K und C
CABARZ. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
Dorf-K. 1670. Mit hübscher Kanzel.
KADITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.
Dorf-K. um 1500. — Altar 1756 von F. G. Knöfel.
KAHLA. Sachsen-Altenburg LA Roda.
Stadt-K. Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller Chor. Die Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert (vgl. Jena). In der Sakristei Reste von Schnitzaltären. — Steinfigg. von einer Ölberggruppe um 1500. — Reste von Stadtbefestigung. — Leuchtenburg, 3/4 Stunden östl. auf hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem Bergfried des 12. Jh., Geschütztürme 16. Jh. Alles andere rettungslos verrestauriert (Burghotel).
KÄLBERAU. UFranken BA Alzenau.
Wallfahrts-K. got.
CALBITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von David Schatz, eigentümlich der geschweifte Gr. des Altarhauses. Reiche Barockausstattung.
KALBSRIETH. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. 18. Jh. — Guter spgot. Schnitzaltar.
CALDERN. RB Cassel Kr. Marburg.
Pfarr-K. 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt. Der Bau um weniges älter. Schlichter spätestrom. Gwb.Bau. Hauptsch. mit 3 rippenlosen spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes Ssch.
CALLENBERG. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Unterschloß. 8eck. Turm, dessen untere Hälfte im 15. und 16. Jh., dessen obere Hälfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau 1857 im engl.-gotischen Stil vollständig umgestaltet.
Oberschloß. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll. Von dem damals geplanten, sehr umfangreichen Schloßbau des Herzogs Johann Casimir ist nur die Schloß-K. erhalten, bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche in got. renss. Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewölbe. Emporen auf Kreuzgewölben. Reich geschnitzte Holztür von 1639 auf der Empore. Rest. 1845 und 1882. — Die farbigen Glasfenster aus alten und neuen Teilen gemischt. — Steinkanzel und Taufstein mit kopiösem Schmuck in originellem Frühbarock. — Der anstoßende Wohnbau 1831, 1882.
KALTENBORN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Augustiner-Chorherrenstift. Wenige Ornamentreste der rom. K.
KALTENLENGSFELD. Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.
Kirche. Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal von 1721.
KALTENNORDHEIM. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Martinsburg. Das »alte Schloß« Ruine, das »neue Schloß« 1752-54 schlichter Bau für die Behörden.
KALTENSUNDHEIM. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Kirche auf dem stark befestigten Hügel der untergegangenen Wolframsburg. Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest. 1604. Turm über dem Chor. — Fachwerkhäuser 17. und 18. Jh.
KALTENWESTHEIM. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Dorf-K. auf befestigtem Hügel. Die jetzige K. 1799. Auf der flachen Bretterdecke großes Gemälde der Himmelfahrt.
Burgruine. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten.
CAMBURG. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
Stadt-K. Der vortretende WTurm Überrest der rom. Anlage, sonst spgot. Hallenkirche mit Veränderungen 1703.
S. Cyriacus (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen rom. Pfl.Basilika.
Burgruine. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh.
KAMENZ. K. Sachsen Amtshauptstadt.
Haupt-K. Die Zeit des ersten Baues ungewiß, Wiederherstellung nach Brand im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch. Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff erweitert, gestreckter 1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das Langhaus aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet sind, daß je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefaßt werden. Der Turm springt in die NWEcke ein. Steinerne spgot. Empore im W. — Mittelalterliche Einrichtung. Bmkw. Kreuzigungsgruppe (ehemals auf dem Triumphbogen), Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh., aber mit altertümelnden Zügen. Michaelisaltar 1498, im Schreine die Figur des Seelenwägers, Flügel bemalt. Hauptaltar um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein, je eine an den Flügeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in der Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespränge. Protestantische Einrichtung: Kanzel 1566. Holzemporen an den Langseiten 1675-1709. — Votivgemälde von einem Nachfolger Cranachs (wohl Wolf Krodel). Epitaph mit Jüngstem Gericht von Andr. Dreßler 1554. Sonstige Epitaphgemälde E. 16. und A. 17. Jh. Bildnisgrabsteine (v. Lüttichau, v. Nischwitz) [pg 202] aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617 u. a. m.
Kloster-K. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im Grundriß der Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel. Reste spätgot. Gestühls. Mehrere Schnitzaltäre von bmkw. guter Qualität aus dem 2. und 3. Jahrzehnt des 16. Jh.
Unbedeutende kapellenartige Bauten des späten Ma. sind die Katechismus-K. und die Just-K.
Von den älteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 vieles zerstört. Einige Renss.Tore. Adelshäuser der Bar.Zeit wie z. B. die jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen auf dem Markt 1570, in der Art Chr. Walthers.
KÄMMERZELL. RB Cassel Kr. Fulda.
Dorf-K. Geräumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. — Bilder aus der ehemal. Universität in Fulda.
CANITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. wesentlich 1697; auf rom. Grundlage.
Schloß. 1758, Trikliniengrundriß, die Flügel nach rückwärts. Der Hauptsaal hat schlichte Holztäfelung und gemalte Tapeten. Park in französischer Anlage.
KANNAWURF. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
Schloß. Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564.
CANNEWITZ. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. got. Prächtige Sandsteinkanzel A. 17. Jh., darunter kniender Ritter, wohl Wolf v. Starschedel.
KAPELLENDORF. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Ehem. Cistercienser-Nonnen-Kloster-K., gegr. 1235 mit Resten einer älteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut, und das Lhs. erhöht, neue Nonnenempore in Länge des alten Schiffs. Mehrere Grabsteine und Epitaphe, interessant das für den Markgrafen von Kirchberg und seine Frau von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann.
Burg (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. Palas 14. Jh. mit gesondertem Küchenbau, doppelter Mauerring, Türme 12.-16. Jh., Haupttor Renss.
KARBACH. UFranken BA Marktheidenfeld.
Pfarr-K. Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen) Seitenaltar gute Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung Riemenschneiders.
KARLBURG. UFranken BA Karlstadt.
Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fränkischen Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten.
Pfarr-K. spgot. und 17. Jh.
KARLSDORF. RB Cassel. Kr. Cassel-Land.
Dorf-K. (französ. Kolonie). 1704 von Paul Du Ry.
CARLSFELD. K. Sachsen AH Schwarzenberg.
Dreifaltigkeits-K. 1684-88, von Hans Georg Roth, angeblich nach, dem Plan eines Italieners (?). Für Sachsen älteste Vorform des später von George Bähr gepflegten Typus von Zentralbauten; Gr. quadr. mit abgestutzten Ecken, durch Anbauten im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit Treppen für die Emporen) in 8 Eck verwandelt. Kanzel über dem Altar. — Die virtuos geschnitzten Altarfiguren italienischen Stils vielleicht von Andreas Petzold.
KARLSFRIED. K. Sachsen AH Zittau.
Burg. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt. Die Ruine läßt wenig mehr als den Gr. erkennen.
KARLSTADT. UFranken BAmtsstadt.
Pfarr-K. Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler Umbau einer sprom. Basilika, von welcher erhalten: der WTurm ganz, die unteren Teile der Umfassungsmauern des Lhs., die Vierungspfll. und die alte Sakristei. Im letzten Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8 Schluß (wohl von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach), das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kämpferlosen Pfll. und Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne Querempore. Das hohe Dach verdeckt die OSeite des schönen rom. Turms. — 1614 dekorative Bemalung von W. Ritterlein (vgl. Buchold). Spgot. Wandgemälde im Chor und Qsch. (sehr rest.). Zierliche Steinkanzel mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt Riemenschneiders. In der Rienecker-Kap. großer steinerner Salvator 2. H. 14. Jh. Vortreffliche Holzfig. des hl. Nikolaus von Riemenschneider. Am Turm interessante Steinstatue, S. Georg zu Pferde, um 1520. — Zahlreiche Grabdenkmäler: hervorzuheben die Bildnissteine der Vögte von Rieneck, aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp † 1550 von Peter Dell d. J. Im südl. Qsch. Denkmal für Friedrich v. Hutten 1727. — In der Sakristei: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende Arbeit von Ph. H. Drentwett in Augsburg 1710, Maria immaculata, Silber, von J. M. Maurer in Augsburg 1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739. — 2 Glocken 14. Jh., eine 1502.
Spital-K. 15. Jh., flachgedeckt. — Altäre einheitlich 1689.
Rathaus 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel. Bmkw. Einrichtung aus fr. 17. Jh.
Zahlreiche gute Fachwerkhäuser: ältestes no 82 von 1449; [pg 204] no 341 Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345 guter Bar.-Bau von 1721.
Bezirksamt. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau.
