Zum Indischen Ozean.
Vor mir liegt, in Schweinsleder gebunden, ein altes Buch, das mich nach dem Indischen Ozean begleitet hat: „Johann Jakob Merckleins Ost-Indianische Reise, welche er im Jahre 1644 löblich unternommen und im Jahre 1653 glücklich vollendet samt Johann Sigmund Wurfbains kurtzem Bericht wie eine Reise, so zu Wasser wie zu Lande nach Indien anzustellen sey.“
Das Buch wird bezeichnet als: „Journal alles desjenigen, was sich auf währender neunjährigen Reise im Dienst der vereinigten geoctroyrten niederländischen Ost-Indianischen Compagnie täglich begeben und zugetragen, dabey die Situation und Gelegenheit der Länder und Sitten unterschiedlicher Völker zu besserer Nachricht in etwas berühret worden.“
Aus den getreuen Aufzeichnungen des Chirurgum und Barbirern Mercklein weht ein Hauch ursprünglichster Anschaulichkeit, und Freude an fremden Dingen. Deshalb ist es mir interessant gewesen hineinzusehen, und ich wurde unwillkürlich angeregt, meine Fahrt mit der des Holländers zweihundertfünfzig Jahre früher zu vergleichen.
Die Edle Herren Bewinthabere der Compagnie zu Amsterdam ließen im Jahre 1644 zwei Schiffe zurichten, um neue Besatzungen für die Schiffe und Faktoreien in Ostindien hinauszusenden.
Das war also ein Ablösungstransport genau wie der unsere, der am 5. Mai 1904 Bremerhaven verließ, um Mannschaften und Material für die im Osten stationierten Schiffe der Kaiserlich Deutschen Marine hinauszubringen; ohne Unterbrechung dampfte der ‚Main‘ die Weser abwärts durch den englischen Kanal und die Biskaya, an der Hispanischen Halbinsel vorbei, bog in die Meerenge von Gibraltar ein und erreichte am elften Tage der Abreise Port Said und die Pforte zum indischen Ozean.
Die arme Holländerflottille dagegen: Der Walfisch — groß 450 Last, jede zu 3000 Pfund, Kapitän Pieter Dierksoon, Oberkaufmann Herr Nikolaus Overschie, gewesener Direktor in Persia, — und der Salm, zwei neuerbaute Fluytschiffe. — Am 8. November verließen sie Amsterdam und konnten, „weil der Wind stetig aus Westen wehete, nicht in das Meer auslaufen bis auf den 30. Dezember“. An den Suezkanal dachte man damals noch nicht; die holländischen Segler mußten ihren Kurs unausgesetzt südlich nehmen, durch den Kalmengürtel der aufsteigenden Luftströme bis zum Kap der Stürme, das im Heimatlande des portugiesischen Entdeckers das Kap Bonae Spei genannt wurde, weil seine Entdeckung gegen Ende des 15. Jahrhunderts die Hoffnung auf den Seeweg nach Ostindien in sich trug. Anfang März hielt sie ein starker Sturm dort fest, an der alten Pforte zum indischen Ozean und dem reichen Osten. Auf der Reede von Batavia wurde nach Verlauf von sieben Monaten am 31. May 1645 geankert, nach einer Seefahrt von 3600 Meilen. — Den gleichen Punkt etwa erreicht der deutsche Transportdampfer in dreißig Tagen; und gehört nicht zu den schnellsten Schiffen.
Sechs Monate später erst empfingen die Herren Bewinthabere in Amsterdam den Brief, der ihnen meldete, daß der ‚Walfisch‘ „in des Generals Residenzstadt Batavia arriviert sey ohne Verlust einiges Menschen durch Scharbuck oder morbus Scorbuticus, welches selten auf so langen Reisen geschieht“. Heute steht die Ankunft des Dampfers ‚Main‘ in irgend einem der großen Häfen des fernsten Ozeans noch an demselben Tage in der Weserzeitung. Und doch behielten die Herren in Amsterdam die Leitung in Händen; nur das Tempo der Unternehmungen ist eben schneller geworden.
Im Grunde erinnern alle Zustände und Ereignisse der Ostindianischen Compagnie an die heutigen Zustände in den Kolonien. Eine weitgehende Arbeitsteilung ist eingetreten; Handels- und Kriegsmarine sind getrennt; die Umgangsformen der Nationen feiner und empfindlicher geworden; die geräumigen Handelsdampfer tragen keine Kanonen mehr. Handel, Verwaltung und Waffengewalt liegen in verschiedenen Händen, während der Kaufmann des 17. Jahrhunderts alles dies in seiner Person vereinte, die Kapitäne der Schiffe, die Gouverneure, die Verwalter der Faktoreien ernannte und die Waffengewalt unmittelbar für sein Interesse einsetzte.
Im Niltal.
