Alphabetisches Wortregister
- ab statt von [432]
- abdecken [359]
- abend und abends [261]
- Abmessung [435]
- abpflastern [359]
- abschlägig und abschläglich [83]
- abstürzen [374]
- Abteil [434]
- abzüglich [421]
- Achtung für oder vor [349]
- adlig und adlich [81]
- Affäre [444]
- Afrikareisender [193]
- Aktiengesellschaft [199]
- alle [31]
- alle oder aller vier Wochen [259]
- allmählich [81]
- Alltag [362]
- alpine Flora [185]
- als beim Komparativ [268]
- als ob, als wenn [157]
- altbacken [59]
- Altheidelberg, Altweimar [191]
- Altmeister [190]
- Altmeißner Porzellan [191]
- anbelangen, anbetreffen [407]
- anders [47]
- anderthalb [49]
- andersartig [409]
- andres, ein [48]
- Anfang und Anfangs [261]
- angängig [373]
- angehen [239]
- Angehöriger [34]
- Angel [19]
- Anhaltspunkt [73]
- anklagen, beklagen, verklagen [358]
- Anlage und Anlegung [344]
- anläßlich [420]
- anliefern [359]
- anormal [441]
- anscheinend [341]
- anschneiden, eine Frage [375]
- anschließen, sich [341]
- Anteilnahme [408]
- antideutsch [88]
- antwortlich [419]
- Anwaltstag [76]
- Anzahl [96]
- Apfelwein [74]
- Apostel [19]
- Arbeitgeber [80]
- Arbeitnehmer [362]
- Arm [16]
- Armesünderglocke [206]
- Aschenbecher [70]
- Ärztetag [70]
- Ärztin [68]
- Attentäter [67]
- auf Festung, auf Jagd [275]
- aufliefern [359]
- Aufregung und Aufgeregtheit [345]
- aufrollen, eine Frage [375]
- auftraggemäß [387]
- augenscheinlich [341]
- Aurikel [19]
- ausbezahlen [407]
- Ausfuhr u. Ausführung [344]
- Ausgabe, erste seltene [301]
- ausgehen [355]
- ausgeschlossen [391]
- Auskunftei Schimmelpfeng [203]
- auslösen [375]
- Ausreise [363]
- ausschließlich [420]
- Ausschmuck [345]
- ausschalten [375]
- Autograph [18]
- Baby [438]
- Bachkantate [195]
- baden [56]
- Bad-Kissingen [218]
- baldgefälligst [43]
- Bande, Bände, Bänder [20]
- Beamter [33]
- Beamtin [69]
- bedanken [243]
- bedeuten statt sein [376]
- bedeutsam [369]
- bedingen [398]
- beföhle [63]
- Begleiterscheinung [363]
- begönne [63]
- begründen und gründen [358]
- begrüßen [376]
- behufs [418]
- bei statt von [351]
- beide [37]
- beiderlei Geschlechts [290]
- beiläufig [431]
- bekannt als, berühmt als [214]
- bekannt geben [376]
- beklagen, anklagen, verklagen [358]
- Beklagtin [69]
- belanglos, belangreich [370]
- beheben [354]
- belegen sein [354]. [358]
- Beleuchtungskörper [365]
- belichten [365]
- benötigen [430]
- bereits schon [290]
- Bergmann [4]
- Bericht erstatten [280]
- berichten [240]
- besitzen statt haben [410]
- besönne [63]
- besser statt gut [370]
- bewähren, sich, als [215]
- bewerten [385]
- beziffern sich [376]
- Beziehung, Bezug, Bezugnahme [345]
- beziehentlich, beziehungsweise [426]
- Biere [337]
- bilden statt sein [377]
- billig [81]
- bis [257]
- bislang [386]
- Bismarckbeleidigung [198]
- Blatt und Blätter [24]
- Blättermeldung [361]
- Blau, das, und das Blaue [35]
- blumistisch [88]
- Blüthnerflügel [196]
- Boden [16]
- Bogen [16]
- Boot [16]
- brauchen oder gebraucht [61]
- brauchen mit Infinitiv [292]
- brauchen und gebrauchen [354]
- bringen, zur Aufführung [416]
- Brot [16]
- Buckel [19]
- Café Bauer [201]
- Charakter [449]
- chic [437]
- Cypernwein [192]
- da und dort [386]
- dabei, dafür, darin [231]
- dank [247]
- Darbietung [368]
- Darlehen [4]
- darstellen statt sein oder bilden [377]
- das und was [116]
- denkbar beim Superlativ [43]
- Denkmal [20]
- denn beim Komparativ [268]
- der der, die die, das das [115]
- der, die, das als Relativpronomen [112]
- deren [40]
- deren und derer [45]
- derem und dessem [45]
- derjenige, welcher [235]
- derselbe [226]
- derselbige [235]
- dessen [40]
- Deutsch, das, und das Deutsche [35]
- Deutsche, wir, und wir Deutschen [36]
- Dichter-Komponist [220]
- Ding [21]
- direkt [445]
- Doktor-Ingenieur [220]
- Dr., weiblich [277]
- drängen [53]
- draußen, drinnen [353]
- dreimonatig und dreimonatlich [82]
- dringen [53]
- Dritte, der, statt der Andre [347]
- drittehalb [49]
- Droguerie [447]
- drüben und hüben [353]
- dünken [53]
- durch statt von [351]
- durch von der Zeit [263]
- durch und wegen [349]
- durchwegs [422]
- Dürerzeichnung [195]
- dürfen [347]
- dürfen mit Recht [290]
- Edition Peters [201]
- Effekt [18]
- ehe nicht [272]
- Ehrung [368]
- eigenartig [370]
- ein andres [48]
- Einakter [362]
- einander gegenseitig [290]
- eindecken [359]
- einer nicht statt keiner [270]
- eines, einem, einen [46]
- ein Goethe [276]
- einige [31]
- einig sein, sich [342]
- einliefern [339]
- ein Maler drei, ein Stücker drei [245]
- einmal statt erstens [342]
- Einnahmsquelle [78]
- einschätzen [377]
- einschließlich [420]
- einsetzen [378]
- Einsichtnahme [408]
- einstellen [380]
- einundderselbe [46]. [226]
- einwandfrei [370]
- einwerten [386]
- einzig [44]
- Eisenbahner [67]
- Element [448]
- Eltern [29]
- Email [447]
- empfangen und erhalten [341]
- empföhle [63]
- empor [257]
- entblöden, sich [356]
- entfallen statt fallen [354]. [356]
- entgegennehmen [380]
- entleihen [356]
- entlohnen [354]. [356]
- entnüchtern, ernüchtern [359]
- Entscheid [345]
- Epoche [450]
- erblicken [406]
- erbringen [354]
- Erfolg [340]
- erfolgen [344]
- erhalten und empfangen [341]
- erhältlich [364]
- erheben, sich [341]
- erheblich [371]
- erholen, sich, Rats [241]
- erhoffen [354]
- erinnern, auf etwas [431]
- erlauben [355]
- Erleben, das [397]
- eröffnen [355]
- Erscheinung, in die, treten [383]
- erschrecken [51]
- Erstaufführung [188]
- Erstausgabe, Erstdruck [188]
- erstbeste [43]
- erste Künstler [245]
- erstellen [355]
- ersterer [223]
- erstklassig [364]
- erstmalig [407]
- erstmals [386]
- erübrigen statt übrig bleiben [380]
- erübrigen, sich, statt überflüssig sein [380]
- Erwerb und Erwerbung [345]
- erzielen [381]
- essen [62]
- Essen-Ruhr [200]
- et, & 267
- Etikett, das [23]
- etwas andres [48]
- etwas nicht statt nichts [270]
- euer und eurer [44]
- Eure Majestät [45]
- eventuell [437]
- existieren [436]
- Exlibris [203]
- Fabriksmädchen [78]
- Façon, das [23]
- fahren und führen [56]. [166]
- Fahrkarte [434]
- Fahrrichtung [74]
- Faktor [449]
- Falschstück [188]
- falten [56]
- Fehlbetrag [363]
- Fels und Felsen [5]
- fertigstellen [402]
- Feste, die [34]
- festlegen [403]
- Feuerbestattung [365]
- finden, sich [432]
- Firma, das [23]
- folgender [27]
- forstlich [185]
- fort [404]
- fragen [54]
- Frauenkirche [70]
- Frau und Kinder [276]
- Fräulein, das oder die [276]
- Fräulein Braut, Tochter [277]
- Freisinn [362]
- Fremder [33]
- Fremdsprache [188]
- fremdsprachig und fremdsprachlich [81]
- Friede [5]
- Frischluft [189]
- froh in Zusammensetzungen (arbeitsfroh) 371
- Fühlen, das [396]
- führende Geister [381]
- fünfzig und funfzig [49]
- fünfzigjähriger Geburtstag [246]
- Funke [5]
- für und über [349]
- für und zu [349]
- Fürst [4]
- fußfrei [210]
- Ganzes oder Ganze [25]. [33]
- Garage [436]
- Garne [337]
- Gartenlaubekalender [70]
- Gastwirtstag, Gastwirtsverein [76]
- Gau [4]
- geartet [409]
- geboren werden, geboren sein [108]
- gebrauchen und brauchen [354]
- Geburtstag [16]. [246]
- Gedanke [5]
- gedienter Soldat [166]
- Gefalle [5]
- gefeiert als [214]
- Gefertigte, der [430]
- Gefolge, im – haben [381]
- Gehalte und Gehälter [20]. [22]
- Geistlicher [33]
- gelagerter Fall [408]
- Gelände [435]
- gelangen, zur Aufführung [416]
- gelegentlich [420]
- Gelehrter [33]
- gelernter Kellner [166]
- gemäß [248]
- Gemäßheit, in [420]
- General [17]
- Generation [450]
- Gepflogenheit [362]
- Gesangpädagog [442]
- geschaffen, geschafft [52]
- Geschäft [21]
- geschleift, geschliffen [52]
- Geschmack [22]
- geschweige denn [273]
- gesessen sein, gesessen haben [59]
- Gesichte und Gesichter [20]
- Gesichtspunkt [393]
- gesinnt, gesonnen [52]
- gestanden sein, gestanden haben [59]. [168]
- gestatten [381]
- getragen [382]
- Gewand [20]
- Gewerk und Gewerke [4]
- Gewinn [21]
- Gewölbe [21]
- gewönne [63]
- glasieren [88]
- glatt [371]
- Glaube [5]
- gleiche, der [226]
- Goethebiographie, Goethedenkmal [194]
- gölte [63]
- Griffelkunst [363]
- Großfeuer [189]
- großzügig [371]
- größtmöglichst [43]
- Grund und Boden [46]
- gründen und begründen [358]
- Haar, Haare [338]
- Hader [19]
- Halle-Saale [200]
- hangen und hängen [51]
- Hannoveraner [88]
- Haufe [5]
- Haus [390]
- Hause, nach [351]
- hausbacken [59]
- haußen, hinnen [353]
- Heiliger [33]
- heißen [239]
- heißen oder geheißen [60]
- -heit, Wörter auf [345]
- Heizkörper [365]
- Held [4]
- helfen oder geholfen [61]
- her und hin [352]
- herab, heran, herunter [353]
- Herabminderung [408]
- herauf und hinauf, herein und hinein [352]
- herausbilden [407]
- Herbstzeitlose [34]
- Herr [14]
- Herrenmoden [390]
- Herzog [17]
- Hilferuf, Hilfeleistung [80]
- Hilfslehrer, Hilfsprediger [80]
- hin und her [352]
- hinab, hinan, hinunter [353]
- hinauf [257]
- Hingabe und Hingebung [343]
- Hirt [4]
- historisch [450]
- historisch-kritisch [267]
- hocherfreut und hoch erfreut [169]
- hochfein, hochmodern [386]
- hochgradig [372]
- hoch kommen [257]
- hochleben [170]
- Höchstgehalt, Höchstmaß [188]
- hochverehrtest [42]
- hoffen und wünschen, verwechselt [296]
- Holbeinbildnis [197]
- Holländer Austern [178]
- hören oder gehört [60]
- Hose, Hosen [338]
- hüben und drüben [353]
- hülfe [63]
- Hummer [19]
- hundertunderste [49]
- im Begriff [252]
- im Wege [350]
- in [187]0 258
- in statt auf oder gegen [350]
- indes, indessen [387]
- in Ergänzung, Fortsetzung, Veranlassung [172]
- inhaltlich [420]
- Inneres oder Innere [33]
- insofern als [133]
- insofern, daß [296]
- instandsetzen [252]
- intensiv [445]
- interessant [447]
- interpretieren [438]
- -ismus, Wörter auf [12]
- ja, das beteuernde und das steigernde [323]
- ja ja [323]
- jagen [59]
- Jaquet [19]
- jeder [26]
- jemand [47]
- jemand anders [47]
- jener [237]
- Jetztzeit [362]
- Jubiläum [246]
- jugendlich statt jung [372]
- Jungens [23]
- Jünger [33]
- Jungwilhelmdenkmal [191]
- Kaiserhoch [197]
- Kajütsbureau [78]
- kännte und kennte [63]
- Kapital, Kapitäl [17]
- Kasten [16]
- Katastrophe [444]
- kein [31]. [270]
- kennen lernen oder gelernt [61]
- Kenntnis, zur, kommen [283]
- Kenntnis nehmen [279]
- kennzeichnen [340]
- Kiefer [19]
- Klage führen [281]
- klarlegen, klarstellen [402]
- klar sein, sich [342]
- kleiden [240]
- Klein, das [35]
- Kloß [21]
- kneipen [52]
- Kohlezeichnung [71]
- Kolleggeld [76]
- Kollegienhefte [76]
