§. 63.
Wer also im Schertzen glücklich seyn will, muß sichs durchaus vorher nicht mercken lassen, daß er spassen will. Ich rede nicht von einem Fehler, den man ohnedem selten antrift. Ich meine, wenn es jemand vorher sagen wolte, daß er schertzen wolte. Wer seinen Schertz mit ausdrücklichen Worten ankündiget, kan nicht schertzen, und begeht einen abgeschmackten Fehler. Sondern ich bemercke hier einen Fehler der häufiger ist. Man kan es manchem spaßhaften Kopfe schon zum voraus ansehen, daß er spassen will. Er gewöhnt sich gewisse Gesichtszüge an, die jederzeit vor seinem Schertze vorhergehen. Er kan nicht eher spassen, ehe er nicht sein Gesicht in gewisse dazu ausgesuchte Falten gelegt hat. Sie mögen beschaffen seyn wie sie wollen, so wird der Schertz dadurch verdorben, wenn der Zuhörer daher den Schertz prophezeyen kan. Ich rechne dahin den Fehler, wenn ein schertzhafter Kopf sich erst vorher selbst satt lacht, ehe er andere zu lachen machen will. Ein solcher Mensch verdirbt seinen gantzen Spaß, wenn er die Früchte desselben selbst vorher einerntet, und die Zuhörer haben keine Ursach seinen Spaß zu belohnen, weil er sich die Bezahlung für seine Mühe selbst genommen hat. Vorher muß niemand lachen. Ob man aber bey dem Schertze, oder nachher, auch lachen dürffe, will ich unten beurtheilen. Genug, daß ich erwiesen habe, ein schertzhafter Kopf müsse sichs vorher durch nichts, was es auch sey, mercken lassen, daß er schertzen wolle.