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ZABELSTEIN. UFranken BA Gerolzhofen.

Burgruine aus 13. Jh., ehedem bedeutend, nach Beschädigung im Bauernkriege 1586 von Bischof Julius erneuert, jetzt nur spärliche Reste.

ZAHNA. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Stadt-K. Rom. Granitquaderbau, urspr. 3sch., jetzt 1sch. kreuzf. Von den urspr. 3 Apsiden 1 erhalten. Am Qsch. Granitportale. Im W rck. Turm, unten Granit, oben got. Backstein.

ZEHISTA. K. Sachsen AH Pirna.

Schloß; erb. im 16. Jh., daher einige Volutengiebel; umgebaut 1736 vom Gf. Brühl.

ZEIGERHEIM. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K. Beg. rom., Sch. und quadr. Chor, über welchem der Turm, wie oft üblich im Gebiete der Saale. Frgot. umgestaltet; Chor verlängert und beide Joche mit spitzbg. Tonnengwbb.; Hauptgesims aus Werkstein, an den Ecken des O- und WGiebels zu Ohren verkröpft. Das südl. Fenster des östl. Chor-Joches erweitert mit Maßwerk der Hochgotik. Bmkw. hölzerne Emporen des Sch. 1715. — Guter Schnitzaltar um 1490, vom Saalfelder »Meister der Baldachine«. — Glocke 1499.

ZEIL. UFranken BA Haßfurt.

Stadt-K. 1713 mit Beibehaltung des got. Chorturmes (nunmehr W). Im Chor reiches Deckengemälde von J. P. Herrlein 1761. Altäre um 1730. — Glocke 1379, eine zweite A. 14. Jh.

Golgatha-Kap. mit großer Kreuzigungsgruppe unter einem von 4 Sll. getragenen Dach, 1623.

Rathaus 17. Jh. 2 Steingeschosse, oberstes in Fachwerk.

Rentamt (vorher bischöfl. bambergisches Jagdschloß) erb. von Lothar Franz v. Schönborn gegen 1700.

Mehrere gute Fachwerkhäuser. No 126 von 1689 mit besonders reichem Schnitzwerk (ähnliches in Königsberg i. Fr.).

ZEILFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1734 im Anschluß an die für diese Gegend typische ma. Anlage, 1sch. Lhs. mit eingezogenem quadr. Chor, darüber Turm. — Altarwerk A. 16. Jh.

ZEILITZHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.

Pfarr-K. 16. Jh. mit originaler bemalter Holzdecke.

Schloß des späten 17. Jh., eine der frühesten fränkischen Bauten der Familie Schönborn. 4flügelig um einen quadr. Hof. Innen einige sehr vornehm dekorierte Zimmer.

ZEITHAYN. K. Sachsen AH Großenhain.

Dorf-K. 1595, im Chor Tonnengwb. mit Rippennetz. — Schleinitzsches Wandgrab 1698, die gut charakterisierte Bildnisfigur in reicher Umrahmung von Marmorsll. Doppelgrab 1620.

ZEITZ. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Pfarr-K. S. Michael. Die OWand des Qsch., der Apsidenbogen und der Unterbau der 2 WTürme frührom. Für das letztere, in Thüringen durch kein älteres Beispiel beglaubigte Motiv ist das Fehlen genauerer Datierung besonders zu bedauern. Langhaus, Chor und Stirnwände des Qsch. frühgot. gegen 1300. Die schmalen Fenster zu je 2 gruppiert. Aus dieser Zeit die bmkw. Wandgemälde des Chors mit Stuckauftrag an Nimbus und Gewandsäumen. Von den einst 12 Kolossalfigg. (2-3 m hoch) sind 7 wiederhergestellt. — Spätgot. Umbau als Hallen-K. nach der Zerstörung durch die Hussiten 1429. Spätgot. Wandgemälde, darunter Totentanz. Übermalt mit einem kolossalen S. Christophorus. Die Gemäldespuren im Qsch. frühgot. In der Sakristei guter bar. Ölberg.