- Kollegs [23]
- kommen, zur Aufführung [416]
- Königsbüste [198]
- Können, das [396]
- konstatieren [445]
- Kork [19]
- Korset [19]
- kosten [239]
- Kostüm [436]
- Kragen [16]
- kriegführend [80]
- kulturell [185]
- Kunde [69]
- Künstler [68]
- laden [53]
- Lage [293]
- Lageplan [71]
- Lager [16]
- Lande und Länder [20]
- landen [381]
- lang, drei Monate [262]
- längeren, des [407]
- lassen [238]
- lassen oder gelassen [60]
- lateinlos [365]
- lauten [56]
- leerstellen [403]
- Lehen [4]
- lehren [239]
- Lehrperson [362]
- Leipzig-Elbe-Kanal [192]
- leisten, Folge, Verzicht [406]
- letzterer [223]
- Lichte und Lichter [20]
- liebedienerisch [80]
- Liebesdienst [77]
- Liebfrauenmilch [72]. [206]
- Linke, die [34]
- links [248]
- Lohn [22]
- lohnen, der Mühe [241]
- Lokomotivführer [72]
- löschen [51]
- Mädels [23]
- Magen [16]
- Maler-Dichter [220]
- man [46]
- Mann [4]
- manche [31]
- mangels [418]
- Mansardedach [71]
- markant [437]
- Maß [21]
- maschinell [185]
- Material [448]
- mehrere [32]
- mehrere und mehr [41]
- mein, dein, sein [32]
- Menge [96]
- Mietshaus, Mietspreis, Mietsvertrag [74]. [78]
- Milieu [436]
- minderwertig [373]
- Mindestpreis [188]
- mißbrauchen, mißfallen, mißhandeln [58]
- Mittwoch [261]
- Möbel [19]
- mögen für können [346]
- möglichst und womöglich [43]
- Moment [448]
- Monarch [443]
- monatlich [82]
- Motor [18]
- Muff [19]
- nachahmen [239]
- nachdem [131]
- nach dort, nach hier [256]
- nach Hause, zu Hause [351]
- nach meines Erachtens [247]
- nach oben [256]
- Nachrichten, Neueste Leipziger [300]
- nahe [249]
- näheren, des [407]
- nahezu [387]
- Name [5]
- namens [418]
- Namensverzeichnis [75]
- naturgemäß [387]
- Naturwissenschaftler [68]
- Neigung und Geneigtheit [345]
- nein nein [323]
- Neuauflage, Neuerscheinung [188]
- neubacken [59]
- neuerdings [431]
- Neuheit und Neuigkeit [340]
- Neusprachler [68]
- neusprachlich [81]
- nicht ohne [273]
- nichts [270]
- nicht un – 272
- Niederlagsraum [78]
- Niederlande, Königin Wilhelmine der [303]
- niemand [47]
- nördlich [248]
- notleiden [170]
- Note, intime [368]
- oben gehen [257]
- obzwar [133]
- oder [98]
- offenstellen [403]
- öffnen und eröffnen [355]
- offensichtlich [373]
- Offert, das [23]
- Offizierskasino [75]
- öfters [422]
- Ohren, zu, kommen [283]
- Orte und Örter [22]
- Ortsverzeichnis [75]
- Pädagog [441]
- Pantoffel [19]
- Papierverein [199]
- Paragraph [18]
- Parteinahme [408]
- passieren [436]
- Pate [69]
- Perser Teppiche [178]
- Pfennig, Pfennige [24]
- Porto, Porti [24]
- posthum [447]
- Preise, kleine [339]
- Preislage [390]
- Presseball, Pressefest [72]
- Prinz [4]
- Prinzensöhne [220]
- prinzlich [185]
- Prinzregent [220]
- prozentual [441]
- Prozentsatz [368]
- radebrechen [53]
- Rassepferd [70]
- Rechenstunde [77]
- Rechnung tragen [381]
- Rechte, die [34]
- rechts [248]
- Redakteur [433]
- reichlich [388]
- Reihe [96]
- reisen [59]
- religiös-sittlich [267]
- Rest [21]
- retour [451]
- retrospektiv [438]
- richtig stellen [402]
- Richtung, in der [421]
- Rindsleder [79]
- Rittersmann [77]
- Rohr [16]
- rönne [63]
- rückenfrei [210]
- Rückerinnerung [291]. [408]
- Rücksichtnahme [408]
- Rückwirkung, Rückschluß [368]
- rund [387]
- Saalezeitung [72]
- Same [5]
- sämtliche [31]
- Sand [338]
- Sauregurkenzeit [206]
- Schade und schade [5]
- schaffen [52]
- scheinbar [341]
- Scheit [22]
- Schilde und Schilder [21]
- Schillerfeind [198]
- schleifen [52]
- Schlüssel [19]
- schmelzen [51]
- schneidig [373]
- schölte [63]
- Schönen, die [34]
- Schreibepapier [77]
- schreiten [382]
- Schriftleiter [433]
- schrittweise [207]
- Schule, zur [351]
- schulisch [184]
- schwerwiegend [41]
- schwömme [63]
- segensreich [77]
- sehen oder gesehen [60]
- Seiner Majestät Schiff [40]
- sein lassen [215]
- seitens [422]
- -seitig, -seits [424]
- selber, selbst [245]
- selbstlos [373]
- selbstredend, selbstverständlich [391]
- selten [388]
- Shakespearedramen [195]
- Silberhochzeit [186]
- singen hören oder gehört [60]
- sinnen [52]
- solcher [27]
- Solebad [72]
- sollen für müssen [346]
- Solo, Soli [24]
- sonst [233]
- sowie [98]
- sowohl als auch [98]
- so zwar [267]
- spalten [56]
- Speisekarte [73]
- speisen [62]
- Spielmann [4]
- spönne [63]
- Standpunkt [395]
- stände, stünde [62]
- stattfinden [344]
- stattgefunden und stattgehabt [167]
- stecken [52]
- Stellung nehmen [279]
- Stellungnahme [408]
- Steuer [19]
- Stiefel [19]
- Straftat [363]
- Straßenbahner [67]
- Strauß [21]
- stückweise [207]
- studierter Mann [166]
- stürbe [63]
- Stutz [19]
- südlich [248]
- Sunlightseife [439]
- System [446]
- Tabaksmonopol [79]
- tagein, tagaus [365]
- Tale und Täler [20]
- Taler [24]
- teils – teils [98]
- teilweise [207]
- Tendenz [446]
- tiefgefühltest [42]
- tiefgehend [41]
- tiefgründig [373]
- Tintenfaß [70]
- Titel [19]
- todsicher [392]
- Toiletteseife [70]
- Ton [338]
- Ton für Wort [392]
- tragen [382]
- treffsicher [364]
- treten [383]
- trotzdem und trotzdem daß [133]
- Trümmer [19]
- Tucher Bier [192]
- tunlich [373]
- Typ [436]
- überfahren [57]
- überführen [56]
- überlegen [57]
- Übersee [362]
- übersetzen [57]
- übersiedeln [58]
- uferlos [373]
- um zu [161]. [296]
- und, fehlendes [265]
- unentwegt [388]
- unerfindlich [373]
- unerheblich [371]
- unerwartet [248]
- unförmig und unförmlich [83]
- ungeachtet [248]
- ungefähr [209]
- ungezählt statt unzählig [374]
- Universität Leipzig [201]
- unschwer, nicht unschwer [273]
- unser und unsrer [44]
- unsre Gegenwart [290]
- Unstimmigkeit [369]
- untadlig [81]
- unterbreiten [57]
- Unterfertigte, der [431]
- unterhalten [57]
- unterrichtlich [184]
- unterschlagen [57]
- Untertan [33]
- unverhohlen [54]
- unweit [249]
- unwidersprochen [243]
- unzählig [81]
- Urlaub [355]
- vaterlandsliebend [80]
- veranschlagen [406]
- verausgaben [406]
- verdenken [241]
- verderben [51]
- Verdienst [22]
- verdürbe [63]
- Verein Berliner Künstler [39]
- vereinnahmen [406]
- Verfehlung [369]
- Verfügung, zur, stehen und stellen [281]
- vergessen, auf etwas [431]
- Verkauf und Verkaufung [344]
- verkehren [60]
- verläßlich statt zuverlässig [374]
- verlautbaren u. verlauten [341]
- verlegen statt legen [354]
- vermeinen [357]
- vermittelst [418]
- vernunftgemäß [387]
- verraten, sich, als [215]
- verschreiten [382]
- verschroben [54]
- versichern [240]
- verständigen [430]
- Verstehen, das [397]
- vertonen [435]
- vertrauen [383]
- Verwandter [33]
- Verwandtin [69]
- Verzichtleistung [408]
- verziehen [357]
- viele [32]
- vielmehr [388]
- vierwöchig und vierwöchentlich [82]
- Villa-Daheim [218]
- Visitekarte [70]
- volklich, völkisch [184]
- voll und ganz [388]
- vollends [273]
- voller [244]
- Vollziehung und Vollzug [345]
- von – ab, von – an [349]
- von Ende oder vom Ende [264]
- von Hause, von zuhause [264]
- vorab [389]
- voran und vorwärts [341]
- vorbestrafen [383]
- vorhanden [209]
- vorhinein, im [431]
- Vorjahr [362]
- Vormärz [362]
- vornehm statt Haupt- 374
- vornehmlich [389]
- Vorredner [362]
- vorsehen [384]
- Wagen [163]
- wägen [51]
- Wagnerverehrer [198]
- während [14]. [261]
- weder – noch [98]
- weg [404]
- Wege, im [350]
- Wege, in die – leiten [384]
- wegen und durch [349]
- Weimaraner [88]
- Wein [337]
- weise [207]
- Weiser [33]
- Weiße, die [49]
- weitaus [38]
- weitgehend [413]
- welcher [27]. [112]
- welch letzterer [123]
- Werdegang [360]
- werden lassen [215]
- werten [385]
- wie beim Komparativ [268]
- Wie meinen? 366
- wiegen [51]
- Wild, das [35]
- Wille [5]
- willfahren [53]
- wir Deutschen [36]
- Wirksamkeit und Wirkung [340]
- wo, wobei, womit, worin [118]
- wöchentlich [82]
- Wolle [337]
- Wollen, das [397]
- worden [105]
- Wort, Worte, Wörter [20]
- wunschgemäß [387]
- wünschen und hoffen verwechselt [296]
- würbe [63]
- würde statt des Konjunktivs [158]
- würfe [63]
- Zeichenbuch [76]
- zeigen, sich, als [215]
- Zeit, die gute alte [209]
- zeitigen [386]
- Zelt [21]
- Zerstreuung und Zerstreutheit [345]
- Zettel [18]
- Ziegel [19]
- zielbewußt [374]
- zu und um zu [161]
- zubilligen [386]
- zufolge statt nach [351]
- zufrieden [209]
- zufriedenstellen [402]
- zugängig und zugänglich [83]
- Zugsverbindung [78]
- zuhause [264]
- Zuhilfenahme [421]
- zukommen, auf etwas [386]
- zumal [342]
- zumal und zumal da [132]
- zuzüglich [421]
- zwangsweise [207]
- zwar, so [267]
- zwecks [418]
- zween, zwo, zwei [49]
- zwischen [258]
Druck von Carl Marquart in Leipzig
Verlag von KARL J. TRÜBNER in Straßburg.
Walther von der Vogelweide
Von
Rudolf Wustmann
Kl. 8°. V, 103 S. 1912. Mit 3 Tafeln.
Geheftet
2.—, gebunden
2.40.
Vorwort des Verfassers:
„Dies Büchlein zu schreiben hat mich schon lange gedrängt. Walther von der Vogelweide verdient in unserer allgemeinen Bildung einen besseren Platz, als ihm die meisten deutschen Hoch- und Mittelschulen zuteil werden lassen. Sein Charakterbild steht im großen und ganzen fest, so vieles auch an seinem Lebensbilde noch undeutlich ist. Daß ich nun auch etwas von Walthers Musik mit vorlegen kann, macht mir besondere Freude.“
Shakspere
Fünf Vorlesungen aus dem Nachlaß
von
Bernhard ten Brink
Mit dem Medaillonbildnis des Verfassers in Lichtdruck
Dritte durchgesehene Auflage
Klein 8°. VII, 149 S. 1907.
2.—, gebunden
2.50.
Inhalt: Erste Vorlesung: Der Dichter und der Mensch. – Zweite Vorlesung: Die Zeitfolge von Shaksperes Werken. – Dritte Vorlesung: Shakspere als Dramatiker. – Vierte Vorlesung: Shakspere als komischer Dichter. – Fünfte Vorlesung: Shakspere als Tragiker.
Verlag von KARL J. TRÜBNER in Straßburg.
Deutsches
Fremdwörterbuch
Von
Hans Schulz
Privatdozent an der Universität Freiburg i. Br.
Erste bis vierte Lieferung: A-Kampagne
Lex. 8°. je 5 Bogen. Subskriptionspreis für die Lieferung
1.50.
Das Werk wird etwa 10 Lieferungen von je 5 Bogen Lex. 8° umfassen.
Das Buch versucht zum ersten Male eine lexikalische Behandlung der in unsere Sprache aufgenommenen Fremdwörter nach den Grundsätzen der modernen Wortforschung. Der Verfasser hat es sich zur Aufgabe gemacht, für jedes Wort die Quelle und die Zeit der Entlehnung zu ermitteln, seinen ursprünglichen Geltungsbereich festzustellen und unter Darlegung des historischen Belegmaterials seine Entwicklung im deutschen Sprachgebrauch zu veranschaulichen. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die lebende und allgemein gebräuchliche Sprache zu fassen und eingehend zu behandeln.
