M
MACHERN. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K. spgot. 1615. — Zahlreiche Denkmäler, meist der Familie v. Lindenau.
Schloß 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer »Tempel der Hygieia« und eine »Ritterburg«, in welche manche alte Bruchstücke eingebaut sind.
MAGDALA. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Dorf-K. des 14. Jh., große 1sch. Anlage, oft verändert. — Mehrere Gedenktafeln aus 17. Jh. Kanzelbau 1739.
Rathaus mit schönem renss. Portal 1571.
MAIBACH. UFranken BA Schweinfurt.
Dorf-K. nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780. Nebenaltäre schweres Rok. um 1750.
MAIDBRONN. UFranken BA Würzburg.
Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschädigt und noch im 16. Jh. aufgelöst. Der vorhandene, ziemlich kleine Bau frgot. E. 13. Jh. Am besten erhalten der platt geschl. rck. Chor. Über dem WBau mit flacher Nonnenempore ein kleiner Turm, eine fränkische Eigentümlichkeit der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). — Auf dem bar. steinernen Hochaltar Steinrelief der Beweinung von Riemenschneider, nach 1520. Die Grabsteine liegen noch größtenteils im Pflaster des Lhs.
MAIENLUFT. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Von der 1444 zerstörten Burg ist der sehr hohe Bergfried aus Quadersteinen gut erhalten.
MAINBERG. UFranken BA Schweinfurt.
Dorf-K. um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, teils 1686. Einrichtung spgot. und bar.
Schloß (ehem. Hennebergisch). Große giebelreiche Anlage um rechteck. Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen Teile 16. Jh. mit Veränderungen im 18. und 19. Jh. In der netzgewölbten spgot. Kapelle drei weibl. Heilige, Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse Steinfig. der Katharina v. Henneberg E. 15. Jh. und Grabstein des Wilh. v. H. † 1534. Kachelöfen 17. Jh. — Stattlicher Pflegamtshof um 1700 in der Art Greisings.
MAINBERNHEIM. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. — Gutes Kreuzigungsrelief 1498.
Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. Wohnhäuser (Herrenstr. no 87 prächtiger Hof mit Holzgalerien) und vollständig erhaltene Befestigung (21 Türme, teils halb-, teils vollrund). Am Obertor die Barockkrönung um ihres trefflich geführten Umrisses willen zu beachten. Vor der Stadt Friedhof mit Renss. Portal von 1546 und steinerner Freikanzel von 1816.
MAINROT. OFranken BA Lichtenfels.
Kirche 1680 in gutem deutschem Barock unter Einfluß der gleichzeitigen Bamberger Architektur.
Rathaus 1733. Mehrere Häuser in gut erhaltener Holzarchit. 17. und 18. Jh.
MAINSONDHEIM. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. nachgot. 1583. — Altäre um 1700, gute Kanzel mit Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der Taufstein. — 4 Bechtolsheimsche Grabmäler 18. Jh.
Schloß (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim, vorher Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um [pg 251] 3eck. Innenhof, ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit schwerer Stuckdekoration bez. H 1628.
MAINSTOCKHEIM. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. 1717 mit got. Turm.
Ebracher Klosterhof. Schloßartige Anlage von 1624. Rck. mit Ecktürmen, reichgegliederte Renss.Giebel. Großartige Podesttreppe, vierarmig um 4 freistehende Pfll., gotisierende Maßwerkbrüstungen, zu oberst Rundbgg. Halle mit jon. Sll. — In mehreren architektonisch reich durchgeführten Terrassen geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst.
MALITZSCHKENDORF. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
Dorf-K. got. um 1300, Granitquaderbau.
MALSCHWITZ. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. — Bürgerliche Grabdenkmäler des 17. und besonders 18. Jh. in beträchtlicher Menge.
MANGERSREUTH. OFranken BA Kulmbach.
Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).
MANNSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. wesentlich 1744; hölzernes Tonnengwb., Emporen in 3 Rängen. Kanzelaltar.
MANSFELD. Pr. Sachsen Kreisstadt.
M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schloß-M., 2. Tal-M. (Stadt), 3. Kloster-M. (Dorf).
S. Georg. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten Details rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor spgot. — 2 Schnitzaltäre; eherne Grabplatte des Grafen Reinhard v. Mansfeld † 1569; Wandgrab 1572; ein zweites, prunkvolleres 1712; Tafel mit dem Bildnis M. Luthers 1540.
Schloß. Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian zeigt einen großen Gebäudekomplex mit starken Mauern und Bastionen; jetzt Gemisch von Ruinen und modernen Wohngeb. — Gr. im Inv. Pr. Sachsen. — Eine stattliche Anlage, etwa um 1400, die Schloßkap. Sakramentsnische mit umfänglicher, einem Altarbau ähnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei der Renss. Taufstein 1522. Schönes Epitaph 1525, dem Backofenschüler des Hallenser Doms nahestehend. — Zwei Türen zum Felsenkeller mit derb launigen Reliefs in den Bogenfeldern, Gott Bacchus und eine Zechgesellschaft; um 1530.
Kloster-K. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmäßige Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint, Stützenwechsel. Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles ähnlich den Kirchen des Nordharzes.
MARBACH. K. Sachsen AH Döbeln.
Dorf-K. 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose Mauermasse, oben frgot. Schallöffnungen in 1 : 2 Achsen. [Schnitzaltar im Altert.-Ver. Dresden.]
MARBURG. RB Cassel Kreisstadt.
Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren der h. Elisabeth † 1231. Die Franziskaner-Kap., in welcher deren Grab stand, mußte dem Neubau weichen; sie lag im Bereich des jetzigen nördl. Querarms. — Neben der Liebfrauen-K. in Trier ist die Elisabeth-K. der früheste Bau Deutschlands in einheitlicher und abgeklärt gotischer Gedankenentwicklung. Die in jüngster Zeit für Wetzlar und Haina erhobenen Prioritätsansprüche haben keinen genügend festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben, (in Soissons, Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe Schulverwandtschaft mit dem Meister der Trierer Liebfrauen-K. tritt. Die Art, wie er den neuen Stil anwendet, ist sehr selbständig. Der Sondercharakter des Planes besteht in der Verbindung eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit einem streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses dieser beiden Bestandteile ist jedoch nicht vollkommen harmonisch gelöst. Von der Vierung ausgehend, entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau symmetrisch; jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein Halbjoch, an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlußstein, ein halbes 10Eck anschließt. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die Ostpartie vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch entstehen, abweichend von den westfälischen Hallenanlagen, für die Sschiffe sehr schmale Joche und enger Querschnitt. Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewölbe wie auch die Scheidbögen gegen das Msch. bedeutend gestelzt werden mußten, um die gewollte Gleiche der Scheitelhöhe zu erreichen (formal eine empfindliche Härte, die von nun ab auf längere Zeit in der hessischen Schule die Regel blieb). Die Wände des Chors und Qsch. sind in 2 Fenstergeschosse geteilt (nach dem Vorbild von St. Léger in Soissons und St. Yved in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs. übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. Die Fenster sind in beiden Reihen von gleicher Größe und Form und dank der Abwesenheit von Sschiffsdächern von geringem Abstand, so daß die Auflösung der Wand schon weit gediehen ist. Das Maßwerk ganz einfach, großer von 2 Spitzbgg. getragener Kreis, bei kräftigem Profil von trefflicher Wirkung. [pg 253] Die Pfll. kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut zur Höhe gestimmt, weniger gut zu den sehr eng genommenen Arkadenöffnungen, wie denn überhaupt das Lhs. im Verhältnis zu der hohen Raumschönheit der Zentralpartie einen unfreien Eindruck macht. — Das Äußere ergibt sich in seiner Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch stört hier nichts mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade klar, die Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschränkt sich, wie im Gegensatz zum rom. Stil zu beachten ist, streng auf tektonische Formelemente; freies Ornament, wesentlich Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die Strebepfll. steigen senkrecht auf, um erst in der Höhe der oberen Fensterbögen einen starken Rücksprung zu machen; Wasserschläge, entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern sie; ihr oberer Abschluß ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse verkröpft, so daß sich Raum zur Anlage von Wasserkesseln ergab, die ihren Inhalt durch einfache Speier entladen. Besonders wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das Kranzgesims, sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermögen dadurch zugleich als Umgänge (80 cm br.) zu dienen und es haben demgemäß die Strebepfll. Durchlässe erhalten. — Trotz der nur mittelgroßen Abmessungen (innere L. ohne Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55, Querschiff 39, H. der Gewölbe 20,2) die Bauführung langsam. Der nördl. Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) beg. 1255, das Langhaus und der Unterbau der Türme bis zum ersten Gesims beendigt 1270, Wölbung der OTeile und feierliche Hauptweihe 1283. Fortführung und Vollendung der Türme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig Wandel. Dagegen können wegen der Einheitlichkeit des Planes Zweifel nicht unterdrückt werden. Mehreres spräche dafür, daß ursp. ein Zentralbau geplant war: die Herrschaft der älteren Ritterorden, die Bestimmung als Grabkirche, der Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren Unsicherheiten im Anschluß der OTeile an die WTeile, besonders zwischen dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau dem Bau in Haina m. E. vorangeht, so dürfte doch die Idee der Hallen-K. von dort entlehnt sein. — Die Fassade ist sehr einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle und harmonische Führung der großen Linien vertrauend. Wenig stimmt nur das von der Cölner Schule beeinflußte große mittlere Prachtfenster, noch weniger der überreich geschmückte westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehört wohl der Bauzeit kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine von französischen Vorbildern unabhängige, die rom. Portalidee in [pg 254] got. Formen übersetzende Lösung. Die Portale der Langseiten (um 1255) noch rundbg. — Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne feineres Stilgefühl durchgeführt und hat manche baugeschichtlich wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr gehört u. a. der Dachreiter aus Zinkguß über der Vierung, an Stelle eines einfachen älteren, und die Umgestaltung der Dächer.
