§. 83.

Ein jeder feuriger Schertz ist werth, daß er mit lachen angehört wird. Man hüte sich aber daß man nicht alles, was lächerlich und belachens werth ist, für einen Schertz halte. Noch viel weniger kan alles das was ein lachen verursacht ein Schertz seyn. Non sunt omnia ridicula faceta. Cic. de Orat. L. II. In einem Schertze, wenn er feurig seyn soll, muß das formelle, die Vergleichung verschiedener Dinge, der sinreiche und scharfsinnige Gedancke, den Grund zum lachen enthalten. Liegt dieser Grund in etwas anders, so kan es entweder gar kein Schertz genennt werden, oder er muß überaus frostig seyn. Alle diejenigen lustigen Herrn, die einen armseeligen Witz besitzen, mögen sich also ja in acht nehmen, sich einzubilden, daß sie spaßhafte Köpfe sind, wenn sie keinen andern Grund dazu anzugeben wissen, als weil sie geschickt sind andere zum lachen zu bestimmen. Es gehört mehr zu einem schertzhaften Kopfe, als die Geschicklichkeit ein lachen zu verursachen, ob ich gleich derselben ihren völligen Werth lasse, der ihr in anderer Absicht zukommen kan.