphenfries, Krönung mit Ritterfiguren von verhältnismäßig guter Bildung.
FRAUENROTH. UFranken BA Kissingen.
Ehem. Cist.-Nonnen-Klst. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte sprom. Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal. (Empore ausgebrochen). — Ein kostbarer Schatz das Grabmal des Minnesängers Otto v. Botenlauben (aus dem Geschlecht der Grafen v. Henneberg) † 1266 und seiner Gemahlin Beatrix, ausgeführt etwa 1280-1300. In der poesievollen Idealisierung höfischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch mit der thüringisch-sächsischen Gruppe in Zusammenhang, den verwandten Stücken in Reinhardtsbrunn und Erfurt künstlerisch überlegen, dem Wiprecht von Groitzsch in Pegau nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus Frauenroth verschleppt und von demselben Meister die Madonna in Lauter.
FRAUENSEE. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Ehemalige Cisterc.-Klst.-K. 1860 abgebrochen. Erhalten ein rom. Kragstein mit Löwenkopf. — Herrenhaus 1632.
FRAUENSTEIN. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
Stadt-K. Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern erneuert.
Burgruine aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von 1614.
Schloß. 1585-87. Zwei Flügel rechtwinklig zusammentoßend[pg 123], durch stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau in strenger toskan. Ordnung.
FRAUREUTH. Reuß ä. L. LA Greiz.
Dorf-K. 1733, groß, nüchtern.
FREIBERG. K. Sachsen. A Hauptstadt.
Marien-K. (»Dom«). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501. Bei dieser Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von E. 12. Jh. für den OBau vernutzt, woher z. T. dessen unregelmäßige Gestaltung; ferner erhielt sich unversehrt die »goldene Pforte« am südl. Qsch. Die zwei unvollendeten WTürme setzen für das Schiff eine größere Breite voraus; aus welcher Zeit stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist Hallenkirche. Die 3 Schiffe von gleicher Breite, sehr schlanke kämpferlose 8eckige Pfll. mit konkaven Flächen, Netzgwb. ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum größten Teil nach innen gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem Vorsprung um jeden Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene Emporenanlage hier zum ersten Mal.
Die goldene Pforte. So genannt nach der ehemaligen Vergoldung einzelner Teile, die zum polychromen System gehörte. Urkundliche Anhaltspunkte zur Datierung fehlen; die stilistischen weisen auf das zweite Viertel des 13. Jh. Dank langjähriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh. beseitigten) spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau. — Der Höhepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. Die erreichte Harmonie der Erscheinung ist um so bewunderungswerter, als hier zwei grundverschiedene Traditionslinien, die deutschrom. und die französisch-got., zusammentreffen. Die erste behält im künstlerischen Wollen die Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die umfassende Verbindung von Architektur und figürlicher Plastik. (Ein Wettbewerb um die Priorität besteht nur mit dem Fürstenportal am Bamberger Dom; er kann nicht mit Sicherheit entschieden werden; im architektonischen Detail manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit der italisierenden Königslutterer Schule verwandt.) Waren auch der Architekt und der Plastiker verschiedene Personen, so ist doch die Komposition, die nur dem ersteren angehören kann, ganz einheitlich. Um den verlangten Reichtum voll entwickeln zu können, ist das Gewände sehr tief angelegt: 9 Rücksprünge mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der Bogenläufe[3] und der Kämpfer so angelegt, daß es im Gr. eine regelmäßige [pg 124] Zickzacklinie von gleicher Seitenlänge bildet. (So schon an dem übrigens nüchternen Naumburger Hauptportal.) Der entscheidende Unterschied gegenüber dem franz.-got. Schema liegt darin, daß die Statuen (dort in dichter Reihung) mit den Sll. wechseln und daß sie, was für das statuarische Motiv eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll. verwachsen sind, sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen. Ganz französisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende Besetzung der Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenständliche Programm ist französisch; es drängt in ein einziges Portal zusammen, was an französischen Kathedralen meist auf drei verteilt wurde. — Im Mittelpunkt der ganzen Komposition steht das Türbogenfeld mit der Anbetung der drei Könige — Mariens höchster Ehrentag im irdischen Stande. Darüber, in der ersten Archivolte, ihre Krönung im Himmel; von ihr, wie von Christus, werden nur Kopf und Schultern sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die übrigen drei Archivolten tragen Bestandteile des Jüngsten Gerichts; die äußerste die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein merkwürdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr achtbare Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel, Evangelisten, Abraham, der die Seelen in Empfang nimmt, die Taube des H. Geistes. Unter den Gestalten am Gewände erkennt man sicher links Daniel, die Königin von Saba, Salomo, Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die Ecclesia. — Aus derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch einige andere Werke, sehr verstümmelt, aber doch mit Spuren hohen Wertes, erhalten: zwei kleine Bogenfelder und eine Hochrelief-Platte, aus den Umrissen Moses und die eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel gehörig (vgl. Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf dem zerstörten rom. Lettner, der, nach Fragmenten zu urteilen, ähnlich dem Wechselburger aufgebaut war, stand die jetzt im Dresdener Altertums-Verein aufbewahrte Kolossalgruppe der Kreuzigung, aus Eichenholz geschnitzt, die Figuren 2,2 m h.]. — »Tulpenkanzel« um oder nach 1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung, künstlerische Feinheit der Formenanschauung, höchste Virtuosität der aufgelösten Steinmetzarbeit. Die Bühne als großer Blätterkelch mit den Halbfiguren der Kirchenväter, getragen von 4 ganz ins Lichte ausgearbeiteten Stengeln, zwischen deren Verschlingungen Engelskinder sich tummeln. Der Treppenaufgang imitiert roh zusammengeschlagene Baumäste und Bretter. An ihrem Fuße sitzt ein Mann in Handwerkertracht (etwa der Meister, der Predigt lauschend), höher auf [pg 125] dem mittleren Baumstamm ein jüngerer Mann (wohl der Geselle), der mit Rücken und Armen die Treppe zu stützen sich anstrengt; dazu zwei hockende Pinscherhündchen, während auf der anderen Seite zwei Löwen Wache halten. — »Bergmannskanzel« 1638, die Architekturformen noch in ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am Treppengeländer ohne Feinheit, tüchtig charakterisiert die Tragefiguren zweier Bergleute. — Chor und Qsch. dienen als Fürstengruft. In der Vierung das kolossale Freigrab des Kurfürsten Moritz, 1558-63. Eine für diese Stufe der Renss. charakteristische Kollektivarbeit vieler Meister aus vieler Herren Länder. Die Brüder Gabriel und Benedikt Thola aus Brescia zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte Hans v. Dehn-Rothfelser; der Hoftischler Georg Fleischer schnitzte das Modell. Die eigentliche bildnerische Arbeit von Anton von Zerroen aus Antwerpen. Der Guß von Wolff Hilger. Nicht klar die Rolle des Lübecker Goldschmiedes Wessel. Auf rck. Gr. 2 Geschosse, durch ein verkröpftes von gekuppelten toskan. Säulen getragenes Gebälk getrennt. Am Sockel sitzen 12 allegor. Figuren der Künste und Wissenschaften, auf dem Gebälk antike Krieger mit den Wappen der sächs. Landesteile, auf den Wandflächen Inschrifttafeln; Material schwarzer und farbiger belgischer Marmor. Als Krönung eine sarkophagartig ausgebildete schwarze Platte und auf dieser, in weißem Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens mit dem Kurschwert und anderen Waffenstücken. Die architektonischen Profile und das sonstige Ornament sind vortrefflich, die Figg. ungleich, meist nicht mehr als handwerklich. Früher umstanden das Monument die von Moritz in der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; das Gitter von 1595 (seit 1884 mit verändertem Platz). — Der eigentliche Chor erhielt seine jetzige Gestalt seit 1585, wesentlich ein Werk des Bildhauers und Architekten Nosseni aus Lugano; Guß der Figg. von Carlo di Cesare aus Florenz. Die Wandflächen unter und zwischen den 7 got. Fenstern erhielten eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen, unten gekuppelte Sll., oben Pilaster. Sockel und Gebälk stark vorgekröpft, alle Formen höchst nachdrücklich, eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor, oben Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Männer und Frauen des kurfürstlichen Hauses überlebensgroß, vergoldete Bronze, tüchtige, lebensvolle Auffassung, gediegene Materialbehandlung; in der oberen Reihe 8 Propheten; an der Decke gemalt das Nahen des Jüngsten Gerichts, sehr manieriert. Im Chorschluß Altar mit Kruzifix, [pg 126] dahinter Charitas und Justitia; oben gegen das Fenster sich abzeichnend die großartige Fig. des Auferstandenen. Der Stil dieser Arbeiten des Carlo di Cesare steht etwa zwischen Jacopo Sansovino und Giovanni da Bologna, während Nossenis Bildnisfigg. mit Leone Leoni zu vergleichen sind. Auf dem Fußboden des Chors messingne gravierte Grabplatten von 28 Familienmitgliedern, von Heinrich dem Frommen † 1541 bis auf Sibylla Maria † 1643. 1811 wurde das Grabmal der Kurfürstinnen Anna und Wilhelmine aus Schloß Lichtenberg hierher versetzt, bez. Balthasar Permoser 1703. — Im Schiff und in der Turmhalle viele Epit.; anderes in der St. Annakap. [Die ma. Ausstattung großenteils zu Grunde gegangen; wertvolle Reste im Museum und im Dresdener Altert.-Ver.]
