Mätresse und Kammerdiener.

Auf das Wiener Burgtheater gelangte »Kabale und Liebe« erst 1807, denn eine fürstliche Mätresse, so heißt es in Hägelins Zensurkatechismus, »ist anstößig, also das ganze Stück nicht zulässig, außer das vitiose würde weggeschafft.« Die Mätresse war aber nicht allein das Anstößige; die Kammerdienerszene war natürlich auf dem Wiener Hoftheater vollends unmöglich. Schon der Ausdruck »Tyrannei« war dort verboten! Im Privattheater an der Wieden hatte man 1788 eine Aufführung zugelassen; die Scheu vor der Kammerdienerszene hielt auf der Burg aber bis 1807 vor.