Ausstattung. Sie ist von seltener Vollständigkeit und Stileinheit. — Mausoleum der h. Elisabeth im nördl. Kreuzflügel. Der das Grab übersteigende steinerne Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt und stand vermutlich früher über dem Hochaltar. Das Gemälde der Rückwand (Tod der Elisabeth) durch Übermalung des 19. Jh. entwertet. Der Sarkophag jetzt in der Sakristei, an der Vorderseite des Untersatzes Relief. — Hochaltar um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars ein wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefügten Mensa erhebt sich eine Retabelwand; sie enthält 3 gleich hohe Nischen, darüber Wimperge und Fialen, letztere schon übereck gestellt; das Ornament von vollendetster Meißelarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; es scheint, daß die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare Holztafeln, welche bemalt zu denken sind, verschlossen werden konnten; an der Rückwand Ansätze zu einem nicht ausgeführten Kreuzgwb., welches vermutlich den metallenen Reliquienschrein tragen sollte. — 4 Seitenaltäre an den östl. Querschiffswänden; Katharinen- und Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes- und Martins-Altar im SFlügel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr Retabelschmuck nicht zur Ausführung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie mit Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf den bemalten Flügeln bez. 1511, 1512, 1514. — Lettner unter dem westl. Vierungsbg. um 1330-40. An ihm ist vieles erneuert und verändert, namentlich die Mittelpartie über dem Laien-(Kreuz-)Altar, welche ursp. auf das Weltgericht bezügliche Figg. enthielt Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hölzerne Bogen aus E. 13. Jh. gehörte zum alten Kreuzaltar; neben ihm ursp. die jetzt in die Sschiffe verwiesenen Kredenztische. Von Interesse die kleine Emporbühne an der Rückseite (welche 1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach dem Schiff zu eine Predigtkanzel auszubilden). — An der SSeite des Chors Celebrantenstuhl 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen des Steinstils nachgehend. Die reizende Statue der h. Elisabeth aus sp. 15. Jh., die Nebenfigg. neu. — Hinter dem Hochaltar Piscina. — An der NSeite Wandtabernakel aus 15. Jh. — Unter der Vierung die Chorstühle [pg 255] der Ritter, einfach, E. 13. Jh. — Grabdenkmäler. Die Mehrzahl im südl. Kreuzflügel (»Landgrafenchor«) vereinigt, Aufstellung nicht ursp., die Tumben ganz oder überwiegend neu. I. östl. Reihe: 1. Konrad von Thüringen, Deutschordensmeister † 1241, Ausführung jünger; 2. Aleydis † nach 1333 und ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich † 1308 (früher irrig für eine Frau gehalten!) und sein Sohn Heinrich † nach 1297; 4. Johannes † 1311; 5. Ludwig I. † 1458, ausgeführt 1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. † 1471, ausgeführt 1478, und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. † 1484; 8. Wilhelm II. † 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von Schlangen benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, Kinder Hermanns des Gelehrten. Am Chorschluß Margarethe von Nürnberg. Die künstlerisch bedeutendsten sind Nr. 3 und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von demselben ausgezeichneten, in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in Bielefeld gehört. Zu beachten ist, daß Landgraf Otto, in dessen Zeit die Ausführung fällt, die Tochter des in Bielefeld bestatteten Grafen von Ravensberg zur Gemahlin hatte. — Die an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung. — Von den in diesem Bauteil aufgehängten Trauerschilden, Wappen, Fahnen ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. die Schilde Konrads und Heinrichs aus 13. Jh. — Im nördl. Kreuzflügel 3 gravierte und niellierte Platten des Hans von Dörnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. — Ornamentale Gewölbemalerei im Chor spgot. — Glasmalerei. Jetzt nur in den Chorfenstern zusammengestellt aus den Teilen einer ursprünglich größeren Folge. Das nordöstl. und südöstl. Fenster der oberen Reihe 2. V. 14. Jh. Alles übrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht. Haseloff entschied sich für Beginn bald nach 1249. Der Stil würde dieser Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr fraglich, ob die Bauführung damals schon weit genug vorbereitet war. Sicher ist aber der Stilcharakter unfranzösisch, aus der byzantinisierenden Epoche der deutschen Monumentalmalerei zu erklären. Kunstwert vom Besten. Ikonographisch besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h. Elisabeth. — Schrein der h. Elisabeth in der Sakristei, rck. Kasten mit steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, Statuetten Christi, Maria, der hl. Elisabeth u. der zwölf Apostel, am Dach Reliefs aus dem Leben der hl. Elisabeth, der Schmuck der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810 gestohlen; zu den allervorzüglichsten Exemplaren der Gattung gehörend. Kruzifix auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. Jh.
Dominikaner-K. (Universitäts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische Hallenkirche, Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. Die Strebepfll. an der SSeite wegen des anstoßenden Kreuzgangs nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8 Eck geschlossene Chor höher als das Sch.
Barfüßer-Klst. zur Bibliothek umgebaut.
Karner bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoß 2 frgot. Kreuzgwbb. Das höhere Obergeschoß, eine ursp. flachgedeckte Kap., 1684 als Pfarrwohnung umgestaltet.
S. Kilians-Kap. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet, jezt Schule.
Kugel-K. Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben, gew. 1482. 1sch. mit 7 Joch und Schluß aus 8 Eck. Reiches Netzgwb. mit ursp. Bemalung. Großes Sakramentstabernakel um 1482 (von gleicher Hand wie das Fritzlarer). — Das Fraterhaus rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.
Gottesacker-Kap. S. Michael. Einfach frgot.
Luth. Marien-Pfarr-K. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm 1447-1473. Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem Chor. Letzterer hat nach innen gezogene, keilförmige, an der Stirn mit starken Diensten besetzte Strebepfll. Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das Äußere des Lhs. verhältnismäßig reich. Im S ein Doppelportal, das mit dem darüber befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. Die Streben mit Blenden und Kragsteinen für (jetzt fehlende) Statuen. Das Dachsims reich gegliedert. Der Turm hat mächtige ins Kreuz gestellte Streben, Abschluß mit Gruppen größerer und kleinerer Fialen, Zinnenkränzen, schlankem von 4 Holzgiebeln umgebenem Holzhelm. Altaraufsatz 1625 mit vielen Alabasterskulpturen, letztere mit Zusätzen nach 1667. Messingtaufkessel um 1590. Wandtabernakel um 1350 mit Stifterwappen, 2 Prophetenhalbfiguren, Weinrebenumrahmung, Zinnenkrönung 2-1/2 m hoch. Das schmiedeeiserne Gitter 1503. Wandgrab des Landgrafen Ludwig III. † 1604 und seiner Gemahlin Hedwig von Württemberg † 1590, lebensgroße Bildnisfigg. in Alabaster, reiche architektonische Umrahmung. — Desgleichen für Ludwig IV. † 1626 und Magdalena v. Brandenburg † 1616, errichtet
1628, dem vorigen in der Anlage ähnlich. Schöne Abschlußgitter 1592 und 1831.
Siechenhaus-Kap. Einfach got. E. 13. bis A. 14. Jh.
Rathaus. 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriß, hoher 3stöckiger Aufbau mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhält einen kräftigen Akzent durch den Treppenturm mit originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die Nebenakzente [pg 257] der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches Detail die spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von Ludwig Jupe 1524. Getäfelter Saal.
Fürstl. Kanzlei (Regierungsgebäude). Einfacher Renss.Bau von 1575.
Deutsches Haus. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden Zwecken adaptierte Gebäudekomplex (jetzt zum Teil für Universitätsinstitute) bildet die Umgebung der Elisabeth-K., früher mit einer hohen Mauer klösterlich abgeschlossen. Seit der Aufhebung des Ordens 1809 wieder gefallen. Erhalten ist, jedoch nicht unverändert, das älteste Bruderhaus mit dem vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Übergangsstil. Als Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und Erker. Ausgedehnt waren die landwirtschaftlichen Gebäude, davon erhalten der Fruchtspeicher von 1515 und die Mühle von 1513.
Wohnhäuser. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. Nikolaistr. 133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hölzerne Türmchen mit Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse 296 stattliches Haus des Vizekanzlers Vultejus um 1600, Erdgeschoß spgot. Mehrere gute Fachwerkhäuser und Portale der Sp.Gotik und Renss.
Schloß. Großenteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet, daß sie einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. Der Verteidigungszweck wog nicht ausschließlich vor, so daß einem großartigen Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen Kapelle (gew. 1288) Raum gegeben wurde. Diese beiden Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche Schloßarchitektur der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet hat. Der Saalbau hat über dem hohen Keller zwei Hauptgeschosse. An der gegen den Abhang liegenden W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll. verstrebt, die sich an den Ecken turmartig verstärken und über dem Dachgesims in freistehende 8eckige Türmchen mit Wendeltreppen auslaufen. (Die Spitzdächer neu, vorher welsche Häubchen.) In der Mitte der NSeite ein Risalit mit Staffelgiebel. Künstlerisch der wichtigste Bestandteil ist der das ganze Obergeschoß einnehmende sogenannte Rittersaal (33,5 l., 14 br., 7,8 h.). Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der Klosterrefektorien. Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2 Sch., die von 2 × 5 quadr. Gwbb. überspannt werden. Die kräftigen, unter sich gleichen Rippen (im Profil geschärfter Rundstab, begleitet von 2 sehr kleinen Kehlen; ähnlich im Schloß Rauschenberg) wachsen ohne Vermittelung durch Kaptt., nur durch ganz kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den Kanten der [pg 258] 8eckigen Pfll. heraus, welche demgemäß übereck gestellt sind. An den Wänden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten Schlußsteine sind das einzige Ornament. Der räumliche Rhythmus erhält seinen Charakter durch die tiefe Lage der Kämpferpunkte (2,6 m über Boden bei 7,8 Scheitelhöhe). An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte 2teilige Fenster, mit einer oberen kreisförmigen Öffnung Gruppe bildend, alle 3 von spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen mit der Elisabeth-K. eine Rückbildung des Maßwerks). — Die 3 in den Saal führenden Türen wurden 1572 mit üppigem Renss. Täfelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schäfer willkürlich verändert, der auch den großen Renss.Kamin durch einen neugot. ersetzte). — Kapelle. Zweistöckig, mit größter Raumausnutzung den engen Ortsverhältnissen angepaßt. Die eigentliche Kap. im Obergeschoß. Der Gr. verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale Anlage. An ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schließen sich im O und W symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks, im N und S flache, trapezförmig sich verengende Nischen, für die der Raum durch erkerartigen Ausbau über der stärkeren Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem östl. Polygon führt ein Durchgang in die über dem Burgtor liegende Sakristei. Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen Moment des Überganges von der Frügotik zur Hochgotik in klassischer Formenreinheit. Der Meister steht zu der Schule der Elisabeth-K. in keiner näheren Beziehung. Von Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit abgebrochenen Laubbüscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige Zeichnung des Maßwerks, in dem Kleeblattbgg. mit mehrfach gebrochenem Vierpaß verschmolzen werden. Fußbodenmosaik aus farbig glasierten Tonplättchen. Die Polychromie des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schäfer entfernt und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler S. Christoph whgest. Am Äußern Strebepfll. von 3eck. Gr., auf dem Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere hat im Innern zwei rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck des Raumes ist nicht überliefert. 1572 ihm vorgelegt eine Renss.Laube, die zur malerischen Belebung des Schloßbildes günstig beiträgt. — Der südl. und westl. Flügel wurde in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. verändert. — Abgesondert steht der neue Bau, 1489 ff. — Von der Schloßbefestigung, die noch im 18. Jh. das ganze Plateau umfaßte, sind einige Türme erhalten; dazu die bis zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der Stadtbefestigung.