Schloß-K. S. Peter u. Paul. (Bis zur Verlegung des Bistums nach Naumburg im 11. Jh. Domkirche.) Ältester Teil die Krypta, erb. 974 ff., erweitert nach 1032, die Gwbb. aus 12. Jh. Wichtige Zeugnisse für den Stand der ottonischen Kunst nahe den damaligen Ostmarken sind die 2 × 4 Säulen, in denen fast verloschene Erinnerungen an die Antike mit mühsamen Neubildungen sich mischen; besonders bezeichnend ein nach der Würfelform tastendes Kapitell, auf dem gleichwohl in flachem Relief aufgerollte Akanthusstengel ausgearbeitet sind. — Von der Basilika des 12. Jh. hat sich erhalten die Vierung, ein Teil des QHauses und Teile der WTürme. — 1433-44 Umbau als spätgot. Hallen-K. An den ähnlich wie im Erfurter Dom gegliederten Bündelpfll. 13 [pg 455] lebensgroße Standbilder. Rom. Taufstein, Becken vierpaßförmig, Fuß als attische Basis. An den Wänden ein Kreuzigungsrelief in Alabaster aus 16. Jh. und 7 Grabdenkmäler der Bar.Zeit. In der Krypta 13 reiche Zinnsärge aus der Familie der Herzöge von Sachsen-Zeitz. 16 Grabsteine (durch moderne Zementrestauration mißhandelt) im Kreuzgang.

Franziskaner-K. um 1300. Hauptschiff mit 1 Ssch., der gegen 1400 verlängerte Chor mit 5/10 Schluß, das Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore ausgebildet (vgl. Marienstern). — In einem Raum des ehemaligen Klst. (jetzt Konferenzzimmer des Gymnasiums) bmkw. Spuren von Wandmalerei des 15. Jh.

Nikolai-K. neu. Aus der alten die Glocken (wahrscheinlich von F. Eisenberg), ein Gemälde Cranachs d. Ä.

Stephans-K. An Stelle eines ma. Klst. 1739. Gute Rokoko-Ausstattung.

Rathaus 1502-09 von Sebald Waldstein aus Altenburg. Bezeichnend für die letzte Phase der Spätgotik. Die Komposition beruht auf der Kontrastierung der ganz schlichten, durch unregelmäßige Fensterreihen schwach belebten Wände mit der reichen Ausstattung der Giebel (Maßwerk aus gebrannten Formsteinen) und des mit 5 Erkern besetzten hohen Satteldachs (rest. 1909). Ratskeller 1505, großräumig, mit 4 Rippengwbb. eingedeckt.

Schloß. Die ma. Anlage im 17. Jh. verstärkt, 8 Rundtürme, in den herzogl. Zimmern Stuckdekoration um 1700, Saal mit Kassettendecke. — Bmkw. Stadtbefestigung 14-16. Jh., von ihr 6 Türme erhalten.

ZELL A. M. bei Würzburg UFranken.

Prämonstratenser-Klst. Oberzell. Gegr. 1128. Der Bau bald darauf beg. Chor und Qsch. A. 17. Jh. neu aufgebaut (1838 z. T. wieder abgetragen). M. 17. Jh. das rom. Lhs. eingewölbt, unter Abt Hammerich (1692-1720) stuckiert, WFassade bez. 1696. — Das unter der Bar.Hülle erhaltene rom. Lhs. gehört zu den klarsten und gediegensten Bauschöpfungen aus der Klasse der rom. Sll.-Basiliken. Das Lhs. hat 8 Arkaden, die Sll. verjüngt und geschwellt, die att. Basen eckblattlos, die Würfel-Kaptt. jetzt vom Stuck verdeckt. Im WBau ist die doppelgeschossige Vorhalle hinsichtlich der urspr. Anlage nicht mehr ganz deutlich. Die Turmhallen hatten Öffnungen (jetzt zugesetzt) gegen die Sschiffe. Das rom. Portal am 1. Joch des südl. Ssch. führte in den ehemaligen Kreuzgang. Die 1696 vorgeblendete Sandsteinfassade ist mit jonischen Pilastern 1geschossig gegliedert; Statuen von Maucher. — [pg 456] Stiftergrabmal 1604, wohl nach got. Vorbild. — Klostergebäude 1744-60. Keine von den ganz großen Anlagen, aber in der reichen und vornehmen Behandlung ihres Meisters, Balth. Neumanns, würdig. Die Fassade in langgestrecktem Aufbau von 19 Achsen, die linke Hälfte (Abteiflügel) nicht ausgeführt; im Aufbau Erdgeschoß, Hauptgeschoß, Mezzanin in ausgeprägter Kontrastierung; die Endrisalite wenig, das mittlere stark herausgehoben. Im Treppenhaus interessiert vor allem die Raumlösung; die Dekoration nicht hervorragend. Die Innenräume (Kapitelsaal, Sommer- und Winterrefektorium) einheitlich in Stuck dekoriert. Im Erdgeschoß Deckengemälde von Franz Asam 1758 (dem Sohn Cosmas Damians). Rom. Hoftor, aus M. oder 2. H. 12. Jh., durch die Seltenheit derartiger Anlagen (vgl. Bd. IV, Remagen) besonders interessant. Geteilt in Einfahrt für Wagen und kleines Fußgängerpförtchen, Gewände und Bgg. reich profiliert; Quadermauer; Abschluß des Torbaues durch Rundbogenfries. — Reich behandelte rom. Säulenreste, wohl vom Kreuzgang, an mehreren Stellen des bar. Neubaues wiederverwendet.

Prämonstratenserinnen-Klst. Unterzell. Von dem urspr. Doppelklst. abgezweigt. Die vom Generalkapitel 1141 verlangte Verlegung in größere Entfernung erst im 13. Jh. ausgeführt. 1609-11 Neubau von einem »welschen Baumeister«. Trotzdem in den von FB. Julius gepflegten gotisierenden Formen, 1sch., Sterngwbb., Spitzbgfenster mit Maßwerk. Vom alten Bau blieb erhalten, in unregelmäßiger Stellung an der SSeite, der 5geschossige rom. Turm. Die K. seit der Aufhebung des Klst. 1803 profaniert. — Klausurgebäude renss., aus der Juliuszeit. Saaldekoration um 1720.

ZELLA-ST.-BLASII. Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Stadt-K. 1768, verwandt der Michaels-K. in Ohrdruf, s. dort.

ZELLA a. d. Werra. Sachsen-Weimar. VB Eisenach.

Propsteigebäude, jetzt Forsthaus, an einer Ecke bez. 1592. Ringmauer.

ZELLA b. Dermbach. Sachsen-Weimar.

Kirche der ehemaligen Propstei. 1715-32. Eine der besten Leistungen aus der Epoche der von Fulda geleiteten lebhaften Tätigkeit des katholischen Kirchenbaues in dieser Gegend. Prächtige Sandsteinfassade auf geschweiftem Gr. und mit Kolossalfigg. in Nischen. Die Kreuzgwbb. des 1sch. Raumes von Pilastern, im Chor von Stuckmarmorsll. getragen. Würdevolle Altarausstattung. Gutes Holzrelief mit Grablegung Christi um 1500. Schönes Silbergerät [pg 457] ca. 1780-90. — Propsteigebäude 1718. Reich dekorierter Festsaal.

ZELLA. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

Ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst., jetzt für landwirtschaftliche Zwecke umgebaut und schon vorher sehr entstellt. Erkennbar eine ziemlich große 1sch. rom. Anlage.

ZELLINGEN. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1785 von Geigel. 1sch. Saal mit Muldendecke und eingezogener Chorapsis. Die 2reihige Fensteranlage erklärt sich aus der Wiederverwendung der Mauern eines Schloßbaues. Das Innere ziemlich reich klassizistisch dekoriert von Materno Bossi (vgl. Kirchheim), mehr mit dem Pinsel als mit Stuck. Altäre und Kanzel aus grau- und violettem Stuckmarmor, auf den Fensterbänken die Stuckbüsten der Apostel.

Mariahilf-Kap. Bmkw. die Altäre von Peter Wagner 1788.

Rathaus. A. 17. Jh., einfach. Markttor E. 15. Jh. mit behäbiger Bar.Haube.

ZEUCHFELD. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Im Schiff einzelne sprom. Formen; OTurm und eingezogener rck. Chor mit frgot. Dreifenstergruppe.

ZEUBELRIED. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. Anlage gleich der Mauritius-K. in Winterhausen. Um 1300. Im Detail noch rom. Erinnerungen. — Bmkw. Renss. Kanzel 1598. Über dem NPortal Statue des h. Blasius, Holz, M. 14. Jh. Ölberg E. 15. Jh. — Gute Bildstöcke 18. Jh.

