§. 26.
Das Feuer eines Schertzes, und die unterschiedenen Grade desselben, entstehen 1) durch die Menge der Regeln die dabey beobachtet werden. Je mehr von den kurtz vorher angeführten Regeln beobachtet werden, desto glücklicher und feuriger wird der Schertz; je wenigern Regeln er aber gemäß ist, desto unglücklicher und frostiger muß er seyn. 2) Durch die genauere Beobachtung einer jeden Regel. Je mehr und besser eine jede beobachtet wird, desto glücklicher ist der Spaß; je schlechter und kleiner aber die Beobachtung einer jeden Regel ist, desto unglücklicher und frostiger muß der Schertz gerathen. Ich will mich nicht unterstehen zu versichern, daß ich mir getrauete, den Grad der Güte eines Schertzes in einem gegebenen Falle genau zu bestimmen. So weit habe ich es noch nicht in der mathematischen Erkenntniß solcher Dinge gebracht, die nicht nach Ruthen und Schuhen können abgemessen werden. Ich begreiffe auch leicht, daß ich einen zu strengen Kunstrichter abgeben würde, wenn ich keinen andern Schertz loben wolte, als solche die im höchsten Grade feurig sind. Mir deucht, daß ich das von einem spaßhaften Kopfe sagen könne, was Horatz von den Dichtern behauptet:
mediocribus esse poetis
Non homines, non di, non concessere columnae.
Ich bin also der Meinung, daß man einem Schertze seinen Beyfall nicht versagen könne, wenn er nur mehr als mittelmäßig glücklich ist. Doch ich muß nun weiter gehen, und eine jede der gegebenen Regeln genauer untersuchen.