MARGETSHÖCHHEIM. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung nach W 1614, Juliuswappen.
MARGRETENHAUN. RB Cassel Kr. Fulda.
Dorf-K. Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781.
MARIABUCHEN. UFranken BA Lohr.
Wallfahrts-K. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte Architektur unter Einfluß Petrinis.
MARIABURGHAUSEN. UFranken BA Haßfurt.
Cisterc.-Nonnen-Klst.-K. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal hierher verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh. Typische, schmale langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., 50 m l., turmlos. Die WHälfte flachgedeckt, mit Nonnenempore auf gewölbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7 Joche), die OHälfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluß. Die die beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. bis zu den Gwb.Kämpfern, 2 Türen führen schiffwärts auf eine flache Empore. — Hochaltar streng bar. A. 18. Jh. Auf einem Seitenaltar (um 1750) reizende Madonna, Holz, E. 15. Jh. Von den Grabsteinen interessant der des Heinrich v. Seinsheim † 1345. [Reste von Altarplastik des 15. Jh. in der Universitätssammlung Würzburg.] — Klostergebäude. Erhalten zwei Flügel aus 17. Jh.
MARIA-EHRENBERG. UFranken BA Brückenau.
Wallfahrts-K. 1666, erweitert 1732.
MARIASONDHEIM s. Arnstein.
MARIENBERG. K. Sachsen Amtshauptstadt.
Stadt-K. S. Marien. 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. Hallenkirche 25,6 : 43,3 m; der östl. Abschluß unregelmäßig 5seitig; an den Gwbb. spgot. Rippendurchsteckungen. — Am Altaraufbau von 1617 großes Gemälde des Hofmalers Kilian Fabritius, manieristisch gewandt.
Hospital-K. Flügelaltar aus der Schule Wolgemuts.
Rathaus 1533-39; der Plan aus Halle, von Joh. Hofmann, wohl einem Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in tüchtiger, etwas derber Renss. ohne got. Reminiszenzen; sonst hat das Gebäude durch Brände gelitten.
Haus Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer Straße Nr. 447 und Markt Nr. 104.
MARIENSTERN. K. Sachsen AH Kamenz.
Cisterc.-Nonnen-Klst. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, die über E. 13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, das südl. Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, welche das Klst. mit dem 2 WJoche einnehmenden Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll., [pg 260] ohne Kaptt., mit dem Gewölbefuß durch Konsölchen verbunden. Ähnlich schlicht der übrige Formencharakter, wenn auch vereinzelt etwas Schmuck auftritt, z. B. Laubkränze an den Schlußsteinen. Die Fenster 2pfostig und mit kleinlichem, dürrem Maßwerk. Die WFassade bar. übergangen.
Hochaltar 1751 von Franz Lauermann aus Prag; seine 4 Kolossalstatuen 1889 in den Kreuzgang verbannt und durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit der Kanzel und den Nebenaltären verfahren. 2 spgot. Nebenaltäre, nicht übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand Glasgemälde ca. 1370-80. — Kreuzgang in der Ausführung der K. vorausgegangen, bald nach 1250. Sehr einfach. Große fensterartige Öffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen. — Aus E. 17. Jh. das Haus der Äbtissin, 1731 der neue Konvent; geräumig, in der Behandlung anspruchslos. — Bar.Plastik: 12 Statuen auf der Brüstung des Kirchgangs, Mariensäule 1720, Dreifaltigkeitssäule 1723, Kruzifix und schmerzhafte Mutter 1725; vermutlich von Jäkel aus Prag. — Im Schatz ein interessanter überaus reicher rom. Speisekelch nach 1250 und 2 gotische. Kaselkreuz in Reliefstickerei um 1530. — Denkmäler: Bronzene Grabplatten für Bernhard v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz, Bischof von Meißen † 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten für Äbtissinnen 1664, 1697, 1710.
MARIENTAL. K. Sachsen AH Zittau.
Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung wesentlicher alter Teile. — In der K. großer Crucifixus und anmutiges Selbdritt, um 1515. — Brunnen um 1700. — Stationsberg mit kolossaler Kreuzigungsgruppe 1728. — Auf dem Kirchhof bmkw. Bildnissteine der Äbtissinnen.
MARIENWEIHER. OFranken BA Stadtsteinach.
Pfarr-K. Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der Turm 1742 (Balth. Neumann zu Rate gezogen). Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr. Schluß. Decke und Wand reich stuckiert, im Scheitel 6 größere Gemälde. Klassizist. Hochaltar mit Gnadenbild von ca. 1480. Nebenaltäre 1770. Regina coeli 1695. Grabstein einer Gräfin von Hohenzollern 1416. Außen Kreuzigungsgruppe um 1520-30 — Auf einer Anhöhe gelegen, bietet die K. nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die Flachtonne um 1720 reich stuckiert. WTurm um 1745.
MARISFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Pfarr-K. Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem [pg 261] Turmchor; der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. — Pfarrhaus. Fachwerkbau M. 17. Jh. — Schloß. 1663 erneuert, Rck. mit 4 Ecktürmen, geschweifte Kuppeldächer. Hofportal reich geschmückt, doch von roher Arbeit. Stuckdecke 1670.
MARKERSDORF. K. Sachsen AH Rochlitz.
Dorf-K. sprom., wenig verändert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk von Jak. Müller im Museum des Sächsischen Altert. Ver. in Dresden.]
MARKRÖLITZ. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Dorf-K. Großenteils Neubau 1694. Bmkw. Epitaph für Friedrich und Margaretha von Burkersroda († 1570, 1582) bez. HK; von derselben Hand (der man auch in Freyburg und Zorbau begegnet) der reiche und geschmackvolle Taufstein von 1599.
MARKSUHL. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Kirche 1667, 1sch., mit hölzernem Tonnengwb. 2 Geschosse Emporen auf geschnitzten Rundsäulen. Gerader Chor mit Kreuzgwb. Geschnitzte Kanzel, ehemals auf einer Figur des Moses stehend; diese jetzt im Thüringer Museum zu Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen.
Schloß (zeitweise Residenz einer sächs. Herzogslinie) 1583, mit guten Sandsteinskulpturen. 1. Über den Fenstern 9 Köpfe, 2. Unter den beiden Eckerkern je eine männliche Halbfigur als Konsol. 3. Reiches Portal des Treppenturms. 4. Portal des Hofes mit schöner Bekrönung. Der Treppenturm hat oben 3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T. ebenfalls aus schönem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen Jagdzimmer mit rok. Stuckdecken.
Wohnhäuser mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132.
MARKTBREIT. UFranken BA Kitzingen.
Prot. Pfarr-K. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt erweitert. Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen, behaglich malerisch. A. 18. Jh. — Eine Reihe tüchtiger Bildnisgrabsteine. Hervorzuheben Fr. v. Seinsheim † 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch aufgefaßte Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg. Außen Wolf Eckhardt 1555 bez. W.E. — Unter den Glocken die älteste mit Alphabet in got. Minuskeln 13. bis 14. Jh.
Friedhof vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen in Mainbernheim). Unter den hölzernen Arkaden lange Reihe von Bildnisepitaphen der Renss.
Rathaus beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. Die kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem [pg 262] Maintor (ao. 1600), die Rückfassade mit dem »schwarzen Turm« zu prächtigen Architekturbildern. Im 2. Geschoß große Diele mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getäfelte Ratsstube; desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses.
Seinsheimsches Schloß (Amtsgericht) 1580. — Unter den Wohnhäusern einige von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch zueinander angelegten Erkerfassaden am Eingang der Schusterstraße, E. 17. und A. 18.Jh., auch bmkw. Inneneinrichtung. Gegenüber dem Amtsgericht schöner Fachwerkbau 1607 und Mainkran 1773. Auch von außen gesehen ist das Stadtbild von großem Reiz. Der Mauerring (1529-50) großenteils erhalten. Die hohen schlanken Rundtürme teils mit spgot., teils mit bar. Dächern.
MARKTHEIDENFELD. UFranken BAmtsstadt.
Pfarr-K. 1613. — Hübsches Bürgerhaus (Kaufhaus Flasch) 1745, die Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, die innere Dekoration im Stiegenhaus und Saal gut erhalten.
MARKTLEUGAST. OFranken BA Stadtsteinach.
Pfarr-K. Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke mit eleganter aber sparsamer Stuckierung.
MARKTSCHORGAST. OFranken BA Berneck.
Dorf-K. spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?).
MARKTSTETT. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; — Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. — Wohnhaus Herrenstr. Nr. 144, sehr hübsche Anlage 1750.
MARKTZEULN. OFranken BA Lichtenfels.
Pfarr-K. Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.
Rathaus mit Stiegenturm 1588. Holzhäuser, 16. und 17. Jh. in guter Erhaltung. [An Haus 53 Überreste aus Klst. Langheim]
MARKWERBEN. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Dorf-K. ursp. rom. mit Chorturm.
MARTINFELD. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Dorf-K. (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkrönung. Der schöne Stuckmarmoraltar aus dem ehemaligen Klst. Beuren. Schnitzrelief von einem älteren Altar A. 16. Jh. — Stattliche Edelsitze (v. Bodungen) 1580 und 1611.
MARTINSKIRCHEN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Dorf-K. Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. Querturm und eingezogenem Altarbau. Die Wände des letzteren 1699 durchbrochen und Flügel angelegt. Chor spgot. Rest. 1904. — Mehrere bar. Grabsteine.
Schloß 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten Ministers). Hufeisenanlage. Formen in feinem, mäßig reichem [pg 263] Rok. Die innere Einteilung ist ungestört geblieben, auch die Ausstattung gut erhalten und anziehend.
MASSENBUCH. UFranken BA Gemünden.
Pfarr-K. 1702. Gutes Hochaltarblatt von Nikolaus Treu 1776. Über dem WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) eingemauert; angeblich aus Schönrain.
MAUA. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Dorf-K. 18. Jh. mit got. Chor. Schnitzaltar aus derselben ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar von 1498 in Arnstadt und der in Großlöbichau.
MAUERSCHEDL bei Mellrichstadt UFranken.
Kleine 1sch. Kirche mit östl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die etwa gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 Zellen aus etwa 14. Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage für das schon 1424 nicht mehr bestehende Dorf Bischofs. Die Grundmauern 1903 ausgegraben.