ZEUZLEBEN. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. von 1753-55, mit guter gleichzeitiger Inneneinrichtung. Turm nach 1602.

ZIEGELHEIM. K. Sachsen AH Glauchau.

Dorf-K. 1507 in trefflicher Architektur der Rochlitzer Schule. Ungewöhnlicher Gr.: zwischen dem mächtigen WTurm und dem langgestreckten Chor ein kleines querrck. Gemeindehaus. Kunstvolle Sterngwbb. mit reicher Durchsteckung der Rippen. — Stuhlwerk und Emporen um 1642, gut. Gleichzeitig die Malerei der Chorgwbb., zwischen den Aposteln das Bildnis Luthers.

ZIEGENHAIN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Schloß. Großer Gemengbau um 5eck. Hof, hauptsächlich spgot.

Ehem. Landratsamt, 1659 in noch ma. Weise.

Große Fruchtspeicher von 1543 und 1577.

Fachwerkhäuser aus 16. und 17. Jh.

ZIEGENHAIN b. Jena Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. beg. 1424 als Wallfahrte-K., hauptsächlich E. 15. Jh. [pg 458] Langer Chor mit 5/8 Schluß, am 1sch. Lhs. im W 3sch. QHaus, jetzt dachlos, Portal vom selben Steinmetzen, wie die Portale der Stadt-K. in Jena. — Reste eines spgot. Schnitzaltars und spgot. Wandmalerei. Hübsche renss. Weinkanne 1610; Rest einer Kirchenfahne aus 2. H. 15. Jh. Bar. Kanzelbau auf 4 Palmbäumen. — Von den 3 Burgen oberhalb Ziegenhain jetzt nur ein runder frrom. Bergfried erhalten, der sog. Fuchsturm (Haube 1909).

ZIEGENRÜCK. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. einfachst spgot. mit Flachdecke.

ZIERENBERG. RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Pfarr-K. 1430. Hallenkirche mit kreisrunden Schäften, blattlose Kaptt.

Rathaus. Fachwerkbau mit reich verzierten Schwellen und ehem. 4 Ecktürmchen. Über einer Tür Inschr. 1590.

Fachwerkhäuser aus 16. und 17. Jh.

Ringmauern z. T. erhalten.

ZILLBACH. Sachsen-Weimar B Dermbach.

Kirche im Bankettsaal des ehem. Jagdschlosses. Eingangstür bez. 1595. Das neue Jagdschloß 1790.

ZIPSENDORF. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. 1407, 1sch. mit 3/8 Chor; Netzgwb. Die ansehnlichste got. Dorf-K. des Kreises.

ZITTAU. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Johannis-K. Der spgot. Bau, eine doppeltürmige Hallenkirche, durch Brand 1757 zerstört. Neubau beg. 1766 nach Entwurf von Andr. Hünigen (mit Beibehaltung des alten NTurms). 3sch. Pfll.Halle, das breite, an beiden Enden in den 1/2Kr. übergeführte Msch. mit Muldendecke, die mit Emporen durchsetzten Sschiffe flachgedeckt. — Konstruktionsfehler nötigten im 19. Jh. zu einem Umbau, beg. 1834 nach Entwurf von Schinkel. Das Mittelstück der Fassade neukomponiert, das Innere mit schmucklosem Detail. — Zahlreiche Denkmäler des 17. und 18. Jh. erhalten; unter ihnen das des Prokop Naso † 1608, ein Meisterwerk der Renss.Dekoration. Interessantes Hungertuch, Ölmalerei auf Leinwand, die 6,80 m br., 8,20 m h. Fläche in 90 Felder geteilt; wohl vom Franziskanerkonventualen Vincentius.