Am 17. Mai 1904 fuhr unser Dampfer zwischen den Molen von Port Said hindurch in den Suezkanal ein, an dem Denkmal Ferdinand von Lesseps vorbei, gab Leinen an Land und machte fest, um Kohlen zu nehmen. Die Agentur des Norddeutschen Lloyd hatte die gefüllten Prähme schon bereitliegen und das farbige Volk der Kohlenträger ging sofort unter viel Geschrei an die Arbeit; eine dicke Staubwolke hob sich in die Luft und verleidete dem Zuschauer den Aufenthalt an Bord. Wer abkömmlich war, verließ deshalb den Dampfer zu einem Abstecher nach Kairo, um erst in Suez das Schiff wieder zu besteigen. Auch ich gehörte zu den Reiselustigen, die in den staubbedeckten Waggons der Schmalspurbahn nach Ismailia Platz nahmen.
Die Sonne glühte, aber ein starker Luftzug trug sehr zum Wohlbefinden bei.
Zur Linken hatten wir den Suezkanal, zur Rechten die helle Wüstenlandschaft. Wo sich Menschen angesiedelt hatten, ragte wie eine Insel ein Fleckchen bebautes Land heraus; mit Dattelpalmen, Bananenbüschen und bunten Blütenbäumen. Erst der vom Nil hergeleitete Süßwasserkanal hat den Pflanzenwuchs hier ermöglicht. Ein Trupp Menschen mit bepackten Kameelen tauchte auf.
In all den kleinen Stationen stiegen Farbige ein und je näher wir von Ismailia dem wunderbaren Kairo kamen, desto vielseitiger wurde das Völkergemisch. Hier ein Araber in bronzefarbenem Gewande mit geradem Halsausschnitt und auffallend langen Ärmeln, deren weit hervortretendes, sauberes Futter auf den zierlichen Händen liegt; er trägt den Turban auf dem Kopf über dem feinen Gesicht. Neben ihm sitzt ein Türke, dessen große Nase und in Falten aufgehängter Mund sehr häßlich wirken. — Immer ausgedehnter werden die mit Kulturpflanzen bebauten Flächen. Wo das lebenspendende, kräftelösende Wasser hingeleitet ist, wächst dicht und üppig der Weizen hervor; unmittelbar daneben leuchtet der leblose Sand. Kameele und Ziegen begnügen sich mit spärlichem Grün, dann kommen Esel, starke Kühe und Pferde, wo sich die Pflanzen mehren. Es wechseln ab: Weizen, der gerade zur Ernte reif ist, Baumwolle und kniehoher, dichter, weißblühender Klee, als Viehfutter. Gepflügt wird noch mit dem alten Holzhaken, den wir schon auf den Malereien der alten Ägypter finden.
In den langen Furchen der sauber gehalten Baumwollfelder glänzt hier und dort Wasser, und Leute sind beschäftigt, das Naß den Pflanzen zuzuleiten. Ochsen mit verbundenen Augen ziehen die Göpelwerke der Schöpfräder und die Trommeln auf den offenen Tennen, wo der Weizen gedroschen wird. Das Korn wird mit der Sichel gemäht. Wo Kühe weiden, sitzen ebensoviel Menschen dabei und sehen zu.
Weithin verläuft das fruchtbare Land. In zarter Färbung von der Nachmittagssonne umflutet, erscheinen am Horizont zwei Pyramiden und der Höhenzug über Kairo, gekrönt von einem stolzen Bauwerk: der Moschee Mehemet Alis in der Zitadelle.
Durch die belebten Straßen der Stadt bringt uns ein Wagen auf die Höhe. Am Eingang der Zitadelle steht ein Posten der ‚Occupation armee‘ mit Bajonett, einen Tropenhelm mit silberner Spitze auf dem Kopfe. Um die hohen, schlanken Minarets kreisen Weihen. In der Moschee werden der von Teppichen bedeckte Boden, die Alabasterwände, die kunstvolle Kanzeltreppe und die an langen Ketten hängenden Lampen gezeigt.
Vier mächtige Pfeiler tragen die Kuppel mit ihren bunten Scheiben, die dem Innern des Raumes eine feierliche Beleuchtung geben.
Lästig war es, dem ewig schwatzenden Führer zu folgen; der wollte die Neugierde befriedigen und hetzte von einer Sehenswürdigkeit zur andern. Keines Eindrucks konnte man Herr werden; deshalb blieben wir einen Augenblick zurück, um in aller Ruhe das Bild in uns aufzunehmen. Dann standen wir an dem hohen Gitter, das das Plateau der Zitadelle abschließt.
Kairo.
Unter uns lag die große Stadt mit staubfarbenen Gebäuden, mit Türmen und Minarets.
Als breites Silberband schimmerte der Nil durch die Reihen der Häuser; einzelne Palmen zierten seine Ufer. In der Ferne begann die Wüste gerade dort, wo die Pyramiden von Gizeh mächtig emporragten. Weiter links am Nil hinauf waren die Pyramiden von Memphis im Dunst des Tals und im letzten Schein der feurig in die Sahara untertauchenden Sonne zu erkennen.
Als wir zur Stadt zurückfuhren, zündeten braune Gestalten die wenigen Laternen an; die Fußgänger auf den Straßen mehrten sich; vor den Trinkhallen saßen Männer auf den Trottoirs und rauchten Wasserpfeife.
Unter beständigen Zurufen an seine Pferde lenkte der Kutscher unsern Wagen zum Hotel.
Auf der Cheopspyramide
Der nächste Morgen war hell, wie fast das ganze Jahr hindurch in Kairo, als wir über die Nilbrücke nach Gizeh fuhren. Auf dem Wege kamen uns Kameele und Esel entgegen, die hoch und breit mit Grünfutter, Gemüsen, Körben mit Geflügel oder großen Milchgefäßen beladen zum Markte getrieben wurden. Die Sonne stieg höher über die Türme der Stadt und beleuchtete die üppige blütenreiche Pflanzenpracht des Gizeh-Garden. Vom Nil her wird das Wasser in den Garten gepumpt, weil es vom Himmel nicht zu erwarten ist; nun sprudelt es hier und dort aus dem Rasen hervor und überschwemmt die Beete.
Der breite von Akazien beschattete Weg biegt nach Westen auf die Pyramiden zu.
Wer es nicht gesehen hat, kann sich keinen Begriff machen von dem Eindruck der mächtigen von Menschen aufgetürmten Steinmassen aus der Nähe.
Man sagt, die Pyramide liege in dem Mittelpunkt der ganzen bewohnten Erde; der Meridian, der den Platz der Pyramide schneidet, decke mehr Land als irgend ein anderer und auch kein anderer Breitenparallel soviel wie der 30° N.
Wie weit solche Betrachtungen von Bedeutung sind, darf man dahin gestellt sein lassen. Wunderbar aber ist es, daß sich an der Cheopspyramide geometrische Proportionen nachweisen lassen, daß der Porphyrkoffer im Innern ein Einheitsmaß darstellt, daß die Richtung der Seiten bei allen Pyramiden den Himmelsrichtungen entsprechen; die Phantasie wird mächtig angeregt, wenn sie in dem Riesenbauwerk verborgene Rätsel sucht.
Man war überrascht, als s. Zt. im oberen Teil der Pyramide der leere Sarkophag gefunden wurde. In allen anderen Pyramiden befanden sich die Grabkammern unter der Grundfläche. Keine Inschrift, kein Ornament deutete an, daß je eine Mumie dort gebettet wurde und Herodot berichtet, daß Cheops nicht in der Pyramide begraben sei. Es schien, als habe der Baumeister mit seinem Verzicht auf jede Inschrift den späteren Zeiten sagen wollen, daß über den Sinn der Pyramide kein Zweifel bestehen könne.
Der Zugang zum Innern war vermauert und ist erst durch ebenfalls interessante Berechnungen und Überlegungen wieder gefunden worden.
Die Pyramide soll 2000 Jahre vor Christi Geburt erbaut sein; Cheops ließ die Tempel schließen, verbot die Opfer und machte es dem Volk zur Aufgabe, dafür an der Pyramide zu arbeiten. Das Bauwerk ist 227 m in jeder der Fronten und war früher 147 m hoch. Mehrere Millionen Tons Steine stecken darin. Die obersten Steine fehlen ebenso wie die glatte Bedeckung, die nur an der Spitze der Chephrenpyramide noch vorhanden ist.
Viel bedeutsamer als alle die oben ausgesprochenen Mutmaßungen erscheint die Lage des ungeheuren Monuments am Rande der Libyschen Wüste und des fruchtbaren Niltals. Als die Führer uns von Stein zu Stein hinaufbefördert hatten und ihre zudringliche Bettelei auf Minuten zum Stillstand gebracht war, konnte man von der quadratischen Plattform, die die Spitze der Pyramide bildet, den Rundblick in sich aufnehmen. Die Ostfront neigt sich nach den üppigen Feldern, die der Nil überflutet und der alten Chalifenstadt el Fostat, dem heutigen Kairo. Die Westseite blickt auf die Wüste, auf das unendliche hügelige Sandmeer, in dessen Fluten die Schatten der Wolken schwimmen. Da geht die Pilgerstraße durch das Natrontal an die Küste des Mittelmeers; kaum kann man von einer Straße sprechen. — — —
Ins Uferlose führen die Spuren.
Die Sphinx.
Auch diese lebensfeindliche Wüste haben der Handel und der Islam überwunden. Von hier aus ist die Lehre Mohameds nach Westen gegangen, bis sie in den Gebirgen Spaniens zurückgeworfen wurde. Die Menschen machte der Koran bedürfnislos und sie fanden in den Kameelen Lasttiere, durch deren Arbeit und Anspruchslosigkeit sogar die Ufer der Wüste verbunden werden konnten.
Menschen und immer wieder Menschen! Auch die den mächtigen Strom bändigten und ihren Feldern nutzbar machten, die die Steine zu fast unvergänglichen Bauwerken auftürmten.
Ein Volk, das Zeit zu solchen Bauten hatte, die nichts weniger sind, als Nutzbauten, mußte viel Brot besitzen!
Größeres kann die moderne Technik leisten. Welche Opfer an Leben aber mag es damals gekostet haben? Noch heute versucht die Natur ihr Veto einzulegen, wenn große Menschenmengen an einem Ort zur Arbeit zusammengebracht werden. Krankheiten und Seuchen brechen aus und nur die wohlorganisierte Arbeit der Ärzte ermöglicht große Unternehmungen. Wie mag es vor 4000 Jahren gewesen sein! Und wieviel Menschen mögen dem ungewohnten Klima, dem Fieber und anderen Krankheiten erlegen sein, die die Menschheit vielleicht jetzt schon überwunden hat!
Der Gedanke an solche Zustände erhöht die Bewunderung vor den großen Bauwerken der Alten; unter den heutigen Umständen würde sich eine Ausnützung von Menschen nach dem Muster der alten Machthaber von selbst verbieten. Sind es doch gerade die Leiden der Kulis und der Neger in Zentralafrika gewesen, durch die die Kulturwelt zur Teilnahme an kolonialen Unternehmungen begeistert wurde.
Die Ethik der Kulturvölker verbietet eine Ausnutzung der niedriger stehenden Rassen, wenn auch der Neger noch heute so roh und barbarisch ist, daß es ihm nicht zur Unehre gereichte, als Diener des Mächtigeren ausgenützt zu werden. Und welche Kulturarbeit könnte geleistet werden, wenn die ungeheure Überlegenheit, die wir mit unseren Feuerwaffen über die Neger besitzen, genutzt würde, um Bahnen und Wege zu bauen, um Plantagen anzulegen! Eine andere Zeit, hörte ich einmal sagen, hätte im Besitze einer Macht, wie wir sie haben, andere Werte in den Kolonien hervorgebracht, und vielleicht würden dann weniger Aufstände gekommen sein, die zur Vernichtung ganzer Stämme führten, würde schneller durch Erschließung des Landes der Hungersnot, der Schlafkrankheit und anderen verheerenden Übeln entgegengetreten sein.
Was Afrika anging, so war die Möglichkeit zu ähnlicher Herrschaft über Menschen noch immer vorhanden. In dem großen Kontinent, dem der Nil entströmt, hat es vor 4000 Jahren wahrscheinlich kaum anders ausgesehen als vor hundert Jahren. Sklaven holte sich Cheops von dort ebenso wie vor einem Menschenalter noch die Araber, und die Kunde von dem Mondland Uniamuezi, aus dem der Nil entspringen sollte, ist jedenfalls diesen ersten Interessen an dem volkreichen Süden zu danken.
Soll man einmal fragen, was wohl aus dem Neger geworden wäre, wenn Europa noch mit den Anschauungen des Mittelalters an die Erschließung Afrikas hätte gehen können? Es ist wie ein Zufall in der Weltgeschichte, daß das große, reiche Land solange unbekannt blieb und daß den vernichtenden Sklavenjägern gleich Rächer erstehen konnten. Jetzt stellen sich die kolonisierenden Völker die große Aufgabe, die Kräfte der neuen Länder in einer unserer Ethik entsprechenden Weise zu entwickeln und nutzbar zu machen.
Von den Pyramiden ging es auf dem Rücken eines Kameels zur Sphinx und dann zu einem dritten merkwürdigen Bauwerk, dem Tempel der Sphinx. In der Erde vergraben erweckt dieses Gebäude den Anschein, niemals für Außenfassaden, sondern wie der Bau eines Fuchses in die Erde hinein gebaut zu sein. Es ist von Wüstensand erst wieder freigelegt. Glatte, sauber gehauene und polierte Granitquadern bis zu 5½ m lang sind hier mit größter Genauigkeit neben- und übereinander gefügt. Aufrecht stehende Steine bilden Säulen, auf denen andere als Dach ruhen. Stellenweise ist Alabaster benutzt und auf jedes Ornament verzichtet worden: Hier spricht allein das Material durch seine Zusammenfügung, Wucht und Größe. —
Kairo.
Als ich am Nachmittag mit einigen Kameraden durch die Straßen ging, begegnete uns im Nordviertel der Stadt ein Leichenzug der Fellachen. Voran ging ein Karree alter Männer; ihnen folgten jüngere Männer mit Gesangsheften in arabischer Schrift, dann kamen Kinder mit Blumen, vor dem Sarg, der getragen wurde und mit bunten Tüchern und Blumen geschmückt war. Unter, neben und hinter dem Sarg gingen klagende Frauen, darunter eine, die von Zeit zu Zeit die Arme hob, wobei sie ein Tuch spannte und den Kopf zurückwarf. Ihr Gesicht war mit schwarzblauer Farbe beschmiert. Der Zug bewegte sich unter dem Klange eintöniger Lieder langsam vorwärts.
Ein anmutiges Bild bot sich uns am Nil. Langsam glitten Boote mit hohen, spitzen Segeln über das ruhige Wasser. Dattelpalmen standen neben weißen Häusern, darüber der blaue Himmel.
Wir gelangten über die Nilbrücke zum zoologischen Garten, der nicht sehr besetzt war. Die wenigen Tiere aber, die dort in üppigem Grün umherstanden, sahen sauber und wohlgepflegt aus, wie der ganze Garten. Die Büsche hingen voller Blüten; an vielen Stellen sahen Hydranten aus dem Boden, mit deren Hilfe den einzelnen Teilen des Gartens Wasser zugeführt werden kann. Wie im Sommer in den nordischen Gärten die Tiere durch Luft und Licht besser gedeihen als im Winter, so machte es sich auch hier vorteilhaft geltend, daß sie andauernd im Freien liegen konnten.
Zwischen hohen Fikusbäumen spaziert auf freiem Rasenplatz ein seltsamer Vogel — der Walkopfstorch —; sein Schnabel ist plump wie ein Kasten. Mit ihm teilen den sonnigen Raum einige Kraniche in lebendig zurechtgeschütteltem Gefieder. Daneben der künstliche Teich mit üppigen Sumpfgewächsen, Uferbäumen, die von ihren Ästen Wurzelfäden zum Wasser hinabsenden und breitblättrigen Wasserpflanzen: eine erdrückende Fülle.
Uns fesselten weniger die ausländischen Tiere, die Hirsche aus Europa und Ceylon, die Bären, die nicht auf afrikanischem Boden heimisch sind, sondern die Vertreter der ägyptischen Fauna; sicher wäre es eine vorteilhafte Beschränkung, wenn in solchen Tiergärten, die kaum einer allgemeinen Belehrung dienen können, die Tierwelt des Landes in der ihr eigenen Umgebung und in ihrem Klima möglichst vollständig gezeigt und auf die fremdländischen Vertreter weniger Wert gelegt würde. — Ein hervorragendes Beispiel der Art ist der große Rhodespark in Kapstadt.
Die wenigen Gazellen aus dem Sudan waren reizend anzusehen.
Der Nachmittag sah uns in dem Geschäftsviertel der Stadt Kairo, nachdem wir die Menge der Wagen an uns hatten vorbeifahren lassen, die zum Korso den Weg über die große Nilbrücke nach Gizeh nahmen.
Es gehört Kenntnis der Volkstypen dazu, um sich in dem Menschengewirr, das die engen Gassen der Bazars füllt, zurechtzufinden. Mich beschäftigte nur das bunte Bild; die Menschen aller Farben, zwischen den Läden mit Teppichen, Goldarbeiten, Ölkuchen, Anzügen, Metallwaren und Spezereien.
Die Eisenbahn brachte uns in unruhiger Nachtfahrt nach Suez. Der Dampfer hatte inzwischen den Kanal passiert und nahm uns auf, um seinen Weg durch das Rote Meer nach Colombo fortzusetzen.
Auf Ceylon.
Der Hafen von Colombo, auf Ceylon, wird von allen nach Osten gehenden Schiffen angelaufen; meist sogar mit etwas Aufenthalt, so daß die Schönheit der Insel und ihre Fruchtbarkeit sehr bekannt sind.
Der kleine Kreuzer Bussard, auf dem ich ein zweijähriges Kommando antrat, lag in dem Hafen. Er kam aus Ostasien und hatte eine schwere Seefahrt hinter sich, derentwegen man ihm einige Wochen Ruhe zu Reparaturen und Erholung gab, ein Umstand, der auch dem neuangekommenen Teil der Besatzung zugute kam.
So lernte ich außer der schönen von Palmen geschmückten Stadt auch Kandy und den botanischen Garten von Peredenya kennen, und unternahm einen kleinen Jagdausflug, der mich mit dem Charakter der Landschaft vertraut machte.
Wundervoll anzusehen ist das Bild des Hafens mit den vielen Schiffen, die hinter der langen Mole geborgen liegen, während die ungeheure Brandung von außen dagegen tobt, himmelhoch aufspritzt und eine breite See hinübergießt, die sich wie ein weißes Spitzentuch über die Mauer legt.
Krähen, von den Eingeborenen heilig gehalten, und deshalb geschont, fliegen in Menge von Schiff zu Schiff, sitzen auf den Stagen und an Land in den Bäumen. Merkwürdig genug sind auch die aufdringlichen Singhalesenbengels, die in kleinen Fahrzeugen um die Passagierdampfer herumfahren, nach Geldstücken tauchen und einen erbärmlichen Chorgesang anstimmen.
Den Tag über war man meist an Bord beschäftigt; denn nach jedem Besatzungswechsel gibt es viel zu ordnen; der Erste Offizier drängt darauf hin, die Rollen der Mannschaft recht bald einzuüben und den Schiffsdienst in die Reihe zu bringen. — Aber an den Abenden fuhr man an Land und promenierte mit Kameraden nach dem schön gelegenen Galle face Hotel oder ließ sich von einer Rickschah durch die von üppigen Bäumen eingefaßten Wege dahinfahren.
Eine Bahnfahrt in die Berge nach dem hochgelegenen Kandy führte mich durch die wechselnden Landschaftsbilder der Insel. Anfangs die Ebene mit Kokospalmwäldern, unterbrochen durch Reisfelder; die Copra, von Eingeboren geerntet, bildet ein wichtiges Produkt und wird in Colombo selbst verarbeitet.
Die ersten Anhöhen kamen, von dichtem Wald bedeckt, Regen strömte hernieder, Wolken verhüllten die Bergkuppen, die Bahn stieg bergauf und zog auf kühn angelegter Trace an steilen Berghängen entlang. Über liebliche Täler ging hier der Blick zu fernen Höhen. An den Hängen hinab floß Wasser über die Terrassen der Reisfelder; Rinder weideten dazwischen.
Nach der ägyptischen Baukunst machten die Tempel auf Ceylon geringen Eindruck. Kleinlich; es ist, als ob die Menschen nicht fähig waren, aus der Schönheit der sie umgebenden Natur etwas in ihre Kunst hinüber zu nehmen. Kuriosa sind es: der Zahn Buddhas, der Silberschatz, die abgeschmackten Götzenbilder, die heiligen Schildkröten, der heilige Baum und all der Flitter im Tempel. Desto großartiger ist die Natur und besonders die Palmenwelt in dem geräumigen botanischen Garten von Peredenya. Da stand eine Allee von Fächerpalmen wie das Peristil eines griechischen Tempels. Die Formenfülle der hier vertretenen Palmen berauschte das Auge. Neben der Lodoicea Seychellarum, der größten Fächerpalme der Erde, zartgerippte Phönixarten, die Siegelwachspalme mit roten Blattstengeln und die schmückenden Königspalmen.
Ceylon.
Das Orchideenhaus erinnerte mich an die begeisterten Schilderungen eines Freundes, dessen Lieblinge diese schmarotzenden Schönen waren; ich sah hier manche der Wunderblüten, die ich bisher nur von bunten Tafeln her kannte.
Muskatnuß und Kokain, Gummilianen und Teeblüten entdeckte man. Ungeheuerlich wirkte das mächtige Bambusgebüsch am fließenden Wasser. Da war jedes Rohr ein dicker Stamm, alle Gräser zusammen bildeten unten einen geschlossenen Zaun, und man konnte sich vorstellen, welche Schwierigkeit es sein mag, in einem Bambuswald vorzudringen, wenn nicht Elefanten uralte Wege offen gehalten haben.
Von der Bahn aus hatte ich ein merkwürdiges Tier gesehen: eine Rieseneidechse, die wie ein Krokodil langsam über die Böschung kroch. In Colombo wurde mir gesagt, daß es nicht schwer sei, solche Tiere im Lande anzutreffen, und daß auch die Vogelwelt im Tieflande überaus bunt und vielseitig sei.
So machte ich mich eines Tages auf den Weg um unter Führung eines Jägers in der Ebene südlich von Kolombo umherzustreifen; nach mehrstündiger Bahnfahrt verbrachte ich die Nacht in einem englischen Rasthause.
Am folgenden Morgen durchwanderten wir frische grüne Wälder. Mein Führer kannte alle die bunten Vögel, die in großer Zahl im Walde flogen. Bald hatte ich eine kleine Kollektion beisammen, und wir hatten bis in die Nacht zu tun, die Ausbeute zu präparieren.
Es sind die einzigen Vögel geblieben, die ich im Auslande gesammelt habe. Die Mühe des Präparierens war mir zu groß, wo größere Trophäen lockten; deshalb habe ich in Ostafrika außer Hühnern und Tauben fast keinen Vogel geschossen.
Mit der bunten Ausbeute, die jetzt in einem Glasschrank an den ersten bescheidenen Jagdtag am Indischen Ozean erinnert, und mit zwei großen Eidechsen fuhr ich nach Kolombo zurück.
Neun Tage waren wir von Ceylon nach den Seychellen unterwegs, ohne ein fremdes Schiff zu sehen; eine rechte Seefahrt war es, auf der man das Land verlernt, nur den Himmel mit den leuchtenden Gestirnen und die dunkle Salzflut um sich sieht.
Da kommt man dazu, alte Eindrücke zu verarbeiten und auf neue hungrig zu werden.