Stadtmauern und Türme, 14. Jh., großenteils erhalten.
Über der Stadt die Karlsburg (Ruine). Die erste Gründung wird auf den Frankenkönig Karl Martell zurückgeführt. Seit ca. 1080 Besitz der Bischöfe von Würzburg. Aus karoling. Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des Berings und der Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische sehr schöne Madonna, Holz, um 1490.
CARTHAUSE. RB Cassel Kr. Melsungen.
Ehem. Kloster-K. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten. A. 13. Jh. An den Fenstergewänden Säulchen mit Blattwerk.
KASENDORF. OFranken BA Kulmbach.
Pfarr-K. 1492, Veränderungen 17. Jh. — Lhs. flachgedecktes Rck., netzgewölbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluß. Glasgemälde 1486. Ikon. Grabstein 1560 bez. FH, ein anderer 1688. Gemälde des 17. Jh. mit interessanter Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem Augsburger Reichstag 1530. Altar 1662.
CASSEL. Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.
Brüder-K. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. 1331, Sch. voll. 1376. — Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, gewölbt, im Hauptschiff 8 Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck. Über dem Choranfang schlanker 6eck. Dachreiter. — Relief vom Tympanon des NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. — Epitaphe mit Relieffigg. aus 16. Jh.
Stifts-K. S. Martin. Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach Einsturz neue Weihe 1462. — Große Hallenkirche mit gestrecktem 5/8 Chor und 2 WTürmen. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit einem Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche Schiffsbreite hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel geführt. An den Schlußsteinen des Chors Apostelbilder. Gegen die festlich reiche Wirkung des Innern fällt das Äußere ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet, zum Schluß in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen, der NTurm ebenso ausgebaut. — Im Chor Marmorgrab Philipps des Großmütigen † 1567 und seiner Gemahlin von Elias Godefroy (Gottfro) aus Cambray (Kämerich) † 1569, vollendet 1570 von seinem Schüler Adam Beaumont; davor im Fußboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und Allegorien. Epitaphe der Landgräfin Christine mit Bronzerelief [pg 205] von Phil. Soldan 1550, des Prinzen Philipp 1619. In der Gruft Särge der landgräflichen Familie. — Orgel 1600 von Hans Scherer.
Luther-K. am Graben 1734 von G. Ghezzi. Einfacher, turmloser Saalbau in Straßenflucht. Ölgemälde von J. G. Tischbein.
Oberneustädter (französische) K. 1698-1706 vom Hugenotten Paul Du Ry. Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrönt von einer schweren Laterne, die Formen innen und außen die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein profilierten toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule nicht verkennen wird. Erhöhung durch die oberen Emporen 1874. Graumarmordenkmal des Grafen v. Broglie, gefallen 1758.
Kathol. K. 1770-1776 von Simon Louis Du Ry. Da den Katholiken damals nicht das Recht freier Religionsübung zustand, erhielt die in fortlaufender Straßenflucht stehende Fassade das Aussehen eines, zwar stattlichen, Privathauses. Reicher, wenn auch in klassizistischer Simplizität, das Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer Umgang. Die Flächen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiß, von Gérin. Spgot. Altarflügel angeblich aus Hersfeld. Ölbilder von L. Cranach und J.H. Tischbein. Bronzene Standleuchter 1626.
Hof- und Garnison-K. 1757-1770. Saalbau.
Unterneustädter K. 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel und Laterne in der Mitte der flachen Decke.
Bettenhäuser K. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube.
Hospital S. Elisabeth mit K. Gegr. 1383, erneuert 1587. Sandsteinstatue der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. Nische.
Renthof. Einfacher großer Renss.Bau 1581-1618. Mehrere reich durchgebildete Portale und ein Brunnen mit sitzender Statue in römischer Feldherrntracht. Im Innern spärliche Reste alter Bemalung.
Marstall, voll. 1585. Vierflügelanlage mit Volutengiebel. Treppentürme in den Ecken des Binnenhofes.
Zeughaus 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen Stellen reiche Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766.
Druselturm und Zwehrenturm, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. 1415 angelegten Stadtbefestigung.
Sog. Kunsthaus, ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 für Ldgrf. Moritz den Gelehrten, umgebaut 1696 von Paul Du Ry.
Orangerieschloß 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung [pg 206] des malerisch empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden Gebäudes französisch. Architekt Paul Du Ry (nicht sicher). Der innere Ausbau erst 1730 voll. In der Mitte Apollosaal mit stuckierten Wänden. Vom einstigen Statuenschmuck vieles zerstört. In einem anschließenden Pavillon das Marmorbad 1720-28 mit den ihrer Zeit berühmten Skulpturen von Pierre Monot. Als Gegenstück das Küchenschloß 1765. Unterhalb der Orangerie breitet sich der großartige Augarten aus, entworfen von Le Notre, E. 18. Jh. anglisiert.
Alte Gemäldegalerie. 1751 von Charles Du Ry.
Garde du Corps-Kaserne. 1768 von S. L. Du Ry.
Museum Fridericianum (Bibliothek). 1769-79 von S. L. Du Ry, klassizistisch in besonders strenger und trockener, an englische Bauten dieser Richtung erinnernder Auffassung; lang gestreckt in 19 Achsen; einzige Pilasterordnung, jonisch, mit untergeordneter Behandlung der in 2 Geschossen angeordneten Fenster, oberer Abschluß durch Balustrade mit Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront.
Au-Tor. 1782 von S. L. Du Ry, die 2 Wachthäuser abgebrochen. Der Triumphbogen (1824 von Bromeis) auf den Platz vor dem Regierungsgebäude versetzt.
Privathäuser. Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher Menge, einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen gebracht. Eines der ältesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 ao. 1557; Brüderstr. 2 ao. 1597; Oberste Gasse 17 ao. 1651. Am steinernen Erdgeschoß des Hauses Brink 8 hübsches Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des 17. Jh. mit Diamantquadereinfassung der Fenster. Von Charles Du Ry das Haus Theodor Landré Ecke Karls- und Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch das Haus am Friedrichsplatz gegenüber dem Theater und eine fast mit dem Asamhaus in München wetteifernde Stuckfassade Königsplatz 55. Das Haus des Ministers v. Jungken Ecke Friedrichsplatz und Königsstr. (jetzt k. Schloß) bmkw. als erstes rein klassizistisches Werk S. L. Du Rys beg. 1767 (durch Anbau 1821 erweitert und als kurfürstliches Palais eingerichtet). Von demselben 1773 das v. Waitzsche Haus, 1775 das französische Rathaus. Zahlreiche Bauten in gräzisierendem Klassizismus aus der Zeit Jérômes.
CASTELL. UFranken BA Gerolzhofen.
Oberes und unteres Schloß; jenes die Stammburg der jetzigen Fürsten Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und Reste eines Renss.Baus auf dem Burgberg erhalten. Jetziges Schloß spätbarock.
Pfarr- und Schloß-K. 1780 in kühl elegantem Frühklassizismus. Große umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer Kanzelaltar in Alabaster (sog. Castellscher Marmor). In der Anordnung des WTurmes Nachklang des Neumannschen Kirchentypus.
KATHARINENBERG b. Wunsiedel, OFranken.
Ehem. Wallfahrts-K. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten.
KAUERN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Herrenhaus; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau 1701 ff.; in der Kapelle ein Reisealtärchen aus Elfenbein, gute französische Arbeit des 14. Jh.
KAUFUNGEN. K. Sachsen AH Rochlitz.
Dorf-K. Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr. Apsis.
KAUFUNGEN. Kr. Cassel-Land.
Ehem. Nonnen-Klst.-K. Gegr. 1017 von Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs II. auf einem Königshof. Gew. 1025. Unter den sprom. und spgot. Veränderungen hat sich vom Stiftungsbau so viel erhalten, daß die Rekonstruktion, wo nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten gesichert ist. Die frühe Entstehungszeit macht den Bau besonders interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L. 56 (eventuell 60 m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme nicht das volle Maß der Vierung haben, so ist das wohl nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist die unterquadr. Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau dieselben Maße kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der Hauptchor eine Apsis hatte, ist ungewiß; höher die Nebenapsis am nördl. Kreuzarme. Die sehr hohe Öffnung bezeichnend für Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg, Hersfeld u. a. m.). Eine Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden des Lhs. läßt sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die Stützen waren Pfll. Durch die jüngste Untersuchung (Holtmeyer) ist wahrscheinlich gemacht, daß die Sschiffe, obgleich sie nicht breit sind (genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit einer Doppelarkade schlossen (vgl. S. Michael in Hildesheim). Sehr interessant wäre es, wenn es sich bestätigte, daß auch das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der Lettnereinrichtung jüngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In der Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit eingetretene Veränderungen mehreres unklar geworden. Das Erdgeschoß stand durch 3 Arkaden mit dem Msch. in Verbindung. Nach ihrer Zusetzung wurde die Eingangstür der Wwand überflüssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere Türen in der N- und SWand scheinen auf Nebenräume in der [pg 208] westl. Verlängerung der Sschiffe geführt zu haben, mit denen sie durch die oben erwähnten Doppelarkaden kommunizierten. Besser gesichert ist Gestalt und Bestimmung des 2. Turmgeschosses: es enthielt die Nonnenempore und öffnete sich gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse, das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen erinnert der WBau sehr an westfälische und niederrheinische Anlagen dieser Zeit, von denen es sich immerhin durch die westl. Eingangstür unterscheidet. Rätselhaft ist der verhältnismäßig große 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit dem übrigen Bau in keinem zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang. Holtmeyer erklärt ihn für älter als die K. und vermutet in ihm einen Überrest (Bergfried?) der Königspfalz. — Technische Ausführung von größter Einfachheit: Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale rechtwinklige Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag für die Türflügel. — Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13. Jh. kam nicht zur Vollendung; mit der Marburger Schule kein Zusammenhang, eher mit Westfalen. Am Chor wiederholte Änderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. — Reste der Ausstattung unerheblich. 2 spgot. Holzreliefs mit Heinrich und Kunigunde könnten zum Chorgestühl gehört haben. Grabsteine meist sehr beschädigt, gut der der Äbtissin Anna v. d. Borch 1521. — Stiftsgebäude. Zu modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage, ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das Inventar bejaht sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur stößt eine Kap. mit 1/2 Apsis, sicher rom., vielleicht noch etwas älter als die Klst.-K. (in den Quellen von einer S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen »Renterei« am WFlügel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines quadr. Raumes mit quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle. Auf Grund dieser Reste von Holtmeyer im Inventar eine interessante Idealrestauration der ganzen Pfalzanlage.
KAUSCHWITZ. K. Sachsen AH Plauen.
Dorf-K. 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten eines Weihers; hohes Kegeldach mit Gaupen und krönender Durchsicht; Treppenanbau in Fachwerk; das Ganze voll Seltsamkeit und malerischen Reizes.
CAVERTITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. — Reicher Altarbau 3teilig mit dominierenden großen Sandsteinreliefs; um 1580; angeblich von Aegidius de Bruigt (de Brugk). Reizvolle geschnitzte Kanzel um 1600. —
Mehrere bmkw. Denkmäler 16. und 18. Jh., besonders das der Esther v. Schleinitz 1584.
KEFFERHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet, Hauptaltar ähnlich dem zu Ershausen.
KEILA. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla.
Dorf-K. 1696, unbedeutend. — im Chor Gemälde (Kreuzigung) von Paul Keil aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz und Arnshaugk).
KELBRA. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Kirche des 1251 gegr. Cisterc.-Nonnen-Klst. Von einem älteren Bau der rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt, in der Spätgotik durch 1 Nebenschiff erweitert. Nach Brand 1607 stark restauriert.
KEMBERG. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
Stadt-K. Spgot. Ziegelrohbau. — Altartriptychon mit Gemälden von L. Cranach d. J. — Sakramentshaus, zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein, in der Art der gewöhnlich Adam Krafft zugerechneten fränkischen Arbeiten.
KENTZGAU. UFranken BA Haßfurt.
Dorf-K. 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung. — Reste des ehemaligen Wasserschlosses. — Überlebensgroße Kreuzigungsgruppe um 1620.
KERSBACH. OFranken BA Forchheim.
Pfarr-K. 1744 von Küchel, einem Schüler Neumanns.
KERPSLEBEN. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Große Dorf-K. 1720 mit WTurm von 1456. — Daran außen Relief, Kreuzigungsgruppe. — Pomphafter Kanzelbau 3geschossig, bis zur Decke aufsteigend.
KESSELSTADT. RB Cassel Kr. Hanau.
Schloß Philippsruhe 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau. Bedeutende Anlage mit Flügelgebäuden und Eckpavillons. Großer Park und Orangerie. Umbauten 1873.
KEUDELSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Ansehnliches Herrenhaus (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., Anlage im Winkelhaken, steinernes Erdgeschoß, 2 Obergeschosse in Fachwerk. Schöner Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte Zimmerdecken.
KEULA. Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben.
Dorf-K. 1662. — Über dem Altar großes anscheinend nicht wertloses Relief mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung 17. Jh.
KIESELBACH. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Dorf-K. Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh. verändert.
KIRCHAICH. UFranken BA Haßfurt.
Dorf-K. Sprom. E. 13. Jh., überarbeitet und neu ausgestattet A. 18. Jh. — Holzmadonna, gute ländliche Arbeit E. 15. Jh.
KIRCHBRACHT. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
Dorf-K. inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes Sch. und eingezogener Turmchor. Die spärlichen Details weisen auf E. 14. Jh.
KIRCHENEHRENBACH. OFranken BA Forchheim.
Pfarr-K. 1796. — Altarstatuen von B. Mutschelle aus Bamberg. — Grabmäler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594, 1595, eines bez. H. W. (Hans Werner).
KIRCHENLAMITZ. OFranken BA Wunsiedel.
Pfarr-K. erweitert 1596 durch Georg Zapf. Altar 1687.
Gottesacker-K. 1660. — Rathaus 1705.
KIRCHGANDERN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. (kath). Einheitlich 1686. Sehr prächtiger Hochaltar 1691.
KIRCHHAIN. RB Cassel Kreisstadt.
Stadt-K. (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche aus 2. H. 14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und später) sehr entstellt. — Zierlicher spgot. Taufstein.
KIRCHHASEL. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
Dorf-K. Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm gelehnt.
KIRCHHEIM. UFranken BA Würzburg.
Pfarr-K. Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur und Gipsaltäre einheitlich E. 18. Jh. von M. Bossi im Charakter Louis XVI.
Synagoge 17. Jh., interessant (ähnliche in Bechhofen, M.-Franken).
KIRCHLAUTER. UFranken BA Ebern.
Schloß. Bar.Anlage aus der Zeit des würzburgischen Fürstbischofs Joh. Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark artikulierte Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen Stuckdecken um 1720.
KIRCHOHMFELD. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Dorf-K. got., oberes Turmgeschoß und Dach mit Schnitzereien um 1670. — Epitaph Wintzingerode 1634, Sandstein mit aufgelegten Wappen und Inschriften in Bronze.
KIRCHSCHÖNBACH. UFranken BA Gerolzhofen.
Schloß der Grafen v. Schönborn. 2geschossiger Bar.Bau um 1700. Innen gute Stuckaturen. Inmitten eines prächtigen Parks.
KIRCHWORBIS. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Kap. S. Valentin. 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.
Fachwerkhäuser mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv des Eselsrückens an den Türstürzen, wie öfters auf dem Eichsfeld in dieser Zeit, konserviert.
KIRSCHKAU. Reuß j. L. LA Schleiz.
Dorf-K. 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und gleicharmigem Kreuz. Im Innern keine Teilungen. Außen mächtiger dorischer Fries auf desgl. Pilastern. Über dem nördl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube.
KISSINGEN. UFranken BAmtsstadt.
Alte Pfarr-K. Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender Empore von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig, in der Art des Materno Bossi.
Friedhofs-Kap. Chor von 1446. Lhs. 18. Jh.
Salinengebäude. Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh.
KITTLITZ. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. Großer Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem Gr. Sie, sowie das gegipste Holztonnengwb. in Formen akademischer Steinarchitektur. — [Guter spgot. Schnitzaltar im Museum zu Bautzen].
KITZINGEN. UFranken BAmtsstadt.
