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| § 1. | In der Mathematik ist in neuerer Zeit ein auf der Strenge
der Beweise und scharfe Fassung der Begriffe gerichtetes
Bestreben erkennbar. | [1] |
| § 2. | Die Prüfung muss sich schliesslich auch auf den Begriff
der Anzahl erstrecken. Zweck des Beweises. | [2] |
| § 3. | Philosophische Beweggründe für solche Untersuchung: die
Streitfragen, ob die Gesetze der Zahlen analytische oder
synthetische Wahrheiten, apriori oder aposteriori sind. Sinn
dieser Ausdrucke. | [3] |
| § 4. | Die Aufgabe dieses Buches. | [4] |
| I. Meinungen einiger Schriftsteller über die Natur
der arithmetischen Sätze. | |
| Sind die Zahlformeln beweisbar? | |
| § 5. | Kant verneint dies, was Hankel mit Recht paradox nennt. | [5] |
| § 6. | Leibnizens Beweis von 2 + 2 = 4 hat eine Lücke. Grassmanns
Definition von a + b ist fehlerhaft. | [7] |
| § 7. | Mills Meinung, dass die Definitionen der einzelnen Zahlen
beobachtete Thatsachen behaupten, aus denen die Rechnungen
folgen, ist unbegründet. | [9] |
| § 8. | Zur Rechtmässigkeit dieser Definitionen ist die Beobachtung
jener Thatsachen nicht erforderlich. | [11] |
| Sind die Gesetze der Arithmetik inductive
Wahrheiten? | |
| § 9. | Mills Naturgesetz. Indem Mill arithmetische Wahrheiten
Naturgesetze nennt, verwechselt er sie mit ihren Anwendungen. | [12] |
| § 10. | Gründe dagegen, dass die Additionsgesetze inductive Wahrheiten
sind: Ungleichartigkeit der Zahlen; wir haben nicht
schon durch die Definition eine Menge gemeinsamer Eigenschaften
der Zahlen; die Induction ist wahrscheinlich umgekehrt
auf die Arithmetik zu gründen. | [14] |
| § 11. | Leibnizens »Eingeboren«. | [17] |
| Sind die Gesetze der Arithmetik synthetisch-apriori
oder analytisch? | |
| § 12. | Kant. Baumann. Lipschitz. Hankel. Die innere Anschauung
als Erkenntnissgrund. | [17] |
| § 13. | Unterschied von Arithmetik und Geometrie | [19] |
| § 14. | Vergleichung der Wahrheiten in Bezug auf das von ihnen
beherrschte Gebiet | [20] |
| § 15. | Ansichten von Leibniz und St. Jevons | [21] |
| § 16. | Dagegen Mills Herabsetzung des »kunstfertigen Handhabens
der Sprache.« Die Zeichen sind nicht darum leer, weil sie
nichts Wahrnehmbares bedeuten | [22] |
| § 17. | Unzulänglichkeit der Induction. Vermuthung, dass die
Zahlgesetze analytische Urtheile sind; worin dann ihr Nutzen
besteht. Werthschätzung der analytischen Urtheile. | [23] |
| II. Meinungen einiger Schriftsteller über den
Begriff der Anzahl. | |
| § 18. | Notwendigkeit den allgemeinen Begriff der Anzahl zu
untersuchen. | [24] |
| § 19. | Die Definition darf nicht geometrisch sein. | [25] |
| § 20. | Ist die Zahl definirbar? Hankel. Leibniz. | [26] |
| Ist die Anzahl eine Eigenschaft der
äussern Dinge? | |
| § 21. | Meinungen von M. Cantor und E. Schröder | [27] |
| § 22. | Dagegen Baumann: die äussern Dinge stellen keine strengen
Einheiten dar. Die Anzahl hängt scheinbar von unserer
Auffassung ab | [28] |
| § 23. | Mills Meinung, dass die Zahl eine Eigenschaft des Aggregats
von Dingen sei, ist unhaltbar | [29] |
| § 24. | Umfassende Anwendbarkeit der Zahl. Mill. Locke. Leibnizens
unkörperliche metaphysische Figur. Wenn die Zahl