Daß Meere die Länder trennen und Gegensätze in dieser kleinen Welt erhalten und begünstigt werden, geschieht um uns schauende, genießende Menschen nicht durch langsame Übergänge stumpf zu machen!
Am neunten Tage umkreisten Möwen in wachsender Zahl das Schiff und kündeten die Nähe des Landes an.
Die Inseln sind grün vom Meeresstrand bis auf die Höhen. Auf einzelnen erkannte man reihenweise gepflanzte Kokospalmen. Die Bergspitzen der größten Insel Mahé stecken in den Wolken. Dichtes Grün klettert in den Schluchten hinauf. Nur einzelne schroffe Wände und große Steinblöcke, die wie Bastionen nach der See hervorspringen, sind kahl; nach dem Fuß der Berge wird der Pflanzenwuchs höher und voller, die Häuser der kleinen Stadt Port Viktoria verschwinden fast darin. Eine weiße Strandlinie setzt das Grün nach dem Wasser hin ab. Ganz unten, wo das Meer die Insel umsäumt, leuchtet aus dem seichten Wasser ein breiter Streifen buntfarbiger Korallen im hellsten Grün und dunklem Violett. Es ist wunderbar, wie hier der Meeresgrund seine Farbenpracht an das fruchtbare Gestade heranschiebt, um den großen und freundlichen Eindruck zu vertiefen.
Wir fuhren zu einem Abendspaziergang an Land. Nahe der Mole die weit auf das Riff hinausführt, löschte ein kleines Segelschiff seine Ladung an lebenden Schildkröten. Die Tiere wurden in ein der Mole angebautes Bassin geworfen. Dort sah man die großen Schilde von Zeit zu Zeit auftauchen und den Kopf herausstecken, um Luft zu holen.
Ein breiter Weg führt durch den Ort auf einen Sattel an der schmalsten Stelle der langgestreckten Insel. In den Gärten der Eingeborenen wachsen Lemonen, Ananas, Vanille und Mais. Die Kokospalme neigt ihre gefiederte Krone über die braunen Dächer der Hütten, in denen das Feuer zum Abendessen aufflackert.
Auf den Seychellen.
Ein andermal marschierte ich in den erwachenden Morgen hinein, um auf einer Tagestour die Insel kennen zu lernen. Ein guter Fahrweg geht fast rund um die Insel herum; mehrere Verbindungswege über die Höhen. England hat viel Geld dazu geliehen. 130 Inder mußten zum Wegebau eingeführt werden, weil die Kreolen zur Arbeit zu faul sind. Das rührige Vorgehen des Gouvernements in der Schaffung von Verkehrswegen zur Erleichterung der Produktion ist um so mehr hervorzuheben, als die Aussichten für das Land recht gering waren. Die Vanille ist stark im Preise gesunken, seit Kunstprodukte die nicht leicht zu kultivierende Frucht entbehrlich gemacht haben. Die Kopraproduktion aber nimmt an Ausdehnung zu; ihr kommen die neuen Wege besonders zustatten.
Zur Linken hatte ich den Strand, zur Rechten den steil ansteigenden Berg. Hier unten drängte sich eine formenreiche Pflanzenwelt: Kokospalmen, Brotfruchtbäume mit den großen, glänzenden und gezackten Blättern, Oleander, der elegante Stamm einer Betelpalme und die großen Fächer der Wandererpalme, — einer Musacee, — dann die Menge der Sträucher, Gräser und die starken Schwerter einzelner Agaven, auf der Höhe der den Weg begrenzenden Mauer.
Der Morn Seychellois war wolkenfrei. In den zahlreichen Schluchten, in den vom schattigen Laub überdachten steinigen Bachbetten kam in dieser Zeit kein Wasser zu Tal. Haushohe Granitblöcke lagen am Strand, vom Meer umspült.
Ein kleiner Kreolenknabe führte mich in einer Schlucht bergan, vorbei an einem Wasserfall, nach Kaskade Estates, der Farm eines Engländers.
Der Besitzer war zu Hause und begleitete mich in stundenlangem Spaziergang durch die Anlagen. Eine Menge Nutzpflanzen sah ich zum ersten Male: die Vanille, deren Schoten im Schatten großer Bäume gedeihen: (die Befruchtung der Blüten muß künstlich geschehen, weil der kleine Vogel, der in Amerika den Blütenstaub von Pflanze zu Pflanze trägt, auf den Seychellen nicht lebt.)
Auch die hohen Nelkenbäume mit roten Blüten waren mir unbekannt, ebenso der Indigo und eine andere Farbpflanze: der Arnotto, dessen Früchte in rote Farbe gebettet sind, die in Amerika, der Heimat der Pflanze, von den Indianern zum Bemalen der Haut, in Holland zum Färben von Butter und Käse verwandt wird.
Eine Menge anderer Pflanzen sah ich noch, die zum Versuch oder nur aus Interesse an der Botanik angebaut waren.
Auch über die Tierwelt war mein Gastgeber gut unterrichtet, hatte eine kleine Bibliothek auserlesener Bücher und erklärte mir an seiner Pflanzen- und Schneckensammlung merkwürdige Zusammenhänge.
Die Gruppe der Seychellen umfaßt 29 Inseln, die alle nicht weit auseinanderliegen; dennoch sind auffallende Trennungen in der Flora und noch mehr in der Fauna zu finden.
Die Lodoicea, die riesige Fächerpalme wächst wild nur auf zwei Inseln: Praslin und Curius island. Ebenso soll es einen Vogel geben, der nur auf Mahé vorkommt, einen andern, der nur auf Praslin und Felicité lebt und alle übrigen 27 Inseln meidet.
Wenn das schwer nachzuweisen ist — abgesehen von der Tiefseeexpedition mit ihrem vorübergehenden Aufenthalt, hat sich ein deutscher Zoologe längere Zeit auf den Seychellen aufgehalten —, so muß man staunen, wenn man in der genau mit Datum und Fundort bezeichneten Konchiliensammlung sieht, daß eine Schnecke, die auf allen Inseln nur mit ganz rundem Gehäuse vorkommt, auf einer einzigen Insel ausschließlich mit einer ausgesprochen scharfen Kante gefunden wird.
„Das sind,“ sagte der Pflanzer, „Beobachtungen, an denen sich jeder Naturfreund freuen sollte; die die Größe der Natur erhöhen und an denen wir schlichten Sammler Entdeckerfreuden erleben.“
Er nahm Haeckels „Welträtsel“ — in englischer Ausgabe — aus seinem Bücherschrank und sagte, die deutsche Jugend könne sich freuen, daß ihr ein solches Buch gegeben würde, zur Teilnahme an einem großen Kampf.
Nach dem Essen saßen wir in bequemen Stühlen auf der Veranda, und mein Gastgeber lockte durch Pfeifen eine große Zahl kleiner Vögel und wilder Tauben heran, die so zahm waren, daß sie aus der Hand fraßen.
Auf dem Rückwege nahm ich unter dem Wasserfall ein Bad, dann segelte mich ein alter Neger in seinem Einbaum mit gutem Winde über die Korallenriffe hinweg an Bord zurück.
Mir wurde erzählt, daß in den Bergen der Inseln eine ganz besondere Vegetation zu finden sei: der tropische Urwald mit riesigen Bäumen und seltenen Holzarten. Das mochte man kaum glauben, wenn man vom Ankerplatz des Schiffes aus nach den Höhen der Granitfelsen hinaufsah.
Die trockenen Reiser, die dort oben sichtbar wurden, wenn die vom Winde bewegten Nebel ein Fenster offen ließen, sollten große tote Bäume sein?
Unter Führung schwarzer Holzarbeiter stieg ich eines Morgens hinauf und stand nach vierstündigem Klettern auf dem höchsten Punkt der Insel, dreitausend Fuß über dem Meere.
Urwald umgab mich hier; Laubbäume, von denen Tautropfen fielen, große Baumfarren und Moos.
Zwischen den lebenden Stämmen standen riesige unbelaubte Eisenholzstämme; seit Jahrzehnten abgestorben trotzte ihr zähes Holz den Einflüssen der Witterung.
Über die Wipfel der Bäume hinweg sah ich den Horizont.
Insel im Meere! — Rundum suchte der Blick nach fernem Land; die weite, bewegte Flut trennte mich von der Heimat und von der Fremde.
Die Heimat mit ihrem Wissen, Verarbeiten und Erziehen machte mich hungrig nach der Fremde! Und Freude an der fremden, bunten Welt hier draußen lockte mich am frühen Morgen hinaus. Da sah ich das Meer, im Morgenlicht; die erwachende Tierwelt und die Menschen, die die Tagesarbeit vorbereiten.
Nicht der satte Mittag, an dem schon der nächste Tag erhofft wird, kann den reinen Genuß geben, den der Morgen dem Lebenden gibt.
Dem erwachenden Tag, dem Morgen mit seiner Schönheit, seinem aufklärenden Licht habe ich Freuden und Erfolge in Afrika zu danken. —
Auch was ich an Kulturansätzen sah, in dem Lande, dem meine Hauptaufmerksamkeit galt, war wie ein junges, erwachendes Leben. Endlich war es für mich der erste Versuch frei und selbständig in die Welt zu gehen und die Dinge anzuschauen; ich selbst stand „im Morgenlicht“. —
Die katholische Kirche in Daressalam.
Der stolze Bau gibt, in Verbindung mit dem geschmackvoll gebauten Bischofspalast, dem Städtebild sein Gepräge. Besonders vom Hafen aus ist der Blick auf die Stadt schön. Im Vordergrund des Bildes rechts sieht man eine Pandanus mit ihren Stelzwurzeln; die den Ananas äußerlich ähnlichen Früchte werden in Ostafrika angeblich nicht gegessen.