Jakobi-K. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gänzlich um- und verbaut; um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. — Altarwerk bez. Bernhard Diterich 1610. — Kanzel 1564, schöne Sandsteinarbeit. — Taufstein bez. 1555 H. W. (Hans Walter), glänzend reiche Komposition, am Fuß vier Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange beliebt: um 1510 in Annaberg, 1610 in Dörntal, 1650 in Pfaffroda). In der Sakristei großes bar. Elfenbeinkruzifix, Balth. Permoser zugeschrieben.
Nikolai-K. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und mittleren Teile der westl. Doppeltürme. Letzte Überarbeitung 1752. An der NSeite ein schöner rom. Kopf eingemauert. — Chor 1386.
Petri-K. Von der rom. Anlage im SO der »Hahnen-Turm« erhalten; sonst Neubau 1401 und 1728.
Thümerei (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoß schön gewölbte Räume, im Obergeschoß kunstvoll behandelte Balkendecken mit Holzpfll. Das Äußere wenig verändert; in den Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Maßwerk- und Blumenmuster beschädigt.
Schloß Freudenstein. Gründung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. durch Hans Irmisch, seit 1572 unter Gf. Rochus v. Linar. An der künstlerischen Ausstattung waren der Hofmaler H. Göding und der Lütticher H. Schröer beteiligt. Im 18. Jh. verfallen, im, 19. Militärmagazin.
Rathaus. 1410, nach Brand 1471 verändert.
Kaufhaus. Schönes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne lombardischer Ornamentik. Trinkstube 1545.
Bürgerhäuser. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz 10; Kesselgasse 24 von 1534. — Renss.: Obermarkt 3; Untermarkt 16, Innenraum 1510; Obermarkt 1 17. Jh.; Eibische [pg 127] Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus; Obermarkt 17 mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez. 1553; ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker und schöner Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617.
Museen: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver.
Südl. vor der Stadt die drei Kreuze, die Körper jetzt im Alt.-V. Altvaterwasserleitung über das Muldetal, M. 17. Jh.
FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt. Stadt-K. U. L. F. etwa 1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise got. umgebaut. Die K. ist nicht groß (ganze L. ursp. 37 m), aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit Vierungs-Turm und westl. Doppel-Türmen, sowie durch die Energie der (im ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden) Formensprache von nachdrücklicher Wirkung. Die Hauptapsis in zierlicher Gotik erneuert um 1400; das Netzgwb. erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die Kreuzarme flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom. Nebenapsiden, in der Außenarchitektur besonders wuchtig und gedrungen. Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem) Rhombendach zwischen den 4 Giebeln. Ein charakteristisches Formelement die rautenförmigen Öffnungen in den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einfluß), im Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten Fenster. Das Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung der rom. Jochteilung; an der Umfassungsmauer noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die über die Fluchten des Lhs. seitlich vortretenden WTürme, fast genaue Wiederholungen des Naumburger OPaares in ihrer ursp. Gestalt; sie dürfen unter die vornehmsten Architekturbilder, die Thüringen zu bieten hat, gerechnet werden. Im Einzelnen bemerke man, daß vom STurm die Fenster des ersten Fenstergeschosses frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues, also nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurückzukehren. Zwischen den Türmen springt jetzt ein einfach gehaltenes got. Paradies vor, nach 3 Seiten offen. — Im SKreuz jetzt ein vermauert vorgefundenes rom. Tympanon, Maria zwischen 2 rauchfaßschwingenden Engeln, nach den engen, parallelen Wulstfalten zu schließen E. 12. Jh., großes Kind, Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. Schnitzaltar. Im Altarhaus bmkw. Tafel mit h. Sippe. Taufstein mit Puttenfries um 1600 (vgl. Markrölitz). Zahlreiche Bildnisgrabsteine, bmkw. das des Ritters v. Taubenheim 1536 in frührenss. Umrahmung.
