§. 91.

Die letzte Schönheit eines glücklichen Schertzes besteht in einem geschickten Vortrage desselben. Man mag nun den Vortrag zu den wesentlichen Stücken eines Spasses rechnen, oder ihn nur als die Einkleidung desselben ansehen, so wird doch jederzeit auf den Vortrag des Schertzes viel ankommen, wenn er glücklich gerathen soll. Der Vortrag verhält sich wie die Einfassung eines Diamants, wodurch der Glantz desselben innerlich zwar weder vermehrt noch vermindert werden kan, wohl aber äusserlich; sie befördert und erhöhet den Glantz, oder erstickt ihn. Ein Schertz kan im höchsten Grade feurig seyn, wenn man ihn als einen Gedancken betrachtet, durch einen ungeschickten Vortrag aber dergestalt verunstaltet werden, daß sein Feuer umhült und unsichtbar wird. Im Gegentheil kan das Feuer eines sehr mittelmässigen Schertzes, vielmehr gläntzen, wenn es durch einen gehörigen Vortrag unterstützt wird.