H
HAARHAUSEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.
Dorf-K. rom. OTurm, sonst got. und bar.
HABESBURG (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen.
Burgruine sehr zerstört.
HAFENLOHE. UFranken. BA Marktheidenfeld.
Pfarr-K. Holzfig. St. Blasius, handwerkliche Arbeit des späten 13. Jh., lebensgroß, gut überarbeitet. Sandsteinfig. St. Eucharius um 1350.
HAIMBACH. RB Cassel Kr. Fulda.
Kirche modern. Turm in zierlichen sprom. Formen.
HAIN B. HERINGEN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Dorf-K. rom. Turm über dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis.
HAIN B. STOLBERG. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Dorf-K. rom. Anlage wie in Hain b. Heringen.
HAINA. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Pfarr-K. 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. — Kanzel 1622; Altarbau 1733; ziemlich guter ikon. Grabstein 1424.
HAINA. RB Cassel Kr. Frankenberg.
Ehem. Cistercienser-Klst. Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt [pg 165] 1224 kann sich nur auf die ersten Anfänge des Kirchenbaues beziehen. Weiterhin fehlen alle sicheren Nachrichten. Der Grundriß einheitlich im normalen Schema des Ordens: Chor rck. mit plattem Schluß, an der OWand des Qsch. je 3 Kapp., Lhs. von 9 Jochen. In der Ausführung 3 Abschnitte. 1. Unterbau der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang (OFlügel) in das erste Joch des Lhs. führende Tür rundbg., wenn auch mit gotisierendem Blattwerk. 2. Übergang zum Hallensystem und zur frühgot. Stilform unter einer wesentlich französich gefärbten Bauleitung, ohne Anklänge an den deutschen Übergangsstil. Der jüngste Bearbeiter der Baugeschichte von H. (O. Liemke) setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis 1228 und erklärt H. für den zweitältesten rein got. Bau in Deutschland, unmittelbar nach Wetzlar und vor Marburg. Diese Behauptung enthält nichts geradezu Unmögliches, aber es fehlt ihr doch auch jede festere Begründung. Die Schulrichtung ist dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons), und ich halte es noch immer für das Wahrscheinlichste, daß sie in Hessen zuerst hier eingesetzt hat. Danach wären die ältesten got. Teile in H. in die 40er Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau von Chor und Qsch. Die Fenster sind hier 2teilig, der große Kreis der Krönung mit Sechspaß ausgesetzt (in Marburg noch glatt), besonders schön das 2×2 geteilte große Fenster des Chorschlusses. Die Fenster der 5 östl. Langhausjoche bleiben 2teilig, nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Krönung eine Gruppe von Dreipässen. — Das angenommene Verhältnis zu Marburg bezieht sich nur auf die OTeile. Mit der Annahme des Hallensystems könnte H. im Vorsprung gewesen sein. Der Querschnitt ähnelt in der Schmalheit der Sschiffe und der starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der weniger steilen Höhenproportion den westfälischen Hallenkirchen. Enorm stark im Verhältnis zur Arkadenöffnung sind die Pfeiler. Ihre Zusammensetzung wie in Marburg, nur daß der dem Quergurt entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen Kragstein gesetzt ist. Das Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgeschoß sehr stark (2 m), auf der NSeite durch Nischen mit kleinen Fenstern gegliedert, auf der SSeite (wegen des Kreuzganges) ohne Durchbrechung; im 2. Geschoß dünne Wandung, Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4 WJoche und die WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, verändert ist das Detail, am auffälligsten in den Maßwerkformen. — Am 6. Pfeilerpaar Lettner E. 13. Jh. in schlichten, spröden got. Formen. Im Chor Wandtabernakel 1. H. 14. Jh. von schärfster Feinheit der Meißelarbeit. — Chorstühle 14. Jh. — Grabsteine der Grafen v. Ziegenhain (der [pg 166] letzte † 1450). Steinrelief, auf Landgraf Philipps Klosterreformation bezüglich, 1542. — Glasmalereien des 14. Jh., grau in graue Teppichmuster (mehrere neu). — Glocke im Dachreiter älter als dieser, 1225 vom Erzbischof von Mainz geweiht und mit dessen Siegel versehen.
Klostergebäude (jetzt Irrenanstalt). OFlügel des Kreuzgangs E. 13. Jh., S- und WFlügel 1. H. 14. Jh., NFlügel 1858. Im O 2 Säle, jeder mit 2×3 Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 2×5 Gwbb. (Obergeschoß neu), westl. anschließend die Küche, östl. die sog. Wermutskammer. Die Gebäude am westl. Flügel mit dem Sommerrefektorium 15. Jh.
HAINDORF. RB Cassel Kr. Schmalkalden.
Marien-K. 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor entspricht dem Msch. WTurm. — Sakramentshäuschen spgot. — Steinskulptur (Krippe) unter einem von 4 Pfosten getragenen Baldachin, der Figg. beraubt. — In der Sakristei Gewölbemalerei.
HAINEWALDE. K. Sachsen AH Zittau.
Dorf-K. 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf. Innenausstattung im ursp. Zustande. Recht hübsch die Orgel. Charakteristische Denkmäler. — Auf dem Friedhof Kanitz-Kyausche Gruftkapelle in reicher bar. Nischenarchitektur mit allegorischen Figuren.
Altes und neues Schloß, 1564 und 1749; großartiger Terrassengarten.
HAINICHEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Kirche mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh.
HALLBURG. UFranken BA Gerolzhofen.
Von der Burg (als castellisch zuerst erwähnt 1230) stehen noch der ma. Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau.
HALLE A. S. Pr. Sachsen Saalkreis.
Dom (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, aus einer Dominikaner-K. der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende Veränderungen umgebaut. Eingehende Untersuchung steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch geht die bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurück, sicher der ganze Chor (totale L. 68 m). Das Äußere ist in Tradition der Bettelordenskirche turmlos. Das Dach nach den 3 Schiffen zerlegt, über den Abseiten in dichter Reihung Renss.-Zwerchhäuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. — Von erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die plastische Ausstattung. Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in Obersachsen. Die erstaunlich kurze Zeit der Ausführung (1523 [pg 167] bis 1526) setzt eine stark besetzte Werkstatt voraus. An ihrer Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch als Dirigent des Ornaments, ein Schüler Hans Backofens aus Mainz (wohl von demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519). Auch das Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat ein Architekt hinzu, der eingehende und verständnisvolle Studien in der Lombardei (Certosa, Como) gemacht hatte. 1. Die zwei Weihetafeln an der NWand des Innern, bez. 1523, das prachtvolle Wappen des Kardinals in Ädikula, dazu die hll. Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. Sakristeitür und südl. Außenportal bez. 1525. 3. Kanzel bez. 1526, nicht groß, aber von höchstem plastischem Reichtum. 4. An den Pfeilern des Inneren großartiger Statuenzyklus (Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Körper- und Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der Köpfe, das ganze Pathos der Empfindung und das malerische Formgefühl, dies alles ist im Wesen schon barock. [Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen, als Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; Grünewalds Tafel mit den hll. Erasmus und Mauritius jetzt in der Pinakothek zu München.] Chorgestühl von spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. Emporen und Altar M. 17. Jh.
Markt-K. U. L. Fr. Ursp. standen hier dicht hintereinander 2 Kirchen, S. Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht von Brandenburg ließ sie 1529 abbrechen bis auf die Türme und verband diese durch einen Neubau, das jetzige Lhs. Charakteristisches Werk der spätesten Gotik im Anschluß an die Schule des sächsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche von 10 schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal geteilt durch eingebaute steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit glatten, im Gr. konkav gekrümmten Flächen. Das wirre Rippenwerk der Netzgewölbe hat keine struktive Bedeutung mehr und verschmäht auch formal jeden Zusammenhang mit den Stützen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das östl. Turmpaar (vor der Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine Brücke verbunden. Die Hauben von 1551 aus Spgotik und Renss. gemischt, interessant als Vorstufe zu dem norddeutschen Bar.Typus. Im W die »blauen Türme«, spgot. mit rom. Resten, ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krönung von 8 kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der Kirche (ca. 1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal ein Muster jener komplizierten Stabwerkverflechtungen und Überschneidungen, in denen sich besonders die sächsische
Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der Fenstergewände herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals reich bemalten und vergoldeten Emporen (von Nickel Hofman 1550-1554) geben eine interessante Verbindung von got. Strukturformen mit renss. Ornament. Eine zierliche, doch höchst verzwickte, lediglich mit geometrischem Ornament rechnende Komposition ist die Kanzel aus Sandstein; der Meister sucht nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los. Ausgeprägte Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk über den Emporen, 1562-1575 von Ant. Pauwart aus Ypern in Flandern. Die weiteren Wandlungen des Ornaments veranschaulichen die Bräutigamsstühle, eine ausgezeichnete Arbeit von 1595. Aus derselben Zeit der originelle Schalldeckel der Kanzel (1596). Taufkessel 1430 gegossen in Magdeburg von Ludolf v. Braunschweig u. s. Sohne Heinrich. Großer Wandelaltar mit je 3 Flügeln, in allen Teilen gemalt, 1529 von einem Cranachschüler. An der OWand des nördl. Ssch. Tafelbild, Christus die Wechsler vertreibend, bez. 1498, in der Sakristei gotischer Schrank mit reichem Beschlagwerk.