Rathaus, got. Steinbau, oft verändert.
Schloß Neuenburg. Einst die stärkste und nächst der Wartburg wohl glänzendste Feste Thüringens, jetzt im Gesamteindruck nüchtern, fast kasernenmäßig; schon Kurfürst August 1552 und die Herzöge von Sachsen-Weissenfels 1666 bis 1746 haben diese Wandlung herbeigeführt. Der erste Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der mächtige Bergfried neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste, was vom rom. Bau sich erhalten hat, ist eine Doppelkapelle, die zum Besten und Bezeichnendsten gehört, was uns von der höfischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die beiden Geschosse — das untere für das Gesinde, das obere für die Herrschaft — durch eine (1856 in historisch unmöglicher Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel kleinerer als heute) vergitterter Öffnung gesondert. Nur der kleinere östliche Teil der Unterkapelle gewölbt; seine Bestimmung durch das alte Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten freien Verhältnissen, 4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten Wandsll. und einer aus 4 schlanken Schaften zusammengesetzten Mittelstütze; die Quergurte in Zackenbgg. aufgelöst (morgenländische Reminiszenz?), das Blatt- und Rankenwerk der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen gemischt, von phantasievoller Erfindung und glänzender, die Form fast frei vom Grunde lösender Technik (jetzt in verständnislos greller Bemalung und Vergoldung). Zu beachten ist, daß trotz der vorgerückten Zeit dem got. Stil nach der formalen Seite keinerlei Zugeständnisse gemacht sind. — Von einigem Interesse der Fürstensaal von 1552 und das sog. Königin Luisenzimmer in gutem Zopfgeschmack.
FREIENFELS. OFranken BA Ebermannstadt.
Kirche. 1700. — Schloß. 1690.
FREIENHAGEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. Sandsteinquaderbau 1777.
FREMDISWALDE. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis.
FRENSDORF. OFranken BA Bamberg II.
Pfarr-K. 1353. Angaben über die vorauszusetzenden Veränderungen späterer Zeit fehlen.
Pfarrhaus. Von G. Bonalino, dem Erbauer der Stephans-K. in Bamberg und der Ehrenburg in Coburg.
FREYBURG siehe Freiburg a. Unstrut.
FRICKENDORF. UFranken BA Ebern.
Elegante 3jochige Brücke über die Baunach um 1750 mit rok. Brückenfigg.
FRICKENHAUSEN. UFranken BA Ochsenfurt.
Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in der Regel nur aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich hier in unberührter Wirklichkeit. Der kleine Marktflecken bildet ein schmales Rechteck zwischen Mainufer und Weinbergen, einzige Hauptstraße dem Fluß parallel; in der Mitte zu einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein drittes am Main, Mauern und Türme (rund) vollständig erhalten.
Pfarr-K. Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 (vorher Flachdecke). 4jochige Hallenkirche von klaren weiten Verhältnissen. Das Msch.-Gwb. als Tonne konstruiert mit aufgelegtem Rippennetz auf Konsolen mit Renss. Profil und Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe. Portale mit spgot. Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.) tangiert den Chor des 17. Jh. — Hochaltar 1617, Holz, hoher vielgliedriger Etagenbau mit zahlreichen Statuen; auf der Mensa elegantes Rok.-Tabernakel. Seitenaltäre: nördl. um 1620, südl. um 1650; zwei andere aus Stuckmarmor um 1730 mit Gemälde von J. M. Wolcker. Am Chorbg. großes Kruzifix 17. Jh., interessant ein Sebastian aus M. 16. Jh. — 13 Grabsteine und Epitaphe der Renss. — Außen Ölberg A. 16. Jh., einer der besseren; nicht ein Engel, sondern Gottvater selbst bietet den Kelch.