„Das lang ersehnte geschichtliche Fremdwörterbuch tritt endlich in Erscheinung, nicht im Zusammenarbeiten mehrerer, nicht als Ertrag einer langen Lebensarbeit, sondern dank der Tatkraft, dem mutigen Zugreifen eines jugendfrischen Mannes. Schulz will allerdings nicht ein Seitenstück zum Deutschen Wörterbuch bieten, seine Arbeit ist vielmehr auf ein einbändiges Werk berechnet. Es sollen nur die wirklich lebendigen Fremdwörter behandelt werden und nur die, die der allgemein gebräuchlichen Sprache angehören; Veraltetes, wie das große Heer der technischen Ausdrücke, scheidet also aus. Was Schulz innerhalb dieser Grenzen geleistet hat, ist ganz vortrefflich. Auswahl, Anordnung, Darstellung sind durchaus zweckentsprechend und geschickt; musterhafte Knappheit verbindet sich mit großem Reichtum ... Die Ausstattung des Buches ist durchaus erfreulich. Hoffentlich liegt das Ganze recht bald vollendet vor uns.“
Prof. Dr. O. Behaghel im Literaturblatt für germanische und romanische Philologie XXII. Jahrgang 1911, Nr. 1.
Verlag von KARL J. TRÜBNER in Straßburg.
Etymologisches Wörterbuch
der deutschen Sprache
von
Friedrich Kluge
ord. Professor der deutschen Sprache an der Universität Freiburg i. Br.
Siebente verbesserte und vermehrte Auflage
Lex. 8°. XVI, 519 S. 1910. Geheftet
9.—, in Leinwand geb.
10.20, in Halbfranz geb.
11.—.
Kluges Wörterbuch ist im Jahre 1883 erstmals erschienen; es hat also im Jahre 1908 sein 25jähriges Jubiläum feiern können. Der Erfolg der bis jetzt erschienenen sieben Auflagen und die Anerkennung, welche dem Buche zu Teil geworden, haben gezeigt, wie richtig der Gedanke war, die Ergebnisse des anziehendsten und wertvollsten Teiles der wissenschaftlichen Wortforschung, den über die Entstehung und Geschichte der einzelnen Wörter unseres Sprachschatzes, in knapper lexikalischer Darstellung zusammenzufassen.
Der Verfasser hat es sich zur Aufgabe gemacht, Form und Bedeutung jedes Wortes bis zu seiner Quelle zu verfolgen, die Beziehungen zu den klassischen Sprachen in gleichem Maße betonend wie das Verwandtschaftsverhältnis zu den übrigen germanischen und den romanischen Sprachen; auch die entfernteren orientalischen, sowie die keltischen und die slavischen Sprachen sind in allen Fällen herangezogen, wo die Forschung eine sichere Verwandtschaft festzustellen vermag.
Die vorliegende neue Auflage, die auf jeder Seite Besserungen und Zusätze aufweist, hält an dem früheren Programm des Werkes fest, strebt aber wiederum nach einer Vertiefung und Erweiterung der wortgeschichtlichen Probleme und ist auch diesmal bemüht, den neuesten Fortschritten der etymologischen Wortforschung gebührende Rechnung zu tragen. Am besten aber veranschaulichen einige Zahlen die Vervollständigung des Werkes seit seinem ersten Erscheinen: die Zahl der Stichworte hat sich von der ersten zur siebenten Auflage vermehrt im Buchstaben A: von 130 auf 346 (6. Aufl. 280); B: von 378 auf 608 (6. Aufl. 520); D: von 137 auf 238 (6. Aufl. 200); E: von 100 auf 202 (6. Aufl. 160); F: von 236 auf 454 (6. Aufl. 329). Diese Vermehrung ist in gleicher Weise auch bei den übrigen Buchstaben angestrebt worden.
Verlag von KARL J. TRÜBNER in Straßburg.
Wörterbuch-Bibliothek.
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Von Friedrich Kluge, Professor an der Universität Freiburg i. Br. Siebente verbesserte und vermehrte Auflage. Lex. 8°. XVI, 519 S. 1910. Geh.
9.—, in Leinw. geb.
10.20, in Halbfranz geb.
11.—
Deutsches Fremdwörterbuch. Von Hans Schulz, Privatdozent an der Universität Freiburg i. Br. 1.-4. Lieferung: A-Kampagne. Subskriptionspreis für die Lieferung
1.50. Das Werk wird etwa 10 Lieferungen von je 5 Bogen Lex. 8°. umfassen.
Wörterbuch der deutschen Kaufmannssprache. Auf geschichtlichen Grundlagen. Mit einer systematischen Einleitung. Von Alfred Schirmer. Lex. 8°. LI, 218 S. 1911. Geh.
6.50, geb.
7.50
Die deutsche Druckersprache. Von Dr. Heinrich Klenz. 8°. XV, 128 S. 1900. Geh.
2.50, geb.
3.50
Schlagwörterbuch. Von Otto Ladendorf. 8°. XXIV, 365 S. 1906. Geh.
6.—, in Leinwand geb.
7.—
Pennälersprache. Entwicklung, Wortschatz und Wörterbuch. Von Rudolf Eilenberger. 8°. VIII, 68 S. 1910. Geh.
1.80, in Leinwand geb.
2.30
Schelten-Wörterbuch. Die Berufs-, besonders Handwerkerschelten und Verwandtes. Von Dr. Heinrich Klenz. 8°. VIII, 159 S. 1910. Geh.
4.—, geb.
5.—
Rotwelsch. Quellen und Wortschatz der Gaunersprache und der verwandten Geheimsprachen. Von Friedrich Kluge. I. Rotwelsches Quellenbuch. Gr. 8°. XVI, 495 S. 1901.
14.—
Verlag von KARL J. TRÜBNER in Straßburg.
Allgemeine
Bücherkunde
zur neueren deutschen Literaturgeschichte
Von
Robert F. Arnold
a. o. Univ.-Prof., Kustos der k. k. Hofbibliothek in Wien.
8°. XIX, 354 S. 1910.
Geheftet
8.—, in Leinwand geb.
9.—.
Dieses Werk gehört zu den Büchern, die wirklich einmal eine vorhandene Lücke ausfüllen und den Bestand unserer Hilfsmittel um ein höchst nützliches Glied erweitern. Aus der Praxis erwachsen, ist es auch in besonderem Sinne praktisch gestaltet worden, zumal der Verfasser reiche bibliothekarische Erfahrung mit literarhistorischer Kritik aufs glücklichste vereinigte ... Alles in allem erscheint der Inhalt des Buches so wohlerwogen und so gewissenhaft überprüft, ist die Anordnung und der Druck so klar und übersichtlich, daß es den zu stellenden Anforderungen aufs beste entspricht ... Und wenn der Verfasser die mühevolle Arbeit mit einem Seufzer der Erleichterung beschließt, so mag in das Bewußtsein trösten, durch sein schönes Buch den Nachstrebenden wie den Fachgenossen einen guten Dienst geleistet zu haben.“
Dr. Otto Ladendorf in Zeitschr. f. d. dt. Unterricht, 24. Jahrg., Heft 11.
„Für das Gebiet der deutschen Literatur, den bevorzugten Tummelplatz unserer Bibliophilen, liefert der bekannte, als Bibliograph der neueren Theatergeschichte bewährte Wiener Literaturhistoriker und Bibliothekar Arnold eine überaus nützliche Einführung, indem er streng gegliedert die gesamte eingeschlagene Literatur vorführt. Das System ist praktisch und zumal durch das ausführliche Register auch für Laien leicht benutzbar. Für jedes Gebiet wird eine Art historischer Entwicklung an der Hand der älteren Bücher und Zeitschriften gegeben; knappe, sichere Urteile, Anweisungen für den Gebrauch von Sammelwerken und Nachschlagebüchern gewähren namentlich dem Anfänger die nützlichste Unterstützung ...“
Prof. Dr. G. Witkowski in der Zeitschr. f. Bücherfreunde, Januar-Heft 1911.
Verlag von KARL J. TRÜBNER in Straßburg.
Die Renaissance
Historische Szenen
vom
Grafen Gobineau
Deutsch von Ludwig Schemann
Ausgabe letzter Hand mit den aus der Handschrift erstmalig übertragenen
Originaleinleitungen Gobineaus.
8°. LXXXV, 387 S. 1912.
Preis: Geheftet
4.—, geb. in Leinwand
5.—, in Ganzlederband
6.—.
Der Wert und die Bedeutung der neuen Auflage wird besonders dadurch erhöht, daß in ihr zum ersten Male und allein in ihr die Einleitungen, die Gobineau selbst zur Renaissance geschrieben hat, veröffentlicht werden. „Diese Einleitungen, deren Charakter und Bedeutung auf den ersten Blick erhellt, bringen einerseits eine Art Vorgeschichte der Renaissance, eine knappe, lichtvolle kulturgeschichtliche Übersicht über das Mittelalter, als die eigentliche Grundlage und Voraussetzung jener großen Zeit; anderseits aber Einzelcharakteristiken von Personen und Ereignissen, welche die des Hauptwerkes zum Teil zusammenfassen, zum Teil ergänzen und durch neue Züge bereichern; endlich noch einzelne besondere geschichtsphilosophische Ausblicke und Erörterungen. Das Ganze bildet eine schwungvolle Parallele, die der Kulturhistoriker dem Dichter geliefert hat.“
Verlag von KARL J. TRÜBNER in Straßburg.
DAS GESAMTE GEBIET DER NATURWISSENSCHAFTEN IN ZEHN BÄNDCHEN.
Chemie – Physik – Astronomie – Physikalische Geographie – Geologie – Tierkunde – Botanik – Mineralogie – Physiologie – Allgemeine Einführung in die Naturwissenschaften
vereinigt die bekannte von bedeutenden Gelehrten verfaßte Sammlung
Naturwissenschaftliche Elementarbücher.
Ihren durchschlagenden Erfolg haben die Bändchen dieser Serie dem Umstand zu danken, daß hier zum erstenmal die Wissenschaft durch ihre allerersten Vertreter dem Elementar-Unterricht direkt dienstbar gemacht ist; sie wollen „die Schuljugend zur Beobachtung, zum Nachdenken über die alltäglichen Erscheinungen der Außenwelt anleiten und sie so mit der Natur, in der wir wurzeln, vertraut machen. Nie zuvor sind unserer Schule so gediegene Hilfsmittel dargeboten worden, in denen unter der einfachsten und verständlichsten, zugleich das Gemüt erfreuenden Einkleidung die Resultate der Wissenschaften durchblicken“. – Die schöne klare Sprache machen die Bändchen auch in hervorragendem Maße zum Selbststudium und ersten Einführung gut geeignet.
Gute Ausstattung (klarer Druck, weißes starkes Papier). — Zahlreiche gute Abbildungen. —
Preis pro Bändchen: | in Schulband |
|
in gediegenem Leinenband |
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Die ganze Serie zusammen: | in Schulband |
|
gebunden in Leinen in elegantem Karton |
| |
Verlag von KARL J. TRÜBNER in Straßburg.
Kurzes Lehrbuch der
Physikalischen Geographie
von
A. Geikie
Professor an der Universität Edinburg.
Autorisierte Deutsche Ausgabe
von
Prof. Dr. Bruno Weigand.
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Erich von Drygalski.
Zweite verbesserte und vermehrte Auflage.
Mit 77 Holzschnitten, 5 Vollbildern und 13 Karten.
8°. X, 386 S. 1908.
Geheftet
4.50, in Leinwand gebunden
5.20.
Inhalt: 1. Die Erde als Planet. – 2. Die Luft. – 3. Das Meer. – 4. Das Festland. – 5. Das Leben.
„... Wer die kleine „physikalische Geographie“ und „Geologie“ Geikies kennt, die als Nr. 4 und 5 der „Naturwissenschaftlichen Elementarbücher“ (im selben Verlage) erschienen sind, der wird mit großer Spannung an Geikies Lehrbuch herantreten. Und diese wächst mit der Lektüre jeder Seite. Denn es spricht ein Meister und ein Künstler der Sprache zu uns. Da ist alles knapp, einfach, klar und präzise ausgedrückt ...“
Blätter für die Fortbildung des Lehrers und der Lehrerin 1908, Heft 23.
„... In seiner Klarheit, Allseitigkeit, strengen Begründung und doch leichten Faßlichkeit ist das Buch dem Lehrer das beste Werk zum Selbststudium, dem Unterricht ein treffliches Hilfsmittel und der reifen Jugend eine anregende Lektüre.“
Bayerische Lehrerzeitung 1908, Heft 41.
Fußnoten:
[1] Die Bezeichnungen starke und schwache Deklination sind ebenso wie das Wort Umlaut von Jakob Grimm gebildet.
[2] Einige Wörter, wie Auge, Bett u. a., werden in der Einzahl stark, in der Mehrzahl schwach dekliniert. Diese faßt man als gemischte Deklination zusammen.
[3] Mit Ausnahme von Friede und Gedanke, die im Mittelhochdeutschen (vride, gedanc) zur starken Deklination gehörten.
[4] Auch der Nominativ Felsen neben Fels ist auf diese Weise entstanden; das Wort gehört ursprünglich der starken Deklination an, daher ist gegen die Dativ- und Akkusativform Fels (Vom Fels zum Meer) nichts einzuwenden.
[5] Etwas andres ist es in Fällen, wo die falsche Form die alte, richtige aus dem Sprachbewußtsein schon ganz verdrängt hat, wie bei Braten, Hopfen, Kuchen, Rücken, Schinken u. a., die im Mittelhochdeutschen noch brate, hopfe usw. hießen.
[6] Der Apostroph sollte nur da angewandt werden, wo er eine Verwechslung verhüten kann, z. B. zwischen dem Präsens rauscht und dem Imperfektum rauscht’ (Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll), oder zwischen der Einzahl Berg und der Mehrzahl Berg’ (über Berg’ und Täler). Hier bedeutet er wirklich etwas, und hier kann man ihn bei gutem Vorlesen sogar – hören!
