§. 84.
Wenn eine Person, Sache, Begebenheit, Handlung, oder wie es Namen haben mag, an sich schon lächerlich ist, ohne daß wir nöthig haben einen sinreichen Einfall hinzuzuthun, so wird die blosse Erzählung und Vorstellung dieser Stücke schon ein Lachen verursachen. Man würde sich aber gewaltig irren, wenn man dergleichen Erzählungen für Schertze halten wolte, und die Person die sie vorträgt für einen schertzhaften Kopf. Es ist wahr, wenn die Materialien unseres Schertzes schon an sich lächerlich sind, so wird es uns leichter werden, damit zu schertzen, und unser Schertz kan dadurch feuriger werden. Allein wenn über weiter nichts, als über die Sachen gelacht wird, so ist ein lustigmacher zu eilfertig, sich deswegen für einen Meister in Schertzen zu halten. Das haben sich alle Liebhaber poßierlicher Historien zu mercken. Sie können sich in anderer Absicht die Gesellschaft verbindlich machen, wenn ihre Histörchen alle diejenige Artigkeit haben, die einen vernünftigen Menschen nicht verunzieren, wenn er sie erzählt oder belacht. Aber, daß sie deswegen für witzige und feurige Köpfe wollen gehalten seyn, ist eine Hofnung, die sie sich so lange müssen vergehen lassen, bis sie wichtigere Gründe dazu anzugeben wissen.