Rathaus. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne dea spgot. Charakter zu verändern. Auf dem Platz bewegte bar. Mariensäule bez. 1710.
Knabenschule (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. — Domkapitelscher Kellerei 1475 (mit hübscher Kelter von 1753) und mehrere stattliche Wohnhäuser des Barock. — Zahlreiche herrenmäßige Häuser aus 16. und 17. Jh. und vollständige, wenn auch auf halbe Höhe erniedrigte Ringmauer.
FRIEDERSDORF. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
Dorf-K. Ursp. rom., sehr verbaut. — Großer spgot. Schnitzaltar mit Doppelflügeln um 1520, die Gemälde von einem Leipziger Meister, der sich auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar) findet.
FRIEDERSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
Schloß. Neubau 1887. Lange Reihe von Bildnissen der Familie von Oppell, 1563 bis A. 19. Jh.
FRIEDEWALD. RB Cassel Kr. Hersfeld.
Schloßruine. Nach 1476. Regelmäßiges Viereck mit 4 starken runden Ecktürmen.
FRIEDRICHRODA. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
Dorf-K. Turm 1538, sonst 1770.
FRIEDRICHSWALDE. K. Sachsen AH Pirna.
Dorf-K. 1sch. spgot., renov. 1566. — Der Schnitzaltar gehört zu den wertvolleren aus A. 16. Jh.
FRIEDRICHSWERTH. Sachs.-Gotha LA Waltershausen.
Schloß. 1680-89 von Jeremias Tütleb für Friedrich I., Trikliniengrundriß. Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw. die Kapelle mit üppiger Stuckdecke.
FRIESAU. Reuß ä. L. LA Burgk.
Dorf-K. Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. — Tüchtiger Schnitzaltar bez. 1446. Etwas jünger ein zweiter. — Schöner Kelch bez. 1509.
FRIESENHAUSEN. UFranken Kr. Hofheim.
Kath. Pfarr-K. erb. 1713-15 durch den Würzburger Domherrn Fuchs v. Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne auf toskan. Pilastern, reiche Stuckdekoration. Außen desgl. Pilaster in Haustein und profilierte Fenstereinrahmung. Der Turm springt zur Hälfte aus der WFassade vor. Die Stilformen der reich und gediegen ausgeführten K. nahe verwandt den Würzburger Bauten Jos. Greisings. — Marmoraltäre aus der Erbauungszeit. Orgelgehäuse um 1750. Großes Ölgemälde bez. J. M. Bolster 1707. Kelch 1467; anderes bar. und rok.
Ev. Pfarr-K. 1521, einfach spgot. Epitaphe v. Ostheim 1515, 1573.
Schloß. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. Quaderbau in guten kräftigen Renss. Formen. Die Brücke vor dem Eingangstor (bez. 1700) flankieren 2 lebensgroße steinerne Turnierritter. Schönes äußeres Gittertor um 1730.
FRIESSNITZ. Sachsen-Weimar VB Neustadt.
Dorf-K. Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. Apsis. — Ikon. Grabstein 1605.
FRITZLAR. RB Cassel Kreisstadt.
Stifts-K. S. Peter.. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem durch Brand 1078 zerstörten Bau (sicher nicht dem ersten) haben sich die unteren Teile des heutigen Stiftschors erhalten; sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von der um 1100 errichteten größeren Basilika das Wesentliche des bestehenden kreuzf. Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung als Gwb.Bau im 1. Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. Nachrichten fehlen. Welche Rolle die bei der Erstürmung der Stadt 1232 auch der K. zugefügten »Dampna gravia» gespielt haben, wäre noch zu untersuchen. Seitdem nicht mehr wesentlich verändert.