[7] Diese schwache oder aus schwacher und starker gemischte Deklination der Eigennamen war früher noch viel weiter verbreitet. Nicht bloß Schwarz und Schütz wurden dekliniert Schwarzens, Schwarzen, Schützens, Schützen, weshalb man aus den casus obliqui nie entnehmen kann, ob sich der Mann Schwarz oder Schwarze nannte; auch von Christ, Weck, Frank, Fritsch bildete man Christens, Christen, Weckens, Wecken, Frankens, Franken, Fritschens, Fritschen (Leipzig, bei Thomas Fritschen). Daher findet man in antiquarischen Katalogen Christs Buch „Anzeige und Auslegung der Monogrammatum“ meist unter dem falschen Namen Christen, Wecks Beschreibung von Dresden meist unter dem falschen Namen Wecken aufgeführt; auf den Titelblättern steht wirklich: von Christen, von Wecken. Die berühmte Leipziger Gelehrtenfamilie der Mencke, aus der Bismarcks Mutter abstammte, war durch ihre casus obliqui so irre geworden, daß sie schließlich selber nicht mehr wußte, wie sie hieß; deutsch schrieben sie sich Mencke, aber latinisiert Menckenius. Aber auch bei solchen Genitiven auf ens richtet der Apostroph oft Unheil an. An Stieglitzens Hof am Markt in Leipzig steht über dem Eingang in goldner Schrift: Stieglitzen’s Hof – als ob der Erbauer Stieglitzen geheißen hätte. Und welche Überraschung, wenn einem der Buchbinder auf einen schönen Halbfranzband gedruckt hat: Hans Sachsen’s Dichtungen!
[8] Wie lange soll übrigens noch in der deutschen Schrift der Zopf der römischen Ziffern weitergeschleppt werden? Warum druckt man nicht Heinrichs 8., Ludwigs XIV.? Auch in andern Fällen werden die römischen Ziffern ganz unnötigerweise verwandt. Warum nicht das 12. Armeekorps, warum immer das XII. Armeekorps? Fast alle unsre Historiker scheinen zu glauben, es klinge gelehrter, wenn sie schreiben: im XVIII. Jahrhundert. Eigentlich sollte man im Druck überhaupt Ziffern nur für das Datum und für rechnungsmäßige, z. B. statistische, finanzielle, astronomische Angaben verwenden, also nicht drucken: Unser Leben währet 70 Jahre. Vornehme Druckereien haben sich auch früher so etwas nie erlaubt. Von den Zifferblättern unsrer Uhren verschwinden erfreulicherweise die römischen Ziffern immer mehr.
[9] Daher schreibt man auch auf Büchertiteln: Von Pfarrer Hansjakob, von Prof. A. Schneider (statt von dem Professor), wo bloß der Titel gemeint ist.
[10] Geschmacklos ist es, vor derartige Appositionen, wo sie wirklich den Beruf, das Amt, die Tätigkeit bedeuten, noch das Wort Herr zu setzen: der Herr Reichskanzler, der Herr Erste(!) Staatsanwalt, der Herr Bürgermeister, der Herr Stadtverordnete, der Herr Vorsitzende, der Herr Direktor, der Herr Lehrer (die Herren Lehrer sind während der Unterrichtsstunden nicht zu sprechen), der Herr Königliche Oberförster, der Herr Organist, der Herr Hilfsgeistliche, sogar der Herr Aufseher, der Herr Expedient, die Herren Beamten usw. Wenn das Herr durchaus zur Erhöhung der Würde dabeistehen soll, so gehört es unmittelbar vor den Namen: der Abgeordnete Herr Götz, der Organist Herr Schneider, der Hilfsgeistliche Herr Richter usw. Fühlt man denn aber nicht, daß der Reichskanzler, der Bürgermeister und der Direktor viel vornehmere Leute sind als der Herr Reichskanzler, der Herr Bürgermeister und der Herr Direktor? Wie vornehm klangen die Theaterzettel der Meininger, wie lächerlich klingt eine Liste der Prediger des nächsten Sonntags, wenn sie alle vom Superintendenten bis herab zum letzten Kandidaten als Herren aufgeführt sind! Das allerlächerlichste sind wohl die Herren Mitglieder. Wie heißt denn davon die Einzahl? der Herr Mitglied? oder das Herr Mitglied?
[11] Obwohl sich schon im fünfzehnten Jahrhundert in Urkunden findet: das Haus, das Peter von Dubins (Peters von Düben) oder das Nickel von Pirnes (Nickels von Pirne) gewest, als das Gefühl für den Ortsnamen noch viel lebendiger war als bei unsern heutigen Adelsnamen.
[12] In München und in Wien fahrt man in Wägen! Die Nägel, die Gärten u. a. sind freilich schon längst durchgedrungen, während es im sechzehnten Jahrhundert noch hieß: die Nagel, die Garten.
[13] Ausgenommen sind nur Mutter und Tochter, die zur starken, und Bauer, Vetter und Gevatter, die zur gemischten Deklination gehören. In der Sprache der Technik aber, wo Mutter mehrfach im übertragnen Sinne gebraucht wird, bildet man unbedenklich die Muttern (die Schraubenmuttern).
[14] Vereinzelt ist auch in Fachkreisen die alte Form lebendig geblieben. Der Leipziger Zimmermann sagt noch heute: die Bret, die Fach, nicht die Bretter, die Fächer.
[15] Als die Schlösser aufkamen, müssen Menschen von feinerem Sprachgefühl etwa dasselbe gefühlt haben, was man heute fühlen würde, wenn jemand von Rössern reden wollte.
[16] Faß e mal das Ding an den Dingern hier an, daß die Dinger drinne nich gedrückt werden. D. h. fasse den Korb an den Henkeln hier an, daß die Hüte drin nicht gedrückt werden.
[17] Auch bei Lohn sind seit alter Zeit beide Geschlechter üblich: aber auch hier hat das Neutrum jetzt einen niedrigen Beigeschmack. Dienstmädchen verlangen hohes Lohn, Gesellen höheres Macherlohn oder Arbeitslohn; aber jede gute Tat hat ihren schönsten Lohn in sich selbst.
[18] Wenn ein Hauptwort in seinem Geschlecht schwankt, so hat das Neutrum nicht selten etwas gemeines. Es hängt das damit zusammen, daß nicht bloß der ungebildete Fremde, der des Deutschen nicht mächtig ist, alle deutschen Hauptwörter im Zweifelfalle sächlich behandelt (das Bruder, das Offizier, das Kutscher), sondern auch der ungebildete Deutsche ebenso mit Fremdwörtern verfährt. Man denke nur an die unausstehlichen Neutra unsrer Handlungsreisenden, Ladendiener, und Ladenmädchen: das Firma, das Fasson, das Etikett, das Offert, das Makulatur! Das neueste ist das Meter, das die Handlungsdiener und Ladenmädchen doch wahrhaftig nicht dem griechischen μέτρον zuliebe plötzlich als Neutrum behandeln!
[19] Vielleicht ist es dort über die Niederlande aus dem Französischen eingedrungen; dann würde es schließlich auch auf die romanische Quelle zurückgehen.
[20] Von Wörtern weiblichen Geschlechts wird immer der Plural gebildet: zwei Mandeln Eier, drei Ellen Band, sechs Flaschen Wein, zehn Klaftern Holz, vier Wochen alt.
[21] Wenn aber ein Antiquar in einem Katalog von einem wertvollen alten Druck sagt: Sechs Blatt sind stockfleckig, so ist das natürlich falsch.
[22] Genau genommen wird freilich auch nicht vereiteln, verändern gesprochen, sondern vereitln, verändrn, l und r werden gleichsam vokalisiert. Aber gemeint ist doch mit dieser Aussprache eln, ern, nicht len, ren. Eigentlich gehören auch noch die Wortstämme auf en hierher, wie rechen, zeichen, orden, offen, eben, eigen, regen (vgl. Rechenschaft, Eigentum, Offenbarung). Die Infinitive können da natürlich nur rechnen, ordnen, eignen lauten; die flektierten Formen aber, die wir jetzt leider allgemein zeichnet, zeichnete, öffnete, gerechnet, geordnet, geeignet schreiben, lauteten im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert noch überall schöner: zeichent, gerechent, geordent, geeigent. Der Volksmund spricht auch heute noch so, selbst der Gebildete sagt – er mag sich nur richtig beobachten –: es regent, es regente, es hat geregent (genau genommen freilich auch hier wieder regnt, geregnt, mit vokalisiertem n). Nur wer sich ziert, wer „wie gedruckt“ redet, sagt: ausgezeichnet! Net, womöglich nett! Man muß ja förmlich eine Pause machen und Kraft sammeln, um das net herauszubringen! Unsre besten und hervorragendsten Zeitschriften brauchten nur einmal die vernünftigen Formen zeichent, öffent, zeichente, öffente, gezeichent, geöffent eine Reihe von Jahren beharrlich drucken zu lassen, so wären sie wieder durchgedrückt. In atmen (Stamm atem) hat natürlich das Stamm-e ausgeworfen werden müssen, weil atemn niemand sprechen kann; für atmet hört man aber im Volksmunde auch oft genug atent, wie denn auch schon in der ältern Sprache Aten neben Atem erscheint, (und wie auch bodem, gadem, besem, busem zu Boden, Gaden, Besen, Busen geworden sind).
[23] Auch wenn ein Schriftsteller die schönen, kräftig klingenden Formen geschrieben hat, werden ihm in den Druckereien stets die garstigen weichlichen Formen oder gar die Formen mit zwei e daraus gemacht, die gar niemand spricht (anderen, unseren). Die Schriftsteller sollten sich das nur ernstlich verbitten, dann würde dem Schlendrian schon ein Ende gemacht werden. Zu Schillers und Goethes Zeit waren in allen Druckereien noch die Formen mit vollem Wortstamm das selbstverständliche.
[24] Früher hat man freilich auch so gesagt. Im siebzehnten Jahrhundert: nach gepflogner reifen Beratschlagung; Lessing: aus eigner sorgfältigen Lesung.
[25] Das vernünftigste wäre natürlich, man setzte den Artikel und sagte: Verein der Berliner Künstler. Es brauchten doch deshalb nicht alle dabei zu sein. Wer nicht mittun will, läßts bleiben.
[26] Der Fehler ist, wie die ganze Phrase und wie so vieles andre heute in unsrer Sprache, eine Nachäfferei des Englischen. Im Englischen wird on board mit dem Akkusativ verbunden (to go on board a ship – on board Her Majesty’s ship Albert). Aber was geht das uns an?
[27] Beim Dichter läßt man sich gefallen: drum komme, wem der Mai gefällt, und freue sich der schönen Welt und Gottes Vatergüte (statt der Vatergüte Gottes).
[28] Völlig unsinnig ist natürlich: es gibt kein leicht verdaulicheres Mehl als Rademanns Kindermehl.
[29] Aus diesen Genitiven sind dann, indem man sie als Nominative auffaßte (mein wie klein) und nun aufs neue deklinierte, die besitzanzeigenden Eigenschaftswörter mein, dein, sein, unser, euer, ihr entstanden. Früher nahm man an, daß auch in den Anfangsworten des Vaterunsers das unser der nachgestellte Genitiv von wir sei (nach dem griechischen πάτερ ἡμῶν). Wahrscheinlicher ist, daß es hier doch das besitzanzeigende Eigenschaftswort ist (nach dem lateinischen Pater noster), das in der ältern Sprache auch nachgestellt werden konnte (in der gotischen Bibelübersetzung: atta unsar).
[30] Genitiv und Dativ von Eure Majestät, Eure Exzellenz heißen natürlich Eurer Majestät, Eurer Exzellenz. Völliger Unsinn aber ist, was man darnach gebildet hat: Eurer Hochwohlgeboren!
[31] Das Dativ-m hat Ungebildeten immer großen Respekt eingeflößt. Schrieb und druckte man doch sogar im achtzehnten Jahrhundert in Leipzig: der Gasthof zum drei Schwanen, der Riß zum Schlachthöfen. Man meinte natürlich zun d. i. zu den, getraute sich das aber nicht zu schreiben.
[32] Leute, die altertümlich schreiben möchten, z. B. Verfasser historischer Romane oder Schauspiele, greifen gern zu zween und zwo, haben aber gewöhnlich keine Ahnung von dem Unterschied der Geschlechter und machen sich deshalb lächerlich. Darum wohl gemerkt: zween war männlich, zwo weiblich, zwei sächlich.
[33] Auch diese Ausdrücke stammen von Jakob Grimm.
[34] Andre wollen es auf das Rädern, die Tätigkeit des Henkers, zurückführen.
[35] Das Niederdeutsche hat auch jug gebildet von jagen. Doch wird ein Unterschied gemacht. Bismarcks Vater brauchte jagte von der Jagd, jug von schneller Bewegung, z. B. schnellem Fahren. In Hannover sagt der gemeine Mann: ehe der Polizist die Nummer merken konnte, jug der Bengel um die Ecke.
[36] Viel zu ihrer Verbreitung haben wohl Scheffel und Freytag beigetragen, die sie beide sehr lieben.
[37] Die Grenzboten veröffentlichten 1882 ein hübsches Sonett aus Süddeutschland, das sich über das Vordringen der falschen Formen lustig machte. Es begann mit der Strophe:
Ich frug mich manchmal in den letzten Tagen:
Woher stammt wohl die edle Form: er frug?
Wer war der Kühne, der zuerst sie wug?
So frug ich mich, so hab ich mich gefragen.
Eine Anzahl von Zeitungen brachte dann elende Gegensonette, aus denen nichts weiter hervorging, als daß die Verfasser keine Ahnung von den Anfangsgründen der deutschen Grammatik hatten, und daß ihnen die falschen Formen schon so in Fleisch und Blut übergegangen waren, daß sie für das Richtige alles Gefühl verloren hatten.
[38] Wenn freilich Kindern, die im Elternhause noch richtig fragt und fragte gelernt haben, in der Schule das dumme frug in die Arbeiten hinein„korrigiert“ wird, dann ist nichts zu hoffen.
[39] Als eine Merkwürdigkeit mag erwähnt sein, daß die Leipziger Buchbinder sagen: das Buch wird bloß geheftet, dagegen die Leipziger Schneider: der Ärmel ist erst gehoften.
[40] Diese Unterscheidung sitzt im Sprachgefühl so fest, daß mir sogar ein vierjähriges Kind auf meine bedauernde Frage: Du bist wohl gefallen? seelenvergnügt erwiderte: Ich bin nich gefallen, ich hab gehuppt.
[41] Bei brauchen darf natürlich zu beim Infinitiv nicht fehlen. Das hättest du ja nicht sagen brauchen – ist Gassendeutsch.
[42] Ebenso bei bleiben und haben: er ist sitzen geblieben (eigentlich: sitzend) – ich habe tausend Mark auf dem Hause stehen (eigentlich: stehend) – hat keiner einen Bleistift einstecken? (eigentlich: einsteckend). In der ältern Zeit schrieb man sogar: ein Büchlein, das man in Kirchen gebrauchen ist (statt gebrauchend) – wir sind euch dafür danken (statt dankend).
[43] Apotheker und, was man im Volke auch hören kann, Bibliotheker ist anders entstanden, es ist verstümmelt aus apothecarius und biliothecarius. Attentäter wurde anfangs nur als schlechter Witz gebildet (es hätte auch Täter genügt); aber törichte Zeitungschreiber haben es dann in vollem Ernst nachgebraucht.
[44] Kreidezeichnung, Höhepunkt und Blütezeit haben wir ja schon längst, und doch wurden auch sie anfangs richtig gebildet: Kreidenstrich, Höhenpunkt, Blütenzeit.
[45] Ein Jammer ist es, auf Weinkarten und Weinflaschen jetzt Liebfraumilch lesen zu müssen! Wahrscheinlich zur Entschädigung dafür schmuggelt man dann das en in den Niersteiner ein und nennt ihn – höchst verdächtig! – Nierensteiner (Nierstein ist nach dem Kaiser Nero genannt). Visitekarte, Manschetteknopf, Toiletteseife soll vielleicht Visittkarte, Manschettknopf, Toilettseife gesprochen werden – gehört habe ichs noch nicht, man siehts ja immer nur gedruckt; aber wozu die französische Aussprache?
[46] Freilich finden sich auch solche Zusammenleimungen schon früh. Schon im fünfzehnten Jahrhundert kommt in Leipziger Urkunden die Parthenmühle als Pardemöl vor. Im Harz spricht man allgemein und wohl schon lange vom Bodetal und vom Ilsetal.
[47] Ähnlich verhält sichs mit dem neuen Modewort Anhaltspunkt. Früher sagte man: ich finde keinen Anhaltepunkt, d. h. keinen Punkt, wo ich mich anhalten könnte (vgl. Siedepunkt, Gefrierpunkt). Daneben hatte man in demselben Sinne das Substantiv Anhalt; man sagte: dafür fehlt es mir an jedem Anhalt. Aus beiden aber nun einen Anhaltspunkt zu bilden, war doch wirklich überflüssig. Wahrscheinlich hat man geglaubt, damit einen feinen Unterschied zu schaffen zu den Anhaltepunkten auf den Eisenbahnen. Als ob Anhaltepunkt nicht ebensogut die Stelle bedeuten könnte, wo man sich anhält, wie die, wo man anhält!
[48] In Leipzig hält man sich ein Kindermädchen, auch wenn man nur ein Kind hat, in Wien eine Kindsmagd, auch wenn man sechs Kinder hat.
[49] Wofür man in Süddeutschland auch Wartsaal, Singstunde sagt, wie neben Bindemittel auch Bindfaden steht. Schreibpapier und Schreibpult spricht sich schwer aus, weil b und p zusammentreffen; man hört immer nur: Schreipapier. Darum ist wohl Schreibepapier vorzuziehen.
[50] Jean Paul hat schon 1817 einmal den Versuch gemacht, diese s-Krätze, wie er es nannte, zu bekämpfen, merzte auch aus einer neuen Auflage seines Siebenkäs alle falschen s aus. Es ist aber vergeblich gewesen. Und ebenso vergeblich wird es sein, daß es jetzt der Herausgeber der in Berlin erscheinenden Wochenschrift Die Zukunft wieder versucht. Die Mitarbeiter sollten sich das einfach verbitten.
[51] Das Bürgerliche Gesetzbuch kennt die greulichen Zusammensetzungen nicht.
[52] Unter den Hunderten mit Liebe gebildeten Zusammensetzungen haben nur wenige das s nicht: liebreich, liebevoll, liebeglühend, liebetrunken, liebedienerisch, Liebedienerei, einige wohl deshalb, weil hier mehr ein dativisches Verhältnis gefühlt wird.
[53] Wie man auch das Haus eines Mannes, der Plank hieß, das Plänkische Haus nannte, die Mühle in dem Dorfe Wahren die Währische Mühle.
[54] Daneben freilich auch schon vom Manesse-Kodex! Es wird immer besser. Vielleicht wird nächstens auch noch der Farnesische Herkules in einen Farnese’schen verwandelt, und der Borghesische Fechter in einen Borghese’schen.
[55] Auch die guten Pfefferkuchen, die Aachner Printen, sollen früher in Aachen selbst Aacher Printen geheißen haben. In vielen ursprünglich undeutschen (lateinischen, slawischen) Ortsnamen gehört das n zum Stamm; die bilden dann natürlich richtig Bozner, Dresdner, Meißner, Posner usw. Aber die guten Gießer hätten sich keine Gießener Neuesten Nachrichten aufnötigen zu lassen brauchen.
[56] Woraus die Kunsthistoriker „Hans Baldung, genannt Grien“, gemacht haben.
[57] Freilich sind Formen wie Jenaer und Geraer auch nicht besonders schön, so wenig wie die in Sachsen in der Schriftsprache beliebten Adjektivbildungen auf aisch: Grimmaisch, Tauchaisch, Bornaisch, Pirnaisch. In diesen Bildungen ist eine deutsche Endung an eine ganz unvolkstümliche, künstlich gemachte lateinische Endung gehängt. Der Volksmund kennt noch heutigestags nur die Städte Grimme, Tauche, Borne, Pirne und so auch nur die Adjektivbildungen Grimmisch, Tauchisch, Bornisch, Pirnisch, und es wäre zu wünschen, daß sich die amtliche Schreibung dem wieder anschlösse. So gut wie sich zu irgendeiner Zeit das Falsche amtlich hat einführen lassen, ließe sich doch auch das Richtige amtlich wieder einführen. Man pflegt jetzt eifrig die „Volkskunde“, sucht überall die Reste volkstümlicher alter Sitten und Gebräuche zu retten und zu erhalten. Gehört dazu nicht vor allem die Sprache des Volks?
[58] Der Unsinn geht so weit, daß man sogar feststehende formelhafte Verbindungen, wie: eine offne Frage, ein zweifelhaftes Lob, ein frommer Wunsch, blinder Lärm, auseinanderreißt, das Prädikat zum Subjekt macht und schreibt: die Frage, ob das Werk fortgesetzt werden sollte, war lange Zeit eine offne – dieses Lob ist doch ein sehr zweifelhaftes – dieser Wunsch wird wohl ewig ein frommer (!) bleiben – der Lärm war zum Glück nur ein blinder (!).
[59] Vgl. ein Schock frische Eier – ein Dutzend neue Hemden – eine Flasche guter Wein – mit ein paar guten Freunden – mit ein bißchen fremdländischem Sprachflitter.
[60] Den Inhalt eines Dramas kurz anzugeben, gehört zu den beliebtesten Aufgaben für deutsche Aufsätze in den oberen Gymnasialklassen. Es ist auch wirklich eine Aufgabe, bei der viel gelernt werden kann. Wie viel ärgerliche Korrektur aber könnte sich der Lehrer ersparen, wenn er bei der Vorbesprechung immer auch diese Tempusfrage mit den Jungen gründlich erörterte!
[61] Nur in Süddeutschland und Österreich wird welcher auch gesprochen, aber immer nur von Leuten, die sich „gebildet“ ausdrücken möchten. In deren falschem, halbgebildetem Hochdeutsch – da grassiert es. In Wien und München, dort sagen es nicht bloß die Professoren in Gesellschaft, sondern auch schon die Droschkenkutscher, wenn sie zusammengekommen sind, um zu einem neuen Tarif „Stellung zu nehmen“. Ja sogar der norddeutsche Professor spricht, wenn er nach Wien berufen worden ist, nach einigen Jahren „bloß mehr“ welcher. In Mittel- und Norddeutschland aber spricht es niemand.
[62] Um welcher zu verteidigen, hat man neuerdings ausgezählt, wie oft es unsre klassischen Schriftsteller schreiben, und hat gefunden, daß sie es – sehr oft schreiben. Aber was wird damit bewiesen? Doch weiter nichts, als daß auch unsre klassischen Schriftsteller von Kindesbeinen an im Banne der Papiersprache gestanden haben. Das braucht aber nicht erst bewiesen zu werden, das wissen wir längst.
[63] Wenn man nicht der der oder die die schreiben dürfte, dann dürfte man auch nicht schreiben: an andrer Stelle, ein einzigesmal, bei beiden Gelegenheiten, mit mitleidiger Miene. Sehr oft entsteht übrigens die so gefürchtete Doppelung nur durch falsche Wortstellung: ein persönliches oder reflexives Fürwort, das zwischen die beiden der oder die oder das gehört, wird verschoben und erst beim Verbum nachgebracht: alle Änderungen, die die Schule sich hat gefallen lassen – die Grundsätze, an die die Revision sich gebunden hat – die Aufgaben, die die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Zeit uns stellen. Man bringe das persönliche Fürwort an die richtige Stelle, und das Gespenst ist verschwunden: alle Änderungen, die sich die Schule hat gefallen lassen.
[64] Hier ist eine Apposition, die vor dem Relativpronomen stehen müßte, in den Relativsatz versetzt. Das ist vollends undeutsch, es ist ganz dem Lateinischen nachgeahmt.
[65] Nicht zu verwechseln hiermit ist natürlich ein Fall wie folgender: eine der größten Schwierigkeiten für das Verständnis unsrer Vorzeit, die meist gar nicht gewürdigt wird. Hier muß es wird heißen, denn hier bezieht sich der Relativsatz wirklich auf eine; der Sinn ist: und zwar eine, die meist gar nicht gewürdigt wird.
[66] Habe wäre ja ein Eingeständnis, daß der Vorwurf berechtigt sei, denn es kann eben nur als Indikativ gefühlt werden. Manchen Süddeutschen will das nicht in den Kopf, weil sie (in Schwaben) den dialektischen Konjunktiv des Präsens haben: ich häbe, wir häben, sie häben und daher den Konjunktiv ich habe, wir haben, sie haben, wo sie ihn gedruckt sehen, unwillkürlich als häbe verstehen und vielleicht auch so – aussprechen. Die mögen dann nichts davon wissen, habe durch hätte zu ersetzen, und behaupten, sie könnten hätte nur als Konditional fühlen. Mag sein. Wir in Mittel- und Norddeutschland fühlen eben anders.
[67] Im Konjunktiv Futuri von werden zu würden auszuweichen ist freilich nicht möglich, wenn der Hauptsatz im Präsens steht, weil dann würden als Konditional gefühlt werden würde, z. B. ein geschlagnes Ministerium kann dem Herrscher raten, das Parlament aufzulösen, in der Hoffnung, daß die Wähler eine seinen Ansichten günstige Mehrheit von Abgeordneten entsenden werden. In solchen Fällen kann man sich aber leicht dadurch helfen, daß man zum Singular greift: daß die Wählerschaft entsenden werde.
[68] Der Volksmund liebt es, eine irreale Bedingung in der Vergangenheit durch den – Indikativ des Imperfekts auszudrücken: wenn ich Geld hatte, kam ich. Das klingt aber der Angabe einer wiederholten Handlung in der Wirklichkeit (jedesmal, wenn ich Geld hatte, kam ich) so ähnlich, daß man es in der guten Schriftsprache besser vermeidet.
[69] Auch oft verkürzt, ohne Hauptsatz: daß ich nicht wüßte – nicht daß es dem Vater an trefflichen Eigenschaften gefehlt hätte.
[70] In einem der schönsten Brahmsschen Lieder, Feldeinsamkeit, das H. Allmers gedichtet hat, heißt es: die schönen, weißen Wolken ziehn dahin – durchs tiefe Blau wie schöne stille Träume; – mir ist, als ob ich längst gestorben bin (!) – und ziehe (!) selig mit durch ewge Räume. Das bringt man doch beim Singen kaum über die Lippen. – Natürlich kann ein Vergleich auch als wirklich hingestellt werden, z. B. hörten wir ein Geräusch, wie wenn in regelmäßigen Zwischenräumen ein großer Wassertropfen auf ein Brett fällt, d. h. wie man es hört, wenn ein Wassertropfen fällt (Schiller im Taucher: wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt). Hier ist selbstverständlich der Indikativ am Platze.
[71] In der älteren Zeit ist auch der Zweck, die Absicht durch das bloße zu ausgedrückt worden; die Ausdrucksweise mit um zu ist die jüngere.
[72] An ein Hauptwort kann ein Infinitivsatz mit um zu niemals angeschlossen werden, selbst nicht an einen substantivierten Infinitiv. Wenn auf Konzertprogrammen steht: Das Belegen der Plätze, um solche Späterkommenden zu sichern, ist streng untersagt – so ist das ein Schnitzer.
[73] Außerdem die partizipähnlichen passiven Formen: zu hoffend, zu fürchtend, anzuerkennend, die durch Anhängen eines unorganischen d aus dem Infinitiv mit zu entstanden sind.
[74] Nur in einzelnen Fällen kann das passive Partizip die Gegenwart bedeuten, z. B. das von mir bewohnte Haus (d. i. das Haus, das von mir bewohnt wird). Eine Anzeige also wie die folgende: die von dem verstorbenen Rentier Sch. bewohnte Wohnung ist zu Ostern anderweit zu vermieten – kann einem geradezu gruselig machen; hier muß es heißen: die bewohnt gewesene.
[75] Zur Verzierung von Leipziger Wäschschränken wurde eine Zeit lang mit Vorliebe der Spruch gestickt:
Geblüht im Sommerwinde,
Gebleicht auf grüner Au,
Ruht still es nun im Spinde
Zum Stolz der deutschen Frau.
Gebleicht ist richtig; aber daß das geblüht den Stolz der deutschen Frau nicht verletzte, war zu verwundern.
[76] In Bibliotheksbekanntmachungen liest man gelegentlich sogar von demnächst stattzufindenden Revisionen, und in Kunstausstellungsprogrammen von einer aus sechs Mitgliedern zu bestehenden Jury!
[77] Und auch in Mittel- und Norddeutschland spricht man von gestandnem Wasser (im Gegensatz zu frischem).
[78] Vor einiger Zeit hatte ich an mehrere hundert Personen eine Zuschrift abzufassen, auf die ebenso viel hundert teils ablehnende, teils zustimmende Antworten eingingen. Ich beauftragte einen Schreiber mit der Durchsicht und Ordnung der eingelaufenen Antworten. Als er fertig war, legte er mir zwei Mappen vor, und auf der einen stand: abgelehnte Schreiben, auf der andern: angenommene Schreiben. Ich fragte ihn, was das heißen solle. Nun, das hier sagte er, sind die Schreiben, die angenommen haben, und das hier die, die abgelehnt haben.
[79] Daher hat es ja seinen Namen. Partizipium kommt her von particeps, d. h. Anteil habend; es ist davon genannt, daß es zugleich am Verbum und am Nomen Anteil hat, zwischen beiden ein Mittelding ist. Darum hat man es ja auch in der Volksschulgrammatik durch Mittelwort übersetzt.
[80] In Ermanglung ist mir immer so vorgekommen, als ob sichs einer als schlechten Witz ausgedacht hätte, um den Aktenstil zu verhöhnen, um zu probieren, ob es ihm wohl einer nachmachen würde.
[81] Übrigens fehlt es auch nicht an Beispielen, wo noch dazu das Hauptwort auf ung von einem Zeitwort gebildet ist, das den Dativ regiert, also eigentlich gar keinen Objektsgenitiv zu sich nehmen kann, wie: der Zinsfuß wird herabgesetzt in Entsprechung eines Gesuchs (vgl. [S. 243]). Eine Behörde schreibt: In Begegnung von (!) an (!) andern Orten sich ereignet habenden (!) Vorgängen wird hierdurch bekanntgemacht; das soll heißen: um Vorgängen zu begegnen (vorzubeugen), wie sie sich an andern Orten ereignet haben.
[82] In Leipzig empfiehlt man freilich auch echt Madeirahandarbeiten, echt Gose und echt Bütten (nämlich -papier)!
[83] Manche Leute sind in diese Formen auf er so vernarrt, daß sie sie sogar von Wörtern bilden, die gar keine wirklichen Ortsnamen sind. So redeten die Leipziger Förster früher vom Rosentäler, vom Kuhturmer und vom Burgauer Revier, statt vom Rosentalrevier, Kuhturmrevier, Burgauenrevier. Ob sies auch heute noch tun, weiß ich nicht.
[84] Über die Bedeutung mancher von unsern Straßennamen herrscht ohnehin in den Köpfen der Masse eine solche Unklarheit, daß man sie nicht noch durch fehlerhafte Schreibung zu steigern braucht. Unter den Straßen Leipzigs, die nach den Helden der Freiheitskriege genannt sind, ist auch eine Lützowstraße, eine Schenkendorfstraße, eine Gneisenaustraße. Was machen die Kinder daraus, die kleinen wie die großen Kinder? Eine Lützower Straße, eine Schenkendorfer Straße, eine Gneisenauer Straße! Wir haben ferner eine Senefelderstraße. Auch die wird im Volksmunde als Senefelder Straße verstanden. Freilich gibt es bei Leipzig kein Senefeld, kein Schenkendorf, kein Gneisenau, kein Lützow. Aber das Volk, namentlich das ewig zu- und abfließende niedrige Volk, weiß doch von der Umgebung Leipzigs ebensowenig etwas wie von dem Erfinder der Lithographie und den großen Männern der Freiheitskriege. Wurde doch auch die Fichtestraße, als sie neu war, sofort als Fichtenstraße verstanden, und ein unternehmender Schenkwirt eröffnete dort schleunigst ein „Restaurant zur Fichte“!
[85] Als vor einigen Jahren die Firma August Scherl den Verlag des Leipziger Adreßbuchs an sich gebracht hatte, beliebte es ihr, alle Leipziger Straßennamen über einen Kamm zu scheren und sie alle als zusammengesetzte Wörter drucken zu lassen: Dresdnerstraße, Grimmaischestraße, Hohestraße usw., obwohl in allen amtlichen Veröffentlichungen und an allen Straßenecken zwischen zusammengesetzten und nicht zusammensetzbaren Namen streng geschieden wird, auch das frühere Adreßbuch dazwischen streng geschieden hatte. Zum Glück griff sofort die Behörde ein und zwang den Verleger, vom nächsten Jahrgang an die Namen wieder richtig zu drucken. Geschadet hat aber doch das böse Beispiel ungeheuer. Der Verlag der bekannten Leipziger Illustrierten Zeitung befindet sich noch heute auf der Reudnitzerstraße!
[86] Freilich findet sich auch schon in Leipziger Urkunden des fünfzehnten Jahrhunderts: uf der nuwestrasse (auf der Neuen Straße).
[87] Auf der einen Seite schreiben sie: Kaiser Park, Hôtel Eingang, hier werden Kinder und Damenschuhe gemacht, auf der andern Seite: Grüne-Waren, Täglich-frei-Konzert u. ähnl.
[88] Nachdem die Sprachdummheiten erschienen waren, redeten auch andre von Sprachsünden, Sprachleben, Sprachgefühl usw. Wären die Sprachdummheiten nicht vorangegangen, so kann man sicher sein, daß die andern von sprachlichen Sünden, sprachlichem Leben, sprachlichem Gefühl geredet hätten.
[89] Es handelt sich um Beobachtungen an dem noch ungebornen Kinde!
[90] Fühlt man denn gar nicht, daß bei der silbernen und der goldnen Hochzeit das silbern und golden nur ein schönes Gleichnis ist, wie beim silbernen und goldnen Zeitalter? und daß dieses Gleichnis durch Silberhochzeit sofort zerstört und die Vorstellung in plumper Weise auf das Metall gelenkt wird, das dem Jubelpaar in Gestalt von Bechern, Tafelaufsätzen u. dgl. winkt? Oder wollen wir in Zukunft auch von der Goldhochzeit und vom Goldzeitalter reden? Wir reden von einem Bronzezeitalter, aber in wie anderm Sinne! Daß schon Goethe einmal das Wort Silberhochzeit gebraucht – in einem Brief an Schiller nennt er Gedichte Wielands „Schoßkinder seines Alters, Produkte einer Silberhochzeit“ –, auch Rückert einmal (in trochäischen Versen, wo silberne Hochzeit gar nicht unterzubringen gewesen wäre), will gar nichts sagen.
[91] Darum gehört auch die Behandlung dieses Fehlers nicht, wie manche wohl meinen könnten, in die Wortbildungslehre, sondern sie gehört in die Satzlehre. Der Fehler liegt nicht in der Bildung der Adjektiva – gebildet sind sie ja richtig –, sondern in ihrer falschen Anwendung.
[92] Zu welcher Geschmacklosigkeit sich manche Leute verirren vor lauter Angst, mißverstanden zu werden, dafür noch ein Beispiel. Ein Zeichenlehrer wollte einen Unterrichtskursus für Damen ankündigen. Aber das Wort Damen wollte er als Fremdwort nicht gebrauchen, Frauen auch nicht, denn dann wären am Ende die Mädchen ausgeblieben, auf die ers besonders abgesehen hatte, Frauen und Mädchen aber auch nicht, denn dann wären vielleicht Schulmädchen mitgekommen, die er nicht haben wollte. Was kündigte er also an? Zeichenunterricht für erwachsene Personen weiblichen Geschlechts!
[93] Auch sie hat es übrigens nicht immer gegeben. Noch im siebzehnten Jahrhundert erteilte, wer mit seinem halben Bruder im Streite lag, einem Anwalt volle Macht, den Prozeß zu führen, noch 1820 wurde auf der Leipziger Messe von kurzen Waren gesprochen.
[94] Neuerdings hat man es durch Uraufführung ersetzt, kein glücklicher Ersatz.
[95] Daher Ortsnamen wie Karlsruhe, Ludwigsburg, Wilhelmshaven, die ja nichts andres sind als Karls Ruhe usw.
[96] Das Haarsträubendste, was auf diesem Gebiete geleistet worden ist, sind wohl die Ausdrücke, die einem täglich in den Zeitungen entgegenschreien: Henckell Trocken, Kupferberg Gold u. ähnl. Als vernünftiger Mensch möchte man sich doch hierbei gern etwas denken und fragt: Was sind denn das für Waren: Trocken und Gold? Es sind gar keine Waren, die Bezeichnung der Ware fehlt hier ganz! Gemeint ist Henckellscher Schaumwein, Kupferbergscher Schaumwein. Aber keiner der beiden Fabrikanten sagt das, sondern der eine schreibt statt der Ware eine Eigenschaft der Ware hin (sec, dry), aber mit großem Anfangsbuchstaben, sodaß sie jeder denkende Mensch für die Bezeichnung der Ware selbst halten muß, der andre die Art der Ausstattung, denn Gold soll sich doch wohl auf die Farbe der Kapsel beziehen? Die Sprache mancher afrikanischen Wilden ist gebildeter und fortgeschrittner als solches Fabrikantendeutsch.
[97] Überhaupt kann man nicht, um eine nähere Bestimmung zu schaffen, mechanisch alles mit allem zusammensetzen; es kommt doch sehr auf Sinn und Bedeutung der beiden Glieder an. Bei Gesellschaft und Verein z. B. liegt der Gedanke an die Personen, die den Verein bilden, so nahe, daß es mindestens etwas kühn erscheint, eine Anzahl Geldleute eine Aktiengesellschaft oder eine Immobiliengesellschaft, eine Gesellschaft von Schlittschuhläufern einen Eisverein und eine Vereinigung von Förstern einen Forstverein zu nennen. Noch gewagter ist es, daß sich die deutschen Papierhändler zu einem Papierverein zusammengetan haben. Mit demselben Recht und demselben guten Geschmack könnte sich schließlich auch eine Fleischergesellschaft einen Fleischverein nennen.
[98] Schokolade und Tee – deutsch geschrieben! Manche verbinden die beiden Wörter gar noch durch einen Bindestrich, wie Atelier-Strauß, Tee-Meßmer, was doch nur Männer bezeichnen kann (der Atelier-Strauß, der Tee-Meßmer). In Sachsen gibt es wirklich Geschäftsleute, die sich mit solchen Namen bezeichnen und sich dadurch selber lächerlich machen, wie: Butter-Bader, Gold-Richter, Fahrrad-Klarner, Zigarren-Krause, Schokoladen-Hering.
[99] Man könnte ebensogut eine Abfahrthalle auf dem Bahnhof die Abfahrtei nennen oder die Kopierstube im Amtsgericht die Abschriftei.
[100] Unsre Schiffe werden bekanntlich, wenn sie einen Länder- oder Städtenamen tragen, als Weiber betrachtet: die.
[101] Die englische in einzelnen Fällen, wie: the now king, the then ministry, the above rule, die aber nicht von allen englischen Grammatikern gebilligt werden.
[102] Wenn geschrieben wird: das Bild zeigt den Kaiser in fast Lebensgröße, so liegt wohl nur eine verkehrte Wortstellung vor (in fast statt fast in).
[103] Im Stephansdom in Wien ist etwas bei sogleicher Wegweisung verboten.
[104] Heinrich von Treitschke, ein Meister in der Kunst, deutsch zu schreiben, haßte sie aus tiefster Seele.
[105] Nicht besser, eher schlimmer wird die Sache, wenn man die Apposition voranstellt: von Privatdozent Dr. Albert Schmidt, von ordentl. Professor E. Max, was doch unzweifelhaft von ordentlicher (!) Professor gelesen werden soll.
[106] In Leipzig fängt man jetzt gar an, zwischen Vornamen und Familiennamen einen Bindestrich zu setzen: Horst-Schulze, Hermann-Könnecke.
[107] Der Deutsche sagt dafür Renommage, ein Wort, das es im Französischen gar nicht gibt!
[108] O. Schroeder, Vom papiernen Stil. 7. Aufl. Leipzig, 1908.
[109] Beim Übersetzen aus dem Lateinischen z. B. sollte streng darauf gehalten werden, daß kein ejus und eorum mit desselben und derselben übersetzt werde.
[110] Es ist auch nicht nötig; spricht und betont doch jeder richtig derartig, dermaßen, dergestalt usw.
[111] Bei einer Leichenfeier in der Universitätskirche in Leipzig sagte der Prediger, ein bedeutender Kanzelredner, in der gehobensten und feierlichsten Sprache: selbst die, die die wissenschaftliche Bedeutung des Mannes nicht zu beurteilen wußten usw. Ich bin fest überzeugt, daß außer mir kein Mensch die drei die gehört hat, obwohl Hunderte von Menschen in der Kirche saßen. Mir waren sie ein Labsal, weil sie Natur sind. Ob sie auch gedruckt worden sind, weiß ich nicht.