Petri-Pauli-K. (Franziskaner). Zusammenfassung von 3 nicht planmäßig zusammengehörenden Bauteilen. 1) Die frühere Nikolaus-Kap., jetzt Sakristei, sp. 13. Jh., zierliches frühgot. Detail mit rom. Erinnerungen. 2) Chor gegen 1293. Gestrecktes Rck., gedeckt mit 4 Kreuzgwbb. (in Backstein) auf Konsolen. 3) Lhs. 15. Jh., 2sch. Hallenkirche, Pfll. in Backsteinformen. — Innere Einrichtung 1658 ff. Schlichtes [pg 459] Chorgestühl 15. Jh. Trefflicher Altarbau 1668; ebenso die Kanzel. Empore in kräftigem Holzwerk. Am Ssch. die Noacksche Betstube mit guter Fassade, 1696. — Denkmäler. Ältestes 1449, Frau und Kind in geritzten Umrissen. Auf dem Kirchhof bar. Gruft-Kapp. Mehrere mit vorzüglichen eisernen Gittern. — Klostergebäude. Erhalten der got. Kapitelsaal. Bibliotheksaal im WFlügel 1662.

Frauen-K. Der ma. Bau durch Brände 1475 und 1535 zerstört. Nur der Chor mit Qsch. whgest. (Letzte Rest. 1897.) Die Formen im Übergangsstil, etwa 1260-80, weisen auf böhmische Beziehungen; wegen der Seltenheit vorgotisch. Denkmäler in der Lausitz besonders beachtenswert. Im Qsch. werden die Kreuzarkaden von der Vierung durch je eine Doppelarkade abgesondert. Unmittelbar an die Vierung schließt sich die polyg. (5/8) Apsis. Hohe, schmale Rundbg.Fenster. Arkaden und Gwbb.Linien spitzbg., Rippen derb rck., teils auf dünnen Diensten mit Knollenkaptt., teils auf gestielten Konsolen. Das Äußere mit Blenden auf ähnlichen Diensten zierlich gegliedert. — Im Altarbau von 1619 eine schöne spgot. Madonna. Kanzel 1619 von Michel Greger. Emporen aus derselben Zeit. Die Wände bergen einen reichen Schmuck von hölzernen Bar. Epitaphen. Die steinernen Denkmäler an den Außenseiten opulent und meist von guter Qualität. Ein Teil ins Stadtmuseum gebracht.

Kreuz-K. beg. 1410. Plan ähnlich der Serviten-K. in Prag. Lhs. quadr. mit Mittelpfl., von dem sich ein regelmäßiger Stern entwickelt. Eingezogener Chor. Material Sandstein. — Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, gute Schnitzw. aus 2. H. 15. Jh. Ausstattung noch 1651. Das 17. und 18. Jh. außerordentlich freigebig mit Grabdenkmälern, namentlich von den Gruft-Kapp. des Äußeren sind mehrere geradezu luxuriös, so die Mönchsche um 1710, die Schrönsche um 1720, die Finksche um 1730.

Dreifaltigkeits-K. (Weber-K.) Einfach spgot. um 1440. 1sch. mit 3/8 Schluß. An Stelle der zerstörten Gwbb. Flachdecke des 17. Jh. Die Grabdenkmäler wiederum sehr zahlreich.

Hospital-K. Kleiner 1sch. Bau des 14. Jh., wiederholt rest. Portal und Fenster noch ausgeprägt frgot. Das Innere durch mannigfaltige Einbauten recht malerisch.

Altes Gymnasium 1571 mit Benutzung von Resten des Johanniterkreuzhofs. Denkmal des Gründers Joh. v. Dornsbach. † 1580.

Vom Rathaus des 16. Jh. haben sich nur der Turm und die Keller erhalten.

Marstall, zugleich Rüstkammer und Schüttboden, bez. 1511. Der mächtige Dachraum im 18. Jh. umgebaut.

Von den einst zahlreichen Brunnen haben sich die folgenden, durchweg plastisch reich durchgebildeten, erhalten: Marsbrunnen 1585, Samariterinnenbrunnen 1697, Herkulesbrunnen 1708, Schwanenbrunnen 1710.

Wohnhäuser. (Geschichtliche Marksteine sind die Stadtbrände 1589 und 1608 und die Beschießungen 1632 und 1757.) a) Fr.Renss. Neustadt 32 und 34, prächtige Sandsteintore. b) Sp.Renss. Markt 3 und 15, Bautzener Str. 2 und 11. c) Fr.Bar. Markt 24 (Amtsgericht) von 1678; Neustadt 23 von 1681; Markt 4 von 1689, hoch und schmal, reiches Detail, Eindringen Dresdener Einflüsse, auch die Rückfassade zum Johanniskirchhof zu beachten, d) Sp.Bar. Markt 9 von 1710, 7 Fenster br., guter Aufbau und prächtiges Detail; Weberstr. 20 von 1717; Wettinerstr. 21 von 1728; Markt 16, Bautzener Str. 6 von 1745. e) Rok. Lebhafte Bautätigkeit nach Stadtbrand 1757. Markt 13 von 1767.