Krypta. Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum [pg 131] in 3 Sch. zu 6 Jochen, grätige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf Sll. mit gerippten Würfelkaptt. und steilen Basen mit Ecksporen; zu 1. Viertel 12. Jh. passend. Das östl. Ende zugleich mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. — Die nördl. Nebenkrypta zerfällt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit breitem Apsidenschluß, wird als Chor der 1078 zerstörten K. gedeutet; der vordere Abschnitt (unter dem Martinschor, d. i. NFlügel des Qsch.) ist mit der Hauptkrypta gleichzeitig. — Die Nebenräume der SSeite bilden die untere Sakristei und die alte Schatzkammer (»Falkenberger Kap.«).
Oberkirche. Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen Formen ohne größere Bauunterbrechung. Die alten Mauern des Qsch. an den Ecken verstärkt. Chor quadr. mit polyg. (5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in 3 Doppeljoche nicht regelmäßig: erstes Joch, (östl.) quadr., zweites überquadr. (8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene längsrck. mit vielfach abgetreppten Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Säull. Arkaden-Öffnungen unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze zusammengefaßt, Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., die GwbRippen ohne genaue Beziehung zur Pfl.-Gliederung, derbrck., kein Schlußstein, Scheitel stark steigend (3,7 m über den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster in den Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Bündelpfll. aus gequetschtem Pfühl und hoher vielgliedriger Deckplatte (woraufhin Abhängigkeit vom Wormser Dom behauptet wird; die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein verbreitet). — Das südl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. — Die schlanken WDoppeltürme in 6 Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit Lisenen und Bgfriesen gegliederten vom Bau des 12. Jh., die beiden letzten, jederseits mit 2 Doppelarkaden geöffneten, aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die Erhöhung des Zwischenbaues, Giebel und Helme 1873. Die zwischen den Türmen liegende Erdgeschoßhalle mit Empore, gegen das Sch. in 3 Arkaden geöffnet, 12. Jh. Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 Joche tief, links von der rundbg. Mittelöffnung 2 spitzbgg., rechts nur 1, im ganzen also 4 Sch. Obergeschoß: 18. Jh. — Die Langseiten klar und zierlich mit fein profilierten Lisenen und Bgfriesen. An der Hauptapsis fällt der Mangel aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschluß durch Zwerggalerie. — Reiche bar. Altarausstattung E. 17. Jh. bis A. 18. Jh. Pfarraltar 1724. Daneben das turmartige Sakramentshaus aus 2. H. 15. Jh. Lettner abgebrochen. Reste von spgot. Schnitzaltären unbedeutend. Verstümmelter Celebrantenstuhl 14. Jh. [pg 132] Kanzel 1696. Etwa gleichzeitig das Gestühl im Sch. mit geschnitzten Wangen. — In der Krypta schlichte got. Tumba des hl. Wigbert; von 1340 daneben an einer Säule sein Bild, sitzend, Hochrelief.
Die Stiftsgebäude bilden mit der K. eine malerische Gruppe. Der große 8achsige Kreuzgang beg. nach 1300; geschlossene Wände mit Fenstern. Im Obergeschoß des Ost-Flügels »Musikzimmer« mit spätgot. ornamentaler Wanddekoration. Im Keller des SFlügels sehr bmkw. überlebensgroßes Hochrelief des hl. Petrus, sitzend, wohl spätestes 12. Jh.
Grabdenkmäler. Ihre Zahl sehr reduziert. Die ältesten (M. 14. Jh.) in der Falkenberger Kap. Was aus späteren Zeiten stammt, ist durchweg von geringer Qualität.
Schatzkammer. Sie enthält mehrere wichtige Stücke. Altarkreuz um 1000, dicht mit Edelsteinen besetzt und daher ornamentlos, Gravierung der Rückseite und Fuß um 1200. — Tragaltärchen mit den Halbfigg. der Apostel, braunes Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fuß und Nodus um 1400. Merkwürdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr. Scheibenform, in Elfenbein geschnitzt.
Evang. Pfarr-K. (ehem. Minoriten). Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je 4 Fenstern, polyg. Schluß.
Ursulinerinnen-K. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh.
Frauenmünster-K. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend.
Rathaus. Got., dem ehem. Casseler ähnlich, durch Umbau im 19. Jh. gänzlich entwertet.