[112] In der Dichtersprache wird auch rufen noch wie im alten Deutsch bisweilen mit dem Dativ verbunden (Goethe im Faust: Wer ruft mir? Gellert: Er ruft der Sonn’, er schafft den Mond). Auch hier ist aber dann ein Bedeutungsunterschied; rufen steht hier im Sinne von zurufen, gebieten.
[113] In der ältern Sprache hatte auch berichten den Akkusativ der Person mit nachfolgendem Objektsatz bei sich, z. B. ob sie gleich den Kurfürsten mit Lügen berichteten, die hohe Schule zu Wittenberg wäre die studentenreichste. Heute ist das einzige sinnverwandte Zeitwort, das mit einem Akkusativ der Person und einem Objektsatze verbunden werden kann, das verhältnismäßig junge benachrichtigen.
[114] Nur mit den Bildungen auf bar nimmt man es nicht so genau, wie unentrinnbar zeigt.
[115] Eine ähnlich merkwürdige Bildung wie voller ist Maler, Stücker, Tager, Jahrer in Verbindungen wie: ein Maler drei, ein Stücker drei, ein Jahrer fünf, ein Tager sechs u. ähnl. Hier ist das er der Rest eines rasch und nachlässig gesprochnen oder: ein Stück oder drei. Diese Verbindungen würden sich aber doch in der guten Schriftsprache recht seltsam ausnehmen, sie gehören nur noch der Umgangssprache an.
[116] Nur in Verbindungen wie: ein Kaffee erster Sorte, ein Künstler zweiten Ranges, ein Wagen dritter Klasse, ein Stern vierter Größe bleibt der bestimmte Artikel vor den Ordinalzahlen weg.
[117] Hierher gehört auch der beliebte Fehler: aus aller Herrn Länder, der dem Wohllaut zuliebe entstanden ist: das doppelte ern schien unerträglich. Aber noch unerträglicher ist doch der Akkusativ hinter aus, man schreibe nur, wie sichs gehört: aus aller Herren Ländern.
[118] Nur bei vielgebrauchten Redensarten, an deren eigentliche Bedeutung niemand mehr denkt, wie: im Stande, im Begriff, im Interesse, im Sinne, im Lichte, im Spiegel, zum Besten, ist im Dativ die Verschmelzung vollständig durchgedrungen. Niemand sagt: die Heimat der Indogermanen in dem Lichte der urgeschichtlichen Forschung – Napoleons Tod in dem Spiegel zeitgenössischer Dichtung – wir sind in dem Begriff, abzureisen – ich bin nicht in dem Stande, einen Bissen zu essen. Dagegen läßt sich wohl unterscheiden: das Haus ist wieder in Stand gesetzt worden, und: der Verfasser will uns in den Stand setzen, selbst an der Forschung teilzunehmen. Bei dem bloßen in Stand (d. h. in’n Stand) ist der Artikel verschlungen (vgl. in Händen haben, in Kauf nehmen).
[119] An den Leipziger Pferdebahnwagen war am Hintertritt folgender Satz mit Gänsefüßchen (!) angeschrieben: „Dieser Platz des Hinterperrons bleibt frei.“ Offenbar war der Satz ein Zitat. Aber woher? Büchmann gibt keine Auskunft.
[120] Ein gemeiner Provinzialismus (aus Berlin?), der aber neuerdings rasch Fortschritte macht, ist der Gebrauch von hoch für oben und zugleich für hinauf, herauf, empor, in die Höhe, z. B. hoch kommen, hoch gehen, hoch holen (eine Flasche aus dem Keller); wenn ich einmal hoch bin, dann geh ich nicht gleich wieder runter; ein ebenso gemeiner (aus Wien?) der Gebrauch von oben für hinauf, z. B. oben gehen. In anständigem Deutsch geht man weder hoch noch oben, sondern hinauf.
[121] Dieser dumme Strich hat es mit sich gebracht, daß nun auch geschrieben wird: zwischen 1670 bis 1710. Offenbar hatte einer geschrieben: zwischen 1670–1710, ein andrer schrieb das ab und wollte ein Wort aus dem Striche machen. Hier hätte er aber den Strich als und lesen sollen! Besser, man macht keine Striche, sondern schreibt Wörter.
[122] Wenn Wolfgang Müller von der Wunderblume singt: Sie blüht nur einmal alle hundert Jahr, so heißt das nur, daß sie im Verlaufe von hundert Jahren einmal blühe. Soll aber ausgedrückt werden, daß sie in regelmäßigen Zwischenräumen von hundert Jahren blühe, so ist das einmal ganz überflüssig; dann genügt es, sagen: sie blüht aller hundert Jahr.
[123] Ich hatte einmal eine Zeit lang in regelmäßigen Zwischenräumen in der Zeitung bekanntzumachen, daß nächste Mittwoch Abend 8 Uhr eine gewisse Versammlung abgehalten werde (ich gehöre nämlich zu den altmodischen Leuten, die Mittwoch noch für ein Wort weiblichen Geschlechts halten). Regelmäßig hatte mir der Zeitungsetzer, der es natürlich besser wußte, nächste Mittwoch Abends daraus gemacht, bis ich mirs endlich verbat.
[124] Bei Handlungen, die noch bevorstehen, wird die erste Verbindung vorgezogen, bei Handlungen, die vorüber sind, die zweite. Wann wird er zurückkehren? (Den) Donnerstag. Wann ist er zurückgekehrt? Am Donnerstag.
[125] Zu den nicht auszurottenden Scherzen der Geschäftssprache gehört das sogenannte „Undzeichen“ &, das angeblich zur Abkürzung des Wörtchens und gebraucht wird. Es ist aber gar kein Undzeichen, sondern es ist weiter nichts als das verschnörkelte lateinische Wörtchen et. Aber alle Geschäftsleute und Firmenschreiber sind glückselig, wenn sie schreiben können: Calw et Stuttgart, Max et Johann Schneider, Tricotagen et Strumpfwaren, Conditorei et Café, Schnitzel mit Schoten et Karotten. Als ob nicht und eben so kurz wäre!
[126] Durch falsche Stellung oder Beziehung der Negation kann der Sinn eines Satzes vollständig verschoben werden. Es ist ein großer Unterschied, ob ich sage: Nicht alle Bücher dieses Verzeichnisses sind eingebunden, oder: Alle Bücher dieses Verzeichnisses sind nicht eingebunden. Auf den Programmen der Leipziger Gewandhauskonzerte steht: Für die Aufführung sämtlicher Nummern dieses Programms wird keine Gewähr übernommen, d. h.: es ist möglich, daß das ganze Programm nicht aufgeführt wird – eine schöne Aussicht! Die Direktion will aber sagen: es ist möglich, daß nicht das ganze Programm aufgeführt wird. Das hätte sie auf ihre Weise so ausdrücken müssen: Dafür, daß sämtliche Nummern dieses Programms aufgeführt werden, wird keine Gewähr übernommen.
[127] Freilich war kein ursprünglich gar kein verneinendes, sondern ein unbestimmtes Fürwort (irgend ein). Luther hat es sicherlich noch so gefühlt.
[128] Es gibt jetzt Schriftsteller, die vor lauter Ziererei nicht mehr traurig sagen, sondern unfroh.
[129] In der Schiffersprache geht man in See, an Land, an Bord, auf Deck, und der Soldat zieht auf Wache. Neuerdings ist es aber auch fein geworden, nicht mehr auf die Jagd zu gehen, sondern auf Jagd (oder vielmehr auf Jacht, natürlich nachdem man vorher ein Stück „mitm Zuch jefahren is“), und der junge Leutnant wird auf Festung kommandiert oder geht auf Kriegsschule. Schließlich geht man vielleicht auch noch auf Universität, setzt sich auf Stuhl und klettert auf Baum.
[130] Falsch ist es natürlich auch, das Hauptwort solcher Redensarten in die Mehrzahl zu setzen: hierüber sind neuerdings Klagen geführt worden. Man führt nur Klage, aber nicht Klagen.
[131] Solche Zusammenziehungen stehen ungefähr auf derselben Stufe wie die bekannten scherzhaften Wortverbindungen: geo- und arithmetisch – teils aus Frömmig-, teils zum Zeitvertreib – der heutige Tag wird mir ewig denk- und gegenwärtig bleiben.
[132] Vollends arg sind Zusammenziehungen wie: unsre Arbeit und Streben. Über solche Sudelei ist natürlich kein Wort zu verlieren; für sie gibt es auch keinen Schein von Entschuldigung.
[133] Das geschieht z. B. bei der Verdopplung einer Präposition wie: an diese Jugendarbeit schlossen sich mehrere Dramen an – sie traten aus der Landeskirche aus – man warf ihn aus dem Zimmer hinaus – das Gymnasium geriet in einen innern Widerspruch hinein – dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch das Gesetz hindurch – wir können uns schlechterdings nicht darum herumdrücken. Gegen solche Verdopplungen ist nichts einzuwenden.
[134] Von einem Leipziger Bankier erzählt man, daß er auf die Frage, ob er eine gewisse ausländische Geldsorte beschaffen könne, mit der Gegenfrage geantwortet habe: muß es denn jetzt alleweile gleich in demselben Momente sein? Ein Schaubudenbesitzer macht bekannt: „Morgen Eintritt ausschließlich nur allein für Damen.“
[135] Dabei hier noch der gemeine Provinzialismus, daß brauchen mit dem bloßen Infinitiv verbunden ist! (Vgl. [S. 61].)
[136] Ein neutraler Begriff ist Lage. Ich bin in der Lage – kann ebensogut heißen: ich habe die Möglichkeit, wie: ich bin genötigt. Hier muß die besondre Art der Lage durch ein können oder müssen näher bezeichnet werden. Dagegen ist es natürlich überflüssig, zu schreiben: er wird in die Zwangslage gebracht, sich mit einer Stellung zweiten Ranges begnügen zu müssen. Vereinzelt wird übrigens auch der umgekehrte Fehler gemacht, nämlich das Hilfszeitwort weggelassen, wo es ganz notwendig ist, z. B.: wir erklärten, dazubleiben – wo es heißen muß: dableiben zu wollen, denn in erklären liegt noch nicht der Begriff der Absicht.
[137] Alle diese Beispiele sind, wie ausdrücklich bemerkt werden mag, nicht erfunden!
[138] Übrigens kann ein Bild auch ohne Vermengung mit andern geschmacklos wirken, nämlich dann, wenn es zu sehr ausgetitscht wird; so, wenn es von den Arbeiten, die ein Schriftsteller seinem Verleger einsandte, heißt: jede jährliche Ernte seines Fleißes und Talentes hat er in den Hof des befreundeten Hauses eingefahren.
[139] Mit dem Voranstellen des abhängigen Genitivs muß man überdies vorsichtig sein. Vor kurzem ist ein Buch erschienen: Lichtenbergs Mädchen. Da fragt doch der Leser sofort: das oder die?
[140] Das Mitglied Eugen Richter des Reichstags habe ich wirklich gedruckt gelesen.
[141] Die Inversion findet sich in der ältern Zeit auch nach denn und nämlich; wird das heute jemand nachmachen wollen? Vortrefflich schließt O. Erdmann einen Aufsatz über die Geschichte der Inversion mit den Worten: „Das historische Studium des ältern Sprachgebrauchs soll einem vernünftigen und kräftigen Streben nach Regelrichtigkeit des gegenwärtigen und künftigen nicht hinderlich, sondern förderlich werden.“
[142] Ein Meister des deutschen Stils, Otto Gildemeister, schrieb einem jungen Neffen, als dieser in einem Brief an ihn eine Inversion gebraucht hatte: So schreiben Kommis und schlechte Journalisten, aber kein edler deutscher Jüngling. Diese Inversion ist so schlimm wie mit dem Messer essen. Tu es nicht wieder!
[143] Tausendmal habe ich bei der Durcharbeitung von Manuskripten das sich heraufgeholt an die richtige Stelle, und niemals haben die Verfasser, wenn sie die Druckkorrektur bekamen, etwas davon gemerkt; alle haben darüber weggelesen, als ob sie selber so geschrieben hätten. Und hundertmal ist mir in Manuskripten der Fall begegnet, daß der Verfasser bei der ersten Niederschrift das sich an die richtige Stelle gesetzt, aber beim Wiederdurchlesen dort ausgestrichen und dann hinten, unmittelbar vor dem Verbum, hineingeflickt hatte – niemals das umgekehrte! Damit ist schlagend bewiesen, daß die Voranstellung des sich das natürliche ist und das, was jedem, der unbefangen schreibt, aus der lebendigen Sprache zunächst in die Feder läuft; erst wenn das Drechseln und Feilen beginnt, entsteht die Unnatur.
[144] Nur wo ein Mißverständnis, eine Verwechslung von Subjekt und Objekt möglich ist, hat es einen Sinn, das Subjekt in dieser ängstlichen Weise vor das Fürwort zu stellen, z. B. Vater und Mutter müssen sich darein finden, daß die Kinder sie verlassen. Aber ist etwa ein Mißverständnis möglich, wenn man sagt: Tatsachen machen sich geltend, gleichviel ob sie die Juristen definieren können oder nicht? Wird hier jemand die Juristen für das Objekt halten?
[145] Der Ausdruck ist von Gottfried Hermann gebildet.
[146] Der Volksmund vermeidet das sogar zuweilen bei dem unbestimmten Artikel und dem unbestimmten Fürwort und sagt: das ist gar ein merkwürdiger Mensch, das ist ganz was feines.