etwas Sinnliches wäre, könnte sie nicht Unsinnlichem beigelegt
werden | [30] |
| § 25. | Mills physikalischer Unterschied zwischen 2 und 3. Nach
Berkeley ist die Zahl nicht realiter in den Dingen, sondern
durch den Geist geschaffen | [32] |
| Ist die Zahl etwas Subjectives? | |
| § 26. | Lipschitzs Beschreibung der Zahlbildung passt nicht recht
und kann eine Begriffsbestimmung nicht ersetzen. Die Zahl
ist kein Gegenstand der Psychologie, sondern etwas Objectives | [33] |
| § 27. | Die Zahl ist nicht, wie Schloemilch will, Vorstellung der
Stelle eines Objects in einer Reihe | [36] |
| Die Anzahl als Menge. | |
| § 28. | Thomaes Namengebung | [38] |
| III. Meinungen über Einheit und Eins. | |
| Drückt das Zahlwort »Ein« eine Eigenschaft von
Gegenständen aus? | |
| § 29. | Vieldeutigkeit der Ausdrücke »μονάς« und »Einheit.«
E. Schröders Erklärung der Einheit als zu zählenden Gegenstandes
ist scheinbar zwecklos. Das Adjectiv »Ein«
enthält keine nähere Bestimmung, kann nicht als Praedicat
dienen | [39] |
| § 30. | Nach den Definitionsversuchen von Leibniz und Baumann
scheint der Begriff der Einheit gänzlich zu verschwimmen | [41] |
| § 31. | Baumanns Merkmale der Ungetheiltheit und Abgegrenztheit.
Die Idee der Einheit wird uns nicht von jedem Objecte
zugeführt (Locke) | [41] |
| § 32. | Doch deutet die Sprache einen Zusammenhang mit der Ungetheiltheit
und Abgegrenztheit an, wobei jedoch der Sinn
verschoben wird | [42] |
| § 33. | Die Untheilbarkeit (G. Köpp) ist als Merkmal der Einheit
nicht haltbar | [43] |
| Sind die Einheiten einander gleich? | |
| § 34. | Die Gleichheit als Grund für den Namen »Einheit.« E. Schröder.
Hobbes. Hume. Thomae. Durch Abstraction von den Verschiedenheiten
der Dinge erhält man nicht den Begriff der
Anzahl, und die Dinge werden dadurch nicht einander gleich | [44] |
| § 35. | Die Verschiedenheit ist sogar nothwendig, wenn von Mehrheit
die Rede sein soll. Descartes. E. Schröder. St. Jevons | [46] |
| § 36. | Die Ansicht von der Verschiedenheit der Einheiten stösst
auch auf Schwierigkeiten. Verschiedene Einsen bei St. Jevons | [46] |
| § 37. | Lockes, Leibnizens, Hesses Erklärungen der Zahl aus der
Einheit oder Eins | [48] |
| § 38. | »Eins« ist Eigenname, »Einheit« Begriffswort. Zahl kann
nicht als Einheiten definirt werden. Unterschied von »und«
und + | [48] |
| § 39. | Die Schwierigkeit, Gleichheit und Unterscheidbarkeit der
Einheiten zu versöhnen, wird durch die Vieldeutigkeit von
»Einheit« verdeckt | [50] |
| Versuche, die Schwierigkeit zu überwinden. | |
| § 40. | Raum und Zeit als Mittel des Unterscheidens. Hobbes.
Thomae. Dagegen: Leibniz, Baumann, St. Jevons | [51] |
| § 41. | Der Zweck wird nicht erreicht | [53] |
| § 42. | Die Stelle in einer Reihe als Mittel des Unterscheidens.
Hankels Setzen | [54] |
| § 43. | Schröders Abbildung der Gegenstände durch das Zeichen 1 | [54] |
| § 44. | Jevons Abstrahiren vom Charakter der Unterschiede mit
Festhaltung ihres Vorhandenseins. Die 0 und die 1 sind
Zahlen wie die andern. Die Schwierigkeit bleibt bestehen | [55] |
| Lösung der Schwierigkeit. | |
| § 45. | Rückblick | [58] |
| § 46. | Die Zahlangabe enthält eine Aussage von einem Begriffe.
