Die schöne Luise.
Pius Alexander Wolffs Schauspiel »Preciosa« wurde 1812 in Berlin verboten, weil statt harmloser Zigeunerromantik eine »wirkliche Räuberbande« darin ihr Wesen trieb und damals gerade in der Umgegend Berlins eine 130 Köpfe zählende Mordbrennerbande gefangen worden war, unter der die Hauptbrandstifterin, die »schöne Luise, die aus Kinderfett Brandlichter machte«, wegen ihrer Schönheit und verbrecherischen Naivetät die größte Neugier erregte. Iffland hatte als Leiter des Kgl. Schauspielhauses deshalb nicht gewagt, selbst über die Aufnahme des Stücks zu entscheiden, sondern es der Zensur eingereicht, die die Aufführung nicht erlaubte.
Diesmal gereichte das Zensurverbot dem davon betroffenen Werk zum Glück, denn erst später schrieb Carl Maria von Weber dazu die Musik, die auch den Text unsterblich machte, der sonst längst vergessen wäre. In dieser Vertonung fand die erste Aufführung der »Preciosa« auf dem Berliner Hoftheater am 14. März 1821 statt.