Zahnen (Teething — Dentition).
Das Zahnen ist mit beträchtlicher Gefahr für das Kind verbunden und das Durchbrechen der Zähne beginnt in der Regel in einem Alter von 5 bis 7 Monaten. Es kündigt sich durch Röthe, Hitze und Empfindlichkeit des Zahnfleisches, sowie durch den Speichelfluß an. Zuweilen ist damit Thränen der Augen, Fieber, Verdrießlichkeit, gestörter Schlaf verbunden. Häufige Entleerungen der Eingeweide finden statt.
Behandlung.
Allgemeine. Wenn das Zahnfleisch heiß und geschwollen ist und besonders wenn ein Blutandrang nach dem Kopfe bei Zucken der Muskeln stattfindet, sollte das Zahnfleisch sogleich über dem Zahn geöffnet werden, was in der Regel sofortige Linderung verschaffen wird. Auch mag man das Kind auf einen harten Gegenstand, wie einen Elfenbeinring, beißen lassen.
Allöopathisch. Bei Diarrhöe, wässerigem Stuhlgang und Grimmen gebe man das Folgende:
| Bleizucker (Sugar of lead) | 8 | Grane. |
| Essig | 8 | Tropfen. |
| Weißer Zucker | 1 | Drachme. |
| Weiches Wasser | 1 | Unze. |
Mische es. Dosis: Drei- oder viermal des Tages einen Theelöffel voll.
Oder auch:
| Eisenhut-Tinktur (Tincture of aconite) | 1; | Drachme. |
| Essigsaures Morphium (Acetate of morphine) | ½ | Gran. |
| Wasser | 6 | Unzen. |
Mische es. Dosis: Alle eine oder zwei Stunden einen Theelöffel voll, bis die Diarrhöe theilweise gestopft ist. Wenn der Stuhlgang hartnäckig ist, mag auch ein kleines Pflaster hinter dem Ohre Linderung gewähren. Wird das Kind schläfrig, schreckt aus dem Schlafe auf und hat Hitze bei Röthe des Gesichts, so sollten 3 oder 4 Blutegel hinter die Ohren gesetzt und Kaltwasser-Umschläge auf den Kopf gemacht werden. Gleichzeitig gebe man zur Beförderung des Stuhlganges folgendes:
| Castoröl | 1 | Dessertlöffel voll. |
| Hundekamille (Mayweed) | 1 | „ |
Reibe beides zu einem Teig und gib es als eine Dosis.
Homöopathisch. Aconitum — kann bei starkem Fieber, Unruhe und wenn das Kind aufschreckt und schreit, gegeben werden.
Belladonna. — Besonders wenn das Kind nervös ist, der Kopf heiß, das Gesicht geröthet, das Zahnfleisch geschwollen und roth, die Pupillen erweitert und der Körper steif wird.
Chamomilla. — Vorzugsweise gut, wenn das Kind des Nachts verdrießlich und unruhig ist, bei dem geringsten Geräusch auffährt, im Schlaf zusammenzuckt und sich herumwirft, Röthe einer Wange, ächzt und stöhnt, bei Diarrhöe einer wässerigen, grünlichen Masse. Chamomilla kann abwechselnd mit Belladonna gegeben werden.
Coffea. — Wenn das Kind unruhig ist und nicht schlafen kann und etwas Fieber hat. Kann abwechselnd mit Belladonna gegeben werden.
Ignatia. — Bei fliegender Hitze, plötzlichem Auffahren aus dem Schlafe und durchdringendem Schreien. Wenn die Diarrhöe gelblich, bald darauf weißlich schleimig wird und gerinnt, gebe man Coffea, Ipecacuanha, oder Calcarea Carbonica. Wenn sie grünlich ist, Mercurius, Magnesia, Chamomilla und Sulphur.
Verordnung der Heilmittel. Von dem gewählten Mittel löse man 6 Kügelchen in 6 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 1, 2, 3 oder 4 Stunden, dem Falle angemessen, als Dosis einen Theelöffel voll von der Lösung.