Städtisches Museum.

ZÖBLITZ. K. Sachsen Kr. Marienberg.

Stadt-K. 1729 von J. Ch. Simon, sehr einfach.

ZORBAU. Pr. Sachsen AH Querfurt.

Dorf-K. Rom. OTurm, der frgot. Rechteckchor Ersatz für die rom. Apsis; alles sehr entstellt.

ZÖRBIG. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Stadt-K. ursp. rom. Anlage, nach spgot. und neuester Rest. ohne Interesse.

ZÖSCHAU. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Wenig veränderter rom. Bau. Das kurz rck. Lhs. flachgedeckt, der eingezogene quadr. Chor mit Hängekuppel zwischen mächtigen Gurtbgg., darüber der Turm (in jetziger Gestalt 17. Jh.), die Apsis aus der Halbkugel gewölbt, die Fenstergewände z. T. alt. — Granitener rom. Taufstein im Gutspark. Spgot. Sakramentsnische. Guter Flügelaltar um 1520, besonders die Relieffig. des Schreins, S. Nikolaus, von sorgfältigster Ausbildung.

ZSCHAITZ. K. Sachsen AH Döbeln.

Dorf-K. Turm 1515, Schiff 1717. Rck. mit gestutzten Ecken. — Stattlicher Altarbau mit Gemälden 1655, Kanzel 1656.

ZSCHEILA. K. Sachsen AH Meißen.

Dorf-K. Quadr. Gemeindehaus mit eingezogenem quadr. Chor, kreuzgewölbt, M. 13. Jh., 1512 Erweiterung nach W.

ZSCHEIPLITZ. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. Klst.K., rom. Anlage mit OTurm und Apsis nach dem [pg 461] Typus einer Dorf-K., nur durch die größere Länge des Schiffs ausgezeichnet.

ZSCHEPPLIN. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. spgot. Backsteinbau. — Frrenss. Taufstein mit figürl. Reliefs. Mehrere Epitaphe des 17. Jh., für dieses Gebiet von guter Qualität.

ZSCHOPAU. K. Sachsen AH Flöha.

Martins-K. E. 15. Jh., oft erneuert.

Burg alter Gründung. Umbau 1545 durch Kurfürst Moritz; aus Ma. der starke runde Bergfried.

ZWÄTZEN b. Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Chor und Turm (1513) got., Lhs. rom. mit schmalen Schlitzfenstern und rom. Bohlentür mit altem Beschläge. Schnitzaltar 1517, guter thüringischer Durchschnitt. Grabsteine von Deutschordensrittern, deren Embleme auch am Kanzelbau (Zopf). — Die Komtureigebäude gänzlich verbaut.

ZWETHAU. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. renss. Seitwärts in 8 m Abstand rom. Turm mit gekuppelten Schallöffnungen.

ZWICKAU. K. Sachsen Kreishauptstadt.

Marien-K. Erster Bau gew. 1118, zweiter beg. 1328, dritter 1465-1506. Infolge dieser verwickelten Baugeschichte zeigt der Gr. viele Unregelmäßigkeiten. Die ältesten Teile im WBau. Querschifflose Hallenkirche ähnlich Annaberg, Schneeberg usw. Nur deutet der zuerst begonnene Chor auf die ursp. Absicht, die Ssch. schmäler zu halten; er schließt mit 5 Seiten des 16Ecks. Lichte Maße 59,5 m l., 31 m br., 17 m h. Die äußere Erscheinung reich, im Gegensatz zu der sonstigen Tendenz der Erzgebirgsschule; die Strebepfll. kräftig vortretend; sie selbst sowohl als die zwischen ihnen liegenden Wandflächen in glänzender, wenn auch einigermaßen einförmig wirkender Weise mit blindem Stab- und Maßwerk, durchflochtenen Kielbögen usw. überkleidet. Unter dem Dachgesims taucht der Rundbogenfries wieder auf, in charakteristischer Umbildung des rom. Motivs; an Baldachinen, Giebeln usw. nimmt das Maßwerk öfters naturalistische Astformen an (vgl. Schloß-K. in Chemnitz). — Die Kirche nimmt durch die wenig versehrte Fülle ihrer Ausstattung eine bevorzugte Stellung ein. Großes Altarwerk von Michael Wolgemut aus Nürnberg 1479; 4 bewegl. und 2 feste Flügel; 7 m l., 2,50 m h. Der Schrein und die Innenflügel geben Maria und 8 weibliche Heilige in Schnitzwerk; alles übrige ist gemalt; die erste Wandelung zeigt Verkündigung, Geburt, Anbetung und h. Sippe, die zweite Wandelung Ölberg, Geißelung. Kreuztragung, Kreuzigung. — [pg 462] Taufstein, Kelchform in blühender FrRenss. 1536, vielleicht von Hans Speck. — Sicher von diesem die Kanzel, z. T. in farbiger Terrakotta, schmuckreiche Treppe mit Tür; Schalldeckel 1651. — Reste von Chorstühlen mit Laubwerk, Getier und Fratzen, E. 15. Jh. Prunkvoller Ratsstuhl von 1617. Kalandstübchen in der südwestl. Turmempore mit prachtvollem Ofen aus emaillierten Kacheln um 1540. Bemalte Orgeltürflügel 1627. — Heiliges Grab, bez. 1507; aus Lindenholz geschnitzter freistehender Schrein mit hohem turmartigem Aufbau; das figürl. Element tritt gegen das architektonische zurück. — Freigruppe der Maria mit dem Leichnam des Herrn A. 16. Jh.; Lindenholz, noch in der feinen alten Bemalung; nicht manierfrei, aber edel und tief gedacht; unter den deutschen Bildhauerarbeiten dieser Epoche verdient dies anonyme (neuerdings von Flechsig dem Zwickauer Peter Bauer zugeschriebene) Werk einen hohen Rang. — Grabsteine und besonders Gedenktafeln in sehr großer Zahl. Messingplatten: ikonisch Martin Römer 1560, die meisten heraldisch. Freigrab nebst Epitaph für Karl v. Bose 1637. Von den über den Emporen hängenden Epitaphen die bmkw.: Joh. Seling 1591, der Rahmen in der Art des Schreckenfuchs; Joh. Zochendorf 1662, farbiges, plastisches Kniebild; Obristwachtmeister v. Heldreich † 1674, lebendgroße, lebendig behandelte Holzfig.; Bürgermeister Mühlpfort † 1534; unbekannte Stifterfamilie 1559 bez. W. K. (Wolf Kirchner?). — Unter den Altargeräten Meisterwerke der spgot. und renss. Silberschmiedekunst. Abendmahlskanne vom Zwickauer Meister M W 1622, Hostienbüchse C W 1661.

Katharinen-K. gegr. nach 1212, in verschiedenen got. Epochen umgebaut, zuletzt 1571. Der gestreckte, platt geschl. Chor und die Sakristei aus 14. Jh. Das Gemeindehaus durch Hinzufügung von Ssch. in Hallenkirche umgewandelt. Das schmuckreiche Äußere durch Rest, des 19. Jh. entcharakterisiert. — Altarwerk, ganz gemalt, A. 16. Jh. (von Hans v. Kulmbach?), 2 feste und 2 bewegliche Flügel. — Kanzel von Hans Speck.

Rathaus 15. und 16. Jh., im 19. Jh. entstellt. Interessante Glasgemälde bez. C. R. 1581. Silberschatz.

Gewandhaus 1522; der nördl. Backsteingiebel zeigt die got. Formen in einer für diese Zeit und Gegend bezeichnenden Degeneration.

Schloß Osterstein, für Kurfürst August ausgebaut von Hans Irmisch 1565-85; sehr entstellt.

ZWÖNITZ. K. Sachsen AH Chemnitz.

Stadt-K. 1sch., erneuert nach Brand 1687. Das hölzerne Gwb. durch Laubrippen belebt, auch die ganze bar. Ausstattung aus Holz, gut erhalten, die Emporenträger in Gestalt von Palmbäumen.

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Ortsverzeichnis
geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken.