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LAAS. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff, eingezogener quadr. Chor und überwölbte Apsis; von rom. Kunstformen nichts erhalten,
LAMPERTSWALDE. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener Saal. — Denkmäler.
Schloß um 1690-1700.
LANDESWEHR bei Meiningen.
Burgruine. Von der 1525 zerstörten ma. Burg stammt der schräg am Boden liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch Pulver gesprengt. Die Steine der Burg wurden 1682 zum Bau der Elisabethenburg, des Residenzschlosses in Meiningen, verwendet.
LANDSBERG bei Meiningen.
Schloß des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40 von Döbner. Innen große Kunst- und Waffensammlung. 2 Öfen des 16. Jh, aus Saalfeld. Wertvoll 4 geschnitzte und gemalte thüringische Altäre E. 15. bis A. 16. Jh. Vertreten sind: Valentin Lendenstreich, der Meister der architektonischen Baldachine und der Meister des Neusitzer Altars.
LANDSBERG. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
Stadt-K. sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in gleicher Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geöffnet. Rom. Tympanon, S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Löwe.
Doppelkapelle der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus interessanteste Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. — Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2 gesonderten Geschossen, die durch eine Öffnung im Boden des oberen in Verbindung stehen. Jedes hat 3 grätig gewölbte Schiffe von gleicher Höhe. 2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke elegant dekorierte Säulen kontrastieren (Kapitelle interessante Weiterbildung des Königslutterer Typus); im W ein quer durchlaufender Gang, im O 3 durch beide Geschosse durchgehende Apsiden. Die enge Treppe liegt außerhalb der SWand und ist geraden Laufs. Das zweite Obergeschoß, als Wohnraum dienend, ist spätere Zutat. — Die 2 merkwürdigen Portale in Sachsen analogielos. Das größere in der Architekturform einfach, nur Rücksprung, aber die Leibungsfläche [pg 231] reich ornamentiert, an den Pfosten figürliche Reliefs, im Tympanon Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles sehr verwittert. Am kleineren giebelförmiger Sturz ohne Entlastungsbg. Schnitzaltar, um 1500.
LANGBURKERSDORF. K. Sachsen AH Pirna.
Schloß. Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem 8eckigen Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten 1749.
LANGENAUE. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
Dorf-K. rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und Portal; skulptiertes Tympanon, Christus im langen Rock am Kreuze stehend, zu Füßen die Weltkugel, oben Sonne und Mond in ornamentaler Stilisierung, neben ihm 2 Palmenbäume; höchst bäuerisch, wohl 12. Jh.
LANGENDORF. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. M. 13. Jh. Nach Brand 1505 whgest., 1873 rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke. Nonnenempore auf 3sch. Kreuzgewölbehalle.
LANGENHESSEN. K. Sachsen AH Zwickau.
Dorf-K. Triumphbg. und Chor sprom. — Großes spgot. Altarwerk von 1502 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, in den Gemälden Einfluß der fränkischen Schule.
LANGENLEUBA. K. Sachsen AH Rochlitz.
Dorf-K. rom., sehr verbaut; ein schönes Portal mit 2 Säulenpaaren 1841 zwecklos zerstört.
LANGENLEUBA. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Dorf-K. Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche Ausstattung im 18. Jh. — Vornehmes Grabmal für Joh. v. Kuntsch † 1714.
Schloß 1707, groß und ehemals prächtig, jetzt in Verfall.
LANGENNAUNDORF. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Dorf-K. 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne. Ausstattung fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung.
LANGENREINSDORF. K. Sachsen AH Zwickau.
Dorf-K. Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die westl. Vorhalle mit massivem Turm enthalten rom. Formen. — Schnitzaltar 1500.
LANGENSALZA. Pr. Sachsen Kreisstadt.
Bonifazius-K. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im 15. Jh. weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit hohem Dach und eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der Hauptachse und hat im Innern nur eine hölzerne Flachdecke. Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf kunstreichen Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert, [pg 232] von denen nur der nördl. ausgeführt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau erreicht die für dieses Gebiet ungewöhnliche Höhe von 81 m. Das große WPortal hat seinen plastischen Schmuck im Bauernkriege verloren; es waren am Gewände 12 Statuen in zwei Rängen und 2×3×4 Statuetten an den Bogenläufen; das von einem Mittelpfosten getragene Tympanon enthält (ziemlich unversehrt) in 3 Reliefstreifen das Jüngste Gericht, Kompositionsschema von S. Lorenz in Nürnberg; von einem fränkischen Künstler (?) am Pfosten ein Opferstock. Um einiges einfacher das nördl. Seitenportal, im Tympanon Kreuzigung. — Das Obergeschoß über der Sakristei hat eine bmkw. bemalte Bretterdecke aus A. 16. Jh.
Stephans-K. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht im Stadtbrande von 1506 zerstört. Die dürftige Herstellung gab nur Bretterdecken und erhöhte das Msch., welches schlichte Stichbogenfenster erhielt. Reichere Bauformen enthält nur die gerettete Außenansicht der Sschiffe. Sie sind mit einer Maßwerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln, zwischen denen die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrönt. Die Fenster des Maßwerks beraubt. An der SSeite großes, lebhaft gegliedertes Portal. Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm scheint im Unterbau aus einer älteren Anlage zu stammen; der Oberbau neugot. 1860. — Unter den Grabsteinen sind die ältesten die des Dietrich v. Salza † 1308 und Günther v. Salza † 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschädigt.
Augustiner-K. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches Rechteck; abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke erhalten.
Rathaus 1742. — Marktbrunnen 1582. — Zahlreiche Reste der Stadtbefestigung.
LANGENSELBOLD. RB Cassel Kr. Hanau.
Dorf-K. des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten.
Schloß des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters. Im Garten Grabstein eines Abtes aus 15. Jh.
LANGENSTEIN. RB Cassel Kr. Kirchhain.
Dorf-K. Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor hat Netzgwb. mit doppeltem Rippensystem, das untere frei schwebend.
LANGEWIESEN. Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren.
Stadt-K. 1675.
LANGHEIM. OFranken BA Lichtenfels.
Cistercienser-Klst., gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des Konventshauses 1730 ff., Brand 1802, Säkularisierung 1803, [pg 233] darauf Abtragung der Ruinen. Erhalten hat sich: eine Kap. vor dem Klostertor und ein Flügel des Konventsbaues (jetzt Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6 Kreuzgwbb., deren Kämpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungefähr wie im Refektorium zu Heilsbronn), der Schluß 5rippig über 1/2kreisförmigem Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte, platt geschlossene Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die Klosterbauten wetteiferten in Größe und Opulenz mit denen von Ebrach. Der erhaltene Flügel trägt am Giebel die Zahl 1792, die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.; wahrscheinlich von Balth. Neumann; Pläne desselben für Langheim in der Sammlung Eckart in Würzburg.
LANGHENNERSDORF. K. Sachsen AH Freiberg.
Dorf-K. 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. Glasgemälde.
LANGULA. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
Dorf-K. modern, reich geschmückter spgot. Taufstein.
LAUB. UFranken BA Gerolzhofen.
Dorf-K. Bedeutende überlebensgroße Sandsteinmadonna, stilistisch der Madonna im Würzburger Dom nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der Konsole datierbar auf ca. 1320.
LAUCHA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Stadt-K. 1479-96. Großer einheitlicher Bau, flachgedeckter Saal, aber vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern und ringsum Strebepfll. WTurm über nach S und W offener Halle.
Rathaus. Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. — Stadtbefestigung teilweise erhalten, am besten das Obertor.
LAUCHRÖDEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Dorf-K. A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte der Gegend im W. Emporen und hölzernes Tonnengwb. — [Schnitzaltar jetzt in der Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln 18.Jh. — Kemenate der v. Rotenhan mit Inschr. 1562, 1575. Hübsches Hoftor. Kamin.
LAUCHSTÄDT. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit, als L. zu E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter Mitwirkung Goethes 1802 errichtete Sommertheater jetzt geschickt wiederhergestellt.
LAUDENBACH. UFranken BA Karlstadt.
Dorf, Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe am hohen Mainufer.
Pfarr-K. Charakteristischer Juliusbau von 1613.
Burg. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch, im Bauernkrieg zerstört. 2 rom. Bergfriede, in z. T. kolossalen Quadern (1,50 m l., 0,50 m h.). — Nettes Schloß im Dorf einfach renss.
LAUENSTEIN. OFranken BA Teuschnitz.
Burg. Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstörung 1290, der Stumpf des Bergfrieds in ährenförmigem Verband und Teile der Ringmauer und die Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog. Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N) 1551 bis 1554, von dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit Rippengwbb., Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in der Kap. Fresken.
LAUENSTEIN. K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
Stadt-K. Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594 erneuert, System ähnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. Elementen. Altarbau aus Sandstein, zugleich als Epit. des Rudolf v. Bünau † 1609 und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz † 1591; großartiges, in 3 Stockwerken staffelförmig sich verengendes Gerüst von starken Sll., zwischen denen Reliefbilder; auf den Absätzen Freifiguren, zuunterst der kniende Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk stilistisch aus niederländischen und italienischen Elementen gemischt, gehört zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in Deutschland. — Von demselben Künstler die große Moseskanzel und der Taufstein; Mäßigung der Architekturformen, Übergewicht der figürlichen Plastik. — Bünaukapelle (Erbbegräbnis) beg. 1609 von Lorentz Hornung, einem aus der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in Pirna. Hauptstücke das Portal und das Epit. von 9 m H. und 5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von Alabaster, Achat und Jaspis; sonst Verzicht auf Färbung und Vergoldung; virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein Fortwirken jener niederländischen Tradition, deren bedeutendstes Beispiel das Grabmal des Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist.
Burg. Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere Erneuerung und Ausschmückung durch Günther v. Bünau aus Bruchstücken zu ahnen.
LAUSA. K. Sachsen AH Dresden-N.
Dorf-K. einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch nicht ganz vergessen. — Altar-Kanzel 1789. — Sandstein-Denkmäler 1632, 1688, 1738, 1759, 1762, 1768, 1787, 1805, 1808, 1810, 1817 — eine stilgeschichtlich bezeichnende Reihe. — Pfarrhaus um 1650.
LAUSIGK. K. Sachsen AH Borna.
Stadt-K. (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen [pg 235] völlig erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf. Gr., keine Türme, sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat flachgeritztes Blattornament im Charakter des 12. Jh,. und rck. Umrahmung mit Schachbrettfries, oben Bogenfries, am Gewände 1/4 Rundstäbe anstatt Sll.
LAUSKE. K. Sachsen AH Löbau.
Schloß. Umgebaut 1770 von Graf v. Breßler in einem an die ital. Renss. sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde Speisesaal mit kassettierter Kuppel. — Familienbildnisse und Möbel.
LAUSNITZ, s. Klosterlausnitz.
LAUSNITZ. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
Dorf-K. 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus derselben Zeit.
LAUTER. UFranken BA Kissingen.
Dorf-K. 3/4 lebensgroße Steinmadonna E. 13. Jh., eine der allerschönsten der Epoche, wohl sicher vom Meister des Botenlaubengrabmals in Frauenroth und sehr wahrscheinlich von dort verschleppt (eine Zeitlang als Bildstock benutzt).
LAUTERBACH. K. Sachsen AH Marienberg.
Dorf-K. 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl (ein gleicher in Großrückerswalde). Guter Schnitzaltar A. 16. Jh. und Reste der Altarbekleidung. Kindergrabsteine 1585, 1586.
LAUTERBACH. K. Sachsen AH Großenhain.
Schloß. 18. Jh. Schöner Saal mit dekorativen Gemälden. Hübsches Gartenhaus um 1770.
LAWALDE. K. Sachsen AH Löbau.
Dorf-K. 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. Kirchhof, Torturm 17. Jh.
LEBIEN. Pr. Sachsen Kr. Torgau.
Dorf-K. rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein, spgot. Netzgwb. — Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh.
LEHESTEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. 1683. — Schloß, ehemals Besitz des Deutschordens; Wasseranlage; Rundturm mit Eingang von 1551.
LEIDENHOFEN. RB Cassel Kr. Marburg.
Dorf-K. 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), schmucklose rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster, der Chor im Erdgeschoß des OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. mit spitzen Bogenlinien.
LEIHA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite. Die bar. Ausstattung charaktervoll und gut.
LEIMBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Schloß. A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.
LEIPZIG. K. Sachsen. Kr. Meiningen.
Nikolai-K. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof von Merseburg geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von St. Thomas untergeordnet. Etwa aus dieser Zeit der rom. WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4 breite Lisenen, an den Ecken mit Rundstäben und oben in Sägefries und Hohlkehle schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube, etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren Umbauten; im 14. Jh. Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei 8eckige Türme; 1555 durch Hieronymus Lotter der Mittelturm erhöht und mit einem Helm versehen, die Seitentürme mit Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß mit gestrecktem Vorchor vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschließende Michaels-Kap.; die SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle von 3 Sch. und 5 Jochen. Die Ssch. durch Emporen erweitert, ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau des Turmes; nach dem 30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten Ausstattung ist vieles beseitigt. [Die Gemälde im Museum, anderes in der Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.] Kanzel spgot., sehr reich ornamentiert; jetzt in der Turmhalle. — 1784-97 eingreifende Umgestaltung des Innern durch Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen) als antik kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln — offenbar ein durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. — Altartisch, Leuchter und Taufstein aus Stuckmarmor zeigen den Zeitstil von seiner besten Seite. Die malerische Ausschmückung von Oeser. Schmerzensmann Stein ca. 1400.
Thomas-K. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. Oft umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle, 14. Jh. Der gestreckte polyg. geschlossene Chor und die Sakristeien 15. Jh. Das Lhs. 1482-96 völlig neu aufgebaut von Claus Roder; 3 Sch. von gleicher Breite, 8 schmale Joche, schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. — [Altar 1721 jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. Taufstein 1614 von Georg Kriebel. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel im Ver. f. Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, dessen Trophäenkrönung an die Befreiung Wiens aus der Türkengefahr erinnern soll.] Grabstein des Ritters Hermann v. Harras † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte später). Stein für Georg und Apollonia v. Wiedebach 1517, kniend von vorn, lebensvolle Figuren, vorzügliches [pg 237] spgot. Rankenwerk. — Großes Alabasterdenkmal der Familie Bachofen nach 1550 mit Weltgericht und Auferstehung. — Epitaph für Seb. Hillger † 1570, Messing mit Email. — Bronzeplatte für Nic. Selneccer † 1592, saubere Arbeit. — Denkmal des Joh. Jenitz 1593 in mehrfarbigem Marmor aus der Schule Nossenis. — Großes Hängeepitaph für Daniel Leicher † 1617; wohl von Georg Kriebel aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten Alabasterreliefs in dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung; das Ornament in extravaganter Knorpelmanier. — Vortreffliche Sandsteinplatte für Georg Weinrich 1687. — Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617 von Johann de Perre.
Pauliner-K. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?) nichts erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt durch drei Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. Als ursp. Kern erkennt man die normale Anlage einer Bettelordens-K.: Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m L.) und schmaler gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh. hinzugefügt die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. Von dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden Lettner nur geringe Reste erhalten. Das Lhs. Hallenkirche mit Netzgwbb. — Flügelaltar A. 16. Jh., die Teile zerstreut; im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. — Von einem Nebenaltar stammen zwei wertvolle gemalte Tafeln des 14. Jh. — Holzstatue des h. Dominicus, sitzend, in Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch hochbedeutende Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der Grabstein des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. — Holzstatue des Markgrafen Diezmann † 1307, im Stil Nachklang von Naumburg, weicher, manierierter, doch immer noch eine hochstehende Kunst. — Grabstein des Nickel Pflugk † 1482, hohes Relief in Sandstein. — Grabplatte der Herzogin Elisabeth von Sachsen † 1484, flaches Relief, interessant durch die Technik der getriebenen Bronze. — Schöner Grabstein mit der Reliefgestalt eines Unbekannten 1515. — Wandgrab des Lorenz v. Reutlingen 1528. — Desgl. des Caspar Börner 1547. — Drei Bronzeepitaphe von gleichartiger Behandlung: des Christopher v. Kruschwitz † vor 1549, keine Figg., nur Inschr., Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in frühen, noblen Renss.Formen (Meister NT, Gießer J. Behem); des Adam Moller 1549; des Dr. Joachim v. Kneitlingen 1553; drei Grabplatten der Familie Maw 1616-20, Sandstein, [pg 238] ganze Figg. in hohem Relief mit wenig Ornament, ehrlich und gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. — Hängeepitaph des B. Golnitz † 1635, Holzarchitektur mit Übergewicht des Figürlichen, wilde Sp.Renss. — Charakteristische Beispiele aufwandreicher und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmäler des J. J. Pantzer von 1673 und des G. T. Schwendendörffer von 1685. — Mehrere Gedenktafeln in der Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von einem Cranachschüler. — »Lasset die Kindlein zu mir kommen« von L. Cranach d. Ä. — Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893 abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen Wandmalereien (abgehoben, jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw. Kunstwerke).
Barfüßer-K. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau nichts erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. Halle. Die trennenden 4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine über dem Kreuzgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.). Nochmaliger Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die Mitte der SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894 gotisierend.
[Johannes-K., ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen Formen erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. Mobilien und Denkmäler erhalten. Bmkw. das Epitaph der Familien Meyer und Perger 1616, eine 3,8 m breite und bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit Knorpelornament, die Gemälde von Johann de Perre; Marmorepitaph des Andr. Winckler 1675, in der Mitte die lebensgroße Statue des Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. — Marmorepitaph des J. G. Sieber von 1680, Relief der Kreuzigung, wohl von Melchior Barthel. — Marmordenkmal für Ch. F. Gellert † 1769, einfacher Wandsarkophag mit den trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt des Dichters haltend. — Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue nach Thorwaldsen) aus der Thomas-K.]
Johanneskirchhof. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die schmiedeeisernen Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.] Charakteristische Grabmäler des 18. Jh.
K. zu Eutritzsch, stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und spgot. Netzgwb. — [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um 1400; wertvoller der Annenaltar und Erasmusaltar aus A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in Dresden.]
Paulinum (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch der Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck [pg 239] zwischen Pauliner-K., der alten Stadtmauer und der heutigen Universitätsstraße ein. Die letzten Reste 1893 abgetragen. — Die Wandgemälde im Durchgang zur Paulinumsbibliothek (jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebäuden der Universität hat sich nur erhalten: das Fürstenhaus, erb. 1558, wahrscheinlich von Paul Wiedemann, als Privathaus, seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade mit got. profilierten rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen Erker.
Rathaus, 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus Lotter von Sittich Pfretschner und Paul Wiedemann, 1907 vollständig, aber getreu im Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im übrigen abgebrochenen Pleißenburg aufgenommen. — Der alte Bau gestreckt und niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etwas reicher gegliederten Zwerchhäusern. Auf der Marktseite an Stelle des dritten Zwerchhauses ein 8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner, wohlverstandener, jon. Ordnung (Paul Wiedemann). In verwandter Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, die Tür im Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer Art der Erker am Salzgäßchen und das Tor am Naschmarkt. Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In der Ratsstube Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek, das Ratssilber an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]
Börse, 1678 von Christian Richter (?). Ein nicht großer, aber prächtiger Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau. Die schmalen Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. Pilastern besetzt, darauf holländisch-naturalistisches Laubwerk. Abschluß durch Balustrade. An der Schmalseite geräumige Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere Stuckornament der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister Giov. Simonetti. Deckengemälde von Hans am Ende 1687.
Wage, 1555 und 1570.
Fleischbänke, um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.
Die Nikolaischule, 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.
Die Innungshäuser, soweit erhalten, nur durch Bildnis- und sonstige Sammlungen von Interesse.
Verhältnismäßig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt Leipzig eine lehrreiche Folge von Wohnhäusern des 16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr. 19; Grimmaische Str. 5; Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m. Renaissance: [pg 240] 1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt); Auerbachs Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit Gemälden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540, Katharinenstr. 9 um 1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr. 26 um 1560; Reichsstr. 10 bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615, Gerbergasse 12 bez. 1690. — Gute Beispiele von Höfen mit Holzgalerien Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27. — Erker in reicher Holzschnitzerei: Katharinenstraße 21 um 1660; Katharinenstr. 20 um 1680; Grimmaische Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um 1680; Petersstr. 39 um 1690, einer der schönsten. — Fassaden unter holländischem Einfluß: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof, Giebel um 1670, zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistraße 15; Hainstr. 17 sehr charakteristisch; Brühl 21 unverletztes altes Geschäftshaus. — In deutschem Barock: Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; Hainstr. 23, Bärmanns Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig Katharinenstraße 31 vom Maurermeister Fuchs 1701-4; vom selben ebenda 23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, und Markt 17 Hohmannsches Haus, der Höhepunkt des Leipziger Barocks; Katharinenstr. 16 von 1715 mit wohldurchdachtem Grundriß, das Detail der Fassade sehr manieriert. In Pöppelmanns Art von G. Werner Hohmanns Hof 1728 Petersstraße 15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner Richtung gehören ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr. 22; Reichsstr. 37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735; Stiglitzens Hof Markt 13 und Klostergasse 6 um 1740; etwa gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem Mansardendache. — Rokokobauten: Katharinenstr. 27, das Portal im Grundgedanken noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklängen; Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus; Thomasgäßchen 5 und Petersstr. 22 mit Erkern. — Kleine Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens (1694) hat darauf bezüglich über der Tür eine treffliche Hochreliefgruppe von etwa 1720.
Ehemalige Landhäuser, schloßartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für Kammerrat Richter, die Fassade in Knöffels Art; 1845 abgebr., Abb. im Inventar]; Schloß Gohlis, um 1750, ausgemalt von A. F. Oeser um 1780; Johannesgasse 6, um 1750, mit zwei bmkw. Statuen von Pierre Coudroy um 1780.
Denkmal des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem Königsplatz, 1780 nach A. F. Oeser, Sockel von Dauthe.
Stadtgeschichtliches Museum im alten Rathaus.
LEISLAU. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
Dorf-K. Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs. verbaut.
LEISNIG. K. Sachsen AH Döbeln.
Stadt-K. 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in stilistisch älteren Formen. — Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen und 4 Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des Msch. und 5/10 Schluß. Pfll. 8seitig mit leicht konkaven Flächen, Gwbb. stern- und netzförmig, Fenster und Turm in charakteristischen Formen der Spätzeit des 15. Jh. — Hochaltar 1663 von J. Richter und V. Otte; der Aufbau setzt das spgot. Schema in Barockformen um (ca. 9 m h.). — Taufstein 1638 unbedeutend.
Gottesacker-K. S. Nikolai 1540 und 1674. — Schnitzaltar 1509. — Auf dem Fußboden zahlreiche Grabsteine. Wanddenkmäler 1592, 1671, 1708, 1725, 1727, letzteres an der äußeren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet.
Schloß Mildenstein. Der älteste Teil die schlicht rom. Kapelle; Portal und darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. 12. Jh. Großer runder Turm unten in vorzüglichem Quaderwerk, oben Backstein. Die Wohngebäude 14. und 15. Jh. mit starken Veränderungen im 17. Jh.
Sammlung des Altertumsvereins.
LENGEFELD. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Rom. Dorf-K. Anlage wie in Hain.
LENGENFELD UNTERM STEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Kath. K. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.
Fachwerkhaus 1619 aus Buchenholz.
LENGFURT. UFranken BA Marktheidenfeld.
Pfarr-K. 1612-13. Hochaltar gefälliger Baldachinaufbau aus der Zeit um 1780, die lebensgroßen Figg. in der Richtung P. Wagners. Auf dem linken Seitenaltar Elfenbeinkruzifix um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung des hageren Körpers von äußerster Feinheit und Delikatesse.
Dreifaltigkeitssäule am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus Wolkenballen und Engelsköpfchen. Die Übertragung einer österreichischen Sitte nach Franken erklärt sich aus der Person des Stifters, des von hier gebürtigen Wiener Hofkammerrats v. Neuff.
LENGSFELD. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Kirche mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790, einheitlich klassizistische Ausstattung.
Zwei Schlösser. Am älteren mächtige Ruinenreste aus Ma.
LEUBA. K. Sachsen AH Zittau.
Dorf-K. neu. Zahlreiche Grabdenkmäler des 17. und 18. Jh.
Schloß. Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz. LEUBACH. UFranken BA Mellrichstadt.
Dorf-K. Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade und Mittelturm. Ausstattung feine Rok.Altäre (aus Kloster Bildhausen stammend).
LEUBEN. K. Sachsen AH Dresden-N.
Dorf-K. neu; aus der alten Glasgemälde von 1512 und das schöne Denkmal des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der Frauen-K. zu Dresden).
LEUBEN. K. Sachsen AH Oschatz.
Schloß um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. Möbel, Porzellan, Bildnisse.
LEUBINGEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
Dorf-K., quadr. Chor und Apsis rom.
LEUBNITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.
Dorf-K. Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., der OTeil 1511, weitere Veränderungen 1705. Malerische Innenansicht. Die Felderdecke ausgemalt 1671 von Gottfr. Lucas; von demselben die Brüstungen der 3geschossigen Empore. Sandsteinaltar mit großfiguriger Plastik 1730 von J. B. Reinboth und J. Ch. Ebhardt. Sandsteinepitaphe 1573, 1609, 1726, hervorzuheben das undatierte des Hans Allnpeck d. J. in der Art der Walther.
LEUTENBERG. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
Stadt-K. neuklassisch 1812. — Friedhofs-Kap., geschnitzter sitzender Schmerzensmann aus 16. Jh. — Schloß Friedensburg, große unregelmäßige Anlage aus 15. und 17. Jh. in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher Verwendung von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren; die Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holländischem Einfluß.
LEUTERSDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Kirche, rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf geschnitzten Holzsäulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau 3 abgestufte Fachwerkgeschosse. — Der Friedhof mit starker Mauer, hohem Torturm und ungefähr 15 Gaden.
Wirtshaus Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau des 16. Jh.
LEUTRA. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. mit geradem Chorschluß, rom. und frgot. Einzelformen, stark verbaut.
LEUZENDORF. UFranken BA Ebern.
Pfarr-K. 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung, geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter Ausführung. — In der Sakristei gute Rok.Ornate um 1730. Malerisch gelegenes Renss.Schlößchen mit Wassergraben; innen Stuckdecken um 1750.
LICHTENAU. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
Stadt-K. 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. — Stadtmauer z. T. erhalten, u. a. bedachter Rundturm.
LICHTENBERG. OFranken BA Naila.
Rathaus 1560. — Schloß 1562, 1628 (Ruine).
LICHTENBURG. Pr. Sachsen Kr. Torgau.
Schloß renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf 3 Pfll. Schöne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen.
Schloß-K. 1600. 2sch. mit WEmpore.
LICHTENBURG. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Burgruine. Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vögte; erst A. 19. Jh. verlassen und großenteils abgebrochen. Umfängliche Anlage mit doppeltem Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried. Die Kemenate bez. 1604, an der NSeite kleiner rom. Mauerrest.
LICHTENFELS. OFranken BAmtsstadt.
Pfarr-K. 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewölbte Halle, jetzt durchgehende Flachdecke; eingezogener netzgewölbter Chor; Turm seitlich. — Außen am Turm spgot. Ölberg.
Klosterlangheimer Hof, jetzt Rathaus, 17. Jh. — Auf dem Markt S. Florianssäule. — Zwei stattliche ma. Tortürme.
LICHTENHAIN. Vorort von Jena Sachsen-Weimar.
Kirche. In der Anlage rom., Veränderungen got. und später. An der NWand außen Wandgemälde 14. Jh., Szenen aus dem Alten Testament.
LICHTENSTEIN. K. Sachsen AH Glauchau.
Stadt-K. 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen Richtung, dabei der traditionelle Charakter der protestantischen Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten Ecken, ringsum Emporen. — Altargemälde von Christ. Leberecht Vogel 1790.
Schloß. Infolge häufiger Veränderungen ohne archit. Bedeutung.
LICHTENSTEIN. UFranken BA Ebern.
Burg. Eine der stattlichsten Burgen im nordöstl. UFranken. Stammburg der Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren Burgberg liegen 3 Höhenburgen nebeneinander; die östliche fast intakt erhalten mit starkem Torbau. Rom. Reste (12.-13. Jh.) enthält besonders die westl. Burg; die übrigen Bauten got. und später.
LICHTENTANNE. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
Dorf-K., wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot. polyg. Chor. — Rest eines Schnitzaltars um 1500 aus einer »sehr guten oberfränkischen Schule«.
LICHTENWALDE. K. Sachsen AH Flöha.
Schloß. Aus dem rom. Bau ein Tympanon, Kampf eines Löwen mit einem Drachen, großartig stilisiert. — Großer Neubau für Graf v. Watzdorf, 1722-26; höchst stattliche Anlage bei einfacher Formbehandlung; berühmter, gut erhaltener Garten.
LIEBENGRÜN. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
Dorf-K. 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage. Die Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden dörflichen Kunst. — Bauernhäuser in Blockverband.
LIEBENSTEIN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Burgruine. Got. Palas in 3 Geschossen großenteils erhalten.
Kirche 1822 nach Idee eines antiken Theaters.
LIEBENWERDA. Pr. Sachsen Kreisstadt.
Nikolai-K. Weiträumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). Turm neu (1903). Taufstein 1671.
Rathaus 1800. — Schloß. Vom got. Bau der mächtige Torturm (Lubwort) erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. — Amtsgericht 1579 und 1766.
LIEBSTADT. K. Sachsen AH Pirna.
Stadt-K. bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577. Die Portale ähnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. — Altargemälde aus 15. Jh. (nicht Dirk Bouts) mit Umrahmung von 1673. — Ikon. Grabstein des Rudolf v. Bünau † 1615; des Pfarrers Jos. Simon † 1618 (vielleicht vom Meister des Kademannschen Epitaphs in Pirna).
Schloß Kukukstein. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma. Besitz der Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten Substruktionen nach 1402, der obere 16. Jh. Das Innere 1726 ausgebaut. Gute Glasgemälde. Porträts u. a. von A. Graff.
LIEBSTEDT. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Schloß (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an Kunstformen erhalten hat, gehört der spätesten Gotik mit Hinneigung zur Renss.
LIMBACH. UFranken BA Haßfurt.
Wallfahrts-K. Großer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb. und ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach Entwurf von Balth. Neumann. Bedeutende Raumdisposition, Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam. Großartiger Hochaltar von P. Wagner, um die freistehende Mensa [pg 245] eine 1/2kreisförmige Säulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild. Madonna E. 15. Jh. Pietas A. 15. Jh. — Hübsche, charakteristische Dorfstraße.
LINDENHART. OFranken BA Pepnitz.
Pfarr-K. Chor got., übrigens 1684.
LINDENTAL. K. Sachsen AH Leipzig.
Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden Schnitzaltars um 1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.]
LINDEWERRA. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. (kath.) 1738. Spgot. Schnitzaltar mit Flügelgemälden.
LINDFLUR. UFranken BA Würzburg.
Evang. K. 1596, rest. 1782. — Epit. Wolfskeel 1562, das Ehepaar symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut angeordnet und kraftvoll im Ausdruck; wohl vom Meister des Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger Dom.
LIPPERSDORF. Sachsen-Altenburg LA Roda.
Dorf-K. 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von Michael Zanck ausgemalt, 55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament in kleinen quadr. Feldern.
LIPPOLDSBERG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
Kirche des ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Rom. 2. H. 12. Jh. Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes System, im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den Raum zwischen dem WTurm und dem ersten Doppeljoch des Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der Ssch. haben ein Obergeschoß, das durch eine kleine Tür mit der Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes werden von Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb. grätig, verstärkt durch rck. Quer- und Schildgurten. Nur die Hauptpfll. und nur deren Mschiffsseite mit Vorlagen, kräftig rck., versehen, welche die 1/2kr. Schildbgg. aufnehmen. Die Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die Zwischenpfll. an den Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten Säulchen; der sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze System zeigt den Gewölbebau in einer noch sehr befangenen Auffassung. Sehr schlicht das Äußere, ohne Bg.Friese und Lisenen. Das größte Portal im südl. Ssch. Sein gerader Sturz, an dessen beiden Seiten die Wülste der Sockelgliederung mit kleinen Würfelknäufen endigen, ist sehr eigentümlich mit vertieften Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. — Taufstein rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden Türmchen, in denen Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs; stark verwittert.
LIPTITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes Schiff. — Denkmäler des Hans und Dietrich v. Grünrode A. 17. Jh., Porträtfiguren von tüchtiger Charakteristik.
LISBERG. OFranken BA Bamberg II.
Burg. Gilt für eine der ältesten in Franken.
LISSEN. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Pfarr-K., im Ma. mit einem kleinen Mönchskonvent verbunden, verstümmelte kleine got. Basilika.
LITZENDORF. OFranken BA Bamberg.
Pfarr-K. 1715-1718 von L. Dientzenhofer. Saalbau. Die SSeite als Hauptschauseite; Pilaster und Gebälk dorisch; in der Mitte das in dieser Verwendung originelle Motiv einer großen durchgehenden Nische, in welcher das Portal.
LÖBAU. K. Sachsen Amtshauptstadt.
Nikolai-K. 1513 ff. Unregelmäßige Hallenkirche, im 18. Jh. stark verändert, rest. 1884. — Die reizvolle Inneneinrichtung fiel der Rest. zum Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen, die Denkmäler in das Rathaus übergeführt.]
Johannis-K. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. 1sch. Lhs., gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker Turm mit zierlicher 8eck. Krönung.
H. Geist-K. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Veränderungen. Die Sakristei hat die von der Meißener Albrechtsburg bekannten tiefausgehöhlten Kappen.
Kirchhof der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkmäler des 18. Jh.
Rathaus. Anständiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung älterer Mauerteile. — Wohnhäuser des 18. Jh.
LOBEDA. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Stadt-K. spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. — Got. Kirchenstühle; Lesepult 1622; Kanzel 1556; sitzende Madonnenstatue spgot. In der Turmhalle spgot. Wandgemälde. Grabstein renss.
Schloß (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend.
LOBENSTEIN. Reuß j. L. LA Schleiz.
Fürstl. Schloß, A. 18. Jh., ganz einfach.
LÖBICHAU. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Schloß für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel des neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege in seltener Einheitlichkeit erhalten.
LÖBSTEDT. Sachsen-Weimar. VB Apolda.
Dorf-K. Chor got., Sonstiges 1616 und 1712. Kanzelbau über dem Altar. — Schnitzaltar A. 16. Jh., gehört zu den besseren. — Bmkw. rom. Altarleuchter.
LOCKWITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.
Dorf-K. Maßgebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal mit 2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit. Das Ganze ein bezeichnendes Stilbild. Schöner Kelch 1. H. 16. Jh.
LODERSLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau Musterstücke üppigen Barocks.
LÖFFELSTEIG. UFranken BA Schweinfurt.
Dorf-K. 1732 im Greising'schen Typus.
LOHMEN. K. Sachsen AH Pirna.