MAXEN. K. Sachsen AH Pirna.
Dorf-K. gegr. 13. Jh., jetzt formlos. — Wertvolles Altarwerk aus Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem Kirchboden gute Holzplastik.
Schloß mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss. Anbau 1727.
MECKENRIED. UFranken BA Haßfurt.
Dorf-K. 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. — Mobilien E. 17. und A. 18. Jh.
Friedhofs-Kap. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des ehemals befestigten Friedhofes. — Bildstöcke bar.
MECKFELD. Sachsen-Altenburg Kr. Roda.
Dorf-K. Schnitzaltar bez. 1500, vom »Meister der Baldachine«.
MEEDER. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Dorf-K. Der turmtragende rom. Chor ist, wie öfter vorkommt, durch eine geräumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt (vgl. aus der Nachbarschaft Groß-Wallbur); ungewöhnlich die reiche und gut erhaltene Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen und Bogenfriesen; die große Stärke der nördl. und südl. Mauer läßt den Turm außen oblong erscheinen; auf das dritte rom. Geschoß folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. — Reiches Sternberg-Rosenbergsches Wandgrab 1576. — Herrenhaus (jetzt Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten, reichen Stuckdekoration.
MEERANE. K. Sachsen AH Glauchau.
Stadt-K. Wesentlich 1503 mit späteren Umbauten; rom. der zwischen Schiff und Chor stehende Turm. Reste eines großen Altarwerks von Jak. Müller in Altenburg 1506.
MEERHOLZ. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
Isenburgisches Schloß, 1564 aus einem Prämonstr.-Nonnenklst. umgebaut; hat großenteils seinen alten Charakter verloren. Der SFlügel enthält die Pfarr-K., an den Fenstern entartetes Fischblasenmaßwerk. — Neben dem Gemeindehaus ein alter Wartturm.
MEINEWEH. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes Alabasterepitaph des Günther v. Bünau † 1706.
MEININGEN. Hauptstadt von Sachsen-Meiningen.
Stadt-K. Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen Rest. 1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. die Fundamente einer rom. Basilika. Von ihr ist über der Erde erhalten der nördl. Fassadenturm bis zur Firsthöhe des Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst von 1884 (vorher got. veränderte); die 8eckigen Obergeschosse und der runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, das got. WPortal durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke in der Bibliothek der K. Rom. Fußbodenfliesen im Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür. 2. Aus got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher got.) ganz neu. — Von den Grabdenkmälern nur ein kleiner Teil wieder aufgestellt. Interessanter Wappenstein des Hans Volker 1425. Bildnissteine des Stadtschultheißen Lorenz Reps † 1563, des Hans Phil. Schenk zu Schweinsberg 1567, des Matth. v. Hönningen 1576, der Ottilie v. Hönningen 1574. Die späteren in Epitaphform. — Älteste Glocke M. 14. Jh.
Residenzschloß (der Name Elisabethenburg neu). Ältester Teil der 1511 durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, erbaute NFlügel; stark neugot. verändert. Das neue Schloß 1682. Auch dieses modern umgebaut, mit Erhaltung einiger Innenräume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die bar. Stuckdecke des Riesensaals von J. N. Bestheimer unter Leitung des Römers Alessandro Rossini. — Im SFlügel die Schloß-K. 1682-92, mit Stuckdecke, schöner Kanzel und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok. Flügelgemälde eines ehemaligen Altars, fränkisch um 1510. — Reiche Kunstsammlung. Die Gobelins ehemals im Schloß Ichtershausen. Porzellan aus Klst. Veilsdorf.
Im Hennebergischen Haus die Kunst- und Altertumssammlungen des Hennebergischen Geschichtsvereins. An der Fassade Relieftafel von 1603 aus der Schloßkapelle zu Ellingshausen. Auf dem Friedhof treffliches Grabrelief [pg 265] des Reinhard von Wechmar 1488. Im Englischen Garten künstliche Ruinen 1793.
Teil der ma. Ringmauer hinter der Burggasse.
MEISSEN. K. Sachsen. Amtshauptstadt.
Dom und Schloß. Beide bilden zusammen einen geschlossenen 3eck. Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum freien Felsen über der Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen mit der Umgebung verwachsen, das Lhs. springt frei in den Hof vor, so daß die Fassade dem Ankömmling als erster Haupteindruck entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten Zubau zweier Türme (von Carl Schäfer) das historische Bild wesentlich verändert.
Dom. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter mehrfachem Wechsel der Bauidee, zuletzt späteste Gotik. 1. Dem ersten Plan gehört der Gr. mit Ausnahme der beiden Chöre; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen; das Qsch. aus 3 Quadraten; die WTürme über die Fluchtlinie der Ssch. vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des 13. Jh. waren fertig: das Qsch. das erste Joch des Chors mit Sechskappengwb., das erste (östl.) Joch des Lhs., die Türme bis zu 12,3 m H. und wohl noch weitere Teile des Lhs., deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau des 14. Jh. Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. außer der Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie an der anstoßenden Querschiffswand). Außen am südl. Kreuzflügel schöne frgot. Giebeldekoration. 2. Die 8eckige Johanneskap, (urkundl. 1291, die Inschrift unecht), gelegen im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das Obergeschoß ursp. freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am ganzen Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. — 3. Hallenmäßiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau des 1. Jochs geschont in der Weise, daß nach Ausbrechung des Oberfensters hinter diesem eine Empore angelegt wurde; Verlängerung des Chors; zum Schluß der SOTurm, sein durchbrochener Helm wohl noch jünger. — 4. Von den um 1400 weitergeführten WTürmen nur das zierliche Reliefmaßwerk unter dem 2. Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das große (jetzt innere) WPortal in akademisch nüchternem Prunk. — 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal die Fürstenkapelle gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und 3/8 Schluß; letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung ähnlich der Schloßkap, zu Altenburg. — 6. Seit 1479 das hohe Fenstergeschoß des WBaus, wohl von Arnold v. Westfalen, dem Erbauer der Albrechtsburg; es sollte den (durch den Übergang zum Hallensystem massig vergrößerten) Giebel des Lhs. [pg 266] maskieren; wie der obere Abschluß beabsichtigt war, ist nicht mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh. trug er 3 (wohl hölzerne) Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904 begonnenen Ausbau steinerner Doppeltürme wird der überlieferte Charakter der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges völlig verändert. — 7. Sakristei ca. 1500-1506. — 8. Begräbniskap. Georg des Bärtigen 1534.
Inneres. — Lettner frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, an die Naumburger Schule anschließend, ersten Ranges; aus derselben Zeit die steinerne Rückwand der Chorherrensitze; die Balustrade und die seitliche Erweiterung des Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altäre des Doms großenteils verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. — Hochaltar. Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Könige, ca. 1520. Der Meister des singulären, sehr hervorragenden Werkes steht der niederländischen Kunst nahe (jedenfalls nicht A. Dürer!). — Lettneraltar, unter Einfluß Cranachs; eher von diesem selbst das Triptychon mit dem Schmerzensmann in der S. Georgskap, bez. 1534. — Im Stirnfenster des Chorhaupts Glasgemälde aus 13. Jh. — Sakramentshäuschen mit Tabernakel ca. 1506. — Chorstühle unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. — An der OWand des Qsch. Spuren von Wandgemälden des 14. Jh., Jüngstes Gericht. — Kanzel 2. H. 16. Jh. — Statuen aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, wohl als Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster Naumburgs, wohin auch der Stil weist; gegenüber Johannes und Donatus; b) aus derselben Werkstatt die 3 Statuen der Johanneskap., tüchtige und anziehende Arbeiten. — Aus A. 15. Jh. der massenhafte Schmuck des WPortals in einer fleißigen kleinlichen Manier; besser das südl. Seitenportal. — Die Gräber der Fürstenkap. In der Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren † 1428, ausgeführt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten 24 kleine gravierte Figuren, Klagemänner und Wappenhalter; Werkstatt nicht nachzuweisen. Ringsum die ehernen Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern des sächsischen Hauses. Diese sämtlich aus der Vischerschen Werkstatt in Nürnberg. Sigismund von Sachsen, Bischof von Würzburg † 1472, Flachrelief; 1472 lebte noch Hermann V. und war Peter V. noch nicht zwanzig Jahre alt; bei der großen Ähnlichkeit mit der 1496 verfertigten Platte des B. Job. Rot in Breslau wird die Entstehung später anzusetzen sein. Dagegen könnte das Denkmal [pg 267] Kurfürst Friedrich des Guten † 1464, gravierte Platte (gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche Platte des B. Kaspar v. Schönberg † 1463 von Hermann V. herrühren. Von Peter Kurfürst Ernst † 1486 und die in der Kirche befindliche Gedenktafel für den Domherrn Heinrich Strecker † 1486. Seinem Sohne Hermann d. J. werden von Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte † 1500, Amalie von Bayern † 1502, Sidonie † 1510, Friedrich † 1510; sie gehören zum Besten, was auf diesem Gebiete in Deutschland je geleistet worden. Erheblich geringer Friedrich II. und Johann, ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara in in der Georgenkap.). — Grabplatten im Langhause: Bischof Dietrich III. von Schönberg † 1472, im Charakter der Vischerschen Werkstatt; Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. von Weißenbach † 1487; Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, Bronzeguß aus einer sächsisch-thüringischen Werkstatt, aus der im Naumburger Dom die Platten für Dietrich von Schönberg und Andreas von Könritz. — Georgenkapelle: Triptychon von L. Cranach. Marmorrelief der Grablegung, ausgezeichnete Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte Herzog Georgs † 1539, gravierte Platte der Herzogin Barbara † 1534.
Kreuzgang. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor und südl. Quersch. Der älteste Teil der nördl. Flügel und Maria-Magdalena-Kap. vor 1274; die übrigen Flügel 1491.
Schloß. Der Hauptbau (seit 1676 »Albrechtsburg« genannt) erbaut 1471 bis ca. 1485 von Arnold von Westfalen (Westveling). Epochemachend in der Geschichte der deutschen Burgarchitektur, die hier im Begriff ist, in den Palast überzugehen. Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in jedem Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Räume in gleicher Höhenlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit im Ornament. Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur im 1. Geschoß Rippen, in den folgenden scharfgratige tiefbuchtige Zellen. Die sehr großen Fenster verzichten auf Maßwerk, als oberer Abschluß ist der seither in der sächsischen Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere für die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten Geschosses und die große in einem Turmgehäuse aus der Fassade vorspringende Wendeltreppe. Höchst originell die Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so daß sich tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstärken von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub der Gewölbe durch senkrechte Belastung aufzuheben (ein [pg 268] Gedanke, der im Obergeschoß der Domfassade wiederkehrt). Die Fassade entbehrt der senkrechten Teilungslinien, dafür betonen Gurtgesimse die Bedeutung der Stockwerkgliederung. Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der eigentlich got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hält die Wage eine mit Bewußtsein geübte (im älteren Schloßbau bloß zufällig zustande kommende) malerische Kontrastierung der Massen. — Die an einigen Bauteilen, Wappensaal des NAusbaues und Ausschmückung des großen Wendelsteins, sich zeigende Einmischung von Renaissanceformen geht auf Jakob von Schweinfurt ca. 1525-30.
S. Afra, gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift, durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika in schlichtesten got. Formen, der 1sch. gerade schließende Chor in gleicher L. mit dem Msch. des Lhs. Die Sakristei Überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.). Um 1390-1400 das südl. Ssch. und der Chor erhöht. Konventsgebäude nach 1600. — Hölzerne Kanzel 1657. Grabsteine des 16. und 17. Jh. in der v. Schleinitzschen Grabkapelle.
Franziskaner-K. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, zweiter (jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe kreuzgewölbte 3sch. Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie die Ssch., abgekantet quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift in das südl. Ssch. ein.
Frauen-K. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend. Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und 5/8 Schluß; Netzgwb.; in die Ecke zum südl. Ssch. eine Kap. eingebaut, deren Obergeschoß eine Sängertribüne trägt. Das Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt. Mächtiger WTurm, letztes Geschoß Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, ehemals hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem Dach, an den Ssch. quergestellte Dächer über jedem Joch. — Kirchhofstor gut renss. — In der Sakristei Tafelbild 1496.
Johannes-K. und Jakobs-Kap. unbedeutend und jetzt profaniert.
Martins-K., kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. Apsis folgen sich in staffelförmiger Einziehung. Einfache Tür an der SSeite in Formen aus A. 13. Jh. Aufgedeckte Wandgemälde aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900 wieder überstrichen.
Nikolai-K. War eine rom. Anlage ähnlich der Martins-K., in got. Zeit umgebaut. Sehr beschädigte Wandgemälde 13. Jh. Interessantes gemaltes Triptychon.
S. Wolfgang, Begräbniskap. im Meisetal, in der Art Arnolds [pg 269] von Westfalen, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten Apsiden am rck. Schiff.
Rathaus stattlich spgot. seit 1479.
Kornhaus 1520-24 von Meister Jakob von Schweinfurt. — Haus gegenüber dem SEingang des Doms 1526; wohl von demselben; letztes Kämpfen der Got. gegen die Renss. — Auch in der Stadt einige alte Häuser zu beachten, z. B. das Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.
MELKENDORF. OFranken BA Kulmbach.
Pfarr-K. Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte Flachdecke um 1730. Außen am Eingang zur Sakristei 2 sprom. Säulenkaptt. eingemauert.
MELKERS. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Dorf-K. 1687. In allen Teilen Fachwerk. Über der Front niedriger Aufbau als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der Erbauungszeit.
MELLINGEN. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Große Dorf-K. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. — Hölzernes Brunnenhaus 1667. — Dorflinde mit Steintisch.
MELLNAU. RB Cassel Kr. Marburg.
Burgruine, erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.
MELLRICHSTADT. UFranken BAmtsstadt
Pfarr-K. Der allein interessante Teil ist der östl.; frgot. mit rom. Nachklängen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor wird flankiert von 2 mächtigen Türmen (nur der nördl. ausgebaut). Ihr Erdgeschoß bildet Nebenchöre, die sich sowohl gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in einer spitzbogigen Arkade öffnen. Leibung ungegliedert. Kämpfer mit rom. Profil. Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. Die zwei Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen rck., das andere quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb., wofür die in der SWEcke des Chores erhaltene Konsole spricht. Der rom. Kämpfer deutet auf einen ehemaligen breiten Trennungsgurt hin. Das Äußere zeigt sich als massiger Quaderbau mit spärlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit späterem Maßwerk), in der Mitte und an den Ecken Strebepfll. Giebelabschluß und Rundseiten mit Spitzbogenfries. Turm zu 6 Geschossen mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse. In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige Schallöffnungen. Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. ist ein nüchterner Bau der Juliuszeit in 3 flachgedeckten, gleichhohen Schiffen, nach einem Brande 1712 bar. verändert. — [pg 270] Sakramentshäuschen feine, originelle Arbeit aus A. 15. Jh. — Grabplatte eines Herrn von der Ker † 1387.
Spital-Kap. mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.
Grossenberg-Kap., kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. Holzfiguren und 3 Altäre aus A. 17. Jh., Sandstein.
Reste der Stadtbefestigung.
MELSUNGEN. RB Cassel Kreisstadt.
S. Nikolaus-K. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche mit 1sch. polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Über den Sschiffen Walmdächer.
Schloß 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. — Rathaus, freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In der Nähe ansehnliche Holzhäuser des 17. Jh. — Fuldabrücke 1569. — Ringmauern aus Ma. großenteils erhalten; der Eulenturm, mit hohem Kegeldach.
MEMLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
Benediktiner-Klst.-K. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, jetzt dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzförmige Basilika. Die Stilformen weisen auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich mit Beibehaltung des älteren Grundrisses. Chor und Qsch. genau nach dem Netze des Würfels, Lhs. 6 Arkaden, 2 WTürme mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Länge 59 m. — Wohlerhalten nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend. Grätige Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden außen und innen polygonal. Dieselbe Gestaltung des Bogenfrieses kommt an den ältesten Teilen des Magdeburger Doms vor. Das Lhs. hat spitzbg. Arkaden von geringer Höhe; die Pfll. quadratisch mit 2 kräftigen 3/4 Säulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchförmig, undekoriert; die mächtige Deckplatte mit dem umgekehrten Profil der attischen Basis. Alle Fenster rundbg. — Ältere Ansichten zeigen einen niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen die im Gr. indizierten WTürme; vielleicht waren sie schon zerstört, vielleicht auch unausgeführt geblieben. — Die Klausur lag ungewöhnlicherweise auf der NSeite. — Ältere Besucher sahen an den Pfll. gemalte männliche und weibliche Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft sichtbar, das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.
Dorf-K. Reste von spgot, Altarplastik und großes Holzrelief mit Beweinung Christi 1500.
Von der ehemaligen Kaiserpfalz ein Torweg und Mauerreste von 5 m Stärke.
MENGERSDORF. OFranken BA Bayreuth.
Pfarr-K. 1521, Veränderungen 1668, 1736.
MENGERSREUTH. OFranken BA Bayreuth.
Pfarr-K. Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hölzerne Tonne mit Gemälde um 1700.
MERGELSHÖCHHEIM. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit.
MERKERSHAUSEN. UFranken BA Königshofen.
Dorf-K. 1737. Deckenfresko von J. P. Herrlein 1777 (vgl. Oberaßfeld).
Pfarrhaus renss. und rok. An der Straßenseite bmkw. got. Steinmadonna von ca. 1350.
MERKWITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Dorf-K. Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überwölbte Koncha der alten rom. K. jetzt Sakristei.
MERSEBURG. Pr. Sachsen Kreisstadt.
Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt. Die rom. Epoche, die des Übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf gegeneinander. 1. Der erste Bau, gegr. 1015, gew. schon 1021, war vielleicht nur als Provisorium beabsichtigt. Nach teilweisem Einsturz 1042 völlige Erneuerung des Chors und nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. als 1. H.) geht der ganze gegenwärtige Grundriß einer regelmäßigen Kreuzbasilika zurück; dann noch einzelne Mauerteile: am Chorquadrat, an den dasselbe flankierenden OTürmen (die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu denken sind), am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der Krypta. Sie hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen Gräten ohne Quergurte, die Pfll. mit Kerben auf den Flächen und feinen Säulchen an den Ecken. — 2. Formen der Übergangszeit (dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die Konstruktionen des Übergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch entbehrenden, jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und Qsch., die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; das Ergebnis dieser Bauepoche war eine Gewölbebasilika von schwerer und nüchterner Behandlung. Ferner wurde in dieser Zeit der Priesterchor unter die Vierung vorgerückt und mit Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den Vierungspfll. bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. — 3. Die spgot. Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo v. Trotha das Lhs. zur Hallenkirche um, wobei die Stellung der Fensterachsen zu der Jocheinteilung unregelmäßig blieb; Netzgwbb.; außen an den Ssch. eine Folge von Staffelgiebeln mit Flächenmaßwerk aus Backstein; ferner erhielten das Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als Specimina [pg 272] der obersächsischen Schulrichtung bmkw. sind. — Rest, von Fr. Adler E. 19.Jh. — Der wenig ansehnliche Kreuzgang spgot. mit älteren Resten. — Kanzel 1514 mit Zusätzen von 1526, die letzteren schon mit RenssElementen. — Chorgestühl von 1446; die Reliefbilder an der Rückwand von einem sehr unbegabten handwerklichen Künstler, der sich Caspar Schockholz zeichnet. Viel besser der Fünfsitz von ca. 1480-90. — Reste von Schnitzaltären zerstreut. — In der Vorhalle steinernes Taufbecken 12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als nackte hockende Männer dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefäß, daran unter Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren Schultern die Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher versetzt, zum Motiv vgl. Byzantinische Elfenbeine und später das Fürstenportal am Bamberger Dom). — In der Kap. am WFlügel des Kreuzgangs großes und gutes Sandsteinrelief eines h. Georg, E. 14. Jh. — Zahlreiche Grabdenkmäler, unter denen nur einiges zu nennen. In der Vierung Gegenkönig Rudolf v. Schwaben † 1080, Bronzeplatte auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger Gießhütte; flachstes Relief, nur der Kopf stärker hervortretend; etwas unter Lebensgröße; alle Formen, auch die Gewandung, sehr starr, doch die Ornamente zierlich und sorgfältig; die Augen hatten Einlagen von Glasfluß, ebenso das Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umständen muß Ausführung sehr bald nach dem Tode angenommen werden. Also der älteste datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland. Im nördl. Qsch. Bischof Thilo v. Trotha † 1514, wahrscheinlich von P. Vischer, eherne Tumba in Kistenform, mit der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne architektonische Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehörige Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der Trinität. An der NWand Epitaph des Bischofs Adolf v. Anhalt, im südl. Qsch. große hölzerne Barockepitaphe ohne sonderlichen Wert. Im nördl. Ssch. Grabstein des Bischofs Friedrich v. Hoym † 1382, interessant durch den erstrebten Porträteindruck, Spuren von Bemalung. — In der Vorhalle Grabstein des Bischofs Sigismund v. Lindenau † 1544, an einem Pfl. das zugehörige Epitaph, bezeichneter Bronzeguß von Hans Vischer aus Nürnberg. — Im östl. Kreuzgang (soll nächstens in die Vorhalle versetzt werden) Rittergrabstein um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschädigte Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters (nach H. Giesau von diesem selbst). — Gregoriusaltar und Marienaltar um 1515-20, von einem Leipziger Meister [pg 273] (vgl. Friedersdorf). Im nördl. Qsch. großes allegorisches Gemälde auf die unbefleckte Empfängnis 1518. Mehrere ansehnliche Denkmäler aus Renss. und Bar.: v. Bibra † 1584, Kostitz 1610, v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian v. Zoch 1728. Von den Glocken wird eine (die »Schnurre«) dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta und Nona 1498.
K. und Klst. St. Petri, gegr. 1091, säkularisiert 1562. Aus der rom. Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) die Apsis des nördl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen Bau. — Teile des Klst., darunter das große Herrenrefektorium, 1sch., 3 rippenlose, stark steigende Gewölbe im Stil der Übergangsteile des Doms.
Neumarkts-K. S. Thomas, ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, flacher Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor unverändert; zwei reiche Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, A. 13. Jh.
K. des Collegiatstiftes St. Sixti, erster Bau 1045; E. 15. Jh. als got. Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verändert.
Stadt-K. St. Maximin, spgot. und modern; die letzten rom. Reste im 19. Jh. beseitigt.
Gottesacker-K., 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg. Portaltympanon mit ausgezeichnet schönem Rankenornament im Übergangsstil, verwandt den gleichen Bauteilen des Magdeburger Doms.
Schloß. Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut 1605 ff. unter Herzog Georg von Sachsen durch Melchior Brunner; die Wirkung ist gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal der geräumige, annähernd quadratische Hof (die vierte Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehört zu den eindruckvollsten, großzügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme, Erker, Portale und Zwerchhäuser in kräftigen, nicht schwülstigen Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen Fronten so verteilt, daß sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, aber doch nicht ganz aufheben. — Ausgezeichnetes Brunnenhaus. — An den Schloßgarten aus 2. H. 17. Jh. erinnern vier Obelisken. — Gartensaalbau 1727.
Rathaus 1475, verändert in der Renss. (vgl. das Wappen). Marktbrunnen A. 17. Jh.
Östl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente der Burg König Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter und daneben eine vorgeschichtliche Anlage.
MERXHAUSEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
Ehemalige Augustiner-Klst.-K. gestiftet 1213. Flachgedecktes Schiff mit got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil zerstört. Schönes rom. Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten [pg 274] ausgekehlt. Die Klostergebäude modernisiert, bmkw. nur ein Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks, reichgegliederte Fenster mit Vorhangbgg.
MESCHENBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
Dorf-K. spgot., dann öfters verändert. — Spgot. Kanzel.
MESPELBRUNN. UFranken BA Aschaffenburg.
Schloß. Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493. Restauration und Vergrößerung 1742 durch die Grafen von Ingelheim. Wasserburg, berühmt durch die malerisch-poetische Lage in einem Waldsee des Spessart.
METZELS. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Geschnitztes Holzfachwerkhaus, bez. 1511 auf dem got. Türbalken. Kleines Museum bäuerlicher Altertümer.
MEUSELBACH. Schwarzburg-Rudolstadt LA Königsee.
Kirche, 1743. Die Kanzel und das originelle Taufbecken aus derselben Zeit.
MEUSELWITZ. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Dorf-K. 1604, nach Brand 1640 hergestellt. — Schloß, 1724 für Feldmarschall Graf Seckendorff; großes Viereck mit kleinem Mittelhof; pompöse Wirkung beabsichtigt, abgeschwächt durch die geringwertigen Surrogatmaterialien.
MICHAELISBERG s. Klosterveilsdorf.
MICHELAU. OFranken BA Lichtenfels.
Pfarr-K. 1804-11. — Holzbauten ähnlich Marktzeum.
MICHELBACH. RB Cassel Kr. Marburg.
Kirche. Übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewölbebau mit schmälerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm. Im Schiff 3 rck. Kreuzgwbb. ohne Rippen.
MICHELFELD. UFranken BA Kitzingen.
Pfarr-K. nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. — Guter Bildnisgrabstein 1626.
MICHELSBERG. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
Dorf-K. Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schmälerem rck. Chor, kein Turm.
MIEKEL. K. Sachsen AH Bautzen.
Dorf-K. 1550, mehrmals erweitert. — Feiner und vornehmer Kanzelaltar 1686. Grabdenkmäler der v. Gersdorf, v. Löben und v. Ponickau.
Schloß erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an Schloß Moritzburg. Kurfürstliche Bildnisse des 16. und 17. Jh.
MIHLA. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Kirche. Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes Steinrelief des 14. Jh. Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v. Wangenheim, durch die Empore [pg 275] zum Teil verdeckt. Geschnitzter Flügelaltar E. 15. Jh., eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht gute Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs. Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt. Grabstein mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Rüstung, um 1660. Großes Kruzifix, aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters der Erfurter Grablegung. Große Truhe mit sehr reichen spgot. Beschlägen aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v. Herstall.
Das Graue Schloß bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger Treppenturm an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut gemeißelte Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist später in der Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735.
Das Rote Schloß. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgeschoß aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber 3 Geschosse aus z. T. reich geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh. Einer der besten Holzbauten Thüringens.
Geschnitztes Holzfachwerkhaus mit guten Schnitzereien no 30.
MILDENFURT. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
Ehemalige Prämonstratenser-Klst.-K. gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-50. Nächst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen. Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh., erhalten. Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor zeigen den regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und Nebenchöre (kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch Altarnischen in der Mauerdicke der Kreuzflügel. Das Lhs. im gebundenen System gewölbt; 4 Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. Im W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den Klostergebäuden haben sich das Refektorium, der Kapitelsaal und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt, im jetzigen Brauhaus erhalten.
MILTENBERG. UFranken BAmtsstadt.
Altertümliches Stadtbild von großem Reiz. Hauptschmuck die zahlreichen Fachwerkhäuser, meist 16. Jh., so das Gasthaus zum Riesen 1590.
Pfarr-K. Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. [pg 276] vollständig umgebaut und erweitert. Außen ansehnlicher Quaderbau mit 2 OTürmen. — Franziskaner-K. barock.
Rathaus. Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz. — Am Wochenmarkt hübsches Rok.-Wohnhaus von dem mit Ritter in Mainz in Verbindung stehenden Lokalmeister J. M. Schmidt.
Schöner Renss. Laufbrunnen.
Burg. Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, gut erhaltener Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest.
MILTITZ. K Sachsen AH Meißen.
Pfarr-K. 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. — Hübscher Altaraufsatz mit Sandsteinreliefs und Statuetten der Stifter 1622.
Schloß. Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung auf Umbau 1663.
MILZ b. Römhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. Dorf-K. von Mauer und Graben umgeben. Auch sonst als Ganzes bmkw. — Viel Fachwerkhäuser.
MISTELBACH. OFranken BA Bayreuth.
Pfarr-K. Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hölzerne Tonne mit bmkw. Malerei. Grabsteine 16. und 17. Jh.
MISTELFELD. OFranken BA Lichtenfels.
Pfarr-K. 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. Flachgedecktes Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, darüber Turm. An der 5achsigen Langseite in der Mitte Tür und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei Maßwerkfenster.
MITTELDORF. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
Dorf-K. um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grätigen Kreuzgwbb., etwas schmälerer quadratischer Chor und 1/2kr. Apsis. Der WTurm jünger.
MITTELSTREU. UFranken BA Mellrichstadt.
Dorf-K. Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden Holzfiguren um 1600.
Karner mit Fragmenten von Steinplastik der Renss.
MITTWEIDA. K. Sachsen AH Rochlitz.
Marien-K. Erneuert nach Brand 1454 durch Meister Arnold v. Westfalen bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; er entspricht zweien Schiffen des als 3sch. Halle angelegten Lhs. in der Weise, daß seine Achse auf die südl. Pfeilerreihe fällt; das nördl. Schiff durch Empore geteilt; diese Unregelmäßigkeiten von eigentümlich malerischem Reiz; die nördl. Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Äußere trocken elegant, der Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache WTurm 1516. — Altarwerk mit reicher Holzschnitzerei 1661 [pg 277] von Valentin Otto und Joh. Richter, beide aus Meißen. Sandsteinkanzel, von Mosesstatue getragen, an den Brüstungen der Treppe und Bühne die 12 kleinen und 4 großen Propheten; gefertigt 1667 von Cl. K. Buchau in Dresden.
An einigen Wohnhäusern hübsche Fr.Renss Türen.
MITTWITZ. OFranken BA Kronach.
Schloß nach 1525.
MOGGENBRUNN. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Schloß 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. Wasserburg. Der Graben noch erkennbar. Stattliches Portal mit Pfll., Sll., Türklopfer aus 16. und 17. Jh. Das Innere im 17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.
MOHORN. K. Sachsen AH Dresden-A.
Dorf-K. Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. — Schnitzwerke: Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten A. 15. Jh. Großer Altarbau 1604 von ernster, monumentaler Haltung, in der Mitte großes Abendmahlsrelief. Treffliche Bildnisreliefs 1686, 1711.
MÖHRA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Dorf-K. Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. Emporen. Anziehendes Gesamtbild des Inneren. — Zahlreiche Fachwerkhäuser 17. und 18. Jh., im Schmuck bescheiden, die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 »M. Luthers Stammhaus«.
MÖLBIS. K. Sachsen AH Borna.
Dorf-K. wesentlich 1688. Glocke 14. Jh. Bosesche Grabmäler.
Herrenhaus (v. Bose) 1714, einfach vornehm.
MOLSCHLEBEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.
Dorf-K. spgot. — Doppelflügeliges Altarwerk 1518; im Schrein ungewöhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit 6 Szenen aus der Legende des h. Jakobus d. Ä. auf gemeinschaftlichem landschaftlichem Hintergrund. — Schönes Fragment eines zweiten Schnitzaltars.
MOLSDORF. Sachsen-Gotha LA Gotha.
Schloß 1734 für Graf Gotter. Bar. im Übergang zum Rok. Luxuriöse Innenausstattung. Großer Park.
MÖMBRIS. UFranken BA Alzenau.
Dorf-K. Grabsteine 1548, 1562.
MÖNCHRÖDEN. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Ehem. Benedikt.-Klst. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebäude. Das Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pächterwohnung) zeigen Reste schmuckreicher Behandlung in der Weise des fr. 16. Jh. — An der Dorf-K. Unterbau einer rom. Apsis; sonst oft veränderter Gemengbau. An der südl. Außenwand [pg 278] 3 Bildnisgrabsteine von Äbten 1367, 14.., 1474.
MORITZBURG. K. Sachsen AH Dresden N.
Jagdschloß. 1542-46 von Hans Dehn-Rotfelser für Kurfürst Moritz; kleinere Veränderungen 1593-1660; Kap. 1672 von W. C. v. Klengel; 1722-30 Umbau und Erweiterung durch Pöppelmann. — Die Anlage des 16. Jh. hatte eine hohe Ringmauer im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem dadurch gebildeten weiten Hof stand das Schloß, ein einfach behandelter rck. Bau (15 : 30 m); erst Buchner schmückte ihn 1593 mit den auf älteren Abbildungen sichtbaren Volutengiebeln. Pöppelmann legte die Hofmauer nieder, vergrößerte das Mittelschloß um ein Bedeutendes in Höhe und Breite, verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das Ganze mit Terrassen, Rampen und Brücken. Die innere Einteilung steht unter dem Zwang des Umbaus. Die Außenwände sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch (längst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt besteht der noch immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung und der Lage inmitten eines (auch erst von Pöppelmann erweiterten) Waldsees. Im Innern fällt der ungeheure Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die Dekoration der Kap.; das Deckengemälde von Joh. Fink, die porzellanene Altarplastik von J. J. Kändler. Der Schmuck der Terrassenbalustrade (44 Vasen, 44 Putten, 4 größere Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch empfundene Stücke. Der Jäger an der SWEcke aus älterer Zeit, wahrscheinlich 1602 von Christoph Walther.
Fasanerieschloß 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das Hauptschloß. Dort schweres, derbes Bar. vor Eintritt des französischen Geschmacks; hier die andere Grenze des Rok. schon überschritten, gesuchte Einfachheit in spielend antikisierenden Formen, daneben chinesische und indianische Anklänge, als Symbole der Natürlichkeit, die Räume winzig für intimste Zurückgezogenheit eines Liebesidylls.
MÖRSHAUSEN. RB Cassel Kr. Melsungen.
Dorf-K. 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, sehr hochbusigen Kreuzgwbb.; schmälerer rck. Chor; turmlos.
MOTZLAR. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
Dorf-K. 16. Jh., umgebaut 1733. — Ausstattung gleichzeitig. Am Hochaltar 2 auffallend gute Holzstatuen. Kruzifix, Pietas und Altarreste spgot.
MÜCHELN. Pr. Sachsen Saalkreis.
Kleine frgot. Templer-(?)K. Sorgfältige Ausführung in Sandstein[pg 279]. 1sch. mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluß, im W Empore. Die Rippen auf geschmückten Konsolen.
MÜCHELN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Stadt-K. Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung 1. H. 18. Jh.
Rathaus 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale in malerischer Gruppierung.
MÜCKENBERG. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Schloß 1737 für Margarethe v. Löwendahl geb. Rantzau. Hufeisenanlage in anspruchloser Behandlung. Von dem einst reich dekorierten Inneren nur das Treppenhaus erhalten. Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte Schloßkap. 1746, auf dem Altar große Kreuzigungsgruppe in Meißener Porzellan. Vom Park wenig erhalten, großes Gittertor um 1800 mit Motiven vom Brandenburger Tor in Berlin.
MÜCKERN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Dorf-K. Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.
MÜDESHEIM. UFranken BA Karlstadt.
Pfarr-K. Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Großes Deckengemälde und Altarausstattung aus derselben Zeit.
Wallfahrts-Kap. Holzfiguren in der Richtung Riemenschneiders.
MÜGELN. K. Sachsen AH Oschatz.
Stadt-K. Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewölbeschlußstein bez. 1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das 4. Joch der Turm eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr schmal, Sterngwb. auf 8eck. Pfll. mit konkaven Flächen; Fenster 3teilig mit äußerst nüchternem Maßwerk; Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. — Sakramentsnische mit Halbfiguren von Propheten und Engeln. Überlebensgroßes Kruzifix. [Flügelaltar von M. Krodel 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] Vor der südl. Vorhalle großes prachtvolles Gitter bez. 1648. — Grabmal des Melchior v. Saalhausen † 1504, höchst lebendig behandelte Standfigur in fast voller Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz † 1591 und des Diakonus Stein † 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem Marmor für Sophie und Georg Dietrich v. Wolframsdorf 1691, 1694.
Schloß Ruhetal. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts nachweisbar. Was vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.
Rathaus. Späteste Gotik ca. 1550, durch »stilvolle« Rest. entwertet.
MÜGLENZ. K. Sachsen AH Grimma.
Dorf-K., einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die verständnisvolle [pg 280] Durchführung eines got. Netzgwb., für jene Zeit etwas Unerhörtes.
MÜHLBECK. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
Dorf-K. von einfach rom. Anlage. Rasenstein. Sakramentshäuschen und doppelflügeliger Altarschrein spgot.
MÜHLBERG. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Ehemaliges Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern. Ein südl. Ausläufer der märkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227, die maßgebenden Baudaten nicht bekannt. Etwa zwischen 1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen 1330-50 Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders der kleeblattförmige Unterbau der nördl. Apsis). Das Ergebnis 1sch. Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem Chor. Ganze Länge 60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den Qsch.Apsiden die im N unten kleeblattförmig (mit got. vergrößerten Fenstern), oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8. Die Gwbb. sämtlich nach einem der mehreren Brände des 14. oder 15. Jh. erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte Blendnischen, die Kaptt. der Säulchen erneuert (frgot. Knospen). Das Lhs. hat mehrere Veränderungen durchgemacht, besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die Nonnenempore reichte, ist nicht auszumachen. — Das Äußere in guten Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen eingeschoben; gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht rätselhaft das rom. Portal der SSeite. Die WFassade 15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch Blendnischen (in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und auf den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden sich Strenge und Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter auf der Vierung ist neu (der alte beim Brande 1539 eingestürzt). — Eingreifende Wiederherstellung 1901-06. — Die Ausstattung der klösterlichen Zeit abgegangen. Einfacher Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemälden, bez. H. G. B. (Heinrich Godechen), Kanzel 1621. Lange Reihe von Grabdenkmälern (1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch und dann sehr minderwertig, die meisten in geritztem Umriß. Von denen des 16. bis 18. Jh. einige leidlich gut. — Klausurgebäude. Gelegen auf der NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen, das Refektorium (N) jetzt Kuhstall, das Äbtissinnenhaus (W) 1717 als Herrenhaus adaptiert, Zellengwbb. im Erdgeschoß deuten auf einen ziemlich aufwändigen Umbau um 1500; demselben gehört auch der mit einem Maßwerkmuster (Netz [pg 281] aus sich schneidenden Kreisen) übersponnene Giebel. Von dem Winkel zwischen dieser Giebelwand und der Kirchenfront führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca. 100 m abseits gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten schlicht, das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der Abtei, aber in einem anderen Muster, einem Flechtwerk aus Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten in schlichter Fr.Renss. nach 1554.
Neustädter-K. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verändert. — Guter spgot. Schnitzaltar um 1525, später in Renss.-Rahmen gebracht. Mehrere Grabsteine.
Friedhof 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. Altargemälde 1614.
Schloß. Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt 1535) nach 154S als kurfürstliches Verwaltungsgebäude einfachst erneuert. In der Kap. neugot. Altar mit guten Figuren des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).
Rathaus. Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit Maßwerk ähnlich der Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur der WGiebel dem Jahre 1543 angehören. Inneres modernisiert. (Sammlung des Geschichtsvereins)
MÜHLFELD. UFranken BA Mellrichstadt.
Dorf-K. Turm frgot. Lhs. 1593. — Grabsteine 1481, 1611, 1704.
MÜHLHAUSEN. OFranken BA Höchstadt.
Pfarr-K. Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. — Schöne Bildhauerarbeiten des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, Bilder aus der Schule Wolgemuts(?), Grabmal von Hans Werner 1613.
MÜHLHAUSEN. UFranken BA Würzburg.
Dorf-K. 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben Zeit.
MÜHLHAUSEN. Pr. Sachsen Kreisstadt.
Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besaß, sind jetzt 5 im kirchlichen Gebrauch.
S. Blasien. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen Ordens gelangt. Ältere Baugeschichte unbekannt. Der vorauszusetzenden rom. Basilika könnte der WBau bis zu dem in Höhe von 14,5 m liegenden Rundbogenfries entstammen. Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Türme. Von reicher und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in Umriß und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den Einzelheiten verschieden. Der nordwestl. ähnelt in Komposition und Einzelheiten durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in [pg 282] Arnstadt; offenbar dieselbe Werkstatt. Er hat 3 Geschosse von je 4,5 m Höhe, sein Partner nur 2 von je 6,7 m Höhe. Am nördl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurück. am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden gemeinsam ist die Verstärkung der Ecken durch Bündel von je 3 Runddiensten, die sich mit den kräftigen Gesimsen verkröpfen und in jedem Geschoß auf halber Höhe mittels Ringsteinen in die Wand eingebunden sind. Während die Außenarchitektur des WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen Formen hält, die zu einem Baubeginn bald nach 1227 passen, ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe führende Tür frgot. im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm (vollendet ca. 1260) nimmt auch die Außenarchitektur frgot. Schmuckformen auf (mit speziellen Anklängen an Laon), wie auch die lotrechten Linien gegenüber den wagrechten stärker betont sind, worauf schon die veränderte Stockwerkteilung hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau erneuert, unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit quergestelltem Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die Ecken starke kreuzförmige Strebepfll. und noch später in der Mitte eine formlose Strebemauer. — Um 1260 die Erneuerung der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen. Übergangsformen mit Anklängen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines basilikalen Aufbaus bald verlassen. — Das Lhs. ist Hallenkirche von 5 Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund mit 4 alten und 4 jungen Diensten; die Deckplatten rund, unter ihnen als Kapt. ein ringsumlaufender Blätterkranz; die Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen weiten Fenster 3teilig, Maßwerk aus Vier— und Dreipässen. — Am Äußern haben besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; im S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes Portal, von einem oben abgestutzten Giebel überstiegen; darüber Rosenfenster, dessen Maßwerk aus einfachen Kreisen. An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit Fialenkrönung. Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. An der nördl. Front fortgeschrittenere Formen; der Wimperg des Portals im Lichten ausgearbeitet, die Rose bedeutend größer und aus 14 radianten Blättern gebildet; vor dem Giebeldreieck freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen kleinere Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdächern entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd mit den Fialen der Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas monotone Lebhaftigkeit entsteht. Beeinträchtigt werden die Proportionen durch die mehr als 1 m hohe Aufschüttung [pg 283] des ehemals als Begräbnisplatz benutzten Geländes. — Großer Schnitzaltar E. 15. Jh. — Steinerner Levitensitz A. 14. Jh. — Steinerne Kanzel E. 15. Jh. — Taufstein 1596. — Epitaph des Hermann von Heylingen † 1422, der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fuß der betende Stifter. — An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes Gitter von 1707. — Unter den Altargeräten der Sakristei mehreres bmkw.
