§. 49.

Wenn ich sage, daß ein Schertz viele und grosse Vergleichungsstücke entdecken müsse, so will ich nicht behaupten, daß man durch eine weitläuftige Erzehlung dieser Stücke, den Schertz vortragen solle. Nein, dadurch würde der Schertz frostig werden. Man kan auch mit wenigen Worten sehr viel sagen. Genug, wenn man es nur sagt. Man muß seinem Zuhörer nur ein weites Feld eröfnen, die Uebereinstimmungsstücke selbst zu errathen, man muß ihn aber auch selbst gleichsam, zu dieser Untersuchung, zwingen. Ich sage jetzt nichts weiter, als daß durch einen Schertz dem Zuhörer mit einem mal, eine sehr grosse und mannigfaltige Ubereinstimmung der verglichenen Dinge vorgestelt werden müsse. Unser Schertz muß ein sehr kurzer Inbegriff sehr vieler Vergleichungsstücke seyn. Er muß einem Abgrunde ähnlich seyn, in welchem man immer mehr erblickt, je länger man in denselben hinein sieht. Es versteht sich von selbst, daß es wahre Vergleichungsstücke seyn müssen. Ein Blendwerck des Witzes, wodurch uns eine Verschiedenheit als eine Ubereinstimmung vorgestelt wird, kan nur so lange eine ungegründete Lust verursachen, so lange wir in Verwirrung und Irrthum bleiben. So bald der Nebel und das Blendwerck verschwunden, schämen wir uns, daß wir über einen Gedancken gelacht haben, der ein Hirngespinst gewesen. Doch davon werde ich weiter reden wenn ich die Wahrheit der Schertze untersuchen werde.