Moritz-K. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem Msch.; Schluß mit 3 Polygonalchören in gleicher Flucht. Die 4 OJoche und der Chor 1388 ff.; die westl. Hälfte (an Stelle des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M. 15. Jh. Die beabsichtigten westl. Doppeltürme nicht ausgebaut. Die Gwbb. 1557 rest. Im Äußeren sind die Strebepfeiler der östl. Hälfte mit Stäben, Giebeln und blinden Fialen überreich dekoriert; die westl. einfach; die Fenster mit Eselsrücken und Scheitelblumen. — Im Innern mehrere Steinskulpturen von Konrad v. Einbeck (welcher auch die äußere Dekoration der östl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte Konsolen über den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt, Anbetung des Kindes, nur das Kind in ganzer Figur, alles andere in Kopfdarstellungen): an einem Pfl. S. Moritz v. 1411, derbe Figur in genauer Zeittracht; in der SOVorhalle Eccehomo von 1416, im Nackten aufmerksame Naturbeobachtung, klagende Maria und Christus an der Martersäule und ein Relief mit der Anbetung der drei Könige — alles mit Künstlerinschrift. Eine Büste im nördl. Nebenchor, von höchst bmkw. Energie der Individualisierung, gilt für Konrads Selbstbildnis, ist aber erheblich jünger. — Altar: Mensa mit rom. Ornament, großes und wertvolles Retabel mit 3fachen Flügeln, im Mittelschrein Schnitzfiguren, die Gemälde 1511 von Georg Jhener von Orlamünde. — Steinerne Kanzel mit ausgedehnten Reliefs [pg 169] in konventionell italisierendem Stil, 1592 von Zacharias Bogenkrantz; Schalldeckel 1604.
Ulrichs-K. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten). Spgot. unsymmetrische Halle; es fehlt das südl. Ssch.; beg. 1339, Gwb. in Netzform 1510. Tympanon (Marientod) 14. Jh. — Einfaches modern ergänztes Chorgestühl E. 14. Jh. Taufkessel v. 1430, ähnlich dem der Markt-K. und von denselben Meistern. — Altar: Mensa mit blindem got. Maßwerk bald nach 1339, der Schrein mit Doppelflügeln 1488. — Sakramentshäuschen um 1525, für die barocke Strömung dieser Zeit sehr bezeichnend; eine Ädikula in den FrRenss.formen des Doms wird getragen von dem Stamm und umspielt von den Ästen eines Baumes in spgot. Stilisierung. — Kanzel, Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel von 1645. — In der Sakristei wertvolle Gefäße, darunter Weinkanne und Hostienbüchse 1580, emaillierter Kelch 1654.
Neumarkt-K., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten. Sandstein-Taufstein von 1478.
Glauchaische K., 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen.
Der »rote Turm«, freistehender selbständig gebauter Glockenturm 1418-1506. Erstes Geschoß Rechteck, die 2 folgenden verzogenes 8Eck. Schlanker Helm, die Ecktürmchen vielleicht erst aus M. 16. Jh. Der Sockelumbau aus Backstein neugot. 1825.
Betsäule 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der Kreuzigung.
Moritzburg, 1484-1503 erb. von Erzbischof Ernst v. Magdeburg, beendet durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb. Abrecht v. Brandenburg; durch einen Brand im 30j. Kriege schwer entstellt; von Kunstformen wenig übriggeblieben, zum Teil Ruine. Die Fenster im NFlügel bezeichnende Beispiele der sich auflösenden Spätgotik.
Rathaus, unregelmäßige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die »neue Laube« von 1558 würde als Renss.Versuch des Spätgotikers Nickel Hofmann interessieren, ist aber, wie alle älteren Teile, deformiert. Die Backsteingiebel zeigen die Maßwerkbekleidung in ödester Entartung. — Der »kühle Brunnen«, Haus des erzbischöflichen Günstlings H. Schönitz, vollständig verbauter Frührenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher Innenausstattung. Im selben Charakter die Residenz seit 1530, ursp. als Kollegiengebäude für die vom Kardinal geplante Universität bestimmt. — Wage vor 1575, mit gutem Portal. — 2 Täfelungen 1594 und aus 17. Jh. aus dem Talhaus jetzt im städt. Museum in der Moritzburg eingebaut.
Stadtgottesacker auf dem Martinsberg, östlich vor der alten [pg 170] Stadtmauer. Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern, einen verschoben vierseitigen Begräbnisplatz umgebend. 1558 von Nickel Hofmann begonnen, mit dem 94. Bogen erst 1594 vollendet, Pilaster u. Bogenzwickel dekorativ skulptiert mit Benutzung von Aldegrever Stichen.
Leipziger Turm, letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor dem Leipziger Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau, 15. Jh., Haube 16. Jh.
HALLENBERG. RB Cassel Kr. Schmalkalden
Burgruine. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt.
HALLSTADT. OFranken BA Bamberg.
Pfarr-K. 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. — Ansprechendes Beispiel einer nicht reich aber sorgfältig ausgeführten Kleinstadtkirche. Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch und gleich breit, Rundpfll., Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, im W Empore, sehr hohes Dach, ausgebauter Chor. Altäre und Gestühl bar., ansehnlich und von gutem Geschmack. Außen tüchtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit Ölberg.
HAMMELBURG. UFranken BAmtsstadt.
Pfarr-K. Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage mit flachgedecktem Mschiff und netzgewölbten Sschiffen. Der Unterschied zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und der spielerischen, derben Spätgotik im Lhs. sehr bedeutend; immerhin gehört der ganze Bau noch zu den besseren in dieser Gegend. — An der Außenseite got. und renss. Grabsteine, der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von Peter Dell d. Ä. 3 figurenreiche Kreuzwegreliefs um 1520.
Ehem. Schloß der Fürstäbte von Fulda, jetzt Bezirksamt. Einheitlicher Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. Vier Flügel um einen rechteckigen Innenhof, trockenes Spätbarock.
Marktbrunnen. 1541 von Joh. Schoner. Frische und exakt durchgebildete Frührenss.Arbeit.
Klst. Altstadt. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen der einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen die harte Innenarchitektur noch erträglich. Nach außen fast ganz schmucklos.
Schloß Saaleck. Erstmals erwähnt 1282. Aus 13. Jh. der massige, runde Bergfried aus großen Buckelquadern. Die Wohnbauten im 19. Jh. gänzlich erneuert. Das ganze Schloß steht prächtig in der Landschaft.
HANAU. RB Cassel Kreisstadt.
Marien-K. Die Erhebung zur Stifts-K. veranlaßte die Erbauung [pg 171] eines neuen größeren und mit Aufwand durchgeführten Chors 1487. 4 Joche im Längsteil, 3/8 Schluß; Netzgwbb. mit Wappenschmuck in den Schlußsteinen und reicher Meißelarbeit an Dienstsockeln und Konsolen; 3teilige Fenster mit reichem Fischblasenmaßwerk; hohl geschwungene Abdeckung der Strebepfll. Das Lhs. erneuert 1558-61; hölzerne Emporen in 2 Rängen; die Mauern niedriger als die des Chors, der Dachfirst in gleicher Höhe, Turm im südöstl. Winkel. — Der Chor diente 1451-1612 als Begräbnisstätte für das gräfliche Haus Hanau-Münzenberg. Die Grabsteine sind durchweg heraldisch, und es ist der Brauch festgehalten, Wappen und Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand zu setzen. Einigen Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v. Nassau † 1477, überlebensgroße, kniende Steinfigur; Philipp III. † 1561, Standbild in flacher, von Konsolen getragener Nischen- und Pilasterarchit., gefällige, doch nicht bedeutende Renss. Arbeit, im Ornament hauptsächlich Groteskenwerk und Anfänge von Rollwerk; Helene von der Pfalz † 1579, Seitenstück zum vorigen, die Archit. pompöser, das Rollwerk hat breitere Ausdehnung gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles auf niederländischen Einfluß deutend), Philipp Ludwig I. † 1580, künstlerisch das beste Stück der Reihe, im Stilcharakter der internationalen Hoch-Renss., der triumphbogenartige Aufbau klar disponiert und fein gestimmt in den Verhältnissen, treffliches Ornament, das Rollwerk mit großer Zurückhaltung. — Vom got. Chorgestühl 2 Wangenteile erhalten, ungewöhnlicherweise mit Porträtfiguren aus dem Grafenhause geschmückt. — Orgel 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr Prachtgehäuse (von Franz Nagel aus Miltenberg) auffallend abstechend. — An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt und rest.
Wallonisch-Niederländische K. (reformiert). Gegr. 1599. Doppelkirche, veranlaßt durch den zweisprachigen Charakter der Gemeinde, die doch ihre Zusammengehörigkeit auch äußerlich betonen wollte. Ein größerer und ein kleinerer Zentralbau, jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck von 23 m Durchmesser, sind ineinander verschränkt. Umgänge von 12 resp. 8 Sandsteinsäulen tragen die flachen Decken und die nur 1geschossige Empore. Zugang zu den letzteren durch Treppentürmchen in den einspringenden Winkeln zwischen den beiden Kirchen. Die Scheidemauer durchschneidet auch den in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K. sind gleichförmig ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster rundbg. mit Maßwerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders durch die ungeheuren, unter sich nicht gleichhohen, aber die [pg 172] Mauern an Höhe weit übertreffenden Walmdächer empfängt das Äußere einen ganz eigenartigen Umriß.
Johannes-K. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schluß in 3 Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Maßwerk, schwere Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. Gleichzeitig neue Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem Orgelprospekt. Begräbnisstätte der letzten Grafen von Hanau-Lichtenberg.
Stadtschloß. Unregelmäßige Gruppe, meist Spätrenss., im heutigen Zustand kunstarm und interesselos.
Altstädter Rathaus. 1537-52. Oft verändert, jetzt whgest. Erdgeschoß ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk mit Erkern. Eingebauter Justitiabrunnen. — Ein gegenüberliegender spgot. Erker vom älteren Rathaus.
Neustädter Rathaus. 1725-33 von Baudirektor Hermann. Gute Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgeschoß Arkaden, teils offen, teils verblendet; 2 Obergeschosse mit leichtem Mittelrisalit, dessen Giebelfeld mit Hochreliefs gefüllt ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem First kleines Uhrtürmchen
Gymnasium. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der Spätrenss.
Fachwerkhäuser 16.-17. Jh., Stadtmauerreste.
HANNBERG. OFranken BA Höchstadt.
Dorf-K. befestigt.
HANSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Bedeutende Burgruine. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstörung durch König Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos von Northeim). Später welfisch und seit 1209 mainzisch. Neubau 1308 ff. durch den Erzbischof und die Herren v. H., Erweiterungen 1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. — Die Hochburg umschließt einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen Räume nicht sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk und Details mit einer im 14. Jh. nicht mehr gewöhnlichen Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespanntem Kreise die Zingelmauer. A. 16. Jh. Verstärkung durch Zwinger mit Rondellen. Die beiden größten Durchmesser sind 125 und 150 m.
HAPPERTSHAUSEN. UFranken BA Hofheim.
Dorf-K. modernisiert. Ausstattung und Holzfigg. 18. Jh. Bmkw. Madonna A. 15. Jh.
HARDISLEBEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die Ausstattung in Stuck und Farben einheitlich. — Altaraufsatz »recht bedeutend«.
HARLE. RB Cassel Kr. Melsungen.
Dorf-K. 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schluß. Großer WTurm, öffnet sich gegen das Schiff mit einer hölzernen Empore von 1589.
HARRA. Reuß j. L. LA Schleiz.
Dorf-K. Mischbau spgot. und barock. — Altarwerk A. 16. Jh. »sehr interessant« (so im Inv.).
HARRBACH. UFranken BA Gemünden.
Pfarr-K. Gute, klassizistische Ausstattung, gefertigt vom Schreiner Schmidt in Nordheim 1788. — An der Südseite Holzfig. der Madonna; teilweise ergänzt, würzburgisch, E. 15. Jh.
HARSDORF. OFranken BA Kulmbach.
Pfarr-K. OTurm got., Lhs. 18. Jh., hölzerne Doppelempore.
HÄRTENSDORF. K. Sachsen AH Zwickau.
Dorf-K. (fast neu) in burgähnlicher Lage umgeben von fester Ringmauer. — Schöner Kelch A. 16. Jh. Taufstein und Sakramentsnische um 1500, in reicher aber unfeiner Steinarbeit. Bildnisgrabsteine v. Wildenfels 1558, 1602. Glocke mit Reliefs M. 15. Jh.
HARTENSTEIN. K. Sachsen AH Zwickau.
Schloß (Fürst Schönburg). Von der Burg des Ma. Teile der Vorburg erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von Meyner, Graff u. a. — Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz, ansehnlicher Fachwerkbau des 17. Jh.
HASLOCH. UFranken BA Marktheidenfeld.
Pfarr-K. Am neuen Altar spgot. Flügelbilder von nicht übler Qualität; Verkündigung, St. Barbara, St. Margaretha; E. 15. J., schwäbisch?
HASSEL. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Dorf-K. (z. Z. außer Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal mit Tympanonskulptur ähnlich dem in Aue. — Auf dem Altar ein guter geschnitzter Rok.Aufsatz.
HASSENBERG. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Dorf-K. 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken von einem der in dieser Zeit in Thüringen viel beschäftigten Italiener (Castelli?).
Schloß (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende Pilaster nach palladianischem Muster.
HASSENHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
Dorf-K. Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch., über dem quadr. Chore der Turm, wie häufig gebräuchlich an der mittleren Saale; erhalten noch das Hauptgesims und der WGiebel mit Steinkreuz; bar. verändert.
HASSFURT. UFranken BAmtsstadt.
Stadt-K. Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg, in manchen Beziehungen verwandt der von demselben Würzburger Bischof erb. K. in Königsberg i. Fr. — Breiträumige Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark überhöht. Steinerne WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht ausgeführt), flankiert von 2 Türmen (der in SO aus älterer Anlage). — Die bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. — Am Chorbg. unbemalte Holzstatue Joh. d. Täufers, sehr vorzüglich, die Zuschreibung an Riemenschneider für mich nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt Madonna (durch moderne Bemalung beeinträchtigt) und auf dem (neuen) Hochaltar die 3 irischen Heiligen, S. Kilian durch das Schwert als Würzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger Altargeräte 17. und 18. Jh.
Ritterkapelle. Die Bedeutung der Adelsfraternität, durch und für die sie gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Chor beg. 1390, Lhs. 1431, Abschluß (Inschr.) 1455. Eingreifend rest. unter Fürstb. Julius von Würzburg 1603-05 und (sehr willkürlich) M. 19. Jh. durch Heideloff. — 1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schluß. Sehr eigentümlich und schwerlich dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen Chor und Lhs.: ersterer nämlich geht mit schrägen Mauerstücken in die Lhs.Wände über und der Chorbg. wird 3teilig. Das Lhs. wird ursprünglich 3sch. geplant gewesen sein, es wurde dann 1sch. mit Flachdecke ausgeführt; erst 1603 erhielt es die vorhandenen 3 großen Kreuzgwbb. und die zugehörigen Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot. umgearbeitet. Unverfälschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt sich der Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. Mit dem unter dem Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade und Fialen von Heideloff hinzugefügt) sind 3 Reihen Wappenschilder verbunden, andere im Innern an den Schlußsteinen der Netzgwbb., zusammen 226. Früher noch mehr, da der Wappenfries auch über die WWand des Chors sich hinzog (jetzt unter dem erhöhten Dach von 1603 versteckt). Ferner war außen an den Fenstern und Strebepfll. ein ganzes Heer von Statuen in Aussicht genommen; zählt man die durch Konsolen und Baldachine bezeichneten, schließlich leer gebliebenen Plätze für sie zusammen, so hätten sie sich auf 52 belaufen müssen. Zur Ausführung kamen die Bogenfelder am S- und WPortal, bewegte, gemäldemäßige Kompositionen, in der plastischen Ausführung stümperhaft (Zug der hll. drei Könige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455). Von den einst noch zahlreicheren Grabdenkmälern sind 15 innen und [pg 175] 11 außen erhalten; mehrere urspr. von guter Qualität, aber durch. Ölfarbkrusten entstellt. Ausstattung neugot.
Spital-Kap. z. Hl. Geist. 2. H. 15. Jh. Schnitzaltar mit interessanten bemalten Flügeln, E. 15. Jh. (Kirchenväter, Aposteltrennung in reicher Landschaft). — Das Spitalgebäude einfacher Bau des B. Julius 1614.
Bischöfl. Amtshaus (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Würzburger Schule um 1725. — Stattliche Zehntscheuer 15. Jh., rest. 1617.
Von der Stadtbefestigung 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten.
HASTRUNGSFELD. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
Dorf-K. Rom. Anlage, Turm im O.
HATTENBACH. RB Cassel Kr. Hersfeld.
Dorf-K. Unscheinbarer kleiner rom. Bau.
HAUEDA. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
Dorf-K. mit rom. Turm und rom. Taufstein.
HAUNECK. RB Cassel Kr. Hünfeld.
Burgruine. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt.
HAURÖDEN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Dorf-K. Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die reichgeschnitzten Träger des Dachreiters. — Rom. Taufstein.
HAUSEN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
Dorf-K. Zahlreiche Grabdenkmäler der Familie v. Dörnberg.
Schloß. Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut.
HAYNA. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
Sprom. Dorf-K. mit verhältnismäßig reich ausgebildetem Portal.
HAYNSBURG. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
Ruine der ehem. bischöflichen Burg; erhalten ein hoher, runder rom. Bergfried, Mauerstärke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Länge erhalten. Wohnbau renss.
Dorf-K. 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof hübsche klassizist. Grabdenkmäler.
HEICHELHEIM. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Dorf-K. Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O erweitert, Lhs. mit Holztonne 1686.
HEIDAU. RB Cassel Kr. Melsungen.
Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. (jetzt Domäne). Kirche E. 13. Jh. 1sch. in 5 Jochen und 5/8 Schluß. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen auf Kragsteinen, die Strebepfll. entsprechen nicht den Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen Nonnenempore über 2sch. Halle; später fürstlicher Kirchenstand mit großem Ofen von 1669. Sehr einfacher ungewölbter Kreuzgang, etwas reicher das Refektorium. A. 17. Jh. ein Schloß eingebaut; Saal mit Brettertonne; Alabasterkamin 1619.
HEIDENFELD. UFranken BA Schweinfurt.
Ehem. August.-Chorherrenstift (jetzt Nonnen). Die K. (got.) A. 19. Jh. abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock 1726-34. Gleichzeitige Stuckdekoration. Die Gastzimmer ebensolche ca. 1760-70. Der alte Prunksaal (jetzt Kapelle) 1728. Die Zimmer des Propstes mit pompejanischen Malereien und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein Entwurf B. Neumanns für Neubau der K. um 1750 nicht ausgeführt.)
Dorf-K. mit vollständiger Ausstattung von J. P. Wagner 1791.
HEIDINGSFELD. UFranken BA Würzburg.
Pfarr-K. Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter Rest. die genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig). Im Lhs. 6 Arkaden auf schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und Fußgesims. Das Qsch. in seinen Fronten gleichfluchtig mit den Sschiffen. Chor 1408 verlängert. Aus gleicher Zeit die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite (Lhs. 23,5 m l., 20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm in der SOEcke. 2 rom. Portale, an der WFront und am nördl. Kreuzarm. — Großer Hochaltar 1712. Feines Sakramentstürmchen M. 15. Jh. Spätestgot. Kanzel, Stein, das Maßwerk in Astverschlingungen umgedeutet, an der Brüstung Statuetten (nur 3 alt); das Meisterzeichen h b auf den Würzburger Hans Bock zu beziehen. Taufstein renss. 1581. Chorstühle um 1710, ziemlich einfach. Im Chor Steinrelief mit Beweinung Christi bez. 1508, allgemein als Werk Riemenschneiders anerkannt, auch in seinen Schwächen für ihn charakteristisch. Aus seiner Werkstatt die Kreuzgruppe am Chorbg. Bürgerliche Epitaphe des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein für das Ehepaar Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt Riemenschneiders. — An der SSeite des Lhs. Ölberg-Kap. 1510. Totenleuchter. Michaeliskap. Kirchhofsmauer mit 2 Tortürmen.
Spital-K. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch.
Stadtbefestigung mit mehreren Türmen und 3 Toren, 14. Jh.
Rathaus spgot. und bar. — Haus no 380 frgot. Giebelbau. — Zehnthof von S. Burkard in Würzburg 1574. — An mehreren Häusern steinerne Marien- und Heiligenstatuen 16.-18. Jh. Got. Bildstöcke.
HEILGERSDORF. UFranken BA Ebern.
Pfarr-K. Sandstein-Epitaphe der Stein-Lichtenstein, M. bis E. 16. Jh.
Schloß nach 1700, 3flügelig mit 2 Geschossen.
HEILIGENKREUZ b. Meißen. K. Sachsen.
Ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Profanierte Bruchstücke. Wesentlich rom. Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat mit Apsis, und Nebenapsis vom südl. Qsch. Auch die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil der Klostergebäude, rom. Anlage mit got. Zusätzen.
HEILIGENSTADT. OFranken BA Ebermannstadt.
Pfarr-K. wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, »sehr alter« Taufstein, Emporenbrüstungen mit biblischen Bildern, Grabmäler 1670, 1672.
HEILIGENSTADT. Pr. Sachsen Kreisstadt.
S. Marien-K. (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon in 1. H. 9. Jh. vorhanden. Für die bestehende K. Geldsammlungen 1276, beg. angeblich erst 1304, womit die Formen nicht im Widerspruch; nur die Krypta ist älter, M. 13. Jh. (?) — 3sch. Basilika ohne Qsch. mit langgestrecktem Chor. Die Scheitelhöhe der Gwbb. in ganzer Länge gleich, dagegen die Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat außer dem regelmäßigen 5/8 Schluß 2 gerade Joche, die von schlanken OTürmen (nur einer ausgeführt) flankiert werden. Das Lhs. beginnt in O mit 2 breiten Jochen; es folgen 3 sehr schmale und endlich in W wieder 2 sehr breite. In der Fensterstellung der Sschiffe sind diese Unregelmäßigkeiten für die Außenansicht ausgeglichen, wodurch im Innern des nördl. Ssch. die Gwb.Grundrisse sich stark verschieben. Am Ende des nördl. Ssch. die 2sch. Krypta (?) einer älteren Anlage (M. 13. Jh.) und über ihr eine Empore; auf der SSeite symmetrisch eine Brüstungswand, aber keine Emporenteilung. Lhs. und Chor in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt nach dem gleichs. 3Eck. Die sehr mächtigen Pfll. sind rom. gegliedert (vielleicht, gleich der sog. Krypta, aus älterem Bau), aber die Scheidbgg. haben in ausgesprochener Weise Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs. und die turmlose WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von Joh. Wirauch. — Die Ausstattung hat unter der puristischen Rest. 1863 schwer gelitten. [Die schöne Kanzel von 1584 in die Dorf-K. zu Röhrig gebracht.) Schlichter got. Taufkessel. Tumba des Erzbischofs Adolf v. Mainz † 1390. — Bmkw. Statue eines Chorknaben mit Lesepult, im Motiv dem bekannten Naumburger nahe verwandt, doch jünger (A. 14. Jh.). Am NPortal Tympanonrelief S. Martin und der Bettler, stark verwittert.
S. Marien-K. (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltürmen. Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte: 1. die WTürme und das erste Joch des Lhs. Sie sind [pg 178] als Abschluß eines älteren (vielleicht im Stadtbrande 1333 zugrunde gegangenen) Gebäudes anzusehen. Formcharakter um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition des in Sachsen und Thüringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil ein glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbänder gegliedertes Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit Giebelchen gekrönt, und zwischen diesen in mäßiger Höhe aufsteigend eine steinerne Dachpyramide. Sowohl am Mauerteil als am Dach Hervorhebung der Kanten durch kräftig profilierte Stäbe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon weder groß noch reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschönheit den besten der Zeit zuzuzählen. — 2. Lhs. um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5 Jochen, das Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Kräftige Rundpfll. mit 8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Höhe. — 3. Chor A. 15. Jh., 1sch., höher als das Lhs. Die angebaute große Kap. richtet ihren polygonalen Schluß nach Norden und ergibt in der Außenansicht eine gut wirkende Gruppe. — Die bei der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren umfangreicher spgot. Wandmalerei wurden bei der Neubemalung nicht berücksichtigt. Auch die prächtige bar. Altarausstattung (1675) ist beseitigt. Ebenso die meisten Grabsteine. Erhalten ein Taufkessel von 1492. [Interessanter Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im Museum.]
S. Aegidien-K. Der älteste und bestausgeführte Teil ist der rck. Chor, beg. wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs. in nüchterner Hochgotik. Hallenkirche von 5 Jochen, im Querschnitt mit der in Mitteldeutschland nicht häufigen Modifikation, daß die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre Scheitel in der Höhenlage des Msch.Kämpfers). Dadurch wird die Raumwirkung, bei starker Längenausdehnung, gedrückt. Die WFassade (beg. 1370) schließt sich der von S. Marien an. Doch ist von den Türmen nur einer (s) ausgeführt. Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoß mit Ecktürmchen an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). NTurm 1853, Sakristei 1904. — Vierzehnnothelfer-Altar 1638, reicher und origineller Aufbau in Sprenss. Kanzel spbar. 18. Jh. Chorstühle E. 17. Jh., aus dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener Taufkessel 1507. Denkmal der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete Arbeit aus 3. Drittel 14. Jh. Grabstein des Kantors Koch † 1605, Ausführung später, in krausem, schwulstigem Fr.-Bar.
S. Annen-Kap. 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit großem Wurf. Der Nachdruck liegt auf dem Außenbau. Für die [pg 179] Gotik ungewöhnlich das Thema der zentralen Anlage: Regelmäßiges 8Eck, im Aufbau vergleichbar den Türmen von S. Marien. Die steinerne Dachpyramide entwickelt sich, wie dort, aus einem Kranz von 8 Giebelchen und endet in einer Laterne, die verkleinert die Komposition des Ganzen wiederholt. Für die Formbehandlung bezeichnend die kraftvolle Ausbildung der Kanten. Die Proportionen: Durchmesser 6,5; H. bis Hauptgesims 5,8; von dort bis Laternenfuß 6,3; von dort bis Laternenspitze 6,3.
Rathaus. 1738. Davor Neptunsbrunnen.
Schloß des kurfürstl. Vizedoms. 1736 von Chr. Heinemann. Solider Quaderbau, in der Behandlung recht nüchtern. Drei Geschosse zu 13 Achsen. Einziger Kontrast der Segmentgiebel über dem flachen Mittelrisalit. Mansarddach. Im Innern Stuckdekorationen an Wänden und Decken.
Gymnasium (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von Heinemann.
Gefängnis. Erb. 1740 als Waisenhaus.
Wohnhäuser. Über den Stadtbrand 1739 geht weniges zurück. Stattliche Herren- oder Beamtenhäuser aus 18. Jh. sind der »Preußische Hof«, das »Deutsche Haus«, der »Eichsfelder Hof« und das Ilbergsche Haus.
HEILIGENTAL. UFranken BA Schweinfurt.
Ehem. Cist.-Nonnen-Klst. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die K. (z. T. Ökonomiegebäude) in typisch 1sch. langgestreckter Anlage mit 7/12 Schluß. Die Formen einfache frische Frühgotik, etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor Rippengwbb. mit Wulstprofil und vorgelegten Plättchen; auf Wandsäulchen mit Laubknäufen; Fenster 2teilig mit strengem Maßwerk. Langhaus flachgedeckt. Die flachgedeckte »Gruft« unter der WEmpore zeigt zwischen den beiden Eingängen Ansätze eines ehemaligen Baldachinaltars. — 2 gute Rittergrabsteine (v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh.
HEILIGENTAL. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Dorf-K. spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; Figuren von größter Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle scheinen von hohem Alter.
HEILSBERG. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Dorf-K. (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom. WTurm. — Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit 17 Figuren aus Altarwerken um 1500, aus einer »trefflichen, von Franken beeinflußten, aber selbständigen Werkstatt«.
HEIMBACH. RB Cassel Kr. Rotenberg.
Dorf-K. in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730 von A. Rossini.
HEINITZ. K. Sachsen AH Meißen.
Schloß. Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines künstlichen Sees; im 1. V. 16. Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentümlichen Gratformation der Albrechtsburg; 1585 weitere Veränderungen im Sinne eines heiterprächtigen Landsitzes.
HEINRICHS. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
Dorf-K. Inschr. 1453 und 1503. Die Wandmalereien im Chor und Lhs. bilden einen Zyklus von der Heilsverkündigung bis zum Jüngsten Gericht; letzteres zerstört. — Gute Fachwerkbauten im Ort.
HELBA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Gutshaus 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln.
HELDBURG. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Stadt-K. Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schluß; die Sterngwbb. wohl noch mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; Fischblasenfenster; reich überstabtes Portal 1536; Turm nördl. am Chor. — Kanzel 1536 in Frührenss., die Reliefs Übertragungen Cranachscher Gemälde; von derselben Hand der Taufstein.
Gottesacker-K. E. 15. Jh. — Mehrere ikon. Grabsteine, gut der an der WFront von 1541.
Amtsgericht. Fachwerkbau 17. Jh. — Sonstige Fachwerkhäuser; hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schöner steinerner Wappentafel.
Bmkw. Reste der Stadtbefestigung.
Veste. Die Gebäude gruppieren sich um ein verschobenes Viereck. Der künstlerisch bedeutendste Teil der »Neue Bau« (später und jetzt »französischer Bau«) 1560-64 von Nic. Gromann; gestrecktes Rck. von geringer Tiefe; nach dem Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn Erinnerungen an das Heidelberger Schloß vorliegen, wie behauptet wird, so können sie höchstens in der Gestaltung der Fenster gesucht werden: 2teilig mit Giebelverdachung, die Gewände durch Zahnschnitt gegliedert; Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstücke sind die 2 Erker; sie springen von der Erde auf als rck. Risalite vor und sind mit antikisierend flachem Giebel geschlossen; an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche Flächenfüllung mit Trophäen, Rollwerk und figürlichen Reliefs. Zugang durch vorspringende runde Treppentürme. Vorgemach mit Kamin in reicher Meißelarbeit; ein anderer im Fürstengemach.
Schloß-K. 1663-65 jetzt in Verfall.
HELDRUNGEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
Stadt-K. im 30jähr. Kriege zerstört, Neubau 1682.
Schloß von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut.
HELFTA. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Cistercienser-Nonnen-Klst., jetzt Scheune. Gestrecktes Rck. ohne gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore und einiges auf die 2. H. 13. Jh. weisende Detail.
HELLINGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Pfarr-K. neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm.
Wasserburg (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und 4 Ecktürmen, erneuert im 18. Jh.
HELMARSHAUSEN. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
Klosterhof. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. umgebaut, von dem noch Portale, Fensterarkaden usw. erhalten sind. Auch die Kirche im Kernbau rom.
Stadtmauern mit Turm teilweise erhalten.
Bürgerhäuser, niedersächsischer Fachwerkbau in guten Exemplaren.
HELMBRECHTS. OFranken BA Münchberg.
Pfarr-K. got. mit Flachdecke.
HELMERS. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Kirche 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm.
HELMERSHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Dorf-K. Weiträumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten. Ländlich reiche Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche, meist heraldische Grabsteine des 17. Jh., Familien v. Heldritt, v. Zweiffel, v. Wangenheim.
Hennebergischer Freihof, Amtswohnung des Amtsrichters, Fachwerkbau um 1600.
HELMSDORF. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
Dorf-K. 18. Jh. Taufstein 14.-15. Jh., reich mit Maßwerk geschmückt.
HELSA. Kr. Cassel-Land.
Dorf-K. Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut, daß die Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein kleineres Quadr. umschreibenden Steinsll. getragen wird. Fein behandelte hölzerne Emporen aus derselben Zeit. Der Turm steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung verbunden, die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jähr. Kriege.
HENFSTEDT. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Dorf-K. Die Anlage für die ma. Bauten des Werratals die typische: 1sch. mit eingezogenem, turmtragenden quadr. Chor. Im 17. Jh. erneuert. — Ikon. Grabstein 1521; mehrere heraldische aus 18. Jh. — Herrenhaus 1595. — Ruine Osterburg.
HENNEBERG. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Dorf-K. um 1500. Das Obergeschoß des Turmes wohl das älteste Beispiel vom Fachwerkbau im Werratal.
Burg der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den thüringischen Landen. Am besten erhalten der Bergfried, rund, 14 m h., die Ringmauern noch in 10-15 m H.
HENNERSDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
Dorf-K. architekturlos. — Altarwerk ursp. doppelflügelig, von demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in der Nikolai-K. in Dippoldiswalde begegnet.
HERBSLEBEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.
Dorf-K. spgot. Anlage. — Mehrere Grabsteine. Doppel-Wandgrab des Junkers Christoph Knobloch und seiner Frau † 1612.
Schloß. Gr. unregelmäßiges Halbpolygon. Wesentlich 1554 und 1594. Im »Rittersaal« schöne Stuckdecke.
HERCHSHEIM. UFranken BA Ochsenfurt.
Dorf-K. 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche Patronatswappen. — Altar und Kanzel interessante Arbeiten aus der Erbauungszeit.
HERDA. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Dorf-K. Got. Chorturm mit Fachwerkgeschoß und bar. Haube. Tonnengewölbtes Sch. 17. Jh. — Schnitzaltar um 1500. — Schlichtes Herrenhaus, reicher Ofen.
HERINGEN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Stadt-K. 1731. — Schloß (der Grafen v. Schwarzburg) nach 1590, Rechteck mit 4 runden Ecktürmen, einfache Renss.
HERLESHAUSEN. RB Cassel Kr. Eschwege.
Kirche einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb., das Sch. spgot. 1457 (Inschr.); nördlicher Anbau 1606, Westtür 1777. — Wandgrab des Georg v. Reckrath † 1558, der Verstorbene in einer Nische stehend, Sandstein. (Er war Erbauer des neuerdings gänzlich umgestalteten Schlosses.) Schöne Glocke 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516).
HERMANNSFELD. Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen.
Dorf-K. mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758.
HERMSDORF. K. Sachsen AH Dresden-N.
Schloß. Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. Rest, nach Brand 1739 durch George Bähr. — Umfassungsmauer mit runden Ecktürmen (vgl. Moritzburg). Hauptbau: Gr. langgestreckt, nicht ganz regelmäßig; Aufbau 2geschossig, in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm, analoge an den Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige Fenstergewände sind Überreste aus 16. Jh. Im Erdgeschoß auf der Vorderseite flachgewölbter breiter Korridor, auf der Rückseite die meist quadr. Zimmer; Obergeschoß 1758 umgestaltet. — Wandteppiche mit Darstellungen aus dem chinesischen Hofleben, wohl französisch M. 18. Jh. —
Großer Park Mischung französischer und englischer Gartenkunst.
HERPF. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Kirche 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen durchsetzt, deren Schnitzereien zu den besten der Gegend gehören. Kanzel 1620. Deckenmalereien 1772. Porträts von 3 Hennebergischen Fürsten des 16. Jh. — Geschnitzte Fachwerkbauten 17.-18. Jh.
HERRENBREITUNGEN. RB Cassel Kr. Schmalkalden.
Ehem. Benedikt.-Klst.-K. An Stelle einer im 10. Jh. genannten königlichen Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach Aufhebung des Klst. 1553 als Schloß-K. eingerichtet. Im 30jähr. Kriege schwer beschädigt, 1738 partiell whgest. Ausstattung und Bemalung aus dieser Zeit gut erhalten. 1911 der Chor ausgegraben. — Sächsisch-thüringischer Schulcharakter, Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der Fassade Spuren einer Vorhalle. Auffallender Weise nur ein Turm (W) und zwar ganz in das Msch. einspringend. Dieses wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedrängt. Stützen auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kämpfern, auf der SSeite Wechsel von Pfll. und Würfelknaufsäulen. Hauptchor und Nebenchöre kommunizierten durch Doppelarkaden. — Bildnisgrabstein des letzten Abtes † 1541 gefunden. Der Grabstein des Stifters Pfalzgrafen Siegfried von Orlamünde † 1124 war noch 1875 vorhanden und ist seitdem verschwunden, [hölzerne Nachbildung der Renss. in der Löwenburg bei Wilhelmshöhe]. Ein im Lhs. liegendes Weihwasserbecken zeigt hochaltertümliches Ornament, vielleicht aus der Burgkapelle der ottonischen Zeit.
Dorf-K. 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen Michaels-Kap.
Im Dorf einige gute Fachwerkbauten.
HERRMANNSGRÜN. Reuß ä. L. LA Greiz.
Dorf-K. Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616.
HERRNHUT. K. Sachsen AH Löbau.
Gemeinhaus der Societät. Erb. als Erziehungshaus 1724 von Gf. Zinzendorf durch den Zimmermann Chr. David. Schlichter Bruchsteinbau mit Obergeschoß in verputztem Fachwerk.
Gemeinsaal (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit Flachdecke und Mansardendach. Einrichtung einfachst. An einer Langseite Podium mit den Bänken der Ältesten und dem den Altar vertretenden Tisch. — Der rck. Platz, in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsäumt von den Chorhäusern der ledigen Brüder, Schwestern, der Witwen usw.
Herrschaftshaus. Der 1725 von Zinzendorf errichtete Fachwerkbau [pg 184] machte 1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der Unität).
Vogtshof. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergrößert. Großer, einfacher, schloßartiger Bau.
Die Wohnhäuser des 18. Jh. öfters mit einem Anflug von schlichter Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten.
HERRNSHEIM. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau 18. Jh.) zugängliche WTurm E. 12. Jh. — Bezeichnete Glocke 1308.
HERSFELD. RB Cassel Kr. Hersfeld.
K. des ehem. Benedikt.-Klst. Gegr. 769, erster Neubau 831, zweiter Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs. gew. 1144, 1761 von den Franzosen niedergebrannt, jetzt Ruine. — Großartige Raumschöpfung in schlichten strengen rom. Formen. Bruchstein mit (ursprünglichem?) Verputz und sorgfältig behandelten Hausteingliedern, rote und weiße Schichten wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzförmigem Gr. Ganze lichte Länge (nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5, Lhs. (innen) 47:30, Qsch. 57,5:13, Langchor 20:13. Abweichend von der normalen Anlage des ausgebildeten rom. Stils ist die starke Ausladung der Kreuzflügel, das Fehlen einer Absonderung der Vierung vom übrigen Qsch., der über das Quadrat verlängerte Gr. des Chors. (Aus diesen und anderen Gründen kann vermutet werden, daß der bestehende Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9. angeschlossen habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr. Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Stützen 4 Paar Sll. mit steilen attischen Basen ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden, in jeder Blende 2 kleine Fenster; der unter der Apsis liegende Raumteil durch stärkere Pfll. abgesondert und mit 3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden gegliedert (Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4 Fenster, die Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Flügel eine Apsis und 3 Türen, die Apsiden von ungewöhnlich schlanker, hoher Figur, so daß sie in die Fensterregion hineinragen und hier nur für einen Okulus (mit Vierpaß!) Platz lassen. Im Lhs. je 9 (jetzt ganz zerstörte) Arkaden, die Sll. mit monolithen verjüngten Schaften, schlichten, mächtigen (Seitenlänge mehr als 1 m) Würfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst profiliertes Gurtgesims, ungewöhnlich große Fenster mit wenig abgeschrägten Gewänden. Höhe 23m (übereinstimmend mit der unter gleicher Bauleitung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.). Sehr eigentümlich der WBau, ein Kompromiss von Chor und Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes Rck., zur Hälfte [pg 185] über die Flucht der Türme vor-, zur anderen Hälfte in das Msch. einspringend, tonnengewölbt, nach W mit offenem Bogen, nach O Portal. Die mächtigen Mauermassen dieser Vorhalle dienen als Substruktion eines 1/2kreisförmig zwischen den Türmen vorspringenden Chors. Breite Treppen innerhalb der Türme führen zu ihm hinauf. Gegen das Msch. ein vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in situ erhalten). Von den Türmen, die sehr stattlich waren, nur der südl. erhalten; die 2 obersten Geschosse haben jederseits zwei Doppelfenster und Blenden. Im letzten Geschoß ein rundbg. gewölbtes Gemach mit primitiven Kreuzrippen, die nahe dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen ruhen. — Das Äußere höchst einfach; etwas lebhafter gegliedert nur die OApsis: 4 Pilaster mit herumgekröpftem Schmiegengesims, darüber das interessante Motiv eines Kranzes kleiner flacher Nischen, Vorläufer des Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese fehlen überall. Durch einen Sockel mit attischer Basis nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter Bruchstein, an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel von weiß und rot. — Vorbau am nördl. Kreuzarm, Tür und Fenster in reichen sprom. Formen, an den Kapitellen der Ziersäulchen mannigfache figürliche Darstellungen. — In einiger Entfernung (SO) von der K. ein Einzelturm in reichen Formen des 12. Jh. — Stiftsgebäude am südl. Kreuzarm mit sprom. Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12 Apostel, in den Zwickeln Vögel, Tiere, Engel. — Lullusglocke angebl. M. 11. Jahrhunderts.
Stadt-K. Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als Hallenkirche von 4 Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und polyg. Schluß, im W vortretender Turm von 6 Geschossen. Reste von Glasmalerei in Teppichmustern.
Spital-K. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal gruppierten Fenstern unverändert.
Rathaus. Kräftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. Aller Schmuck auf die Giebel geworfen, die das hohe Dach vollständig einschließen, je 2 an den Langseiten, je einer an den Schmalseiten, bez. 1597, 1612.
Kantorwohnung bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das Datum gültig wohl nur für den Unterbau.)
Vor der Stadt Schloss Eichhof, got., spgot. u. renss. Über dem Tor Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier Äbte.
HERWIGSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. 1545; A. 18. Jh. überarbeitet und das Innere als Emporensaal mit einigem Aufwand neu eingerichtet. Hübscher [pg 186] Dachreiter 1727. — Auf dem Kirchhof v. Gersdorfsche Grabmäler.
HERWIGSDORF. K. Sachsen AH Zittau.
Dorf-K. Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch. und Altarhaus stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische Außenansicht.
HERZBERG. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
Schloß. Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483, am nordwestl. Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt 1643.
HERZBERG. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
Haupt-K. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh. Netz-Gwbb. Eigentümlich die 3 verdrückten Halbpolygone im Chorschluß. — Die Bemalung der Gwbb., Evangelisten, Propheten, Verkündigung, Jüngstes Gericht, hat sich gut erhalten.
HERZOGENAURACH. OFranken BA Höchstadt.
Pfarr-K. Ursp. rom. Basilika wie Münchaurach; die rom. Säulenbasen stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch. mit hölzerner Tonnendecke. — Steinskulptur 15. Jh. »betender Tempelritter«. — Got. Sakramentshäuschen.
2 ansehnliche Tortürme.
HESSBERG. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Dorf-K. Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. — Taufstein gemischt got. und renss. — Grabsteine der Familie v. Heßberg.
HESSENSTEIN. RB Cassel Kr. Frankenberg.
Schloß. Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten.
HESSENTAL. UFranken BA Aschaffenburg.
Kapelle. Große 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem Tuff, angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten Schüler Backofens (demselben, der im Dom von Halle gearbeitet hat).
HETTSTEDT. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
Stadt-K. Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. Kanzel 1587. Gute Beweinung, Stein, ca. 1500. — Ruinen eines bedeutenden got. Schlosses.
HETZLAS. OFranken BA Forchheim.
Dorf-K. mit befestigtem Kirchhof.
HEUSTREU. UFranken BA Neustadt a. S.
Dorf-K. got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe Ecktürme.
Berg-K. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und 17. Jh.
HEUTHEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollständige Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener.
HILDBURGHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kreisstadt.
Stadt-K. 1785 von A. F. v. Keßlau. Kuppelraum umgeben von Emporen in 2 Geschossen, östl. anschließend rck. Altarraum. Die Kuppel aus Holz, im Außenbau nicht zum Ausdruck kommend; überhaupt die ganze Behandlung sehr sparsam.
Neustädter oder Waisen-K. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten Ecken; die Emporen haben auch im W analogen Gr., so daß im Innern ein gestrecktes 8Eck. Das Äußere Putzbau mit Teilung durch dorische Pilaster, darüber Triglyphengebälk.
Reformierte K. (jetzt kathol.) 1722.
Rathaus. Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen, doch von charakteristischer Massengruppierung; großer schlichter Renss.Giebel, seitlich runder Treppenturm mit welscher Haube.
Regierungsgebäude 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen.
Schloß (jetzt Kaserne) 1685-1707 von E. Gedeler. Ein mittlerer Hauptflügel und 2 anstoßende Nebenflügel umgeben einen Ehrenhof. Im Innern stuckierte Decken, an die Schlösser in Gotha und Friedrichswerth erinnernd.
Im Schloßpark Denkmal für die Königin Luise von Preußen 1815 von Schulze.
Wohnhäuser des 18. Jh., nur für den Spezialisten von Interesse.
HILFENSBERG. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Wallfahrts-K. 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor rom. Spuren, Türen rundbg. mit Perlstab. Das Sch. öffnet sich mit großem Rundbogen gegen W ins Freie — Crucifixus aus fr. Ma. Statue des h. Bonifatius 1661. Grabplatte des Fürsten Ernst v. Hessen-Rheinfels 1681.
HIMMELKRON. OFranken BA Berneck.
