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GAIBACH. UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. 1740 nach Plänen von Balth. Neumann von einem Maurermeister aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die Vierung im Grundriß elliptisch, ebenso die von ihr ausstrahlenden 3 Konchen, woraus sich für die Gewölbe pikante Schnittlinien ergeben. Turm östl. am Chor in der Hauptachse. Für Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrißlinie des Haubenhelmes. Fassade einfach. — Gute Rok. Einrichtung. Altäre aus Stuckmarmor. Bmkw. Orgelgehäuse.

Kreuz-Kapelle im Schloßpark. Erb. vor 1698, vielleicht von einem der Dientzenhofer. Spbar. Zentralbau; außen kreisrund, innen quadr. Hauptraum mit 4 transversalen Nischen; Polygonkuppel über toskan. Pilastern. — Altäre spbar., gut in den Raum komponiert.

Schloß. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter v. Mespelbrunn als quadr. Wasserschloß mit runden Ecktürmen über mächtigen Fundamentbauten mit Bastionen (davon 2 erhalten); unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister Johann Leonhard Dientzenhofer umgebaut, vielleicht nur Ausführung von Plänen des Mainzers M. v. Welsch. Besonders beachtenswert die Treppenanlage, die als Vorstufe zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern aus dieser Zeit Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im Charakter nicht fränkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung Empire und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im 2. Geschoß ein typischer Repräsentationsraum um 1825, im Vorsaal Bilder von gleichzeitigen Münchenern. Reichhaltige Sammlung von chinesischem und europäischem Porzellan.

GAMIG. K. Sachsen AH Pirna.

Schloß. Treppen-Turm und Erdgeschoß der Hauptfront 16. Jh., sonst 18. und 19.

Kapelle aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke 8eckige Pfll., so gestellt, daß ein mittleres Quadrat von 4 Rck. und 4 kleineren Quadraten an den Ecken umschlossen wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige Sterngwbb. Äußeres modernisiert. In der Betstube schöner Grabstein des Hans v. Carlowitz † 1578.

GANGLOFFSÖMMERN. Pr. Sachsen Kr. Weißensee.

Dorf-K. Läßt nach Größe und Anlage eine ehem. Klst.-K. [pg 137] vermuten. Aus rom. Zeit 2 OTürme, die sich in derselben Weise wie es an den WTürmen Niedersachsens gewöhnlich ist, aus querhausartigem Unterbau erheben und eine Galerie mit Satteldach zwischen sich haben. Angebaut ein frgot. platt geschlossener Chor. — Sch. 1785. — Spgot. Schnitzaltar. Sakramentshaus.

GÄNHEIM. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790. Im Lhs. bmkw. Rest eines Steinaltars, die Hochreliefgruppe um 1639, Richtung M. Kerns.

Schulhaus 1614.

GARSTADT. UFranken BA Schweinfurt.

Dorfkirche. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig.

GÄRTENROTH. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Großes Wandgrab für M. A. v. Redwitz, † 1576; demselben Meister begegnet man in Wernstein.

GATTERSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Klauskirche S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im wesentlichen intakt. Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem türlosem Turm.

GAUASCHACH. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1786 von A. S. Fischer in Würzburg, in der Anlage den Landkirchen Neumanns folgend. Deckenstuckatur, Altäre und reliefgeschmückte Kanzel gut klassizistisch.

GAUERSTADT. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Pfarr-K. Typische Anlage des früheren Ma. (Rck. mit eingezogenem quadr. turmtragendem Chor) in spgot. Ausführung.

GAUKÖNIGSHOFEN. UFranken B A Ochsenfurt.

Pfarr-K. 1724-30 (nach Entwurf von B. Neumann??). Reiches und vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration 1776, schon mit klassizistischen Anklängen, recht gut. Deckengemälde bez. J. A. Urlaub 1777. Vornehmer Hochaltar in Stuckmarmor, frühestes Rok., um 1730, Seitenaltäre und Kanzel um 1750.

Schlößchen der Rosenbach rok. — Am Haus no 33 Steinrelief des Marientodes, gute Arbeit um 1450. — Zahlreiche Bildstöcke.

GAUSSIG. K. Sachsen AH Bautzen.

Schloß. Anlage A. 17. Jh., stark überarbeitet um 1800, in palladianischem Klassizismus, vornehme Innenräume. Größere Gemäldesammlung.

GAUTZSCH. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des [pg 138] protestantischen Kirchenbaues gerechnet. — Büste des Grafen E. Ch. v. Manteuffel, dem Andreas Schlüter nahestehend.

GEFELL. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Dorf-K. Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. r Chor mit Turm.

GEFREES. OFranken BA Berneck.

Pfarr-K. got., »reich geschnitzter« Altar.

GEHREN. Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt.

Stadt-K. neu. Grabst. des Herrn v. Bernstedt 1597. —

Schloß, schmuckloser Renss.-Bau. Schöne Tür aus dem abgebrochenen Schloß Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt.

GEILSDORF. K. Sachsen AH Plauen.

Schloß. 1667 aus einer alten 4türmigen Wasserburg umgebaut; reiche Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener Großen Garten; in Verfall.

GEISA. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Stadt-K. Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor mit Kreuzgewölbe und gutem Maßwerk. — Got. Taufstein. Opferstock 1517. Kanzel A. 18. Jh. — W-Turm mit Wasserspeiern und Maßwerkgalerie. Schönes got. Portal bez. 1497.

Gangolfs-Kap. mit Außenkanzel in reicher Renss. Zahlreiche Grabsteine 16. Jh. 2 Schnitzfigg., Reste eines Altars um 1490-1500.

Ringmauern aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtürmen; der große Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der Steingasse eingemauert. Auf dem Gangolfsberg Reste eines alten Schöffenstuhls.

Einfaches Schloß (Fürstabt von Fulda) 1719.

GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde. Stadt-K. 1484-1513, umgebaut 1689. Rck. mit Schluß aus 8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses Maßwerk. Schnitzaltar und Kruzifix E. 15. Jh.

Kaufhaus 1668, tüchtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß.

GEISLEDEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen noch ganz bar. (Vgl. Wüstheuterode.) Außen Pilastergliederung. Der große, gut komponierte Hauptaltar im Formcharakter E. 17. Jh. Rom. Taufstein.

GEISMAR. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.). Großenteils neu. — Hauptaltar um 1700. Linker Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten, vielleicht einem Altar des 17. Jh. entnommenen) Statuen der 14 Nothelfer. Rechter Seitenaltar Schnitzwerk um 1500, Qualität gering. Kanzel 17. Jh.

GEISMAR. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1805. Der große Altar (1. H. 18. Jh.) aus dem ehemaligen Klst. Teistenburg.

GEISSEN. Reuß j. L. LA Gera.

Dorf-K. rom. Anlage, verunstaltet. — Kanzelbau hinter dem Altar um 1750. Schnitzaltar um 1500, nach Flechsig vom Meister von Chemnitz. (Erfurter Ausstellung 1903.)

GEITHAIN. K. Sachsen AH Borna.

Stadt-K. Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten sprom. Doppeltürmen. Ausgezeichnetes rom. Portal mit 3 Rücksprüngen, in die Kanten eingelegt Viertelssäulen. Chor 14. Jh. unregelmäßig. Gemeindehaus spgot. Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den Türmen höher als diese empor. — 1593 im Msch. flache Felderdecke mit umfänglichen Malereien nach evangelischem Programm. Aus gleicher Zeit der Altarbau von Michael Grünberger in Freiberg und die Kanzel von Peter Basler ebenfalls in Freiberg. Glocken 14. Jh.

GELCHSHEIM. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. Spgot. Anlage in bar. Umbau. — Grabstein mit Familienrelief 1593.

Joh. Nepomuk-Kap. 1754. — Statue des gegeißelten Heilands unter prächtigem Baldachinbau.

Rathaus. Tüchtiger Fachwerkbau 1666.

Deutschherrische Wasserburg, im Bauernkrieg zerstört, bescheiden whgest.

GELDERSHEIM. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Der Unterbau des Turms (nördl. am Chor) und die Kreuzrippengwbb. der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., die Formen verwandt der Michaelskap, in Ebrach. Lhs. nachgot. 1602. Einrichtung spätrok. ca. 1760-70.

GELENAU. K. Sachsen AH Annaberg.

Dorf-K. 1581. Verhältnismäßig reiche Ausstattung. Altarwerk 1724. Taufstein vortreffliche Arbeit des Andreas Lorentz 1581. Von demselben die eigenartig entworfene, reich skulptierte sandsteinerne Kanzel. Großes Epitaph (4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schönberg, lebhaft an die Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von A. Lorentz.

GELLERSHAUSEN. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schluß, ausgemalt 1714 von A. Brückner aus Schweinfurt. WTurm 1557.

GELNHAUSEN. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Marien-K. Kreuzförmige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im Qsch. und Chor gewölbt; 1 WTurm, 2 OTürme, Zentral-Turm. Im wesentlichen aus den 3 ersten Dezennien des 13. Jh. Doch sind einige Reste einer älteren Anlage eingebaut. Aus ihr der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch. (das an der OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der K. sichtbar). Der Turm schließt mit Rhombendach. — Gegen 1220 Neubau als flachgedeckte Basilika. Gegen 1230 Ausbau der OTeile in glänzender romanisierender Frühgotik durch Meister Heinrich Vingerhut (wofern man die betr. Inschrift an der Giebelarkade des nördl. Qsch-Portals als Architekteninschrift gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze Lhs., die westl. Vierungspfll. bis über die Kämpfer, die untere Hälfte der Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs. flachgedeckt mit spitzbg., weitgeöffneten Arkaden; die Gwbb. der Nebenchöre grätig. Die Bauerscheinung in den Hauptpunkten rom., nur in den Zierformen frgot. berührt, aber unmittelbare Kenntnis französischer Bauten nicht voraussetzend. Der zweite Meister (Vingerhut) war am Mittelrhein und in Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der er beide Elemente zu verschmelzen verstand, erwarb er sich großen Beifall und wurde für die Vermittlung der frühen Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den Plan der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schluß des Chors und die den Vierungsraum beträchtlich überhöhende Kuppel mit Zentral-Turm. Im übrigen gibt er dem Bau eine neue Dekoration mit Steigerung der Wirkungen von W nach O. Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Säulchen der Arkadenpfll. Die Kreuzarme richtet er für Kreuzrippengwbb. ein; zu beachten die reichen französischen Profile der Vierungsbgg. und an den Eckdiensten die diagonale Stellung der Basen und Kapitelle. Die Stirnwände des Transepts durch eine Gruppe von 3 Rosenfenstern (das Maßwerk aus Steinplatten ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen dieser Zeit — gemeinsame burgundische Vorbilder) belebt. Prächtig in der Vierungskuppel die dekorative Verwertung der Rippen; um den großen ringförmigen mit Blattkranz geschmückten Schlußstein stehen auf den Kappen die Namen von 8 Winden; die Fensteröffnungen auch hier als Rosetten. — An die Wände des Chorquadr. eine Arkatur und darüber eine Scheinempore vorgeblendet; die Apsis in 5/8 Schluß kam neu hinzu; sie hat über der Arkatur schlanke spitzbg. Fenster und über [pg 141] diesen kreisrunde mit Vierpaß ausgesetzte Öffnungen. Die Blendbgg. kleeblattförmig. Der Gurt, der den Vorchor von der Apsis trennt, hat dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.; er wird von einem Bündel von 7 Diensten getragen, die zweimal von Schaftringen durchbrochen sind. Sind auch die Mauermassen tatsächlich erst wenig aufgelöst, so herrscht doch eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen dem Gotischen verwandten Eindruck hervorruft, wie denn auch dieser Bauteil auf ein bestimmtes Vorbild, das er geistreich umbildet, zurückgeht: die Notre-Dame in Dijon. Das Ornament an Kapitellen und Konsolen zeigt rom. und frgot., konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive nebeneinander, immer in lebensvoller und technisch meisterhafter Behandlung. Es gehört zum Schönsten, das diese Epoche in Deutschland hervorgerufen hat. Die Bauepoche schloß (um M. 13. Jh.) mit dem polygonal (3/6) in den Vierungsraum vorspringenden Lettner.

Äußeres. Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt. Auf engem Gr. entwickelt sich eine höchst belebte Massengliederung. Jede der 5 Polyg. Seiten des Chors schließt mit einem kleinen Giebel, darüber ein spitziges 8seitiges Zeltdach (vgl. Sinzig und Münstermaifeld). Über den Nebenapsiden steigen schlanke 8seitige Türme auf; um M. 13. Jh. zu gegenwärtiger Höhe gebracht; die Helme ursp. kaum so schlank wie jetzt. In der Mitte beherrschend und zusammenfassend der Vierungs-Turm, auch er 8seitig und mit 8 Giebeln. Auffallend groß die Zahl der Türen. An den Sschiffen ihrer 3; vom ersten Meister; die größte derselben wahrscheinlich ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie durch eine noch prächtigere Komposition; dann noch 2 am Qsch., so daß die keineswegs große K. schließlich 5 Portale hat. — Die Sakristei M. 14. Jh. hinzugebaut, die Obergeschosse der Sschiffe 1446. Innere Ausstattung. Hochaltar; Mensa 13. Jh., Schrein bez. 1500 Nikolaus Schit. Madonna mit 4 Heiligen, lebensgroß, volle schwere Formen, Flügel gemalt; über dem Schrein reiche Krönung mit dem Schmerzensmann. — Ebenfalls spgot., doch nicht bedeutend, die Seitenaltäre. — Der hl. Kreuzaltar (Laien-A.) am Lettner kann ursp. keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die übrigen zum Jubeljahr 1500. — Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. schönes frgot. Weihwasserbecken. — Ein hohes Chorgestühl 2. H. 14. Jh. — Von den zahlreichen, jetzt meist entfernten Grabsteinen trugen nur wenige Bildnisfiguren; darunter der Stein des aus einer Gelnhäuser Familie stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, ausgezeichnetet [pg 142] Entwurf in mäßiger Ausführung; eine andere gute Arbeit der Stein des Schultheißen Koch 1603; im südl. Qsch. Wandgrab des Burggrafen von Laudern, E. 16. Jh. — Glasmalerei der Chorfenster 13. Jh., wichtig, wenn auch stark ergänzt. — Die oberen Blenden des Chorquadr. waren ausgemalt, 15. Jh., darunter Schicht des 13. Jh., sehr beschädigt und jetzt entfernt, wie überhaupt die letzte, hinsichtlich der Architekturteile verdienstvolle, Restauration den Gesamteindruck doch zu »neu« gemacht hat.

Skulpturen. Tympanon des NW-Portals: Christus thronend zwischen Maria und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg. heiliger Bischöfe. Tympanon am südl. Qsch.: Maria mit dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die knienden Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des nördl. Qsch.: Kreuzigung. Die Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale umrahmende Rankenornament. — Im besten got. Naturalismus das Blattwerk am Lettner; in den Zwickeln figürliche Reliefs (weit geringer) mit Totenerweckung und Hölle; die Statue Christi jetzt in der Sakristei.

Peters-K. sprom., jetzt verwüstet und verkommen (Fabrik). Ursp. kreuzf. Gewölbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzflügeln, 3 Jochen im Lhs. Die OTeile um 1200-1220, in halber Höhe Bauunterbrechung. Am besten erhalten das Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des Lhs. darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und Ecksll. lassen für das Msch. Rippengwbb., für die Ssch. Gratgwbb. als beabsichtigt vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte Basilika mit einfachen Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt nach dem gleichseitigen Dreieck. Über den Nebenapsiden erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und Lisenen geteilte Rundtürme (Zeichnung von 1831). Ein vom Triumphbogen stammendes prachtvolles Blattkapt. liegt als Brunnenuntersatz im südl. Ssch. Das nördl. Seitenportal mit sitzender Fig. des hl. Petrus vom ersten Meister (vgl. Aschaffenburg), im südl. Seitenportal die Eck-Sll, auf Löwen, in der Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung an den Kaiserpalast erinnernd.

Hospital zum h. Geist. Zuerst erwähnt 1233. Die K. war eine kleine flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem Ssch., das Chorquadrat gewölbt; 1893 fast ganz zerstört.

[S. Michaels-Kap. Zweistöckig, im Erdgeschoß Beinhaus, zuerst erwähnt 1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen; nach einer Zeichnung zu urteilen beste fr. Gotik in der Art der jüngsten Teile der Marienk.]

[Brücken-Kap. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung wegen abgebrochen.]

Franziskaner-K., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248 (erste Erwähnung des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren von grätigem Kreuzgwbb. über 1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; rundbg. Fenster; Apsis zerstört. — Kreuzgang (jetzt Stall) E. 13. Jh. — Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh. errichtete größere K. 1826 abgebrochen.

Pfalz. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180 mainzisch, erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. Seit 1363 Beginn der Zerstörung, nach Ruprecht von keinem Kaiser mehr besucht. Seit 1858 Erhaltungsarbeiten. — Angelegt als Wasserburg (vgl. Büdingen, Wächtersbach, Burgjossa). Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur in den Grundzügen zu erkennen. Die heutige Ruine gehört der schon im 14. Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen Pfalzen die relativ besterhaltene und künstlerisch edelste, wenn auch weitaus nicht die größte. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen und der technischen Eigenschaften Bau aus einem Guß. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die Eingangshalle vielleicht älter. — Der Gr. bildet ein Trapez: an der schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen Winkel davon abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite und der polyg. gebrochenen OSeite Ringmauern, an die sich Wirtschaftsgebäude anlehnten. — Die Ringmauer 2,10 m stark, Quaderverblendung, Füllung aus Bruchstein und Mörtelguß; Rüstlöcher sichtbar, doch keine Versetzung mit der Zange. — Der quadr. Bergfried, als Wehrbau nicht sehr bedeutend, im Winkel zwischen der SMauer und der Eingangshalle; hölzerne Zwischendecken; kleine Tür nach dem Wehrgang (dessen Höhe daraus zu bemessen ist), eine größere auf eine von Kragsteinen getragene Plattform, vom Hof aus mit Leitern zu ersteigen; der obere Teil des Turms in got. Zeit restauriert. — Das Eingangstor zeigt keine Spuren von Zugbrücke und Fallgitter; doch Ansätze zu einem (zerstörten) Gußerker. Es führt in eine 2sch. 3jochige nach dem Hof offene Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch. ursp., im Ssch. got. erneuert. Die Sll. haben Würfelknäufe mit 2teiligem Schild (eine sonst nur im Elsaß nachgewiesene Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf eingemauert, jetzt im Palas. — Über der Torhalle lag die jetzt ihrer Gwbb. beraubte, ebenfalls 2sch. Kapelle. — Der Palas lehnt sich an die nördl. Ringmauer, die Schauseite nach innen. Erhalten das Erdgeschoß mit kleinen Fensterschlitzen und das erste Hauptgeschoß. Die Tür, durch eine [pg 144] Doppelfreitreppe zugänglich, liegt nicht in der Mittelachse (außerdem eine noch erhaltene innere Treppenverbindung zur Torhalle). Sie führte direkt in den Saal (13:12 m) mit einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines Verschlusses); die Fundamente deuten darauf, daß 4 Sll. die Balkendecke trugen; an der NWand der schöne Kamin. Links an der Tür sind die Ark. durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt. Am Saal entlang lief ein Gang und hinter diesem lagen 2 getrennte Gemächer. Ein Obergeschoß war sicher vorhanden; auch hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas gehört zum formenschönsten und delikatesten, was rom. Meisselarbeit hervorgebracht hat; jedenfalls kann sich kein anderer Profanbau damit messen. — Am OEnde des Hofes sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m äußerer Durchmesser) von ungewisser Bestimmung gefunden.

Johanniterhof, vom Ordenshaus in Rüdigheim dependierend; kleines sehr herabgekommenes Gebäude in der Holzgasse; die paarweise gestellten Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen für 14. Jh., der SGiebel mit Kreuzstöcken im 15. Jh. umgebaut. Daneben kleine Kapelle.

Deutschordenshäuser. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch die landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei Sachsenhausen; 14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; im Hof Brunnen aus Renss.

Hof der Abtei Arnsberg. 1742 erneuert; die einfache got. Kap. aus A. 14. Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei.

Hof der Abtei Haina. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh. erhalten.

»Steitz«, Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im Innern ein Lavabo und andere interessante Einzelheiten.

Romanisches Rathaus, spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein Fachwerkhaus verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich von Kunstformen: die im Kleeblatt geschlossene Tür über einer vorgebauten Plattform und im dritten Geschoß 3 Gruppen dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze Ausdehnung des Gebäudes einnehmenden Saal beleuchteten. Daß das Haus öffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft; unter den in Frage kommenden gilt die Bestimmung als Rathaus für die wahrscheinlichste.

Gotisches Rathaus, wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich für Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert.

Fürstenhof, langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz der pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; aus dieser Zeit einige gute Einzelheiten.

Wohnhäuser. 4 romanische mit mehr oder weniger bedeutenden Resten aus der Erbauungszeit: Langgasse 257, ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda 285 [Obermarkt 101, 1895 abgebrochen, die Werkstücke der schönen gekuppelten Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. Gotisch: Bischofshof, jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106; Töpfergasse 69; Untermarkt 443 Hinterhaus; Obermarkt 341, altes Gasthaus u. a. m. Diese sind alle Steinhäuser. Ein got. Fachwerkhaus Langgasse 264.

GEMÜNDEN. UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus 1488. Turm zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb. 1486 auf älterer Grundlage. Das Äußere einfach; WPortal erneuert. Der mit 4 kleinen Erkertürmchen geschmückte Turm macht durch seine stattlichen Verhältnisse eine gute Figur im Stadtbild. — Ausstattung neu. Hübsche Zunftstangen E. 18. Jh. Glocken 14. Jh. und später. — An der äußeren OWand des Langhauses Relief Christus am Kreuz zwischen den Schächern; zu Füßen Assistenzfiguren und Soldaten, M. 15. Jh. An der Kirchenmauer das ehem. Sakramentshäuschen von 1488; ruinös.

Rathaus. 1593. Giebel erneuert.

Rentamt. Behäbiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten Ecktürmen. Über dem Portal Wappen der Hutten.

Scherenburg. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, sowie ein großer zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.). Nur wenige Reste der Stadtbefestigung, jedoch noch immer hübsches Ortsbild.

GENSUNGEN. RB Kassel Kr. Melsungen.

Dorf-K. mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung.

GEORGENTHAL. Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Cisterc.-Klst.-K. Trümmer. Grundmauern ausgegraben. Sie erweisen einen höchst ansehnlichen Bau von 73 m Länge. Nach den jüngsten Untersuchungen von H. Giesau 2 Bauperioden in folgender Weise zu unterscheiden: 1. Zugrunde liegt eine kreuzförmige Basilika nach dem Hirsauer Schema, am Chor 5 Apsiden in staffelförmiger Anlage (Talbürgel). Im Lhs. 10 Arkaden, Wechsel von stärkeren und schwächeren Pfll. Reste eines WPortals mit einfach abgetreppten Gewänden. Dieses der Gründungsbau aus der Mitte des 12. Jh. 2. Umbau für Gewölbe im 2. Drittel 13. Jh. Die 5 Apsiden wurden niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader Abschluß des Hauptchores. Um ihn wurde ein rck. Umgang von 4,2 m Breite herumgeführt, aus seiner äußeren Wand rck. Nischen ausgespart. (Holtmeyers Rekonstruktion mit Umgang [pg 146] und Kapellenkranz in Art von Riddagshausen nach Giesau nicht haltbar.) Die bauliche Ausführung des Umbaues unter Leitung eines Architekten aus Walkenried. Walkenriedisch-maulbronnisch auch das gesamte Detail. An der Westfront eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m Seitenlänge). — Von der großartigen Klosteranlage erhalten:

Klausur auf der SSeite der Kirche. Umfängliche Grabungen von Pfarrer Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt cisterciensischem Gepräge, der von Maulbronn sehr verwandt. Bmkw. das Herrenrefektorium, wie in Maulbronn mit der Schmalseite an den Kreuzgang stoßend, wahrscheinlich 3schiffig. Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch einen Gang vom Kreuzgang geschieden (ältere Art der Anordnung). Rippenstücke, Schlußsteine und Säulenbasen maulbronnisch, jedoch im Stil fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. Auf der Nordseite des Chores, in geringer Entfernung von ihm zwei 3sch. Säulensäle, durch einen von N nach S laufenden schmalen gewölbten Gang getrennt, Bestimmung ungewiß, vielleicht Abtshaus. Ornamentierte Säulenschäfte mit Würfelkaptt., 2. H. 12. Jh. — Kornhaus, got. mit interessantem Maßwerkfenster. — In der Nähe rom. Palas der Grafen v. Kefernburg, verbaut.

GEPUTZIG. K. Sachsen AH Rochlitz.

Herrenhaus (v. Wallwitz) 1735 von David Schatz, einfach tüchtig.

GERA. Reuß j. L. Hauptstadt des Fürstentums.

Salvator-K. 1717-20, erneuert nach Brand 1780.

Trinitatis-K. 1313, vergrößert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die got. Außenkanzel. — Grabmal des Kanzlers Joh. v. Freiersleben † 1770, um einiges später ausgeführt, klassizistische Richtung. — Großes Kreuzigungsrelief mit Stifter, 1630. — Auch von den Denkmälern auf dem Kirchhof verdienen einige Beachtung.

Rathaus. 1576 und später. An der Hauptfront hoher 8eck. Turm, dem zu Altenburg nachgebildet.

Regierung. 1722.

Waisenhaus. 1724, erneuert nach Brand 1780.

Stadtapotheke mit renss. Erker.

Privathäuser des 18. Jh.

Marktbrunnen mit Simson, 1685.

GERA. Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf.

Dorf-K. Sehr alte Gründung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom. Einzelheiten. Hoher Kanzelaltar.

GERBERSHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schluß.

GERBRUNN. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh. — Kanzel mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. — Hübsche Holzfigg. des Rok.

GERBSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Mansfeld.

[Nonnen-Klst.-K. Der 1688 eingestürzte rom. Bau durch Abb. bekannt, auch einige formierte Reste erhalten, hier und im Museum zu Halle.]

Stadt-K. Nüchternstes 18. Jh. — Großer interessanter Schnitzaltar um oder vor M. 15. Jh. — Rathaus in schlichter Renss. Im Keller gekuppelte rom. Lichtöffnung.

GEREUTH. UFranken BA Ebern.

Dorf-K. um 1700, mit hübscher einheitlicher Einrichtung. In der Sakristei ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten derselben Zeit. Schloß. Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths 3geschossige Anlage in 3 Flügeln mit fein durchgeführter Außengliederung.

GERLACHSHAUSEN. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute Ausstattung, besonders die Seitenaltäre in Stuck, wohl von Andreas Mayer, Gemälde von Dahlwein. — An der Straße nach Sommerach reich skulptierter Bildstock 1511, einer der schönsten in Unterfranken, ruinös.

GERMERODE. RB Cassel Kr. Eschwege.

K. des ehem. Prämonstratenser-Nonnen-Klst. Gewölbte rom. Pfl.-Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schließen in gleicher Flucht mit 3 Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche. WBau doppeltürmig (wegen Baufälligkeit niedergelegt, 1905 in der alten Gestalt wieder aufgebaut). Dazwischen, zugleich das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die Nonnenempore, die von 4 Paar Sll. mit Würfelknäufen getragen wird. Im System des Msch. nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten Gurt- und Schildbgg. auf; keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll. quadr. mit eingelegten Eck-Sll. Die Sschiffe abgebrochen. — Unter dem stark überhöhten Chor eine Krypta mit gurtenlosen Gwbb. — Hölzerne Emporen reich geschnitzt in Motiven der Fachwerkarchitektur. — Am Außenbau ist nur die OAnsicht einigermaßen intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten Sockeln, sonst ungegliedert. Klostergebäude. Einige Reste mit rom. Fenstern in den Domänenhof eingebaut.

GERODE. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. Benedikt.-Klst. Jetzige K. 1778. Scheune. Großartiger Quaderbau in Hufeisenform 1672.

GEROLZHOFEN. UFranken BAmtsstadt.

Stadtpfarr-K. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl. 1479. Lhs. Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere 1899 hinzugefügt). Chor 1sch., 1 † 5/8, flankiert von zwei Türmen, deren Erdgeschosse sich als Kapellen gegen Chor und Lhs. öffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler und gekehlte Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf Konsolen in Scheitelhöhe der Scheidbogen. Außen durchweg Strebepfeiler, z. T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap., gute Arbeiten aus A. 16. Jh.). — Einrichtung spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg. Holzkruzifix mit Naturstamm, Riemenschneider nahestehend. Geschnitzte Rosenkranzmadonna nachgot. Gruppe der Taufe Christi vermutlich von Peter Wagner um 1760. — Gutes Ciborium, würzburgisch um 1680.

Johannis-Kap. (Karner) beg. 1497. Erdgeschoß 2sch., Obergeschoß 1sch. in 3 Achsen und 5/8 Schluß, zierliches Netzgewölbe und reich gegliederte Fenster. Außen (W) einläufiger Treppenaufgang. [Schnitzaltar, Riemenschneider zugeschrieben, jetzt im Nat.-Mus. München.]

Friedhofs-Kap. 1737. Altarbilder von Chr. Urlaub (1745, 1748) und Wolker (1748). Das schöne schmiedeeiserne Gitter am Tor (2. H. 17. Jh.) stammt aus Klst. Ebrach.

Bezirksamtsgebäude. Ehem. fürstbisch.-würzb. Oberamtshaus, um 1614.

Rentamtsgebäude. Ehem. fürstbisch.-würzb. Amts- und Zenthaus. Turm und Anlage im Kern mittelalterlich (von einer Burg der Herren v. Fuchs), Erscheinung wesentlich aus A. 17. Jh.

Spital. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken.

Stadtbefestigung. Interessant durch den doppelten Mauergürtel, Abstand stellenweise über 100 m. Er diente als Zuflucht für die umliegenden Dörfer.

GERSDORF. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. 18. Jh., mit ma. Resten: Sakramentshäuschen, der Eingang von Engeln bewacht; Altarfigg.; vorzüglich ein lebensgroßer Crucifixus A. 16. Jh.; diese jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im Dresdener Altert.-Ver.

GERSFELD. RB Cassel Kreisstadt.

Kirche. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und WTurm. — Grabsteine der v. Ebersberg 16. und 17. Jh.

Friedhofs-Kap. 1632, an den Emporen Malereien.

Schloß (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet.

GERSTUNGEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in [pg 149] 3 Geschossen, um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen öffnet sich gegen das spgot. gewölbte Altarhaus, über welchem der 8eck. Turm. — Steinerne Kanzel 1588. Grabsteine (v. Boyneburg) 16. und 17. Jh.

Fachwerkhäuser. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus aus A. 17. Jh. (jetzt Oberförsterei) und das v. Boyneburgische am Markt (Apotheke).

GESEES. OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Veränderungen; Lhs. 4 Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schluß; Turm in N. — Hochaltar 1673, noch im Aufbau gotischer Flügelaltäre. Steinerne Kanzel 1562. — Befestigter Friedhof.

GESTUNGSHAUSEN. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Pfarr-K. A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich anschließend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewöhnlich reich und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs. tragen zwischen Stuckornament kleine Gemäldefelder vom Coburger J. Schuster 1714. 3geschossige Empore bez. 1712. Moseskanzel 1727. Taufstein 1643. Um den Kirchhof Mauer mit hohem Torturm.

GIEBELSTADT. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. — Kanzel in strenger Hochrenss. E. 16. Jh., Mosesträger. Großes Epitaph einer Frau v. Zobel 1606.

Schloß der Zobel, whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte Wasseranlage mit runden Ecktürmen.

Schloß der Geyer, Ruine.

GIEBICHENSTEIN. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. mit rom. Turm und rom. Taufstein. Grabsteine 1474, 1560.

Burgruine ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442.

GIECH. OFranken BA Bamberg.

Schloßruine bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried.

GIESEL. RB Cassel Kr. Fulda.

Jagdschlößchen, erb. 1717 vom Fürstabt v. Butlar an Stelle einer Burg des 16. Jh.

GIESSMANNSDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Schloß 1694. Rck., in der Längsrichtung schmaler Gang, in der Querrichtung Vestibül und doppelläufige Treppe. 2geschossiger Aufbau mit durchlaufenden tosk. Pilastern. Über dem Dach schmälerer Oberbau in Fachwerk. Dachreiter. Einfluß böhmischer Schlösser.

GLASHÜTTE. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Stadt-K. 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch. ausgeführt — 18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und [pg 150] 9Eckschluß. Kunstlos bemalte Felderdecke 1669. — Rest wertvoller Altarmalerei aus derselben Zeit; ebenso die Glasgemälde im Chor. — Taufbecken aus Messing A. 16. Jh., gestanzte Zeichnung der Verkündigung. — Schöne Grabplatte des Pfarrers M. Kittel † 1639, bemalt, ähnlich der des Sup. Cademann in Pirna.

GLASTEN. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. frgot. mit platt geschlossenem Chor, darüber Turm mit 4 gekuppelten Fenstern und Satteldach.

GLAUCHAU. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. 1726 mit Benutzung älterer Teile, darunter 2 Reliefs aus 15. Jh. — Orgel 1730 von Gottfr. Silbermann.

Gottesacker-K. Renss.Pforte mit beschädigten, ehemals schönen Reliefs.

Hinterglauchen. Schönburgisches Schloß. Die Erscheinung wesentlich bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte, ganz einfach behandelte Hauptfront durch 4 Zwerchhäuser gegliedert, deren Giebelabsätze nach dem verbreiteten Schema der sächsischen FrRenss. als Viertelskreise gebildet sind.

GLAUSCHNITZ. K. Sachsen AH Kamenz.

Herrenhaus einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760.

GLEINA. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. Fresken. — Gute Typen von Bauernhöfen.

GLEISBERG. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz einer dem Chor nördl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb. — Taufstein aus Porphyr mit primitiv eingeritztem Ornamente. — Flügelaltar um 1510-20, bäurische Arbeit, doch vorzüglich gut erhalten; die Gemälde der Außenflügel stehen höher.

GLEISENAU. UFranken BA Haßfurt.

Prot. Dorf-K. 1711. Schloß-K. 1772 mit reicher Sandsteinfassade. — Schloß (Groß von Torckau) 1773.

GLEUSDORF. UFranken BA Ebern.

Schloß. Gefälliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung sehr malerisch zwischen Bäumen. — Innendecken mit Muschelwerkstuck und eiserner Ofen von 1769.

GLOSSEN. K. Sachsen AH Löbau.

Schloß, erb. 1688 für H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage, Formen einfach.

GNANDSTEIN. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Einheitlicher, unveränderter Gewölbebau (Sternmuster) aus A. 16. Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in [pg 151] Stuck wie in Geithain. Gute Steinkanzel mit Maßwerkschmuck bez. 1518. In den Chorfenstern Glasgemälde aus der Erbauungszeit. Betstube mit reicher Sammlung von Wappen des sächsischen Adels. Epitaph H. v. Einsiedel 1557 mit langem von Melanchthon verfaßtem Gedicht. Epit. Joh. v. Einsiedel 1582, Sandstein, Marmor und Serpentin, z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche Grabsteine mit lebensgroßen Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausführung gleichzeitig um 1640. 4 weitere bis 1756.

Schloß (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). Anlage langgestrecktes Rechteck, einem Höhenzuge folgend. Im innersten Hof freistehender runder Bergfried. Am selben Hof rom. Palas mit 3teilig gekuppelten rundbgg. Fenstern; eine andere Gruppe hat Kleeblattschluß. An einem zweiten größeren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit Einrichtung des 16. Jh. 4flügeliges Altarwerk.

GNÖTZHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes Beispiel einer vornehm schlichten Landarchitektur. — 1sch. Lhs., quadr. Chor, WTurm (ohne Eingang). Das gut gegliederte, ornamentlose Portal an der SSeite. — Reizende Sakramentsnische E. 15. Jh. Interessantes, leider verstümmeltes Wandgrab des Konrad v. Rosenberg † 1596.

GOCHSHEIM. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Großenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung, ins 14. Jh, hinaufreichend.

Rathaus. Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus (no 183) von 1612.

GÖDA. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. Netzgewölbte Halle von 1505. Von einem Bau aus 1. H. 13. Jh. einige fein skulptierte Zierstücke gefunden. — Hübsche Sandsteinkanzel 1514. Zahlreiche Bildnissteine des 17. Jh., recht gut der des Heinrich v. Bünau 1605.

GÖDEWITZ. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K., 2 einfache rom. Tympana.

GÖHREN. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K., kleine apsidenlose rom. Anlage. — Schnitzaltar 1512.

GÖHRENDORF. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Turm rom., Chor frgot., Schiff bar.

GOLDKRONACH. OFranken BA Berneck.

Pfarr-K. got., Sandsteinemporen mit »durchbrochener Arbeit«.

GÖLLINGEN. Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.

Benediktiner-Klst., eines der ältesten in Thüringen. Von der [pg 152] sprom. K. wenig erhalten, nämlich: 1. Reste der Apsidenmauer, 2. der viel Eigentümliches bietende WBau. Er ist als breiter Turm ausgebildet. Die an die K. anschließende Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und verdeckt. Von den Sschiffen der K. führten unter weiten Bogenöffnungen je 6 Stufen in die hochräumige Krypta; 3x3 grätige Kreuzgwbb.; die breiten Gurten in der Linie des Hufeisenbogens; als Stützen kräftige Sll. (auch an den Wänden) mit Eckblattbasen und flach skulptierten Würfelkaptt. Die Formen, von trefflicher Ausführung deuten auf die Spätzeit 12. Jh. Über der Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren östl. Vorraum sich anscheinend als Empore gegen die K. geöffnet hat. Am nördl. und südl. Ende desselben Vorraums Türen zu kleinen Treppentürmen, die in die oberen Teile des Haupt-Turmes hinauf führten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, außen mit Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert; im letzten Geschoß weite gekuppelte Fensteröffnungen mit profilierten Gewänden.

GOLLMUTHAUSEN. UFranken BA Königshofen.

Dorf-K. Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit (1819).

GÖLSOORF. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

Dorf-K. aus Granit einfach frgot.

GOMPERTSHAUSEN. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen Sll. 1808; alt im Unterbau der östl. Turmchor.

GONNA. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. Rom. OTurm. — Taufstein E. 16. Jh. mit 6 Reliefs.

GORNOORF. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. — Schnitzaltar 1490 vom Saalfelder »Meister der Baldachine«.

GÖRSBACH. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. neu. Der spgot. Schnitzaltar nächst dem in S. Jakob in Sangerhausen der bedeutendste des Kreises.

GÖRSCHEN. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis, das übrige 16. Jh. und neuer. — Crucifixus bez. HF, energische Arbeit E. 15. Jh.

GORSLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. spgot. — Reicher Schnitzaltar spgot., Kanzel und Taufstein 1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck.

GÖSCHWITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im OFenster Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarflügeln.

GOSECK. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem Sohne dieses Hauses, dem großen Erzbischof Adalbert von Bremen, in ein Kloster umgewandelt. Die 1043 und 1056 gew. Kirche hat sich in den OTeilen erhalten, welche 1625 als Schloßkap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor in regelmäßiger rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung (veranlaßt durch abschüssiges Gelände) eine Krypta. In das Schloß (ein wenig interessanter Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut ein WTurm im Übergangsstil des 13. Jh. — Ecce homo, Marmortafel in reicher renss. Umrahmung, Arbeit eines sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder angetroffenen Künstlers. Altartafel, Hinrichtung der h. Katharina, von L. Cranach d. Ä. Großes reiches Epitaph des Bernh. v. Pölnitz † 1628.

GOSSMANNSDORF. UFranken BA Ochsenfurt.

Der Ort enthält an Kirchenausstattung, Bildstöcken, Fachwerkhäusern, Befestigungsresten allerlei hübsche Kleinigkeiten.

GOSSMANNSDORF. UFranken BA Hofheim.

Dorf-K. Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich von B. Neumann?). Stattliche Fassade. Hochaltar um 1730. Reiche Seitenaltäre um 1760. — Interessante Kirchhofsbefestigung, wohl 14. Jh.

Vogteihaus, charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schönes schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein ähnliches in Manau).

GÖSSNITZ. Sachsen-Altenburg. LA Altenburg.

Stadt-K., im 15. Jh. nach relativ großartigem Plan beg., im 16. verkümmert ausgeführt, im 17. umgebaut.

GÖSSWEINSTEIN. OFranken BA Pegnitz.

Kloster-K. 1730-39 von Balthasar Neumann. Doch hatte schon 1728 der angesehene Mainzer Architekt F. A. v. Ritter Pläne eingeliefert. Inwieweit Neumann diese berücksichtigt hat, ist eine offene Frage. Anlage im lat. Kreuz. Das Qsch. schließt aus dem 6Eck, sogleich an der Längswand beginnend, Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen Gang verbunden. Die Flachkuppel nach außen nicht sichtbar. Das Tonnengwb. mit starken Quergurten ist reich stuckiert. Die innere Ausstattung schon in den Formen des Rok.; der Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung von konstruktiv nicht zulässigen Elementen zu Stützen und Streben an Vierzehnheiligen. Der Außenbau, wie immer bei N., einfach, mit 2 Front-Türmen. — Über dem Portal eine gewaltige plastische Gruppe, die h. Dreifaltigkeit. An [pg 154] der Rückseite eingemauert ein Grabdenkmal von Hans Werner 1588.

GOTHA. Hauptstadt von Sachsen-Gotha.

Augustiner-K. Gegr. 1366, überarbeitet 1676. Einfaches, turmloses Rck. von 49 : 14,5. — Fürstenstand am Chor in derbem Bar.; desgl. die Kanzel; Rest eines got. Altarwerks. Die große Gedenktafel für Herzog Johann, † 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. — Das Klst. verbaut; der Kreuzgang rest.

Margarethen-K. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und 1725; ursp. 3sch. Hallenkirche. — Denkmal für Herzog Ernst den Frommen 1728 von dessen Enkel errichtet. — Taufstein bez. 1687. — Sehr schöne bar. Engelsfigg., Holz.

Schloß Friedenstein. 1643-1654 für Herzog Ernst d. Fr. von Andreas Rudolfi. Groß in den Abmessungen, in der Ausführung sparsam, nüchtern, schwerfällig, fast noch mehr im Charakter einer Zitadelle als eines fürstlichen Wohnhauses, ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am Ende des großen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m, wird von 3 Flügeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, an den Ecken breite Türme mit welscher Haube. Die in der deutschen Renss. an einem Kunstbau nie fehlenden Giebel sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengänge auf schweren gequaderten Pfll. — Die innere Einteilung ohne größere Raumentfaltung. Tiefe, niedrige Gemächer. Darunter leidet die 1685 ff. hinzugefügte prunkhaft derbe Barockdekoration. — Einige Räume M. 18. Jh. Das Porzellankabinett und anderes, was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751 vom Nassau-Saarbrückener Hofarchitekten Stengel. Die Schloß-K. nahe verwandt der zu Weißenfels (vgl. dort). In der Fürstengruft viele, z. T. aufwandreiche, Särge. Orangerie von G. H. Krohne.

Schloß Friedrichstal. 1711. Nach französischen Mustern in vereinfachter Formgebung.

Rathaus, beg. 1567, verändert im 17. Jh. Das Portal von auserlesener Feinheit der Erfindung und Ausführung; bez. 1574, aber noch im Charakter der FrRenss. An der SFront eingemauertes Reliefbild eines h. Bischofs aus 13. Jh.

Gute Barockhäuser die städt. Sparkasse und der ehem. Preußische Hof.

Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmäler der Barockzeit erhalten.

GOTTESBÜREN. RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Ehem. Wallfahrts-K. bez. 1331, platter Chorschluß, Ssch. im 15. Jh. hinzugefügt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb. auf kurzen Diensten. Vortreffliches Detail.

GOTTESGRÜN. Reuß ä. L. LA Greiz.

Kirche aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher Altaraufbau; das eingefügte Holzrelief mit dem Abendmahl ist älter, um 1500, anziehendes Stück.

GOTTLEUBA. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstämmen und Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff renss. Portal bez. 1553.

GOTTSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten Fenstern Würfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten. — Überreste eines Schnitzaltars aus 15. Jh.

GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. Pfarr-K. Vom spgot. Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen mit Sterngwb. und der Turm an der NSeite des Schiffes; dieses erweitert 1775. — Mehrere Holzbildwerke in der Art Lendenstreichs. Der bar. Marmor-Altar aus der Barfüßer-K. in Saalfeld übergeführt. Auf dem Friedhof zahlreiche Schmiedekreuze des 17. und 18. Jh.

GRADITZ. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Schloß mit Nebengebäuden E. 18. Jh.

GRÄFENBERG. OFranken BA Forchheim.

Pfarr-K. 18. Jh. einfach.

GRAFENGEHAIG. OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht vom Umbau 1448. Großes Kruzifix 1532.

GRÄFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz. Dorf-K. Rom. Anlage, der Turm über dem Chor.

GRÄFENRODA. Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Dorf-K. Stark modernisiert. Großer Schnitzaltar A. 16. Jh.

GRAFENRHEINFELD. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von Joh. Mich. Fischer, einem Schüler Neumanns. Besonders die Fassade reich ausgebildet. Von den 2 OTürmen nur der südl. got. Deckengemälde bez. Joh. Zick 1756. Vorzüglicher, triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit älterem Gemälde, wohl von Onghers; von demselben 1671 der hl. Sebastian auf einem Nebenaltar. Seitenaltäre und Kanzel von J.P. Wagner 1766. Chorstühle, Taufstein, Stationsbilder in späterem Rok.

Rathaus. Giebelhaus in Fachwerk 1602. — Großer Bildstock 1628. Ein kleinerer 1694.

GRÄFENTAL. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. Wesentlich Erneuerung 1724. — Stattlicher Kanzelbau [pg 156] hinter dem Altar. Ikon. Grabstein der Familie v. Pappenheim 1561, 1563, 1590. Reste von mittelalterl. Wandmalerei.

Schloß Wespenstein. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit interessanter Torhalle.

GRÄFENTONNA. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Haupt-K. Große 1sch. spgot. Anlage, barock überarbeitet. — Altarwerk, wohl das umfangreichste, das Thüringen besitzt. Die 3geschossige Archit. 1646 (oder eher 1687?). Die Reliefs von einem auseinander genommenen Flügelaltar des Klst. Grimmental, angebl. aus Nürnberg. 10 Grabsteine der Grafen v. Gleichen 1525-75.

Kettenburg. Das alte Schloß der Grafen v. Gleichen. Jetzt Zuchthaus und ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke 14. Jh. Andere Bauteile zeigen Formen der Renss. des 16. Jh.

GRAMSCHATZ. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung um 1740.

GREBEHNA. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit stilisiertem Baum.

GREBENSTEIN. RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Stadt-K. 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von niedrigen Verhältnissen. Die Sschiffe haben über jedem Joch ein besonderes Dach mit einfachem Giebel. Reich skulptiertes Portal, die Figg. sehr verwittert. WTurm 1905 rest.

Rathaus in Fachwerk A. 17. Jh.

2 Fachwerkhäuser um 1480.

Burgruine. Der Palas um 1500.

Gut erhaltene Stadtbefestigung.

GREIFENHAIN. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Sprom. OTurrn, in dessen Erdgeschoß der Chor. Gleichzeitig die WMauer. Im übrigen Umbau 1. H. 15. Jh.

GREIFENSTEIN b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt.

Burgruine. Sehr große, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch Gräben getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt 1137, zerfallen seit 1560.

GREITZ. Hauptstadt von Reuß ä. L.

Oberschloß. Große unregelmäßige Anlage, außen formenarm, im Innern hübsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, auch Reste von Renss.

GRETHEN. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. — Tür mit rom. Eisenbeschlag.

GRETTSTADT. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshäuschen. Lhs. mit stattlicher Fassade von Hauptmann J. M. Fischer.

Rathaus. Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau mit Freitreppe. Davor Dorflinde mit Stützenbau.

GRIESHEIM. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Dorf-K. mit rom. Details. — Zahlreiche Grabsteine, z. T. nicht übel. — Stattliches adl. Schloß aus A. 18. Jh.

GRILLENBERG. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Burgruine mit 5 Rundtürmen; seit 1217 genannt.

GRILLENBURG. K. Sachsen AH Dresden-A.

Schloß. 1558 unter Oberleitung von Hans Dehn-Rotfelser, jetzt völlig verändert; auf der Brücke 2 lebensgroße Jäger in Sandstein um 1600 in der Art des Chr. Walther.

GRIMMA. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron. 1251, erweitert 1277. Reste in der jetzigen Superintendentur.

Frauen-K. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von regelmäßiger kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen, am Qsch. 1/2kr. Nebenchöre. Der WBau mit 2 Türmen, im Gr. etwas schmäler als das Lhs., noch in rein rom. Formen; die Türme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen Glockenstube mit 3 gekuppelten Öffnungen, der Giebel darüber von der Rest. 1888. Das Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg. Formen, die ursp. flache Decke im 15. Jh. durch Gewölbe ersetzt. Am Chorschluß Gruppe von 3 hohen schmalen spitzbg. Fenstern. Die Rippengwbb. der Nebenchöre hochgot. — Denkmäler 1693-1760.

[Nicolai-K. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen. — Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren Wertes die Gemälde von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K. Schallgefäße. Lange Reihe von Bildnissen jetzt im Stadthause.]

Augustiner-K. (bei der Landesschule) 1290, überarbeitet A. 15. Jh. Rck. von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. — Denkmäler und Bildnisse ohne Bedeutung.

Gottesacker-K. 1556, einfach rck. — Grabplatten und Denkmäler ohne Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische Arbeiten des 18. Jh.

Schloß. 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schönes großes Fenster, vier schmale, durch zierliche Säulchen getrennte, spitzbg. geschlossene Öffnungen werden von einem rundbg. Blendbogen zusammengefaßt, in dessen Feld ein Vierpaß. Weiter ausgebaut E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden Epochen Bauformen erhalten. — Rathaus 1442, Freitreppe 1585, Giebel um 1600, — Knabenschule [pg 158] an der Frauen-K. 1614. — An Wohnhäusern meist nur einzelne Teile aus älteren Epochen. — Altertums-Museum.

GRIMMENTAL. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. Wallfahrts-K. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499 neben dem Portal des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der berühmte Altar jetzt in Gräfentonna.]

Linde mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt für einen der ältesten Bäume Deutschlands.

GRÖDITZ. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, Granit. — Grabdenkmäler des 17. und 18. Jh., v. Ziegler und v. Metzrodt.

Schloß. Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen.

GROITZSCH. K. Sachsen AH Borna.

Frauen-K. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des Schiffes; sonst verändert.

Aegidien-K. Von der rom. Anlage der Turm erhalten.

Burg. Zerstört bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten; lichter Durchmesser 3,3.

GROSSBARTLOFF. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Anständiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb., außen Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. — 2 Nebenaltäre in Stuckmarmor. Schöne Kanzel. Taufstein aus der älteren K. bez. 1606.

GROSSBODUNGEN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. Bar. — Schloß. Quaderbau von 1331, Türen und Fenster 1584. — Amtsgericht. Schöner Fachwerkbau mit Erker 1660.

GROSSBREITENBACH. Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren.

Stadt-K. 1680, einfach geräumig.

GROSSCORBETHA. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht ursp.), Schiff A. 16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von Antonio Perri. — Steinerne Kanzel 1627, Altar 1696.

GROSSDITTMANNSDORF. K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. mit spgot. und renss. Portalen.

GROSSECKMANNSDORF. K.Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter Altar 1706; Emporen mit biblischen Malereien, handwerklich, aber nicht ungeschickt; flache Decke mit Kehle; bewegte Dachlinie.

GROSSENBEHRINGEN. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Schloß der Herren v. Wangenheim 1547.

GROSSENHAIN. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert und erweitert von J. G. Schmidt in Dresden (Schüler Bährs). Die Idee der protestantischen Predigtkirche klar und nachdrücklich ausgesprochen. Über dem alten (5/8) Chor der Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O durch eine gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darüber Kanzel und Orgel) in der Mitte der nördl. Langseite, ihr gegenüber an der SSeite vorspringender breiter Querflügel; also Erweiterung der »Querkirche« zu T-förmigem Gr. Die Muldendecke wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll., die der Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. faßt 2000 Personen. — Schnitzaltar 1499, die Flügelgemälde bez. E.W. Schöne got. Kelche.

Ruine des Nonnen-Klst. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit Zellengwb. jetzt Bierkeller.

GROSSENLÜDER. RB Cassel Kr. Fulda.

Kirche. Erhalten der Chor im Übergangsstil des 13. Jh. Quadr. Vorchor mit Kreuzgwb., darüber Turm, mehrmals erhöht, der beschieferte Helm mit Erkertürmchen 16. Jh. Die Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit rom. Gewändform. An den äußeren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches Portal mit Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit großen skulptierten Stiftswappen. Die Sakristei mit Tonnengwb. und 1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der ältesten Kirche (gegr. 822). — Grabmal der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh.

GROSSENSEE. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. Turm über dem Chor 1480, Sch. 1650.

GROSSFAHNER. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Kirche. Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch 5 rom. Scheidbögen des ehemaligen nördl. Ssch. aus 12. Jh. zu erkennen. — 2 Schlösser der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722. Wappentafel bez. 1502. Im Innern einige Räume in reicher Barockausstattung.

GROSSFURRA. Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.

Dorf-K. S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck. Türen am Ostende des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewölbtem Chor.

GROSSHARTHAU. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1794. Feines Buchsbaumkruzifix um 1700. Schöner Wappengrabstein um 1500.

Schloß 18. Jh., neuerdings sehr verändert. Erhalten die stattliche französische Parkanlage mit Sandsteindekoration.

GROSSHEIRATH. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige Empore 17. Jh. Der sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh. mit Schweifkuppel und Arkaden 1720.

GROSSHENNERSDORF. K. Sachsen AH Löbau.

Schloß. Große unregelmäßig 4flügelige Anlage, mit Benutzung älterer Teile nach 1676 für M. v. Gersdorf zurechtgemacht und erweitert. Verwahrlost.

Katharinenhof. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und Waisenhaus.

GROSSHEUBACH. UFranken BA Miltenberg.

Rathaus, schöner Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoß 16. Jh.

GROSSKMEHLEN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. Umbau des 18. Jh. — Im Altarbau von ca. 1620 sind 2 niederländische Schnitzaltäre (von Jan Bormann?) kombiniert, wahrscheinlich Geschenke der dänischen Gemahlin des Kurf. Christian II. (vgl. Prettin). Die Flügelgemälde sehr verdorben und schwer zu beurteilen. Moseskanzel aus Stein. In der Turmhalle großes Triumphkreuz. Grabsteine des sp. 17. Jh.

Schloß. Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden Ecktürmen.

GROSSKOCHBERG. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K., rom., Turm über dem quadr. Chor, übrigens 15. und 18. Jh. — Schnitzaltar vom Saalfelder »Meister der Baldachine«, E. 15. Jh. — Schloß, einfache Sprenss. 16. und 17. Jh.

GROSSKRÖBLITZ. Sachsen-Altenburg LA Roda

Vom ehemaligen Edelhof das schöne sprenss. Hoftor.

GROSSLANGHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Umbau von 1596, Turm um 1400. — Lobenswerter Hochaltar um 1700, gleichzeitig der Taufstein, später das Chorgestühl. Auf den Seitenaltären gute (leider neu bemalte) Holzskulpturen des fr. 16. Jh., ausgezeichnet besonders eine Pietas von einem mit Riemenschneider nur entfernt verwandten Künstler um 1520. Außen Ölberg, lebensgroße Sandsteinfigg., handwerklich.

