§. 89.
Es ist unmöglich und unnöthig alle die Thorheiten beym schertzen zu züchtigen, die mit der vorhergehenden eine Verwandschaft haben. Viele lassen es nicht bey den Verdrehungen ihres Gesichts bewenden, sie brauchen ihren ganzen Körper zu einem Gauckelwerck, und befleißigen sich, wider die ordentlichen mechanischen Regeln, ihre Gliedmassen zu bewegen. Viele geben, durch ihre poßirliche Kleidung, ihren Worten den Schein eines Schertzes.
- tunicis - - est qui
Inguen ad obscoenum subductis vsque facetus.
Hor. art. poet.
Andere befleißigen sich, durch kindische Nachäffungen anderer Leute in Worten und Geberden, ein Lachen zu verursachen. Noch andere beweisen ihre Kunst in dummen, unförmlichen, unverständlichen Worten und Tönen. Kurtz, ich rechne alle diejenigen dahin, die sich selbst bey einem Schertze lächerlich machen, es sey nun auf die eine, oder die andere Weise. Derjenige der einen feurigen Schertz machen will, muß auf alle mögliche Art bemüht seyn, sich selbst nicht zum Narren zu machen. Er muß sein Ansehen und Hochachtung bey seinen Zuhörern erhalten, und jederzeit der Regel des Cicero folgen: ne aut scurrilis iocus sit aut mimicus.