S. Marien. Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen Basilika im 2türmigen WBau. Nur der nördl. Turm unverstümmelt, im Typus von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau mit bar. Oberbau, so daß die Fassade (vor Zerstörung des südl. Turmes) schließlich dreitürmig war. — Im übrigen ist die K. völlig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der einheitliche Charakter des Innern läßt auf eine nicht zu lange Bauzeit schließen. Der Chor 1328 vollendet. — Hallenkirche mit einer für dieses System ungewöhnlich reichen Grundrißgliederung. Das Lhs. ist bei 5 Schiffen und 5 Jochen etwas breiter als lang (26,3 : 28,4; der Breitenüberschuß fällt auf das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die Fluchtlinie der Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine größere Breite von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich die inneren Ssch. als Nebenchöre (1 quadratisches Joch und Schluß aus 8 Eck), das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und 8 Eck-Schluß) fort. Die tief ausgekehlten Pfll. von individueller Bildung. Statt der Schlußsteine dienen mehrfach tief herabhängende, mit Blättern besetzte Stengel. — Dem Äußeren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung der Massen; dafür ist Ersatz in besonders reichem Schmuck gesucht. Über jeder Fensterachse ein in Maßwerk aufgelöster Giebel; das Motiv trat zuerst an der Liebfrauen-K. in Arnstadt auf; dort mit Beschränkung auf den Hauptchor; hier in der regelmäßigen Wiederholung wird es monoton, vollends durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, als Staffelgiebel ohne Maßwerk). Dieselbe, aus der Profanarchitektur entlehnte Form des Staffelgiebels an den Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch. fungiert als Hauptportal; darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein Altan.
Ausstattung. Hauptaltar mit spgot. Flügelschrein, in der Mitte Marienkrönung, auf den Flügeln je 6 Heilige in 2 Ordnungen, gemalte Außenflügel, Predella jünger. Dahinter S. Nikolausaltar (versetzt). Im nördl. Ssch. 2 gemalte Triptycha. Steinerner Levitensitz M. 14. Jh. Ratsstuhl 1604. In den Chorfenstern beschädigte Glasgemälde [pg 284] aus 14. Jh. Skulpturen: Der Schmuck des Hauptportals in den Münzerischen Unruhen zerstört: An der Brüstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach der örtlichen Überlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge, die alljährlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen hätten. Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten Figuren die Anbetung der h. drei Könige. An der Spitze des Giebels Jüngstes Gericht in verkürzter Darstellung. — Am Teilungspfosten des nördl. SPortals eine Heilige mit Kirchenmodell.
S. Jacobi. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne Gwbb. wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. Von Interesse jetzt nur das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete Äußere. Die WFassade über ungegliedertem Unterbau 2 Türme, der nördl. quadratisch, der südl. 8eckig, gleichzeitig die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen begleitet sind, die ihren Platz ungewöhnlicherweise an den geraden Seiten des 8Ecks haben. Die in der Mitte einer jeden Langseite angeordneten Türen sind mit den Fenstern zusammenkomponiert, letztere mit reichem Maßwerk des 14. Jh.
S. Kiliani. Unbedeutender Bau des 14. Jh.
Allerheiligen. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nördl. 1 Schiff unter Schleppdach hinzugefügt. Unverhältnismäßig hoher WTurm, unten schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse und welsche Haube.
Kloster-K. der Büßerinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. Jetzt Turnhalle.
Barfüßer-K. Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn 1232. 1sch. Rck. von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem wenig eingezogenem Chor; also Typus der reinen Predigtkirche. Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier auch die 3 Türen. Im südöstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck. 75 : 10,6 m. Der ältere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk und ohne Strebepfll., der östl. Teil besser. Jetzt Packhof.
[Prediger-K. beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. 10 Joch lange Hallenkirche.]
Hospital-K. Ganz kunstlos; jetzt Magazin.
S. Petri. E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem Chor, jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst entstellt.
S. Georg. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfältiger Quaderbau mit gutem Maßwerk an den Fenstern, von denen 3 an der östl. Schlußwand. Die an beiden Langseiten angeordneten Türen mit den Fenstern zusammengezogen, in einfacherer [pg 285] Fassung das Motiv der Jakobi-K. — Angebaut eine 6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.
S. Martini. Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem aus dem 6Eck geschlossenem Chor.
S. Nikolai. Die größte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere verbaut, jetzt mit Holzdecken. Das Äußere ganz schlicht. Der im südl. Chorwinkel stehende Turm im Unterbau romanisierend frgot.
Rathaus. Planloses Aggregat verschiedenartiger Räumlichkeiten. Die Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof.
Stadtbefestigung. Erhebliche Teile erhalten.
MÜLLERDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Dorf-K. mit rom. Turm. An der Außenseite eingemauert zwei »heidnische Götterbilder« (??).
MÜNCHAURACH. OFranken BA Höchstadt.
Pfarr-K. Kreuzförmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf unverjüngten Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. Schlichtes WPortal. Chor spgot. Turm am NEnde des Qsch.
MÜNCHENBERNSDORF. Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O.
Dorf-K. 2 Altarflügel von Valentin Lendenstreich aus Saalfeld 1503. — Typische Wasserburg aus 2. H. 16. Jh.
MÜNCHENGOSSERSTÄDT. Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.
Dorf-K. Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., Lhs. 17. Jh.
MÜNCHENLOHRA. Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.
Ehemalige Nonnen-Klst.-K. Gewölbte rom. Pfeilerbasilika auf normal kreuzförmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei Doppeljoche. Die Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. Die Pfeilerbasen mit kräftigem attischem Profil; die Kämpfer teils mit demselben, teils mit Blatt- und Rankenwerk geschmückt. Im Msch. grätige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh. Die Ssch. waren zerstört, jetzt erneuert. Die westl. Hälfte des Lhs. wird von einer Nonnenempore eingenommen; sie ruht auf gewölbter Halle von 2 Schiffen und 4 Jochen. Die Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und stark ausgebildete Gesimse und Bogenfriese, an den Wänden dünne 3/4 Sll.; dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme mit Glockenhaus über der Empore) war zerstört, jetzt erneuert. (Grundmauern eines älteren WChors.)
MÜNNERSTADT. UFranken BA Kissingen.
Pfarr-K. Ansehnlich große ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. neu aufgebaut, erhalten blieben der rom. WTurm und der spgot. Chor. Das rom. Portal führt in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. Im ersten Geschoß ehemals Kap., die sich im Rundbg. [pg 286] gegen das Msch. öffnete. Darüber setzt der Turm ins 8Eck um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen. Geschiefertes Obergeschoß und Spitzhelm 17. Jh. — Im Neubau der Juliuszeit wurde das ursp. niedrigere Hochschiff (erkennbar am Anschluß an den WBau) bis zu der durch den got. Chor gegebenen Höhenlage erhöht, das System der flachgedeckten Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries mit den alten Werkstücken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte rundbg. Arkaden, von W nach O in der Öffnungsweite abnehmend, Stützen Rundpfll. mit toskanischem Kapt. Das südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert. WEmpore aus der Juliuszeit. — Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschluß an das Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten Türmen (völlig ausgeführt nur der im SO). — Hochaltar neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus alten und neuen Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten Hochaltar, Frühwerke Riemenschneiders; die Flügelreliefs jetzt auf der Rückseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Münchener Nat.-Mus. Ferner enthält der Altar ein interessantes Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar in Nürnberg erstanden) und ein großes Hochrelief, Kreuzigung, wohl mit Recht Veit Stoß zugeschrieben, gedrängt, unruhig, in forcierter Charakteristik. Als Flügel des Stoßschen Altarwerks, ja sogar als eigenhändig von ihm gemalt, werden neuerdings (von H. Weizsäcker) die 4 jetzt im Chor hängenden Tafeln in Anspruch genommen. — Einzelne Schnitzbilder von zerstörten Altären in der K. zerstreut; ferner Salvator und 12 Apostel aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben bemalt. — An der SSeite des WTurms Kap. von 1428 mit großem rohem Ölberg, einem Heiligen Grab, einer Messe des h. Gregor, verdorbenen Epitaphen.
Markt-Kap. Einfacher Bau von 1410.
Augustiner-K. 1752. Geräumiger Saalbau, als Architektur nichtssagend, die Dekoration wird allein durch die sehr großen und vordringlichen Mobilien bewirkt. — Deckenbilder von Joh. Anwander. Reicher Schatz des 18. Jh.
Aula im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. von Zeni.
Stadtbefestigung mit interessanten Turmanlagen, an zweien Steinmadonnen aus E. 14. Jh.
Rentamt (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, im Hof großer Erker 1671 und Portal 1611 von Julius Ernes.
MÜNSTERSCHWARZACH. UFranken BA Kitzingen.
Ehem. Benediktinerabtei. Die Gründung wird auf Karl d. Gr. [pg 287] zurückgeführt. Großartiger Neubau durch Balth. Neumann 1727-1743, eine seiner bedeutendsten Schöpfungen, auch die Innenausstattung von den ersten Künstlern der Zeit. Nach Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil weder Staat noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigebäude aus der Zeit vor Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 Torhaus. Von Neumann ein kleiner 2geschossiger Bau der SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten. — Mainbrücke mit Bildstöcken der Renss. und Standfig. der Immaculata um 1750.
MUPPERG. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
Pfarr-K. Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22 umfangreiche Rest. und Erweiterung. — Prunkvolle Moseskanzel. — Bildnisgrabstein des Hans von Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schärfe der Arbeit ausgezeichnet. — Reste von ma. Wandmalerei.
MÜRSBACH. UFranken BA Ebern.
Pfarr-K. Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. — Gute spbar. Einrichtung. — Renss. Epitaphien um M. 16. Jh.
Dreifaltigkeits-Kap. Spgot. um 1516. Gute spgot. Ho1zfiguren.
Im Dorf Fachwerkhäuser.
MUTZSCHEN. K. Sachsen AH Grimma.
Stadt-K. (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil aus einer stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. Chor; der Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.
MYLAU. K. Sachsen AH Plauen.
Burg in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden Bergfried mit hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung aus der Zeit Kaiser Karls IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15. Jh.), umgebaut unter den v. Schönberg (E. 16. Jh.).