Pfarr-K. Joh. Bapt. Der unregelmäßig an der NSeite stehende Turm mit dem anschließenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt 1sch. Anlage voraus. Um 1416 Planänderung. 3sch. Hallenkirche. Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der NSeite nur in 5 Jochen (wegen des Turms). Eine für Franken seltene Anlage die Teilung des Ssch. durch eine überwölbte Empore, die sich auch an der WSeite fortsetzt; eingefügt 1487. Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. In allen Teilen Netzgwbb. in einheitlicher Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Länge 55 m. — Die Formen zeigen den Fortgang von der späten schulgerechten Hochgotik zur eigentlichen Spätgotik. Klare, elegante Raumverhältnisse. — Zugang zur Empore durch eine überdeckte Freitreppe, die in die Außenansicht einen asymmetrisch malerischen Zug bringt. Der turmlose WBau auf reiche ornamentale und figürliche Schmückung angelegt, wohl nie ganz vollendet und jetzt in starker Zersetzung. — Rest. 1885 und 1909. — Inneneinrichtung großenteils neugot. 1885. Ansehnlicher Sakramentsturm um 1470. Ziemlich reiches Chorgestühl nach 1450. Vornehme klassizistische Marmorkanzel von Materno Bossi 1793. An der Chorwand 4 Passionsreliefs, Holz, vom ehemaligen Hochaltar, aus der Zeit, aber nicht aus der Werkstatt Riemenschneiders. Flotte Alabasterreliefs um 1700. [pg 212] An der Sakristeitür schöne got. Beschläge. Familien-Epitaph des Wolf v. Crailsheim, 1556 von P. Dell d. J. — Hauptportal mit Altan an der NSeite, um 1400, am Tympanon Jüngstes Gericht. Am WPortal Marienkrönung gegen 1450. — Altargeräte 17. und 18. Jh., die besten Stücke von augsburgischen, einige von örtlichen Meistern.
Protestant. K., (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen, angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von Ant. Petrini. 1sch. flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener gewölbter 3/8 Chor mit seitl. Turm. Die Fensterarchitektur der SSeite und besonders die Fassade in schweren ernsten Barockformen. — Gute Altargeräte 17. Jh.
Kapuziner-K. 1652. Die Altäre gehören zu den besten dieser im allgemeinen wenig tätigen Zeit; eines mit Gemälde von Osw. Onghers 1679. Virtuoses lebensgroßes Kruzifix um 1650; ein zweites desgl. am Chorbg. und ein reich dekoriertes hl. Grab für Prozessionen, beide um 1700.
Hl. Kreuz-K. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von Balthasar Neumann 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches Kreuz mit leichten asymmetrischen Abweichungen am O- und WTurm. Der Vierungsraum dominiert; vor die konkav abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte Säulenpaare gestellt, von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar über ihren Kämpfern sitzende Kuppel wird von den Kappen der Kreuzarme angeschnitten. Die letzteren schließen im N und S gerade, im O und W werden sie durch Kreissegmente verlängert. Die geistreiche Raumdisposition, in der die Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert, nicht aufgehoben ist, würde noch bedeutender zur Wirkung kommen, wäre nicht die Lichtführung wenig glücklich (ein bei Neumann öfters vorkommender Mangel). Die Wand- und Freistützen in toskan. Ordnung. Die zweifellos beabsichtigt gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb. Die Ausstattung ist etwas ärmlich. Schöner Kronleuchter um 1750. — Schön und echt neumannisch das Herauswachsen des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade. Beachtung verdient die Friedhofsanlage (in SW der Stadt) von 1542.
Rathaus 1561-63 von Hans Eckhart von Schaffhausen. Eckbau. 3 Geschosse mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, die Abtreppung der Giebel mit Segmentstücken überbaut. Im Innern: Erdgeschoß große gewölbte 2schiffige Halle, Obergeschoß mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten Geschoß getäfelte Ratsstube.
Häuser. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen [pg 213] und Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Bären, Stuckdecken in fr. Rok. Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh.
Marktbrunnen mit S. Kilian 1. H. 18. Jh.
Mainbrücke aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fürstbischofs Joh. Phil. v. Schönborn) erneuert.
Befestigung. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege angelegt. In Resten erhalten, besonders der mächtige Marktturm. Vom äußeren Bering die Mainstrecke mit 8 Halbtürmen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe runde Falterturm 1469.
KLEINBARDORF. UFranken BA Königshofen.
Dorf-K. Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit hübscher Fassade. — Deckenbild von Joh. Peter Herrlein 1781.
Schloß. Renss.Bau 1589-90, überarbeitet im 17. Jh.
KLEINBAUTZEN. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn C. H. v. Nostitz gestiftete Einrichtung bietet im großen Kanzelaltar und dem Betstübchen höchst prächtige Holzschnitzwerke, noch im Charakter des FrBarock. Zahlreiche Grabdenkmäler der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf, v. Rechenberg, v. Nostitz.
KLEINEBERSDORF. Sachsen-Altenburg LA Roda.
Dorf-K. Sprom. Turmchor. — Spgot. Altarwerk.
KLEINFURRA. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
Dorf-K. OTurm über dem Altar; aus rom. Anlage.
KLEINGESTEWITZ. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
Dorf-K. Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage mit Chorturm und Apsis.
KLEINHEILIGKREUZ. RB Cassel Kr. Fulda.
Wallfahrts-K. erb. 1696 vom späteren Fürstabt v. Schleifras.
KLEINHERINGEN. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
Dorf-K. Neubau 1724. Recht tüchtiger Kanzelaltar aus gleicher Zeit. Interessantes Triumphkreuz bez. HF (vgl. Görschen).
KLEINHEUBACH. UFranken BA Miltenberg.
Schloß der Fürsten v. Löwenstein. Großer, nicht sehr geschmückter Bau in Trikliniengrundriß. Der gewöhnlich als Baumeister in Anspruch genommene Bamberger Joh. Dientzenhofer war hier wahrscheinlich nur Ausführer eines fremden Planes, und zwar des Darmstädter Hofbaumeisters de la Fosse.
KLEINLANGHEIM. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. 15. Jh., Turm (O) um 1300. — Grabsteine der Zolner 1574, 1577, 1584. — Friedhofsbefestigung 13.-14. Jh.
KLEINLAUCHSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Dorf-K. enthält interessante Reste einer 2geschossigen rom. Anlage von ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung.
KLEINOCHSENFURT. UFranken BA Ochsenfurt.
Dorf-K. im Kern rom., verändert A. 17. Jh. — Ansehnliche Altäre mit Wappen des Fürstbischofs v. Guttenberg (1684 bis 1698). — Wartturm am Main.
KLEINRINDERFELD. UFranken BA Würzburg.
Pfarr-K. 1740 B. Neumann wegen des übernommenen Risses moniert. Der Bau ausgeführt erst 1768. Doch könnte er auf Neumanns Riß zurückgehen. Die Anordnung des WTurms in seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. — Altäre, A. 18. Jh., aus der älteren K. herübergenommen. Kanzel gute Rok.Arbeit.
KLEINSCHIRMA. K. Sachsen AH Freiberg.
Dorf-K. Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des Zimmerwerks an Decke und Emporen, 16. Jh. — Sandsteinkanzel und Taufstein 1557. Altarwerk, geschnitzt von B. Diterich 1614.
KLEINSCHWABHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und später.
KLEINWERTHERN. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
Einfache Dorf-K. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs. Großes Sandsteinepitaph des Ph. v. Werthern 1588, die einzige bedeutendere derartige Arbeit in diesem Gebiet.
KLEINWOLMSDORF. K. Sachsen AH Dresden-N.
Dorf-K. Ursp. spgot. (netzgewölbter Chor), umgebaut 1689 und 1712. — Herrenhaus um 1720.
CLETZEN. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
Verbaute rom. Dorf-K. Spgot. Schnitzaltar.
KLINGA. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche Schöpfung des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck. Altarhaus mit 1/2kr. Apsis; einiges rom. Detail.
KLINGENBERG. K. Sachsen AH Dresden-A.
Dorf-K. einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der große Kanzelaltar. — Herrschaftshaus einheitlich 1682.
KLINGENBERG. UFranken BA Schweinfurt.
Schloß (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhöhe gelegen. Zwei Flügel, die durch einen schmalen Zwischenbau verbunden werden. Teilweise noch mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg neugebaut. Mit Mauern, Tor und Graben hoch umgeben.
KLINGENTAL. K. Sachsen AH Auerbach.
Pfarr-K. 1736. Zentrale Anlage in regelmäßigem 8Eck (vgl. Carlsfeld, Schmiedeberg und Loschwitz).
KLIX. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. neu. Auf dem Altar Sandsteintafel, 3 Streifen mit Kreuzigung, Auferstehung und Jüngstem Gericht, Gedränge kleiner Figuren, um 1580 in der Art des Chr. Walther. Kanzel 1702. Zahlreiche Grabdenkmäler der Familien v. Nostitz und Faber, am anspruchsvollsten das große Wandgrab des Ch. F. v. Gersdorf 1725.
CLÖDEN. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
Dorf-K. Sprom. Backsteinbau.
KLOSTERLAUSNITZ. Sachsen-Altenburg LA Roda.
Kirche beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im 16. Jh. Lhs. und Türme abgetragen und der OBau stark verändert. 1863 ff. nach den Plänen von v. Quast rekonstruiert, die formierten Teile unter Benutzung der in den Trümmern gefundenen Stücke und besonders nach Vorbild von Paulinzelle und Talbürgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher festgestellt?
KLÖSTERLEIN-ZELLE. K. Sachsen AH Schwarzenberg.
Cisterc.-Klst. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am OGiebel unter jüngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in Umrißzeichnung die h. Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt sind. Inschr. Martinus me fecit; der Stil weist auf 13. Jh.
KLOSTERRODE. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Ehem. Prämonstratenser-Klst., gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur ein gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. grätigen Kreuzgwbb.; kleine Nebenräume mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten Würfelkapitellen.
KLOSTERVEILSDORF. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
Ehem. Klst. Michaelisberg (Michelstein) gegr. 1189; rege Bautätigkeit A. 16. Jh. — Für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke aufgebraucht, so daß nur noch verstreute und verbaute Gebäudeteile erhalten sind.
KNAUTHAIN. K. Sachsen AH Leipzig.
Dorf-K. modern mit eingefügtem bmkw. rom. Portal. [Flügelaltar aus A. 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines großartigen Denkmals der Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil des Moritzdenkmals in Dresden. — Stattliches Schloß um 1700.
KNAUTNAUNDORF. K. Sachsen AH Leipzig.
Dorf-K. Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus A. 12. Jh., ähnlich der zu Groitzsch.
KNOBELSDORF. K. Sachsen AH Döbeln.
Dorf-K. Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein Portal von einfachem Aufbau, aber sorgfältiger, schöner Behandlung; merkwürdig der 1/4kreisförmige (anstatt rechtwinklige) Rücksprung für die Sll. Im übrigen stillos verbaut.
COBURG. Hauptstadt von Sachsen-Coburg.
Moritz-K. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh., mit erheblichen Veränderungen. Die reichen Schmuckformen der Strebepfll. und Fenster 1520 ff. von Konrad Krebs (vgl. Torgau). Das Innere 1701 barockisiert, geputzte Flachdecke auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen), die 2geschossigen Emporen der Ssch. durchschneiden die Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8 Schluß. Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Türme einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen (jetzt durch die Orgelbühne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen Reihungen und reichem skulptiertem Detail. Die Doppeltürme bauen sich in 5 niedrigen, durch Wasserschläge geteilten Geschossen schwerfällig auf; nur der linke (nördl.) trägt, durch 3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes, reich geschmücktes Oktogon; das oberste zurückspringende Mauergeschoß und der Bar.Helm A. 17. Jh. — Das Hauptportal ist mit glücklicher malerischer Wirkung dem WChor angegliedert; Statuen, einerseits Adam und Eva, andererseits Maria und Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den nördl. Strebepfll. nach 1520. — Mobilien 18. Jh. — Grabdenkmäler: am Schluß des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II. † 1595, ausgeführt bis 1605 von Nik. Bergner, einem thüringischen Meister (aus Rudolstadt?); der Sockel und das Hauptgeschoß nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal (entsprechend den Chorwänden), darauf 2 fortschreitend in der Höhe abnehmende Geschosse und Krönung (ganze H. 12 m). Zwischen der überaus reich geschmückten Rahmenarchitektur große Reliefbilder; auf dem Sockel die reichlich lebensgroßen knienden Freifigg. des Herzogs und seiner Familie. In Größe und Schmuckfülle auch von den Weimarer Grabmälern, die ihm am nächsten kommen, nicht erreicht. Die zugehörigen Bodenplatten jetzt an der Wand. — Heraldische Grabplatte, Bronze, für Joh. Ernst † 1553, gegossen in Nürnberg vom Büchsenmeister Bernh. Eberlein. — Ikon. Grabplatte, Bronze, für Joh. Casimir † 1633, handwerklich. — Bronzeteile von anderen Grabplatten. — Im Lhs. (Ssch.) ikon. Hochreliefplatte, Stein, des Ritters Albrecht v. Bach † 1441. — Viele Grabsteine an der Außenwand, verwittert. — Kelche und sonstige Altargeräte in größerer Zahl. Von eigenartiger Anlage und vorzüglicher Arbeit ein Hostienschrank von 1607.
Ehrenburg. Herzog Joh. Ernst beschloß 1540 die Übersiedlung von der Veste in die Stadt (vgl. den ähnlichen Vorgang in Landshut i. Baiern), Erbauung der neuen Residenz 1543-49 [pg 217] und Benutzung des ehem. Barfüßerklst. Erweiterungsbau unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister Bonallino. Nach schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40 Ausbau in neugot.-englischem Stil durch Rénier. — Die alte Anlage umschloß 3 große Höfe. Der Haupteingang war von der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel vorgenommen unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner Wirtschaftsgebäude und Ställe. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden die alten Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die doppelte Durchfahrt seines Mitteltrakts, so kommt man in den alten Vorderhof, der den Charakter der Renss. und des Bar. im wesentlichen bewahrt hat. Die Außenfronten an der Stein- und Rückertstr. einheitlich aus der Bauzeit 1543-49; 2geschossig; Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach Zwerchhäuser. Im Hof gehören dieser Bauzeit die Fronten im W und S mit mächtigem Treppenturm im Winkel. Die Front des OFlügels (»Altane«) 1626 in kräftigem italienischem Bar., jedoch mit gotisierenden Maßwerkbrüstungen; die obere Loggia später geschlossen. Der schöne Brunnen stark renss. Die Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. — Inneres: Die Räume des 16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten Gwbb. bewahrt, nicht mehr die Dekoration. Zu beachten vornehmlich die zu den prächtigsten ihrer Zeit gehörenden Bar.Räume nach 1690; die Künstler nicht bekannt; der Charakter der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in Gotha, Altenburg, Eisenberg und Großfahner. Der »Riesensaal«; 28 »Riesen«, von der Hüfte ab aus hermenartigen Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht hohe) Decke, die sie mit dem einen Arm stützen, während der andere jedesmal einen Bronzekandelaber hält. »Weißer Saal« ebenfalls reich stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke des »Gobelinzimmers« und des »Roten Zimmers«. Der Bibliothekssaal um 1730. Die Schloßkirche (gew. 1738) ist die glänzendste dieser Epoche in Thüringen; stilistisch noch unberührt vom Rokoko. In den nächsten 70 Jahren ruhte die Ausstattung. 1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner Zimmer in vorzüglicher klassizistischer Behandlung. — Deutsche Gemälde des 16. und 17. Jh., darunter 4 von L. Cranach d. Ä.
Justizgebäude am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien. Der Maler Peter Sengelaub, von dem die umfangreichen (verschwundenen) Fassadenmalereien herrührten, soll auch die Architektur entworfen haben. Gestrecktes, nach 3 Seiten freies Rck. in ausgeprägter Horizontalkomposition, [pg 218] darüber hohes Dach mit sehr reich behandelten Giebeln und Zwerchhäusern. Leider ist eine für die Abrundung der Komposition nötige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden: der vor den Verkaufsläden des Erdgeschosses sich hinziehende offene Säulengang, dessen Schieferdach bis dicht unter die Luken des Mezzanins reichte. Die glückliche Massenverteilung in Verbindung mit dem reichen plastischen Schmuck der Türme, Erker und Giebel (von Nik. Bergner) und der Bemalung der Wandflächen stellte den Bau in die Reihe der prächtigsten Bauten der Sprenss. in Thüringen. Das Innere 1896 gänzlich verändert.
Gymnasium Casimirianum. 1601 ff. von P. Sengelaub und Nik. Bergner. Die Anlage dem Regierungsgebäude ähnlich, jedoch nur 2geschossig, dadurch ohne Kontrastwirkung des Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der Dachregion, deren Zwerchhäuser die Zahl 6 und volle Geschoßhöhe erreichen. Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In den Details kommen noch Fr.Renss.-Formen (der venezianische Pilaster) und sogar einzelne got. vor (wie auch an Joh. Casimirs Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild des Gründers von Veit Dümpel 1628. Das Innere enthielt 3 große Auditorien (also ähnliche Grundsätze der Einteilung wie in der gleichzeitigen Universität in Helmstädt).
Zeughaus 1616-21 von P. Sengelaub. Der Formencharakter den beiden vorigen ähnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter (am Portal Rustikasäulen).
Rathaus 1577, im 18. und 19. Jh. stark verändert, die Fassade (1750) unbedeutend, früheste Rok.formen in Coburg. An der Ecke schöner Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm. Großer Saal mit geschnitzter Holzdecke. Fürstenporträts (Joh. Friedrich II. von Sengelaub).
Hofapotheke, Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil aus einem Bau des 16. Jh. adaptiert.
Wohnhäuser des 16.-18. Jh. in größerer Zahl und oft gut erhalten; namentlich ist Coburg eine Stadt schöner Erker. — Besterhaltenes Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591; ebenda no 4 sog. Kemnate (Trinkstube der fürstl. Beamten); Spitalgasse no 25 mit steinernen Hofarkaden. Zahlreiche Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse. Erker in der Judengasse, Spitalgasse und am Markt. — SpBarock: Gymnasiumsgasse no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda no 12 mit reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach vertreten (ganz hübsch Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher der Klassizismus. — Die einst zahlreichen Fachwerkhäuser [pg 219] zusammengeschmolzen oder durch Putz verdorben; von ihm kürzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627.
Brunnen Rückertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687.
Veste (166 m über der Stadt). Unter Otto III. als königliches Gut erwähnt, als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der Grafen von Henneberg (bis 1248 des Herzogs von Meran). 1353 durch Erbgang an das Haus Wettin, dem es verblieben ist. — 3 rom. Pfll. im Erdgeschoß des jetzigen »Fürstenbaues« sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte 1840 Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr zu kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte Doppelkap. ist verschwunden. Im heutigen Bestande der Veste ist nur weniges (das Zeughaus in den Außenmauern) älter als der Brand von 1500. Auf diesen folgte eine umfassende Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der bestimmende war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschloß. Der Plan von 1553 zeigt in Übereinstimmung mit dem heutigen Bestande eine doppelte Ringmauer mit Zwinger. Verstärkung der Außenwerke unter Johann Kasimir durch Gideon Bacher 1614 ff. Belagerung 1635. Ausbesserung und letzte Vollendung 1669-71. Die 1838 begonnene Restauration beeinflußte die bauliche Erscheinung stark, weshalb dem Beschauer Vorsicht zu empfehlen ist. — Die Ringmauern umschreiben, dem natürlichen Fels sich anschließend, ein ungefähres Oval von ungefähr 230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein imposantes Bar.Tor von 1671 (der Straßenzug, sowie der hinter dem Tor über der inneren Mauer sich erhebende Turm ist modern). Die beiden keilförmigen SBasteien mit ihren malerischen kleinen Auslugtürmen schon auf Abbildungen von 1625 und 1626. Die SFront hat übereinander 3 Verteidigungsgänge. Der Wehrgang des obersten, östl. vom »hohen Haus«, ist moderne Imitation. Der vom NWEingang ausgehende Tunnel um 1553. Der ihn schützende Rote Turm verschwunden. Die Bärenbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gefährdete OSpitze durch den großen runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier wird der Bergfried der ma. Burg vermutet. Die über ihr liegende »hohe Bastei« eine künstliche Aufschüttung nach dem 30jährigen Kriege. — Das Innere des Berings wird durch eine Quadermauer in 2 weiträumige Höfe ohne geschlossene Gebäudefolge zerlegt. a) der östl. Burghof. Das Hauptgebäude besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden Flügeln: »Hohe Kemenate« und »Fürstenbau«, der letztere auf den Grundmauern des rom. Palas, die spgot. Teile nach 1501, die in Fr.Renss.-Formen ausgeführten von Nik. Grohmann 1553-58; im wesentlichen jedoch die Fassade M. 19. Jh. [pg 220] Hinter der offenen Galerie 2 Räume mit wohlerhaltenen, z. T. reich geschnitzten hölzernen Decken. Der schöne Kachelofen aus A. 17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in München erworben. Im O. schließt sich die Kapelle an; durch öfteren Umbau, namentlich auch im 19. Jh., historisch entwertet; »Wiederherstellung« beabsichtigt. Der WFlügel (»Hohe Kemnate«) hat spgot. Mauerwerk und z. T. spgot. Fenster. Der alte Bankettsaal jetzt Waffensaal; die Türumrahmung neu, alt der eiserne Ofen mit Reliefplatten um 1480. Im selben Geschoß das sog. Lutherzimmer; die Erscheinung wesentlich neu, alt der eiserne Ofen, bez. 1548. (Das Zimmer, in dem Luther 1530 in Wirklichkeit gewohnt hat, ist ein anderes und vollständig verändert.) In den Zimmern des Obergeschosses ist Altes und Neues sehr gemischt; bmkw. das Rosettenzimmer mit spgot. Türgestell und renss. Kachelofen (wohl fremd). Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die Wandbekleidung mit Intarsia und Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg übergeführt; sie gehört zum Schönsten, was in dieser Art in Deutschland zu finden; die Vorlagen zu den Jagdszenen von Wolfgang Birkner; die Möbel verschiedenen Ursprunges, aus den Vorräten der Veste zusammengestellt. — b) der westl. Burghof. An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus (»hohes Haus«) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrstöckiger Giebelbau, von hübscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus Zink 1850); der Turm hat den ma. Charakter eingebüßt. Die Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um 1540. Im übrigen enthält der Hof schlichte Wirtschaftsgebäude. — Die Verlegung der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, daß die baukünstlerische Entwicklung der Veste über diese Zeitgrenze nicht fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im einzelnen ärgerlich und irreführend genug, für den summarischen Eindruck aber sind sie ziemlich unschädlich, und zumal die Außenansichten von unvergänglichem Reiz. Ein wertvoller Zuwachs die im 19. Jh. angelegten Kunstsammlungen, aus denen hervorzuheben: 2 Altarflügel, fränkisch, 1. H. 15. Jh., 12 Tafelbilder von Cranach und seiner Werkstatt; 7 Fürstenbilder von Jost Stettner M. 16. Jh.; zahlreiche Porträts aus 2. H. 16. und 17. Jh.; karolingischer Elfenbeindeckel aus Gandersheim; Sandsteinmadonna aus Königsberg A. 15. Jh.; Holzmadonna A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in Coburg; von einem ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von demselben Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von Veit Stoß (?) und zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh. Ausgezeichnete Möbel, Gläser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung, auch mit Miniaturen und Handzeichnungen.
KOHREN. K. Sachsen AH Borna.
Stadt-K. Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt überarbeitet; 1878 rest. — Altarwerk 1616, Holzaufbau mit bmkw. Gemälden.
Burg. 2 starke Rundtürme erhalten.
COLDITZ. K. Sachsen AH Grimma.
Gottesackerk. St. Nikolai. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tür. Denkmäler des 16.-18. Jh.
Stadt-K. 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsgeräte.
Rathaus 1540, Giebel 1650. — Wohnhäuser des 16. und 17. Jh. —
Schloß. Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert 1578-91 von Hans Irmisch unter Beibehaltung got. Teile. Später verwahrlost. Am besten erhalten die eingebaute Allerheiligen-Kap. mit Portal in prunkvoll derben Formen von 1584.
CÖLLEDA. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
Peter-Pauls-K. 1266 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Ursp. 3sch. Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine rundbg. Fenster, dagegen die Arkaden spitzbg.
Wiperti-K. Bmkw. großes Alabasterepitaph der Familie v. Werthern 1586.
KOLMDORF bei Bayreuth OFranken.
Schlößchen Karolinenruhe 1760.
KÖNIGSBERG I. FR. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Stadt-K. beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgroßer, mit Aufwand durchgeführter Bau; durch Brand im 30j. Kriege sehr beschädigt. (Rest. A. 20. Jh.) — Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen. Langchor von 2 Jochen und 5/8 Schluß. Im nordöstl. Winkel Turm, im südöstl. Sakristei. Der Chor war durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in Höhe der Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen. Außen die Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in diese eingeordneten Statuen nur die eine der Maria verschont; von den übrigen wenigstens die Konsolen mit Tragefiguren. Unter dem Mittelfenster Blende mit 3 Baldachinen, denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem Kaffgesims Spuren von Wandmalerei. Nächst der Sakristei Ölberg-Relief. — Mit dem Chor gruppiert sich der Turm, voll. 1446; davon erhalten, doch mit Beschädigung und Umarbeitung im einzelnen, die 4 ersten Geschosse; Friese, rundbg. mit Nasen besetzt, trennen sie; an den Ecken breite Lisenen und übereck gestellte Streben, ähnlich denen des Chors mit Statuenblenden und Baldachinen geschmückt. Das letzte Geschoß E. 17. Jh. — Viel stärker hat das Lhs. gelitten; das Innere E. 17. Jh. ganz erneuert; dürftig. — Die Ausstattung [pg 222] des Chors mit niedrigen Schranken, Lesepult und Kanzel sprenss. — Grabsteine 1593, 1675, 1676, 1682, 1703.
Gottesacker-K. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. — Unter den zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit, andere gegenständlich interessant.
Wohnhäuser. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733; reiche Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstümlichen Fachwerkbaues, sondern vom Steinbau beeinflußt.
KÖNIGSBRÜCK. K. Sachsen AH Kamenz.
Stadt-K. 1682 von Chr. Gottschick und G. J. Spieß. Prächtiger Altar 1692 mit leidlichen Gemälden. Interessantes Epitaph M. v. Schellendorf 1763, Holz, vergoldet. — Auf dem Friedhof charakteristische Gruftkapellen und Denkmäler des 18. Jh.
Die Wohnhausarchitektur bietet zahlreiche schlicht reizvolle Stücke aus 18. Jh.
KÖNIGSFELD. K. Sachsen AH Rochlitz.
Dorf-K. erneuert 1754. — Kostbarer Altarbau aus Marmor, Serpentin und Alabaster 1613.
Schloß, ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss.
KÖNIGSHAIN. K. Sachsen AH Zittau.
Kath. Pfarr-K. 1766 von J. J. Kuntz in Reichenberg, 1sch. Rck., gedeckt mit 2 böhmischen Kappen. Entlang der Längswände unter den Fenstern Emporen auf gewölbten Arkaden. — Hochaltar; über dem Tabernakel großes Rahmengemälde, von fliegenden Engeln getragen; bez. Phil. Leubner 1780. — Schöner Kelch E. 15. Jh.
KÖNIGSHOFEN im Grabfeld UFranken.
Pfarr-K. 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher Qualität. Quaderbau. Hallenkirche von 5 Jochen mit mäßig gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die Raumverhältnisse ungewöhnlich in die Breite gehend, zum Ausgleich das Msch. stark überhöht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale, leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung ist das Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der Juliuszeit; aus eben derselben das noch got. Oktogon des im SO stehenden Turmes, das mit einer welschen Haube übrigens recht gut ins Verhältnis gesetzt ist; kunstvolle 2läufige Schneckenstiege. — Das Relief des Jüngsten Gerichts im Bogenfeld des WPortals sehr ähnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. Mehrere Messingkronleuchter 17.-18. Jh. Überlebensgroße Madonna, Holz, um 1500. Andere spgot. Skulpturen in der Kapelle über der Sakristei. In letzterer frgot. Aquamanile (Pferdchen) und elegante Elfenbeingruppe der Kreuzigung, 18. Jh.
Rathaus ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung städtischer Altertümer.)
Wohnhäuser am Markt, bar. und rok., im Übergang zum thüringischen Typus.
Marktbrunnen, Schmiedeeisen, 16. Jh.
Befestigung (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem System, einige Bastionen erhalten.
KÖNIGSTEIN. K. Sachsen AH Pirna.
Stadt-K. 1810. — Festung. Die Anfänge gehen bis ins 12. Jh. Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang nach den Plänen des Nürnbergers P. Buchner 1591. Die Christiansburg 1589-91 von Buchner und Irmisch. Johannissaal (»Neues Zeughaus«) 1631. Die Friedrichsburg 1721 erweitert; ihr reicher innerer Schmuck durch Brand 1744 zerstört. Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (»Gardehaus«) 1598, beide von Buchner. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg, die Magdalenenburg und die Kommandantur, verändert nach Brand 1806. Bildnisse in großer Menge, u. a. J. R. v. Patkul und Chevalier de Saxe 1768 von A. Graff. Der 180 m tiefe Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von Joh. v. Bodt. Die Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh., vgl. Kämpfer; umgebaut 1515 und 1631. — Schönes Elfenbein-Kruzifix von Melchior Barthel um 1670.
KÖNIGSWALDE. K. Sachsen AH Zwickau.
Dorf-K. Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. — Spgot. Schnitzaltar.
KÖNIGSWARTHA. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. 17. Jh. mit got. Resten. — Adlige Grabdenkmäler in großer Menge.
Schloß erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz † 1796. Nüchterne Lisenenarchitektur. — Bildnisse des wenig bekannten aber vortrefflichen Malers Hagelganß 1755.
CÖNNERN. Pr. Sachsen Saalkreis.
Stadt-K. 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm im Kern rom. — Spgot. Taufkessel.
CONRADSBURG. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger Bau undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200. Qsch. und Lhs. fehlen (waren sie etwa überhaupt nicht zur Ausführung gekommen?). Der Chor nach dem Hirsauer Schema; die Nebenchöre kommunizieren mit dem Hauptchor durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen. Die abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den Fasen Rundstäbe, die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen. Die grätigen Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf [pg 224] Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors eingestürzt; als Ruine abgebildet bei Puttrich; jetzt notdürftig eingedeckt. In der wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und Säulen Prachtstücke blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte wechseln regellos mit spiralisch kannelierten.
CONSTAPPEL. K. Sachsen AH Meißen.
Dorf-K. (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der ältesten des Meißener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes Qsch., Chorquadrat (bei der Erweiterung 1884 die Schlußwand durchbrochen und im W ein Turm hinzugefügt). — Taufstein mit Reliefs 16. Jh. Altartafel, Beweinung, von einem nicht unbedeutenden Künstler aus der Nähe Cranachs. Lebensgroße Bildnisse Luthers und Melanchthons aus Cranachs Werkstatt.
CORBETHA. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Dorf-K. mit rck. WTurm im Übergangsstil.
KORBUSSEN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Dorf-K. Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verändert um 1500.
KORNBERG. RB Cassel Kr. Rotenburg.
Kirche des ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Ganz schmuckloser 1sch. got. Bau mit 8 (meist zerstörten) Kreuzgwbb., Chorschluß aus 8Eck, WEmpore über 2sch. Halle. — Zweistöckige Klostergebäude um einen Hof ohne Kreuzgang.
KOSELITZ. K. Sachsen AH Großenhain.
Dorf-K. Bmkw. Altargemälde von C. Roesler 1800.
KÖSSERN. K. Sachsen AH Grimma.
Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofjägermeister Dietrich v. Erdmannsdorf. In reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf von Pöppelmann; besonders stattlich der große Saal.
KÖSTRITZ. Reuß j. L. LA Gera.
Fürstl. Schloß 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage der klassizistischen Zeit; Tempelchen usw.
COSWIG. K. Sachsen AH Meißen.
Pfarr-K. 1sch. Saal mit 3/8 Schluß 1497, erhöht und mit Volutengiebeln versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemäldezyklus an der Empore und der flachen Decke. — Schnitzaltar E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh.
KÖTIZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Herrenhaus. M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von Samuel Locke; in der Ausstattung manches Hübsche.
KÖTZSCHENBRODA. K. Sachsen AH Dresden-N.
Pfarr-K. Netzgewölbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. — Altar 1638 von Zach. Hegewald, auseinandergenommen, von Interesse die Alabasterreliefs und Sandsteinstatuetten; [pg 225] Denkmäler 1675, 1738. — Im Dorf reizende renss. Brunneneinfassung mit Puttenrelief von Hans Walther (?).
KOTTMARSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und Löbauer Ratslogen) gleichzeitig.
KRAKAU. K. Sachsen AH Kamenz.
Dorf-K. Mehrere Ölgemälde 16. Jh. und gute Bildnisgrabsteine 17. Jh.
KRANICHFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
Stadt-K. 1496, 1sch. flachgedeckt, gewölbter polyg. Chor. Änderungen 1702. — Hübsches Gestühl 1520; Grabstein einer Gräfin Gleichen 1570.
Schloß (»Oberschloß«). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr stattliche Gruppe hat seither viel verloren. Der älteste Teil der sog. dicke Turm, aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches Quadrat, Kreuzrippengewölbe, Ecksäulen mit Würfelknäufen; die Außenwand mit fein profilierten Lisenen. — Sonst das Äußere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine Menge größerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. (allein an der SSeite ihrer 8). — Unterschloß mit umfänglichen ma. Resten, jetzt modernisiert.
KRANLUCKEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Dorf-K. (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750.
KRAUTHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Dorf-K. spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlängert. — Schloß 1710 einfach.
CRAWINKEL. Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
Dorf-K. im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).
KRAYENBURG. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Burg. Ausgedehnte, sehr zerstörte Anlage. Der Palas aus der Zeit der Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. der Wartburg verwendet.]
KREINITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Schloß seit 1776.
KREIPITZSCH. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
Schloß. 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm 1611 und die in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt mit Seitenpförtchen 1628.
KREUSSEN. OFranken BA Pegnitz.
Pfarr-K. Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot. Sakramentshäuschen. Großer Altar 1688. — An der SSeite 2stöckige got. Kapelle, jetzt Sakristei.
KREUZBERG. UFranken BA Neustadt a. S.
Franziskaner-Klst. 1681-95.
KREUZBURG. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Nikolai-K. Rom. Apsis 1215 in sehr großen Abmessungen; in 7 Nischen je 1 Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt abgebrannt, erneuert 1785. Hoher WTurm 1428.
Liborius-Kap. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen Diensten; Fenster und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen.
Friedhofs-Kap. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710 haben von den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor reich renss. 1624.
Got. Klst.-K. vor der Stadt, jetzt Scheune.
Wohnhäuser mit Renss.Portalen.
Stadtmauer aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit.
Schloß. Palas 1170, stark verändert. Ringmauer gut erhalten, Zinnenkranz und Spuren des Wehrgangs.
Werrabrücke 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223.
KREUZEBER. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß, Pilaster und Fenstereinfassungen in Sandstein.
KREUZWERTHEIM. UFranken BA Marktheidenfeld.
Pfarr-K. Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. Schnitzaltar ca. 1510-20.
Schloß der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb. 1736, unbedeutend und verrenoviert.
KRIEBSTEIN. K. Sachsen AH Döbeln.
Schloß. Die gut überlieferte Baugeschichte läßt 4 Abschnitte unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566 ausgebaut. An den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der Rüstkammer gut erhaltenes Wandgemälde um 1400.
CRIMMITSCHAU. K. Sachsen AH Zwickau.
Stadt-K. 1513. Einfach behandelter wohlräumiger Hallenbau von 15 : 22 m, geteilt in 5 Netzgewölbe; der unsymmetrisch anschließende rck. Chor mit NTurm aus 14. Jh. — Epitaph v. Schönberg 1597, reicher Säulenbau mit vielen Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der Schule Nossenis. Halbzerstörter Taufstein mit Reliefs, treffliche Arbeit aus 1. H. 17. Jh. — Mehrere schöne Kelche aus M. 15. und A. 16. Jh.
CRÖBERN. K. Sachsen AH Leipzig.
Dorf-K. 1750-55, stattlich. — Denkmäler der Familien v. Breitenbach und v. Seydewitz aus 16. Jh.
CROCK. Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen.
Pfarr-K. (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt nicht sehr verändert. — Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog. polyg. Chor. Vorspringender WTurm. Charakteristischer spätestgot. Taufstein 16. Jh.
CRÖLLWITZ. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Dorf-K. spgot., durch zierliches Maßwerk in den Fenstern, einen in dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend.
KRONACH. OFranken BAmtsstadt.
Stadt-K. Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden, interessant durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung. Chor 2 Joche und 5/8 Schluß, Kreuzgwbb. mit großen dekorierten Schlußsteinen, 1. H. 14. Jh. — Lhs. 5jochige Halle nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. — M. 16. Jh. Verlängerung nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal mit reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh. Bapt. 1540. — Ausstattung großenteils neu. In einer Seitenkap. Pietas M. 15. Jh. Grabdenkmal von 1580 von einem Nachfolger des Eichstädters Loy Hering. — In der Nähe (NO) zierliche 2stöckige Kap. 1512.
Rathaus. Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der Plassenburg.
Wohnhäuser in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh.
Brunnen mit S. Michael um 1650.
Stadtbefestigung des 16. Jh. großenteils erhalten. Entwürfe zu ihrer Modernisierung von Balth. Neumann 1741.
Veste Rosenberg, ehem. der Bischöfe von Bamberg. Gut erhaltene, für die Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage. In der Kernburg hoher 4eck. Buckelquader-Bergfried aus 13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer Stelle bez. 1487. Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3. Befestigungsgürtel 17. Jh. Kräftiges Rustikator 1662 ähnlich wie in Forchheim. (Kleines Museum zur Stadtgeschichte.)
KROSIGK. Pr. Sachsen Saalkreis.
Dorf-K., Ruine einer typischen rom. Anlage.
KRUKENBURG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
Burgruine. Bmkw. die 1126 gewölbte sehr hohe rom. Kap. In der Mitte kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser, ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck. Anbauten mit Tonnengwbb, schließen sich kreuzförmig an. Der got. Palas aus der Zeit des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in großen Teilen erhalten.
CRUMBACH. Kr. Cassel-Land.
Dorf-K. got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schluß. Interessant der runde WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom Kirchenschiff aus; an der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges.
KÜHNDORF. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
Dorf-K. Lhs. rck., schmälerer 5/8 Chor mit gutem Maßwerk [pg 228] 1323. — Kanzel 1630 mit schönen Intarsien. — Als Gattung bmkw. die bäuerlichen Epitaphien.
Schloß, früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau noch mittelalterl., Nebenturm renss.
KULM. Reuß j. L. LA Gera.
Dorf-K. gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs. mit quadr. Chor und 1/2kr. Apsis.
KULMBACH. OFranken BAmtsstadt.
Pfarr-K. Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439. Wohlräumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. Emporen und Gwbb. des Lhs. modern (1535 hölzerne Tonne), WTurm mit Maßwerkfriesen und Spitzhelm. — Imposanter Barockaltar mit flotten Skulpturen, am Sockel Porträtrelief des Markgrafen Christian (1603-55). Taufstein mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., vielleicht von Hans Werner von Bamberg. Grabsteine 17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v. Lainack. Glasgemälde ca. 1550. — Pfarrhaus 1730.
Spital-K. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom Hofbaudirektor Fr. Grael.
Friedhofs-Kap. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und 18. Jh., zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten.
Rentamt (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter und geschmückter Barockbau 1694. Zwei schöne Toranlagen.
Bezirksamt (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften Giebeln wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 Caspar Vischer.
Rathaus 16. Jh., Fassade 1752. — Einige Wohnhäuser der Renss.
Stadtbefestigung teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich rot angestrichen, und Pranger.
CUNEWALDE. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. 1780. Großer Saalbau mit Doppelemporen. — Kanzel 1656. Bmkw. Reste von spgot. Altarplastik. Zahlreiche Grabdenkmäler des 17. und 18. Jh.
KUNITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges Altargemälde.
Burgruine (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleißberg). Vom rom. Bau der Bergfried und die Südwand des Palas erhalten.
KÜNITZSCH. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. Einheitlich von 1706. — Zwölf Denkmäler 1608-1782.
KÜNSBERGK. UFranken BA Mellrichstadt.
Bedeutende Burgruine, z. T. rom.
KUPFERBERG. OFranken BA Stadtsteinach.
Stadt-K. 1280-1300. Frgot. Basilika mit großem Chorturm. — Ansehnliches Spitalgebäude mit Kirche, 1738-42, angeblich unter Einfluß von Balthasar Neumann (?).
KÜRBITZ. K. Sachsen AH Plauen.
Dorf-K. 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für diese dem Kirchenbau ungünstigste Zeit ein außerordentlich stattlicher Bau, dem protestantischen Kultus angepaßt. Der Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die Ssch. 2geschossig, Erdgeschoß 5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg. Altarhaus, im W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe (im ganzen 4) eingeschoben, äußerlich mit 3 Achteckseiten hervortretend. Auf der WEmpore die herrschaftliche Winterbetstube, ehemals reich und behaglich eingerichtet (erhalten ein Kamin von einfach vornehmen Formen, die als Hermen fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche Arbeiten). Die Formen außen und innen ernst und schlicht, mit manchen got. Nachklängen; z. B. die Fenster der unteren Reihe spitzbg., der oberen rundbg., aber mit Maßwerk. Aufwendiger nur das Hauptportal, Rustika mit toskan. Ordnung, übrigens von strengster Behandlung. — Altarwerk aus der Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500. — Kanzel bez. 1626; die tragende Mosesstatue sowie die Evangelisten der Brüstung, überraschend durch Formenreinheit im Sinne der Hochrenss., von derselben ausgezeichneten Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in äußerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von puritanischer Einfachheit und Trockenheit. — Familiengruft der Herren v. Feilitzsch mit Bildnisgrabsteinen von 1511 ab. In der Kirche Ölporträts derselben Familie aus 17. und 18. Jh. Vierflügeliger Altar um 1500 (schlecht rest.).
KÜRNACH. UFranken BA Würzburg.
Pfarr-K. 1723, vielleicht nach Angaben B. Neumanns. Eingezogener Chor mit 3seit. Kappenschluß, im N und S Sakristeien, Lhs. flachgedeckt, Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster mit reicher Hausteinumrahmung. — Im Dorf 4 Bildstöcke, einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr stattlich die große Freigruppe der Kreuzigung bei der Grießmühle, Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766.
CORSDORF. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Dorf-K. mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern.
KYFFHÄUSER. Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen.
Burgruine. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz Tilleda gegr. Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf [pg 230] höheres Alter (?). Von der sehr ausgedehnten Anlage fast nur noch die Grundmauern zu erkennen. — Die Kapelle von derselben einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser Gegend.