Cistercienser-Nonnen-Klst. Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl nicht viel später. Abmessungen mittelgroß. Anlage 1sch., in der westl. Hälfte Nonnenempore, polyg. Chorschluß ohne Einziehung. Die Bauführung zeigt zwei Abschnitte. Vom ersten der WBau und die an die Klostergebäude stoßende SWand im ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen schmalen Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Wölbung beabsichtigt, wie die mit der Mauer bündigen Strebepfll. an der östl. Hälfte der NWand anzeigen; ausgeführt nur im Chorgewölbe (1 Joch 5/8 Schluß). Ferner wurden in dieser Bauperiode (E. 14. Jh.) die Fenster vergrößert und die 3sch. 6jochige Erdgeschoßhalle unter der Nonnenempore angelegt; diese selbst blieb flachgedeckt; der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor trägt jetzt [pg 188] stuckierte Stichkappengewölbe von 1699. Westfassade verbaut. Kleiner Dachreiter. — Kreuzgang 1473 (Inschr.), nur ein Flügel vorhanden; er zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll und glänzend, wie weit und breit nichts Ähnliches zu finden. Die trefflich gegliederten Netzgwbb. ruhen auf spiralförmig kannelierten Wanddiensten mit üppigen Laubkaptt.; über diesen Statuen (großenteils zerstört) Baldachine; in den mittleren Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde Engel aus Stuck, an den Wänden Passionsreliefs. Die auf einer Konsole kniende Statue der Stifterin Elisabeth v. Künsberg mit Christus oder Maria zusammenkomponiert zu denken. — Große Zahl von Grabsteinen: am Boden Burggräfin Anna v. Nürnberg † 1383; an der Wand zunächst dem Eingang Agnes v. Orlamünde † 1300, dem Stil nach 50 Jahre später. Tumba eines Grafen v. Orlamünde mit dem meranischen Wappen 1. H. 14. Jh. Die übrigen von geringerem Interesse. — Holzkruzifix nicht von Veit Stoß.
Markgräfl. Schloß (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von St. Pierre.
HIMMELPFORTEN. UFranken BA Würzburg.
Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Erb. angeblich 1264. Rck. mit leicht eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in 2 Joche gewölbt; derbe Birnstabrippen auf Laubkragsteinen. Die Strebepfll. am Schiff lassen auch für dieses auf ehemalige Wölbung schließen; bei der Rest. unter der Äbtissin Katharina IV. (1592-1630) wurden die Mauern überhöht und mit
flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg. Fenster maßwerklos. Die westl. Hälfte des Sch. von der Nonnenempore eingenommen; die 3sch. gewölbte Halle, auf der sie ruht, später als Sepultur eingerichtet. Hübsche Wendeltreppe, in der sich got. Maßwerkmotive mit späten Renss.formen vermischen (bez. 1612). Außen im O und W Renss.Giebel und ein zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal in frgot. Formen jetzt neu, doch wohl nach dem alten kopiert, bezeichnend für die cisterciensische Auffassung der got. Formen. Grabsteine: Elisabeth v. Hutten † 1383, Margarethe v. Hutten † 1400, Ludwig v. Hutten † 1414, Katharina v. Hutten † 1415. — Die Klostergebäude renss., der Kreuzgang noch got. Auch die ältere Ummauerung des Klosterbezirks erhalten.
HIMMELSTADT. UFranken BA Karlstadt.
Pfarr-K. 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Großer Hochaltar aus der Werkstatt P. Wagners.
HIMMELTAL. UFranken BA Obernburg.
Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. 1232, barock umgebaut. — Grabstein des Konrad v. Bickenbach 1354.
HINTERNAH. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
Dorf-K. 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung. Nach alter Überlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr. Altarhaus mit Turm. In dieser Zeit und noch später sind in genauer Wiederholung dieses Schemas, nur in den Maßen wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von Schleusingen errichtet.
HIRSCHBERG. Reuß j. L. LA Schleiz.
Fürstl. Schloß, erb. 1678, verödet.
HIRSCHFELD. K. Sachsen AH Meißen.
Dorf-K. Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp. 1sch. Lhs. 1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl.
HIRSCHFELD. K. Sachsen AH Zwickau.
Dorf-K. mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau deuten, 1508 nach O erweitert. — Schnitzaltar 1518. Gute Sandsteinepitaphe 1623, 1732. Rom. Türbeschlag.
HIRSCHFELD. UFranken BA Schweinfurt.
Dorf-K. Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um 1780, die Statuen und Reliefs in der Art J. P. Wagners.
HIRSCHFELDE. K. Sachsen AH Zittau.
Pfarr-K. spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf 2 schlanken 8eck. Pfll. Älter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte Chor. — Emporen und Stuckdekoration 1718. Ausstattung großenteils aus derselben Zeit. — Schöne Glocke 1573. Hübsche Sandsteindenkmäler rok. und klassizistisch.
Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von Häusern in Lausitzer Bauart, z. T. mit laubenartig vorgebautem Obergeschoß.
HOCHBERG. UFranken BA Würzburg.
Pfarr-K. Großenteils neu. — Bmkw. Ausstattung 1772-88. Sehr gut die Kanzel von Peter Wagner, klassizistisch. Madonna, Holz, um 1480. — Stationsbilder (Steinreliefs) und Kreuzigungsgruppe 1626.
HOCHKIRCH. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. Großer Saalbau von 1717. — Denkmal für den in der Schlacht bei H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den Formen nach um 1780.
HÖCHST b. Gelnhausen RB Cassel.
Wendelin-Kap. 1415 (?), rest. im 18. Jh.
HOCHSTADT. OFranken BA Lichtenfels.
Pfarr-K. 1616. Altar im Aufbau got. Flügelaltäre 1612, die Gemälde bez. S im Ring mit 3 Herzen.
Kapelle in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Überrest einer [pg 190] Burg. Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von Langheim † 1473.
HOCHSTADT. RB Cassel Kr. Hanau.
Pfarr-K. Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas höher als die Ssch., Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. Der isoliert stehende Glockenturm wahrscheinlich ehemaliger Torturm.
Rathaus renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk.
HÖCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt. Stadt-K. um 1400, aus welcher Zeit der gewölbte polyg. Chor; die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und mit Emporen versehen; Fassade italisierend bar. — Wandtabernakel 14. Jh. Altäre und Kanzel rok. Im Chor auf schöner got. Konsole S. Georg E. 15. Jh. Hölzerne Pietas A. 15. Jh.
Spital-K. 1517, unbedeutend.
Schloß. Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert.
Torturm aus sp. Ma.
HÖCKENDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
Dorf-K. ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. — Altarwerk mit 2 beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1515. — Grabsteine und Wappentafeln.
HÖCKENDORF. K. Sachsen AH Kamenz.
Dorf-K. 19. Jh. Ausstattung und Denkmäler 16. und 17. Jh., nicht ohne Interesse.
HOF. OFranken BAmtsstadt.
Stadt-K. S. Michael 1230. Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, erhalten nur der Unterbau der WTürme und die Vorhalle. Der alte Gr. scheint dem der gleichzeitig gegründeten Stadt-K. in Bayreuth ähnlich gewesen zu sein.
Lorenz-K. Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des WTurms; sonst Umbau des 16. und 19. Jh. — Flügelaltar 1470. — Grabsteine A. 17.Jh. Bronzeepitaph 1730.
Spital-K. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke mit 90 Gemälden von M.H. Lohe; weitere 53 auf den Brüstungen der Doppelempore. Originelle Ausstattung. Schnitzaltar 1511. Gemaltes Epitaph eines Cranachschülers 1573; ein anderer bez. H H B 1556 (wohl Joh. Hagenberger d. Ä.).
Rathaus 1563-66 von Nickel Hofmann von Halle; 1823 eingreifend verändert.
HOF. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 wesentlich umgestaltet. Mächtiges Altarwerk aus Sandstein, Alabaster und Holz mit Malereien auf Zinkblech, zum Andenken an Dietrich v. Schleinitz † 1612. Taufstein um 1600. Denkmäler: für H.A. v. Haugwitz † 1544, die in Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende [pg 191] Ritterfigur wäre des Hans Schickentanz würdig; S.J. v. Schleinitz † 1559, von einem geringeren Dresdener Meister; andere aus derselben Familie 1595, 1612, 1660.
Schloß. Die beiden älteren Flügel um 1570, die jüngeren nach M. 18. Jh. Prächtiger Kamin aus Meißener Porzellan, aus dem Boxbergschen Palais in Dresden stammend. Gemälde von A. F. Oeser. Zahlreiche Sandsteinfiguren aus 18. Jh.
HOFGEISMAR. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
Liebfrauen-K. in der Altstadt. — Übergangsstil, z. T. got. umgebaut (Inschr. 1330). — Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus dem 12Eck geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am südl. Ssch. zierliches got. Portal von eigentümlicher Anlage. Am WTurm rundbg. Portal mit Würfelknauf-Säulen. — Chorgestühl 14. Jh., an den Wangen große Blätter. — Über dem Pfarrstand spgot. Altarflügel.
K. in der Neustadt. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit einfachen Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine, Der 1sch. Chor mit polyg. Schluß höher und schlanker. Der WTurm hat diagonal gestellte Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, oberer 1460.
Gilde- und Hochzeitshaus. FrRenss. Modern umgebaut. Schlößchen Montcheri. 1789 von S. L. Du Ry, eine fast genaue Wiederholung des Schlößchens in Bad Nenndorf.
HOFHEIM. UFranken BAmtsstadt.
Stadt-K. spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von Wolf Behringer) und besonders eingreifend 1740. — Mehrere Reste von Holzplastik, u. a. ein hl. Diakon, Richtung Riemenschneiders.
Wohlerhaltene Stadtbefestigung 16.-18. Jh.
HOFSTETTEN. UFranken BA Gemünden.
Pfarr-K. Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte Pietas, Holz, 1. H. 16. Jh. — Am Chorbogen Selbdritt um 1700.
HOHENBERG. OFranken BA Rehau.
Burg, gut erhalten und sehenswert.
HOHENEICHE. RB Cassel Kr. Eschwege.
Dorf-K. Rom. Anlage. Rom. Tympanon.