Antonius-Kap. 1399. Über dem Portal Figurennische mit dem Wappen der Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, um 1400. Auf dem (neuen) Hochaltar Grablegungsgruppe um 1500, als Antependium interessantes Relief, Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um 1500. Die großen Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius, in etwas manierierter Gefühlsseligkeit. Reich bewegte Kreuzigungsgruppe [pg 161] um 1750 (vom ehemaligen Hochaltar).

Stattliche Häuser, mehrfach mit Marienbildern des 18. Jh. geschmückt. — Bildstöcke 1501, 1513, 1713, 1795.

GROSSLÖBICHAU. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. im Chor Sakramentshaus 16. Jh. Frgot. Kruzifix. Schnitzaltar aus Altenburger Werkstatt, vgl. Maua.

GROSSMÖLSEN. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. gilt für eine der ältesten Stiftungen in Thüringen; das jetzige Gebäude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten. — Taufgestell, Kanzel und Gestühl 1723; dem Kanzelbau eingefügt 2 gemalte Flügel 1520 von Peter v. Mainz mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon. Grabstein 1612.

GROSSNEUHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stattliche Dorf-K. 1729 mit opulenter Ausstattung. — Schloß der Grafen v. Werthern-Beichlingen 1710.

GROSSOLBERSDORF. K. Sachsen AH Marienberg.

Dorf-K. Gemengbau 16.-18. Jh., Altarwerk um 1645 mit den knienden Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand v. Einsiedel, wohl von Joh. Böhm in Schneeberg. Eigenartig prächtiger Kelch des Freibergers Samuel Klemm.

GROSSOSTERHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der Streben und Fischblasenfenster des 3seitigen östl. Schlusses weisen auf ca. 1500; wohl älter in der Anlage der breite, nur vom Schiff aus durch ein Pförtchen zugängliche WTurm, dem ein hohes Zeltdach zwischen polyg. Ecktürmchen einen charaktervollen Umriß gibt. — Bmkw. spgot. Schnitzaltar mit den 14 Nothelfern. Eleganter renss. Taufstein 1594. Pastorengrabsteine 17. Jh.

GROSSOSTHEIM. UFranken BA Aschaffenburg.

Dorf-K. mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe der Beweinung Christi, Holz, um 1501. — Vor dem Ort Kapelle mit dem Wappen des Mainzer Kurfürsten Uriel von Gemmingen 1513. Darin eine gleichzeitige Kreuzigungsgruppe aus Sandstein. Nach den äußeren Umständen könnte eine Arbeit aus der Werkstatt Backofens vermutet werden, was näher untersucht werden müßte.

Fast vollständig erhaltene ma. Stadtbefestigung.

GROSSPÖTEWITZ. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Dorf-K. OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche. Die außen eingemauerten Reliefs scheinen älter. — Großer und vortrefflich erhaltener Schnitzaltar; Sakramentsnische.

GROSSRÖHRSDORF. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Großer Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet. Einige Reste von spgot. Altarplastik.

GROSSSCHÖNAU. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. Schluß. — Altarbau 1802 mit Gemälde von J. E. Zeissig in Dresden, genannt Schenau, 1786. — Bildnisgrabsteine des H. v. Nostitz † 1607, des Malers Schenau † 1806. — Ansehnliche Bauernhäuser.

GROSSSCHWABHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Gilt als typisches Beispiel einer frührom. Missionskapelle; got. und bar. verändert.

GROSSSEDLITZ s. Sedlitz.

GROSSSTECHAU. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Hübsche spgot. Dorf-K.

GROSSTHIEMING. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629. — Guter Renss.Altar mit Gemälde um 1620.

GROSSWALBUR. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und bar. Helm steht seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte; das Lhs. noch einmal 1748 erneuert. — Hübsche spgot. Sakramentsnische. Kanzel 1538. Mehrere gute Kelche aus 17. Jh.

GROSSWEITZSCHEN. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Der WTurm rom., alles übrige stillos verbaut. — [Schnitzaltar aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.]

GROSSWENKHEIM. UFranken BA Kissingen.

Dorf-K. Turm frühes 15. Jh. Kirche 1769-72. Deckenbild von J. P. Herrlein. Pietas aus Gußstein 1. H. 15. Jh. Monstranz E. 16. Jh. Auf dem Kirchhof: Denkmal des letzten Abtes von Bildhausen † 1812.

GROSSZSCHOCHER. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. von rom. Gründung; OTurm und Chor spgot. Altar und Herrschaftsstübchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh.

GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg. Pfarr-K. Rom. Anlage mit spgot. und noch späteren Veränderungen. Holzdecke 16. Jh. — Geschnitzte Fachwerkhäuser 17. Jh. — Dorf-K. Chorturm mit rom. Kern, Lhs. 16. und 17. Jh. — Sandsteinkanzel 16. Jh. — Brunnen mit Tritonen und Nereiden 1720.

GRUBNITZ. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K., Kernbau wesentlich rom.

GRUMBACH. K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von Gottfr. Unger mit lebendig erzählten biblischen Szenen ausgemalt. Prunkvoller Altarbau 1688, das exaltierte Statuenwerk von J. F. Richter aus Meißen.

GRUNAU. K. Sachsen AH Zittau.

Kathol. K. 1739

GRÜNAU. UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. Karthause, gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich ausgedehnten Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende Reste des 17. und 18. Jh.

GRÜNHAIN. K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Vor der Stadt die Trümmer des reichen Cistercienser-Klst. gleichen Namens.

GRÜNLICHTENBERG. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern. — Lebensgroßer Crucifixus A. 16. Jh. — Schnitzaltar 1431; ein zweiter E. 15. Jh.

GUDENSBERG. RB Cassel Kr. Fritzlar.

Stadt-K. 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler beraubt. Der etwas schmälere Chor hat 1 Joch und Schluß aus dem 6Eck. Rippenprofil geschärfter Rundstab. Im Maßwerk 2 Spitzbgg. ohne Nasen, darüber großer 3Paß.

Spital-Kap, spgot., auch die alten Spitalgebäude vollständig erhalten. — Schloßruine, seit 1388 in Trümmern.

GÜGEL. OFranken BA Bamberg.

Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach verändert, besonders 1612. — Hochaltarblatt 1620 von Fuger, Statuen der 12 Apostel von M. Kern. Schöne Wappensteine mehrerer Bischöfe.

GUMPERDA. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. rom. Die späteren Veränderungen greifen weniger tief ein, als gewöhnlich; 2 Türen mit plumpen Tympanonskulpturen, ungewöhnlich der Gegenstand: Sündenfall, Adam grabend und Eva spinnend. — Schnitzaltar bald nach 1400 (also einer der ältesten des Gebietes), 13 Heilige unter Baldachinen, Abschluß nach oben gerade.

GUNDORF. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. rom. Anlage. Emporen und Gestühl in guter Behandlung A. 18. Jh. [Flügelaltar gegen 1400 im Dresdener Altert.-Ver.].

GÜNTERODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1713. Wertvoller got. Schnitzaltar (aus Erfurt?).

GÜNTERSLEBEN. UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon [pg 164] mit blindem Maßwerk, in welches Figürchen eingestreut sind. — Rok.Altar mit guter Kreuzigungsgruppe. Schöne Monstranz um 1710, augsburgisch. — An einem Hause gute got. Madonna, Stein.

GÜNTHERSLEBEN. Sachsen-Gotha Kr. Gotha.

Dorf-K. rom. WTurm, sonst 17. Jh.

GUTMANNSHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 18. Jh., gut rest. Gutsgebäude, wirkungsvoller Bau um 1700.

GUTTAU. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. nach Brand 1813. — Aus derselben Zeit das strenganmutige Herrenhaus, 1stöckig, in der Mitte offene Halle mit dor. Sll.

GUTTENBERG. OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. um 1800, Grabmäler 16.-18. Jh.

Schloß, malerischer Komplex, großenteils 18. Jh., Zwinger und Tor aus sp. Ma. Schöne Wappentafel 1482.

GÜTZINGEN. UFranken BA Ochsenfurt.

Dorf-K. mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Würzburger Hofspital); Gemälde von Onghers.