Hochzeitshaus. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss. Steinernes Erdgeschoß.
Wohnhäuser. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420. Mehrere Fachwerkbauten. Im »Hessischen Hof« schöner spgot. Kamin.
Marktbrunnen mit Rittersäule 1564.
Ringmauern und Tore, ferner 6 an der Gemarkungsgrenze verteilte Warttürme, schlecht erhalten.
FROHBURG. K. Sachsen AH. Borna.
Stadt-K. Spätgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff jünger. — Ikon. Grabplatten 1555, 1668.
Schloß. Starker schlichter Bau von 1544.
FRÖHSTOCKHEIM. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. — Am Chorbg. Reliefbrustbild in Renss. Umrahmung um 1525, Wappen der Haßberg. Bedeutendes Grabmal des Ernst v. Crailsheim † 1569; auf einfachem Sockelbau knien vor [pg 133] dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3 Frauen, wuchtige, tüchtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene Wandarchitektur, erst in der Krönung reicher bewegt. Das Ganze gehört zu den besten Kompositionen der in der Regel zu wüster Überladung neigenden Zeit.
Crailsheimsches Schloß, einfache Wasseranlage mit 4 runden Ecktürmen, sp. 16. Jh., Dächer 18. Jh.
FRONHAUSEN. RB Cassel Kr. Marburg.
Dorf-K. Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der über dem Altarhaus stehende Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor polygon seiner Gwbb. beraubt. Spgot. Um- und Zubauten.
Steinhaus (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh.
FUCHSSTADT. UFranken. BA Hammelburg.
Pfarr-K. Erb. 1766 durch den Neumannschüler Hauptmann J. M. Fischer. Ausstattung einheitlich und von bedeutender Wirkung. Die Stuckmarmoraltäre und Stuckaturen von Materno Bossi. Der gediegene Bau durch moderne Rest. stark beeinträchtigt. Turm rom. 12. Jh.
FULDA. RB Cassel Kreisstadt.
Dom. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. Zweiter Bau 792-819; Basilika mit O. und WChor. Wiederholte Brände und Restaurationen ließen angeblich die Grundsubstanz des karolingischen Baues unverändert, bis 1704 bis 1712 ein Neubau (der gegenwärtige) durch Joh. Dientzenhofer aus Bamberg ausgeführt wurde. Auch dieser mit Benutzung alter Mauerteile. — Der wertvollste Teil der Leistung ist das Innere, das dem Besten der Epoche zuzuzählen ist. Es enthält mehr als bloß allgemeine Erinnerungen an die Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums, im Lhs. die rhythmische Travee. Die letztere in der Weise fortentwickelt, daß die Pilasterpaare nicht in einem geschlossenen, nur durch Nischen gegliederten Pfeiler liegen, sondern daß sich zwischen ihnen ein wirklicher Durchgang in die Abseiten öffnet; darüber eine sehr nachdrücklich behandelte Statuennische. Es wechseln solchermaßen breitere eingeschossige und schmälere zweigeschossige Joche. Jenen (3 an der Zahl) entsprechen in den Seitenschiffen stark beleuchtete Kuppelräume; diesen (2 an der Zahl) schmale, schwachbeleuchtete, kreuzgewölbte Abteilungen. So begleitet den kräftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer Rhythmus des Lichts, der seinen Höhepunkt in dem sehr hellen Raum unter der Hauptkuppel findet. Das Motiv der Statuennischen ist im Qsch. und Chor fortgesetzt. Beide haben im Innern polygonale Abschlüsse. Die großen Altarbauten des Qsch. heben sich gegen mächtige Fenster ab und [pg 134] der Baldachin des Hauptaltars steht vor der Öffnung gegen den Mönchschor, woraus sich prächtige malerische Blicke ergeben. Die Formengebung ist nicht so extrem barock, wie an anderen Bauten Dientzenhofers, die Färbung weiß und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb. scheint unfertig. Die alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch den Umbau stimmungslos geworden. — Nicht ganz so gut geraten ist das Äußere, zumal in den Seitenansichten. Übrigens solide Quadertechnik. Das System der römischen Barockfassade mit dem deutschen der Doppeltürme verbunden. In den letzteren der Kern der alten rom. Türme mit ihren Wendeltreppen erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten auf die Schrägansicht von der Schloßterrasse her gerechnet, wo die Kuppel in die Gruppierung eingreift; seitlich erweitert sich die Fassade durch niedrige, mit Kuppeln gekrönte Kapp. — Anschließend der Conventsbau (jetzt Priesterseminar) großenteils schon 1668. — Im Innern der K. einige nicht bedeutende Skulpturen aus der alten K., darunter (rechts vom Eingang) ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in eine karolingische Sl. gemeißelt. — Annexe der alten Klosterk. waren im O eine 973 errichtete Taufkirche, mit jener durch ein zweistöckiges Paradies verbunden, im N die noch vorhandene:
S. Michaelis-K. Erb. 820 als Kapelle des Begräbnisplatzes der Mönche. Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten Kern unverändert gelassen. Die Anlage gibt den am meisten gebräuchlichen Typus altchristlicher Grabkirchen: Rotunde mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5, Mauerstärke 0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen verbunden sind, trägt einen den Umgang übersteigenden Mauerzylinder, ursp. mit Steinkuppel. Im O für den Altar eine kleine 1/2runde, außen rck. Apsis. Die Mitte nahm eine Nachbildung des h. Grabes ein (bei der Neuausstattung 1731 vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und Mittelraum durch einen von 4 Durchgängen durchbrochenen Mauerring getrennt; der Umgang mit ringförmigem Tonnengwb.; der innere Kreis mit einem ebensolchen, das in der Mitte von einer kurzen Sl. mit rohest jonischem Kapt. getragen wird. In diese noch unverändert bestehende karolingische Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer Stellung eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche gab man 1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang ein zweites Geschoß; beide Geschosse mit Balkendecke, der mittlere Zylinder erhöht und mit Holz gedeckt; ferner wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore und niedrigem Turm angefügt (erhöht 1315). Weitere Veränderungen des [pg 135] 17. und 18. Jh. bei der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von altem Detail vorhanden ist, gehört zum größten Teil der rom. Rest. an; aus karol. Zeit die 8 Säulen des Erdgeschosses. 4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer Vorform des Würfelkapt. Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter Führung der Lagerfugen.
Stadt-K. 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung ähnlich Neumanns Dominikaner-K. in Würzburg; die Dekorationsformen ein ermattetes Rok., jedoch noch ohne klassizistische Tendenz. Von den 2 Fassaden-Türmen der nördl. got. 1447. — Fresken von Herlein.
Klst. Frauenberg (Franziskaner) 18. Jh.
Nonnen-Klst.-K. 1626. Unter den Hervorbringungen der Nachgotik eine der merkwürdigsten. Falls nicht die neueste Rest. das got. Element sehr verstärkt hat, so hätte sich dasselbe noch fast ungebrochen erhalten. Großer 1sch. Raum mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg. Im Außenbau Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament.
Hl. Geist-K. u. Spital. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche und 2 Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster.
Abtsburg (Schloß). 1315 an diese Stelle verlegt und stark befestigt. Völliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen Flügel der tiefen triklinienförmigen Anlage von Andrea Gallasini. Hauptstück des Inneren der Kaisersaal von F. J. Stengel, die mächtigen Hermen, welche die Decke tragen, von D.F. Humbach. Die bedeutende (heute entstellte) Gartenanlage nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters M. v. Welsch ausgeführt von Stengel 1722. Das Orangeriegebäude eines der besten seiner Art; die vorzüglichen Stukkaturen von Andreas Schwartzmann (?), Deckengemälde von E. Wohlhaupter. — In der Umgebung des Schlosses noch mehrere einfach-vornehme Gebäude des 18. Jh., den Charakter des geistlichen Fürstensitzes vervollständigend: Priesterseminar, H. Geistspital, Alte Universität, 3flügelige Anlage des 18. Jh. mit stuckiertem Prunksaal von Gallasini, Landesbibliothek 1771-78, mit schön und zweckmäßig durchgeführtem Hauptsaal.
Stadtbefestigung aus Ma., mehrere Rundtürme erhalten. Haartor 16. Jh. Das monumentale Paulustor 1711, 1771 versetzt. Auf den Höhen der Umgebung mehrere Warttürme.