[147] Tausendmal habe ich in Manuskripten auch diese häßliche Wortstellung beseitigt, und niemals haben die Verfasser, wenn sie ihre Druckkorrektur erhielten, von der Änderung etwas gemerkt, immer haben sie ohne Anstoß darüber weggelesen, also offenbar geglaubt, sie hätten selber so geschrieben! Wenn es wirklich ein so starkes logisches Bedürfnis wäre, das Adverb einzuschieben, so hätte doch einmal einer Anstoß nehmen und seine ursprüngliche Fassung wiederherstellen müssen!
[148] Ein harmloses Menschenkind, dem die zwei Präpositionen hintereinander doch wider den Strich gingen, schrieb: mit Zumherunterlassen eingerichteten Fenstern!
[149] Ähnlich: der Dichter begnügt sich mit einer Skizze, da wo wir ein ausgeführtes Bild erwarten. Nach dem Satzbau: der Dichter begnügt sich mit einer Skizze da, wo wir usw.
[150] In dem hübschen Scherz: Der Papierreisende (Gesammelte Schriften, Bd. 2).
[151] Bedingungssätze statt mit wenn mit dem Verbum anzufangen ist an sich nicht übel, nur darf das Verbum dann nicht unmittelbar hinter dem des Hauptsatzes stehen, z. B. ich muß eilen, will ich den Zug nicht versäumen – ein gewissenhafter Mann darf, will er seinen Ruf nicht gefährden – es ist manches verschwiegen, was gesagt werden müßte, sollte die Veröffentlichung überhaupt Berechtigung haben. Wer laut schreibt, wird so etwas nie schreiben. Die beiden Verba platzen aufeinander wie ein paar Lokomotiven. Schreibt man wenn, so mündet der Nebensatz leicht und natürlich ein wie ein Nebenflüßchen, das den Fluß des Hauptsatzes beschleunigt. Hüten muß man sich vor der Häufung einsilbiger Wörter. Doch kann auch eine lange Reihe einsilbiger Wörter ganz fließend klingen, wenn sie durch den Akzent zu Gruppen zusammengefaßt werden, z. B.: ein Umstand, wie es ihn | bis jetzt | noch fast gar nicht | gegeben hat.
[152] Sehr komisch ist es, wenn unwillkürlich einmal die gesunde Natur durch die Manier durchbricht, wo es zu spät ist. Dann entstehen Sätze wie: es ist zu bedauern, was für ein Aufwand von Zeit und Mühe darauf verwendet worden ist – die Erfahrungen, die man in Dresden mit dieser Einrichtung gemacht hat, dürften den Beweis für die Notwendigkeit derselben genügend bewiesen haben – eine telegraphische Nachricht, wonach die Möglichkeit einer persönlichen Begegnung für möglich erachtet wurde.
[153] Schon als Knaben haben mich die Verse nachdenklich gemacht: Ritter, treue Schwesterliebe widmet euch dies Herz. Dann heißt es weiter: fordert keine andre Liebe – wo mir wieder fordert wie ein zweites Prädikat zu Schwesterliebe erschien.
[154] Wenn aber Sigismund Breslauer anzeigt, daß er für alte Kleider staunend hohe Preise bezahle, und Sigismund Cohn, daß er zu staunend niedrigen Preisen verkaufe, so ist das natürlich wieder eine Verwechslung; sie meinen erstaunlich hohe und niedrige Preise.
[155] In Leipzig wird ein Hauskauf nicht ins Grundbuch geschrieben, sondern grundbücherlich (so!) verlautbart.
[156] Das niedrige Volk sagt jetzt auch: da hört sich alles auf! offenbar, indem es die Redensart: das gehört sich – damit zusammenwirft.
[157] Im Friseurladen redet man jetzt von amerikanischer Kopfwäsche. Wenn jemand im Neuen Testament von Jesu Fußwäsche reden wollte!
[158] Im sechzehnten Jahrhundert sprach man noch von Unterrichtung. Als dafür Unterricht aufkam (anfangs gewiß auf der letzten Silbe betont), muß sprachfühlenden Leuten ähnlich zumute gewesen sein wie uns heute beim Vollzug und beim Entscheid.
[159] Bei dem jetzt so beliebten entfallen mag wohl das lateinische dis vorgeschwebt haben, das in distrahere die Trennung, in distribuere die Verteilung bedeutet.
[160] Ein Fehler ist es übrigens, diese Präfixe abzutrennen und zu betonen, wie An- und Verkauf, be- und entladen, Be- und Entwässerung. Getrennt und betont werden können immer nur echte Präpositionen: auf- und absteigen, Ab- und Zugang; dagegen Ankauf und Verkauf.
[161] Auch mit den Präpositionen springen sie in derselben Weise um wie mit den Präfixen. In der Sprache des gewöhnlichen Lebens wird ein neues Haus gedeckt, eine neue Kirche gewölbt, eine Straße gepflastert, Sandsteinfiguren werden an einem Hause angebracht, Bilder werden eingerahmt, und wenn man eine Stube tapezieren läßt, so werden die Möbel vorher zugedeckt; sowie aber der Architekt davon spricht, wird das Haus eingedeckt, die Kirche eingewölbt, die Straße abgepflastert, die Figuren werden aufgebracht, die Bilder gerahmt, und die Möbel – abgedeckt! Gewöhnlich werden Farben gemischt, und zu einer Lotterie werden auch die Lose gemischt. Der Farbenfabrikant aber empfiehlt seine Ausmischungen sämtlicher Farbentöne, und die Lotteriedirektion spricht von der Einmischung der Lose. Gewöhnlich wird ein Vogel von der Stange abgeschossen, und unnütze Sperlinge werden weggeschossen; sowie aber der Herr Landrat davon spricht, werden die Sperlinge abgeschossen. Der gewöhnliche Mensch begnügt sich damit, etwas zu liefern. Im Bauwesen aber werden Steine, Kalk, Ziegel angeliefert, und bei der Post werden Briefe, Postkarten, Pakete, Zeitungen sogar aufgeliefert! Der gewöhnliche Mensch beschneidet in seinem Garten einen Trieb, der Gärtner aber kürzt ihn ein usw.
[162] Höchstens Wollust und Jawort ließen sich vergleichen.
[163] Auch Wörter wie Pflegemutter, Betschwester, Schreihals, Singvogel, Stechapfel, Stinktier machen nur scheinbar eine Ausnahme, auch Beißkorb und Klapperdeckchen, denn sie bezeichnen Dinge, die den Zweck haben, Beißen und Klappern zu verhüten. Nur Bratheringe, Röstkartoffeln und Schlagsahne haben ihren Zweck schon erfüllt, sie sind schon gebraten, geröstet und geschlagen.
[164] Die früheste Anwendung von voll und ganz, freilich in gehaltvollerem Sinne als in Parlaments- und Festreden, wiewohl auch schon ein wenig als Lückenbüßer, steht in Tiecks Übersetzung von Shakespeares Antonius und Kleopatra (I, 3):
Der Zeiten strenger Zwang heischt unsern Dienst
Für eine Weile; meines Herzens Summe
Bleibt dein hier voll und ganz.
(The strong necessity of time commands
Our services a while; but my full heart
Remains in use with you.)
Dingelstedt gebraucht es 1851 in seinem Gedicht „Christnacht“, worin er den Heiland des Jahrhunderts herbeiwünscht, aber nicht als Kind,
Nein, groß und fertig, voll und ganz
Entsteig’ er unsern Dämmerungen –
schon ironisch. In einer Erinnerung an Gottfried Keller (Berliner Tageblatt vom 13. April 1891) wird erzählt, Keller habe, als in der Unterhaltung mit ihm jemand voll und ganz gebraucht habe, ausgerufen: „Voll und ganz! Hm, hm! Da sieht man, was ihr für Patrone seid! Phrase, nichts als Phrase! Voll und ganz ist das charakterloseste Wort, das es gibt, trotz seiner Fülle!“
[165] Als der junge Goethe 1773 seine kecke Schrift „Von deutscher Baukunst“ hatte drucken lassen, schrieb der wackere kurf. sächsische Hofbaumeister Krubsacius eine Kritik darüber. Darin spricht er auch von der „neumodischen Schreibart“, die schon so vielfältig ausgespottet worden sei und trotzdem immer weiter um sich gegriffen habe. Daran knüpft er die wahrhaft klassischen Worte: „Ein Mißbrauch wird nicht anders als durch sich selbst ausgerottet, wenn er nämlich zu einer solchen Höhe anwächst, daß ein jeder, der nicht zu stumpfe Sinne hat, das Ungeheure davon gewahr werden kann.“
[166] Abgesehen natürlich von Infinitiven, die ganz zu Substantiven geworden sind, wie Leben, Essen, Vergnügen, Vermögen, Wohlwollen u. a.
[167] Seitdem dieses Kapitel veröffentlicht worden ist, ist der Mißbrauch erfreulicherweise bedeutend zurückgegangen. Trotzdem mag es unverändert hier wieder abgedruckt werden – als sprachgeschichtliches Zeugnis.
[168] Neuerdings wird das Wort sogar für anfertigen, schaffen gebraucht: er hat sich ein Paar neue Stiefel fertigstellen lassen – eine Sonate ist mit weniger Zeit und Mühe fertigzustellen als eine Symphonie!
[169] Von festen Körpern nur in dem Sinne von zerkleinert; klarer Zucker, klares Holz.
[170] Soll vielleicht auch weiter gezählt werden: die zweitmalige, drittmalige usw.?
[171] Eine Leipziger Zeitung schrieb neulich: das Rathaus besitzt denselben Baumeister wie die Pleißenburg!
[172] Anders in „Künstlers Erdewallen“, wo es von dem Kunstschatz des Reichen heißt: „Und er besitzt dich nicht, er hat dich nur.“
[173] Das t ist dasselbe unorganische Anhängsel wie in jetzt, selbst und Obst. In Leipzig sagt das Volk auch anderst, Rußt, Harzt.
[174] Früher hieß es im Namen des Königs, aus Mangel an genügendem Angebot, jetzt nur noch namens des Königs – mangels genügenden Angebots. Schon der häßliche Gleichklang, der ganz unnötigerweise durch die Häufung der Genitiv-s entsteht, hätte von solchen Bildungen abhalten sollen. Aber die Leute sind ganz vernarrt in solche Genitive; man denke auch an: anfangs (!) Oktober (vgl. [S. 8]).
[175] Ein solches s drängt sich freilich gar zu gern ein, man denke an vollends, bereits, öfters, nirgends, zusehends, durchgehends, allerdings, schlechterdings (um 1700 noch aller Dinge, schlechter Dinge), „neuerdings“ auch folgends. Bei den meisten dieser Wörter fühlen wir gar nicht mehr das Unorganische des s, höchstens noch bei öfters. Wir fühlen es aber sofort wieder, wenn wir das häßliche süddeutsche und österreichische weiters und durchwegs hören: ein selbständiges, durchwegs auf Erfahrung begründetes Urteil – oder wenn wir unversehens und unbesehens lesen: der Zuhörer steht unversehens vor dem Dämonischen – er hätte dieses Argument nicht so unbesehens hinnehmen sollen.
[176] Bezüglich ist Präposition und bedeutet dasselbe wie hinsichtlich, rücksichtlich.
[177] Auf einige häßliche Austriazismen ist schon in der Formenlehre und in der Satzlehre hingewiesen worden. Vgl. [S. 17] und [58].
[178] Manche Kaufleute behaupten, in dem ab liege ein besondrer Sinn; es solle ausdrücken, daß der Übergang einer Ware aus dem Besitz des Kaufmanns in den des Käufers an der angegebnen Stelle (ab Bahnhof, ab Lager) geschehe; der Bahnhof, das Lager sei der „Erfüllungsort“. Davon hat aber doch der harmlose Käufer, der so etwas in der Zeitung liest, keine Ahnung.
[179] Unsre Professoren lachen heute, wenn sie in einem Buche des achtzehnten Jahrhunderts lesen: die iniquitaet ist manifest oder: wir müssen diese difficultaeten superiren. Mache sie es denn aber um ein Haar besser?
[180] Freilich gehen Technik und Wissenschaft mit bösem Beispiel voran. Vgl. Taxameter, Automobil, homosexuell (dessen erste Hälfte auch „gebildete“ Leute für das lateinische homo halten!), Telefunken u. ähnl.
[181] Sehr bitter spottete einmal darüber ein junger französischer Student in Leipzig. Die deutschen Mädchen, sagte er, glauben, sie müßten Colliers tragen, weil jeder Hund ein Halsband trägt. In Paris trägt aber doch jeder Hund ein Collier!
[182] Ein vortrefflicher deutscher Schriftsteller, August Apel, nennt (1815) einen eingebildeten Kunstkenner einen Connaisseur und fügt hinzu: Ich liebe fremde Worte, um die affektierende Abart zu bezeichnen.
[183] Weiß der Leser, wie konstatieren entstanden ist? Durch Anhängen der Endung -ieren an das lateinische Impersonale constat. Fast unglaublich, aber Tatsache. Und dabei ist in 999 von 1000 Fällen konstatieren nichts weiter als ein ganz überflüssiger Henkel für einen Aussagesatz. Man sagt nicht: der Hund hat einen Schwanz, sondern man konstatiert, daß der Hund einen Schwanz hat.
[184] In einem längern Aufsatze, worin Moment und Faktor jedes etwa ein Dutzend mal vorkamen, machte ich mir den Spaß, sie regelmäßig miteinander zu vertauschen. Als ich die Druckkorrektur des Verfassers erhielt, sah ich, daß er nicht das Geringste davon gemerkt hatte. Was müssen das für Wörter sein, mit denen man sich solche Scherze erlauben kann! Ein rechtes Kreuz sind die gesetzgebenden Faktoren; könnte man die doch irgendwie los werden!
[185] Schon Schiller schreibt 1797 an Goethe: Sie müssen eine Epoche gehabt haben, die ich Ihre analytische Periode nennen möchte.
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