HOHENGANDERN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. (kath.) neu. Der üppige Rok.Altar aus S. Martin in Heiligenstadt von E. Rickmann um 1760; auf ihm spgot. Pietas.
HOHENKIRCHEN. Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
Dorf-K. 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. — Kanzelaltar 1776.
HOHENKIRCHEN. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
Dorf-K. Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm.
HOHENLEUBEN. Reuß j. L. LA Gera.
Fürstl. Schloß, spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich geworden.
HOHENLOHE. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Ehem. Nonnen-Klst.-K., erb. ca. 1240. Ungewöhnl. Anlage, fast gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 hübsche rom. Portale an den Kreuzflügeln, am Chor Drillingsfenster.
HOHENSTEIN. K. Sachsen AH Glauchau.
Stadt-K. 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schluß, Emporen ringsumgeführt (Veränderungen 1889). Schöner Taufstein 1764.
HOHENSTEIN. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Kirche 16.-18. Jh. Holzrelief mit Abendmahl, Sockel eines Altarwerkes aus 16. Jh. Großes reiches Grabmal des Generals v. Imhof † 1768.
Schloß 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener Empire-Saal. Reste von rok. Gartendekoration.
HOHENTURM. Pr. Sachsen Saalkreis.
Dorf-K. Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus mit 1/2 kr. Apsis, feine rom. Tür.
HOHLSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. Pietas.
HOHNSTEIN. K. Sachsen AH Pirna.
Stadt-K. 1725 von George Bähr. Die Umfassungsmauern einer älteren K. mußten benutzt werden. Gr. näherungsweise quadr. mit abgestutzten Ecken, eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen; Emporen und Bänke zentrisch aus Kreissegmenten; Kanzel und Orgel über dem Altar. — Äußeres schlichte Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der Dächer und des südöstl. angeschobenen Turmes nicht ohne Reiz.
Schloß. Der ursp. sehr starke Bau halb zerstört, der bestehende seines Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh. [Kanzel im Dresdener Altert.-Ver.]
HOLLFELD. OFranken BA Ebermannstadt.
Pfarr-K. 1774-77 von Neumann d. J. und Vogel. — Statuen der Fassade und des Hochaltars von J.L. Kamm, Gemälde der Seitenaltäre von Anwander.
HÖLLRICH. UFranken BA Gemünden.
Schloß. Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Flügel mit 4 Ecktürmchen.
Ruine Reußenberg. Erb. durch die Thüngen 1333. Aufrecht stehen der Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebäudes und des Beringes.
HOLLSTADT. UFranken BA Neustadt a. S.
Dorf-K. stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm, Eckturm.
Ehem. Hof des Klst. Bildhausen, schöner Komplex von Renss.Bauten. Stuckdecken 18. Jh.
HOLZHAUSEN. UFranken BA Schweinfurt.
Dorf-K. Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch um 1780. Nebenaltäre Frühbarock um 1660; auf ihnen Holzfigg. St. Kilian und St. Rochus nach 1500.
HOLZKIRCHEN. UFranken BA Marktheidenfeld.
Ehem. Kloster-K. erb. von Balthasar Neumann 1730. Signierter Gr. in der Würzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die interessanten Konkurrenzpläne L. Dientzenhofers. Reiner Zentralbau, in der Komposition für Neumann auffallend einfach. Fast reguläres Achteck, im Innern abgerundet. An den Ecken korinth. Säulen auf hohem Sockel, die ein architraviertes Hauptgesims tragen. Darüber die im Querschnitt nicht ganz halbkreisförmige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Außen die Glieder aus rotem Sandstein, Mauer weiß. An den Ecken korinth. Pilaster, dann Gebälk und Attika. Auf dem Pyramidendach zierliche Laterne in Form eines Tempietto. Trotz der nicht bedeutenden Maße (innerer Durchmesser 15m, Höhe 20 m) ist der Raumeindruck des Innern mächtig. Die Proportionen nach einem genau durchgeführten Triangulationssystem. Die stark klassizistische Architektur ist für Neumann in dieser Frühzeit ungewöhnlich; nur die (nicht erstklassigen) Rok.Stuckaturen in der Kuppel und am Gesimse zeigen, daß wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. — An der Außenseite eingemauertes Rotsandsteinrelief des 12. Jh., aus zwei nicht zusammengehörigen Stücken bestehend: Kopf eines Heiligen; Christus auf der Eselin; Gottvater mit dem Einhorn. Die ikonographische Idee nicht recht verständlich. — Neumanns Risse für das Klostergebäude kamen nicht zur Ausführung. Das Vorhandene unbedeutend. Eingemauerte Reste des sprom. Kreuzgangs.
HOLZZELLE. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Benedikt.-Nonnen-Klst. Dürftige Reste. Eine ältere Zeichnung der Ruine zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Türme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch. (ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf welche jedoch der Chor nicht hinweist). [Ein figurenreiches, nach der flüchtigen Abb. zu urteilen, bedeutendes Tympanon jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.]
HOMBERG. RB Cassel Kr. Homberg. Pfarr-K. S. Maria. Beg. 1340, Turm 1374 von Heinrich v. Hesserode (Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen, Chor 1sch. 3 Joche [pg 194] und 5/8 Schluß. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten. Gwbb. der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Maßwerk und Gewände reich gegliedert. Der mächtige WTurm in sehr reinen Formen. Stattliches WPortal.
Marktbrunnen. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der Passion wohl von einem Stationsweg.
Got. Häuser hinter der Kirche und Gasthaus Krone.
Stadtmauer mit Türmen.
HOMBURG A. MAIN. UFranken BA Marktheidenfeld.
Ehem. Schloß. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. — In der Burkhardusgrotte (im Schloßberg) guter Altar von 1613 mit Figuren und Reliefs aus Alabaster, in der Art des M. Kern.
HOMBURG a. d. Wern. UFranken BA Gemünden.
Burgruine. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll gelegen. Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei Teile, die Hauptburg, die im Bering und in einigen Bauteilen auf das 12. Jh. zurückgeht. Durch Halsgraben geschieden von der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit Kapelle, Wirtschaftsbauten und starker, von großen Mauertürmen bewehrter Ringmauer.
HOPFERSTADT. UFranken BA Ochsenfurt.
Dorf-K. spgot. — Guter Ölberg um 1500. — An der Auber Straße bmkw. Bildstock A. 15. Jh.
HÖRNITZ (ALT-). K. Sachsen AH Zittau.
Schloß 1651 vom Zittauer Meister Valentin. Die Giebel der rck. Anlage mit dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert.
HÖRNITZ (NEU-).
Schloß 1751, gutes Beispiel dafür, wie bei äußerster Beschränkung der dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle Wirkung erreicht werden konnte (jetzt Brauerei).
HÖRSELGAU. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
Dorf-K. 18. Jh. Altarwerk A. 16. Jh. mit ungewöhnlich großen, nicht üblen Figg.
HÖRSTEIN. UFranken BA Alzenau.
Pfarr-K. Schiff rom., Chor got.
HOSTERWITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.
Dorf-K. schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. — Altar um 1580 in der Art des Hans Walther, später umgearbeitet; Denkmäler 1641, 1788.
HUBERTUSBURG. K. Sachsen AH Oschatz.
Jagdschloß. Seit 1721 für den Kurprinzen Friedrich August von J. Ch. Naumann, fast ganz neu gebaut 1743-51 von Joh. Chr. Knöfel, eine Hauptleistung der Dresdener Schule. [pg 195] Sehr großräumige Anlage inmitten weiter Forsten. Zuerst in Triklinienform 55 : 80 m. Der Hauptflügel durch einen kräftigen polygonalen Mittelbau mit turmartigem Aufsatz, die Seitenflügel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten Zeit stammen auch einige Nebengebäude. Der Umbau verlängerte die Seitenflügel und schloß das Ganze zu einem großen Viereck von 97,5 : 80,5 m ab. Das Äußere blieb einfach in der Behandlung; die innere Ausstattung, an der Matielli, Knöffler, Dieterici und Oeser teilnahmen, ist großenteils zerstört; eine Ausnahme macht der westl. Ecksaal und die Kapelle; letztere in einfachen Architekturformen, aber durch die durchgehende Verwendung von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die Plastik des Hochaltars von Matielli dürfte dessen Kunst in ihrem Höhepunkt darstellen; die Gemälde der Seitenaltäre von Silvestre; die reizende plastische Dekoration der Eingangsnische mit dem Weihwasserbecken wohl von Knöffler.
HÜLFENSBERG. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Wallfahrts-K. Spgot. Hallenkirche, roh und dürftig, neuerdings ausgebaut. Der Crucifixus (»Hülfenskreuz«) gilt für Arbeit des 12. Jh.; vielleicht eher archaistische Nachahmung.
HUMMELSHAIN. Sachsen-Altenburg LA Roda.
Dorf-K. Schnitzaltar aus der Saalfelder Schule.
HÜMPFERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Kirche got. 1603, rest. 1725 und 1826. Schule 1623.
HÜNFELD. RB Cassel Kr. Hünfeld.
Protest. K. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig vom ma. Bau übrig gelassen.
Kathol. K. Spätestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. — Taufstein 1495.
Ringmauern gut erhalten.
HUTSBERG. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Burgruine. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze. An der Ringmauer Reste des Wehrganges.
HÜTTENGESÄSS. RB Cassel Kr. Hanau.
Dorf-K. mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597.