Einwand, dass bei unverändertem Begriffe die Zahl sich
ändere | [59] |
| § 47. | Die Thatsächlichkeit der Zahlangabe erklärt sich aus der
Objectivität des Begriffes | [60] |
| § 48. | Auflösung einiger Schwierigkeiten | [61] |
| § 49. | Bestätigung bei Spinoza | [62] |
| § 50. | E. Schröders Ausführung | [62] |
| § 51. | Berichtigung derselben | [63] |
| § 52. | Bestätigung in einem deutschen Sprachgebrauche | [64] |
| § 53. | Unterschied zwischen Merkmalen und Eigenschaften eines
Begriffes. Existenz und Zahl | [64] |
| § 54. | Einheit kann man das Subject einer Zahlangabe nennen.
Untheilbarkeit und Abgegrenztheit der Einheit. Gleichheit
und Unterscheidbarkeit | [65] |
| IV. Der Begriff der Anzahl. | |
| Jede einzelne Zahl ist ein selbständiger Gegenstand. | |
| § 55. | Versuch, die leibnizischen Definitionen der einzelnen Zahlen
zu ergänzen | [67] |
| § 56. | Die versuchten Definitionen sind unbrauchbar, weil sie eine
Aussage erklären, von der die Zahl nur ein Theil ist | [67] |
| § 57. | Die Zahlangabe ist als eine Gleichung zwischen Zahlen
anzusehen | [68] |
| § 58. | Einwand der Unvorstellbarkeit der Zahl als eines selbständigen
Gegenstandes. Die Zahl ist überhaupt unvorstellbar | [69] |
| § 59. | Ein Gegenstand ist nicht deshalb von der Untersuchung
auszuschliessen, weil er unvorstellbar ist | [70] |
| § 60. | Selbst concrete Dinge sind nicht immer vorstellbar. Man
muss die Wörter im Satze betrachten, wenn man nach
ihrer Bedeutung fragt | [71] |
| § 61. | Einwand der Unräumlichkeit der Zahlen. Nicht jeder objective
Gegenstand ist räumlich | [72] |
| Um den Begriff der Anzahl zu gewinnen, muss
man den Sinn einer Zahlengleichung feststellen. | |
| § 62. | Wir bedürfen eines Kennzeichens für die Zahlengleichheit | [73] |
| § 63. | Die Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung als solches.
Logisches Bedenken, dass die Gleichheit für diesen Fall
besonders erklärt wird | [73] |
| § 64. | Beispiele für ein ähnliches Verfahren: die Richtung, die
Stellung einer Ebene, die Gestalt eines Dreiecks | [74] |
| § 65. | Versuch einer Definition. Ein zweites Bedenken: ob den
Gesetzen der Gleichheit genügt wird | [76] |
| § 66. | Drittes Bedenken: das Kennzeichen der Gleichheit ist unzureichend | [77] |
| § 67. | Die Ergänzung kann nicht dadurch geschehen, dass man
zum Merkmal eines Begriffes die Weise nimmt, wie ein
Gegenstand eingeführt ist | [78] |
| § 68. | Die Anzahl als Umfang eines Begriffes | [79] |
| § 69. | Erläuterung | [80] |
| Ergänzung und Bewährung unserer Definition. | |
| § 70. | Der Beziehungsbegriff | [81] |
| § 71. | Die Zuordnung durch eine Beziehung | [83] |
| § 72. | Die beiderseits eindeutige Beziehung. Begriff der Anzahl | [84] |
| § 73. | Die Anzahl, welche dem Begriffe F zukommt, ist gleich
der Anzahl, welche dem Begriffe G zukommt, wenn es eine
Beziehung giebt, welche die unter F fallenden Gegenstände,
den unter G fallenden beiderseits eindeutig zuordnet | [83] |
| § 74. | Null ist die Anzahl, welche dem Begriffe »sich selbst ungleich«
zukommt | [86] |
| § 75. | Null ist die Anzahl, welche einem Begriffe zukommt, unter
den nichts fällt. Kein Gegenstand fällt unter einen Begriff,
wenn Null die diesem zukommende Anzahl ist | [88] |
| § 76. | Erklärung des Ausdrucks »n folgt in der natürlichen Zahlenreihe
unmittelbar auf m.« | [89] |
| § 77. | 1 ist die Anzahl, welche dem Begriffe »gleich 0« zukommt | [90] |
| § 78. | Sätze, die mittels unserer Definitionen zu beweisen sind | [91] |
| § 79. | Definition des Folgens in einer Reihe | [92] |
| § 80. | Bemerkungen hierzu. Objectivität des Folgens | [92] |
| § 81. | Erklärung des Ausdrucks »x gehört der mit y endenden
φ-Reihe an« | [94] |
| § 82. | Andeutung des Beweises, dass es kein letztes Glied der
natürlichen Zahlenreihe giebt | [94] |
| § 83. | Definition der endlichen Anzahl. Keine endliche Anzahl
folgt in der natürlichen Zahlenreihe auf sich selber | [95] |
| Unendliche Anzahlen. | |
| § 84. | Die Anzahl, welche dem Begriffe »endliche Anzahl« zukommt,
ist eine unendliche | [96] |
| § 85. | Die cantorschen unendlichen Anzahlen; »Mächtigkeit«. Abweichung
in der Benennung | [97] |
| § 86. | Cantors Folgen in der Succession und mein Folgen in der
Reihe | [98] |
| V. Schluss. | |
| § 87. | Die Natur der arithmetischen Gesetze | [99] |
| § 88. | Kants Unterschätzung der analytischen Urtheile | [99] |
| § 89. | Kants Satz: »Ohne Sinnlichkeit würde uns kein Gegenstand
gegeben werden«. Kants Verdienst um die Mathematik | [101] |
| § 90. | Zum vollen Nachweis der analytischen Natur der arithmetischen
Gesetze fehlt eine lückenlose Schlusskette | [102] |
| § 91. | Abhilfe dieses Mangels ist durch meine Begriffsschrift möglich | [103] |
| Andere Zahlen. | |
| § 92. | Sinn der Frage nach der Möglichkeit der Zahlen nach Hankel | [104] |
| § 93. | Die Zahlen sind weder räumlich ausser uns noch subjectiv | [105] |
| § 94. | Die Widerspruchslosigkeit eines Begriffes verbürgt nicht, dass
etwas unter ihn falle, und bedarf selbst des Beweises | [105] |
| § 95. | Man darf nicht ohne Weiteres (c − b) als ein Zeichen ansehn,
das die Subtractionsaufgabe löst | [106] |
| § 96. | Auch der Mathematiker kann nicht willkührlich etwas schaffen | [107] |
| § 97. | Begriffe sind von Gegenständen zu unterscheiden | [108] |
| § 98. | Hankels Erklärung der Addition | [108] |
| § 99. | Mangelhaftigkeit der formalen Theorie | [109] |
| § 100. | Versuch, complexe Zahlen dadurch nachzuweisen, dass die
Bedeutung der Multiplication in besonderer Weise erweitert
wird | [110] |
| § 101. | Die Möglichkeit eines solchen Nachweises ist für die Kraft
eines Beweises nicht gleichgiltig | [111] |
| § 102. | Die blosse Forderung, es solle eine Operation ausführbar
sein, ist nicht ihre Erfüllung | [111] |
| § 103. | Kossaks Erklärung der complexen Zahlen ist nur eine Anweisung
zur Definition und vermeidet nicht die Einmischung
von Fremdartigem. Die geometrische Darstellung | [112] |
| § 104. | Es kommt darauf an, den Sinn eines Wiedererkennungsurtheils
für die neuen Zahlen festzusetzen | [114] |
| § 105. | Der Reiz der Arithmetik liegt in ihrem Vernunftcharakter | [115] |
| § 106–109. | Rückblick | [115–119] |