Stadt-K. 1786. Aus der Schule G. Bährs. Gr. 8eckig mit verlängerter westöstl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite, an der nördl. der ausgebaute Turm. — 3 Gemälde des alten Flügelaltars 1575. — Schloß 1524.
LOHR. UFranken BAmtsstadt.
Pfarr-K. Von der älteren rom. K. erhalten nur die Sakristei und ein merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit Kleebogen, eingemauert an der nördl. Seitenwand. — Im übrigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden rundbg. auf got. überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe 1488 (Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde von Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen Grafen v. Rieneck; 11 meist ansehnliche Bildnissteine sind noch vorhanden; hervorzuheben der des Thomas v. R. † 1431. Gut sind auch Reinhard † 1518 und Agnes † 1519. Die Tafel für Philipp v. R. † 1559 von P. Dell d. J. Die Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im Schiff; die besten die der Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich v. Kerpen 1629 in der Richtung des M. Kern. — Taufstein 1488.
Rathaus. 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt. Im Erdgeschoß ringsum große (ursp. offene) Blendarkaden, die Pfll. in ganz ma. Weise aus lebhaftem Wechsel von Hohlkehlen und Rundstäben. Die beiden Obergeschosse modern umgestaltet; regelmäßig verteilte breite 2teilige Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten polyg. Turm. Im Innern Vorplätze und Säle mit renss. Decken.
Kurmainzisches Schloß, jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere schlanke Rundtürme zu einer originellen Gruppe verbunden, Nordflügel 1561, Südbau 17. Jh.
Mächtiger Stadtturm mit großem Gußerker (14. Jh.).
LOHRA. RB Cassel Kr. Marburg.
Pfarr-K. Übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewölbte Pfl.Basilika [pg 248] ohne Qsch. und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg. Rippengwbb. Die Gwbb. der Ssch., wie Arkaden und Fenster rundbg. Bmkw. Orgel 1695.
LOHRA. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. Doppelkapelle. Im Erdgeschoß tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener Kannelierung, 3×3 grätige, zwischen Gurten eingespannte Kreuzgwbb. Obergeschoß flachgedeckt; Altarhaus quadr.
LOHRHAUPTEN. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
Dorf-K., einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der ma. Turm (vgl. Wölfersheim), in dessen Erdgeschoß ehemals der Chor; die Fenster der Glockenstube mit frgot. (?) Teilung.
LOMMATZSCH. K. Sachsen AH Meißen.
Pfarr-K. Lhs. 1504-14 von Peter Ubrich von Pirna; als 3sch. Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, neuerdings gewölbt. Ein sonderbares, künstlerisch nicht reizloses Bild gewährt der WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br., nur halb so tief, ohne Eingang (das jetzige Portal modern), wurde von Ubrich erhöht, um das steile Dach der Hallenkirche zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe von 3 Spitzhelmen bekrönt.
LOMNITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.
Dorf-K. neu, spgot. Schnitzaltar.
LONNEWITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. Kleine rom. Anlage wie Laas. — Bäurischer Flügelaltar um 1510.
LORENZKIRCH. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas größer als diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle sonstigen Formen sind jüngere Umgestaltungen. — Denkmäler des 17. Jh.
LOSCHWITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.
Kirche 1705 von George Bähr, verändert 1848. — Flachgedeckter Saal in länglichem 8Eck, umlaufende Emporen, Kanzel-Altar, Mansarddach mit Dachreiter, Formen sehr einfach. — Mehrere Gedächtnistafeln in Bronze. — Charakteristische Wohnhäuser E. 18. und A. 19. Jh.
LÖSSEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Dorf-K. mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem Gemälde, bez. 1522 J. L.
LÖSSNITZ. K. Sachsen AH Schwarzenberg.
Rathaus 1606.
LÜCKENDORF. K. Sachsen AH Zittau.
Pfarr-K. 1690.
LUDWIGSCHORGAST. OFranken BA Stadtsteinach.
Pfarr-K. Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot. Hallenkirche, ähnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg. — Schöner messingner Kronleuchter 1697.
LUDWIGSTADT. OFranken BA Teuschnitz.
Pfarr-K. 18. Jh., ältere Grabsteine.
Marien-Kap. (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit 8 halbrunden Exedren. Die Anlage ähnelt der Kap. auf dem Marienberg in Würzburg und der karoling. Pfalzkap. in Altötting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen die Grundlagen.
LUDWIGSTEIN. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
Burg. Nicht bedeutend, doch gut erhalten.
LUGAU. K. Sachsen AH Chemnitz.
Kirche neu. Bmkw. Reste von Plastik des fr. 16. Jh. Darunter ein großes Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren der Renss.
LUNGWITZ. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
Wohlerhaltener Landsitz aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten Winkel, Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben höchst malerische Gruppe bei einfacher Behandlung des Einzelnen.
LUPPA. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. Rom. flachgedeckte Anlage der gewöhnlichen Art, doch von stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in gleicher Breite mit dem Sch.
LUSAN. Reuß j. L. LA Gera.
Dorf-K. Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot., 1sch. Lhs. M. 16. Jh.
LÜTZEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Stadt-K. bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb.